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Lässt das Herz höher schlagen!
Du wünscht dir ein Nachschlagewerk, das dich schnell und sicher unterstützt? Dann ist die kompakte Checkliste im praktischen Kitteltaschenformat genau richtig für dich: Der graue Teil bietet dir eine übersichtliche Einführung in das Thema. Hier werden Grundlagen der EKG-Ableitung, Lagetypen und spezielle EKG-Formen (z.B. Belastungs-EKG) erläutert. Im grünen Teil werden die einzelnen EKG-Abschnitte und deren pathologische Veränderungen detailliert besprochen. Du findest hier sowohl Leitwege zu Befundungen als auch zu Therapien. Der blaue Teil behandelt alle Erkrankungen und Ursachen für EKG-Veränderungen. Differenzialdiagnosen, Therapien und zahlreiche Beispiel-EKGs erleichtern dir die Diagnose. Der rote Teil enthält die nichtmedikamentöse Therapie von Arrhythmien. Die Defibrillation und die gesamte Schrittmachertherapie ist hier aufgeführt. Dosierungsanleitungen für alle gebräuchlichen Antiarrhythmika sowie Reanimationsalgorithmen findest du im Anhang.
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Seitenzahl: 256
Veröffentlichungsjahr: 2023
Christian Hamm, Stephan Willems, Jens Hartmann, Shibu Mathew
5., überarbeitete Auflage
202 Abbildungen
Die klassische EKG-Diagnostik hat auch in Zeiten von „Wearables“ mit Smartphone-basierter Detektion von Arrhythmien bis hin zum hochauflösenden intrakardialen Mapping ihren Stellenwert nicht verloren. Die Faszination und der Charme einer überall und sofort einsetzbaren Diagnostik begeistert weiterhin und macht die EKG-Diagnostik in unterschiedlichsten Situationen – vom Screening bis zur Notaufnahme, in der Intensivmedizin und in der internistisch-kardiologischen Sprechstunde – unverzichtbar. Häufig kann allein über die EKG-Diagnostik eine klinische Diagnose gestellt werden beziehungsweise das EKG zumindest einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. In den letzten Jahren hat sich gerade bei Ionenkanalerkrankungen in Kombination mit der genetischen Diagnostik das EKG als entscheidender Baustein zur genauen Charakterisierung und Risikostratifikation bestätigt. Bei modernen Leitwegen zur Differenzierung und Behandlung von Arrhythmien ist das EKG ein zentraler Bestandteil der Algorithmen zur Entscheidungsfindung.
Im Rahmen der Überarbeitung der Checkliste EKG wurden für die vorliegende Neuauflage die neuesten Erkenntnisse und Leitlinienempfehlungen berücksichtigt. Dies gilt insbesondere für den Stellenwert der genetischen Diagnostik, aber auch für die Überarbeitung und Aktualisierung der Leitwege bei wichtigen Krankheitsbildern und klinischen Situationen entsprechend der aktuellen Empfehlung der Fachgesellschaften. Dabei konnten wir auch zahlreiche Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen berücksichtigen. Auch ohne die Unterstützung unserer Kollegen, Jens Hartmann aus dem Asklepios Klinikum St. Georg und Shibu Mathew aus dem Universitätsklinikum Essen, wäre dies nicht möglich gewesen.
Unser Dank gilt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser – durch Ihr Interesse an der modernen und doch bewährten EKG-Diagnostik haben Sie die Checkliste zum Erfolg werden lassen. Wir hoffen, dass wir auch mit der neuen Auflage Ihre Begeisterung geweckt haben, und würden uns freuen, wenn die aktualisierte Version weiterhin vielen Kolleginnen und Kollegen in der praktischen Anwendung eine rasche und zuverlässige Hilfe bietet.
