Buddhismus für Mensch und Tier - David Michie - E-Book

Buddhismus für Mensch und Tier E-Book

David Michie

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Beschreibung

Buddha hat ein Herz für Tiere

Im Geiste des Buddhismus sowie anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse gewährt uns David Michie – Bestsellerautor von »Die Katze des Dalai Lama« – einen faszinierenden Einblick in das Bewusstsein der Tiere. Er zeigt, wie wir unseren Haustieren in allen Lebenslagen achtsam und mitfühlend begegnen und so auch unser eigenes Leben bereichern. Das Buch bietet Ihnen Meditationen, Mantras, Achtsamkeitsübungen und viele weitere praktische Tipps, mithilfe derer Sie die Beziehung zu Ihrem Haustier vertiefen können.

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Seitenzahl: 348

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David Michie

Buddhismus für Mensch und Tier

Wie wir Achtsamkeit und Mitgefühl voneinander lernen können

Aus dem amerikanischen Englisch von Angelika Hansen

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel »Buddhism for Pet Lovers«.© Mosaic Reputation Management (Pty) Ltd 2017All rights reserved including the right of reproduction in whole or in part in any form.This edition published by arrangement with Allen & Unwin Pty Ltd.Die Informationen in diesem Buch sind von Autor und Verlag sorgfältig erwogen und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Alle Rechte vorbehalten. Vollständige oder auszugsweise Reproduktion, gleich welcher Form (Fotokopie, Mikrofilm, elektronische Datenverarbeitung oder andere Verfahren), Vervielfältigung und Weitergabe von Vervielfältigungen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

1. Auflage

© 2019 der deutschsprachigen Ausgabe by Irisiana Verlag, einem Unternehmen der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

Projektleitung: Sven Beier

Umschlaggestaltung: Geviert, Grafik & Typografie

ISBN: 978-3-641-23373-0V002

INHALT

EINFÜHRUNG

Partner auf Ihrer Reise durchs Leben

KAPITEL EINS

Wie Hunde und Katzen in unser Leben kamen

KAPITEL ZWEI

Auch Tiere haben ein Bewusstsein

KAPITEL DREI

Leitsätze

KAPITEL VIER

Für unsere Haustiere da sein

KAPITEL FÜNF

Fünf Vorteile eines achtsamen Umgangs mit Haustieren

KAPITEL SECHS

Meditieren mit unseren Haustieren

KAPITEL SIEBEN

Karma: Wie wir unsere Tiergefährten in eine positivere Zukunft führen können

KAPITEL ACHT

Wie wir unseren Haustieren auf dem Weg der Heilung helfen können

KAPITEL NEUN

Wie wir unsere Haustiere während des Sterbevorgangs und danach unterstützen können

KAPITEL ZEHN

Wiedergeburt

KAPITEL ELF

Tiere und das Konzept der Gewaltlosigkeit: Einige weiterführende Fragen

EPILOG

DANKSAGUNG

GLOSSAR

ENDNOTEN

Unsere erste Pflicht unseren bescheidenen Brüdern – den Tieren – gegenüber ist es, ihnen kein Leid zuzufügen, doch damit nicht genug. Wir haben eine höhere Mission zu erfüllen: ihnen zu dienen, wann immer sie es benötigen. Personen, die ein von Gott erschaffenes fühlendes Wesen, wer oder was auch immer es sei, vom Schutz des Mitgefühls und Mitleids ausschließen, sind Menschen, die mit ihresgleichen genauso umgehen werden.

HEILIGER FRANZISKUS VON ASSISI

Ein Mensch … erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle, als etwas vom Rest Getrenntes – eine Art optische Illusion seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist einem Gefängnis vergleichbar, das uns auf unsere persönlichen Wünsche und die Zuneigung für die wenigen Personen reduziert, die uns am nächsten stehen. Unsere Aufgabe muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Radius unseres Verständnisses und Mitgefühls erweitern, um alle Lebewesen und die gesamte Natur in ihrer ganzen Schönheit zu erfassen.

ALBERT EINSTEIN

Wahres Glück entspringt nicht der begrenzten Sorge um das eigene Wohlbefinden oder das der Personen, denen man sich nahe fühlt, sondern dem Bemühen, Liebe und Mitgefühl für alle fühlenden Wesen zu entwickeln.

DALAI LAMA

Dieses Buch ist mit zutiefst empfundener Dankbarkeit meinen Dharma-Lehrern gewidmet: Geshe Acharya Thubten Loden, Begründer der Tibetan Buddhist Society in Australien; Les Sheehy, Direktor der Tibetan Buddhist Society in Perth, Westaustralien; und dem Ehrwürdigen Acharya Zasep Tulku Rinpoche, Gründer von Gaden for the West. Niemals kann ich ihre freundliche Güte vergelten, ohne die dieses Buch nie hätte geschrieben werden können.

Darüber hinaus ist dieses Buch den vielen Tieren gewidmet, die mein eigenes Leben so unendlich erfüllender, faszinierender und vergnüglicher gemacht haben. Zu meinen engsten Gefährten gehörten Wesen, die von Natur aus Federn oder Pelz besaßen, wobei unsere Verschiedenheiten in keinster Weise die tiefen Bindungen der Liebe und Zuneigung mindern konnten, die wir füreinander empfanden. Möge ich durch das Schreiben dieses Buches dazu beitragen, dass sie schnell Erleuchtung finden. Und möge dieses Buch für alle, die es lesen, ein direkter Anlass sein, sich für das Bewusstsein unserer Tiergefährten zu interessieren sowie eine Motivation für jeden von uns, allen lebenden Kreaturen – besonders denen in unserer Fürsorge – die altehrwürdige Höflichkeit zukommen zu lassen, sie so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten.

Mögen alle Wesen Glück erfahren

und die wahre Ursache des Glücks;

Mögen alle Wesen frei sein von Leid

und dem wahren Grund von Leid;

Mögen alle Wesen nie vom dem Glück getrennt sein,

das ohne Leid ist;

Mögen alle Wesen in Frieden und Harmonie existieren,

ihre Seele frei von Anhaftung, Ablehnung und Gleichgültigkeit.

EINFÜHRUNG

Partner auf Ihrer Reise durchs Leben

Wie unterscheiden sich die Seelen von Tieren von unserer eigenen? Haben Haustiere noch eine andere Aufgabe als die, uns Kameradschaft, süße Fotos im Internet und vielleicht noch den Anreiz zu bieten, regelmäßig körperlich aktiv zu werden? Und was passiert mit dem Bewusstsein der Tiere, wenn sie sterben – existiert es auf irgendeine Art weiter, und wenn ja, wie und wo?

