Breathless - Geheime Lust - Maya Banks - E-Book

Breathless - Geheime Lust E-Book

Maya Banks

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Beschreibung

Noch sinnlicher, noch romantischer, noch fesselnder: der zweite Band der Breathless-Trilogie um die erfolgreichen Geschäftsmänner Gabe, Jace und Ash! Jace Crestwell und Ash McIntyre teilen alles - auch ihre Frauen. Doch als Jace auf Bethany trifft, wird er von dem Bedürfnis überwältigt, die junge Frau für sich alleine zu besitzen. In Jace' und Beth' Beziehung ist kein Platz für Ash, und obwohl diese ungewohnte Situation droht, ihre langjährige Freundschaft zu zerstören, kann Jace sich nicht von Beth lösen ...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 671




MAYA BANKS

BREATHLESS

GEHEIME LUST

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Patricia Woitynek

Zu diesem Buch

»Die Wahrheit ist, dass ich nie zuvor für eine Frau empfunden habe, was ich für dich empfinde. Die Wahrheit ist, dass ich besessen bin von dir. Die Wahrheit ist, dass wenn du mir jetzt sagst, dass du mir niemals geben könntest, was ich mir so sehr von dir wünsche, es keinen Unterschied machen würde. Ich würde dich auf jede Weise nehmen, auf die ich dich bekommen kann. Die Wahrheit ist, dass ich dich nicht aufgeben werde.«

Die erfolgreichen Geschäftspartner Jace Crestwell und Ash McIntyre teilen alles – auch ihre Frauen. Nichts ist berauschender, nichts sinnlicher als der Moment, wenn eine Frau sich ihnen beiden voll und ganz hingibt. Doch alles ändert sich, als Jace auf der Verlobungsfeier seiner Schwester die junge Bethany Willis erblickt. Die geheimnisvolle Frau zieht ihn sofort in ihren Bann, und das Bedürfnis, sie für sich allein zu besitzen, ist überwältigender als alles, was Jace je zuvor kannte. Als sich herausstellt, dass Beth in großen Schwierigkeiten steckt und weder Geld noch ein Zuhause hat, zögert Jace keinen Augenblick und bietet ihr seine Hilfe an. Für beide beginnt daraufhin eine Achterbahnfahrt der Gefühle und der Leidenschaft, während derer Beth sich Jace mit jeder Faser ihres Seins hingibt – eine Beziehung, in der für Ash kein Platz ist und die droht, die langjährige Freundschaft zwischen ihm und Jace für immer zu zerstören …

Für die besten Freunde der Welt,

auf die ich mich immer blind verlassen kann.

Ihr wisst, wer gemeint ist. Ich liebe euch!

1

Jace Crestwell tippte Gabe Hamilton auf die Schulter und grinste, als sein Freund sich umdrehte. »Du hast meine Schwester lange genug in Beschlag genommen. Jetzt bin ich an der Reihe, mit ihr zu tanzen.«

Gabe wirkte nicht glücklich über die Unterbrechung. Er und Mia hatten die letzte Stunde praktisch aneinandergeklebt, doch nun trat er grummelnd einen Schritt zurück. Mia lächelte strahlend, als Jace seinen Platz einnahm.

Der gesamte Ballsaal des Bentley Hotels war weihnachtlich dekoriert, denn Mia liebte dieses Fest, und Gabe würde bekanntermaßen alles tun, um seine Frischverlobte glücklich zu machen.

Und Gabe ging zügig zur Sache, wenn er ein Ziel im Auge hatte. Er hatte die Planung der Verlobungsparty in Angriff genommen, kaum dass er Mia den Ring an den Finger gesteckt hatte. Fast so, als fürchtete er, sie könne es sich doch noch anders überlegen, wenn er nicht sofort in die Puschen kam.

Jace fand es recht bizarr, seinen Freund derart in eine Frau vernarrt zu sehen, und dass es sich dabei ausgerechnet auch noch um seine, Jace’, Schwester handelte, machte das Ganze noch bizarrer, aber Mia wirkte überglücklich, und mehr konnte er sich nicht wünschen.

»Hast du Spaß, Kleines?«, fragte er, als er sie über das Parkett wirbelte.

Ihr Gesicht begann zu leuchten. »Diese Party ist fantastisch, Jace. Einfach magisch. Ich kann nicht fassen, dass Gabe das so schnell hinbekommen hat. Es ist … einfach perfekt.«

Jace erwiderte ihr Lächeln. »Ich freue mich, dass du glücklich bist. Gabe wird gut zu dir sein, andernfalls trete ich ihm gehörig in den Arsch. Das habe ich ihm in aller Deutlichkeit zu verstehen gegeben.«

Ihre Augen wurden schmal. »Sollte er nicht gut zu mir sein, bist nicht du derjenige, vor dem er sich fürchten muss. Weil ich ihm dann nämlich selbst gehörig in den Arsch treten werde.«

Jace warf den Kopf zurück und lachte. »Das bezweifle ich nicht. Du hast ihn sich ganz schön ins Zeug legen lassen. Meine Hochachtung.«

Mias Gesicht wurde ernst, und Jace überlegte stirnrunzelnd, was sie an einem Abend wie diesem, wo sie eigentlich im siebten Himmel schweben müsste, bedrücken mochte.

»Ich weiß, dass du viel für mich aufgegeben hast«, sagte sie leise. »Ich habe mich immer gefragt, ob ich der Grund bin, warum du nie geheiratet hast und Vater geworden bist.«

Er schaute sie an, als wäre sie nicht ganz dicht.

»Aber jetzt kannst du doch aufhören, dich um mich zu sorgen und … Du weißt schon.«

»Nein, ich weiß nicht«, entgegnete er und schüttelte den Kopf. »Du hast sie nicht mehr alle, Mia. Erstens werde ich nicht aufhören, mich um dich zu sorgen und auf dich aufzupassen, nur weil du heiratest. Damit wirst du dich abfinden müssen. Und zweitens, denkst du nicht, dass die Dinge einfacher gewesen wären, wenn ich geheiratet hätte, als du jünger warst? Und zwar für uns beide. Du hättest eine Mutterfigur gehabt, anstatt dich mit einem herrischen, überfürsorglichen Bruder als einziger seelischer Unterstützung begnügen zu müssen.«

Mia hielt mitten im Tanz inne, schlang Jace die Arme um den Hals und drückte ihn fest an sich.

»Ich würde nicht das Geringste daran ändern wollen, wie du mich großgezogen hast, Jace. Du hast das toll gemacht, und ich werde dir ewig dankbar sein für all die Opfer, die du meinetwegen gebracht hast.«

Noch immer den Kopf schüttelnd, erwiderte er ihre Umarmung. Bei ihr war wirklich eine Schraube locker. Mia war derart aus dem Häuschen wegen ihrer bevorstehenden Hochzeit mit Gabe, dass sie diese Glückseligkeit mit jedem, der ihr am Herzen lag, teilen wollte. Gott steh ihm bei. Er und Ash sollten wohl besser Reißaus nehmen.