Im Juni 2023
Stephan Willems
Christian Hamm
Titelei
Vorwort zur 5. Auflage
Teil I Grauer Teil
1 Grundlagen der EKG-Diagnostik
1.1 Elektrophysiologische Grundlagen der Elektrokardiografie
1.1.1 Vorbemerkungen
1.1.2 Membranpotenziale: Übersicht
1.1.3 Phasen des Aktionspotenzials
1.1.4 Automatiezentren des Herzens
1.1.5 Refraktärperioden
1.1.6 Erregungsleitung: Dipoltheorie
1.1.7 Erregungsleitung: Vektortheorie
2 Anatomie und Physiologie des Erregungsleitungssystems
2.1 Anatomie und Physiologie
2.1.1 Übersicht
2.1.2 Sinusknoten
2.1.3 Atrioventrikular(AV)-Knoten
2.1.4 His-Bündel, Tawara-Schenkel und Purkinje-Fasern
3 Grundlagen der EKG-Registrierung
3.1 Vorbereitung, Beschriftung
3.1.1 Vorbereitungen
3.1.2 Eichzacke, Amplitudenhöhe
3.1.3 Vorlaufgeschwindigkeit
3.1.4 Beschriftung des EKGs
3.2 Fehlerquellen
3.2.1 Fehlerquellen
3.3 Erregungsausbreitung und Ableitung
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 Entstehung der EKG-Kurve
3.3.3 Erregungsablauf der Kammerdepolarisation des Herzens und EKG
4 Standardableitungen
4.1 Komponenten des Standard-EKGs
4.2 Extremitätenableitungen
4.3 Brustwandableitungen nach Wilson (unipolar)
4.4 Selten genutzte Ableitungen
5 Lagetypen im EKG
5.1 Grundlagen
5.1.1 Cabrera-Kreis
5.2 Bestimmung des Lagetyps
5.2.1 Lagetypbestimmung
5.2.2 Vereinfachte Lagetypbestimmung für die klinische Routine
5.2.3 Rechnerische Lagetypbestimmung
5.2.4 Flussdiagramm zur Lagetypbestimmung
5.3 Die einzelnen Lagetypen
5.3.1 Linkstyp
5.3.2 Indifferenztyp
5.3.3 Steiltyp
5.3.4 Rechtstyp
5.3.5 Überdrehter Rechtstyp
5.3.6 Überdrehter Linkstyp
5.3.7 Sagittaltyp
5.3.8 Faktoren mit Einfluss auf den Lagetyp
6 Belastungs-EKG
6.1 Grundlagen
6.2 Indikationen/Kontraindikationen
6.3 Methoden
6.4 Durchführung der Ergometrie
6.5 Beurteilung des Belastungs-EKGs
7 Langzeit-EKG
7.1 Grundlagen
7.2 Indikationen
7.3 Übersicht: Ablauf der Langzeit-EKG-Registrierung
7.4 Durchführung der Langzeit-EKG-Registrierung
7.5 Auswertung
7.6 Weitere Anwendungsformen des Langzeit-EKGs
8 Schrittmacher-EKG
8.1 Grundlagen
8.2 Buchstaben-Code der Schrittmachersysteme
8.3 Häufigste Funktionsweisen der Schrittmacher
8.4 Stimulation auf Kammerebene
8.5 Stimulation auf Vorhofebene
8.6 Detektion von Eigenaktionen
8.7 Zusatzfunktionen der Schrittmacher
8.8 Durch Zusatzfunktionen vorgetäuschte Schrittmacher-Fehlfunktionen im EKG
9 Elektrophysiologische Untersuchung
9.1 Grundlagen
9.2 Indikationen
9.3 Kontraindikationen
9.4 Untersuchungsablauf
9.5 Intrakardiales EKG
9.6 Intrakardiale Stimulation
Teil II Grüner Teil
10 Vom EKG-Befund zur Diagnose
10.1 EKG-Komponenten: Normalbefund und DD
10.1.1 Komponenten des EKGs
10.1.2 Wichtigste Normwerte
10.2 P-Welle
10.2.1 Grundlagen
10.2.2 Bedeutung der P-Welle
10.2.3 Morphologie veränderter P-Wellen
