Business Innovation - Christoph Witte - E-Book

Business Innovation E-Book

Christoph Witte

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Beschreibung

Im Wettbewerb um die besten Ideen Neue Technologien, wie Web 2.0, Smartphones und Social Media, verändern Geschäftsmodelle, Prozesse und Strukturen. Um die Potentiale der Informations- und Kommunikationstechnik nutzen zu können, ist der Chief Information Officer gefragt. Er muss sein Wissen und seine Erfahrung einbringen, damit die Unternehmen zukunftsfähig bleiben. Das Buch "Business Innovation" zeigt, wie Chief Information Officers mit den neuen Möglichkeiten umgehen. Hiefür haben Brenner und Witte die CIOs großer Unternehmen (u.a. Bosch und Siemens, Deutsche Bank, VW, Deutsche Telekom), einen Unternehmer (Infowerk), einen Berater (McKinsey) sowie einen Professor der Stanford University in Palo Alto interviewt. Offen reden die Gesprächspartner über ihre Erfahrungen, Probleme und Prognosen. Denn eines ist klar: Es ist nicht immer einfach, im Kampf um die besten Ideen die Nase vorn zu haben. Das Buch geht zudem detailliert auf die Methode "Design Thinking" ein, die sich als guter Weg erwiesen hat, um den Innovationsprozess zu professionalisieren. Mit teils überraschenden, aufschlussreichen Ergebnissen

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Seitenzahl: 307

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Walter Brenner

Christoph Witte

Business Innovation

Walter Brenner

Christoph Witte

Business

Innovation

CIOs im Wettbewerb der Ideen

Mit der Methode Design Thinking

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Walter Brenner

Christoph Witte

Business Innovation

CIOs im Wettbewerb der Ideen

F.A.Z.-Institut für Management-,

Markt- und Medieninformationen GmbH

Mainzer Landstraße 199

60326 Frankfurt am Main

Geschäftsführung: Volker Sach und Dr. André Hülsbömer

Frankfurt am Main 2011

ISBN 978-3-89981-490-3

Bookshop und weitere Leseproben unter:

www.fazbuch.de

Copyright

F.A.Z.-Institut für Management-,

Markt- und Medieninformationen GmbH

60326 Frankfurt am Main

Gestaltung/Satz

Umschlag

Anja Desch

Alle Rechte, auch des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten.

Inhalt

Vorwort: Innovation ist für den CIO Pflicht!

1     Warum ist Innovation ein wichtiges Thema?

2     Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik

3     Der CIO nimmt am Wettbewerb der Ideen zu selten teil 

Gespräch zwischen Walter Brenner und Christoph Witte

4     Ich stelle nur noch Informationen online, die jederwissen darf 

Gespräch mit Digital Natives und ihr Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnik

5     Innovation ist bei uns immer anfassbar

Gespräch mit Klaus Hardy Mühleck, CIO des VW Konzerns

6     Es geht um das Aufspüren und Ausprobieren von neuen Potentialen der IT 

Gespräch mit Steffen Roehn, CIO der Deutschen Telekom

7     Bei uns resultiert der Innovationsdruck aus denProzessveränderungen

Gespräch mit Wolfgang Gaertner, CIO Core Banking der Deutschen Bank

8     Wer Innovationen haben will, muss auch bezahlen

Gespräch mit Jürgen Sturm, CIO BSH Bosch und Siemens Hausgeräte

9     Integration hat Innovation nicht gerade leichter gemacht

Gespräch mit Jürgen Laartz, Direktor bei McKinsey & Company

10   Wir bewegen uns ständig in Übergangsphasen

Gespräch mit Winfried Gaber, Vorstandsvorsitzender des Infowerks

11   Design Thinking

12   Machen Sie Ihre Idee anfassbar

Gespräch mit Larry Leifer, Professor der Stanford University

13   Die Umsetzung des Wettbewerbs der Ideen

Die Autoren

Vorwort

Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik ist für den CIO Pflicht!

