Bye bye altes Haus, hallo neues Haus - Nadine Schultens - E-Book
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Bye bye altes Haus, hallo neues Haus E-Book

Nadine Schultens

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Beschreibung

Mauritius, Singapur, Thailand, Australien, Neuseeland, Argentinien, Uruguay, Chile, Kuba und die USA - diese Stationen besuchen die drei Leverkusener Marius, Nadine und deren zweijähriger Sohn Levi während ihrer neun monatigen Weltreise in den Jahren 2017 und 2018. Neben dem klassischen Reisebericht, der viele besondere Momente, aber auch alltägliche Situationen beschreibt, erhalten Leserinnen und Leser dieses Buches wertvolle Tipps zum Thema Reisen mit und ohne Kleinkind, zur Planung, Vor- und Nachbereitung und zur Finanzierung einer längeren Reise und Informationen zu den besuchten Zielen. Durch die sorgfältig ausgewählten, farbigen Fotos gelingt beim Lesen dieses Buches ein Eintauchen in fremde Länder und Kulturen. Ein Buch für jeden, der gerne verreist oder vom Reisen träumt.

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Inhalt

Einleitung

Januar bis September 2017

September bis Oktober 2017 – Mauritius

Oktober 2017 – Singapur

Oktober bis Dezember 2017 – Thailand

Bangkok

Ayutthaya

Chiang Mai und Chiang Rai, Nordthailand bis zum Goldenen Dreieck

Phuket

Ko Lanta

Dezember 2017 bis Januar 2018 - Australien

Sydney

Ostküste Australiens

Januar bis Februar 2018 – Neuseeland

Februar bis März 2018 – Argentinien, Uruguay

Buenos Aires

Montevideo

Iguazú

Cordoba

Mendoza

März 2018 – Chile

Atacama

Santiago de Chile

April 2018 – Kuba

April bis Juni 2018 - USA und Kanada

Florida

Las Vegas

Kalifornien

Niagarafälle, Kanada

New York

Juni 2018 - Düsseldorf und Leverkusen

Juni 2018 bis heute

Finanzen

Fazit und persönliche Highlights

Einleitung

Heute ist der 28.09.2020, Mittagszeit. Ich habe aufgeräumt, etwas gegessen und Toni, der kleine Bruder des Weltreisenden, schläft. Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich in diesen seltenen, ruhigen Zeiten mal hinzusetzen und über unsere Reise zu schreiben. Statt nach halbherziger Erledigung des Haushalts mit dem Handy zu daddeln oder ein Buch zu lesen, möchte ich mich erinnern. Erinnern an die wohl schönste Zeit in meinem Leben. Schön, weil intensiv, spannend, abwechslungsreich, emotional, irre lang und doch so kurz. Eine Zeit, in der wir drei - unser Sohn Levi, der seinen zweiten Geburtstag am anderen Ende der Welt feierte, mein Mann Marius und ich - uns so nah waren wie nie zuvor und vermutlich niemals wieder sein werden. Es gab nur uns. Wir waren auf Weltreise.

Unser Aufbruch ist heute drei Jahre und neun Tage her. Höchste Zeit, mit dem Schreiben zu beginnen damit die Zeit nicht in Vergessenheit gerät. Ich stelle oft fest, dass ich mich sehr gut auch an Kleinigkeiten erinnere, mein Mann Marius an deutlich weniger (wirklich sehr deutlich weniger). Und Levi war natürlich noch viel zu klein. Also liegt es an mir, diese Zeit zu sichern. Für uns drei und besonders auch für unseren jüngeren Sohn Toni, der seit einem guten Jahr der Vierte im Bunde ist.

Besonders in der jetzigen, so stark durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit, weiß ich unsere Erfahrung unheimlich zu schätzen. Wir waren so frei. Haben heute entschieden, wo wir morgen hinreisen, in welches Flugzeug wir steigen und was wir die nächsten Wochen erleben wollen. Wir hatten Zeit, wir hatten uns. Natürlich hatten wir auch das nötige Kleingeld, ohne geht es nicht.

Es war eine einmalige Gelegenheit, etwas richtig Tolles zu erleben – etwas, das unser Leben nachhaltig prägen wird. Heute, wenn ich nach gut drei Jahren auf den Start zurückblicke, bin ich sicher: Es war zu hundert Prozent die richtige Entscheidung und wir haben die Gelegenheit so gut genutzt, wie es nur ging. Ich bin unheimlich dankbar, das alles erlebt zu haben. Wenn ich Fotos der Reise anschaue, bin ich glücklich. Ich erinnere mich an ein lachendes, glückliches Kleinkind und das Wort, das mir am häufigsten in den Sinn kommt: „unbeschwert“. Im wahrsten Sinne. Kein Alltag, keine Termine, kein Druck, keine Verpflichtungen. Durch nichts beschwert, ohne Last. Nur wir, die tun, worauf sie Lust haben. Und wo wir möchten. Neun Monate lang. Luxus? Und ob. Das wissen wir und wir sind dankbar dafür. Dankbar auch, dass wir uns entschieden haben, unser Erspartes auf den Kopf zu hauen, Risiken einzugehen, anderen Menschen, die uns und besonders den kleinen Mann vermisst haben, Kummer zu bereiten und etwas zu riskieren.

Aktuell hat der Herbst kalt und nass Einzug gehalten. Ich sitze am Tisch im Wohnzimmer, habe kalte Füße, aber keine Lust, aufzustehen um Socken zu holen. Und ich gucke in den Regen. Dies ist der Versuch, mich wegzuträumen, zu erinnern an eine tolle Zeit in der warmen Ferne. Kommt ihr mit?

Januar bis September 2017

Das neue Jahr ging nicht gut los. Marius war im Oktober 30 geworden. Wir hatten zusammengelegt und ihm, unserem Sohn und mir eine Woche Wellness-/ Kinderhotel geschenkt. Nach Weihnachten, über Silvester. Soweit, so gut. Die Idee war nicht schlecht. Tatsache war aber, dass dieser „Urlaub“ unheimlich anstrengend für uns war. Die Krönung nach einem kräftezehrenden Herbst mit zahnendem, dauerkrankem Baby und müden, genervten Eltern. Vor Weihnachten lagen wir drei mit einem Magen-Darm-Virus flach, zum Fest dann meine armen Eltern Bärbel und Roland. An den Feiertagen hatte ich immer noch keinen Appetit, war müde und schlapp. Da kamen die paar Tage Erholung doch genau recht –dachten wir. Um es kurz zu machen: Das war der anstrengendste Urlaub unseres Lebens. Sohnemann war furchtbar drauf (Zähne, Schub, Phase, alles zusammen?) und schrie nächtelang das Hotel zusammen. Ich hatte einige Wochen vorher abgestillt und ich fragte ich im Nachhinein, ob das der verspätete Protest war, denn das Abstillen an sich hatte Levi auffällig emotionslos und äußerst kooperativ hingenommen. Wie auch immer: Wir gingen am Stock und hatten tatsächlich schon Angst, aufgrund der nächtlichen Lärmbelästigung aus dem Hotel geworfen zu werden. Nachts trugen wir unseren brüllenden, frisch gebackenen Einjährigen durch das Hotelzimmer, tagsüber schoben wir ihn im Kinderwagen durch die Gegend. Wenigstens dann schlief er und somit war Ruhe. Geschlafen haben wir abwechselnd in Form von „power naps“. Am letzten Tag schleppte ich mich der Form halber – wir hatten schließlich extra ein Wellnesshotel gebucht – zur Gesichtsbehandlung. Ich hatte die Hoffnung, nicht sofort einzuschlafen oder wenigstens keine lauten Schlafgeräusche von mir zu geben. Als ich nach maximal 60 Minuten zurück Richtung Zimmer ging, kam mir unser Sohn entgegengelaufen. Klingt im ersten Moment nicht allzu besonders, aber er war kurz zuvor noch gekrabbelt. Seine ersten Schritte – und das waren direkt einige – machte er also, während die Mama bei der Kosmetikerin weilte. Vielleicht hatte ihn das um den Schlaf und uns beinahe um den Verstand gebracht.

