Broken Love: Ersehntes Verlangen - Ana L. Rain - E-Book
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Broken Love: Ersehntes Verlangen E-Book

Ana L. Rain

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Beschreibung

Es ist der Anfang einer großartigen Liebe–und es ist das Ende von etwas ganz Großem. Jasons Herz wurde im Sturm von Amelia erobert. Als Jason mit seinen Kollegen in einer Bar sitzt, um seinen alten Kollegen zu verabschieden, kommt sie plötzlich herein. Amelia, seine neue Kollegin und er spürt sofort, dass mit ihr alles anders werden wird.Doch um Amelias Herz zu erobern, muss Jason ihr zeigen, wie schön die Liebe sein kann und er versucht alles, um sie zu ihrem Glück zu zwingen. Allerdings riskiert er bei diesem Kampf, sich selbst zu verlieren.Mit der Vorgeschichte aus Jasons Sicht, schließt die Trilogie ab. Broken Love ist eine Trilogie und muss in der korrekten Reihenfolge gelesen werden. 1. Broken Love Verhängnisvolle Nähe 2. Broken Love Verführende Liebe 3. Broken Love Ersehntes Verlangen

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Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Ana L. Rain

Für meine Leserinnen und Leser,

Erstes Kapitel

Zweites Kapitel

Drittes Kapitel

Viertes Kapitel

Fünftes Kapitel

Sechstes Kapitel

Amelia

Siebtes Kapitel

Achtes Kapitel

Neuntes Kapitel

Zehntes Kapitel

Elftes Kapitel

Zwölftes Kapitel

Dreizehntes Kapitel

Vierzehntes Kapitel

Fünfzehntes Kapitel

Sechszehntes Kapitel

Siebzehntes Kapitel

Achtzehntes Kapitel

Neunzehntes Kapitel

Zwanzigstes Kapitel

Amelia

Einundzwanzigstes Kapitel

Zweiundzwanzigstes Kapitel

Dreiundzwanzigstes Kapitel

Vierundzwanzigstes Kapitel

Fünfundzwanzigstes Kapitel

Sechsundzwanzigstes Kapitel

Siebenundzwanzigstes Kapitel

Achtundzwanzigstes Kapitel

Neunundzwanzigstes Kapitel

Dreißigstes Kapitel

Einunddreißigstes Kapitel

Zweiunddreißigstes Kapitel

Dreiunddreißigstes Kapitel

Vierunddreißigstes Kapitel

Fünfunddreißigstes Kapitel

Sechsunddreißigstes Kapitel

Siebenunddreißigstes Kapitel

Achtunddreißigstes Kapitel

Neununddreißigstes Kapitel

Vierzigstes Kapitel

Einundvierzigstes Kapitel

Zweiundvierzigstes Kapitel

Dreiundvierzigstes Kapitel

Vierundvierzigstes Kapitel

Fünfundvierzigstes Kapitel

Sechsundvierzigstes Kapitel

Siebenundvierzigstes Kapitel

Achtundvierzigstes Kapitel

Anderthalb Jahre später

Bill

Danksagung

Ana L. Rain

Broken Love

Ersehntes Verlangen

Roman

Band 3

Für meine Leserinnen und Leser,

die von Anfang an dabei waren.

Meine Dankbarkeit ist kaum in Worte zu fassen.

Erstes Kapitel

Wir sind alle auf morgen gespannt. Unsere neue Kollegin kennen wir bloß von einem Foto. Ihre Akte und die Bewerbung gingen durch unsere Hände. Sie war die Beste ihres Jahrgangs. Hoffentlich ist sie nicht so eine Streberin. Wenn sie es ist, hat sie es auf dem Bewerbungsfoto gut versteckt.

Bill hat sich schon Gemeinheiten für sie ausgedacht. Da musste ich ebenfalls durch. Jeder von uns ist auf sie neugierig, außer Henning. Ab morgen hat er frei und das für immer, denn er geht in Pension. Er hat uns seit Monaten die Ohren zerkaut, was er alles in seiner Freizeit anstrebt. Oben auf seiner Liste stehen Reisen mit seiner Frau. Aus seinem frisch gezapften Weizen, dass die Kellnerin ihm auf den Tisch gestellt hat, nimmt er einen Schluck. Bill und ich trinken Whiskey und Chris hat das Lieblingsgetränk des deutschen Mannes: Bier. Keine Ahnung was alle an einem Schoppen so toll finden oder an Weizen, mir schmeckt es nicht. Außer Corona.

»So Jungs, meint ihr, ihr schafft es ohne mich?« Henning grinst fröhlich und ein wenig beschwipst, denn seine Wangen sind von dem Alkohol leicht gerötet. Ich schnalze mit der Zunge und schaue die anderen beiden an.

Bill richtet sich auf und dreht sein Glas. »Also ich denke, ich habe noch ein bisschen zu tun, um die Jungs zu erziehen. Vielleicht habe ich Glück und die Frau, die dich ersetzt, hilft mir dabei. Chris’ Ehefrau ist mir ja keine große Hilfe.«

Um diesen Irrsinn von Bill zu verdauen, trinkt Henning einen großen Hieb und Chris schüttelt bloß den Kopf. »Wahr-scheinlich wird sie eher dich erziehen, als uns beide.«

Währenddessen läuft an uns eine Brünette mit langen Haaren vorbei. Auffällig wackelt sie mit ihrem Arsch, dreht sich noch einmal um und fängt den Blick von Bill ein, der ihr hinterherschaut. Bis sie ihrem eher schmächtigen Freund die Hand reicht.

»Tzzz«, ertönt es aus Bills Mund. Ich schüttele nur den Kopf.

»Genau das meine ich«, beginnt Chris wieder zu zetern. »Wenn du unsere Neue so anglotzt, wirst du bestimmt von Alex einen auf den Deckel bekommen.«

Jetzt muss ich lachen, denn Alex hat uns einen langen und ausgiebigen Vortrag gehalten, dass Bill und ich die Finger von ihr lassen sollen. Eigentlich hat er damit mehr Bill als mich angesprochen. Unser Chef denkt, dass es nur Ärger geben würde, wenn einer von uns Amelia Malek anbaggert, und Alex will sie nicht verlieren, weil sie wohl sehr gut ist. Er kennt Bill einfach zu gut.

»Jungs, Alex hat recht, am Arbeitsplatz gehört sich das nicht«, erklärt Henning uns und mischt sich ein. Der kalte Wind von draußen zieht in meinen Nacken. Mein Kopf bewegt sich zur Tür. Wir hätten uns tatsächlich einen anderen Platz suchen sollen. Ich sitze genau im Zug und draußen fegt der Wind, dass man es bis hier drinnen merkt. Es nervt mich. Chris geht es genauso und er zieht sich seine komische Zopfmusterstrickjacke an, dabei streicht er sich über seine dünnen Arme. Obwohl er ein Nerd ist und bei Big Bang Theory nicht auffallen würde, ist er herzensgut und freundlich.

»Ey, ist sie das nicht?«, flüstert Henning plötzlich und macht eine hektische Kopfbewegung zu der Frau, die gerade mit irgendeinem Typen, der aussieht wie ein Schrank, hereinkommt.

»Könnte sein. Sie muss sich mal umdrehen«, wispert Chris und ich verstehe nicht, warum sie so leise reden. Immerhin sitzen wir in einer Kneipe, in der momentan ein Boxkampf ausgestrahlt wird.

»Also heiß ist sie.«

Ich verdrehe die Augen und betrachte die Frau.

»Schade, dass du deine Cam ausgerechnet heute zuhause gelassen hast«, sagt Bill weiter.

»Henning wollte es«, sage ich und bemerke, dass Bill recht hat. Sie ist heiß. Eine Haarsträhne fällt aus ihrem locker gesteckten Dutt in ihr Gesicht. Sofort legt sie diese hinter ihr Ohr. Mein Blick wandert an ihrem Körper auf und ab. Mit der Leggings zeigt sie ihre langen Beine und an den Füßen trägt sie knallrote Turnschuhe. Endlich dreht sie sich um. Sie verdreht die Augen und legt ihre Jacke auf den neben ihr stehenden Barhocker.

»So schnell verfallen Männer also in eine Beobachtung. Sie ist es jedenfalls. Außer sie hat einen Zwilling, davon stand aber nichts in ihren Unterlagen«, sagt Henning und lacht. Ich trinke von meinem Whiskey und Bill grinst und schluchzt gleichzeitig.

»Verdammt!«, flucht er. Die Neue bemerkt unsere Beobachtungen nicht und bekommt ein Whiskeyglas hingestellt. In solchen Situationen ist Bill viel zu oberflächlich. Sein erster Gedanke ist immer: vögeln.

»Also sympathisch ist sie mir auf jeden Fall«, beginnt Bill von neuem und mir fällt auf, dass wir vier sie weiterhin beobachten, um irgendetwas über Amelia zu erfahren. Der Schrank neben ihr redet mit ihr und tätschelt ihr Bein. Anscheinend gefällt Amelia das nicht. Sofort steht sie auf, wickelt ihren schwarzen Schal um ihren Hals und zieht sich die olivgrüne Jacke an. Der Typ hebt beide Hände, als wolle er sich entschuldigen. Doch sie winkt ab, nimmt den Becher und ext das karamellfarbene Getränk. Schließlich verschwindet sie.

