Bring deine Idee zum Leuchten - Astrid Hochbahn - E-Book

Bring deine Idee zum Leuchten E-Book

Astrid Hochbahn

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Beschreibung

Mach dein Ding!

Kreative Menschen wollen sich verwirklichen und etwas Eigenes schaffen – ob künstlerisch oder unternehmerisch. Doch viele wissen nicht, welches Potenzial in ihren Ideen steckt und wie sie sich erfolgreich realisieren lassen.

Das Buch Bring deine Idee zum Leuchten liefert Tools und Methoden, um Ideen zu kreieren, zu formulieren und Schritt für Schritt umzusetzen. Genauso wichtig wie die Umsetzung ist dabei die Entschlossenheit, dranzubleiben und sich nicht von inneren Zweifeln oder ablehnenden Stimmen von außen entmutigen zu lassen.

Die erfahrene Gründungsund Unternehmensberaterin Astrid Hochbahn begleitet mit Leidenschaft kreative Köpfe, die ihre Chance nutzen wollen. Sie bietet praktikables Know-how von der Vision über das Konzept bis zum Projektmanagement und unterstützt beim Umgang mit Krisen und Kritik.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 406

Veröffentlichungsjahr: 2021

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1. Auflage

© WALHALLA Fachverlag, Regensburg

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Kontakt: Walhalla Fachverlag Haus an der Eisernen Brücke 93042 Regensburg Tel. (09 41) 56 84-0 Fax. (09 41) 56 84-111 E-Mail [email protected] Web

Kurzbeschreibung

Mach dein Ding!

Kreative Menschen wollen sich verwirklichen und etwas Eigenes schaffen – ob künstlerisch oder unternehmerisch. Doch viele wissen nicht, welches Potenzial in ihren Ideen steckt und wie sie sich erfolgreich realisieren lassen.

Das Buch Bring deine Idee zum Leuchten liefert Tools und Methoden, um Ideen zu kreieren, zu formulieren und Schritt für Schritt umzusetzen. Genauso wichtig wie die Umsetzung ist dabei die Entschlossenheit, dranzubleiben und sich nicht von inneren Zweifeln oder ablehnenden Stimmen von außen entmutigen zu lassen.

Die erfahrene Gründungsund Unternehmensberaterin Astrid Hochbahn begleitet mit Leidenschaft kreative Köpfe, die ihre Chance nutzen wollen. Sie bietet praktikables Know-how von der Vision über das Konzept bis zum Projektmanagement und unterstützt beim Umgang mit Krisen und Kritik.

Autor

Astrid Hochbahn, Soziologin M.A., ist seit 20 Jahren als Berufsweg-, Gründungs- und Unternehmensberaterin tätig und hat dabei sehr viele Menschen begleitet, die den Wunsch haben, etwas Eigenes zu tun, ihr Potenzial zu verwirklichen, eine Idee umzusetzen oder sich einen Job zu erschaffen jenseits etablierter Strukturen. Sie bietet Seminare, Vorträge, Coaching, Fortbildungen, Supervision und Beratung für Menschen, die sich beruflich orientieren, gründen bzw. selbstständig sind, vor allem im Bereich Klein- und Sologründungen, Gründung aus der Arbeitslosigkeit, Gründungen in Dienstleistungsberufen, Gründungen von Künstlern und Kreativen, Trainern, Beratern, Therapeuten und Supervisoren, Gründungen im Gesundheitsbereich, Gründungen von Frauen.

Schnellübersicht

VORWORT

1. DU UND DEIN POTENZIAL: WAS BRINGST DU MIT?

2. DEINE IDEE: WAS WILLST DU IN DIE WELT BRINGEN?

3. KUNDEN UND MÄRKTE: WELCHES POTENZIAL HAT DEINE IDEE?

4. DER WEG IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT: WIE KANNST DU MIT DEINER IDEE GELD VERDIENEN?

5. UNTERNEHMERIN WERDEN: DIE PERSÖNLICHE SEITE DES GRÜNDENS

6. ÜBERWINDE HÜRDEN UND HINDERNISSE: WIE KOMMST DU ANS ZIEL?

ANHANG

VORWORT

Unsere größte Angst ist nicht unsere Unzulänglichkeit

Mach dein Ding

Tipps für unterwegs

Unsere größte Angst ist nicht unsere Unzulänglichkeit

Unsere größte Angst ist die vor unserer unermeßlichen Kraft.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die wir am meisten fürchten.

Wir fragen uns; wer bin ich schon, brillant zu sein, prächtig, begabt und fabelhaft?

Und tatsächlich, warum solltest Du es nicht sein?

Du bist ein Kind Gottes. Wenn Du Dich klein machst, hilft es der Welt nichts.

Es ist nichts Erleuchtetes daran zusammenzuschrumpfen, auf daß andere Leute sich um Dich herum nicht unsicher fühlen.

Wir wurden geboren, den Ruhm Gottes zu offenbaren, der in uns ist.

Es ist nicht nur in wenigen von uns, es steckt in jedem.

Und so wie wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir Anderen unbewußt die Erlaubnis, es uns gleich zu tun.

So wie wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart auch andere.