Vor zwei Jahren, mitten in der sogenannten Finanzkrise, haben wir in Gesprächen mit führenden Persönlichkeiten aus der Informationsund Kommunikationstechnik gespürt, dass Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik wieder zum Thema wird. Damals entschlossen wir uns, dieses Buch zu schreiben. Der erste Versuch misslang. Im Sommer 2009 haben wir uns für einen neuen Anlauf entschieden. Wir haben gemerkt, dass das Thema immer wichtiger wurde. Das ursprüngliche Konzept haben wir verändert. Aus der zunächst geplanten Monografie ist ein Buch geworden, das sich aus Textbeiträgen und Gesprächen mit herausragenden Persönlichkeiten unserer Branche zusammensetzt. Aus den Interviews für das erste, gescheiterte Buch sind Fallstudien geworden. Wir danken allen Gesprächspartnern für die Bereitschaft, mit uns offene Gespräche über Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik zu führen, und für die Erlaubnis, sie zu publizieren: Winfried Gaber (Infowerk), Wolfgang Gaertner (Deutsche Bank), Christoph Ganswindt (ehemals Lufthansa, heute Deutsche Telekom), Roger Gatti (Swisscom IT Services), Walter Geirhos (ZF Friedrichshafen), Konrad Hilbers (ehemals Quelle, heute HSE), Peter Kraus (ZF Friedrichshafen), Jürgen Laartz (McKinsey), Larry Leifer (Stanford University), Michael Lewrick (Swisscom IT Services), Klaus-Hardy Mühleck (VW), Karl-Erich Probst (BMW), Andreas Resch (ehemals Bayer Business Services, heute Modalis), Steffen Roehn (Deutsche Telekom), Rudolf Schwarz (ehemals Migros, heute pensioniert), Jürgen Sturm (Bosch und Siemens Hausgeräte), Gerhard Thomas (Hubert Burda Media).

Dieses Buch ist weder eine umfassende Darstellung noch ein wissenschaftliches Werk und auch kein Rezeptbuch für Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik. Wir möchten einen Beitrag zur Weiterentwicklung dieses Themas liefern, das für die Entwicklung der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltungen in Europa von entscheidender Bedeutung sein wird. Wir hoffen, dass das Buch von Mitarbeitern aus dem Fachbereich1, aus IT-Abteilungen, von Beratern sowie Mitarbeitenden aus der öffentlichen Verwaltung gelesen und heftige Diskussionen auslösen wird.

Manuel Meisel und Nicolas Staub, zwei Studenten der Universität St. Gallen, haben uns bei den Fallstudien und bei einer empirischen Untersuchung sehr geholfen. Ihre Bachelor-Arbeiten bilden eine der Grundlagen dieses Buches. Nicolas Staub hat auch nach Abschluss seiner Bachelorarbeit intensiv an der Fertigstellung des Buches mitgearbeitet. Falk Uebernickel danken wir für seine Hilfe bei dem Gespräch mit Prof. Larry Leifer und die Gespräche über Design Thinking. Reto Hofstetter danken wir für das Fallbeispiel von Atizo. Barbara Rohner sind wir zu großem Dank verpflichtet. Sie hat durch das Arrangieren der Termine, das Stellen kritischer Fragen, das gründliche Lesen und das Motivieren der Autoren einen großen Beitrag zu diesem Buch geleistet. Für die gute Zusammenarbeit danken wir Danja Hetjens von Frankfurter Allgemeine Buch.

Wir sind für jede Anregung und Kritik offen und freuen uns auf einen kontroversen Dialog. Sie erreichen uns unter [email protected] und [email protected].

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern eine erkenntnisreiche Lektüre.