»Mir graut es schon«, gibt Chris zu und klingt besorgt. Aus vollem Hals lacht Bill. Seine Lache ist so eigenartig, dass ich sofort mit einsteigen muss, obwohl ich es nicht lustig finde.

»Da wirst du bestimmt Spaß haben«, wirft Henning plötzlich ein und bekommt gleichzeitig einen Schluckauf. Dabei klopft er Chris auf die Schulter, sodass der sich fast an seinem Bier verschluckt.

»Also ernsthaft, die ist ja so was von heiß. Chris, da geht dir doch selbst einer ab.« Bill wird gleich ordinär. Als ich brumme, bemerkt er meinen bösen Blick und reagiert nur mit einem kurzen Schulterzucken. In dieser Hinsicht ist mein Freund und Kollege ganz anders. Manchmal übertreibt er es maßlos. Wir schweigen uns an. Am letzten Abend mit Henning haben wir uns nichts mehr zu sagen. Als ob alles Wichtige in den vorherigen Jahren gesagt wurde.

Irgendwann steht Bill auf und macht sich an einen Rotschopf ran, der ihn die ganze Zeit schon beäugt hat. Henning zückt sein Handy und schreibt eine Nachricht an seine Frau.

»Jason, schau mal, ich hab meine andere Brille nicht mit.« Henning wechselt seinen Blick von über zu durch seine Brille.

Ich reiße ihm das Handy aus der Hand. Da kann ja keiner zuschauen und ich schüttele gleichzeitig verständnislos meinen Kopf. »Du solltest dir mal eine Gleitsichtbrille zulegen. Was willst du denn an Margot schreiben?«, frage ich grinsend, denn ich kenne keine Margot und ich weiß, er wollte Martha, seiner Frau, texten.

»Steht da Margot, ändere das bitte. Schreib Martha, sie soll mich abholen. Ich kenne den Schuppen nicht. Ist jedoch ganz nett«, redet er weiter und beobachtet Bill, wie er der Rothaarigen unter den Rock greift und sie die Augen schließt.

»Der muss sich seine Hörner noch abstoßen«, sagt Chris ein bisschen hochnäsig. Nur weil er schon eine Frau gefunden hat. Ich tippe schnell die Nachricht und lege meinem Ex-Kollegen das Handy hin. Bill macht echt eine Show. Er kommt an unseren Tisch, klopft drauf und verabschiedet sich mit einer männlichen Umarmung von Henning. Schließlich verschwindet er mit der rothaarigen Frau.

»Womit hat die Menschheit so einen verdient?« Chris schüttelt den Kopf und Henning und ich lachen gleichzeitig auf.

»Chris, du bist ebenfalls ein suspekter Geselle«, antworte ich, trinke meinen Whiskey aus, stehe auf und verabschiede mich von Henning, genauso wie Bill es tat. Ich mag Henning. Er war ein toller Kollege und Mentor, auch nach meinem Studium half er mir immer. Sein Wissen und seine Erfahrungen haben uns stets weitergebracht und uns viel genützt.

Draußen vor der Tür fällt mir ein, dass ich kein Auto dabeihabe, damit ich trinken kann. Chris hat mich mit hergenommen. Sonst hätte ich die Strecke schon herlaufen müssen, denn ich hasse Bahnfahren.

Na ja, der kleine Spaziergang wird nicht so schlimm sein. Die Straßen sind fast leer. Bevor ich meine Hände in die Jackentasche stecke, stelle ich den Kragen hoch. Der Winter naht und der kalte Wind ist einfach nur eklig. Nach einer guten Dreiviertelstunde zu Fuß bin ich zu Hause.

Als ich die Tür aufschließe, ertönt ein ungewöhnliches aber dennoch bekanntes Geräusch. Am liebsten würde ich rückwärts raus laufen. Anscheinend übernachtet Judith heute bei uns. Ich sollte wirklich meinen Papa fragen, ob ich nicht doch ausziehen sollte oder er zu ihr ziehen will. Meistens hängen sie sowieso beieinander. Normalerweise schläft Edmund bei Judith, damit sie und ich Ruhe haben. Vielleicht dachte er, ich würde woanders nächtigen. Wobei er eigentlich weiß, dass ich momentan keine Frau habe.

Als ich aus dem Badezimmer laufe, enden endlich die fürchterlichen Geräusche in dem Zimmer nebenan. Seine Eltern oder einen seiner Elternteile beim Sex zu hören ist furchtbar. Nach vielen Jahren wundere ich mich immer noch, dass mein Vater wieder jemanden gefunden hat. Er ist so störrisch und Judith ist sehr warmherzig. Sie ist ganz anderes als meine Mum, für die ich selbst keine Worte finde. Obwohl ich schon achtundzwanzig Jahre alt bin, fühle ich mich bei ihr immer, als wäre ich ein kleiner Junge, der seine Mum ständig zufriedenstellen will. Ich schließe die Augen und muss an unsere neue Kollegin denken. Sie war wirklich scharf. Wie die Leggings an ihrem Körper lag, man hat all ihre Proportionen gesehen. Wäre ein Fettpölsterchen dort gewesen, hätte man es erkannt. Bloß war da nichts. Sie trug ein längeres Top, das ihren Po halb bedeckte und eng anlag, und einen weiteren übergroßen Pulli, der weit ausgeschnitten war. Dadurch konnte man ihre nackte Schulter sehen. Hätte sie das Top nicht darunter gehabt, wäre sie wegen des kurzen Pullis bauchfrei herumgelaufen. Als wäre sie vom Sport gekommen, denn so laufen die Mädels beim Turnen ebenfalls rum. Nur wollen sie mit ihren Ärschen rumwackeln und sich einen Typ angeln. Frau Malek schien nicht so, als wäre sie darauf aus.

Schade, dass ihr Auftritt so kurz war. Der Typ muss sie ziemlich verärgert haben. Ob er ihr Freund ist? Jedoch ist er sitzengeblieben und unterhielt sich mit der Kellnerin. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, hätte ich ohne zu zögern meine Sachen genommen und wäre ihr schnellstmöglich hinterhergelaufen.

Meine Augen schließen sich ganz von selbst.

Zweites Kapitel

Der Wecker klingelt. Während ich mich strecke, drücke ich ihn aus.

Scheiße! Mir fällt ein, dass Judith eventuell noch da sein könnte. Ich springe schnell auf. Shit, Shit, Shit! Das hätte ich zeitlich einplanen müssen.

Als ich aus meinem Zimmer laufe, ist es jedoch recht ruhig.

»Hallo?«, rufe ich im Flur, bleibe stehen und klopfe an der Badezimmertür, bevor ich sie nackt sehen muss. Nichts. Niemand ist da. Ich mach mich im Bad fertig, schiebe mir vier Toast in den Toaster und stelle die Kaffeemaschine an. Der Duft von frischem Kaffee zieht in meine Nase. Ein wundervoller Geruch. Zügig esse ich mein Frühstück und genieße den Wachmacher.

Auf dem Weg zur Arbeit denke ich an die Neue. Seltsam, dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf geht, obwohl ich sie erst gestern das erste Mal gesehen habe.

»Stopp!«, ruft Chris, als ich den Fahrstuhlknopf drücke, und ich halte ihm noch schnell die Tür auf. Er rennt und sieht wieder total gehetzt aus. Völlig aus der Puste steht Chris neben mir.

»Du solltest einfach früher aufstehen. So wärst du nicht morgens schon gestresst«, schlage ich vor und grinse ihn gehässig an. Mein sarkastischer Ton ist kaum zu überhören. Chris ringt noch nach Luft. »Es ist nicht das Aufstehen. Ich frühstücke nur gerne mit meiner Ehefrau. Das kannst du nicht nachvollziehen.«

Ich lache, weil ich mit so einem Schachzug nicht gerechnet habe. Nicht bei Chris. »Der war gut, Chris. Wir färben wohl ab, Bill und ich«, antworte ich, nachdem ich mich beruhige.

»Ich bin ab heute der Älteste. Verteidigen kann ich mich schon von jeher«, erwidert er und ich schüttele lachend meinen Kopf. Er muss lernen, sich durchzusetzen. Das ist wohl die bessere Wortwahl.

Bill ist noch nirgends zu sehen. Dafür dieselbe Frau, die gestern schon einmal hier war. Sie vermutet, dass ihr Freund mit Drogen dealt. Was will sie denn schon wieder? Ich straffe meine Schultern und laufe auf sie zu.

»Frau Blum.« Mein Ton ist ernst und dominant. Sie dreht sich um und lächelt. Ihre Zähne sind faul. Das ist mir die letzten Male schon aufgefallen.

»Tut mir leid, dass ich nochmal da bin. Aber … aber …« Sie stottert und ihre Stimme bebt. »Ich weiß nicht. Seit ich hier war, habe ich Angst, dass er herausfindet, dass ich ihn verpetzt habe. Was ist, wenn er mir etwas antut? Ich bin schon ewig mit ihm zusammen …« Frau Blum blickt auf ihren Schoß und ich räuspere mich.

»Frau Blum, wir haben noch keine weiteren Informationen außer ihren. Wir sind noch nicht sehr weit und haben nicht einmal ihren Freund, Herrn Konrad, befragt.« Ich hole tief Luft. »Dass Sie uns den Hinweis gaben, werden wir ihm nicht sagen. Fahren Sie zur Arbeit, kaufen Sie ein, machen Sie das, was sie immer tun, und warten Sie ab. Wenn Sie jeden Tag herkommen, wird uns das nicht helfen, außer Sie haben weitere Informationen.«

Sie schaut mich an, nickt und steht auf. »Okay, danke.«

Ich zucke mit den Schultern und schaue zu Chris. Sie verschwindet und ich laufe zu meinem Kollegen, der sich die Aussage von ihr gerade noch einmal durchliest.