MARIANNE WILLIAMSON1

1

Williamson, Marianne: A Return To Love: Reflections on the Principles of A Course in Miracles, Harper Collins, 1992. From Chapter 7, Section 3, S. 190–191.

WAS IMMER DU TUN KANNST, ODER TRÄUMST, ES ZU KÖNNEN, FANG DAMIT AN! MUT HAT GENIE, KRAFT UND ZAUBER IN SICH. JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

Tipps für unterwegs

1. Egal, was passiert: Mach weiter!

Der Erfolg liegt HINTER den Rückschlägen, Zweifeln und Misserfolgen. Handle! Denke nicht über den perfekten Plan nach, sondern probiere deine Ideen aus, hol dir Feedback und mache Erfahrungen. Was nicht funktioniert, zeigt dir, was du besser machen kannst. Das hilft dir, den richtigen Weg zu finden.

2. Deine Lust ist dein wichtigster Ratgeber.

Deine Lust ist klug und weise, in ihr steckt das Wissen um deine Bedürfnisse. Sie sorgt dafür, dass deine Ziele und Schritte im Einklang mit deinen Lebenszielen und deinen Potenzialen stehen. Sie weist dir die Richtung und kennt die nächsten To-dos. Wenn sie sich versteckt, ist es an der Zeit, sich zu fragen, was los ist: Wovor habe ich Angst? Was stimmt nicht? Gehe ich noch in die richtige Richtung? Stimmt die Größe meiner Schritte? Stimmen die Rahmenbedingungen? Sind die richtigen Menschen an meiner Seite? Stimmt der Zeitpunkt?

3. Erfolg entsteht durch Arbeit.

Lass dich nicht blenden von denen, die scheinbar über Nacht „entdeckt“ werden. Rede dir nicht ein, dass Talent, Inspiration oder eine gute Idee genügen. Der unsichtbare Faktor wirklichen Erfolgs ist die Arbeit, die hinter den Kulissen passiert, innerlich wie äußerlich. Wenn du eine gute Idee hast, dann mach dich daran, sie zu realisieren und dich all den kleinen und großen Herausforderungen zu stellen, die dein Projekt mit sich bringt.

4. Akzeptieren, dass Zweifel dazugehören.

Hadere nicht damit, dass immer wieder Zweifel aufkommen. Werte dies nicht als Zeichen, dass dein Projekt Unsinn ist. Erst wenn dein Projekt steht und erfolgreich ist, wirst du aufhören, immer wieder generell an ihm zu zweifeln. Neu aufkommende Zweifel werden sich auf neue Fragen beziehen, die sich dir dann stellen, aber du wirst aufhören, an deinem Projekt insgesamt zu zweifeln.

Akzeptiere, dass Zweifel immer wieder Wegbegleiter deines Weges sein werden. Zweifel sind ungehörte Stimmen in dir, die Einwände und Bedenken formulieren. Höre sie dir an, beschäftige dich mit ihnen, versuche sie zu entkräften und hole dir gegebenenfalls Hilfe. Zweifel sind wichtige Helfer, die dich dabei unterstützen, dein Projekt besser, stärker und widerstandsfähiger zu machen.

5. Finde UnterstützerInnen.

Je mehr andere positive Stimmen in und um dich sind, desto besser wirst du mit Zweifeln fertig. Such dir Menschen, die an dich glauben, die dich inspirieren und ermutigen.

6. Stärke den Glauben an dich selbst.

Beschäftige dich mit dem, was dir bereits gelungen ist. Erkenne an, was du bisher auf den Weg gebracht hast. Würdige kleine Schritte und blick zurück auf das, was du bisher geschafft hast. Sei stolz auf dich!

7. Nutze Chancen: Erfolg kommt vielleicht anders, als du es erhoffst und planst.

Vielleicht sieht der Erfolg anders aus, als du heute glaubst. Etwas, woran dein Herz heute hängt, lässt sich vielleicht doch nicht realisieren – dafür entdeckst du neue Möglichkeiten, die du vorher noch gar nicht im Blick hattest. Verfolge deine Vision weiter. Bleib offen für Überraschungen und sich bietende Gelegenheiten.

8. Zuversicht und Selbstvertrauen entstehen durch Handeln.

Jeder Schritt, der gelingt, bestärkt dich in deinem Vorhaben und gibt dir neues Vertrauen. Mach die Schritte deswegen bedacht und so klein, dass du sie gehen kannst – und geh. Das Vertrauen in deine Kraft und dein Können entsteht im Gehen. Jede bewältigte Herausforderung stärkt dich.

9. Probleme laden dich ein, klarer zu werden.

Krisen und Kritik zwingen dich, dich mit Unwillkommenem, bisher Übersehenem auseinanderzusetzen. Auch wenn sie nicht angenehm sind – sie sind häufig das Tor zu unerwarteten neuen Einsichten und Wendungen. Auf lange Sicht machen sie deinen Output wahrscheinlich sogar besser.

10. Trau deiner eigenen Intuition.

Manchmal kannst du nicht begründen, was du spürst. Du willst etwas unbedingt, ohne definieren zu können, warum eigentlich, und auch dein Verstand äußert 1.000 Gegenargumente. Es lohnt sich, auf deine innere Stimme zu hören! Vertraue ihr.