St. Gallen und München 2011

Walter Brenner           Christoph Witte

1    Unter Fachbereich bzw. Geschäftsbereich (dazu zählen z.B. Buchhaltung, Einkauf, Fertigung, oder Vertrieb eines Unternehmens) wird im vorliegenden Buch die Rolle der Kunden verstanden, welche IT-Dienstleistungen in Form von IT-Produkten bei internen (interne IT-Abteilung) oder auch unternehmensexternen IT-Dienstleistern beziehen. (Zarnekow, R.; Brenner, W.; Pilgram, U.: Integriertes Informationsmanagement – Strategien und Lösungen für das Management von IT-Dienstleistungen. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag 2005, S. 10 f.)

Kapitel 1

Warum ist Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik überhaupt noch ein wichtiges Thema

Dieses Buch zeigt, wie durch die Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT)1 Innovationen geschaffen werden und die Weiterentwicklung von Unternehmen vorangetrieben werden kann.

In den vergangenen 50 Jahren hat es fünf große Entwicklungen, „Wellen“, der IKT gegeben, die struktur- und verhaltensverändernden Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft hatten. Abbildung 1 zeigt diese „Wellen“ in ihrem zeitlichen Ablauf. Jede dieser Wellen hat einen großen Schub an innovativen Entwicklungen im geschäftlichen und privaten Leben ausgelöst.

Abbildung 1: Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik

In den 60er Jahren begannen Computer, Einzug in Unternehmen und öffentliche Verwaltungen zu halten. Erste kleine Anwendungen liefen auf diesen Rechnern. Im Mittelpunkt der nächsten „Welle“ stand die Software. In den 70er Jahren verbreitete sich der Einsatz von Software über die Unternehmen. In großer Geschwindigkeit entstanden für viele Funktionsbereiche und Branchen Softwarelösungen.

In den 80er Jahren folgte die dritte „Welle“. Es gab immer mehr Personal Computer (PC) in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen. An jedem Arbeitsplatz stand auf einmal Rechen- und Speicherkapazität zur Verfügung, die noch wenige Jahre zuvor nur in den größten Rechenzentren gefunden werden konnte. Bereits wenige Jahre nachdem der Siegeszug des PCs in den Unternehmen begonnen hatte, wurde er auch für private Zwecke eingesetzt. Strukturen im geschäftlichen und privaten Leben veränderten sich.

Am Ende der 90er Jahre überrollte das Internet als vierte „Welle“ noch schneller als der PC zuerst das geschäftliche und unmittelbar danach auch das private Leben. Das Internet – wie zuvor der PC – veränderte Strukturen grundlegend und hat bis heute massive Auswirkungen auf das private Leben und die Art und Weise, wie geschäftliche Herausforderungen gelöst werden. Das World Wide Web ermöglichte es, Informationen sehr rasch und weltweit zu publizieren, und bildet die Grundlage für das sogenannte Electronic Business. Die Electronic Mail mit der Option, Dokumente anzuhängen, ermöglichte schnelle Kommunikation und Dokumentenaustausch für jedermann.

In den vergangenen Jahren ist durch die unerwartet rasche Verbreitung des mobilen Internets vor allem durch Smartphones, Web-2.0-Anwendungen und das Nutzen von Geräten aus der Unterhaltungselektronik im geschäftlichen Umfeld die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass eine fünfte „Welle“ mit struktur- und verhaltensverändernden Effekten bevorsteht. Unternehmen – wie Google, Apple, Facebook oder Twitter – haben neue Software und teilweise auch neue Hardware erfunden, die Grundlage dieser fünften „Welle“ sein können.

Vier Gründe bewegten uns, das Thema Innovation durch Informationsund Kommunikationstechnik im Jahr 2011 erneut aufzugreifen:

Wachsende Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik: Es gibt heute fast keine Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle mehr, die nicht von Produkten und Dienstleistungen der IKT unterstützt werden. Zudem schafft die Weiterentwicklung der IKT ständig neue Möglichkeiten, Prozesse und Produkte zu verbessern und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Deshalb muss die Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Massive Einstellungs- und Verhaltensänderungen der Menschen: Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Produkte aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik in ihr berufliches und privates Leben integriert. Digitale Fotografie, Reisebuchungen, Partnersuche oder Kommunikation über digitale soziale Netzwerke und Microblogs, wie Facebook und Twitter, sind heute aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Auch im Berufsleben spielt die elektronische Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Software eine immer größere Rolle. Die stationäre E-Mail war der Anfang, mobile E-Mails und mobiler Datenaustausch waren die Fortsetzung, und die Verwendung mobiler Applikationen, wie sie von immer mehr Unternehmen beispielsweise für das iPhone entwickelt werden, stellen die Zukunft der 24x7-Ökonomie dar. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen haben die Chance, von den Verhaltensänderungen zu profitieren, wenn sie für die Käufer und Mitarbeiter der Zukunft entsprechende Angebote bereitstellen. Sowohl im Wettbewerb um Kunden als auch im „War for Talents“ stellen innovative Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnik ein nicht zu unterschätzendes Potential dar.

Wachstum der „grauen“ Informations- und Kommunikationstechnik2in Unternehmen: Die Allgegenwärtigkeit der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft führt dazu, dass fast jeder Mitarbeitende mit immer einfacher zu bedienenden Rechnern und Software unterschiedlichster Couleur versiert umgehen kann. Aus dieser intensiven Nutzung und dem Know-how resultieren immer öfter Ideen beziehungsweise Anforderungen für weitere Anwendungen, die nicht mehr aus den zentralen IT-Abteilungen3 stammen. Sie kommen von den Nutzern selbst oder von kleinen, schnellen Unternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche. Sie bieten diese Anwendungen beispielsweise als Miniprogramme über das Internet so an, dass sie von „normalen“ Mitarbeitenden eingesetzt werden können, ohne die IT-Abteilung überhaupt zu involvieren.

Das bekannteste Beispiel sind Applikationen des Suchmaschinenspezialisten Google. Dieser stellt kostenfrei Dokumentenverarbeitung, Tabellenkalkulation, Mail und Instant Messaging sowie einfache Collaboration-Tools über das Internet bereit. Inzwischen nutzen mehrere Millionen Mitarbeitende in Unternehmen diese Werkzeuge, weil sie schnell sind, einfach zu bedienen und nicht eigens durch die zentrale IT-Abteilung implementiert werden müssen.

Diese Entwicklung setzt die zentrale IT-Abteilung in den Unternehmen unter enormen Druck. Auf der einen Seite ist sie gefordert, schnell gewünschte Funktionalität bereitzustellen, und sie muss diese Anwendungen in das Gesamtkonzept der Informations- und Kommunikationstechnikarchitektur des Unternehmens mit ihren Sicherheits- und Compliance-Anforderungen integrieren. Auf der anderen Seite entstehen in der digitalen Welt durch Konzepte wie serviceorientierte Architekturen und Cloud Computing4 gezielte digitale Dienstleistungen, die die traditionelle Software-Entwicklung und ihre behäbige Geschwindigkeit langsam aussehen lassen. Vor diesem Hintergrund bleibt Innovation für die Chief Information Officers (CIO) auch in Krisenzeiten ein zentrales Thema. Wehklagen über die „graue“ Informatik, die außerhalb seines Verantwortungsbereichs entsteht, helfen nicht weiter. Der CIO muss sich dieser Herausforderung stellen und sein Wissen und seine Erfahrung über den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnik in den Innovationsprozess einbringen.