Dies sind wichtige Fragen für Tierfreunde, da für viele von uns Haustiere zu unseren am meisten geschätzten Familienmitgliedern gehören. Eine konstante Präsenz in unserem Zuhause, sind sie ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags, aktive Teilnehmer an unserem Leben und stumme Zeugen in unseren intimsten und verletzlichsten Momenten. Wir teilen unsere wertvolle Freizeit mit ihnen, unsere Möbel, unser Eigentum. Viele von uns schlafen sogar in offensichtlich unbequemen Positionen, nur damit sie nachts in unserem Bett Platz haben!

Wir entwickeln eine funktionierende, nicht-verbale Kommunikation mit unseren Tiergefährten, bei der es nicht nur um Hausregeln und Rituale geht, sondern weit darüber hinaus um eine Vielfalt von Gefühlen, einschließlich Verspieltheit, Furcht, Zorn und Liebe. Im Laufe der Zeit entwickeln viele von uns eine sehr tiefe Verbindung mit unseren Haustieren in dem Wissen, dass wir auf einer Ebene ohne Worte gegenseitiges Verständnis und eine tiefe Beziehung teilen.

Diese Verbindung besitzt oft eine Qualität, die wir in Beziehungen mit anderen Wesen nicht fühlen. Was mit unseren Haustieren passiert, liegt uns wirklich sehr am Herzen.

Immer mehr Menschen ist es vielleicht noch wichtiger als das, was ihren Mitmenschen passiert. Eine der auffallendsten demografischen Trends der vergangenen 25 Jahre war der sprunghafte Anstieg von Single-Haushalten, die heute erstaunliche 30 Prozent aller Haushalte in der westlichen Welt ausmachen. Nicht aufgeführt in diesen auf Menschen fixierten Daten ist die Anzahl der Haustiere. Gäbe es diesbezügliche Statistiken, so würden sie vielleicht enthüllen, dass viele dieser Singles bei Weitem nicht alleine sind, sondern ihr Leben mit Hunden, Katzen, Vögeln, Meerschweinchen, Hasen, Fischen und anderen Lebewesen teilen, die de facto ihre Familien sind. Geliebte Wesen müssen im Alter, wenn sie krank sind oder sterben, von Menschen versorgt werden, die selbst den gleichen Weg gehen, wenngleich sich dieser über eine längere Zeitspanne erstreckt.

In diesem Zusammenhang, wie auch auf manch andere wichtige Weise, sind Haustiere zuweilen unser größtes Geschenk. Denn wenn wir uns fragen, was mit unseren Tiergefährten passiert, sind wir aufgefordert, Antworten bezüglich unserer eigenen Zukunft zu finden. Indem wir Praktiken erforschen und ausüben, die unseren Tieren zum Segen gereichen könnten, sind wir selbst die ersten Nutznießer.

Dieses Buch handelt von den Innenleben unserer Haustiere, geschrieben aus der Perspektive des tibetischen Buddhismus. Und aufgrund dieser einzigartigen und außergewöhnlichen Perspektive hat es auch mit unserem eigenen inneren Leben zu tun. Denn ebenso wie unsere geliebten Tiergefährten denkende, fühlende Wesen mit der Fähigkeit zur Transzendenz sind, sind wir es auch.

Zu meinen frühesten Erinnerungen gehört das Gesicht von Pandy, einer Siamkatze, die meine Eltern meinem größeren Bruder nach meiner Geburt schenkten, um jegliche Gefühle von Eifersucht zu bändigen, die er vielleicht gegenüber dem neuen Familienzuwachs entwickeln könnte. Pandy war nicht nur während meiner ganzen Kindheit, sondern bis zum Ende meines Studiums an der Universität eine vielgeliebte Gefährtin; sie wurde fünfundzwanzig Jahre alt, ein hohes Alter für eine Katze. Aber neben Katzen mochten meine Eltern auch Hunde, vor allem Corgis, und während meiner Schulzeit waren zwei von ihnen meine wilden Spielgefährten, denen nie die Energie ausging. Ich war noch ziemlich jung, als ich meine große Empathie für Tiere entdeckte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich auf einem Wochenendausflug im Auto in Tränen ausbrach, als wir an einer Viehherde vorbeikamen, die in einem dürren Feld hinter Stacheldrahtzaun gefangen und so unterernährt war, dass sich ihre Rippen deutlich unter der Haut abzeichneten: Wie war es möglich, dass Menschen so gefühllos waren und zulassen konnten, dass so etwas passierte, wunderte ich mich.

Als Kind kümmerte ich mich hingebungsvoll um ein weißes Kaninchen, einen goldfarbenen Hamster, ein Meerschweinchen und mehrere Mäuse – allerdings selten gleichzeitig. Während meiner Teenagerjahre hockte häufig ein Nymphensittich auf meiner Schulter, zu einer Zeit, in der Pandys Jagdinstinkt zum Glück nachgelassen hatte. Da ich in Simbabwe aufgewachsen bin, bedeuteten Ferien in der Regel den Besuch eines Wildreservats. Bei einem dieser Aufenthalte arbeitete ich ehrenamtlich im Löwen- und Gepardenpark, wo es zu meinen Aufgaben gehörte, Löwenjunge mit der Flasche zu füttern und ein verwaistes Elefantenbaby zu duschen.

Doctor Doolittle war nicht so sehr mein Kindheitsidol wie mein konkretes Vorbild! Warum würde sich irgendjemand nicht wünschen, mit allen möglichen Tieren reden, mit den Elefanten diskutieren oder mit den Schimpansen in ihrer Sprache palavern zu können? Ich verschlang alle Bücher von Gerald Durrell und James Herriot und wollte unbedingt Tierarzt werden, bis ich mit 16 während eines kurzen Volontariats entdeckte, was hinter den Kulissen in unserer örtlichen Veterinärklinik los war. Was mich zu der Erkenntnis brachte, dass sich die gefühllosen Anforderungen für den Beruf des Tierarztes abgrundtief von den Fähigkeiten unterschieden, die ich besaß. Erst viel später fand ich eine Möglichkeit, meinen Drang zum Schreiben zu benutzen, um allen Wesen zugutezukommen, die mit Pelz, Federn und Flossen versehen sind.

Im Laufe meiner ausgiebigen und vielfältigen Begegnungen mit den verschiedensten Kreaturen kam mir niemals der Gedanke, dass auch nur eine von ihnen sich grundsätzlich von mir unterschied. Jeden Tag brauchen wir alle Nahrung, Wasser und nach Möglichkeit physisches Wohlbefinden. Genau wie wir versuchen sie, Schwierigkeiten jedweder Art zu vermeiden. Wir alle genießen es, Zuneigung zu zeigen und zu empfangen. Und ebenso haben wir alle unsere Macken und rebellischen Anwandlungen; im Fall von Toto, dem Nymphensittich, bedeutete dies, dass er zuweilen am frühen Abend stur in den höchsten Zweigen des Kirschbaumes hockte, wenn alles Locken und Rufen nichts brachte und nur ein gut gezielter Tennisball – natürlich sanft geworfen – ihn veranlasste, wieder herunterzufliegen.