Nachdem wir in der oben beschriebenen Verfassung mehr schlecht als recht ins neue Jahr rutschten, zogen wir zu Hause ein Resümee. Der kleine Mann war schon eins. Wo war die Zeit und vor allem wo mein Mann geblieben? Marius hatte zu der Zeit anderthalb Jobs, war in der Woche in der Regel von 8:30 bis 21 Uhr unterwegs, dazu kamen einige Stunden am Wochenende. Nicht selten fühlte ich mich alleinerziehend. Das mag im ersten Lebensjahr noch gehen; für mich war die Konstellation „Mama und Baby“ weitestgehend in Ordnung. Für das zweite Jahr jedoch war es für uns undenkbar. Marius stellte fest, kaum etwas von seinem Sohn gehabt zu haben. Zack, weg war die so kostbare Babyzeit. Was also tun? Wir müssten mehr Zeit haben. Also weniger oder gar nicht arbeiten. Aber dann zu Hause sitzen? Wäre es woanders, in der Ferne, nicht viel intensiver? Und – die Gedanken kamen ja im kalten Januar – sicherlich auch schöner und wärmer. So waren tatsächlich die ersten Gedankengänge zum Thema Weltreise. Gemeinsame Zeit zu verbringen war unser primäres Anliegen. Das Reisen schloss sich irgendwie als Konsequenz an. Nachdem wir zu dem Zeitpunkt schon mehr als ein Jahrzehnt ein Paar waren, wollten wir uns nun als Familie finden.

Überlegungen, einen Auslandsaufenthalt mit dem Job zu verbinden oder berufsbedingt ins Ausland zu gehen, verwarfen wir schnell wieder. Fand ich es in der Heimat schon nicht schön, so viel allein mit Kind zu sein – hier hatte ich wenigstens die Großeltern, unsere Geschwister und Freunde um uns herum, hier besuchten wir Schwimm- und Sportkurse. In einem fremden Land mit arbeitendem Mann hätte ich mich umso einsamer gefühlt. Das hätte alles nur verlagert, aber nicht gelöst.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir in den Monaten davor viel stritten, so wie es vielen Paaren mit Baby geht. Ich glaube, besonders mit dem ersten. Alles war neu und wunderbar, aber auch so anstrengend. Schlafmangel, Zweifel und ein auf den Kopf gestelltes Leben forderten bei uns ihren Tribut. Sobald der Gedanke an eine Reise kam, hielten wir ihn fest. Eine gute Freundin sagte damals zu mir: „Nadine, nicht dass das alles nur verschiebt, aber nicht löst. Nicht, dass während der Reise alles gut ist und hinterher wieder nicht. Denn danach kommt wieder Alltag. Ihr könnt nicht im Urlaub eure Probleme lösen und dann den Alltag weiterleben, wie er war.“ Damit hatte sie vollkommen Recht und auch darüber sprachen wir. Die Reise sollte ein Start in eine gleichberechtigtere Zukunft mit besserer „Work-Life-Balance“ sein. So der Plan.

Wir hatten bis dahin beide viel gelernt und gearbeitet. Abitur, Ausbildung, berufsbegleitendes Studium, Arbeitgeberwechsel, Fort- und Weiterbildungen. Und wir waren, Anfang 2017, erst 29 bzw. 30 Jahre alt. Privat war es ebenfalls rundgegangen – Eigentumswohnung gekauft, geheiratet, Kind bekommen. Keine Zeit zum Durchatmen. Keine Zeit zum Reflektieren, kaum Zeit zum Genießen. Allerhöchste Zeit, um auf die Bremse zu treten, innezuhalten, das Hamsterrad zu stoppen. Vor dem Haus und dem zweiten Kind eine Auszeit zu nehmen.

Unser erstes Gespräch ging einen Abend lang, wahrscheinlich eher einen halben. Im Nachhinein konnten wir nicht mehr beantworten, von wem die Idee stammte. Sie war ein Gemeinschaftsprodukt. Wir beschlossen unser Gespräch mit der Abmachung, das Thema eine Woche ruhen zu lassen und dann weiter darüber zu sprechen und zu klären, ob wir es ernst meinen. Ganz ehrlich? Ich ging kurzentschlossen am nächsten Tag ins Reisebüro. Nichts war mit „ruhen lassen“. Ich war aus dem Nichts Feuer und Flamme. Glücklicherweise mein Mann ebenso. Ich erwischte ihn doch tatsächlich beim Googeln zu diesem Thema. Eine Woche später sprachen wir erneut und waren uns sofort einig: Wir machen es. Und zwar schnell. Bevor Levi in den Kindergarten geht und ich wieder ins Berufsleben einsteige. Bevor noch mehr Zeit verloren geht. Wann wir in den folgenden Wochen die Details planten, weiß ich nicht mehr genau. Ich erinnere mich jedoch noch sehr genau daran, dass wir dieses zweite Gespräch mit dem Vorhaben beschlossen, jeder mit einer Person seiner Wahl über unsere Idee zu sprechen. Ansonsten sagten wir noch nichts, um keine Pferde scheu zu machen. Es war ein bisschen unser kleines Geheimnis. Mein Mann und ich griffen zum Hörer und riefen unsere Brüder an: Marius seinen großen, Christoph, ich meinen kleinen Bruder Jan (hab nur den). Sie reagierten sehr ähnlich: Echt? Ihr? Krass? Hätte ich gar nicht gedacht… Naja, verdient hättet ihr es definitiv (Danke). Tut euch bestimmt gut. Klar, macht das doch! Zum Ende der Telefonate waren sie ebenso wie wir Feuer und Flamme.