»Es war kein Opfer, Mia. Auch ich würde nichts ändern wollen. Aber ist dir je in den Sinn gekommen, dass ich vielleicht nie heiraten und Kinder haben wollte?«

Mit gerunzelter Stirn löste sie sich von ihm, dann huschte ihr Blick zur anderen Seite des Saals, wo Ash mit Gabe zusammenstand. »Doch, ich denke schon.«

Jace musste sich ein Seufzen verkneifen. Es war offensichtlich, dass Mia genauestens über seine und Ashs Vorliebe für Sex mit derselben Frau Bescheid wusste. Es war nicht unbedingt das, was ein Bruder seine Schwester über sein Liebesleben wissen lassen wollte, aber es ließ sich nicht ändern. Er würde sich für seine Lebensweise nicht entschuldigen, und er würde sie auch nicht mit seiner jüngeren Schwester diskutieren.

»Spiel mit vollem Einsatz und lebe frei«, sagte er wie zur Erklärung.

Mia schaute verwirrt zu ihm hoch.

Jace lachte amüsiert. »Das ist unser Motto. Gabes, Ashs und meins. Nur weil du die Spielregeln für Gabe geändert hast, bedeutet das nicht, dass sie jetzt auch für Ash und mich gelten.«

Sie verdrehte die Augen. »Um Himmels willen. Bei dir klingt das, als wäre Gabe ein Waschlappen.«

Jace hüstelte. »Wenn der Schuh passt …«

Mia knuffte ihn in die Schulter. »Ich werde ihm stecken, dass du das gesagt hast!«

Er lachte wieder. »Der Mann würde vermutlich sogar zugeben, dass er ein kompletter Waschlappen ist, wenn es um dich geht. Und ich finde das gar nicht schlimm. Ich will, dass er dich gut behandelt.«

Sie wurden unterbrochen, als Ash zu ihnen trat und Mia geschmeidig in seine Arme zog.

»Ich bin dran«, verkündete er. »Gabe wird nicht mehr lange warten, bevor er sie zurückfordert, darum werde ich mir meinen Tanz holen, solange seine Eltern ihn beschäftigt halten.«

Jace lehnte sich vor und küsste Mia auf die Stirn. »Dies ist dein Abend, Schwesterherz. Ich möchte, dass du dich für immer daran erinnerst. Hab Spaß.«

Ihr Lächeln strahlte durch den ganzen Saal. »Danke, Jace. Ich hab dich lieb.«

Er berührte ihre Wange, dann trat er zurück, als Ash mit ihr davonwirbelte.

Jace verzog sich in den hinteren Bereich, um das Partygeschehen zu beobachten. Es war ein kleines Fest, wie Gabe und Mia es sich gewünscht hatten, um ihre Liebe zu zelebrieren.

Das klang kitschig, aber man musste die zwei nur ansehen, um zu wissen, dass sie bis über beide Ohren verliebt waren. Jace war sich noch immer nicht ganz sicher, was er davon halten sollte, dass sein enger Freund seine kleine Schwester an Land gezogen hatte. Da war nicht nur der Altersunterschied von vierzehn Jahren, Jace kannte auch Gabes sexuelle Neigungen zur Genüge.

Es war ihm noch immer hochnotpeinlich, wenn er an die Szene dachte, in die er vor einigen Wochen geplatzt war, als er unangemeldet Gabes Apartment betreten hatte. Er hätte sich am liebsten die Augen mit Seife ausgewaschen, denn es gab Dinge, die ein Bruder im Zusammenhang mit seiner kleinen Schwester niemals sehen sollte.

Er hatte noch immer Bedenken, ob Mia wirklich wusste, worauf sie sich da einließ. Aber wenn es um sie ging, war Gabe lammfromm. Herrgott, der Mann hatte sich vor halb New York City zum Affen gemacht, um sie zurückzuerobern, darum nahm Jace an, dass Mia in der Lage war, mit Gabes Vorlieben umzugehen.

Er würde einfach nicht mehr daran denken.

Seufzend ließ er den Blick über die Gäste und das festliche Ambiente wandern. Seit ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren, hatte Mia einen großen Teil seines Lebens ausgemacht. Sie war mehr oder minder ein Unfall gewesen, aber er und seine Eltern hatten sie vom ersten Moment an vergöttert. Der Tod ihrer Eltern war ein dramatischer Einschnitt für sie beide gewesen.

Jace hatte zu einer Zeit, als er noch das College besucht und nichts anderes als Bier, Mädchen und Spaß mit Gabe und Ash im Kopf gehabt hatte, die Verantwortung für die damals sechsjährige Mia übernehmen müssen. Gabe und Ash waren ihm dabei eine große Stütze gewesen, und vielleicht hatte Mia ihre Freundschaft in vielerlei Hinsicht gefestigt. Darum war es vermutlich nur angemessen, dass er sie jetzt, da sie erwachsen und selbstständig war, seinem besten Freund anvertraute.

Es würde eine Umstellung für ihn bedeuten, nicht länger die alleinige Verantwortung für Mia zu tragen. Nicht, dass er plante, sich von ihr abzuwenden, aber die Situation war nun eine andere. Mia war in einer festen Beziehung und würde mit ihren Problemen nicht mehr zu ihm kommen. Er sollte Erleichterung empfinden, doch stattdessen wurde ihm das Herz schwer bei der Vorstellung, dass seine kleine Schwester ihn nicht mehr so sehr brauchte wie früher.

Sein Blick blieb an einer jungen Frau haften, die Gläser und Teller von den Tischen räumte. Es war das zweite Mal, dass sie ihm an diesem Abend auffiel, obwohl sie sich nicht oft hatte blicken lassen, sondern nur gelegentlich in den Saal gekommen war, um abzuräumen. Sie war keine der Bedienungen. Jace hatte sie nicht mit Tabletts voller Horsd’œuvres oder Champagnerflöten herumgehen sehen. Sie trug eine schwarze Hose, eine weiße Bluse und eine Schürze.

Er betrachtete sie einen langen Moment, bevor er realisierte, was seine Aufmerksamkeit fesselte: Sie wirkte vollkommen deplatziert. Allerdings wusste er nicht, woran das lag. Je länger er sie anschaute, desto mehr fand er, dass sie eher so aussah, als gehörte sie selbst auf diese Party, anstatt hinter den Gästen herzuräumen.

Sie hatte die Haare mit einer Klammer zu einem lockeren Knoten hochgesteckt, wie Mia ihn manchmal trug. Das Ergebnis war ein sinnlicher, zerzauster Dutt, der geradezu nach der Hand eines Mannes flehte, damit er ihn löste. Mehrere ihrer wilden, mitternachtsschwarzen Locken waren der Spange entschlüpft und kringelten sich um ihren Hals.

Sie war von zarter Statur und nicht so kurvig, wie er es eigentlich bevorzugte. Sie hatte schmale Hüften und kleine Brüste, die sich aber drall genug unter der weißen, durchgeknöpften Bluse abzeichneten, um verführerisch zu sein. Der Rest von ihr wirkte zierlich, gazellenhaft, beinahe fragil.

Als sie sich umdrehte und er einen Blick auf ihr Gesicht erhaschte, stockte ihm der Atem. Ihre Knochenstruktur war fein und grazil. Sie hatte hohe, hervortretende Wangenknochen, die sie beinahe untergewichtig aussehen ließen, und ein spitzes Kinn. Aber ihre Augen. Himmel, ihre Augen. Sie wirkten riesig in ihrem ansonsten kleinen Gesicht und waren von einem strahlenden, atemberaubenden Eisblau, das einen faszinierenden Kontrast zu ihrem samtschwarzen Haar bildete.

Sie sah einfach hinreißend aus.