Offene Fragen

Das Sterben meiner geliebten Tiergefährten war nicht nur ein Grund zur Trauer, sondern warf auch offene Fragen auf. Meine Eltern waren überzeugte Presbyterianer, und als ich unseren freundlichen Pfarrer nach dem Schicksal der armen Bugs fragte, meinem Kaninchen, das als Erstes starb, gab er mir eine Antwort, die mich beruhigen sollte, es aber nicht vermochte. Was ich hören wollte, war, dass Bugs glücklich im Himmel herumtollte, versorgt von kaninchenliebenden Engeln und den klein geschnittenen Kopfsalat mümmelnd, der ihr auf dem untersten Tablett eines himmlischen Teewagens serviert würde – ein Genuss, den sie bei uns zu Hause immer besonders geliebt hatte. Die Beteuerung unseres Pfarrers, wir könnten darauf vertrauen, dass Gott sich um alle seine Kreaturen kümmere, war von einer Vagheit, die mich verwirrte.

Es war eine Verwirrung, die auch anhielt, als ich älter wurde und feststellte, dass es in sämtlichen christlichen Traditionen keinen Konsens bezüglich des Seelenlebens der Tiere gibt. Was ich stattdessen fand, waren Ambivalenz und Widerspruch selbst im Hinblick auf die grundlegendsten Fakten, zum Beispiel ob Tiere eine Seele haben – ein verwirrendes Paradox angesichts der Tatsache, dass der Begriff »Tier« aus dem Lateinischen kommt (animalis), was bedeutet, »Seele« oder »Atem« zu haben. Als Jugendlicher stellte ich häufig empört die Frage, warum neben den scheinbar endlosen Litaneien des Alten Testaments darüber, wer wen begattet hat, der Herr der Schöpfung es nicht als notwendig erachtet hatte, ein Kapitel oder zwei den spirituellen Perspektiven der überwältigenden Mehrheit der Bewohner unserer Welt zu widmen, die allesamt nicht der Spezies Homo sapiens angehören.

Wenn die Religion keine Antworten bieten konnte, wie war es dann mit der Wissenschaft? Was hatten die größten Denker der westlichen Welt zu diesem wichtigen Thema zu sagen? Wie sich herausstellte, nicht sehr viel. Für den Großteil ihrer Geschichte hatte der Fokus der westlichen Wissenschaft auf der äußeren, messbaren Welt gelegen, während Forschungen im Bereich des Bewusstseins erst in den letzten Jahrzehnten ein Thema wurden. Und im Laufe der letzten 200 Jahre war der Materialismus die dominante Ideologie der Wissenschaft – was bedeutet, dass Materie das einzige ist, was existiert. In den Worten von Francis Crick, Mitentdecker des DNA und Gewinner des Nobelpreises: »Der Mensch, seine Freuden und Leiden, seine Erinnerungen und Ambitionen, sein Gefühl persönlicher Identität und freien Willens, sind in Wahrheit nichts anderes als das Verhalten einer riesigen Ansammlung von Nervenzellen und ihrer dazugehörigen Moleküle …«1

Nicht alle Wissenschaftler würden diesen Worten zustimmen. Forscher, die im Bereich Quantenphysik arbeiten, würden fragen, ob die Funktionen des Geistes auf der Basis klassischer Mechanismen erklärt werden können. Wenn Materie darüber hinaus auch Energie ist, dann kann jegliche Erklärung, die nicht-materielle Eigenschaften des Körpers ignoriert, unmöglich die ganze Geschichte wiedergeben.

Die breite Bewegung der letzten Jahre hin zu einem »grüneren«, gesünderen und bewussteren Leben führte zu einer noch nie dagewesenen Vielfalt an Forschungsstudien, Dokumentationen und Büchern, die sich auf Tiere und unsere Beziehung mit ihnen fokussieren. Eine neue Art von Tierexperten, zu denen Verhaltensforscher, Tierkommunikatoren und alternative Heiler gehören, haben sich mit Veterinären, Biologen und Umweltschützern zusammengetan. Dank ihrer Arbeit haben wir gelernt, dass die anderen Spezies, mit denen wir unseren Planet teilen, viele der Eigenschaften besitzen, die bis vor Kurzem als eindeutig menschlich angesehen wurden, und dass manche Tiere Kräfte besitzen, die wir als übermenschlich bezeichnen müssten, wenn sie von Menschen angewendet würden. Der IQ-Wert von Schweinen ist in etwa so hoch wie der von Schimpansen; sie leben in komplexen sozialen Gemeinschaften und zeichnen sich durch ein hohes Maß an Ichbewusstsein und Empathie aus, wenn sie die gleiche Emotion bei anderen Schweinen bemerken. Elefanten zum Beispiel trauern und beklagen den Tod ihrer Familienmitglieder und sind bekannt dafür, wie sehr sie sich gegenseitig unterstützen.2

Delphine und andere Tiere aus der Familie der Wale haben die Fähigkeit, in 3D zu sehen. Hunde können unter anderem darauf trainiert werden, bei Diabetikern den gefährlichen Abfall des Blutzuckerspiegels zu bemerken; sie können vorab erkennen, wann jemand einen epileptischen Anfall haben wird; und sogar Blasenkrebs mit erstaunlicher Zuverlässigkeit feststellen.3 Manche Katzen, Papageien, Pferde und Hunde haben bewiesen, dass sie genau voraussehen können, wann ihre menschlichen Gefährten auf dem Heimweg sind, und auch andere verblüffende Beispiele von Telepathie an den Tag gelegt.4

Wir erkennen in zunehmendem Maße, dass Tiere, nur weil sie nicht auf die gleiche Art kommunizieren wie wir, nicht weniger empfindungsfähig sind. Vielmehr sind sie denkende, fühlende Wesen mit der gleichen Fähigkeit zu Empathie und Egoismus, Wut und Mitgefühl, Angst und Selbstlosigkeit wie wir. Viele Tiere besitzen sensorische Fähigkeiten, die weit über die unseren hinausreichen.

Wir sind alle fühlende Wesen

In meinen frühen Dreißigern begann ich zu meditieren, um besser mit Stress umgehen zu können. Ich lebte damals in London und arbeitete in einer PR-Agentur, ein Umfeld, das stimulierend, aber unerbittlich war. Schon wenige Wochen nach Beginn meiner regelmäßigen Meditationspraxis begann ich ihre Vorteile auf eine Art zu fühlen, die weit über Stressmanagement hinausging. Begierig, mehr über die Theorie hinter dem einfachen morgendlichen Ritual zu erfahren, fühlte ich mich immer öfter zu Büchern über Buddhismus hingezogen, nachdem ich entdeckt hatte, dass Meditation das Herzstück dieser Tradition ist.