1. DU UND DEIN POTENZIAL: WAS BRINGST DU MIT?

1. Jeder Mensch hat ein einzigartiges Potenzial: Schau, wer du bist!

2. Was ist deine Lebensaufgabe?

3. Finde heraus, was dein Potenzial ist

4. Formuliere eine Vision

5. Persönliche Standortbestimmung

6. Hoffnung, Selbstwirksamkeit und beruflicher Erfolg

IN DEM AUGENBLICK, IN DEM MAN SICH EINER EINZIGARTIGEN AUFGABE VERSCHREIBT, BEWEGT SICH DIE VORSEHUNG. (...) WAS IMMER DU KANNST ODER DIR VORSTELLST, DASS DU ES KANNST, BEGINNE ES! KÜHNHEIT TRÄGT GENIUS, MACHT UND MAGIE IN SICH. BEGINNE JETZT! JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

1. Jeder Mensch hat ein einzigartiges Potenzial: Schau, wer du bist!

Was möchtest du in die Welt bringen? Kribbelt es in dir? Fragst du dich, was es genau ist, was entstehen will? Dann ist es ratsam, dich mit deinen Ressourcen, Qualifikationen, Ideen und Werten auseinanderzusetzen, um genauer zu verstehen, welches Potenzial in dir steckt und zum Ausdruck kommen will.

Selbst wenn du schon genau weißt, was du willst, ist es von Bedeutung, die Basis, auf der deine Idee fußt, zu kennen und zu festigen. Dieses Kapitel will dich dabei unterstützen, genauer zu verstehen, was du machen möchtest und welche Ressourcen dir für dein Vorhaben zur Verfügung stehen.

TIPP

Du bist eine einzigartige Mischung aus Erfahrungen, Interessen, Erlebnissen, Kompetenzen, Wünschen und Werten. Was dein Ding ist, ist entweder klar und offensichtlich oder steckt noch im Verborgenen in dir. Aber es ist bereits da.

Viele Menschen bilden schon im Kinder- und Jugendalter Interessen und Werte aus, die dazu führen, dass sie sich für bestimmte Wissens- und Arbeitsgebiete besonders interessieren. Andere stoßen später auf etwas, was sie fasziniert, etwas, was ihnen das Gefühl gibt: Das ist es! Das will ich machen! Damit will ich mich beschäftigen!

Es geht darum, in dich hineinzuhorchen und auf Spurensuche zu gehen:

Wofür interessierst du dich?

Was beschäftigt dich?

Aus welchen Wissensgebieten bringst du Erfahrungen mit?

Welche Ideen und Impulse schlummern in dir?

Auch wenn du das Muster deiner Interessen selbst noch nicht verstehst, ist es dennoch da. Das verbindende Glied bist du. Du bist es, der/die sich für all das interessiert – und der Sinn dieser ganz speziellen Interessenkombination liegt in dir verborgen.

Deine Suche kann sich wie ein Detektivspiel anfühlen: Du sammelst Indizien und Einzelteile und suchst die Verbindung zwischen ihnen. Du versuchst zu verstehen, welche Logik in deinen Interessen steckt, die auf den ersten Blick nicht zusammenzugehören scheinen.

Du bist ein 1.000-Teile-Puzzle ohne Vorlage: hier ein Teil mit Himmel, da mit Wasser – und vorerst weißt du nicht, ob das Puzzle am Ende Venedig oder San Francisco zeigen wird. Von einem aber darfst du ausgehen: Alle Teile zusammen ergeben am Ende ein Bild, das Sinn macht. Denn die Dinge machen in dir Sinn. Diesen Sinn gilt es zu entschlüsseln. Die Herausforderung besteht darin, auch das scheinbar Nicht-Zusammengehörige auszuhalten. Aus dieser einzigartigen Mischung, die du darstellst, ergibt sich das, was du in die Welt bringen willst. Und weil du einzigartig bist, kannst nur du dein Werk erschaffen. Lernst du es, zu verstehen, was das Einmalige und Besondere an dir ist und dies zum Ausdruck zu bringen, musst du dir keine Sorgen machen, dass du in der Masse untergehen könntest.

Es ist gut und in Ordnung, dass du dich von anderen inspirieren lässt. Wir alle stehen auf den Schultern unserer Vorfahren, den Erfahrungen und Werken von Menschen, die vor uns Großes geleistet haben.

Wenn es dir gelingt, dir und deinem eigenen Blick zu vertrauen, entsteht gleichzeitig etwas Neues. Die Summe deiner persönlichen Erfahrungen bewirkt, dass du die Dinge etwas anders angehst als jemand anderes.

Etwas, das Sinn macht

Bist du an einem Lebenspunkt angelangt, an dem du für dich neu klären willst, was für dich Sinn macht? Meist gibt es nicht nur eine Aufgabe, die wir erfüllen können. Vielleicht hast du einen Beruf gelernt, in dem du gut bist, dessen Anforderungen du passabel oder sogar sehr gut erfüllst. Du bist vielleicht sicher und etabliert, aber bist du glücklich? Oder merkst du schon länger, dass du auf dem falschen Weg bist, weil die Dinge nicht gelingen?