»Morgen Jungs«, begrüßt uns Alex, unser Chef. Mit einem kurzen Nicken begrüße ich ihn, um über Chris’ Schulter den Bericht ebenfalls wiederholt durchzulesen.

»Wo ist Bill? Ich wollte noch kurz etwas sagen.«

»Er kommt bestimmt bald. Was gibt’s, Boss?«, schnalze ich mit der Zunge und verschränke meine Arme. Wenn Alex so beginnt, weiß ich, dass es um die Neue geht. Chris weiß es auch, denn er grinst und denkt wahrscheinlich an gestern Abend, so wie ich. Er legt die Aussage vor sich hin.

»Hm, also richtet ihm aus, dass heute Frau Malek anfängt und er es nicht wagen soll … Wenn einer von euch«, drohend zeigt er auf mich und auf Bills Schreibtisch, »sie anmacht oder nur daran denkt, sie zu daten.« Ich winke mit der linken Hand ab. Bill hat sicherlich gestern schon daran gedacht und mir geht sie seit jenem Augenblick nicht mehr aus dem Kopf … Habe ich mich so schnell in sie verguckt?

»Alles klar, wir haben verstanden«, betone ich lässig und er zieht seine Brauen hoch.

»Das hoffe ich.« Er lässt unüberhörbar den Chef heraus-hängen und Chris lacht. Henning hat recht. Chris wird seinen Spaß haben und Alex läuft zurück in sein Büro, weil er wahrscheinlich auf sie wartet.

»Er kennt euch, besser gesagt Bill. Andererseits hast du sie ebenso angestarrt.«

»Chris, das ist meine Sache«, verteidige ich mich und fühle mich von ihm ertappt.

»Ehrlich gesagt nicht. Wenn einer von euch Scheiße baut, stecken wir alle drin. Du fandest sie selbst heiß. Da kommt sie übrigens.«

Mein Kopf richtet sich sofort Richtung Fahrstuhl und Bill läuft ihr hinterher. Ob er sich schon vorgestellt hat? Er wackelt jedenfalls mit seinen Augenbrauen und spielt mit seiner Mimik. Die Neue sieht wieder nicht glücklich aus. Vielleicht ist das ihr Gemüt? Sie geht in Alex’ Büro und Bill kommt zu uns und grinst.

»Verdammt, ist die heiß«, platzt es aus ihm heraus. »Hat Alex noch was gesagt?« Er setzt sich auf seinen Stuhl und ich lehne mich an seinen Schreibtisch.

»Nur, dass ihr die Finger von Frau Malek lassen sollt«, erklärt ihm Chris.

Bill grinst verschmitzt. »Aus Jasons Arsch fliegen schon Vögelchen.«

Auf dieses Thema gehe ich nicht ein und beginne mit ihm ein Gespräch über Frau Blum. Weil sie uns kaum Informationen gab, überlegen wir uns, wie wir weiter vorgehen.

»Herr Konrad wäre ein guter Start für unsere Neue – oder wollen wir ihr gleich die dicke Mappe von den Kelten hinlegen?«, sagt Bill.

»Dafür würde sie uns bestimmt hassen, weil sie Tage damit zu tun hätte, alle Infos zu lesen«, erklärt Chris.

»Ich denke auch, Konrad ist ein guter Anfang. Sie sollte langsam ankommen und nicht gleich von uns ins kalte Wasser geschmissen werden«, gebe ich mein Statement ab.

»Immerhin sind wir nur Männer und wer weiß, wie das dann auf uns zurückfällt«, brummelt Chris hinterher.

»Darauf sollten wir keine Rücksicht nehmen. Sie wollte den Job, dann muss sie auch durch die unangenehmen Arbeiten durch. Ich werde ihr den Arsch nicht pudern«, sagt Bill und grinst.

»Wenn wir Rücksicht nehmen, kann uns das auch in Schlamassel führen und zum Schluss fällt sowieso alles auf Alex zurück«, sage ich und bin Bills Meinung.

»Stimmt, egal wie wir es machen, es ist falsch«, bemerkt Chris mit einem Lächeln.

»Wer A sagt, muss auch B sagen. Wir behandeln sie wie alle anderen auch«, erkläre ich.

»Also sind wir uns einig, Frau Malek bekommt Konrad mit dir und Chris und ich arbeiten solange an den Kelten weiter?«, hakt Bill nochmal nach und wir nicken zufrieden.

Ich hole mir die Aussage von Frau Blum und notiere alles auf einem Brett. Bis Alex Amelia das ganze Präsidium gezeigt und sie die Einweisung von ihm bekommen hat, ist es wahrscheinlich Mittag. Schließlich setze ich mich an den Tisch und schalte zur Kelten-Gang um. Manchmal muss man eben zweigleisig fahren.

»Endlich«, sagt Chris und deutet auf unseren Chef und Amelia Malek hin, denn sie laufen direkt auf uns zu.

»Sie war übrigens heute Morgen schon distanziert«, erzählt uns Bill, als ich zu seinem Schreibtisch laufe.

»Wenn du sie abgecheckt hast, wie die Frauen gestern Abend, ist es kein Wunder«, tadelt Chris ihn.

Aus einem dünnen Schlitz zwischen seinen Lippen pfeift Bill und ich schaue lachend zu ihr. Darüber, dass Chris ihn durchschaut hat, sind wir alle sehr amüsiert. Ich versuche, Blickkontakt mit ihr aufzunehmen.

Einmal will ich Amelia Malek genau in die Augen schauen, um herauszufinden, was sie für eine Person ist. Plötzlich schaut sie mich an und ich schenke ihr ein herzliches Lächeln. Vielleicht ist sie aufgeregt und sieht deshalb so angespannt aus? Als wir uns in die Augen schauen, öffnet sie kurz den Mund und schnappt nach Luft. Bill hat unrecht. Sie ist nicht heiß, sondern wunderschön. Frau Malek trägt wie gestern Abend einen Dutt. Diesmal ist er streng nach hinten gebunden und an ihrer grünen Jacke wackeln Bänder hin und her, wie die Pendeluhr bei meiner Mum.

Erneut schaut sie direkt in meine Augen. Shit! In ihren großen, rehbraunen Augen könnte ich mich, wie in einem Labyrinth, sofort verlieren. Bill stupst mich am Bein an. Keine Ahnung, was er mir damit sagen will. Ich ignoriere es und schenke ihr Aufmerksamkeit.

»Jungs, ihr bekommt weibliche Unterstützung, seid nett zu ihr. Bill, nicht zu nett, ihr seid Kollegen, verstanden? Das ist Amelia Malek.«

Bill lacht und Alex hebt seinen Zeigefinger, als ob er ihm erneut einen Vortrag halten will. Bitte nicht noch einmal, das wäre jetzt sehr unangenehm.

»Wir hatten ja schon das Vergnügen. Nenn mich Bill«, stellt er sich vor und lächelt sie schief an. Anscheinend lässt es Alex damit auf sich beruhen. Chris schließt sich an und geht auf sie zu. »Freut mich, ich bin Christian Janzen. Chris reicht völlig aus.«

Let’s go. Ich schenke ihr weiterhin ein Lächeln. Sie schaut mir direkt in die Augen und wendet den Blick nicht ab. Keiner von uns kann den Blick lösen. Es ist, als würde gerade etwas in mir passieren.

»Sie brauchen vor Bill keine Angst haben. Er tut nichts«, breche ich das unangenehme Schweigen. Schlagartig zieht sie ihre Augenbraue hoch, als wäre es ein Mechanismus.

»Er will nur spielen oder was?« Sie ist schlagfertig und peppt damit die Stimmung auf. Nun lächelt sie gleichermaßen und wir schauen uns von neuem in die Augen. Obwohl ihre Hand recht zart ist, hat sie für eine Frau einen ziemlich starken und selbstbewussten Händedruck.

»Jason Hasley. Wenn für Sie das Du in Ordnung ist, dann nur Jason.«

Abrupt lässt sie meine Hand gehen, die plötzlich leicht feucht wurde. Was zum Teufel?

»Ja, das Du ist vollkommen in Ordnung«, antwortet sie mir.

»Also dann, gutes Gelingen«, verabschiedet sich Alex von uns – oder besser gesagt von ihr – und lässt sie mit uns alleine. Wie ein Huhn bei den Füchsen.

»Also, wir haben von einem Mädchen eine Spur bekommen. Sie hat die Vermutung, dass ihr Freund mit Drogen dealt«, erklärt Chris, der absolut nicht in ihren Bann gezogen wird. Ob es nur mir so geht oder ob Bill von ihr genauso benebelt ist? Chris reicht Amelia alle zusammengetragenen Informationen und sie blättert darin herum. Sie holt tief Luft und lässt sie laut aus ihrem Mund entweichen.

»Habt ihr noch nie eine Frau gesehen, die liest und Kommissarin ist? Oder habe ich auf der Stirn stehen, dass ihr mich anstarren sollt?«, fragt sie uns kühl. Irgendwie erschrecken mich ihre Worte. Jedoch merke ich, dass ich der Einzige bin, der noch wie angewurzelt hier steht und sie begutachtet. Bill und Chris sitzen schon an ihren Schreibtischen und beobachten sie von dort. Mein Körper bleibt und beobachtet diese hübsche Frau weiterhin. Shit.