Eins führte zum anderen, und ich begann, mich näher mit dem Buddhismus zu beschäftigen. Das war in einer Zeit, als ich die Antworten auf Fragen fand, mit denen ich schon lange nicht mehr gerechnet hatte. Hier endlich bot sich eine Herangehensweise an das Thema Bewusstsein von Mensch und Tier, die einfach und direkt war und mit meinen eigenen Erfahrungen übereinstimmte. Während der Jahrtausende, in denen westliche Gelehrte versucht hatten, die äußere Realität zu verstehen, hatten ihre Kollegen aus dem Fernen Osten das Gleiche im Hinblick auf die innere Realität getan, unter Anwendung der exakt gleichen Methoden, wie langfristiger, forensischer Beobachtung, rigorosen Überprüfens von Hypothesen, Expertengutachten und Diskussionen. Das Endresultat machte nicht nur als Theorie Sinn, sondern konnte zudem als praktische Basis für unsere eigene Erforschung des Geistes benutzt werden.

Ja, sagt die buddhistische Sichtweise, selbstverständlich haben Tiere ein Bewusstsein.

Und ja, ein Gedanke wird ganz automatisch von vorhergegangenen Gedanken auf eine bestimmte Weise beeinflusst, sodass wir fortwährend die Art und Weise beeinflussen, wie wir die Realität erfahren – ob uns das bewusst ist oder nicht. Darüber hinaus ist der Geist, der als ein Kontinuum von Klarheit und Erkenntnis definiert werden kann, von Natur aus nicht-materiell, sondern reine Energie, und existiert nach dem physischen Tod in einer subtilen Form weiter.

Neulinge im Bereich des tibetischen Buddhismus erwähnen häufig, dass viele der Lehren das Resultat von gesundem Menschenverstand zu sein scheinen, was eine beruhigende Basis für das weitere Eintauchen in diese Philosophie bietet. Doch die Lehren gehen weit über ein Anerkennen des Offensichtlichen hinaus. Für Tierliebhaber besonders interessant ist das Konzept von Bodhichitta, das mehr als alles andere die tibetische buddhistische Tradition von anderen unterscheidet. Zusammengesetzt aus zwei Sanskritworten – bodhi, was wach oder erleuchtet bedeutet; und chitta, Geist/Seele oder Herz – ist Bodhichitta der Geist der Erleuchtung und kann als der Wunsch definiert werden, Erleuchtung zu erlangen, um allen fühlenden Wesen zum höchsten Segen zu gereichen. Basierend auf Mitgefühl für das Leiden, das wir sowohl bei Menschen als auch Tieren sehen, besteht das eigentliche Anliegen der buddhistischen Praxis darin, unsere Bodhichitta-Absicht zu kultivieren, bis sie zu einem spontanen und von Herzen kommenden Aspekt unseres Wesens wird.

Bodhichitta beschränkt sich nicht auf den Menschen, sondern ist explizit allumfassend. Selbst ein Ziel so ungeheuerlich, wie jedem Menschen auf dem Planeten den Zustand der Erleuchtung zu ermöglichen, wäre ungenügend: Es würde außer Acht lassen, dass allen Lebewesen dieselbe grundlegende Natur zu eigen ist. Wir sind alle fühlende Wesen.

Partner auf unserer Reise durchs Leben

Dieses Buch bezieht sich speziell auf Haustiere. Sie werden sich vielleicht fragen, warum ich nicht über Buddhismus in Beziehung zu allen Tieren schreibe?

Die grundlegenden Prinzipien, die ich in Kapitel Drei umreiße, können sowohl auf Ihren geliebten Tiergefährten als auch auf eine Herde Giraffen angewandt werden, die Sie auf einer Safari bestaunen, wie sie anmutig in den Sonnenuntergang schlendern. Was Haustiere von anderen Tieren unterscheidet, ist unser Verhältnis zu ihnen. Aus der buddhistischen Perspektive betrachtet ist die Tatsache, dass wir angesichts der Milliarden von Tieren auf der Erde unser Zuhause mit ein paar ausgewählten Wenigen teilen, kein Zufall. Das Prinzip von Ursache und Wirkung, oder Karma, besagt, dass Wesen, die uns in diesem Leben am nächsten stehen, jene sind, mit denen wir in der Vergangenheit eine besonders starke Verbindung hatten.

Unabhängig von unserem jeweiligen Glaubenssystem bietet das stetige Zusammenleben mit unseren Haustieren einen viel größeren Spielraum für die gegenseitige Beschäftigung miteinander als die relativ seltenen Momente, die wir zum Beispiel in der Gegenwart von Berggorillas in den nebligen Höhen von Zentralafrika erleben, wie kostbar diese Momente auch immer sein mögen. Unsere Haustiere sind 24 Stunden am Tag Teil unserer Welt. Manchmal verbringen wir sogar mehr Zeit mit ihnen als mit unseren engsten Freunden.

Oberflächlich betrachtet mag es den Anschein haben, dass Menschen ihren Tieren Nahrung, Obdach und gemeinsame Sparziergänge bieten im Austausch für Zuneigung und – im Fall von Hunden – vielleicht auch für Sicherheit. Aber wir müssen nicht zu tief schürfen, um zu erkennen, dass unsere Beziehung zu Haustieren viel komplexer ist, als dieser einfache Austausch nahezulegen scheint. Was wäre, wenn unser emotionales Wohlbefinden von unserer Achtsamkeit, Offenheit, Großzügigkeit, Belastbarkeit und Spontaneität abhängt, wie es Psychologen behaupten? Und bieten uns Haustiere nicht reichlich Gelegenheit, um diese Qualitäten jeden Tag zu kultivieren? Zählen sie nicht, entsprechend dieser Sichtweise, zu unseren aktivsten und wichtigsten Verbündeten, wenn es darum geht, unser Wohlbefinden zu steigern?

Die positive Wirkung von Haustieren wird heute beispielsweise in Seniorenheimen genutzt, wo die in Aufenthaltsräumen sitzenden, vor sich hin vegetierenden, unbeteiligten Bewohner durch das Erscheinen eines zu Besuch kommenden Golden Retrievers oder einer Therapie-Katze zu neuem Leben erwachen. Die bloße Gegenwart eines Haustieres kann eine innere Leichtigkeit, Freude und ein Gefühl der Verbundenheit hervorrufen sowie dazu einladen, selbst auf eine Weise unbefangen zu sein, die einzigartig und wundervoll ist.

Für diejenigen unter uns, die anderen nicht nur helfen möchten, einfache Zufriedenheit zu finden, sondern ihr höchstes Potenzial zu verwirklichen, sind die Haustiere in unserem Leben von einer buddhistischen Perspektive aus gesehen ein kostbares und ehrfurchtgebietendes Privileg. Wie ich auf den folgenden Seiten näher ausführen werde, gibt es jede Menge Praktiken, die eine nachhaltige Wirkung auf das Bewusstsein unserer geliebten Tiere erzielen. Diese reichen von fortwährenden Aktivitäten – zum Beispiel jeden Tag bewusst für unsere Tiere da zu sein und mit wirkungsvollen Mantras positive Assoziationen zu erzeugen – bis zu der einzigartigen Gelegenheit, die uns der Tod eines geliebten Haustieres bietet. Hier haben wir die Chance, sie bei diesem transformativen Prozess zu begleiten und ihnen zu helfen, das bestmögliche Resultat zu erreichen.