Dann eilte sie aus dem Raum, ein schweres Tablett mit den vielen Tellern, die sie von den Tischen abgeräumt hatte, in den Händen. Jace’ Blick folgte ihr durch den Saal, bis sie durch die Tür für das Küchenpersonal verschwunden war.

»Nicht deine gewohnte Kost«, kommentierte Ash neben ihm.

Jace löste sich aus seiner Tagträumerei und stellte fest, dass Ash seinen Tanz mit Mia beendet hatte. Ein flüchtiger Blick zur Tanzfläche zeigte ihm, dass Gabe Mia wieder mit Beschlag belegte und die beiden sich noch inniger aneinanderschmiegten als zuvor. Mias Augen leuchteten vor Freude und Heiterkeit, und ein Teil von Jace’ Anspannung fiel von ihm ab. Sie war in guten Händen. Und sie war glücklich.

»Wovon zur Hölle sprichst du?«, fragte er leicht unwirsch.

»Von der Puppe, die das Geschirr abräumt. Ich hab gesehen, wie du sie angestarrt hast. Mann, du hast sie praktisch mit den Augen ausgezogen.«

Jace runzelte die Stirn, sagte jedoch nichts. Ash zuckte die Achseln. »Ich bin dabei. Sie ist heiß.«

»Nein.« Die Abfuhr polterte mit mehr Nachdruck aus ihm heraus, als er beabsichtigt hatte.

Dabei wusste er nicht mal, woher diese Entschiedenheit kam oder warum er plötzlich so angespannt war.

Ash lachte. »Bleib locker, Kumpel. Es ist eine Weile her. Ich werde meinen Charme bei ihr spielen lassen.«

»Lass sie in Ruhe, Ash«, knurrte Jace.

Doch sein Freund war schon in Richtung Küche unterwegs, während Jace ihm mit geballten Fäusten hinterherstarrte. Wie zur Hölle sollte er seinem besten Kumpel, einem Kumpel, mit dem er sich regelmäßig Frauen teilte, erklären, dass er ihn nicht einmal auf einen Kilometer an dieses Mädchen heranlassen wollte?

2

Bethany Willis rieb sich die Handflächen an ihrer abgetragenen Hose und schloss kurz die Augen, während sie schwankend vor dem Spülbecken mit dem vielen Geschirr stand, das sie im Ballsaal eingesammelt hatte.

Sie war müde. So unsagbar müde. Und hungrig. Das Beste an diesem Aushilfsjob war – abgesehen davon, dass sie bar bezahlt wurde – das Essen. Es war ihr erlaubt, Reste mitzunehmen, und angesichts der Mengen, die hin- und hergetragen wurden, würde es davon reichlich geben.

Vermögende Leute neigten zur Maßlosigkeit. Die Anzahl der zu dieser Party geladenen Gäste rechtfertigte in keiner Weise die Mengen an Essen und Alkohol, die hier aufgefahren wurden. Bethany konnte das egal sein. Zumindest würde sie etwas Anständiges zu beißen kriegen, auch wenn die Speisen für ihren Geschmack viel zu ausgefallen waren.

Und es würde auch noch für Jack reichen.

Eine Welle der Traurigkeit erfasste sie, dicht gefolgt von Schuldbewusstsein. Dabei hatte sie keinen Grund, sich schlecht zu fühlen, dass Jack nämlich wieder vorbeigekommen war. So war er nun mal. Er verschwand tagelang, dann tauchte er wieder auf, in der Regel, wenn er einen Schlafplatz und ein freundliches Gesicht brauchte. Und Essen. Außerdem Geld … Vor allem Geld.

Ihre Brust krampfte sich zusammen, denn sie wusste, was er mit der Kohle anstellte, um die er sie anbettelte, auch wenn er es hasste, das zu tun. Er sah ihr dabei nie in die Augen, sondern senkte den Blick, bevor er sagte: »Bethy … Da ist diese Sache. Ich brauche …« Und das war alles, was er sagen musste. Sie gab ihm das Geld, weil sie nicht anders konnte, aber sie verabscheute es, wenn er sie »Bethy« nannte, verabscheute diesen Kosenamen, den sie früher geliebt hatte, weil er ihr von jemandem gegeben worden war, dem sie einmal etwas bedeutet hatte.

Jack. Der einzige Mensch auf der Welt, der je versucht hatte, sie vor etwas zu beschützen. Der einzige Mensch, der sich je um sie geschert hatte.

Ihr Bruder. Nicht ihr leiblicher, aber trotzdem in jeder Hinsicht, auf die es ankam. Er gehörte zu ihr, so wie sie zu ihm gehörte. Wie sollte sie sich jemals von ihm abwenden?

Sie konnte das nicht tun und würde es auch nicht.

An der Seitentür, die hinaus in die Hintergasse führte, wo sie den Müll entsorgten, ertönte ein Geräusch. Bethany schaute hoch und entdeckte Jack, der im Türrahmen lehnte, den Kopf nach hinten gewandt, um die Gasse im Blick zu behalten. Typisch Jack. Immer in Alarmbereitschaft. Er begab sich niemals unbedacht und ohne einen Fluchtweg in irgendeine Situation.

»Bethy«, sagte er leise.

Sie verzog das Gesicht, denn sie wusste, warum er gekommen war. Anstelle einer Antwort fasste sie in ihre Hosentasche und zog das zusammengeknüllte Geldbündel heraus. Sie hatte die Hälfte ihres Lohns als Vorschuss erhalten, den Rest würde sie nach getaner Arbeit bekommen. Sie würde Jack die erste Hälfte überlassen. Die zweite musste sie über Wasser halten, bis sie den nächsten Aushilfsjob fand, und sie hatte keine Ahnung, wann das sein würde.

Sie eilte zu ihm, drückte ihm die Scheine in die Hand und beobachtete voller Unbehagen, wie sein Blick zur Seite huschte. Ohne Blickkontakt herzustellen, stopfte er das Geld in seine speckige, zerfetzte Jeans. Sein Körpergeruch war unangenehm. Bethany wusste, dass er das hier verabscheute. Sie hasste es auch.

»Danke«, murmelte er. »Bist du okay? Weißt du, wo du heute Nacht schlafen wirst?«

Das tat sie nicht, aber das würde sie ihm nicht auf die Nase binden. Also log sie stattdessen. »Ja.«

Ein Teil seiner Anspannung fiel von ihm ab, und er nickte. »Gut. Ich arbeite daran, Bethy. Ich werde bald eine Unterkunft für uns beide haben.«

Sie schüttelte nur den Kopf, denn sie wusste nicht nur, dass er das immer sagte, sondern auch, dass es nicht passieren würde.

Er beugte sich zu ihr und drückte einen Kuss auf ihre Stirn. Bethany schloss für einen langen Moment die Augen und malte sich andere Umstände aus. Doch das führte zu nichts. Es war, wie es war, und sich zu wünschen, es wäre anders, war, als würde man gegen den Wind anpinkeln.

»Ich werde bald wieder nach dir sehen«, versprach er.