Anschließend diskutierten wir Dinge wie Dauer, Route und Kosten. Wir sammelten Infos im Internet, in Reisebüros. Ich kaufte das tolle Buch „Die Welt“ des Lonely Planet-Verlags über die Länder dieser Erde und las mich fest. Ein Jahr Auszeit wollten wir nehmen. Ein Jahr Auszeit würde in etwa zehn Monate Reisezeit ergeben, inklusive Vor- und Nachbereitung. Für mich war klar, dass ich nicht zu meinem alten Arbeitgeber zurückgehen würde. Der Chef meines Mannes reagierte fantastisch. Er unterstützte unsere Idee von Anfang an und sorgte dafür, dass Marius für ein Jahr freigestellt wurde und nicht kündigen musste, um reisen zu können. Eine große Erleichterung für uns. Nachdem wir an diesem Punkt waren, hatten wir noch eine Hürde zu nehmen, die besonders mir sehr schwerfiel: Wir erzählten unseren Eltern von dem Plan. Unseren Eltern, die es gewohnt waren, uns und vor allem ihr einziges Enkelkind sehr regelmäßig zu sehen – mindestens wöchentlich, eher häufiger. Ihnen zu sagen, dass wir uns ein knappes Jahr nicht sehen würden, ist mir unheimlich schwer gefallen. Im Leben eines ein- bzw. zweijährigen Kindes ist das eine wahnsinnig lange Zeit. Schnell kam die Idee, dass sie uns ja besuchen könnten. Haben sie auch gemacht.

Natürlich haben wir über Geld geredet und gerechnet. Wir hatten viel gespart, durch viel Arbeiten und verhältnismäßig günstiges Leben. Wir beschlossen eine finanzielle Obergrenze, rechneten auf Monate, dann auf Wochen runter. Wie viel können wir ausgeben? Was können wir uns leisten? Welche Fixkosten können wir sparen? Dabei achteten wir darauf, einen kleinen Puffer für die Zeit nach unserer Rückkehr zu lassen. Zu wissen, dass mein Mann wieder in seinen Job zurückkehren konnte, hat uns natürlich unheimlich geholfen. Aber gemacht hätten wir es selbst ohne diese Sicherheit.

Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für die Untervermietung unserer Wohnung. Zuerst war ich dagegen gewesen – hauptsächlich, weil ich für den Fall der Fälle eine Anlaufstelle in Deutschland haben wollte. Ich wollte mit der Sicherheit reisen, jederzeit, sollte etwas vorfallen, nach Hause in meine Wohnung kommen zu können. Irgendwann ist das ein Rechenexempel. Es wäre purer Luxus gewesen, knapp ein Jahr lang eine leer stehende Wohnung zu finanzieren. Außerdem wollten wir unseren Eltern, die freundlicherweise die Pflege übernahmen, so wenig Arbeit wie möglich machen. Und einer bewohnten Wohnung geht es vermutlich besser als einer unbewohnten. Den Part der Vermietung übernahm mein Mann. Über eine Agentur boten wir die Wohnung warm und möbliert zur zeitlich begrenzten Miete an. Da wir uns dazu jedoch erst sehr kurz vor Abreise entschieden und die Wohnung mit vier Zimmern nicht so einfach zu vermieten war (in der Regel werden diese Mietangebote von Einzelpersonen wahrgenommen) war sie zum Zeitpunkt unserer Abreise noch nicht vermietet. Wir hatten dennoch Glück und die Agentur fand für uns ganz tolle Mieter, die fünf Monate in unserer Wohnung die Stellung hielten. Nach der Reise haben wir uns persönlich kennengelernt und noch einige Male getroffen.

Unsere beiden Autos vermieteten wir an Freunde, sodass auch diese gut versorgt waren, über die Nutzung unserer Garage freute sich ein Nachbar.

Ein sehr wichtiger Punkt ist das Thema Gesundheit. Sobald wir eine ungefähre Idee der Route hatten und uns detailliert über Gebiete mit Zikavirus, Malaria, Gelbfieber und Denguefieber informiert hatten, machten wir einen Gesprächstermin bei unserer Kinderärztin. Sie war sofort Feuer und Flamme und bestätigte uns ganz entschieden in unserem Vorhaben. Mit ihrer Aussage, so viel Zeit mit Mama und Papa verbringen zu können, sei ein einmaliges Geschenk an Levi, traf sie meiner Ansicht nach voll ins Schwarze. Und ein großes Geschenk an uns selbst natürlich auch. Eine tropenmedizinische und detaillierte Impfberatung erhielten wir im Klinikum Leverkusen. Ich hatte telefonisch einen Termin vereinbart und bereits die grobe Reiseroute durchgegeben. Diese sah im Frühjahr 2017 so aus:

Mauritius oder Seychellen, Thailand und / oder Vietnam, Australien, Neuseeland, Südamerika, Kuba, USA, Europa.

Wir achteten dabei darauf, dass uns natürlich primär das Reiseziel zusagt. Wo wollten wir immer schon einmal hin? Was wollen wir erleben? Welches Land oder Gebiet passt klimatisch und geografisch in unseren Reisezeitraum und zur Route? Ebenso wichtig war es uns, dass mindestens einer von uns die Landessprache spricht. Da wir beide gute Englischkenntnisse haben, mein Mann gute Spanischkenntnisse und ich zumindest rudimentäre Französischkenntnisse, konnten wir hier fast aus dem Vollen schöpfen. Insbesondere die Spanischkenntnisse meines Mannes würden sich als sehr wichtig herausstellen. Länder mit einer für unsere Bedürfnisse nicht ausreichenden Gesundheitsversorgung schlossen wir aus. Ebenso zunächst einmal Länder mit Gelbfiebervorkommen… Politisch unsicheres Terrain wollten wir nicht betreten. Relativ schnell und in großer Einigkeit erarbeiteten wir also die oben genannte, vorläufige Route mit ungefähren Aufenthaltsdauern.

Die reisemedizinische Beratung war wirklich sehr gut. Wir waren vorbereitet und unser Gesprächspartner ebenso. Schnell kamen wir überein, unseren Impfstatus auf Vordermann zu bringen. Bei mir war alles vollständig, Marius hatte etwas geschlampt. Zusätzlich vereinbarten wir Termine für Impfungen unter anderem gegen Tollwut und Hepatitis. Unseren Sohn Levi ließen wir durch die Mitarbeiterinnen der Kinderarztpraxis impfen. Wir entschieden uns zu der Zeit gegen eine Gelbfieberimpfung, da Levi noch so klein war. Obwohl noch etwa sechs Monate bis zur geplanten Abreise waren, war es höchste Zeit, loszulegen. Einige Impfungen erfolgen in drei Dosen, die einen gewissen Mindestabstand zueinander und zu den anderen Impfungen haben sollen. Klar: Sollte es unbedingt notwendig sein, kann gestrafft geimpft werden, ist aber nicht empfehlenswert. Neben der Impfberatung erhielten wir wertvolle Tipps zu Medikamenten, die wir einpacken sollten. Diese waren zum Teil freiverkäuflich, zum Teil wurden sie durch unseren Haus- bzw. Kinderarzt verschrieben. Übrigens übernahm alles unsere Krankenkasse, problemlos. Die Kosten für die Beratung und die Impfstoffe (da kamen mehrerer hundert Euro zusammen) mussten wir auslegen, bekamen aber alles anstandslos und zeitnah erstattet. Ein letzter Punkt zum Thema Gesundheit ist die Auslands-Reisekrankenversicherung. Auch hierzu erhielten wir Informationen und Tipps bei der reisemedizinischen Beratung. Zunächst fragten wir bei unserer Krankenversicherung an, fanden aber sehr schnell eine deutlich günstigere und bessere Alternative. Es lohnt sich, genau zu vergleichen: Häufig nehmen Versicherungen einen hohen Aufschlag, wenn die USA als Reiseziel eingeschlossen werden sollen. Der Anbieter, den wir schlussendlich wählten, machte das nicht und war somit konkurrenzlos günstig. Wir schlossen die Versicherung für ein volles Jahr mit der Zusicherung ab, nach Rückkehr die zu viel gezahlten Tage oder Wochen erstattet zu bekommen. Es hat super funktioniert.