Ich beziehe mich in diesem Buch verstärkt auf Hunde und Katzen, was ihre Beliebtheit als Haustiere und die Intensität unserer Erfahrung, eng mit ihnen zusammenzuleben, widerspiegelt. Es ist wichtig zu wissen, dass genau die gleichen Prinzipien und Praktiken auch für den Umgang mit anderen Tieren gelten. Mäuse, Hamster, Ratten und andere Nagetiere sind ein wichtiger Teil unserer umfassenderen Familie der Säugetiere. Es ist beeindruckend zu sehen, dass der Grund, warum in der Regel Ratten als Testobjekte bei Laborversuchen dienen, genau darin besteht, dass ihre physiologischen Funktionen den unseren so sehr ähneln. Herzkranken Menschen werden routinemäßig die Herzklappen von Schweinen eingesetzt. Wir sind alle aus dem gleichen Stoff gemacht.

Kaninchen und Meerschweinchen können liebevolle, anhängliche Haustiere sein. Hängebauchschweine werden von ihren Besitzern verehrt. Und die sehr enge Beziehung mancher Menschen zu Pferden zeigt, dass weder Form noch Größe wichtig ist, sondern in erster Linie die Seele.

Die Komplexität von Vogelhirnen wird erst in letzter Zeit allmählich verstanden – die Beleidigung »Spatzenhirn« könnte nicht irreführender sein. Unsere Vogelfreunde sind ohne Frage ebenso fühlende Wesen wie wir. Und wenn auch weniger häufig über liebevolle, freundschaftliche Verbindungen mit Fischen oder Reptilien berichtet wird, bedeutet die bloße Tatsache, dass auch sie ein Bewusstsein besitzen, dass wir ihnen helfen können, wenn vielleicht auch nicht in dem Maße wie jenen Wesen, mit denen wir eine emphatischere Beziehung haben.

Müssen Sie daran glauben, dass das Leben nach dem Tod in irgendeiner Form weitergeht, um die Anleitungen in diesem Buch sinnvoll zu finden? Müssen Sie das Konzept von Karma akzeptieren – das Prinzip, dass alle Aktionen sich auf die Seele des Agierenden auswirken, egal ob Mensch oder Tier? Müssen Sie sich die Idee der Wiedergeburt oder andere Aspekte des fernöstlichen Mystizismus zu eigen machen, die Sie eventuell als bizarr oder zumindest verwunderlich empfinden?

Nein. Sie müssen gar nichts glauben. Sie benötigen lediglich einen offenen Geist.

Die materialistische Theorie, dass Bewusstsein ein Produkt des Gehirns ist, kann ebenso wenig bewiesen werden, wie die Vorstellung, dass das Bewusstsein von Ursache und Wirkung widerlegt werden kann. Wenn Ihnen das eine oder andere dieser Konzepte neu ist, kann es eine Zeit lang dauern, bis es Ihnen verständlich erscheint.

Einer der aufregendsten Aspekte des tibetischen Buddhismus besteht darin, dass es eine lebendige Tradition ist. Hier und jetzt in unserer Mitte leben Lamas und spirituelle Meister, wie zum Beispiel meine eigenen hoch verehrten Lehrer, Geshe Acharya Thubten Loden, Acharya Zasep Tulku Rinpoche und Les Sheehey: Sie praktizieren, was sie lehren. Je mehr Zeit man mit ihnen verbringt, desto offensichtlicher und einleuchtender erscheint diese Tradition der Weisheit. Texte und antike Schriften sind schön und gut, doch was sie für Buddhisten so wertvoll und real macht, ist die Art, wie sie das Leben anderer transformieren kann – und somit auch unser eigenes.

Für viele von uns gehören Haustiere zu der Handvoll von Lebewesen, die auf unserer Reise durchs Dharma unsere engsten Gefährten sind. Wahrscheinlich messen wir diesen Beziehungen daher schon jetzt eine so große Bedeutung zu. Auf den folgenden Seiten versuche ich zu beschreiben, welche Möglichkeiten wir haben, diese Beziehungen noch unvorstellbar wertvoller zu gestalten. Wie wir mit der Liebe und Freude arbeiten können, die wir bereits in diesen sehr speziellen Beziehungen empfinden, um sowohl die Entwicklung unserer Haustiere als auch unsere eigene zu fördern und zu bereichern. Wie der einfache Wunsch, unsere geliebten Haustiere glücklich zu machen, in Verbindung mit Bodhichitta zur höchsten Erleuchtung sowohl unserer Lieblinge als auch von uns selbst führt.

Was ist damals mit Bugs passiert, meinem geliebten Kaninchen? Am meisten bereue ich, dass ich zu jener Zeit nicht wusste, was ich heute weiß, sonst hätte ich ihr viel mehr helfen können. Aber ich habe volles Vertrauen, dass ihr Geist weiterhin nach außen strahlt. Durch unsere enge Verbindung habe ich die Chance, ihr Gutes tun zu können, und je schneller ich mich auf meiner eigenen Reise durchs Leben weiterentwickle, desto schneller werde ich ihr von Nutzen sein.

Es ist gut möglich, dass wir eines Tages in der Lage sind, uns als zwei Wesen beim Nachmittagstee im Himmel zu manifestieren, über die Zeit zu scherzen, als einer von uns ein Kaninchen und der andere ein Mensch war – und es mit der Zeit vergleichen, als es genau andersherum war.

Oder vielleicht ist Bugs bei mir, genau jetzt, während ich diese Worte schreibe, zusammengerollt am anderen Ende meines Schreibtischs, wenn auch momentan in Gestalt meiner Schildpatt-Katze, leise schnurrend …

KAPITEL EINS

Wie Hunde und Katzen in unser Leben kamen

Abby, ein vier Monate alter West Highland Terrier, trug dazu bei, dass das Herz ihrer Besitzerin wieder heilte, die ihren vorigen Liebling durch Krebs verloren hatte. Abby ist ein süßes Hundebaby, das nichts so sehr liebt wie Schuhe – um sie zu zerkauen!

ALEX CEARNS/HOUNDSTOOTH STUDIO

Oft betrachten wir die Anwesenheit von Haustieren in unserem Leben als eine Selbstverständlichkeit. Doch für den Großteil der 200000 Jahre, seit denen Menschen die Erde bevölkern, war unser Leben nicht auf die Weise mit dem anderer Spezies vermischt, wie es mittlerweile der Fall ist.