10.2.4 Hohe P-Welle – P-dextroatriale
10.2.5 Breite P-Welle
10.2.6 Negative P-Welle in Ableitung I
10.2.7 Negative P-Welle in II, III und aVF
10.2.8 P-Welle nicht erkennbar
10.3 PQ-Zeit und PQ-Strecke
10.3.1 Grundlagen
10.3.2 PQ-Zeit-Verkürzung
10.3.3 PQ-Zeit-Verlängerung (AV-Block)
10.4 Q-Zacke, R-Zacke und S-Zacke
10.4.1 Q-Zacke
10.4.2 Pathologische Q-Zacke
10.4.3 R-Zacke
10.4.4 S-Zacke
10.5 QRS-Komplex
10.5.1 Grundlagen
10.5.2 QRS-Morphologie
10.5.3 QRS-Amplitude
10.5.4 QRS-Ausrichtung
10.6 T-Welle
10.6.1 Grundlagen
10.6.2 Morphologie
10.7 ST-Strecke
10.7.1 Grundlagen
10.7.2 ST-Strecken-Senkung
10.7.3 ST-Strecken-Hebung
10.8 QT-Zeit
10.8.1 Grundlagen
10.8.2 Verlängerte QT-Zeit
10.8.3 Verkürzte QT-Zeit
10.9 U-Welle
10.9.1 Grundlagen
10.9.2 U-Welle – Vorkommen
10.9.3 Morphologie
11 Leitwege zur EKG-Befundung
11.1 EKG-Registrierung
11.2 Bestimmung der Herzfrequenz
11.2.1 Praktisches Vorgehen
11.3 Bestimmung der Zeiten im EKG
11.3.1 Praktisches Vorgehen am Beispiel QT-Zeit
11.4 Lagetypbestimmung
11.5 Bradykarde Rhythmusstörungen
11.6 Tachykarde Rhythmusstörungen
11.6.1 Leitweg 1 zur Differenzierung tachykarder Herzrhythmusstörungen
11.6.2 Leitweg 2: Tachykarde Rhythmusstörungen mit schmalem QRS-Komplex
11.6.3 Leitweg 4: Differenzialdiagnose der Tachykardie mit breitem QRS-Komplex
12 Leitwege zur Therapie von Rhythmusstörungen
12.1 Bradykarde Rhythmusstörungen
12.1.1 Akuttherapie bei symptomatischer Bradykardie
12.2 Tachykarde Rhythmusstörungen
12.2.1 Akuttherapie bei Vorhofflattern
12.2.2 Akuttherapie bei regelmäßiger SVT mit schmalem QRS-Komplex
12.2.3 Akuttherapie bei Tachykardie mit breitem QRS-Komplex
Teil III Blauer Teil
13 Bradykarde Rhythmusstörungen
13.1 Grundlagen, Übersicht und Differenzialdiagnose bradykarder Rhythmusstörungen
13.1.1 Grundlagen
13.1.2 Wichtigste Differenzialdiagnosen bradykarder Rhythmusstörungen
13.2 Sinusbradykardie
13.2.1 Grundlagen
13.2.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
13.2.3 Therapie
13.3 Respiratorische Sinusarrhythmie
13.3.1 Grundlagen
13.3.2 EKG-Befund
13.4 Syndrom des kranken Sinusknotens
13.4.1 Grundlagen
13.4.2 Mögliche EKG-Befunde
13.4.3 Therapie
13.5 Sinuatriale Blockierungen (SA-Block)
13.5.1 Grundlagen
13.5.2 SA-Block I°
13.5.3 SA-Block II° Typ 1 (Wenckebach-Periodik)
13.5.4 SA-Block II° Typ 2 (Mobitz)
13.5.5 SA-Block III°
13.6 Karotissinus-Syndrom
13.6.1 Grundlagen
13.6.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
13.6.3 Therapie
13.7 AV-Blockierungen
13.7.1 Grundlagen
13.7.2 AV-Block I°
13.7.3 AV-Block II° Typ Mobitz 1 (Wenckebach-Periodik)
13.7.4 AV-Block II° Typ Mobitz 2
13.7.5 AV-Block III°
13.8 Schenkelblock
13.8.1 Grundlagen
13.8.2 Kompletter Rechtsschenkelblock (RSB)
13.8.3 Inkompletter Rechtsschenkelblock