Neben den Themen Finanzen und Gesundheit geht es natürlich auch um Einreisebestimmungen. Wo kannst du wie lange bleiben, wofür benötigst du besondere Einreisepapiere? Unsere Recherchen ergaben, dass in vielen Ländern die Grenze bei 30 Tagen liegt. Solange darfst du dich dort ohne Visum aufhalten.

Mittlerweile hatten wir uns intensiver mit einzelnen Ländern beschäftigt und festgestellt, dass wir in Thailand länger bleiben möchten. Also vereinbarte ich einen Termin beim Konsulat der thailändischen Botschaft in Essen. Mit unseren Reisepässen und der Vollmacht meines Mannes konnte ich den Termin alleine für uns drei wahrnehmen. Gegen eine kleine Gebühr erhielten wir jeder ein Visum, mit dem wir einige Wochen in Thailand urlauben durften. Dieses wurde direkt in den Pass eingetragen. Für unseren Aufenthalt auf Mauritius benötigten wir nur unsere Reisepässe, die mindestens noch ein halbes Jahr Gültigkeit haben sollten, das ist eine Bedingung in nahezu allen Ländern. Übrigens stellte ich bei der Recherche fest, dass Inhaber eines deutschen Reisepasses zu den Glücklichen gehören, die in so viele Länder reisen dürfen wie kaum andere Nationalitäten. Wir haben es schon gut. Wer nach Kuba reist, sollte sich etwas intensiver vorbereiten. Eine Touristencard ist zwingend notwendig, ebenso eine englische Versicherungspolice der Auslands-Reisekrankenversicherung für alle Reisenden. Die Police forderten wir an und erhielten sie ohne Probleme. Kuba war allerdings erst für das Frühjahr 2018 geplant und die Touristencard konnte nicht so weit im Voraus ausgestellt werden. Darum – wie auch um die Einreisen nach Australien, Neuseeland, die südamerikanischen Länder und die USA – würden wir uns von unterwegs kümmern müssen.

In den Monaten März bis September 2017 waren wir also damit beschäftigt, Impftermine wahrzunehmen, Packlisten zu schreiben, Medikamente zu beschaffen und die Route weiter zu planen. Tatsächlich begannen wir auch zu buchen. Die erste Buchung war die der Flüge Köln – Mauritius. Es wurde klar: wir machen es wirklich! Bei Flügen lohnt es sich natürlich unheimlich, Preise zu vergleichen. Hier kann man mit etwas Flexibilität, was den Reisetag angeht, richtig Geld sparen. Wir achteten darauf, für längere Strecken Nachtflüge zu wählen. Übrigens haben die sogenannten „Around the World Tickets“, mit denen man für einen Festpreis mehrere Flüge buchen kann, keinen Sinn für uns gemacht. Viele kleinere Fluggesellschaften machen nicht mit und man muss streng darauf achten, in eine Richtung zu fliegen. Klar: Wollen wir grundsätzlich auch. Klappt aber nicht immer zu einhundert Prozent. Wir rechneten hoch und entschieden uns, alle Flüge einzeln zu buchen.

Ebenfalls von Deutschland aus buchten wir drei verschiedene Unterkünfte auf Mauritius, Flüge von Mauritius nach Singapur und von Singapur nach Bangkok. Singapur ergab sich zufällig, da es keine Direktflüge von Mauritius nach Thailand gab. Hier bot sich ein Zwischenstopp in Singapur an. Von Thailand sollte es nach Sydney gehen und zwar vor dem zweiten Geburtstag von Levi am 12.12.2017 um Kosten für seinen Flug zu sparen. Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren fliegen in der Regel kostenlos, haben dann aber keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Ich bin nicht sicher ob wir diese Flüge schon buchten, geplant waren sie jedenfalls für Anfang Dezember. Definitiv buchten wir unseren Aufenthalt in Australien. Wir stellten schnell fest, dass Australien, insbesondere Sydney, erstens teuer und zweitens zu der Hauptreisezeit im Dezember und Januar heiß begehrt ist. Fast täglich „verschwanden“ verfügbare Unterkünfte aus dem Onlineangebot oder die Preise stiegen. Also machten wir Nägel mit Köpfen und buchten sowohl ein Appartement in Sydney als auch einen kleinen Camper für die Strecke Sydney – Brisbane an der australischen Ostküste mehrere Monate im Voraus. Ebenso buchten wir eine Kreuzfahrt durch den Panamakanal. Diese Buchung tätigten wir weit, sehr weit im Voraus – für April / Mai 2018 von Fort Lauderdale (Florida) nach San Diego (Kalifornien). Grund hierfür war, dass wir Marius` Bruder Lukas und seine Frau Mira in Kalifornien treffen wollten, außerdem reizte uns die Idee, einen Teil der Route mit dem Schiff zurückzulegen. Die geplante Strecke durch den Panamakanal mit den interessanten Stopps klang toll. Ob, wie und wann wir in San Diego eingetroffen sind, dazu später mehr.

Wir machten uns weiter mit den Preisen vertraut und entwickelten ein Gefühl dafür, was ein Appartement auf Mauritius, ein Hotelzimmer in Brisbane oder ein thailändischer Inlandsflug kosten. Auch die thailändischen Unterkünfte buchen wir weitestgehend. Das hätten wir im Nachhinein definitiv noch nicht machen müssen.

Unterdessen lief natürlich unser Alltag weiter. Ende März wurde ich 30 und bekam beispielsweise Globetrotter-Gutscheine und Reiseführer geschenkt. Wow, wir machen das wirklich! Wo feiere ich wohl meinen 31. Geburtstag? Diese Frage ging mir an dem Tag häufig durch den Kopf.

Zuvor waren wir Anfang März im Krankenhaus gelandet. Levi hatte einen fürchterlichen Magen-Darm-Virus und musste stationär aufgenommen und mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgt werden. Da es mich auch erwischt hatte, ging mein Mann mit. Levi ging es wirklich schlecht und ich konnte nicht bei ihm sein. Und immer wieder schlich sich der Gedanke ein: Wir sind in Deutschland, wir sind zu Hause. Wir kennen uns aus und sprechen die Sprache. Wir haben eine tolle Versorgung. Was, wenn einer, schlimmstenfalls der kleine Mann, unterwegs ernsthaft krank wird? An unseren Plänen gezweifelt habe ich dadurch nicht, aber etwas mulmig wurde mir schon.