Um zu verstehen, an welchem Punkt wir uns heute befinden, ist es hilfreich, einen kurzen Blick darauf zu werfen, wo wir hergekommen sind. Wie wir und unsere engsten Gefährten – insbesondere unsere beliebtesten Haustiere, Hunde und Katzen – überhaupt Kontakt aufgenommen haben. Die Herausforderungen, denen unsere Beziehungen sich im Lauf der Zeit stellen mussten. Und wie wir seit Kurzem Zeuge des gemeinsamen Bestrebens von Kognitionswissenschaftlern, Neurobiologen, Ethnologen, Verhaltensforschern und anderen Wissenschaftlern werden, die faszinierende und multidimensionale Welt des Tierbewusstseins zu erforschen.

Des Menschen bester Freund

Hunde sind erst spät in unsere Leben getreten, vor ungefähr 15000 Jahren. Damals waren wir steinzeitliche Höhlenbewohner, und sie waren Wölfe. Canis lupus ist der lateinische Name für den Wolf, und der heutige Hund, Canis lupus familiaris, ist genetisch fast identisch. Ich staune zuweilen über die Tatsache, dass die kleine Trixabelle, die verwöhnte Chihuahua-Dame mit dem diamantbesetzten Halsband, eigentlich ein Miniaturwolf ist.

Der Begriff familiaris in dem lateinischen Namen für Hund liefert den Schlüssel, warum Trixabelle, anders als irgendein anderer Wolf, beim Shoppen in einer Prada-Handtasche spazieren getragen wird. Irgendwann in der lange zurückliegenden Vergangenheit freundeten sich die Wölfe, die in der Nähe steinzeitlicher Höhlenansiedlungen herumlungerten, um an verkohlten Resten zu knabbern, mit unseren Vorfahren an. Vielleicht waren es die ersten »Rettungshunde« der Geschichte, die den Anstoß für die Integration der Wölfe in die menschliche Gesellschaft gaben. So schwer wir es uns heute vielleicht vorstellen können, Tatsache ist, dass Wölfe bis vor nicht allzu langer Zeit weitverbreitet waren. Allein in den USA und Mexiko streunten vor der Ankunft der Europäer Schätzungen nach eine Million Wölfe auf dem Kontinent herum. Bis 1930 wurden 95 Prozent von ihrem angestammten Land vertrieben oder ausgerottet.1

Falls die Wölfe den Domestizierungsprozess initiiert haben und zum besten Freund des Menschen wurden, kamen ihnen diverse wichtige hundeähnliche Fähigkeiten dabei zugute. Hunde sind natürliche Alarmsysteme und Beschützer, die ihre Menschenfamilie auf die Ankunft anderer Menschen und potenzieller Übeltäter aufmerksam machen. Sie sind Spielgefährten für Kinder, lebende Aufräumkommandos für Höhlen und Hütten, Quellen der Wärme in kalten Winternächten, Spurensucher und Führer auf der Suche nach Nahrung, nicht zu vergessen die geborenen Jagdgefährten.

In freier Wildnis müssen Wölfe eingestimmt sein auf den Fokus der anderen Mitglieder ihres Rudels. In gleicher Weise wissen Hunde genau, worauf sich die Aufmerksamkeit eines Menschen richtet. Werfen Sie einen Stock zum Portieren, bevor Sie sich in eine andere Richtung bewegen, wird der Hund mit dem Stöckchen dahin zurückkehren, wo Sie jetzt sind. Ohne Training wird ein Hund verstehen, was Sie meinen, wenn Sie auf etwas zeigen – ein nonverbaler Hinweis, dem sogar einige Primaten nicht folgen können.

ERFAHRENE KÖRPERSPRACHE-EXPERTEN

Neuere Forschungen von Charlotte Duranton an der Marseille University bestätigen, dass Hunde Experten sind, wenn es darum geht, die Körpersprache oder nonverbale Kommunikation ihrer Besitzer richtig zu interpretieren. In einem in der Zeitschrift Animal Behaviour erschienenen Artikel erklärt Duranton, wie Hunde die Signale ihrer Besitzer studieren, um zu entscheiden, ob ein Fremder Freund oder Feind ist. Wenn Hundebesitzer sich von einem Fremden zurückziehen, sehen die Hunde den Fremden auffallend früher an und nehmen sich viel mehr Zeit, sich ihm zu nähern, als wenn ihre Besitzer direkt auf den Fremden zugehen. Zudem interagieren Hunde mehr mit ihren Besitzern, wenn diese sich zurückziehen, als wenn sie es nicht tun.

Eine andere Studie, durchgeführt von den Psychologinnen Deborah Custance und Jennifer Mayer vom Goldsmiths College in London, bewies zudem, dass Hunde nicht nur die Gefühle von Menschen erkennen, sondern sie auch mit ihnen teilen, wenn sie bekümmert oder verzweifelt sind. Anhand eines angepassten Verfahrens, das zum Messen von Empathie bei Menschen angewandt wird, testeten sie achtzehn Hunde in den Wohnungen ihrer Besitzer. Dabei saßen der Hundebesitzer und ein Fremder immer in knapper Entfernung voneinander und führten eine Folge von Aktivitäten durch – sprechen; so zu tun, als würden sie weinen; oder auf ungewöhnliche Art summen – während sie gefilmt wurden.

Das Weinen war natürlich das Verhalten, das Empathie enthüllen würde. Falls der Hund durch das Weinen aufgewühlt war, könnte die Hinwendung zu seinem Besitzer einfach als der Wunsch nach Trost für sich selbst interpretiert werden. Doch wenn der Fremde weinen würde, vorausgesetzt der Hund hat keine Beziehung zu ihm, gäbe es für ihn keinen Grund, die Hand des Fremden zu beschnüffeln, seinen Kopf in dessen Schoß zu legen oder andere tröstende Verhaltensformen zu zeigen.

Die Forscherinnen stellten fest, dass Hunde, genau wie Menschenbabys, sowohl auf ihnen unbekannte Personen als auch auf ihre Besitzer zugehen, wenn diese so aussehen, als wären sie traurig, selbst wenn sie bisher keine Verbindung zu ihnen hatten. Mit anderen Worten, Hunde sind nicht nur zu Empathie, sondern generell zu Sympathie und Anteilnahme fähig.

Wenn diese Ergebnisse Hundeliebhabern auch wie eine selbstverständliche und offensichtliche Tatsache erscheinen mögen, ist es von Bedeutung, dass Forscher überhaupt die Wahrnehmungsfähigkeit von Hunden studieren. Nur eine Generation früher hätte der Konsens gelautet, dass Hundewahrnehmung ein Ding der Unmöglichkeit sei, weil nach Meinung der meisten Menschen Hunde nicht denken können, ganz zu schweigen zu komplexen Affektzuständen wie Empathie fähig sind.