Unsystematischer Umgang mit Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik: Wir haben beobachtet, dass Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik in den meisten Unternehmen nicht als eigenständige Aufgabe existiert und es so gut wie keine etablierten Prozesse und Strukturen oder Methoden und Werkzeuge gibt. Die innovative Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik scheint dem Zufall überlassen zu bleiben. Die Fachbereiche entwickeln Ideen, aber die mit der Umsetzung betrauten externen Lieferanten scheinen eher zufällig ausgewählt und nur unsystematisch kontrolliert zu werden. Am deutlichsten wird diese ambivalente Einstellung zur Innovation – einerseits wird es als wichtiges Thema gesehen, aber im Alltag erfährt es zu wenig Aufmerksamkeit – durch die Aussage von Chief Information Officers, die Innovation als ihr „Hobby“ bezeichnen. Innovation als eine Art Freizeitvergnügen zu betrachten ist diesem Thema, das entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beiträgt, nicht angemessen. Hätten Gottfried Daimler, Thomas Alva Edison, Bill Gates, Steve Jobs oder die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page Innovation als Hobby betrachtet, wären ihre Firmen nicht zu den Ikonen der Industrie- und postindustriellen Gesellschaft geworden.

Ziel dieses Buches ist es, das Thema Innovation, das in der digitalen Welt nur Innovation mit und durch Informations- und Kommunikationstechnik heißen kann, wieder an den zentralen Platz zu rücken, an den es gehört. Auch die IT-Abteilungen sollten sich die verändernde Kraft der Innovation wieder zunutze machen. Der innovative Einsatz von IKT muss für Unternehmen und damit für Kunden nachhaltigen Nutzen schaffen. Dazu reicht es nicht, für neue Hardware und Software aus den Laboren der Hersteller Einsatzmöglichkeiten im Rechenzentrum, auf oder unter dem Schreibtisch von Benutzern zu finden.

Im zweiten Kapitel erklären wir, was wir unter Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik verstehen. Wir stellen dar, dass „Innovate the Business“ und „Innovate the IT“ die beiden grundsätzlichen Stoßrichtungen dafür darstellen. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels gehen wir auf unterschiedliche Ansätze von Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik in der Praxis ein und belegen diese Ansätze durch Fallstudien der Lufthansa, der ZF Friedrichshafen, der Hubert Burda Media, der Migros, den Swisscom IT Services, von Bischofszell und von Atizo. Den Abschluss dieses Kapitels stellt die Darstellung einer Befragung von Führungskräften aus IT-Abteilungen dar, die den Handlungsbedarf bei Innovationen zum Ausdruck bringt.

Das dritte Kapitel erläutert den „Wettbewerb der Ideen“, der eine zentrale Bedeutung für die Argumentation in diesem Buch spielt. Das vierte Kapitel fasst ein Gespräch zusammen, das wir mit Digital Natives am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen geführt haben. Mit diesem für uns unerwartet verlaufenden Gespräch liefern wir einen Beitrag zur aktuellen Diskussion, wie seriös junge Menschen mit neuen Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnik umgehen und welche Anforderungen sie an zukünftige Arbeitgeber stellen.

Klaus-Hardy Mühleck, CIO von VW, stellt im fünften Kapitel dar, wie groß der Druck ist, innovativ tätig zu werden – und zwar sowohl aus Sicht der Kunden wie auch aus Sicht der Mitarbeitenden. Steffen Roehn, der Chief Information Officer der Deutschen Telekom, konzentriert sich in dem Gespräch, das wir mit ihm geführt haben, auf den Kunden als Quelle innovativer Ideen (sechstes Kapitel). Wolfgang Gaertner, Chief Information Officer in der Deutschen Bank, führt im siebten Kapitel aus, dass er in erster Linie Persönlichkeiten aus dem Fachbereich und der IT-Abteilung zusammenbringt, um eine tragfähige Grundlage für Innovation zu schaffen. Jürgen Sturm, CIO von Bosch und Siemens Hausgeräte, geht im achten Kapitel der Frage nach, wie Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik die Führungsfähigkeit eines weltweit agierenden Unternehmens verbessert. Jürgen Laartz, Direktor bei McKinsey, vertritt im neunten Kapitel die Meinung, dass der CIO sich in einer schwierigen Position zwischen Betrieb und Innovation befindet. Winfried Gaber, ein mittelständischer Medienunternehmer, beschreibt in unserem Dialog (zehntes Kapitel), wie wichtig Entwicklungen außerhalb einer Branche für den Innovationsprozess sind. Insgesamt wird in diesem Teil des Buches Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt.