Außerdem besuchten wir einige Kindergärten. Die Besichtigungen wären für den Kindergartenstart 2018 normalerweise später gewesen, freundlicherweise durften wir aber überall, wo wir wollten, vorher vorbeischauen. Die Anmeldungen erledigten wir dann auch direkt.

Ebenfalls besorgt haben wir internationale Führerscheine. Im Endeffekt haben wir sie nicht benötigt, es hätte aber je nach Autovermietung so sein können. Gegen eine kleine Gebühr erhielten wir sie schnell und problemlos beim Straßenverkehrsamt.

Ostern und das erste Mal richtig Eier suchen mit Levi – auch hier wieder die Frage: Wo verstecken wir sie nächstes Jahr?

Währenddessen entwickelten mein Mann und ich uns zu Experten für verschiedene Reiseetappen, ganz nach unseren Vorlieben. Ich freute mich unheimlich auf Australien, plante daher viel in und um Sydney und las mich in die geplante Camper-Route ein. Mein Mann schwärmte von Argentinien (na klar, Fußball…) und Kuba und wurde unser Experte hierfür.

Wir erweiterten und aktualisierten ständig unsere ganz zu Beginn eröffnete Liste mit Wünschen, Plänen und Sorgen: Ich wollte Tiere und Natur erleben, hatte allerdings etwas Bedenken bezüglich Krankheiten. Marius freute sich darauf, landestypisch zu essen, Sorgen hatte er keine. Uns beiden war es wichtig, neue Menschen zu treffen. In unserer Liste hielten wir unsere Gedanken fest, worauf wir uns freuten, was wir erleben wollten, worauf wir verzichten können (Marius: Komfort. Nadine: eher nicht so…) und nicht verzichten konnten (Nadine: eine eigene Toilette, haha…). Und wir vereinbarten ganz fest, dass wir, sollte einer von uns nach Hause wollen, die Koffer packen und gemeinsam abreisen. Auch Wünsche und Gedanken für die Zeit nach der Reise hielten wir fest, diese waren aber nicht in Stein gemeißelt. Tatsächlich holten wir unsere handschriftlichen Notizen immer wieder hervor, um sie zu lesen oder zu ergänzen.

Im Juni verbrachten wir den 60. Geburtstag meines Schwiegervaters Bruno mit der Familie auf Mallorca. Es ist eine Pause von der Planerei, die uns guttut. Marius arbeitete nach wie vor viel, ich habe mehr Zeit und verrenne mich zum Teil in Details. An manchen Stellen droht mir eine Überplanung. Hatten wir doch abgemacht, es langsam angehen zu lassen und nicht zu viel zu planen, wollten lieber spontan bleiben. Also einen Schritt zurück: Wir werden sehen wie es läuft und von Tag zu Tag leben.

Im Juli verreisen Levi und ich für ein paar Tage mit meinen Eltern und Jan. Diese entspannte Konstellation von vier Erwachsenen und einem Kleinkind werden wir bald für lange Zeit nicht mehr haben… Immer wieder merke ich, wie sehr meinen Eltern, besonders meiner Mama, unsere Reisepläne zu schaffen machen. Sie hängen unheimlich an unserem Sohn, ihrem Enkel. Mir tut Leid, ihnen mit etwas, was für uns so großartig und mit so vielen Erwartungen und Vorfreude verbunden ist, Kummer zu bereiten. Ist es egoistisch, dass wir trotzdem reisen werden? Die Zeit mit Levi ist für sie verloren, für immer. Er wird nur einmal zwei Jahre alt und sie werden nicht dabei sein. Dürfen wir unsere Bedürfnisse über den Trennungsschmerz (im Übrigen auch meinen) stellen? Damals wie heute glaube ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Und auch den richtigen Reisemoment. Levi braucht mit seinen anderthalb Jahren seine Eltern. Punkt. Und die bekommt er. So intensiv und geballt und entspannt und ohne Druck wie nie wieder. Wir bekommen uns als Familie. Das ist es wert. Werden wir auch Zeiten als Paar bekommen? Die Frage stellte mir eine Freundin. Wir werden schließlich weit weg von potentiellen Babysittern wie Großeltern sein. Rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, über Wochen und Monate hinweg werden nur wir zwei für unser Kind da sein. Zeit für Zweisamkeit? Geht das? Wir wissen es nicht, sind aber bereit, es zu versuchen.

Zurück zum Reisemoment. Natürlich wollten wir nach unserem Entschluss schnellstmöglich los. Es machte aber auch eben genau jetzt Sinn. Levi war noch nicht im Kindergarten, ich war noch in Elternzeit und anschließend wollte ich mich beruflich neu orientieren. Unsere Eltern waren jung, fit und gesund. Meine Oma ließ mich manchmal nachdenklich werden – sie war Mitte 80. Würde sie nach unserer Rückkehr noch da sein und wenn (hoffentlich) ja, bei welcher Gesundheit? Dennoch, es passte einfach. Die Fixkosten für die Wohnung konnten wir stemmen, für ein Haus, das wir in ein paar Jahren hoffentlich anschaffen würden, wäre das nicht so einfach. Und das Thema zweites Kind? Mit zwei Kindern würde es vermutlich nicht einfacher. Vor allem, weil dann auch bald Levis Einschulung anstünde. Und reisen, wenn unsere Kinder selbst erwachsen sind? Klar, unbedingt. Doch wie geht es dann unseren Eltern? Haben wir dann vielleicht bald selbst Enkel? Wir blieben dabei – der Zeitpunkt ist goldrichtig.

Die ersten Monate nach unserem Entschluss haben sich für mich ewig gezogen. Ich hatte so viel im Kopf, das zu tun war, aber Monate vor der Abreise noch keinen Sinn machte. Plötzlich war nur wenig Zeit übrig. Wir trafen schnell noch so viele Freunde und Familie, wie es ging. In den letzten Tagen vor der Abreise waren wir in der Wohnung beschäftigt, packten Kleidung und andere persönliche Dinge in Kisten und verstauten sie bei Eltern und Schwiegereltern. Machten alles fertig für den Fall einer Vermietung. Das unterschied sich sehr von den üblichen Urlaubsvorbereitungen und war echt viel Arbeit. Marius hatte die zwei Wochen vor der Abreise schon frei. Die Zeit verflog dennoch und war anstrengend. Hatten wir aber erwartet und daher ganz bewusst Mauritius als erstes Ziel gewählt, an dem wir ankommen, uns erholen und weiter planen wollten. Ein „Urlaub“ vor der Reise. Ein erstes „Einreisen“ sozusagen. Mittlerweile war auch klar, dass wir Besuch bekommen würden. Gleich zu Beginn, eine Woche nach uns, werden meine Eltern nach Mauritius kommen. Dort werden wir gemeinsam den 60. Geburtstag meines Papas verbringen. Meine Schwiegereltern Birgit und Bruno hatten sich für Thailand angekündigt und ihrerseits schon eine Rundreise dort geplant. Christoph wollte nach Australien kommen, Lukas und Mira wie erwähnt in die USA. Wir waren somit also in diesem Jahr mitverantwortlich für die Urlaubspläne der ganzen Familie.