Einer der positiven Aspekte des digitalen Zeitalters ist die Möglichkeit, Geschichten und Erfahrungen schnell mit anderen zu teilen. Ich war fasziniert von einer Geschichte über die unglaubliche Wahrnehmungsfähigkeit von Hunden, die in den Medien zitiert wurde und bei der es darum ging, wie ein Hund in New Jersey das Leben seines schwerkranken Besitzers rettete, indem er ein Fenster eindrückte, um Passanten zu alarmieren. Im Haus eingesperrt mit dem Mann, der seit Längerem bettlägerig war, hörte der Hund, wie zwei Frauen miteinander redeten, und um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, zerbrach er mit seinen Pfoten eine Fensterscheibe. Die Frauen gingen auf das Haus und den offensichtlich aufgewühlten Hund zu. Als auf ihr Rufen und Klopfen von drinnen keine Antwort kam, riefen sie den Notarzt, und bald darauf wurde der Hundebesitzer in die Notaufnahme gebracht, was seine Rettung war.

Eine andere Geschichte handelt davon, wie ein Paar in Livonia, New York, in einem Park einen herrenlosen Golden Retriever rettete, der halb verhungert war, ihn mit nach Hause nahm und Teddy nannte. Ein Jahr später wachte die Frau eines Nachts auf, weil Teddy nach oben in ihr Schlafzimmer gekommen war, wobei er normalerweise unten schlief. Im nächsten Moment bemerkte die Frau Rauch. Sie schüttelte ihren Verlobten wach, und die beiden, zusammen mit ihren zwei Söhnen und dem Golden Retriever, rannten nach draußen. Zehn Minuten später war das Haus, in dem sie so tief geschlafen hatten, zu einem Feuerball geworden.

Nach und nach werden wir uns der vielen Fälle bewusst, in denen wachsame Hunde auf ihre Besitzer eingestimmt sind und klare Beweise von Intelligenz und Verständnis zeigen, sowie die Fähigkeit, schnell und mitfühlend zu handeln. Gesichtsausdrücke und andere nonverbale Kommunikationsformen lesen zu können gehört zu den Möglichkeiten, wie sie uns verstehen. Darüber hinaus jedoch gibt es eine andere Fähigkeit, die fast alle Hundeliebhaber früher oder später erleben: Hunde scheinen in der Lage zu sein, sich in telepathischer Weise auf unsere Gedanken einzustimmen.

HUNDE-TELEPATHIE

Wie oft kommt es vor, dass Sie aus dem Fenster schauen, sehen, dass das Wetter schön ist, beschließen, dass ein Spaziergang jetzt genau das Richtige wäre, und wenn Sie sich umdrehen, merken Sie, dass Ihr Vierbeiner sich plötzlich aus einer anderen Ecke des Hauses neben Ihnen »materialisiert« hat? Eventuell sogar mit seiner Leine im Maul? Oder vielleicht haben Sie schon mal das Gegenteil erlebt: In der Absicht, an diesem Morgen rechtzeitig für einen Impftermin beim Tierarzt zu sein, suchen Sie nach Ihrem Hund, nur um festzustellen, dass er weiß der Himmel wohin verschwunden ist?

Dies sind ziemlich typische Beispiele von Hunde-Telepathie, ein Konzept, das bis vor Kurzem einer objektiven Bestätigung trotzte. Der Biologe Rupert Sheldrake war schon lange bereit, Wege zu beschreiten, Telepathie bei Tieren zu beweisen, vor denen andere zurückwichen. Sheldrake studierte Naturwissenschaften an der Cambridge University, wo er seinen Doktor in Biochemie machte; war als Studiendirektor im Bereich Zellbiologie Mitglied des Clare College in Cambridge; und ist gegenwärtig Mitglied des Instituts für noetische Wissenschaften in Kalifornien. Er hat in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern kontrollierte Versuche entwickelt, die beispielsweise das Phänomen untersuchen, dass manche Hunde zu wissen scheinen, wann ihre Besitzer nach Hause kommen. Ein Versuch, der von Wissenschaftlern an anderen Instituten wiederholt wurde. Ihm lagen Berichte mehrerer Familien vor, die sagten, dass ihre Hunde von ihrem Ruheplatz aufstehen und in Erwartung der Rückkehr ihres Besitzers zur Tür oder auf die Terrasse gehen. Dies veranlasste Sheldrake zu testen, ob es sich hierbei tatsächlich um Telepathie handelte oder einfach nur um eine Gewohnheit.

Hundebesitzer, die an dem Experiment teilnahmen, wurden aufgefordert, ihren Arbeitsplatz zu unregelmäßigen Zeiten zu verlassen und mit unterschiedlichen Transportmitteln nach Hause zurückzukehren, während Videokameras, die in ihren Häusern installiert wurden, das Verhalten des Hundes aufzeichneten. Immer wieder stellte sich heraus, dass die Hunde tatsächlich spürten, was mit ihren Besitzern passierte. Ein Muster wurde offensichtlich, was bewies, dass unabhängig von dem Zeitpunkt, an dem der Besitzer seinen Arbeitsplatz verließ, oder wie lange der Heimweg dauerte, es stets die Absicht des Besitzers war, nach Hause zu gehen, die den Hund dazu brachte, aufzustehen und darauf zu warten, dass sich die Haustür öffnete.2

Weiterführende Studien wurden von neuen Generationen von Wissenschaftlern durchgeführt, in dem Versuch, die Natur der telepathischen Kommunikation zwischen Mensch und Tier zu verstehen. Die Beziehungen, die uns mit unseren Haustieren verbinden, können kaum als etwas rein Mechanisches erklärt werden. Genau wie bei unseren kostbarsten menschlichen Beziehungen ist das, was uns am stärksten zusammenhält, die emotionale Verbindung, die wir teilen, das Verständnis, die Empathie und der Wunsch, den anderen glücklich zu sehen – etwas, das weit über Worte oder Begrifflichkeiten hinausgeht und uns auf einer tieferen Ebene verbindet.

Vor Kurzem hörte ich eine Geschichte aus Westaustralien über einen Hund, der als Spielgefährte und Freund einem jungen Mann ergeben war, der irgendwann die Entscheidung traf, als Soldat im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen. Nach der Grundausbildung wurde der Soldat nach Europa in eine unbekannte Zukunft geschickt. Eines Nachts, ohne irgendeinen erkennbaren Grund, sprang der Hund von seinem Schlafplatz auf und begann, auf die erschütterndste Weise zu heulen, bevor er in die Nacht hinausrannte. Er wurde nie mehr gesehen.

Die Familie des Mannes war total entsetzt – nicht nur aufgrund dessen, was passiert war, sondern weil sie intuitiv wussten, was es bedeutete.

Zwei Tage später erhielten sie ein Telegramm mit der Bestätigung, dass ihr Sohn und Bruder im Kampf gefallen war.