13.8.4 Kompletter Linksschenkelblock (LSB)
13.8.5 Inkompletter Linksschenkelblock
13.8.6 Linksanteriorer Hemiblock (LAH)
13.8.7 Linksposteriorer Hemiblock (LPH)
13.8.8 Rechts- und Linksverspätung
13.8.9 Fokalblock
13.9 Bifaszikuläre Blockierungen
13.9.1 Grundlagen
13.9.2 Kompletter Linksschenkelblock
13.9.3 Rechtsschenkelblock mit linksanteriorem Hemiblock
13.9.4 Rechtsschenkelblock mit linksposteriorem Hemiblock
13.10 Kombination bifaszikulärer Block mit AV-Block I° oder II°
13.10.1 Definition
13.10.2 EKG-Befund
13.10.3 Therapie und Prognose
13.11 Ersatzrhythmen
13.11.1 Grundlagen
13.11.2 AV-junktionaler Ersatzrhythmus
13.11.3 Kammerersatzrhythmus
14 Übersicht: Tachykarde Rhythmusstörungen
14.1 Übersicht und Differenzialdiagnose tachykarder Rhythmusstörungen
15 Supraventrikuläre Tachyarrhythmien
15.1 Supraventrikuläre Tachyarrhythmien: Übersicht
15.1.1 Grundlagen
15.1.2 Formen der supraventrikulären Tachyarrhythmie
15.1.3 Situationen mit akutem Handlungsbedarf
15.2 Vorhofflimmern
15.2.1 Grundlagen
15.2.2 Formen
15.2.3 Klinik
15.2.4 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
15.2.5 Weitere Diagnostik
15.2.6 Therapie
15.3 Vorhofflattern
15.3.1 Grundlagen
15.3.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
15.3.3 Therapie
15.4 Sinustachykardie und Sinusknoten-Reentry-Tachykardie
15.4.1 Grundlagen
15.4.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
15.4.3 Therapie
15.5 Vorhoftachykardie
15.5.1 Grundlagen
15.5.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
15.5.3 Therapie
15.6 AV-Knoten-Reentry-Tachykardie
15.6.1 Grundlagen
15.6.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
15.6.3 Therapie
15.7 Wolff-Parkinson-White(WPW)-Syndrom
15.7.1 Grundlagen
15.7.2 Mit akzessorischen Leitungsbahnen assoziierte Tachykardien
15.7.3 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
15.7.4 Therapie
15.8 Seltene Präexzitationssyndrome
15.8.1 Präexzitationssyndrom bei Mahaim-Faser
16 Ventrikuläre Tachyarrhythmien
16.1 Ventrikuläre Extrasystolie (VES)
16.1.1 Grundlagen
16.1.2 Formen
16.1.3 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
16.1.4 Therapie
16.1.5 Prognose
16.2 Ventrikuläre Tachykardie (VT)
16.2.1 Grundlagen
16.2.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
16.2.3 Weitere Diagnostik nach Dokumentation einer Kammertachykardie
16.2.4 Therapie
16.2.5 Prognose
16.3 Idiopathische ventrikuläre Tachykardie
16.3.1 Grundlagen
16.3.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
16.3.3 Therapie und Prognose
16.4 VT bei arrhythmogener rechtsventrikulärer Dysplasie (ARVD/C)
16.4.1 Grundlagen
16.4.2 EKG-Befund
16.4.3 Therapie und Prognose
16.5 Hereditäre ventrikuläre Tachyarrhythmien
16.5.1 Long-QT-Syndrom
16.5.2 Brugada-Brugada-Syndrom
16.5.3 Short-QT-(SQT-)Syndrom