In den letzten Tagen vor Abflug kamen ein Journalist und ein Fotograf der Rheinischen Post vorbei, um einen Artikel mit Marius als Fußballer und uns als Weltreisefamilie zu schreiben. Über dieses tolle Andenken freue ich mich nach wie vor.

Wir packten. Im Grunde war es gar nicht so viel mehr als für einen zweiwöchigen Urlaub. Wir hatten gelernt, dass man mit Baby bzw. Kleinkind jede Menge Zeug mitschleppt. Aber eben auch für drei Tage Kurzurlaub in Deutschland. Wir packten Kleidung für alle für etwa zehn Tage ein. Danach müssen wir waschen. Zum Glück sollte es überall warm sein. Dennoch hatten wir einen Regenanzug für Levi und dünne Jacken für uns dabei. An Schuhen kamen nur Flipflops und Badeschuhe für Levi ins Gepäck. Turnschuhe zogen wir an. Neben den üblichen Kosmetika waren es etwas mehr Medikamente als sonst. Ebenso Desinfektionsmittel und Mückenschutz. Außerdem drei Handtücher aus Bambus, die sich super klein zusammenfalten lassen. Wäscheleine, Taschenmesser, Powerbank und eine kleine Sammlung mit Fotos von Familien und Freunden gaben dem Ganzen dann doch noch den Abenteuer-Touch. Außerdem deutlich stärker vertreten als sonst: Schreibzeug. Unsere Schreibblöcke mit der „was wir uns wünschen“-Liste, Finanzplanung und anderen Notizen samt Kugelschreibern. Diese mehr oder wenige Loseblattsammlung war das Ergebnis monatelanger Recherche und Gespräche. Natürlich hatten wir noch ganz viel mehr im Kopf. Wir packten auch Reiseführer ein – so viele wie passen. Da wir entschieden hatten, Fotos mit unseren Handys zu machen, kam an technischem Gerät nur das I-Pad hinzu. Und dann jede Menge Krams für Levi: Windeln natürlich und feuchte Tücher. Schwimmärmchen. Regenverdeck (warfen wir relativ schnell weg, zu wenig Nutzen vs. nahm zu viel Platz im Koffer weg) und Sonnensegel sowie Moskitonetz für den Kinderwagen. Unsere Trage – die würden wir unheimlich viel nutzen. Und natürlich Spielzeug: einige kleine Autos, Murmeln, eine Puppe, Flummis, ein paar Pixiebücher und ein, zwei Kleinigkeiten. Viel war es wirklich nicht. Aber mehr als genug, gab es doch bald Wasser, Sand, Stöcke, Steine und so viel mehr. Unser Gepäck verteilten wir auf einen mittelgroßen Rollkoffer und einen großen Rucksack als aufzugebende Gepäckstücke. Zusätzlich hatten wir einen Rucksack fürs Handgepäck (hauptsächlich Essen und Getränke, Wechselkleidung, Windeln) und Levi hatte einen kleinen eigenen Kinderrucksack. Mehr ging nicht. Wir mussten das alles plus Kinderwagen und Kind ja auch von A nach B bekommen. Und C, D, E und so weiter. Wir fühlten uns gut mit unserem Gepäck.

An die letzten ein, zwei Tage vor der Abreise kann ich mich im Detail nicht erinnern. Ich glaube, sie waren einfach alltäglich. Besonders aufgeregt war ich nicht. Wir waren sicher, alles erledigt zu haben. Es stellte sich eher eine gewisse Gelassenheit und Entspannung ein. Der Abschied von meinem Bruder Jan ist mir schwergefallen – auch, weil er uns nicht besuchen kommen würde. Meine Eltern sahen wir einen oder zwei Tage vorher, es ist ja ein „bis bald auf Mauritius“. Das fällt leicht. Am Tag der Abreise war meine Schwiegermutter Birgit morgens da und spielte mit Levi, wir trafen allerletzte Vorbereitungen.

Und dann, irgendwann gegen Mittag, gehen wir. Schließen die Türe ab und werfen den Schlüssel in den Briefkasten, meine Eltern nehmen ihn später an sich. Wir fahren mit dem Aufzug nach unten und müssen auf dem kurzen Weg zur Bushaltestellt das erste Mal beweisen, dass wir mit Gepäck und Kind sowie Kinderwagen klarkommen. Klappt. Es ist durchschnittliches Frühherbstwetter. Irgendwie ist alles wie immer. Levi freut sich auf den Urlaub. Er weiß, es wird einen Pool und das Meer geben, das kennt er noch von Mallorca. Der Bus zum Bahnhof ist pünktlich und alles ist so unspektakulär. So ein ähnliches Gefühl hatte ich auf dem Weg zu unserer Hochzeit: Alles ist wie immer. Dabei haben wir so etwas Großes, Besonderes vor. Es sind Wege, die wir schon so oft gefahren sind, alles ist total vertraut und so normal. Dann wird es doch spannend (hätte ich mir das mal nicht gewünscht): Wir stranden vorübergehend in Köln-Deutz. Irgendwas ist los, die Bahn kommt nicht. Jetzt sollte man meinen, wir hätten für diesen Fall genügend zeitlichen Puffer eingeplant. Hatten wir aber nicht. Zumindest nicht genug, um entspannt zu bleiben. Es ist halt auch kein Flug nach Mallorca, sondern eine Fernstrecke. Endlich am Flughafen angekommen, brauchen wir irre lang für Sicherheits- und Passkontrollen. Es wird relativ knapp. Entspannt ist anders. Es bleibt gerade noch genug Zeit, um Levi ein paar Bahnen hin und her flitzen zu lassen. Unser Plan, den Mittagsschlaf zu Gunsten einer langen, erholsamen Flugzeugnacht ausfallen zu lassen, ist erstmal aufgegangen. Gegen 16 Uhr geht der Flug pünktlich los. Wir haben die beste Kategorie gebucht, um mehr Beinfreiheit zu haben. Schließlich haben wir nur zwei Plätze für zweieinhalb Leute – und das zwölf Stunden lang. Wir sitzen ganz vorne. Schnallen uns an. Und lächeln. Es geht los.

September bis Oktober 2017 – Mauritius

Bevor ich mit dem Schreiben dieses Kapitels begann, habe ich mir als Einstimmung die Fotos angesehen. Zum Glück hatten wir davon reichlich geschossen, sie im Herbst nach unserer Rückkehr sortiert und jede Menge entwickeln lassen. Ich blättere also ganz klassisch im Fotoalbum mit Einstecklaschen. Das finde ich viel schöner, als nur digital zu schauen. Ganze sieben Alben haben wir mit Bildern von der Reise insgesamt gefüllt und jede Menge Collagen und Bilder aufgehängt. Sowohl wir als auch Besucher bleiben regelmäßig davor stehen und somit haben wir ein kleines Stück Reise in unseren Alltag integriert. Unsere Familie und Freunde haben wir über unseren Instagram-Account (Lev_i_on_tour) auf dem Laufenden gehalten, hier haben wir immer wieder Fotos hochgeladen.