Bethany nickte. Sobald er mit den Schatten der Nacht zu verschmelzen begann, hob sie den Kopf und sagte: »Pass auf dich auf, Jack. Bitte.«

Sein Lächeln war so düster wie die Nacht. »Sei unbesorgt.«

Sie sah zu, wie er ging, dabei schnürte sich der Knoten in ihrer Kehle noch fester zu. Verdammt. Zorn stieg in ihr hoch, aber sie wusste, dass es eine nutzlose Reaktion war. Sie spannte die Finger an und lockerte sie wieder, dann setzte das Jucken ein. Die Sehnsucht, das Verlangen. Bethany kämpfte dagegen an, doch es war ein immerwährendes Ringen. Ein Sieg, der auf tönernen Füßen stand. Sie hatte seit Langem nicht mehr an die Tabletten gedacht, aber heute Nacht war das Bedürfnis da, getarnt als Hunger und emotionaler Schmerz.

Der dringende Wunsch abzuschalten, sich in dieses schmale Zeitfenster fallen zu lassen, in dem sich alles positiver und machbarer anfühlte. Sich Hoffnung regte, selbst wenn es nur für ein paar Stunden war.

Sie konnte nicht dorthin zurück. Sie hatte zu hart dagegen angekämpft und dabei alles verloren. Manch einer würde vielleicht sagen, dass sie damit umso mehr Grund hätte, wieder in ihre dunkle Sucht abzurutschen. Aber sie musste stark sein. Sie war nicht länger diese Person.

»Ihr Freund?«

Die nüchterne Frage traf sie unvorbereitet. Mit klopfendem Herzen fuhr sie herum und musterte den Mann, der sie durch die Küche hinweg anstarrte.

Er war einer der reichen Jungs. Ein Gast dieser Party. Mehr als das sogar, denn Bethany hatte ihn häufig in der Nähe des Paars gesehen, das heute seine Verlobung feierte. Der Kerl sah umwerfend gut aus. So adrett und gepflegt, als wäre er einem Hochglanzmagazin entsprungen, in dem es allein um Schönheit und Reichtum ging. Eine Welt, in die sie definitiv nicht gehörte.

Ohne den Blick von ihr abzuwenden, schob er die Hände in die Taschen seiner teuren Hose. Seine Pose war lässig und arrogant zugleich. Er taxierte sie mit seinen grünen Augen, als überlegte er, ob sie würdig war. Wessen würdig? Seiner Aufmerksamkeit? Was für ein lächerlicher Gedanke.

Er hatte blondes Haar. Bethany hatte nie ein besonderes Faible für blonde Männer gehabt, aber seine Haare waren nicht einfach nur blond, sondern wiesen mindestens vier unterschiedliche Schattierungen auf, von Bronze bis hin zu Weizenblond sowie sämtliche Nuancen dazwischen. Er war so attraktiv, dass es fast wehtat, ihn anzusehen.

»Bekomme ich eine Antwort?«, hakte er freundlich nach.

Bethany schüttelte stumm den Kopf, woraufhin er zu ihrer Überraschung lachte.

»Heißt das, nein, ich bekomme keine Antwort, oder nein, er ist nicht Ihr Freund?«

»Er ist nicht mein Freund«, flüsterte sie.

»Na, Gott sei Dank.«

Sie blinzelte ihn völlig verdutzt an, dann wurden ihre Augen schmal, als er auf sie zukam. Sie trat hastig beiseite, um nicht von ihm gegen die Tür gedrängt zu werden. Sie konnte hier nicht weg, darum war Flucht keine Option. Sie brauchte die zweite Hälfte ihres Lohns zu dringend, außerdem wollte sie ihre Carepakete.

Aber er änderte blitzschnell die Richtung und kam wieder auf sie zu, und dabei kam er ihr entschieden zu nah. Bethanys Puls pochte wie verrückt, und sie nahm die Hintertür ins Visier. Plötzlich war es ihr völlig schnuppe, ob sie ihr Geld bekam oder nicht.

»Wie heißt du?«

Sie sah zu ihm hoch. »Ist das wichtig?«

Er schwieg einen Moment, dann legte er den Kopf zur Seite und antwortete: »Ja, das ist wichtig.«

»Wieso?«, flüsterte sie.

»Weil wir nicht die Gewohnheit haben, mit Frauen zu schlafen, deren Namen wir nicht kennen«, erklärte er unverblümt.

Wow. An dieser Aussage war so vieles daneben, dass Bethany nicht wusste, wo sie anfangen sollte. Sie hob in automatischer Abwehr die Hand, bevor er auch nur einen Schritt näher kommen konnte.

»Wir?«, fuhr sie auf. »Wir? Was soll das heißen? Wer zur Hölle ist wir? Im Übrigen schlafe ich mit niemandem. Nicht mit Ihnen. Nicht mit euch. Vergessen Sie’s.«

»Jace will dich.«

»Wer zum Geier ist Jace?«

»Und ich habe beschlossen, dass ich dich auch will.«

Bethany hatte große Mühe, ein zorniges Fauchen zu unterdrücken. Sie biss die Zähne zusammen und ging zum Gegenangriff über.

»Ich lasse mir sexuelle Belästigung bei der Arbeit nicht bieten. Ich werde Beschwerde einlegen, dann bin ich hier weg.«

Zu ihrem maßlosen Erstaunen grinste er nur, streckte die Hand aus und berührte ihre Wange.

»Ganz ruhig, Schätzchen. Es ist keine sexuelle Belästigung, sondern eine Offerte. Das ist ein himmelweiter Unterschied.«

»Für Sie vielleicht.«

Er zuckte mit den Schultern, als interessierte es ihn nicht die Bohne, ob sie seine Meinung teilte.

»Wer zum Geier ist Jace?«, wiederholte sie ihre Frage. »Und wer sind Sie? Man unterbreitet einer Frau kein unmoralisches Angebot, ohne sich zumindest vorzustellen. Gleichzeitig haben Sie ein Problem damit, mit einer Frau ins Bett zu gehen, ohne ihren Namen zu kennen? Was stimmt nicht mit Ihnen?«

Er lachte wieder. Es war ein warmer, vibrierender Ton, der sich so gut anfühlte, dass Bethany sich für immer daran festhalten wollte. Er klang so sorglos, dass sie tiefen Groll und heißen Neid verspürte. Dies war ein Mann, der keine Probleme hatte. Dem alles egal war – außer, welche Frau er als Nächstes abschleppen würde.

»Ich heiße Ash. Jace ist mein bester Kumpel.«

»Ich bin Bethany«, entgegnete sie widerstrebend. Dann wurden ihre Augen schmal. »Und ihr wollt mich beide?«

Er nickte. »Ja. Das ist bei uns nicht ungewöhnlich. Wir teilen uns oft Frauen. Eine Ménage-à-trois. Hattest du schon mal eine? Falls nicht, verspreche ich dir, dass wir dir eine unvergessliche Erfahrung schenken werden.«

Ihre Nasenflügel bebten. »Doch, hatte ich. Ist ja nichts Besonderes.«

Etwas flackerte in seinen Augen. Bethany erkannte, dass sie ihn überrascht hatte. Gut so. Er hätte mit einer Retourkutsche rechnen müssen, wenn er solch unsittliche Avancen machte.

»Dann schläfst du vielleicht mit den falschen Männern.«

Sie starrte ihn wortlos an. Was konnte sie darauf schon erwidern? Es bestand kein Zweifel, dass sie dazu tendierte, mit den falschen Männern zu schlafen. Das war nicht gerade eine bahnbrechend neue Entdeckung.

»Ash.«

Die Stimme zerriss die Stille in der beengten Küche. Bethany hob den Kopf und sah einen zweiten Mann, der im Durchgang stand und Ash so zornig taxierte, als wollte er ihm mit dem Blick die Haut abziehen. Ash schien nicht sonderlich besorgt darüber zu sein, dass der Kerl offensichtlich stinksauer war.