Ob dich etwas zufrieden macht, hat ganz wesentlich damit zu tun, ob du es tun möchtest. Menschen wollen Sinnvolles tun und sich mit ihrer Aufgabe identifizieren. Erfüllt dich, was du tust, mit Freude und Stolz? Passt das, was du tust, zu deinen Werten und Interessen?

Es gibt eine kleine Geschichte, die das wunderbar illustriert:

Muster:

Drei Steinmetze arbeiten auf einer Baustelle. Ein Passant fragt sie danach, was sie tun. Der erste Steinmetz räumt mürrisch Steine zusammen und sagt: „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt.“ Der zweite Steinmetz klopft mit wichtiger Miene auf seinen Stein, während er antwortet: „Ich liefere die beste Steinmetzarbeit weit und breit.“ Der dritte Steinmetz aber schaut den Fragenden ruhig und mit glänzenden Augen an und sagt: „Ich baue eine Kathedrale.“7

Studien zeigen immer wieder, dass Menschen beruflich zufrieden sind, wenn sie sich in Sinnkontexte eingebunden fühlen. Stellvertretend dafür sei eine Untersuchung der Initiative Gesundheit & Arbeit aus dem Jahr 2016 zitiert, nach der ein Fünftel der ArbeitnehmerInnen innerlich ausgestiegen ist. Ursachen hierfür: Schwächen im Führungsverhalten, mangelnde Wertschätzung, fehlende Mitbestimmung und ungelöste Konflikte.8 Zufrieden ist, wer spürt, dass er seine Fähigkeiten einsetzen kann und dass der eigene Beitrag in einem größeren Kontext wichtig ist.

Motivationen und Werte

Was ist für dich wesentlich und wertvoll? Wozu möchtest du einen Beitrag leisten?

Oft sind es besonders eindrückliche Erfahrungen, die dazu führen, dass bestimmte Wissensgebiete von bleibendem Interesse sind. Insbesondere während der Schulzeit, in der Ausbildung oder im Studium werden wichtige Erfahrungen gesammelt und Werte vermittelt. Aber auch familiäre Erlebnisse – unabhängig von der Erziehung – sind prägend.

Gibt es etwas, was du verändern möchtest? Hast du etwas Positives erlebt, das du an andere weitergeben möchtest? Oder ist dir etwas Negatives widerfahren, das du anderen ersparen möchtest?

Menschen unterscheiden sich darin, dass sie von unterschiedlichen Werten angetrieben werden, zum Beispiel: Familie, Ehre, Anerkennung, Liebe, Gemeinschaft, Abenteuer, Ästhetik usw.9 Was sind deine wichtigsten Werte, die dir und deiner Idee als Motor dienen? Im Wort „Wert“ selbst steckt die Botschaft: Was ist für dich wertvoll? Für welche Werte bist du bereit, dich anzustrengen und Schwierigkeiten durchzustehen?

BEISPIELE:

Andreas hatte einen Vater, der in seiner Freizeit in seiner Werkstatt im Keller bastelte und baute; die Werkstatt war technisch hervorragend bestückt und Andreas machte die Erfahrung, dass es nichts gab, was sein Vater nicht technisch lösen oder bauen konnte. Er war ein Erfinder und Bastler mit kreativen Ideen und Andreas durfte schon früh mithelfen. Das hat ihn nachhaltig geprägt. Er hat ständig Ideen, wie man etwas bauen oder technisch umsetzen könnte. Am liebsten würde er ständig basteln und tüfteln und damit sein Geld verdienen.

Nele wuchs in einer schwierigen Familie auf. Ihre Kindheit verlief zerrissen zwischen wunderbaren Erfahrungen von Kreativität, Natur und Spielen einerseits und negativen Erlebnissen mit Sucht, Konflikten und Angst andererseits. Basis ihres gesamten Berufslebens ist dadurch der Wunsch geworden, Kindern in schwierigen Lebenssituationen zu helfen. Dabei setzt sie heute in ihrer Arbeit alles ein, was sie an positiven Ressourcen in ihrer Familie gelernt hat: Spielen, die Natur erleben, Kreativität ausleben …

Auch in Annas Familie gab es viele Konflikte und Spannungen. Zuflucht und Rückzugsmöglichkeiten fand sie in Büchern. Sie konnte ihrer Phantasie und Kreativität in erfundenen Welten freien Raum lassen; hier fand sie die Ordnung, die sie im wirklichen Leben vermisste. Heute träumt sie davon, selbst Bücher zu schreiben und fremde Welten zu kreieren.

7

vgl. www.studieren.de

8

vgl. www.bildungsspiegel.de/news/berufswelt-arbeitsmarkt-europa/996-innere-kuendigung-studie- zeigt-ursachen-und-gegenmassnahmen-auf

9

vgl. z. B. www.wertesysteme.de

IN DEM MOMENT, ALS DIE RAUPE DACHTE, DIE WELT GEHT UNTER, WURDE SIE ZUM SCHMETTERLING. PETER BENARY

2. Was ist deine Lebensaufgabe?

Was hat dich geprägt? Welche Erfahrungen waren für dich einschneidend? Welche Dinge haben dir in deiner Kindheit und Jugend besonders Freude gemacht? Welche Erfahrungen hast du als Erwachsener gemacht, die dich und deine Werte nachhaltig beeinflusst haben?