Als würde sie ihre Haare aus dem Gesicht schütteln wollen, bewegt sie ihren Kopf hin und her. Doch sie trägt einen Dutt.

»Du hast nichts zu tun?«, spricht sie mich direkt an und ist genervt.

»Nein, eigentlich nicht«, amüsiere ich mich auf ihre Kosten und versuche, cool zu bleiben. Tatsächlich habe ich einiges zu erledigen, aber ich lehne mich an den Schreibtisch von Bill und beobachte unsere Neue. Plötzlich tippt mich Bill am Rücken an und ich zucke kurz. Amelia wühlt mit ihrer Hand in ihrer Jackentasche und verdreht die Augen. Daraufhin lächelt sie, das ist kein gutes Zeichen. Wahrscheinlich ist der Typ von gestern ihr Freund.

»Sie hat einen Freund. Ihr könnt eure Eier wieder einpacken«, zieht Chris uns auf. Mein Blick wandert zu Bill und ich weiß genau, was er denkt: Kein Wunder bei diesem Erscheinungsbild.

»Nein, habe ich nicht, trotzdem könnt ihr eure Eier verstauen«, erklingt ihre Stimme kräftig und dennoch weich. Ich wende mich kurz zu Bill und pfeife vergnügt. Von meinem Schreibtisch behalte ich sie weiter im Auge. Selbstverständlich weiß ich, dass es nicht unbedingt gutes Benehmen ist, und ich erinnere mich an meine Mum, die mir genau dies eingetrichtert hat. Gute Manieren. Bestimmt bin ich im Präsidium der einzige Mann, der alle Kniggeregeln kennt und sie nicht gebraucht. Jedenfalls nicht kontinuierlich. Mir fällt auf, dass Bill mich anstarrt, weil ich sie so anschaue. Was soll ich sagen? Ich kann mich dagegen nicht wehren. Es ist, als würde ich in einem Museum stehen und bin von einem Bild fasziniert, wie manche von Mona Lisas Lächeln.

»Sind das alle Informationen?«, fragt sie ungläubig und ich wende mich ihr zu.

»Ja«, antworte ich, denn Bill schaut mich weiterhin an und Chris ist an seinem Computer beschäftigt. Typisch für ihn.

»Und wir gehen der Sache nach? Das ist ja nichts. Gar nichts«, sagt sie vorwurfsvoll und wirft die Unterlagen auf den Tisch. Damit hat sie die volle Aufmerksamkeit von uns dreien.

»Wir sollten uns diesen Malte vornehmen, wenn ihr tätig werden wollt.« Sie ist völlig selbstsicher. Wir waren uns einig, dass dieser Fall für sie bestimmt ein guter Start ist, dass sie gleich so vorangehen will, hätte niemand von uns gedacht. Also versuche ich, sie auszubremsen, denn von meinen zwei Kollegen tut es keiner.

»Du bist sehr eifrig, manchmal ist Ruhe jedoch besser.« Ohne mit mir etwas zu besprechen steht sie auf, blickt mich böse an und schreibt sich irgendetwas auf. Wenn Bill mit ihr fährt, wird er sie vielleicht nerven oder flachlegen … Dann sind meine Chancen verspielt.

»Ich fahre«, fordere ich und stehe ruckartig auf. Ohne weiter nachzudenken, greife ich nach meiner Jacke und schaue noch einmal zu Bill herüber. Er grinst, als wolle er mir freiwillig den Vortritt lassen. Als wäre es ein Wettbewerb … Niemals würde ich um eine Frau wetten – und er ebenfalls nicht. Bill trägt die Damen in dieser einen Nacht auf Händen als wären sie Königinnen.

Auf dem Weg zu meinem Auto redet Amelia kein Wort mit mir, bis ich mein Baby entriegele.

»Du fährst einen Camaro?«, fragt sie ungläubig, als ob sie es lächerlich findet. Ich liebe dieses Auto.

»Ja, hast du ein Problem damit? Was fährst du, einen Ford KA?«, platzt es aus mir heraus. Ich hoffe, sie ist nicht so empfindlich und kann damit umgehen. Immerhin hat sie Pfeffer und wer austeilt, muss einstecken können. Dann passiert es erneut, wir schauen uns in die Augen und langsam wird es mir selbst unangenehm, dass wir uns andauernd anschauen. So intensiv … Als würde uns ein Band verbinden.

»Nein, einen alten 3er BMW. Als Polizist so einen Wagen zu haben, finde ich sehr auffällig«, rechtfertigt sie sich. Ich muss mir das Lachen verkneifen. Auffällig … tzz. Ich steige in meinen Liebling, drehe das Radio auf und fahre los, als sie sich anschnallt. Amelia Malek ist irgendwie anders. So ruhig und tiefsinnig. Ob es an ihrer Adoption liegt? Ob sie deshalb nach Berlin zog? Sie war auf jeden Fall die Beste ihres Jahrgangs. Vielleicht ist das ein gutes Thema, um mit ihr ein Gespräch zu starten. Ich drehe leicht am Lautstärkeregler und dämpfe die Musik. »Du warst die Beste?«

»Ja, richtig«, antwortet sie freundlich. Das erste Mal, dass sie diese Seite von sich zeigt. Ein stolzes Lächeln.

»Du siehst nicht aus, als wärst du eine Streberin.« Und das ist wirklich so. Jedenfalls stelle ich mir Streberinnen anderes vor. So wie die Mädels damals in meiner Klasse, mit Brille, dann hatten sie ständig mit ihrem Gesicht irgendwelche Zuckungen und dieses ­´Hier, Herr Lehrer, ich weiß was´-Getue.

»Tja, vielleicht habe ich mit dem Ausbilder gevögelt«, antwortet sie und ich bin darüber erschrocken, was sie da sagt. Denn Heiko ist soweit ich weiß glücklich verheiratet und kein Frauenschwarm. Damit sie meine Fassungslosigkeit nicht in meinem Gesicht lesen kann, presse ich schnell meinen Kiefer zusammen und versuche ernst zu bleiben. So viele Facetten zeigt sie an einem Tag. Ich schaue kurz zu ihr und fange an zu lachen, weil sie selbst grinst, als würde sie kaum glauben, dass sie das gerade gesagt hat.

»Das glaube ich nicht. Heiko ist glücklich verheiratet und er ist nicht dein Typ«, antworte ich ehrlich und schließlich lacht sie laut.

»Woher willst du wissen, was mein Typ ist? Vielleicht stehe ich ja auf Ü-Vierzig?« Selbstsicher hebt sie ihr Kinn ein Stück. Sie fordert mich heraus, doch ich kann ihr schlecht sagen, dass wir sie gestern mit diesem Schrank gesehen haben. Vielleicht ist sie nicht mit ihm zusammen, trotzdem ist es möglich, dass mit ihm etwas läuft.

»Das bezweifel ich, du siehst nicht danach aus«, erkläre ich ihr. Für einen Moment schweigt sie, als ob sie mich weiter herausfordern will. Bestimmt denkt sie nach.

»Ich sehe auch nicht aus wie eine Streberin.« Ich hatte recht. Mein Grinsen in meinem Gesicht bekomme ich nicht mehr gezügelt, weil sie meine Worte gegen mich verwendet. Als die Ampel rot wird, wende ich meinen Blick kurz von der Straße zu ihr. Sie versucht es zu ignorieren, doch sie merkt diese Spannung zwischen uns auch, denn manchmal lächelt sie, bevor ihre Gesichtszüge wieder ernst werden, und dann beißt sie sich auf die Wangeninnenseite.

»Trotzdem eher wie eine Streberin als wie eine, die mit Heiko vögelt«, sage ich und schaue sie von oben bis unten an.

Bis ich mein Auto parke, schweigen wir uns an. Solange hat sie aus dem Fenster geschaut. Wir befragen diesen Malte und er zeigt eindeutig Symptome eines Konsumenten. Ihre Fragen sind recht gut und mit Bedacht gewählt. Leider können wir ihm vom Dealen nichts nachweisen. Noch nicht. Amelia wollte danach noch durch die Straßen laufen und sich umschauen. Die Idee ist nicht schlecht, wenn wir nicht mitten in Berlin Kreuzberg wären.

»Glaubst du, uns wird irgendwer etwas sagen? Amelia, hier wird niemand den Mund aufmachen und seine Dealer verpetzen. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung«, erkläre ich. Sie nickt und sieht ein, dass es keinen Sinn macht, weiter durch die dunkle, kalte Gegend zu laufen.

»Er wirkte nervös. Nicht, weil er voll drauf war, sondern weil irgendetwas nicht stimmte«, flüstert sie und ihren Atem sieht man in der frischen Luft. Vielleicht ist sie wirklich gut in ihrem Job, allerdings reicht es für heute. Mein Magen knurrt.

»Ich habe Hunger, lass uns noch etwas essen«, biete ich an, denn in der Nähe meines Autos steht ein Imbisswagen, bei dem es sehr gute Brat- und Currywürste gibt. Meine neue Kollegin willigt ein und folgt mir.

»Hey Carlo, alles klar?«, frage ich den Besitzer und schließlich dreht er sich zu uns um.