Eine ausführliche Beschreibung der Methode Design Thinking folgt in Kapitel 11. Kapitel 12 widmet sich dem Gespräch mit einem der Väter von Design Thinking, Professor Larry Leifer von der Stanford University in Palo Alto. In Kapitel 13 werden Konsequenzen für die Unternehmensführung und Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Quellen und Anmerkungen

1    Unter Informations- und Kommunikationstechnik verstehen wir im Folgenden alle Produkte, das heißt Hardware und Software, aus dem Bereich der Informatik und Telekommunikation, unabhängig davon, ob sie in erster Linie im Geschäft oder im privaten Haushalt eingesetzt werden.

2    Die „graue“ Informatik ist der Teil der Informations- und Kommunikationstechnologie, der nicht von der IT-Abteilung kontrolliert wird.

3    In diesem Buch verwenden wir den Bezeichnung „IT-Abteilung“ stellvertretend für interne IT-Organisationen, interne IT-Serviceprovider oder konzerngebundene IT-Dienstleister. Wir sind uns bewusst, dass sich diese verschiedenen Organisationsformen deutlich unterscheiden. Für die Argumentation ist dies weitgehend unerheblich.

4    „Unter Cloud Computing (engl.: cloud computing; unübliche deutsche Übersetzung: Rechnen in der Wolke) versteht man das Angebot von Rechnerressourcen (wie Rechenkapazität, Speicher und Programme bzw. Webservices) durch IT-Dienstleister im Internet für eine potentiell sehr große Zahl von Kunden. Die Anbieter betreiben große, über die Welt verteilte Rechnernetze (Grids oder große Serverfarmen) und können damit eine hohe Anpassungsfähigkeit an wechselnde Kapazitätsansprüche (Skalierbarkeit) und eine hohe Ausfallsicherheit bieten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Dienstleistungsrechenzentren weiß der Kunde nicht, auf welchen Servern im Netz seine Daten gespeichert sind und wo die Verarbeitung erfolgt.“ (Hansen, H. R.; Neumann, G.: Wirtschaftsinformatik 1: Grundlagen und Anwendungen. Stuttgart: Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH 2009, S. 164 f.)

ZUSAMMENFASSUNG

Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik wächst ständig. Es gibt heute fast keine Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle mehr, die nicht durch Informationsund Kommunikationstechniken unterstützt werden. Die Menschen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Produkte aus dem Bereich der IKT in ihr berufliches und privates Leben integriert. Der Gebrauch des Internets für unterschiedlichste Zwecke ist über fast alle Altersgruppen hinweg zur Selbstverständlichkeit geworden. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen haben die Chance, von den Verhaltensänderungen zu profitieren, wenn sie für die Käufer sowie die Mitarbeitenden entsprechende Angebote bereitstellen. Sowohl im Wettbewerb um Kunden als auch im „War for Talents“ stellen innovative Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnik ein nicht zu unterschätzendes Potential dar. Innovation durch IKT existiert in den meisten Unternehmen nicht als eigenständige Aufgabe. Es gibt so gut wie keine etablierten Prozesse und Strukturen sowie Methoden oder Werkzeuge. Die innovative Nutzung von IKT scheint dem Zufall überlassen zu bleiben.

Kapitel 2

Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik

Viele Mitarbeitende aus IT-Abteilungen verstehen Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik in erster Linie als den Ersteinsatz neuer Produkte und Dienstleistungen von Anbietern, während viele Personen aus den Fachbereichen unter Innovation das „Herumprobieren“ mit neuen Gadgets verstehen. Im Sommer 2010 war das in erster Linie das iPad von Apple. Innovation durch Informations- und Kommunikationstechnik wird in diesem Buch aus dem Blickwinkel eines Unternehmens oder einer öffentlichen Verwaltung gesehen. Ziel ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsposition durch Nutzung der Potentiale der Informations- und Kommunikationstechnik zu leisten.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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