16.5.4 Frühe Repolarisation
16.6 Akzelerierter idioventrikulärer Rhythmus
16.6.1 Grundlagen
16.6.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
16.6.3 Therapie
16.7 Kammerflimmern (VF) und Kammerflattern
16.7.1 Grundlagen
16.7.2 EKG-Befund
16.7.3 Therapie
16.7.4 Prognose
17 Koronare Herzerkrankung (KHK)
17.1 Grundlagen und Übersicht
17.1.1 Grundlagen
17.1.2 Übersicht: Formen und Ausprägung der KHK
17.2 Angina pectoris – Myokardinfarkt
17.2.1 Chronisches Koronarsyndrom
17.2.2 Akutes Koronarsyndrom: Instabile Angina pectoris
17.2.3 Akutes Koronarsyndrom: Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI)
17.2.4 Akutes Koronarsyndrom: ST-Hebungsinfarkt (STEMI)
17.2.5 Multiple Infarkte
17.3 Stadienverlauf bei STEMI
17.3.1 Stadienverlauf im EKG
17.3.2 Stadium 0: Ischämie
17.3.3 Stadium 1: Läsion
17.3.4 Stadium 2: Beginnende Nekrose (Übergangsstadium)
17.3.5 Stadium 3: Vollständige Nekrose
17.3.6 Stadium 4: Chronisches Stadium
17.3.7 Infarktbedingte Q-Zacken (Pardée-Q)
17.4 Lokalisationen der Myokardinfarkte
17.4.1 Grundlagen und Übersicht
17.4.2 Vorderwandmyokardinfarkt
17.4.3 Hinterwandmyokardinfarkt
17.4.4 Rechtsventrikulärer Infarkt
17.4.5 Inferobasaler Infarkt
17.4.6 Kontralaterale EKG-Veränderungen bei Myokardinfarkt
17.5 Rhythmusstörungen bei akutem Myokardinfarkt
17.5.1 Grundlagen
17.5.2 Sinusbradykardie
17.5.3 AV-Blockierungen
17.5.4 Intraventrikuläre Blockierungen
17.5.5 Asystolie
17.5.6 Supraventrikuläre Tachyarrhythmien
17.5.7 Ventrikuläre Tachyarrhythmien
17.6 Infarkt-EKG bei Schenkelblock und Schrittmacherpatienten
17.6.1 Grundlagen
17.6.2 Infarkt-EKG bei Rechtsschenkelblock
17.6.3 Infarkt-EKG bei Linksschenkelblock
17.6.4 Infarkt-EKG bei linksanteriorem Hemiblock (LAH)
17.6.5 „Periinfarction“-Block
17.6.6 Infarkt-EKG bei Schrittmacherversorgung
17.7 Differenzialdiagnose von ST-Strecken-Hebungen mit positiver T-Welle
17.7.1 Übersicht
17.7.2 Perikarditis
17.7.3 Vasospastische Angina
17.7.4 Vagotonie
17.7.5 Aneurysma
17.7.6 Linksventrikuläre Hypertrophie (LVH)
17.7.7 Linksschenkelblock
18 Rechts- und Linksherzbelastung
18.1 Rechtsherzhypertrophie, akute und chronische Rechtsherzbelastung
18.1.1 Rechtsherzhypertrophie
18.1.2 Akute und chronische Rechtsherzbelastung
18.2 Linksherzhypertrophie
18.2.1 Grundlagen
18.2.2 EKG-Befund und Differenzialdiagnose
19 Entzündliche Herzerkrankungen
19.1 Grundlagen
19.2 Perikarditis
19.3 Myokarditis
19.4 Endokarditis
20 Angeborene und erworbene Herzfehler und Kardiomyopathien
20.1 Angeborene Herzfehler
20.1.1 Vorbemerkung
20.1.2 Vorhofseptumdefekte (ASD)
20.1.3 Ventrikelseptumdefekt
20.1.4 Pulmonalstenose
20.1.5 Fallot-Tetralogie
20.1.6 Offener Ductus arteriosus Botalli
20.1.7 Ebstein-Anomalie
20.1.8 Mitralklappenprolaps-Syndrom
20.2 Erworbene Herzklappenfehler