»Na Jason, du weißt doch, schlechten Menschen geht es immer gut. Was kann ich euch bringen?«

Ich entscheide mich für eine Currywurst mit Pommes mit einer Cola. Irgendwie sieht Amelia unsicher aus.

»Was möchtest du essen oder trinken?«, frage ich freundlich und Carlo wartet auf Amelias Bestellung. Sie schaut noch einmal auf Carlos Speisekarte und beißt sich auf ihre Unterlippe.

»Ich hätte gerne eine Currywurst mit Brötchen und ein Wasser«, bestellt sie und schenkt mir ein Lächeln. Dieses Lächeln ist wunderschön und ich könnte es täglich sehen, wenn ich aufwache. Jeder Mann kann sich glücklich schätzen, sie als Freundin zu haben. Da kommt mir eine Frage in den Sinn. Warum hat sie keinen Freund?

»Carlo, du hast gehört, was die Frau möchte.« Er nickt mir zu, wirft die Pommes ins heiße Fett, holt uns die Getränke aus einem Schrank und ich bezahle schnell alles. Unser Trinken nehme ich ihm ab und stelle sie auf einen Stehtisch ein Stück abseits von den anderen Kunden.

»Also Amelia, erzähl mir von dir.« Ich muss mehr über sie erfahren. Persönliches, Privates, egal, nur irgendetwas.

»Habt ihr mich vorher nicht durchleuchtet oder so?« Sie weiß, wie das läuft. Alex hat recht, sie ist gut und eine hervorragende Partie für unser Team.

»Klar, jedoch leben wir dann nicht so in der Stille«, antworte ich ihr und lächle.

»Ich mag die Stille«, flüstert sie und es ist irgendwie einleuchtend, weil sie so wenig spricht. Sie mag die Ruhe, das habe ich noch nie von jemandem gehört.

»Siehst du, das steht nicht in deinen Unterlagen. Ich schweige auch gerne, trotzdem mag ich genauso gerne gute Gespräche.« Immerhin lebe ich viel in der Stille, wenn ich zu Hause bei meinem Papa bin. Es ist manchmal so, dass ich denke, ich wäre alleine daheim. Er sitzt in seinem Sessel und liest oder macht irgendetwas anderes. Carlo pfeift uns zu und unterbricht damit das Gespräch. Amelia nickt, läuft zu Carlo und holt unser Essen. Als sie wiederkommt, nimmt sie ein Stück Wurst in den Mund und schluckt gleich noch eins runter. Als wolle sie nicht mit mir reden. Plötzlich beginnt sie: »Bill ist ein Frauenheld und Chris wohl das Gegenteil, dafür hat er eine Frau.« Sie deutet auf ihren rechten Ringfinger. »Zu welcher Sorte Mann gehörst du?«, fragt sie direkt. Ich muss lachen, weil sie mir so eine Frage stellt, und ich überlege kurz, wie ich am besten testen kann, ob sie genauso auf mich reagiert wie ich auf sie. Obwohl diese Blickkontakte mir schon als Beweis reichen.

»Du hast sie schon gut analysiert«, antworte ich, nähere mich ihr und atme ihren Duft ein. Sie riecht nach Sheabutter oder Mandeln, irgendetwas angenehm Dezentes.

»Ich gehöre zu den Männern, die wissen, was sie wollen«, hauche ich ihr ins Ohr und Alexander Kowalski geht mir gerade kreuzweise mit seinem Vortrag am Arsch vorbei! Ich spüre, wie sie die Luft anhält – und nicht aufgrund dessen, dass sie sich unwohl oder angegriffen fühlt, sondern weil sie auf mich genauso reagiert. Sie schaut auf ihre Pappschale, pikst ganz schnell ein Stück Wurst an, schlingt es regelrecht runter und sofort folgt das Nächste. Sie redet kein Wort mehr mit mir. Was sie wohl denkt? Genüsslich esse ich auf und amüsiere mich, dass ich ihr in diesem Moment so zu schaffen mache. Ob es ihr unangenehm war und ich ihr zu nahe getreten bin? Sie pult in ihrem Brötchen herum und holt das ganze Weiche heraus. Dann isst sie das Äußere. Irgendwie witzig. Ich habe noch nie eine erwachsene Frau gesehen, die so Brötchen isst.

»Isst du deine Schrippe immer so?«, versuche ich ein neues Gespräch zu führen. Ihre braunen Augen blicken in meine und sie sieht plötzlich sanft auf, als würde sie sich ertappt fühlen.

»Lass uns zurück zum Auto laufen«, sage ich, ohne dass sie auf meine erste Frage geantwortet hat.

Im Auto würde ich gerne ihre Hand kurz halten, obwohl wir uns nicht kennen und nur Kollegen sind. Einerseits fühlt es sich falsch, andererseits irgendwie richtig an. Mein Gedanke ist total dämlich. Ich nehme Abstand von dem Versuch, sie zu berühren. Vielleicht sollte ich sie nach einer Weile zu einem Date einladen, außer Bill versaut es mir.

Als wir am Präsidium sind, lasse ich sie gleich nach Hause fahren und ich übernehme das Dokumentieren. Amelia kann morgen noch den Rest ergänzen und es sich durchlesen. Im Augenblick brauche ich Ruhe und wenn ich Glück habe, sind Bill und Chris auch schon weg. Im Fahrstuhl lehne ich mich gegen die kalte Blechwand und atme tief ein und aus.

Shit! Wir haben es Alex versprochen. Die Türen öffnen sich und ich laufe zu meinen Schreibtisch. Bill sitzt noch und erledigt irgendeinen Schreibkram.

Drittes Kapitel

»Na, Herr Hasley, wie war es mit unserer neuen Kollegin?«, fragt mich Bill. Meine Miene verzieht sich und ich brumme kurz. Seine Anspielung würde sogar ein Zehnjähriger verstehen.

»Ach komm, Jason, gib es zu, du stehst auf sie, mehr als ich.« Er wackelt mit den Brauen.

»Shit Bill. Sie haut Sachen heraus, die man ihr gar nicht zutraut. Dazu ist sie wahnsinnig hübsch, was dir ja sofort auffiel.« Meine Stimme verändert sich und ich spiele zum Schluss mit Sarkasmus und bringe Bill zum Lächeln.

»Abgesehen davon, dass Alex uns mehrere Vorträge hielt, lasse ich dir gern den Vortritt. Versagst du, kann ich sie immer noch vögeln.«

Ich brumme noch einmal. Diesmal ziemlich verärgert, denn ich glaube nicht, dass Amelia Malek eine Frau ist, die man nur flachlegt. So eine Frau hat es verdient, geliebt zu werden.

»Dir fliegen wirklich Vögelchen aus dem Arsch!« Er fängt fürchterlich an zu lachen und ich ignoriere das Ganze. Das kann ich mir heute nicht anhören, ich nehme auf meinem Stuhl Platz und beginne, den Bericht zu schreiben.

Immerhin dreht sich schon alles, wenn ich allein an Alex denke. Ich sehe ihn längst vor mir, mit seinem Zeigefinger wedelnd und völlig echauffierend.

Als ich zu Hause bin, sitzt mein Papa auf dem großen Sofa. Alleine.

»Judith ist nicht da?«, frage ich gleich, als ich die Tür hereinkomme und die Wohnung mit einem Rundumblick abscanne. »No, she’s at home.« Er beginnt, mit mir auf Englisch zu reden, wie jedes Mal, wenn wir alleine sind. Ich unterhalte mich kurz mit ihm, jedoch merke ich schnell, dass er seine Ruhe haben möchte. Er liest irgendeine medizinische Fachzeitschrift.

»Can I turn the TV on?« Er blickt über die Zeitschrift und nickt. Mein Weg geht zuerst in die Küche und ich stöbere nach etwas essbaren.

»Was suchst du?«, fragt er weiter auf Englisch und ich stöhne kurz.

»Nichts«, antworte ich in seiner Muttersprache und laufe zurück zur Couch. Ein knarrendes Geräusch ertönt, als ich mich auf sie lege, und ich schalte den Fernseher mit der Fernbedienung an.

Das Programm ist wie gehabt spektakulär und ich wälze mich auf dem Sofa herum. Mein Papa ist genauso wie Amelia. Er schweigt ebenfalls gerne. Hin und wieder brummt er mal.

»Möchtest du mir etwas sagen?«, hakt Edmund nach, legt seine Zeitung auf den Tisch und ich pruste.

»Ja … Soll ich ausziehen? Oder wir kündigen die Wohnung, du ziehst zu Judith und ich such mir eine eigene Bleibe?« Jetzt brummt er, weil ich Deutsch spreche.

»Jason, warum? Wir sind nur selten da. Gestern war eine Ausnahme.«

»Papa, du schläfst mehr bei Judith als zu Hause und ich kann mir auch etwas Eigenes suchen. Das tue ich nur, wenn du ausziehst. Ich lasse dich nicht alleine auf den Kosten und der Wohnung sitzen«, erkläre ich ihm und er schnalzt mit der Zunge.

»Wir bleiben hier wohnen. Das habe ich dir schon die ganze Zeit gesagt und meine Meinung hat sich nicht geändert.« Er brummt und ich tue es ihm gleich. Schließlich schalte ich den Fernseher aus. Mein Zimmer ist ausreichend für mich und ich könnte mir dennoch eine kleine Wohnung suchen. Ich brauche nicht viel Platz und auch nicht so ein Apartment wie Bill mit riesiger Dachterrasse. Obwohl sie wirklich toll ist, besonders im Sommer.