Möglicherweise brennst du innerlich für ein Thema oder etwas liegt dir schon lange am Herzen, wofür du dich bereits einsetzt oder gerne einsetzen würdest. Oder es gibt etwas, womit du dich gerne beschäftigen würdest, auch wenn es dafür kein Geld gibt – einfach, weil du es wichtig findest.

Vielleicht beobachtest du schon seit Jahren Situationen, Vorkommnisse, Prozesse, Gegebenheiten usw., die sich in dir zu einem Anliegen geformt haben:

Du siehst Missstände und hast Ideen, wie sie behoben werden könnten.

Du siehst, dass man in deiner Branche Dinge besser machen könnte.

Du ärgerst dich als Kunde immer wieder darüber, wie etwas gelöst wird – und denkst, man könnte und sollte das ganz anders machen.

Bring zu Papier, was dich beschäftigt. Was genau würdest du gerne anders machen? Wo siehst du Verbesserungsbedarf?

LERNEN HEISST, SEINE EIGENEN MÖGLICHKEITEN AUSLOTEN. PAOLO COELHO

3. Finde heraus, was dein Potenzial ist

Deine Fähigkeiten und Ressourcen sind dein Potenzial, sozusagen das Rohmaterial deiner Ideenverwirklichung. Du wirst staunen, welche Fülle du angesammelt hast – egal, an welchem Punkt deines Lebens du dich befindest.

Jetzt ist die Zeit, dir bewusst zu machen, was dir zur Verfügung steht, worauf du zurückgreifen kannst. Das wird dich für dein Tun stärken und du gewinnst vielleicht neue Einsichten, wer du bist und was dich ausmacht. Jeder Mensch ist eine faszinierende, einzigartige Mischung aus Erfahrungen, Erkenntnissen, Werten, Fähigkeiten und Kenntnissen und es ist spannend, sichtbar zu machen, wer du bist.

Am besten gehst du systematisch vor und machst eine Bestandsaufnahme. Kauf dir ein Notizbuch, beschreibe große Flipchart-Bögen oder lege dir einen Potenzial-Ordner auf deinem Computer oder in deinem Handy an.

Egal, mit welcher Methode – fang an zu sammeln und finde heraus, was du alles mitbringst:

Welche Fähigkeiten machen dich aus?

Welche persönlichen Eigenschaften zeichnen dich aus?

Welche Kenntnisse hast du im Laufe deiner Ausbildung sowie beruflichen wie privaten Tätigkeiten erworben?

Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Welche Kontakte hast du?

Erstelle eine Potenzial-Liste, die möglichst vollständig enthält, womit du dich bereits beschäftigt hast, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kontakte und Netzwerke du hast, auf welche Erfahrungen du zurückschaust und welche Ausbildungen du durchlaufen hast. Denke daran, dass an jeder Arbeits- und Ausbildungsstelle unter Umständen eingeschlafene Kontakte hängen, die du vielleicht reaktivieren könntest. Dein Potenzial ist sehr viel größer als das, was du zurzeit lebst.

Pflege diese Potenzial-Liste, vervollständige sie soweit wie möglich, indem du sie auch um ungeliebte Fähigkeiten erweiterst – du weißt nicht, wofür selbst negative Eigenarten vielleicht noch zu gebrauchen sind.

Um der Liste eine Struktur zu geben, markiere die Dinge, die dir am Herzen liegen und dir wichtig sind, zum Beispiel mit Smileys.

Erlaube dir genauso die Dinge zu kennzeichnen, die du nicht mehr weiter in deinem Leben haben willst.

ABER:

LASS SIE NICHT WEG! AUCH DINGE, DIE DU NICHT MAGST, GEHÖREN ZU DEINEN FÄHIGKEITEN.

Die folgende Übersicht hilft dir beim Erstellen deiner Potenzial-Liste:

POTENZIAL-LISTE

Berufliche Qualifikationen

Welche beruflichen Qualifikationen hast du erworben?

Welche Job- und Praktikumserfahrungen hast du?

Hast du eventuell schon früher Erfahrungen mit Selbstständigkeit – Honorarjobs und dergleichen – gesammelt?

Was in deinen bisherigen Jobs hat dir besonders Spaß gemacht, was mochtest du weniger?

Was willst du hinter dir lassen?

Hobbys/Interessen

Was interessiert dich jenseits beruflicher Interessen?

Was machst du in deiner Freizeit?

Was hast du kennengelernt, wofür dein Herz brennt?

Persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten

Was macht dich als Mensch aus?

Welche persönlichen Qualitäten zeichnen dich aus?

Was sind deine Stärken, was deine Schwächen?

Kontakte

Wen kennst du – aus beruflichen oder privaten Kontexten?

Schreib alle auf – auch die, die dir im Moment vielleicht nicht relevant erscheinen. Vielleicht verändert sich deine Idee noch.

Über welche Kontakte hast du unter Umständen Verbindungen zu anderen Menschen, Institutionen oder Firmen?10

Wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse

Was sind wesentliche Erfahrungen, die du gemacht hast?

Welche Erfahrungen haben dich nachhaltig geprägt?