Bethany war das schon.

Es war der Mann, den sie zweimal dabei ertappt hatte, wie er sie beim Tischabräumen beobachtete. Seine Augen hatten eine flammend heiße Spur über ihre Haut gesengt, bis sie unter der Intensität seines Blicks erschaudert war. Während Ash lässiger und sorgloser wirkte, diese Aura von Ich bin reich und weiß es beziehungsweise Ich tue nur das, worauf ich Lust habe verströmte, war dieser Mann … Er war Ashs Gegenpol.

Eindringlich war nicht das richtige Wort. Es reichte nicht annähernd aus, um ihn zu beschreiben. Er sah aus wie das Paradebeispiel eines Alphawolfs, und mit denen kannte sie sich aus. Sie hatte reichlich Erfahrung mit Männern auf der Straße und von der Straße, und sie erkannte instinktiv, dass sie sich lieber mit dem Teufel einlassen als sich von diesem Kerl mit Blicken durchbohren lassen sollte.

Dunkle Augen, dunkle Haare. Er hatte wirklich tolles Haar. Es war vergleichsweise lang und außer Rand und Band. Eine Locke fiel ihm in die Stirn, und Bethany malte sich aus, wie er sie ungeduldig zurückstrich, ohne sich darum zu kümmern, ob er seine Frisur noch mehr verstrubbelte. Sein Haar reichte ihm bis zum Hemdkragen und verlieh ihm eine ungebändigte, wilde Optik, die bestimmt viele Frauen dazu brachte, ihn zähmen zu wollen. Seine Haut war gebräunt, aber es war nicht diese künstliche Bräune, auf die viele der metrosexuellen hübschen Jungs standen. Ihm haftete etwas Raues an, obwohl er nicht weniger reich und hochglanzpoliert wirkte als Ash. Es war einfach nur eine andere Art der Politur.

Während Ash seinen Wohlstand wie eine zweite Haut trug, als hätte er nie etwas anderes gekannt, schien dieser Mann ihn erst später im Leben erworben zu haben und sich damit noch immer nicht so wohlzufühlen wie sein Kumpel.

Es war eine an den Haaren herbeigezogene Einschätzung, aber Bethany kam nicht dagegen an. Dieser zweite Mann verströmte etwas Gefährliches, er hatte etwas an sich, das ihre Aufmerksamkeit fesselte.

»Jace«, sagte Ash gelassen. »Darf ich dir Bethany vorstellen?«

Oh, Scheiße. Scheiße. Scheiße. Scheiße.

Das war also der andere, der auf flotte Dreier stand? Ashs bester Freund? Der Typ war involviert in das unmoralische Angebot, das Ash ihr unterbreitet hatte?

Jace presste die Lippen zusammen und kam näher. Bethany wich instinktiv zurück.

»Du machst ihr Angst«, wies Ash ihn vorwurfsvoll zurecht.

Zu Bethanys Verblüffung blieb Jace sofort stehen, warf Ash jedoch weiterhin tödliche Blicke zu. Gott sei Dank starrte er sie nicht auf diese Weise an.

»Ich hatte dir verboten, das zu tun«, meinte Jace mit dunkler, zorniger Stimme.

»Tja, und ich habe nicht gehorcht.«

Bethany war nun vollends verwirrt. Dann drehte Jace sich zu ihr um, und in seinen Augen schimmerte ein Ausdruck, der ihr den Atem stocken ließ.

Interesse.

Es war nicht einfach nur der Blick, mit dem ein Mann eine Frau bedachte, mit der er schlafen wollte. Da war noch etwas anderes, nur konnte sie nicht den Finger darauflegen, was es war. Andererseits hatte er sie den ganzen Abend beobachtet. Sie wusste das, weil sie ihn ebenfalls gemustert hatte.

»Es tut mir leid«, sagte Jace.

»Springt bei der Sache auch noch ein Abendessen raus?«, platzte es aus ihr heraus.

Sie schämte sich sofort, gleichzeitig wusste sie noch in dem Moment, in dem Jace sie anschaute, dass sie ihn nicht gehen lassen wollte. Nicht heute Nacht. Heute Nacht wollte sie in der Sonne baden, wo es warm war und keine schlimmen Dinge passierten. Sie wollte eine Nacht, um ihr Leben, Jack und alles zu vergessen, das mit beidem zusammenhing.

Dieser Mann konnte ihr das geben. Da war sie sich absolut sicher. Und wenn sie ihn nur zusammen mit Ash haben konnte, würde sie das eben in Kauf nehmen.

Bethany wollte dieses Hotel nicht verlassen, um sich wieder der Kälte und dem, was sie dort erwartete, zu stellen.

»Wie bitte?«

Jace sah sie an, als wäre ihr ein zweiter Kopf gewachsen. Er zog die Brauen zusammen, und sein Blick wurde noch durchdringender. Es fühlte sich an, als würde er ihr Innerstes nach außen kehren.

Sie deutete auf Ash. »Er sagte, ihr zwei seid auf einen flotten Dreier aus. Ich möchte wissen, ob das Angebot ein Abendessen beinhaltet.«

»Aber selbstverständlich.« Ash klang beinahe gekränkt.

»Also gut«, erklärte sie, bevor sie ihre Meinung noch mal ändern konnte. Sie wusste, dass es dumm war, dass es eins der dümmsten Dinge war, die sie je getan hatte, aber sie würde keinen Rückzieher machen.

»Ich muss erst noch hier aufräumen«, verkündete sie, während Jace einfach nur still und grüblerisch dastand und sie keine Sekunde aus den Augen ließ. Er schaute weder zu Ash noch zur Seite, sondern sah sie unverwandt an.

»Nein, das musst du nicht«, widersprach Ash. »Du kannst jederzeit Schluss machen.«

Bethany schüttelte den Kopf. »Ich bekomme die zweite Hälfte meines Lohns erst, wenn ich hier fertig bin.«

»Die Party neigt sich dem Ende zu. Gabe wird nicht ewig auf der Tanzfläche bleiben, wenn er in Wirklichkeit viel lieber mit Mia zu Hause im Bett wäre«, erklärte Ash. »Ich übernehme die zweite Hälfte.«

Eisige Kälte durchströmte Bethany, und sie wich mit schockgefrorener Miene einen Schritt zurück. Dann schüttelte sie den Kopf. »Ich habe meine Meinung geändert.«

»Was soll das heißen?«, fuhr Ash sie an.

Jace rührte sich noch immer nicht vom Fleck. Schweigend und Furcht einflößend taxierte er sie die ganze Zeit. Es war nervenzermürbend, und plötzlich kam ihr der Fluchtweg in die Hintergasse immer verlockender vor.

»Ich bin nicht käuflich«, sagte sie in flachem Ton. »Ich weiß, dass ich mir ein Abendessen erbeten hatte. Das hätte ich nicht tun sollen. Ihr habt mir eine sexuelle Offerte gemacht. Aber ich werde mich nicht dafür bezahlen lassen.«

Eine Welle des Schmerzes durchflutete sie, als ferne Erinnerungen, die sie einfach nicht vergessen konnte, an die Oberfläche gespült wurden. Entscheidungen. Konsequenzen. Alles trudelte durcheinander, bis Bethany das Gefühl hatte, in einem dunklen, undurchdringlichen Nebel zu ersticken. Nur ein einziger Tag. Ein einziger Tag an der Sonne. Doch die Sonne war nicht für sie bestimmt. War es nie gewesen.