Noch in Deutschland hatten wir uns über unser erstes Reiseziel schlau gemacht und Folgendes gelernt: Mauritius ist eine parlamentarische Republik, die im Jahr 1968 ihre Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erlangte. Auf Mauritius leben in etwa 1,2 Millionen Menschen auf einer Fläche von rund 2.000 km2. Zum Vergleich: Mallorca hat circa 900.000 Einwohner, die sich auf eine Fläche von ungefähr 3.600 km2 verteilen. Die Insel Mauritius liegt im indischen Ozean, rund 1.800 Kilometer östlich des afrikanischen Kontinents. Bekannt vor allem für die wunderschönen Strände und das angenehme Klima mit durchgängigem Badewetter, ist Mauritius ein tolles Fernreiseziel. Neben den Stränden befinden sich im Landesinneren mehrere Nationalparks – wir würden eine Fahrt durch Teile des „Black River Gorges National Park“ machen. Hauptstadt und zugleich einwohnerstärkste Stadt – hier leben 150.000 Menschen – ist Port Louis an der Westküste. Der Flughafen befindet sich gegenüber an der Ostküste, auf der anderen Seite der Insel in Mahebourg. Zahlen werden wir mit der Mauritius-Rupie, ein Euro entsprach im Herbst 2017 in etwa 45 Mauritius-Rupien.

Mauritius sollte unser Einstieg in die Reise sein, wir wollten entspannen, das hoffentlich gute Wetter am Strand genießen und weitere Etappen planen. Der Flug Köln – Mauritius dauerte fast zwölf Stunden und verlief insgesamt gut. Leider scheint es diesen Direktflug ab Köln heute nicht mehr zu geben, schade.

Viele fragten uns, ob wir uns das denn echt zutrauen mit Kind? Levi war zum Start der Reise ziemlich genau 21 Monate alt. Die langen Flüge, das Wetter, die Zeitverschiebung von drei Stunden und überhaupt. Tatsächlich hatten wir uns um das Thema Flug keine großen Sorgen gemacht. Auch der längste Flug – mit einer Dauer von zwölf Stunden starteten wir direkt mit einem der längsten – ging mal vorüber. Wir waren mit Levi schon zweimal auf Mallorca, alle Flüge verliefen problemlos. In den ersten Stunden war Levi wach und wir erkundeten die nähere Umgebung. Natürlich hatten wir auch etwas Spielzeug mit an Bord genommen. Dann gab es Essen, Getränke oder der Wagen mit dem Bordshop kam vorbei. Außerdem gab es eine kleine Geschenketüte für jedes Kind. Wir mussten wickeln und liefen ein paarmal auf und ab. Die Zeit verging – Achtung, Wortspiel – wie im Flug. Dann wurden wir müde und waren der Meinung, Levi könnte schlafen. Er sah das anders. Alles war zu aufregend, zu laut, zu hell. Blöderweise auch zu kalt. Kennt ihr das? Wir frieren auf jedem Flug. Grundsätzlich sind wir warm angezogen. Wir haben auch heute immer Jacken und Tücher mit an Bord, für die Kinder auch Kopfbedeckungen. Es gibt jede Menge Fotos von Levi im Flugzeug mit Kapuze. Naja, ärgerlich, aber darauf waren wir eingestellt. Levi war länger wach als gedacht, dann war es halt so. Wir sahen das entspannt. Die Stewardessen waren super nett und boten immer wieder Hilfe an. Sie fragten, ob wir etwas brauchten und machten uns die Milchflasche warm. Irgendwann schlief Levi schließlich bei mir auf dem Arm ein. Netterweise hatte uns die Airline ein mobiles Babybett zur Verfügung gestellt, das vorne vor unseren Sitzen eingehakt werden konnte. Die Idee fand ich super, wir hatten schließlich nur zwei Sitzplätze. Allerdings war Levi fast schon zu groß und zu schwer, das Bett war nicht so kuschelig wie Mama und Papa und überhaupt. Also schlief er ziemlich gut und uns wurden abwechselnd die Arme lahm.

Wir landeten in den frühen Morgenstunden, nach deutscher Zeit war es noch mitten in der Nacht. Sah Levi auch so und schlief einfach weiter, während wir mit dem Gepäck und den Einreiseformalitäten beschäftigt waren. Klappte alles wunderbar. Wir ließen uns am Gepäckband fotografieren, Levi schlief im Kinderwagen. Einen Tag zuvor hatten wir uns zu Hause an der Bushaltestelle fotografieren lassen. Ich verglich die Fotos und stellte fest: Irgendwie sah man uns den großen Schritt nicht an. Seltsam. Wir verließen das Flughafengebäude und freuten uns über die angenehme Wärme. Es war leicht bewölkt, T-Shirt-Temperaturen. Da wir uns vorgenommen hatten, so viel wie möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen um die Reisekasse zu schonen, aber auch um Land und Leute intensiver zu erleben, fragten wir uns durch und gingen zur Bushaltestelle. Etwa alle zwei Minuten hielt ein Taxi und der Fahrer bat uns, einzusteigen. Wenn wir freundlich verneinten, ließ er nicht locker, sondern fragte weiter nach dem Ziel und nannte Preise. Außerdem käme der Bus gar nicht. Wir warteten. Zeit hatten wir ja. Sowieso und auch gerade, da wir erst mittags in unsere Unterkunft konnten. Irgendwann kam der Bus, einer von vielen, mit denen wir auf Mauritius fuhren. Sie waren kunterbunt, laut und stanken. Der Zustand war völlig in Ordnung, wir saßen gut – allerdings erst, nachdem wir uns und vor allem das Gepäck durch den sehr schmalen Gang gequetscht hatten. Den Kinderwagen mussten wir auseinanderbauen. Nach einigen weiteren Busfahrten stellten wir fest, dass es hinten an den Bussen eine Art Kofferraum gab. Hätten wir das mal gewusst oder hätte uns das mal einer gesagt… So waren wir damit beschäftigt, Koffer, Rucksäcke, Kind und den jetzt zweiteiligen Kinderwagen zu halten. Die anderen Fahrgäste und der Busfahrer waren total nett und geduldig. Am Flughafen hatten wir Geld aus dem Geldautomaten gezogen und zum Glück einige Flaschen Wasser gekauft, sodass wir Kleingeld zum Bezahlen der Fahrt hatten. Bezahlt wurde nicht beim Fahrer, sondern seinem Beifahrer, der regelmäßig durch den Bus ging und Geld einsammelte. Welche Strecke wie teuer war, hatte ich nicht genau verstanden. Jedenfalls war es günstig. Um zu unserem ersten Ziel, einem Ferienhaus in einer kleinen Anlage in Flic-en-Flac zu kommen, mussten wir vom Flughafen ein ganzes Stück fahren und zweimal umsteigen. Alles klappte gut, dank der freundlichen Hilfe der Busfahrer und Passanten. Übrigens immer auf Englisch. Puh, musste ich meine beschränkten und sehr eingerosteten Französischkenntnisse gar nicht bemühen. Levi fand Busfahren super und schaute aus dem Fenster. Einmal stiegen wir an einem größeren Busbahnhof um und hatten etwas Mühe, uns oder unser Gepäck im Gedrängel nicht zu verlieren. Insgesamt waren wir sicherlich drei Stunden unterwegs. Zeit für mich, um ein wenig zu träumen – nicht wirklich, auch wenn ich etwas müde war nach dem wenigen und leichten Flugzeugschlaf. Warum Mauritius? Wir wollten für den Start ein Reiseziel wählen, das uns vor allen Dingen Erholung versprach. Und Strand und gutes Wetter. Es sollte noch kein großes Sightseeing stattfinden oder viel „Rumgereise“. Wir wollten uns von den letzten Wochen vor der Abreise erholen und uns einstimmen. Mauritius lag ungefähr auf dem Weg. Von dort aus kamen wir über Singapur prima nach Thailand, wo wir unbedingt hin wollten. Kurz hatten wir über die Seychellen als Alternative nachgedacht, aber wegen der vielen kleinen Inseln hätte das für die geplanten vier Wochen Inselhopping bedeutet. Nein, wir wollten nach Mauritius. Besonders spannend fand ich, dass hier eine bunte Mischung verschiedener Kulturen und Religionen lebt. Stand im Reiseführer. Wir waren gespannt. Unsere Unterkünfte in Flic-en-Flac, Trou aux biches und Trou d´Eau Douce hatten wir bereits aus Deutschland gebucht. Wir starteten im Westen der Insel, zogen ein Stück nördlich an der Küste entlang Richtung der größeren, touristischen Stadt Grand Baie (angeblich gibt es hier die schönsten Strände) und würden dann einmal die Insel durchqueren und an der Ostküste wohnen (wieder näher am Flughafen).