Dann kamen die Katzen

Es gibt Beweise dafür, dass Katzen erst vor 10000 Jahren ihren Platz in der menschlichen Gesellschaft eingenommen haben. Menschen hatten sich zuerst von Jägern und Sammlern zu Bauern entwickeln müssen, bevor eine sinnvolle Aufgabe für Mietzen gefunden werden konnte, die sich umgehend die Rolle des obersten Kammerjägers aneigneten.

Die ersten Bauern, die ihre Ernte in Kornkammern aufbewahrten, müssen bald entdeckt haben, dass ihre Ernte die unerwünschte Aufmerksamkeit von Nagetieren anzog, die wiederum das Interesse wilder Katzen weckten. Unsere steinzeitlichen Ahnen müssen bei Katzen die überlegenen Fertigkeiten bei der Verfolgung von Ratten und Mäusen, dem geduldigen Warten und stillen Auflauern beobachtet und sie als einen natürlichen Verbündeten identifiziert haben. Ein Verbündeter, der es mit Sicherheit wert war, ihm ein paar Fleischreste zu opfern, wenn das bedeutete, dass er in der Nähe blieb und half, die nächste Ernte zu schützen.

Über Tausende von Jahren lebten Katzen weiterhin an der Peripherie der menschlichen Gesellschaft, so lange toleriert, wie sie einen sinnvollen Zweck erfüllten. Ähnlich wie bei Hunden kann man davon ausgehen, dass die Domestizierung willkürlich und an verschiedenen Orten ihren Anfang nahm, als Katzen nicht mehr bloße Dienstleister waren, sondern darüber hinaus die Zuneigung der Menschen weckten.

Der erste unumstößliche Beweis, dass Katzen domestiziert wurden, findet sich in der ägyptischen Kunst vor drei- bis viertausend Jahren – offensichtlich fast immer in den Häusern von Adelsfamilien. Ägyptische Aristokraten hegten eine große Vorliebe für Katzen. Ein königlicher Spross, Kronprinz Thutmose, der Sohn von Pharao Amenhotep III., war seiner Katze Osiris, Ta-Miaut (Osiris, die weibliche Katze) so hingegeben, dass er sie nach ihrem Tod einbalsamieren und in einen Sarkophag betten ließ, auf dem das poetische Geständnis eingraviert war: »Ich widersetze mich dem Himmel und allem, was sich dort befindet. Ich selbst habe meinen Platz unter den Unsterblichen im Himmel. Denn ich bin Ta-Miaut, die Glorreiche.«

HEILIGE TIERE

Die den Katzen angeborene Fähigkeit, die metaphysische Vorstellungskraft des Menschen anzuregen, ist für ihre Spezies sowohl ein Segen als auch ein schrecklicher Fluch gewesen. Bastet, eine katzenköpfige Göttin, wurde von den Ägyptern bereits im dritten Jahrtausend vor Christus verehrt. Sie wurde mit Fruchtbarkeit, weiblicher Sexualität und der »guten Mutter« assoziiert – Qualitäten, die den meisten domestizierten Katzen zu eigen sind. Im Laufe der Zeit fand Bastet ihren Weg in die griechische Mythologie als Artemis, die griechische Mondgöttin; in der römischen Mythologie ist sie als Diana, Göttin der Jagd, der wilden Tiere sowie der Geburt und Jungfräulichkeit bekannt. Als Geschöpfe der Nacht scheint es vollkommen angemessen, dass Katzen seit frühester Zeit so eng mit dem Mond und seiner Symbolik verbunden wurden.

Herodot, der griechische Historiker aus dem fünften Jahrhundert vor Christus, lässt keinen Zweifel über die Verehrung aufkommen, die Ägypter ihren Katzen zukommen ließen. Wenn eine Hauskatze starb, war es ganz normal, dass sich jedes Mitglied der Familie aus Respekt die Augenbrauen abrasierte. Außerdem war das jährliche Bubatis-Fest – zu Ehren von Bastet – das freudigste und aufwendigste des ägyptischen Kalenders, und »in diesen Tagen wurde mehr feuriger Saft der Trauben getrunken als im ganzen Rest des Jahres. So war es bei diesem Fest üblich: Und es wird gesagt, dass bis zu 700000 Pilger zur gleichen Zeit das Fest der Bastet feierten.«

Eine ungewöhnlich große Party, selbst gemessen am heutigen Standard!

Während die Verehrung der Katzen in Ägypten weiterhin existierte, stellt die Göttin Bastet wahrscheinlich den Höhepunkt dar, da diese Verehrung bald darauf eine ganz andere, abscheuliche Form annahm. Katzen wurden zu »heiligen Tieren«, die man züchtete, tötete, mumifizierte und den Göttern opferte.

Die Züchtung heiliger Tiere war im alten Ägypten ein äußerst einträgliches Geschäft, und Archäologen haben in der Nähe von Tempeln die Überreste großer Katzenzuchten gefunden, zusammen mit riesigen Mengen von Katzenknochen. Diese extreme Verehrung einer Katzengöttin, kombiniert mit der Bereitschaft, mumifizierte Katzen zu opfern, war eine verstörende Gegensätzlichkeit in der Einstellung zu Katzen, die jahrhundertelang durch die Geschichte geisterte, und dies zum Teil auch heute noch tut.

KATZEN ALS HEXENWESEN

In Europa waren Katzen bis ins Mittelalter hinein als Kammerjäger geschätzt und wurden von vielen als Haustier verehrt, doch existierte gleichzeitig das ständige Raunen um ihre Verbindungen mit den okkulten Mächten. Als Lieblingshaustier älterer Frauen in einer Ära von Analphabetismus und Ignoranz wurden Katzen nur allzu oft in die Rolle von »Hexenwesen« gezwungen; Geister, die Tierform angenommen hatten, um einer Hexe bei ihren Zaubereien zu helfen. Die jeweilige Zauberei galt nicht immer als etwas Bösartiges, doch angesichts der heidnischen Wurzeln der Verehrung der Mutter-Göttin war das Ganze mit Sicherheit nicht christlich.

Vielleicht haben einige der älteren Frauen – so wie viele Senioren heute – intuitiv die mysteriösen, jedoch wissenschaftlich bestätigten Eigenschaften von Katzen verstanden, unser physisches Wohlergehen zu unterstützen. Es hat sich gezeigt, dass der Rhythmus, in dem Katzen schnurren, Knochen und Muskeln heilt – ein Grund, warum sie es tun. Einfach nur zu hören, wie eine Katze schnurrt, ist herrlich entspannend. Diese Qualität mag einer der Gründe sein, warum bei Katzenbesitzern das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, 30 bis 40 Prozent geringer ist als bei Menschen, die keine Katzen in ihrem Haus haben, wie eine langfristige Studie des Stroke Instituts an der University of Minnesota herausgefunden hat.3 Eine wahrhaft außerordentliche Statistik!