Eine leise Verwünschung entschlüpfte Jace. Es war sein erster Laut seit einer gefühlten Ewigkeit. Dann presste er die Lippen zusammen; er schien wütend zu sein.

Sein Blick glitt zur Seite und heftete sich auf Ash, und in diesem Moment dämmerte Bethany, dass er wütend auf Ash war. Stinkwütend sogar.

»Ich hatte dir verboten, das zu tun«, knurrte er. »Scheiße, Mann. Du hättest auf mich hören sollen.«

Die Situation wurde immer unbehaglicher. Ash wollte offensichtlich Action, Jace wollte das nicht. Ash wollte Bethany abschleppen, Jace war dagegen. Konnte diese Sache noch demütigender werden?

»Ich muss wieder an die Arbeit«, verkündete sie und wich hastig zurück, um sich ihre Fluchtroute zu der Tür, die in den Ballsaal führte, zu sichern.

Aber Jace war noch vor ihr dort. Er schob sich vor sie und schnitt ihr den Weg in die Freiheit ab. Er war so nah, dass sie ihn riechen konnte und von seiner Hitze eingehüllt wurde. Es fühlte sich so gut an, dass sie etwas wirklich Dummes tun und sich an ihn schmiegen wollte. Nur um zu spüren, wie seine Körperwärme über ihre Haut strich.

Er schob die Finger unter ihr Kinn, wobei die Berührung so sachte war, dass Bethany nicht anders konnte, als es freiwillig anzuheben, bis ihre Blicke sich trafen.

»Du bringst deine Arbeit zu Ende. Wir werden warten. Danach werden wir etwas essen. Hast du auf etwas Spezielles Lust? Möchtest du lieber auswärts oder hier im Hotel essen?«

Er stellte die Fragen mit so sanfter Stimme, dass sie fast intim klangen. Dabei schaute er nicht ein einziges Mal zu Ash, sondern fixierte sie unverwandt, und Bethany war zu betört, um wegzusehen. Prompt vergaß sie, dass sie ihre Meinung darüber, mit ihnen mitzugehen, geändert hatte.

Bethany löste sich aus der Intensität des Moments und linste nach unten, um ihre Klamotten in Augenschein zu nehmen. Sie hatte keine Möglichkeit, nach Hause zu gehen und die Kleidung zu wechseln, weil sie weder ein Zuhause noch Kleidung besaß. Und erst recht keine, die für ein Restaurant nach Jace’ und Ashs Geschmack angemessen gewesen wäre.

Sie räusperte sich. »Im Hotel essen ist völlig in Ordnung, für mich macht es keinen Unterschied. Solange es nur heiß und lecker ist, werde ich es essen. Aber bitte nichts zu Ausgefallenes. Tatsächlich hätte ich am meisten Appetit auf einen Burger. Mit Pommes.«

In diesem Moment hätte sie für beides töten können.

»Und einen Orangensaft«, ergänzte sie hastig.

Ein amüsiertes Lächeln umspielte Ashs Lippen, aber Jace blieb weiterhin sehr ernst.

»Hamburger. Pommes. Orangensaft. Ich denke, das lässt sich einrichten.« Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Alle werden in fünfzehn Minuten aufbrechen. Wie lange wirst du hier noch brauchen?«

Bethany blinzelte perplex. »Sie werden bestimmt nicht alle gleichzeitig gehen. Auch wenn die Ehrengäste sich verabschieden, bleiben immer ein paar Nachzügler zurück. Vor allem, wenn es noch Essen und Getränke gibt.«

Ash schnitt ihr das Wort ab, bevor sie weitersprechen konnte.

»Fünfzehn Minuten, Bethany. Dann werden alle weg sein.«

Es war ein Versprechen, keine Vermutung.

»Wie lange brauchst du?«, wiederholte er seine Frage ungeduldig.

»Vielleicht eine halbe Stunde«, schätzte sie.

Jace berührte sie wieder, indem er mit den Fingern über ihre Wange strich, dann hinauf zu ihrer Schläfe, wo er mit den Locken spielte, die sich aus ihrer Spange gelöst hatten.

»Dann sehen wir dich in einer halben Stunde.«

3

Bethany brauchte fünfundzwanzig Minuten, um zu kapieren, dass sie verrückt geworden war. Fünfundzwanzig Minuten, um zu realisieren, dass sie einen kapitalen Fehler gemacht hatte.

Sie wusch sich die Hände, dann überprüfte sie wieder die gefalteten Geldscheine in ihrer Hosentasche. In der Küche war Stille eingekehrt. Der Großteil des Personals hatte sich in den Feierabend verabschiedet, bis auf diejenigen, die den Putzdienst übernehmen würden. Zum Glück war das nicht ihre Aufgabe. Ihr Job hier war erledigt.

Zögernd ließ sie den Blick zwischen der Tür, die in die Hintergasse mündete, und der, die zu Ash und Jace führte, hin und her wandern.

Jace hatte nicht gelogen. Der Ballsaal hatte sich binnen einer Viertelstunde geleert. Bethany wusste nicht, wie er das bewerkstelligt hatte, andererseits schien er der Typ Mann zu sein, der immer bekam, was er wollte.

Das Einzige, was Bethany jetzt noch von einer Nacht mit heißem Sex und gutem Essen trennte, war eine Tür.

Die Tür zur Hintergasse flog auf, als ein Mitarbeiter einen Müllsack nach draußen zu den Tonnen schleifte. Ein eisiger Windstoß fuhr herein und drang ihr bis in die Knochen. Bethany fröstelte, und Gänsehaut breitete sich auf ihren Armen aus.

Das war ihre andere Option: Kälte. Einsamkeit. Eine weitere Nacht in Ungewissheit.

So betrachtet schien Tür Nummer zwei die einzig logische Entscheidung zu sein.

Bethany stieß sich vom Tresen ab, an dem sie lehnte, und ging darauf zu. Sie holte tief Luft, ehe sie sich nach draußen wagte.

Jace, der die Hände in den Hosentaschen vergraben hatte und mit einer Schulter an der Wand lehnte, erwartete sie bereits. Sein Blick fand sie sofort, dann strich er mit derselben Intensität über sie, wie es einen Augenblick zuvor der kalte Wind getan hatte. Nur dass sie dieses Mal anstatt eisiger Kälte sengende Hitze auf ihrer Haut spürte. »Bist du so weit?«

Noch ehe Bethany antworten konnte, hatte er sich schon von der Wand abgestoßen und stand neben ihr, legte die Hand in ihren Nacken und streichelte mit dem Daumen über die weiche Haut unter ihrem Haaransatz.

Die Berührung dieses Mannes war tödlich verführerisch.

»Ash ist im Zimmer und kümmert sich um das Essen.«

Sie hob den Kopf und sah Jace zum ersten Mal direkt in die Augen. »Also bleiben wir hier?«

Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel. »Es ist mein Hotel, darum können wir die Nacht ebenso gut hier verbringen anstatt irgendwo anders.«

Das Hotel gehörte ihm. Natürlich wusste sie, dass Jace und Ash zehn Nummern zu groß für sie waren, aber zu hören, wie er Es ist mein Hotel sagte, bestätigte umso mehr, dass sie sich für die Kälte und nicht für die zeitlich begrenzte Wärme hätte entscheiden sollen.