Dein Potenzial – das sind auch deine vergangenen Erlebnisse, Erkenntnisse und Haltungen.

Eine solche Liste zu erstellen, kann sich ein bisschen nach Fleißarbeit anfühlen. Mach daraus etwas, was dir Spaß macht. Mach es so bunt oder so systematisch, wie du persönlich gestrickt bist. Mach sichtbar, wer du bist! Du bist einzigartig und besonders!

Bitte auch dein Umfeld um Feedback: Was seht ihr in mir? Was kann ich in euren Augen besonders gut? Spannend ist es, Menschen zu fragen, die dich aus unterschiedlichen Kontexten kennen und dir unterschiedlich nahestehen, denn du wirst nicht allen die gleiche Seite von dir zeigen.

Eines ist wichtig: Leg das Feedback nicht auf die Goldwaage, sei nicht enttäuscht oder sogar beleidigt, wenn nicht das kommt, was du erwartet oder erhofft hast. Frag niemanden, mit dem du gerade im Clinch liegst – das Feedback wird dir vermutlich nicht guttun. Sprich mit den Menschen darüber, wenn dir etwas Wichtiges fehlt oder dich Rückmeldungen überraschen. Es kann sein, dass jemand sich ungeschickt ausgedrückt hat oder etwas für nicht wichtig erachtet hat, was dir sehr wichtig ist.

10

Kontakte gehören zu deinem wertvollsten Kapital. Wie du Kontakte beruflich nutzen kannst, zeigt dir zum Beispiel die Online-Plattform XING. Hier werden dir nicht nur die Personen angezeigt, mit denen du dich persönlich vernetzt hast, sondern du hast die Möglichkeit, auch deren Kontakte einzusehen. Außerdem kannst du deine Kontakte bitten, für dich den Kontakt zu einer Person aus ihrem Netzwerk herzustellen.

GREIFE NACH DEM MOND. VERFEHLST DU IHN, LANDEST DU IMMER NOCH ZWISCHEN DEN STERNEN. LES BROWN

4. Formuliere eine Vision

Der Moment, in dem du dir überlegst, deine Ideen zu verwirklichen, ist eine wunderbare Gelegenheit, dich zu fragen, was du dir wirklich für dein Leben wünschst. Trau dich, dir auch das zu wünschen, was dir nicht realistisch erscheint. Was realisierbar ist und was nicht, schätzen wir häufig falsch ein. Deshalb darfst du dir jetzt Dinge wünschen, die vielleicht erst in zehn Jahren Wirklichkeit werden – oder nie. Den Blick von den unmittelbaren nächsten Schritten weg auf dein ganzes Leben zu richten, hilft dir, jetzt anstehende Entscheidungen mit deiner gesamten Lebensplanung zu verbinden. Hilfreich sind die folgenden Übungen des Zeitmanagement-Experten Lothar J. Seiwert:11

DER 88. GEBURTSTAG

Schreibe die Rede, die an deinem 88. Geburtstag über dich gehalten werden soll. Stell dir vor, deine Lieben sind versammelt und einer nach dem anderen steht auf und würdigt dich und dein Leben. Was soll gesagt werden?

DIE GRABREDE

Schreibe deine Grabrede. Womit möchtest du in Erinnerung bleiben? Was wird hervorgehoben, wer warst du? Was hast du in deinem Leben gemacht? Womit möchtest du gesehen werden? Was ist im Nachhinein, wenn du auf dein gesamtes Leben schaust, wirklich wichtig?

Beide Übungen helfen dir, auf dein gesamtes – bisheriges – Leben zurückzublicken. Deine Lebenszeit ist dein wichtigster Besitz. Dich gedanklich an das Ende des eigenen Lebens zu stellen und Bilanz zu ziehen, hilft dir, Prioritäten zu setzen. Ganz deutlich wird aus diesem Blickwinkel, dass nur du allein darüber entscheidest, was du aus deinem Leben machst.

Im Trubel des täglichen Alltags geht uns genau diese Erkenntnis verloren: Wir fühlen uns gelebt und getrieben von tausend Kleinigkeiten, ein Schritt scheint sich ständig aus dem anderen zu ergeben. Daher brauchen wir es, ab und an herauszutreten und einen Aussichtspunkt zu besteigen, von dem aus wir betrachten können, was eigentlich wirklich wichtig ist.

Träumen erlaubt: Was wünschst du dir für dich und deine Zukunft?

TIPP

Mach die Augen zu und träume. Male ein Bild. Such dir Fotos aus Zeitschriften aus und gestalte eine Collage. Mach dir ein Bild von dem Leben, das du wählst.

Stell dir vor, du hättest deine Idee erfolgreich verwirklicht. Was ist entstanden? Wer erkennt dich für das an, was du erschaffen hast? Wie sieht dein Leben jetzt aus? Was ist die Belohnung?

Wie würde dein Leben aussehen, wenn du deine Ideen umsetzt und der Erfolg so kommt, wie du ihn dir erträumst?