20.2.1 Mitralklappenstenose
20.2.2 Mitralklappeninsuffizienz
20.2.3 Aortenklappenstenose
20.2.4 Aortenklappeninsuffizienz
21 Kardiomyopathien
21.1 Hypertrophe, obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)
21.2 Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
21.3 Restriktive Kardiomyopathie
22 Elektrolytentgleisungen und Effekte von Medikamenten
22.1 Elektrolytentgleisungen
22.1.1 Vorbemerkung
22.1.2 Hypokaliämie (K+< 3,5 mmol/l)
22.1.3 Hyperkaliämie (K+ > 5,5 mmol/l)
22.1.4 Hypokalzämie (Ca2+< 2,15 mmol/l)
22.1.5 Hyperkalzämie (Ca2+> 2,6 mmol/l)
22.2 Effekte von Medikamenten
22.2.1 Digitalisüberdosierung
22.2.2 Antiarrhythmika
23 Weitere Ursachen von EKG-Veränderungen
23.1 Hyperthyreose
23.2 Hypothyreose
23.3 EKG nach Herztransplantation
23.4 Traumafolgen im EKG
Teil IV Roter Teil
24 Nichtmedikamentöse Therapie von Arrhythmien
24.1 Antitachykarde Stimulation
24.1.1 Prinzip
24.1.2 Antitachykarde Stimulation bei supraventrikulären Tachyarrhythmien
24.1.3 Antitachykarde Stimulation bei ventrikulären Tachykardien (VT)
24.2 Kardioversion und Defibrillation
24.2.1 Prinzip
24.2.2 Indikationen
24.2.3 Durchführung
24.3 Antibradykarde Stimulation (Herzschrittmachertherapie)
24.3.1 Prinzip
24.3.2 Übersicht
24.3.3 Sinusknotenerkrankungen
24.3.4 AV-Blockierungen
24.3.5 Intraventrikuläre Leitungsstörungen
24.3.6 Bradyarrhythmie bei Vorhofflimmern
24.3.7 Karotissinus-Syndrom
24.3.8 Implantationstechnik
24.3.9 Schrittmachernachsorge
24.3.10 Schrittmacherfehlfunktionen
24.4 Biventrikuläre Stimulation (kardiale Resynchronisationstherapie – CRT)
24.4.1 Prinzip und Indikationen
24.5 Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)
24.5.1 Prinzip
24.5.2 ICD-Funktionen
24.5.3 Indikationen
24.5.4 Implantationstechnik
24.6 Katheterablation tachykarder Herzrhythmusstörungen
24.6.1 Prinzip und Indikation
24.6.2 Durchführung
24.6.3 Ergebnis
24.6.4 Komplikationen
Teil V Grauer Teil
25 Anhang
25.1 Gebräuchliche Antiarrhythmika
25.1.1 Einteilung der Antiarrhythmika
25.1.2 Antiarrhythmika im Einzelnen
25.2 Reanimationsalgorithmen
25.3 Vorsatz
25.4 Nachsatz
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
1 Grundlagen der EKG-Diagnostik
2 Anatomie und Physiologie des Erregungsleitungssystems
3 Grundlagen der EKG-Registrierung
4 Standardableitungen
5 Lagetypen im EKG
6 Belastungs-EKG
7 Langzeit-EKG
8 Schrittmacher-EKG
9 Elektrophysiologische Untersuchung
Anatomie des Erregungsleitungs- und Erregungsbildungssystems des Herzens.
Abb. 2.1Unter physiologischen Bedingungen wird der im Sinusknoten gebildete Reiz über die Vorhöfe zum AV-Knoten geleitet. Dort wird der Reiz verzögert, bevor er nach Eintritt in das His-Bündel und die Tawara-Schenkel in das Purkinje-Faser-System weitergeleitet wird.