»Ich war nicht auf diese Sache vorbereitet«, murmelte sie, als sie zu den Aufzügen gingen. »Ich habe nichts anderes zum Anziehen dabei … und auch sonst keine Sachen.«

Bethany hätte fast gelacht, so absurd war ihre Bemerkung. Selbst wenn sie es im Vorfeld gewusst hätte, wäre sie nicht vorbereitet gekommen, weil sie überhaupt nichts anderes besaß. Sie hatte nichts als die Hoffnung, dass der nächste Tag besser sein würde als der letzte.

Wieder zuckte es um Jace’ Mundwinkel, und seine Augen funkelten belustigt, als er sie in den wartenden Fahrstuhl schob.

»Du wirst nichts zum Anziehen brauchen. Und auch sonst keine … Sachen.«

Ihre Hände zitterten, und ihre Knie waren weich wie Pudding. Dies war die letzte Gelegenheit für einen Rückzieher. Jace beugte sich vor und drückte den Knopf für die oberste Etage. Die Tür stand noch immer offen. Es wäre ein Leichtes, wieder auszusteigen, ihm zu sagen, dass sie es sich anders überlegt habe, sich in die kalte Nacht zu flüchten und die Realität zu umarmen.

Jace schaute sie plötzlich so forschend an, als hätte sie ihre Gedanken in Echtzeit an ihn übermittelt. Er ließ den Finger einen langen Moment auf dem Knopf verharren. Als Bethany sich nicht rührte, richtete er sich gerade auf, lehnte sich an die gegenüberliegende Wand und musterte sie, während die Türen zuglitten.

»Du bist nervös«, bemerkte er, ohne den Blick von ihr zu nehmen.

Bethany schnitt eine Grimasse, was ihm ein weiteres Lächeln entlockte. Er hatte ein Killerlächeln. Es war nicht so unbeschwert und charmant wie Ashs, dem die Kunst, so locker mit den Frauen zu flirten, dass sie ihm in Scharen verfielen, offenbar in die Wiege gelegt wurde. Bethany hatte von Jace nicht den Eindruck, als würde er oft lächeln. Er wirkte viel ernster als Ash. Aber wenn sie ehrlich war, traf seine grüblerische Alphawolf-Persönlichkeit genau ihren Nerv. Er war ein Mann, bei dem sie sich die Nacht über sicher fühlen würde, einer, der Frauen ein Gefühl großer Geborgenheit vermitteln konnte.

»Es gibt nichts, weswegen du nervös sein müsstest«, beruhigte er sie, sobald der Fahrstuhl stoppte.

Als sie aussteigen wollte, hielt er sie auf und zog sie in seine Arme. Er schmiegte sie an seine Brust und neigte den Kopf, bis ihre Münder einander so nah waren, dass sie seine Atemzüge spüren konnte.

»Bethany, es gibt nichts, weswegen du nervös sein müsstest«, wiederholte er, während seine Lippen unendlich verlockend über ihren schwebten.

Er strich mit einem Finger von ihrer Wange bis zu ihrem Mundwinkel, als der Fahrstuhl summend zu protestieren begann, weil die Türen so lange aufgehalten wurden. Jace kümmerte sich nicht darum, sondern konzentrierte sich ganz auf sie. Er studierte sie mit einer Intensität, als könnte er in ihre Seele blicken. Oder als würde er es sich zumindest wünschen.

»Es geht mir gut«, wisperte sie.

Und dann strahlte er richtig. Es war keines dieser Mundwinkelzucken, wo man nicht wusste, ob er gleich lächeln würde oder es unterdrückte, sondern ein hundertprozentiges Lächeln, bei dem seine Zähne blitzten. Und was für schöne Zähne er hatte. Absolut gleichmäßig und strahlend weiß. Ein Millionen-Dollar-Lächeln. Aber natürlich war alles an ihm schön … bis hin zu seinen Schuhen.

Er spielte dermaßen in einer anderen Liga, dass es nicht mehr witzig war.

Abgewandelte Visionen von Pretty Woman flimmerten durch ihren Kopf. Von Aschenbrödel. Das Märchen einer Nacht. Nur wusste sie es besser, als von einem Happy End zu träumen. Märchen waren eine hübsche Bettlektüre. Es war nett, über sie nachzudenken. Aber sie waren nicht im Entferntesten realistisch. Mädchen wie Bethany widerfuhren keine Märchen.

Darum würde sie ihre eine Nacht auskosten und morgen mit dem weitermachen, worauf sie sich am besten verstand: von einem Tag auf den anderen zu leben und die Dinge so zu nehmen, wie sie kamen. Hauptsache überleben.

Jace bedeutete ihr, aus dem Aufzug zu treten, dann schritt er, den Arm um ihre Taille gelegt, neben ihr her. Es fühlte sich gut an. Zu gut. Es war zu einfach, sich von dieser Fantasie einlullen zu lassen. Dieser Mann scherte sich einen Dreck um sie. Er wollte Sex. Sie wollte Wärme, Essen und eine Möglichkeit, ihre beschissene Existenz zu vergessen. Das war ein Deal, mit dem sie sich arrangieren konnte.

Einen Augenblick später öffnete er die Tür zu einer weitläufigen Suite. Zögernd blieb Bethany im Durchgang stehen, als sie Ash entdeckte, der Teller mit Speisen auf dem polierten Esstisch verteilte. Es gab drei Platzdeckchen, und es war offensichtlich, dass sie in der Mitte sitzen würde. Ihr Orangensaftglas stand neben einem Burger samt Pommes, den zwei Teller mit Steaks flankierten.

Der Duft drang ihr in die Nase, und sofort krampfte sich ihr Magen schmerzhaft zusammen. Bethany war am Verhungern, sie hatte noch nie zuvor etwas so Köstliches gerochen.

Mit vor Charme sprühenden Augen drehte Ash sich zu ihr um und lächelte sie wieder auf seine lässige Weise an.

»Bist du bereit, mit uns zu speisen?«, erkundigte er sich.

Oh ja. Und ob sie das war. Bethany musste sich zwingen, ruhig zu nicken, anstatt zum Tisch zu stürzen und ihren Burger zu verschlingen.

Jace legte die Hand an ihren Rücken und geleitete sie zum Tisch. Bethany drückte die Finger in die Handflächen, um ihr Zittern zu kaschieren, dann nahm sie Platz und rückte an den Tisch und den köstlichen Teller, der vor ihr stand, heran. Um sich nicht anmerken zu lassen, wie ausgehungert sie war, wie begierig darauf, sich über ihr Festmahl herzumachen, griff sie beiläufig nach ihrem Glas und trank einen Schluck Saft, setzte es aber sofort wieder ab, als er in ihren leeren Magen gluckerte.

Wahrscheinlich wäre es ratsamer, zuerst etwas zu essen.

Burger und Pommes, ja, sogar Orangensaft, waren ein so seltener Luxus, dass sie ihn bis zum Letzten auszukosten gedachte.

Als Jace und Ash ihre Plätze neben ihr einnahmen, schnappte sie sich eine Fritte, zog sie durch das kleine Töpfchen mit Ketchup neben ihrem Teller und steckte sie in den Mund.

»Bist du sicher, dass du kein Steak möchtest?«, fragte Ash und nickte auf seinen Teller hinunter.