An den Moment, in dem der Bus abbog und wir den traumhaften weißen Sandstrand sahen, kann ich mich noch gut erinnern. Wir fuhren ein Stückchen die Küstenstraße entlang, dann gab uns der Busfahrer ein Zeichen zum Aussteigen. Wir hatten nur etwa fünf Minuten Fußweg durch ein Wohngebiet vor uns, weg vom Strand. Dann waren wir angekommen. Unsere erste Unterkunft war schön, ein guter Start. Eine Anlage mit Ferien-Reihenhäusern und einem netten Pool in der Mitte. Wir hatten drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und eine gut ausgestattete Küche. Alles sah gepflegt und sauber aus. Levi durchkreuzte unseren Wunsch nach Schlaf – obwohl die Betten echt einladend waren – also packten wir etwas aus und gingen zum Strand. Wir waren die einzigen Gäste, die anderen acht oder neun Häuser waren leer. In einer Woche würden meine Eltern in das Haus neben unserem ziehen. Überhaupt war es sehr ruhig auf der Insel, touristisch gesehen. Die Saison beginnt erst im Oktober, in etwa zwei Wochen, Hauptsaison ist von November bis Februar. Gerade über Weihnachten ist es sehr voll – und sehr teuer. Klimatisch nahmen wir das Ende der Regenzeit mit, mal sehen.

In den ersten Tagen ließen wir es ruhig angehen. Waren am Strand, machten Urlaub. Levi fand großen Gefallen an den bunten Bussen, die auf der Straße in Strandnähe fahren. Häufig musste einer von uns mit ihm auf einer Mauer sitzen und stundenlang Busse gucken, anstatt am Strand zu liegen. Aber auch dafür hatten wir genug Zeit. Wir entdeckten fußläufig einen Supermarkt mit einer guten Auswahl. Meistens kochten wir selber, ab und an aßen wir ein Nudelgericht von einem Wagen am Strand. Da es aber noch leer war, war die Auswahl an Streetfood sehr begrenzt, das würde sich noch ändern. Eine vernünftige W-LAN-Verbindung hatten wir nur in einer Ecke am Pool. Machte aber nichts, wir wollten sowieso weniger Zeit am Handy verbringen. Während der gesamten Reise nutzten wir fast ausschließlich W-LAN. Nur in Australien kauften wir eine Handykarte wegen der Auswahl und Buchung der Camper-Stellplätze von unterwegs aus. In Deutschland hatten wir bereits einzelne Regionen bei „Google Maps“ heruntergeladen und waren die nächsten Monate sehr viel mit diesen Karten unterwegs, das ging dann auch wunderbar ohne Internetverbindung.

Es war ziemlich bewölkt, regnete aber nur selten – wenn, dann allerdings richtig. Innerhalb weniger Sekunden warst du komplett durchnässt. Aber genauso schnell hörte es auch wieder auf. Nach ein paar Tagen beschlossen wir, einen ersten Ausflug in die Hauptstadt Port Louis zu machen. Wir stiegen in den Bus und in Hafennähe wieder aus. Hier gab es eine schicke Einkaufsstraße (uninteressant, da kein Platz im Gepäck) und einige Restaurants. Außerdem das Briefmarkenmuseum, in dem die Blaue Mauritius ausgestellt wird. Wir warfen einen Blick darauf – allerdings nur auf eine Kopie. Das Original wird nur zu bestimmten Zeiten kurz gezeigt, um es vor Lichteinfall zu schützen. Aber sind wir mal ehrlich – wer will denn den Unterschied erkennen? Anschließend ließen wir uns treiben, schlenderten umher. Dann wollten wir zur Pferderennbahn, zum „Champ de Mars“. Zu Fuß war es ein Stück, machte aber gar nichts. Wir gingen sehr gerne und sehr viel zu Fuß- du bist einfach flexibler und entdeckst viel mehr. Und wir hatten Zeit.

Beim Pferderennen war es irre laut und voll. Levi war gerade im Kinderwagen eingeschlafen, wir blieben außerhalb und guckten nur aus der Ferne. Auffällig war, dass wir fast nur Männer unter den Zuschauern entdeckten. Das Ganze war nicht zu vergleichen mit einem ruhigen Rennsonntag auf der Kölner Galopprennbahn. Die Zuschauer wetteten alle und waren unheimlich emotional. Es schien zu kochen und zu brodeln, Spannung und Hektik lagen in der Luft. Mit dem Kinderwagen war kaum ein Durchkommen. Wir aßen eine Kleinigkeit an einem der Essensstände und machten uns dann auf den Rückweg in unsere Unterkunft. Levi gegenüber nannten wir es immer „Urlaubshaus“. Zu Hause, das war und blieb Deutschland. Bei den Wechseln der Unterkünfte sagte Levi in der ersten Zeit immer „Bye bye altes Haus, hallo, neues Haus“. Eine Frage, die er mit der Zeit stellte, war die nach einem Pool und dem Meer. Und mindestens eins von beidem hatten wir fast immer. Was für ein Luxus.

Während ich jetzt die Fotos von Mauritius durchsehe, fallen zwei Dinge auf: Erstens werden wir immer brauner, zweitens gibt es so gut wie keine Fotos, auf denen wir Schuhe tragen.