Wenn mein Papa allerdings meint, es ist alles gut, so wie es ist … Vielleicht möchte er nicht zu Judith ziehen und ich bin sein perfektes Alibi. Manchmal versteht man seine Angewohnheiten und sein Handeln nicht. Er ist ein Sturkopf!

Morgen ist ein neuer Tag mit Amelia Malek. Ich sollte mir eher über sie Gedanken machen, als um die Wohnung. Immerhin fällt es Chris und Bill auf, dass ich an ihr interessiert bin. Bis es Alex mitbekommt, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Bill und ich haben ihm mehrmals gesagt, dass wir mit der Neuen nichts anfangen werden. Keiner konnte wissen, dass sie so begehrenswert ist. Vielleicht ist sie ganz anders und verstellt sich, bis ihr wahres Gesicht zum Vorschein kommt. Ich werde sie auf jeden Fall im Auge behalten.

Amelia sitzt an ihrem Schreibtisch als ich zu meinem laufe.

»Na dann los«, sagt Bill enthusiastisch, grinst mich gehässig an und Amelia steht auf. Sie würdigt mich kaum eines Blickes. Vielleicht war ich gestern zu voreilig oder besser gesagt zu distanzlos? Sie hat auf mich reagiert. Das ist klar und ich habe mich nicht getäuscht. Ich täusche mich in solcher Hinsicht selten. Eigentlich nie. Leider ist sie abgesehen davon, dass ich erkenne, dass sie auf mich anspricht, sonst sehr geheimnisvoll.

»Amelia und ich wollen noch einmal einer anderen Spur auf den Grund gehen«, informiert mich mein Lieblingskollege und zeigt auf die Unterlagen der Kelten-Gang. Wir haben sie so genannt, weil alle Mitglieder dieser Bande ein keltisches Tattoo irgendwo an ihrem Körper haben. Lange sind wir hinter ihnen her, doch momentan ist es ruhig geworden. Ich verstehe gerade nicht, warum er sie jetzt doch mitnimmt, wenn wir uns doch gestern einig waren, dass sie langsam beginnt.

Ich schaue zu Bill, wie seine Mimik ernst wird, und dann blicke ich zu ihr. Amelia schaut mir direkt in die Augen und lächelt, welches jedoch schnell verfliegt. Als wäre ihr gerade ein dunkler Gedanke gekommen. Diese Augen sind unglaublich. Sie sind wie ein Blitz und dann folgt ein Donnerschlag, wenn man in sie schaut. Unsere neue Kollegin dreht uns den Rücken zu und läuft schon einmal vor, während Bill seine Jacke holt.

»Heute ist sie anders. Was hast du mit ihr gemacht?«, fragt Bill im Flüsterton und ich schüttele den Kopf.

»Nichts«, wehre ich mich. Seine Augen durchbohren mich, als ob er in meinen Kopf schaut und erkennen kann, ob ich ehrlich bin.

Er nickt. »Na ja, schauen wir mal, was sie sagt.«

Ich verdrehe die Augen und lasse mich in meinen Stuhl fallen. Was soll ich getan haben? Chris schaut zu mir rüber und sein Blick ist nicht freudig. Haben sich plötzlich alle gegen mich verschworen? Ich wühle am Schreibtisch herum und suche meinen Bericht.

»Bill hat ihn Amelia heute Morgen gegeben. Er müsste noch bei ihr liegen«, informiert mich Chris nach einer Weile teilnahmslos.

»Warum geben wir ihr jetzt doch schon den Kelten-Fall?«, hake ich nach.

»Weil sie gefragt hat, worum es dabei geht.« Chris zeigt abwertend auf die Tafel, auf dem alle zusammengetragenen Infos stehen, die uns weiterhelfen könnten.

»Alter, was ist dein Problem?«, frage ich ihn eindringlich und meine Stimme wird lauter. »Hast du schlechten Sex, lass es nicht an mir aus«, rede ich weiter.

»Besser schlechten Sex als gar keinen, Jason.« Chris blickt über seinen Computer.

»Das ist Bills Spruch.«

Er zuckt mit den Schultern. »Mein Problem ist, dass ich dieses Benehmen von Bill erwartet hätte, nicht von dir. Es hieß, ihr lasst die Finger von ihr und du beginnst schon beim Vorstellen mit …« Chris fuchtelt wild mit seinen Händen und haut schließlich mit der Faust auf den Tisch. »Mit was weiß ich«, schimpft er. Dabei dreht er sich um und schaut, ob irgendwer uns gehört hat.

Abrupt fange ich an zu lachen. »Mit was weiß ich?«, hake ich nach, er winkt ab und lacht, weil er nichts dergleichen aussprechen kann. Manchmal frage ich mich ehrlich, wie er es hinbekam, seine Frau zu finden und dann noch zu heiraten.

»Ich war nur freundlich.« Mein Zungenschnalzen ertönt durch den Raum und ich widme mich meiner Arbeit. Mit was weiß ich … Eigentlich hat er recht. Ich weiß selbst nicht, was ich da tue, was sie mit mir macht. Warum musste Alex unbedingt eine Frau und dann so eine junge ins Team holen? Ein Mann wie Henning wäre vollkommen ausreichend gewesen. Er war ein guter Kollege. Bestimmt frühstückt er gerade mit seiner Martha. Sie unterhalten sich über irgendwelche Nichtigkeiten oder was er alles von nun an mit ihr vorhat. Viel reisen, das ist sein Plan. Seine ersten Ziele sind Italien, die Toskana, der Schiefe Turm von Pisa und Carrara Marmor. Dann sollen Schottland und Irland drankommen. Er wollte unbedingt Haggis probieren, die Nordwest Highlands sehen und schließlich sollen noch unzählige andere Dinge hinzukommen. Er und Martha haben jahrelang auf Urlaub verzichtet. Selbst ich weiß nicht, wann ich zuletzt verreist bin. Ich glaube, vor meinem Studium bin ich mit meinem Vater zu meinen Großeltern geflogen. Das war kein richtiger Urlaub, das war ein Familienbesuch. Vor zehn Jahren war ich das letzte Mal dort. Ab und zu skypen wir mit meiner Tante. Ein lautes Stöhnen dröhnt durch den Raum und ich drehe den Kopf zu Chris.

Als ich in der Pause in mein Brot beiße, schaue ich auf die Tafel der Kelten und schließlich auf die von Konrad.

»Chris«, sage ich mit vollem Mund und er schaut zu mir und schluckt sein Baguette runter.

»Ja?«

»Meinst du, Konrad könnte zu den Kelten gehören? Oder zumindest seine Drogen von ihnen bekommen?«, frage ich ihn, als ich mein Brot aufgegessen habe.

»Vielleicht, dafür bräuchten wir weitere Infos.«

»Er würde auf jeden Fall ins Muster passen«, erkläre ich ihm und er schaut auf die Tafel.

»Das stimmt. Verrenn dich nur nicht. Eventuell haben wir Glück oder er ist einfach ein kleiner Deal vom Block.« Chris sieht alles viel zu realistisch und deshalb werde ich jetzt versuchen, mögliche Verbindungen zu finden.

»So eine Scheiße«, schimpft Chris und krallt sich an einen Stift.

»Was ist los?«, hake ich nach.

»Ich bekomme einfach keine weiteren Infos der Mitglieder der Kelten«, brüllt er mich schon fast an und wirft den Stift von sich, der schließlich auf den Fußboden runter rollt. »Fuck!« Chris steht sofort auf, um ihn aufzuheben.

Das erste Mal nach meiner Pause schaue ich auf die Uhr und mir fällt auf, dass wir schon fast Feierabend haben. Ich habe den ganzen Tag damit verbracht, Berichte zu schreiben und Informationen zusammenzufassen.

Amelia und Bill kommen zurück. »Sie ist wirklich gut«, sagt Bill laut und sie lächelt. Ihr Lächeln ist so schön, bis sie zu mir schaut, dann ist es wie heute früh, ihre Mimik wird ernst. Sie blickt über ihren Schreibtisch und ich weiß, was ihr auffällt.

»Ich brauchte ihn noch einmal und habe ihn mir genommen. Immerhin habe ich ihn geschrieben«, erkläre ich ihr und schaue Amelia mit ernster Miene an. Was sie kann, kann ich schon lange. Wenn sie spielen will, dann los. Sie kommt zu mir und hält ihre Hand auf.

»Darf ich ihn zurückbekommen?«, bittet sie mich freundlich aber dennoch unnahbar.

»Er ist fertig«, antworte ich, stehe auf und stelle mich vor sie. Ihre Augen sind aufgerissen, ihre Pupillen geweitet und ihre Atmung ist stark. Sie schaut mir direkt in die Augen. Dann passiert irgendetwas mit ihr. Plötzlich stemmt sie ihre Hände in die Hüfte und prustet kurz.

»Ich möchte ihn gerne noch einmal lesen. Also bekomme ich ihn?«, fragt sie ziemlich fordernd. Mein Grinsen verkneife ich mir, lockere meine Schultern, drehe mich zur Schublade um und hole ihn schließlich heraus. In ihre ausgestreckte Hand lege ich den Bericht und während dieses Moments scheint sie bei mir zu sein. Sie reagiert sofort auf mich, denn ihre Augen funkeln und ihr Gesicht wird freundlich.