Stell dir vor, eine gute Fee käme zu dir und würde dich nach deinen Wünschen fragen, alles wäre möglich, alles miteinander vereinbar, alles erreichbar. Was würdest du dir wünschen? Es geht nicht nur um „realistische“ Wünsche – es geht darum, alles zuzulassen und herauszufinden, was du wirklich möchtest, privat wie beruflich. Es geht darum, die kritischen und „realistischen“ Stimmen in dir eine Weile auszublenden und auch das scheinbar Unmögliche in Erwägung zu ziehen. Das ist nötig, denn anders als bei Kindern sind unsere besten Ideen oft vergraben unter einem Berg von Vernunft. Es gilt, einen kreativen, bunten Möglichkeitsraum zu erschaffen, indem auch Unvernünftiges erst einmal gedacht werden darf. Nichts von dem, was du jetzt äußerst, musst du 1:1 umsetzen. Die Vernunft hat hinterher wieder ihren Platz. JETZT geht es darum, schräg, verrückt und anders sein zu dürfen.

Warum solltest du auch Dinge in Betracht ziehen, die dir selbst unrealistisch erscheinen? Meiner Erfahrung nach haben Dinge, die du dir wünschst, eine Bedeutung. Wenn du sie zu früh herausfilterst, bleiben vielleicht wichtige Aspekte nicht berücksichtigt. Du möchtest einerseits fremde Welten entdecken und Naturforscher sein, andererseits wünschst du dir einen Teilzeit-Job, der sich mit deinen Kindern vereinbaren lässt? Du träumst davon, auf einer großen Bühne zu stehen und wünschst dir gleichzeitig Sicherheit und Beschaulichkeit?

Wir denken oft, alles müsste gleichzeitig da sein, was wir uns wünschen – und dann wirken unsere Wünsche widersprüchlich. Aber kann es nicht sein, dass der Teilzeit-Job wunderbar ist, solange die Kinder noch klein sind, und du später aufbrechen wirst, um fremde Länder zu bereisen? Und vielleicht braucht dein Weg auf die Bühne kleine Schritte, so dass du dich sicher genug fühlst, ihn zu gehen?

BEISPIEL:

Der Entwickler der Bionade hat jahrelang in einem Dorf in der Rhön an einem neuen Verfahren zum Brauen von Limonade gearbeitet – mit einem Destillierapparat in der häuslichen Badewanne. Er hatte eine große Vision, dass seine Limonade irgendwann überall zu kaufen sein würde und sprach von der „Volks-Limo“. Im Dorf galt er als Spinner.12

WUNSCHSUCH-FRAGEN

Was möchtest du gerne tun?

Wie möchtest du arbeiten? In welchem Umfeld möchtest du dich bewegen? Welche Rahmenbedingungen sind für dich wichtig?

Wofür würdest du dich gerne einsetzen?

Womit möchtest du dich gerne beschäftigen?

Mit welchen Themen möchtest du zu tun haben?

Was würdest du tun, wenn du fünf Leben hättest? Was würdest du jeweils in diesen parallelen Leben machen und werden wollen?

Was würdest du tun, wenn du eine Million Euro im Lotto gewinnst?

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?

Was würdest du tun, wenn du gut genug wärst?

Was würdest du tun, wenn du genügend Unterstützung hättest?

Was wolltest du als Kind werden? Was waren deine ersten Berufswünsche?

Wen beneidest du – und um was?

Wer ist für dich ein Vorbild? In welcher Hinsicht? Was bewunderst du an dieser Person?

Wofür würdest du Geld bezahlen, um es tun zu dürfen? 13

Der Traum von der Selbstständigkeit

Du träumst vom eigenen Unternehmen? Auch dann lohnt es sich, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Stell dir vor, du hast dich tatsächlich erfolgreich selbstständig gemacht und nun sind ein paar Jahre vergangen:

Wie sieht dein Unternehmen aus? Wo befindet es sich? Wie groß ist es? Wer ist dort mit dir? Wie viele Menschen – MitarbeiterInnen/KundInnen – halten sich dort auf? Was bekommen sie? Was tun sie? Was machst du selbst? Wie geht es dir bei deinem Tun? Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus?

Wie erfahren KundInnen von dir? Was erfahren sie? Was sagen KundInnen über dein Unternehmen? Womit sind sie besonders zufrieden? Warum gehen sie lieber zu dir als zur Konkurrenz?

Wie viel Geld verdienst du? Wie viel arbeitest du?

In einem Magazin erscheint ein Artikel über dich: Was wird besonders hervor gehoben? Was erscheint der Redaktion als bemerkenswert? Wofür wirst du besonders gelobt?

Visionen sind kraftvoll. Sie ziehen dich wie ein Magnet an und geben dir Orientierung, wohin du willst, was du erreichen willst. Selbst wenn du nicht alles erreichst, was du anstrebst, bewegst du dich durch sie in die richtige Richtung.

Wir überschätzen oft, was wir kurzfristig schaffen können – deshalb sind unsere To-do-Listen in der Regel zu lang. Doch andererseits unterschätzen wir, was wir über längere Zeiträume erreichen können, da wir zu sehr am Status quo kleben und uns gar nicht vorstellen, was wir wirklich bewerkstelligen können, wenn wir Geduld haben. Ich habe es immer wieder erlebt, dass das, was Menschen beim Spinnen von Visionen noch verrückt und unerreichbar erschien, eines Tages Wirklichkeit wurde.