Bethany lief das Wasser im Mund zusammen, als sie das saftige Stück Rindfleisch betrachtete. Gott, dieser köstliche Duft brachte sie um.

»Nun ja …«, setzte sie an.

Ohne auf ein weiteres Wort zu warten, schnitt Ash ein Stück von seinem Steak ab und beförderte es mit der Gabel auf Bethanys Teller. Es war einen Hauch rosiger, als sie es gern hatte, aber egal. Hauptsache es schmeckte und sättigte.

»Danke«, murmelte sie.

Sie war sich Jace’ Blick die ganze Zeit, während sie aß, bewusst, darum zügelte sie sich instinktiv und ließ sich Zeit, um nicht zu gierig zu wirken. Bedächtig kaute sie jeden Bissen, trank ihren Saft aus und freute sich, als Ash für Nachschub sorgte.

Bethany wollte alles aufessen, aber ihr Magen spielte nicht mit. Sie hatte zu lange gehungert, außerdem war sie daran gewöhnt, mit weit weniger auszukommen. Sie hatte kaum die Hälfte des Burgers und erst wenige Häppchen von dem Steak verdrückt, als ihr Bauch sich weigerte, auch nur einen einzigen weiteren Bissen aufzunehmen.

»Du isst nicht viel«, kommentierte Jace, als sie den Teller von sich wegschob.

»Ich habe vorhin von dem Partyessen genascht«, schwindelte sie. »Aber es hat super geschmeckt. Vielen Dank.«

Jace studierte sie einen langen Moment, bis Bethany nervös auf ihrem Stuhl hin und her zu rutschen begann. Er schien ihr nicht zu glauben, doch er ritt nicht weiter auf dem Thema herum. Und was sollte es ihn auch interessieren, ob sie aß oder nicht? Sie war hier, weil die beiden Sex wollten. Sie wollten sich Befriedigung verschaffen, aber warum ausgerechnet mit ihr, das würde sie nie verstehen. Es stand zu bezweifeln, dass es ihnen Probleme bereitete, jede Frau, die sie begehrten, ins Bett zu kriegen. Eher hatten sie die freie Wahl.

»Ein paar Dinge solltest du im Vorfeld wissen«, ergriff Ash das Wort.

Ihre Blicke trafen sich, und Bethany stellte fest, dass er diesen spielerischen, flirtenden Ausdruck abgelegt hatte. Seine Augen waren ernst und von einer Glut erfüllt, die ihr den Atem raubte. In diesem Moment sah er fast aus wie Jace, er wirkte viel grüblerischer und … härter. Was bizarr war, nachdem ihr das Wort hart eigentlich nicht in den Sinn gekommen wäre, um Ash zu beschreiben.

»Wir führen im Schlafzimmer das Kommando. Was wir sagen, wird gemacht. Wir werden uns gut um dich und deine Bedürfnisse kümmern und dafür sorgen, dass es schön für dich ist. Aber die Kontrolle liegt bei uns. Solltest du damit ein Problem haben, musst du es jetzt sagen, bevor wir zur Sache kommen.«

Ein schummriges Gefühl von Panik rauschte durch ihren Körper. Wollte er sie auf den Arm nehmen? Bethany unterdrückte ihre impulsive Antwort auf sein Statement und dachte erst mal nach. Für eine Nacht alle Macht und Kontrolle abzugeben, nicht denken und nichts weiter tun zu müssen, als zu fühlen – das klang eigentlich gar nicht so abschreckend.

Trotzdem musste sie ganz genau wissen, was diese Abmachung beinhaltete, wie tief die abnorme Veranlagung der beiden reichte.

»Nun, das hängt davon ab, was euch vorschwebt«, antwortete sie ruhig. »Ich werde mich keinesfalls auf irgendetwas einlassen, das auch nur ansatzweise mein Leben gefährden könnte.«

Jace runzelte die Stirn und warf Ash einen ärgerlichen Blick zu. »Jetzt hast du ihr eine Heidenangst eingejagt, Mann. Ich hatte dir doch gesagt, dass du dich zurückhalten und die Sache mir überlassen sollst.«

»Sie muss wissen, worauf sie sich einlässt«, konterte Ash. »Ich habe sie nicht belogen, und ich werde ihr auch nichts vorgaukeln.«

»Das weiß ich zu schätzen«, bemerkte Bethany trocken.

Jace nahm ihre Hand und verschränkte seine Finger mit ihren. Die Geste war … süß. Irgendwie passte sie gar nicht zu seiner maskulinen Optik und den düsteren Blicken, mit denen er sie durchbohrt hatte. Sie hätte Ashs Ansprache eher von Jace erwartet. Dass er die Regeln festlegte und ihr die Wahl ließ zwischen Hopp oder Top.

»Wir werden dir nicht wehtun, Bethany. Was Ash meint, ist, dass wir gern die Kontrolle haben. Wir mögen … gefügige Partnerinnen. Das soll aber nicht heißen, dass es heute Nacht einzig und allein darum geht. Du sollst nur Bescheid wissen.«

»Ich verstehe.«

»Und?«, hakte Jace nach.

»Und was?«

»Ist das okay für dich? Kannst du damit umgehen?«

Bethany atmete tief durch, dann nickte sie. »Es ist okay für mich.«

»Na, Gott sei Dank«, murmelte Ash. »Nachdem wir jetzt alles besprochen haben, können wir endlich zum nackten Teil übergehen?«

»Ash«, sagte Jace warnend.

Er hielt weiterhin Bethanys Hand, als er sich ihr zuwandte.

»Geh ins Schlafzimmer. Du kannst das Bad benutzen, dich frisch machen oder was auch immer. Danach zieh dich aus und warte im Bett auf uns.«

Der sanfte Befehl strich wie ein Flüstern über ihre Haut und ließ ihren ganzen Körper vor Erregung vibrieren. Der Mann war definitiv tödlich verführerisch.

Wortlos gehorchend, stand Bethany auf. Ihre Hand schlüpfte aus seiner, als sie einen Schritt zurück machte, dann riss sie den Blick von ihm los, drehte sich um und verschwand im Schlafzimmer.

4

Bethany saß nackt im Bett und zog das um ihre Hüften gewickelte Laken hoch, um ihre Blöße zu bedecken. Jace kam als Erster herein und heftete sofort den Blick auf sie. Ash folgte dicht hinter ihm und nestelte mit den Fingern bereits an seinen Hemdknöpfen herum.

Während Ash sich entkleidete, ohne einen Hehl daraus zu machen, worauf er aus war, blieben Bethanys Augen auf Jace fixiert. Sie fühlte sich wortlos gefangen in seinem Bann, der sich einfach nicht brechen ließ. Seine Nasenflügel flatterten, sein Kiefer war angespannt. Im Zimmer war ein attraktiver, halb nackter Mann, trotzdem konnte Bethany nicht aufhören, den voll bekleideten anzustarren. Sie verspürte ein erwartungsvolles Verlangen, das fast schmerzhaft war.

»Lass das Laken fallen«, sagte Jace ruhig. »Ich will dich sehen.«

Trotz der Sanftheit seines Tonfalls war es ein unmissverständlicher Befehl, und Bethany spürte, wie ein Schauder über ihre Haut lief. Vorsichtig ließ sie das Laken aus ihren nervösen Fingern gleiten. Es rutschte an ihrem Körper nach unten und drapierte sich um ihre Hüfte, sodass ihre nackten Brüste Jace’ forschendem Blick enthüllt wurden.

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