Was geht nur in ihrem hübschen Kopf vor sich, wenn sie erst solch eine Wärme in ihren Augen hat und dann so kalt wirkt? Als würde man heiß duschen und plötzlich betätigt jemand die Klospülung und das Wasser wird eiskalt. Ob ihr irgendeiner einst so weh tat, dass sie seit dieser Zeit bei jeglichen Gefühlen zu Männern Angst bekommt? Gestern war sie jedenfalls noch nicht so. Irgendetwas muss über Nacht passiert sein.

»Habt ihr was Neues herausgefunden?«, hake ich nach, um mich abzulenken, und spreche Bill an.

»Na ja, es scheint so, als würden sie jetzt auch ein Café und eine Bar in Tempelhof beliefern«, berichtet er.

»Ich bin heute vielleicht auf etwas gestoßen«, informiere ich Bill und Amelia. »Möglicherweise gehört Konrad zu den Kelten, er würde definitiv ins Profil passen: deutsch, hat einen mittelgut bezahlten Job, unscheinbar unauffällig.« Ich deute auf die Mitglieder der Gang und auf Konrad, die äußerlich schon sehr zusammen passen.

»Das wäre mal eine gute Nachricht. Wenn er tatsächlich so ist, wie Frau Blum ihn beschrieb, haben wir vielleicht gutes Spiel, um an ihn heranzukommen«, sagt Bill und lächelt.

»Ich werde morgen mit Alex reden, jetzt gehe ich in meinem wohl verdienten Feierabend«, verabschiede ich mich von Bill und Amelia, denn Chris will selbst gehen und hat seine Tasche schon umgehangen.

Im Auto ertönt sofort die Musik und ein wenig erschrecke ich mich, weil sie noch so laut ist. Nachdem ich mit dem Regler die Musik gedämpft habe, fahre ich zur Turnhalle.

Eine kurzhaarige Blondine kommt aus dem Gebäude, lächelt mich an und hält mir die Tür auf.

»Danke«, sagte ich zu ihr und das Strahlen wird breiter. Ich merke, wie sie mir noch einmal hinterherschaut. So wie der Parkplatz ist auch die Umkleide leer. Es standen nur drei Autos mit meinem dort. Das ist wahrscheinlich der Vorteil, wenn man den Schlüssel hat und den Geschäftsführer kennt. Man kann kommen, wann man will. Thomas ist da und als ich weiter in Richtung Halle laufe, höre ich Frauengekicher. Oh nein, heute ist Donnerstag: Bauch, Beine, Po. Die Blondine, die mir eben die Tür aufhielt, steht nun in kurzer Hose und Top im Flur. Dabei quatscht sie mit den anderen. Ich gehe an ihnen vorbei und jogge ein paar Runden um den Block, um mich warm zu machen. Wegen des kalten Windes, der mir ins Gesicht bläst, habe ich das Gefühl, meine Nase ist eingefroren. Es ist zwar arschkalt, doch Joggen geht zu jeder Jahreszeit. Als ich an dem Parkplatz vorbeilaufe, vermute ich, dass womöglich alle Frauen mit der Bahn fuhren. In dem Moment, als ich wieder hereinkomme, sind die Mädels schon alle in ihren Gymnastikhaltungen und Sandys Stimme hallt durch den Raum.

»Bildet euch ein, ihr würdet in ’ner Disco am Klo hocken. Ihr setzt euch nicht direkt auf die Brille. Das ist die beste Übung dafür.« Sie sieht mich und winkt in ihrer albernen Klositzübung. Jetzt, wo ich das sehe, bin ich froh, dass ich ein Mann bin und im Stehen pinkeln kann. Mit meinem Schlüssel öffne ich ein Tor, hole den Barren und das Pauschenpferd heraus, kreide meine Hände ein und beginne am Barren mit Schwung und Überschlagbewegungen. Danach alles, was ich kann. Als ich mich kurz über Kopf mit den Händen am Turngerät halte, kann ich den ganzen zwanzig Frauen auf die Pos schauen. Keine haut mich so um wie Amelia Malek. Keine Ahnung, ihr Hintern sah vorgestern in ihrer Leggings zum Anbeißen aus. Ich würde alles mit ihr anstellen. Alles, was sie mir von sich geben würde.

Alles, was sie möchte.

»Na, genießt du den Ausblick?« Ich höre Thomas Stimme in meinem mit Blut gefüllten Kopf, schwinge mich herum und lasse mich auf dem Boden nieder. Während ich meine Kreidespuren weggewischt habe, brumme ich kurz und schiebe den Barren zurück in das Tor, danach das Pauschenpferd.

»Ne, nicht mein Beuteschema.«

»Ich glaube, ein paar der Weibchen stehen auf dich.« Er lacht und ich tue es ihm gleich.

»Ich habe jemand anderen im Auge, sorry«, entschuldige ich mich und Thomas hebt seine Hände.

»Hey, bei mir musst du dich nicht rechtfertigen«, sagt er lächelnd und klopft mir auf die Schulter.

Die Gymnastikstunde scheint vorbei zu sein, als ich gerade aus der Dusche, nur umwickelt mit einem Handtuch, komme. Die Bauch-Beine-Po-Mädels schauen mich an, als sie mir entgegenlaufen.

Wäre ich nicht schon halb nackt, würden sie mich wahrscheinlich mit ihren Blicken ausziehen. Ich beachte sie kaum, dagegen starren manche mich an als wäre ich Freiwild und kichern.

»Wirklich heiß«, flüstert eine der anderen zu und ich muss laut loslachen. Stets sind es dieselben Frauen, die solche Kommentare ablassen. Ich sollte mir den Donnerstag merken, falls ich Amelia vergessen muss. Dann mach ich es wie Bill und vögele eine nach der anderen durch. Das ist mein Plan.

Zuhause setze ich mich vor den Fernseher und zocke noch ein bisschen an der Playstation. Bill ist online und wir spielen FIFA gegeneinander. Seine Atemzüge von der Zigarette kann ich genau hören.

»Also, wie gehts deinen Vögelchen?«, fragt er und ich weiß ganz genau, worauf er anspielt.

»Hast du mit ihr darüber geredet?«, frage ich ihn. Es interessiert mich. Wenn er irgendetwas zu ihr gesagt hat, werde ich zu ihm fahren und … Er lacht.

»Nein, sollte ich?«

»Nein«, brumme ich ihn durch das Headset an.

»Sie ist sehr nett und meine Gemeinheiten lasse ich. Sie ist zu schlau dafür. Amelia redet wenig. Das ist manchmal gruselig.« Also ist sie wenigstens nicht nur zu mir so. Das ist ein gutes Zeichen. Wobei sie sagte, dass sie die Stille mag.

»Wieso gruselig?«, schmunzel ich.

»Na ja, hast du jemals eine Frau kennengelernt, die wenig redet? Außer du schläfst mit ihnen, dann sind sie alle ruhig«, antwortet er mir und lässt dabei den Ball rein. »Ach scheiße«, flucht Bill, bevor ich einwenden kann.

»Hm … Bill, ich kenne keinen Typ, der so viel redet wie du.«

Er pustet den Qualm der Zigarette hörbar heraus. »Möglich. Ich habe halt zu Hause niemanden zum Reden. Immerhin hast du Edmund.«

»Der selbst wenig redet.«

»Also falls Amelia auf dich steht und ich glaube, dass sie das irgendwie tut, wirst du mit ihr gut klarkommen, denn sie ist im Endeffekt wie dein Edmund.« Herzhaft beginnt er mit seiner komischen lustigen Lache erneut und ich steige diesmal mit ein, obwohl es überhaupt nicht amüsant ist. Aber diese Lache …

»Und wie willst du sie für dich gewinnen?«, fragt er und seine Stimme ist plötzlich heißer. Ich schieße noch ein Tor und er flucht wieder. »Jason, du Drecksau.«

»Keine Ahnung, ich warte ab.« Das wird das Beste sein. Sie soll nicht denken, dass ich ein Idiot bin, was jedoch viele Frauen von mir behaupten würden. Im Gegensatz zu Bill. Wenn er alte Betthäschen trifft, freuen sie sich und schlingen sich um seinen Hals. Keine Ahnung, warum und wie das funktioniert. Entweder habe ich die falschen Frauen oder mit seinen Grazien stimmt irgendetwas nicht.

»Ernsthaft, abwarten?«, posaunt er entsetzt ins Headset.

»Ja, Bill, Geduld wird meistens belohnt.« Ich schieße noch ein Tor, weil er sich von unserem Gespräch ablenken lässt.

»Jason, mit dir macht das keinen Spaß.«

»Ich konzentriere mich eben auf das Spiel und nicht auf unsere Unterhaltung.«

»Ich höre auf. Du bist ein unfairer Spieler«, murmelt er und ich freue mich, dass ich gewinne.

»Bis morgen.«

Ich spiele noch ein paar Runden gegen virtuelle Gegner und gehe schließlich ins Bett. Heute bin ich alleine in der Wohnung. Mein Papa schläft bei Judith.

Viertes Kapitel

Die nächsten Tage sind wirklich ruhig. Amelia versucht mir aus dem Weg zu gehen, aber jedes Mal, wenn wir etwas bereden müssen, merke ich, dass eine Spannung herrscht. Irgendetwas hindert sie daran, darauf einzugehen. Wie lange sie das wohl durchhält? Ich kann jedenfalls recht gut damit umgehen, allerdings habe ich den Eindruck, sie flüchtet vor ihren Gefühlen.