Folge deiner Vision

Deine Wünsche sind eine einzigartige innere Leitschnur und geben deinem Leben eine Richtung. Was könnte sonst der Maßstab dafür sein, was du mit deinem Leben anfangen willst?

Wenn wir uns auf den Weg machen, besteht immer wieder die Gefahr, dass wir unsere Wünsche aus dem Blick verlieren. Sachzwänge, praktische Rahmenbedingungen, innere Hürden und Hindernisse, gut gemeinte Ratschläge von außen – all das sorgt schnell dafür, dass wir irgendetwas planen und überlegen, was wir vielleicht im tiefsten Inneren doch gar nicht wollen. Daher ist die Rückbesinnung auf die innere Vision und das, was du dir wirklich wünschst, wichtig, um zu prüfen, ob du dein Ziel noch im Blick hast. Du erschaffst dir selbst einen Kompass, der dir zeigt, ob du auf dem richtigen Weg bist.

Ziele zu haben bedeutet nicht, an ihnen sklavisch festzuhalten. Es kann sein, dass du auf deinem Weg merkst, dass du deine ursprünglichen Pläne ändern möchtest oder du auf einem anderen Weg schneller und leichter vorankommst. Kein Mensch hindert dich daran, deine Pläne jederzeit wieder zu ändern.

Deine persönliche Meinung ist entscheidend

Wie kannst du durch das, was du über dich zusammenträgst, herausfinden, was du tun sollst? Was machst du mit dieser Aufzählung von Vorlieben, Wünschen, Fähigkeiten und Potenzialen?

Du hast jetzt wahrscheinlich eine Vielzahl von Interessen, Ideen und Möglichkeiten gesammelt. Die Frage ist, welchem Pfad du folgen möchtest, welches Interesse welche Gewichtung erhält. Was ist ein Hobby, was wird deine Berufung? Welche Aspekte lassen sich zu einem Ganzen kombinieren, was ist nicht so wichtig?

Deine Aufgabe ist es, zu gewichten, zu schieben und Muster entstehen zu lassen.

BEISPIEL:

Christian interessiert sich für Biografien und Geschichte. Er liest gerne, am liebsten Ratgeber und psychologisch angehauchte Bücher. Von Beruf ist er Geisteswissenschaftler. Er hat in einigen wissenschaftlichen Projekten gearbeitet und geforscht. Das war zwar spannend, aber zu akademisch und trocken. Er hat das Bedürfnis, etwas Neues zu tun. Er will etwas Sinnvolles machen – etwas, was ihn wirklich erfüllt.

Im Privatleben ist er als Gesprächspartner und persönlicher Berater in vielen Lebenslagen geschätzt, weil er gut zuhören kann und kluge Dinge sagt, wenn Menschen gerade nicht weiterwissen. Manchmal bedauert er, dass er nicht Psychologie studiert hat; wahrscheinlich wäre er ein guter Therapeut geworden. Er hat sich erkundigt, natürlich könnte er noch ein zweites Studium beginnen. Aber bis er dann wirklich Therapeut wäre … das ist ein zu langer Weg.

Er liebt die Natur und Tiere und ist gerne draußen. Urlaub machen heißt für ihn, wochenlang draußen sein, zelten, wandern, Boot fahren, Radfahren. Am liebsten wäre er gerne mehr draußen, auch im Berufsleben –, aber wie? Er selbst steht vor dieser Aufzählung und hat das Gefühl, die Dinge passen nicht zusammen. Wie soll er daraus den richtigen Weg für sich finden?

Ähnlich geht es dir vielleicht mit all den Listen und Mindmaps, die du erstellst. Du kannst zusammentragen, was dich interessiert, was du spannend findest und was du eher nicht magst. Aber wie passt das alles zusammen, wie entsteht daraus ein Weg?

Findest du die richtige Aufgabe, den nächsten Schritt auf deinem Lebensweg, fügt sich plötzlich alles zu einem Bild. Lösungen merken wir daran, dass sie etwas lösen. Das, was du suchst, zeichnet sich dadurch aus, dass deine wichtigsten Interessen und Werte erfüllt und deine wesentlichsten Talente genutzt werden. Natürlich kann nicht alles, was dich ausmacht, darin Platz finden, auch weiterhin wird ein Teil deiner Fähigkeiten schlummern oder in der Ausübung von Hobbys ausgelebt werden. Doch das ist dann nicht mehr relevant, wenn dich dein Weg zufrieden macht. Im Nachhinein merkst du dann, dass Irr- und Abwege dir wichtige Erfahrungen beschert und dich an dein Ziel geführt haben.

Die Kunst ist es, dir einzugestehen, was du wirklich möchtest und was nicht. Selten fallen die Lösungen eindeutig vom Himmel. Meist ist es ein Prozess zu schauen, welchen der Stränge, die du gefunden hast, du wirklich weiterverfolgen willst und kannst. Wichtig ist es, dich und deine Wünsche wirklich ernst zu nehmen. Sobald es etwas gibt, das dich nicht mehr loslassen will, etwas, das immer wieder kommt, lohnt es sich, hinzuschauen. Folgst du deinen Interessen, findest du vermutlich über kurz oder lang etwas, das dir gefällt.

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