Chris hat mich schon mehrmals angesprochen, dass ich sie in Ruhe lassen soll, wobei ich im Grunde gar nichts mache. Er fing mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und so einem Scheiß an. Bill war fast vom Stuhl gefallen vor Lachen und ich war so rasend, dass ich ihm fast an die Gurgel gesprungen war. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wäre es, wenn sie überhaupt nicht an mir interessiert wäre und ich sie anmachen würde. Amelia und mich verbindet etwas. Nur einer von uns versucht es zu ignorieren, und ich baggere sie nicht mal an.

Frau Blum stand die letzten Tage täglich vor meinem Schreibtisch und Bill nahm heute Amelia mit zur Observation. Alex hat angewiesen, dass die zwei es machen, weil ich von diesem Fall genervt bin, wenn man es überhaupt Fall nennen kann. Wir haben keine richtigen Beweise, um in sein Haus zu stürmen und es zu durchsuchen, und ob meine Vermutungen richtig sind, werden wir hoffentlich bald erfahren. Nachdem ich zu Alex gegangen bin und ihm die Sachlage erklärt habe und auch, dass die gute Frau ständig vor meinem Schreibtisch steht, hat er nun eine Observation angeordnet. Wenn bis heute Abend nichts passiert ist, wird das Ding erstmal geschlossen und vergessen. Hauptsache die Frau lässt mich endlich in Ruhe. Während die beiden eine Observation durchführen im Fall Konrad, werden Chris und ich zu einem der Cafés fahren und dieses beobachten.

»Amelia hat es dir angetan, richtig?«, fragt Chris, als wir auf das Café starren.

»Willst du mir jetzt wieder Vorwürfe machen?«

»Nein, aber du solltest dir überlegen, ob sie auch Interesse an dir hat.«

»Chris, ich weiß, du wohnst auf einem Nerdplaneten, der wenig Ahnung davon hat, aber selbst du musst doch merken, dass sie so sehr versucht, mich zu ignorieren, dass es komisch wirkt«, sage ich.

»Ja, sie versucht, dich zu ignorieren. Ich weiß auch nicht, du hast schon recht. Würde sie dich nicht mögen, würde sie sich anders verhalten.«

»Genau.«

Plötzlich kommt ein junger Mann mit großem Rucksack aus dem Café und steckt gerade noch seinen Geldbeutel in die Hosentasche. »Ich fahr langsam hinter ihm her«, informiert mich Chris und startet das Auto. Zwei Ecken weiter halten wir an und folgen dem Mann, um ihn kurz vor der Bahn zu stoppen.

»Hallo, warten Sie mal«, sage ich freundlich und wir laufen zu dem Schwarzhaarigen.

»Kommen Sie, wir gehen mal kurz an die Seite, wir sind von der Polizei«, informiert ihn Chris.

»Können Sie uns bitte Ihren Ausweis zeigen?«, frage ich.

»Meinen Ausweis habe ich verloren. Er ist neu beantragt worden.«

Ich habe das Gefühl, dass der Mann nichts mit den Kelten zutun hat.

»Haben Sie irgendwelche Sachen dabei, irgendwelche Drogen?«, fragt Chris und ich kontrolliere solange den Rucksack und den Geldbeutel des Mannes.

»Nein, ich bin Krankenpfleger und muss zum Nachtdienst.«

»Und wo wohnen Sie?«, frage ich nach und er erklärt uns, dass er über dem Café wohnt, welches wir beschatten.

Fuck. Gemeinsam laufen wir zurück zum Auto und Chris ruft Alex an, dass wir zurückkommen.

Nachdem wir Alex von dem Vormittag berichten, sitzen wir bis Abends am Computer.

Mein Handy vibriert und ich schiele darauf. Bill schrieb:

Jo, kommen jetzt zurück. Nichts ist passiert.

Morgen versuchen wir noch einmal unser Glück.

Morgen? Ich dachte, wenn sie heute nicht weiterkommen, ist es vorbei. Egal, wenn sie zurückkommen, werden sie Chris, Alex und mich bestimmt aufklären. Solange widme ich mich meiner Arbeit und schreibe auf unser Whiteboard. Gemeinsam mit Chris gehe ich ein anderes Szenario durch, von unserer Kelten-Gang. Dass wir momentan zweigleisig fahren, macht es nicht unbedingt einfach, dafür abwechslungsreich.

»Mit wie vielen Leuten hatte die Frau die letzten Tage Kontakt?«, frage ich Chris, der alle Daten auf seinem Computer hat. Bevor er antworten kann, klingelt plötzlich mein Handy und ich laufe zu meinem Schreibtisch. ›Sophia‹ prangt auf dem Display.

»Sophia, ist etwas passiert?«, frage ich, denn sie ruft mich nie an. Sie schreibt mit ihren fast siebzehn Jahren bloß irgendwelche kurzen Nachrichten.

»Jason«, piepst die Tochter von Judith ins Telefon.

»Sophia?«, frage ich noch einmal nach.

»Ja, alles gut. Kannst du mir einen Gefallen tun?«

Ich lasse mich in den Stuhl sinken, in dem Moment kommen Bill und Amelia. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, bin ich hin und weg von ihr. Obwohl es ziemlich kalt und regnerisch ist, trägt sie eine schwarze Lederjacke. Ihre Haare sind wie immer hochgesteckt. Amelia lächelt stark und Bill sagt etwas, was ich nicht verstehen kann, danach lacht sie laut auf. Ein wunderschönes Geräusch.

»Jason, tust du mir diesen Gefallen?«

Shit, ich hab nicht zu gehört. Nochmal nachfragen ist mir gerade unangenehm, weil Sophia die ganze Zeit geredet hat und ich ihr absolut nicht zugehört habe.

»Äh ja, mach ich. Erinnere mich noch einmal bitte dran.«

»Supi, du bist der Beste«, quietscht sie in den Hörer.

Bill nickt mir zu.

»Machs gut, Jason.«

»Jo, machs gut.« Ich zucke mit den Schultern und habe keine Vorstellung, was ich Sophia gerade für ein Versprechen gab. Ich lehne meinen Kopf nach hinten und Chris blickt zu mir rüber.

»Du hast keine Ahnung, oder?«

»So dramatisch wird nicht gewesen sein, was sie wollte«, antworte ich mit einem breiten Grinsen und bin auf Amelia fixiert. Unsere Blickkontakte kann sie selbst nicht meiden. Sie schaut mir in die Augen und ist todernst.

»Warum wollt ihr morgen nochmal hinfahren?«, erkundige ich mich.

»Weil heute ständig irgendwelche Leute in dieses Haus rein sind. Keine Ahnung, ob sie dort wohnen oder nicht. Wir haben sie nicht abgefangen, deshalb wollen wir morgen nochmal hin. Sollte es morgen wieder so sein, dann werden wir definitiv mal ein paar Besucher stoppen. Wir war’s bei euch?«, erklärt und fragt Bill.

»Ruhig. Wir haben einen angehalten, aber der wohnt über dem Café und hat mit Drogen nichts am Hut«, erzähle ich und Chris packt schon langsam zusammen.

»Jason und Chris, ihr werdet morgen hierbleiben. Ich denke, wir warten auf Amelias und Bills morgige Observation und dann überlegen wir, wie wir weiter vorgehen.«

»Alles klar«, murmeln wir alle vor uns hin. Sofort stehe ich auf und beschließe, Feierabend zu machen.

Daheim erwartet mich dann eine Überraschung. Wie ein altes Ehepaar liegen Judith und Edmund auf dem Sofa. Na ja, sie sind alt, bloß nicht verheiratet. Ich glaube, das wird nicht mehr passieren. Edmund hat meine Mum nur geheiratet, weil ihre Eltern darauf bestanden, denn ein uneheliches Kind wäre ein Satansbraten oder so ähnlich. Ich war geplant, allerdings haben weder meine Mum noch mein Vater damit gerechnet, dass sie heiraten müssten.

»Essen ist im Kühlschrank«, informiert mich Judith mit einem Lächeln. Anscheinend bleiben sie heute hier. Mit meinen Hausschuhen schlurfe ich in die Küche und öffne den Kühlschrank. Dort steht eine große Portion Lasagne á la Judith. Mit enormem Hunger nehme ich den Teller, stelle ihn für zwei Minuten in die Mikrowelle und schließlich ist mein Essen warm. Judith kommt in die Küche, setzt sich auf die Eckbank, legt ihre langen braunen Haare über ihre linke Schulter und beobachtet mich.

»So, was wolltest du denn mit mir bereden?«, fragt sie und ich habe keine Ahnung, was sie meint, und überlege. Mir fällt nichts ein und ich beschließe, mit den Schultern zu zucken.

»Sophia sagte, du wolltest mit mir reden und deshalb sollen wir heute hier schlafen«, erklärt sie lauter und ich ärgere mich über mich selbst. Shit. Was hat sie nur gesagt? Welchen Gefallen sollte ich ihr machen? Ich habe absolut keine Ahnung. »Meine Mädels und ich«, waren ihre ersten Worte. Danach habe ich nicht mehr zugehört. Wegen Amelia war ich nicht mehr aufnahmefähig. Diese Frau wird mir echt zum Verhängnis.

»Du weißt es nicht?«