Anatomie (vgl. ▶ Abb. 2.1):
Der Sinusknoten liegt an der Mündung der Vena cava superior im Dach des rechten Vorhofs.
Die Blutversorgung erfolgt über die aus der proximalen rechten Kranzarterie entspringende Sinusknotenarterie.
Physiologie:
Der Sinusknoten ist der autonome und primäre Schrittmacher des Herzens.
Die physiologische Spontanfrequenz beträgt 60–80 S/min.
Die Schrittmacherfrequenz wird durch den Einfluss des vegetativen Nervensystems verändert:
Sympathikus: Der Sympathikus wirkt positiv chronotrop (Frequenzzunahme).
Parasympathikus: Der Parasympathikus wirkt negativ chronotrop (Frequenzabnahme).
Die Ausbreitung der Erregungsfront auf Vorhofebene entspricht der Orientierung der Vorhofmuskulatur zum AV-Knoten. Ein spezifisches atriales Erregungsleitungssystem ist nicht vorhanden.
Anatomie (vgl. ▶ Abb. 2.1):
Der AV-Knoten liegt an der Spitze des Koch’schen Dreiecks im Bereich des anterioren, interatrialen Septums oberhalb der Koronarsinusmündung.
Die genaue Morphologie und Ausdehnung des AV-Knotens sind bis heute noch nicht klar definiert. Morphologisch handelt es sich keinesfalls um einen „Knoten“.
Sog. Übergangszellen bilden die Verbindung zwischen Vorhofmyokard und dem eigentlichen „kompakten“ AV-Knoten. Sie stellen somit eine funktionelle Möglichkeit der Übertragung atrialer Impulse in den AV-Knoten dar.
Die Blutversorgung des AV-Knotens erfolgt in ca. 90 % über die aus der rechten Herzkranzarterie (Ramus posterolateralis) entspringende AV-Knoten-Arterie.
Physiologie:
Der AV-Knoten ist die physiologische „Schranke“ zwischen Vorhof und His-Bündel.
Die „Schrankenfunktion“ ist insbesondere bei rascher Folge von atrialen Impulsen bedeutsam:
Vorhofflimmern/-flattern.
Vorhoftachykardien.
Die Erregungsfront wird vom AV-Knoten in das His-Bündel weitergeleitet.
Die Eigenfrequenz des AV-Knotens als sekundäres Automatiezentrum beträgt ca. 40–60 S/min.
Die Leitungseigenschaften des AV-Knotens werden durch die autonome Innervation gesteuert:
Sympathikus: Frequenzzunahme.
Parasympathikus: Frequenzabnahme.
Anatomie (vgl. ▶ Abb. 2.1):
His-Bündel: Das His-Bündel verläuft durch die Pars membranacea und weiter proximal in der Pars muscularis des Septum interventricularis. Das His-Bündel teilt sich nach kurzem Verlauf (wenige Millimeter) in den rechten und linken Tawara-Schenkel.
Linker Tawara-Schenkel: Dieser zweigt sich im Septum interventricularis auf:
Der anteriore Faszikel verläuft an der Vorderwand des linken Ventrikels.
Der posteriore Faszikel verläuft im Septum und in der Hinterwand des linken Ventrikels.
Rechter Tawara-Schenkel: Der rechte Tawara-Schenkel verläuft subendokardial im Septum bis zum vorderen Papillarmuskel des rechten Ventrikels.
Purkinje-Faser-Netz: Das Purkinje-Faser-Netz ist die periphere Verzweigung beider Tawara-Schenkel.
Physiologie:
Das His-Bündel stellt normalerweise die einzige Verbindung zwischen AV-Knoten und Kammern dar.
Die Eigenfrequenz als Ersatzschrittmacher beträgt ca. 40 S/min.
Lagerung des Patienten:
Wichtig ist die ruhige und entspannte Lagerung des Patienten. Muskelkontraktionen und Muskelzittern führen zu Artefakten.
Ruhe-EKG: Die Ableitung des Ruhe-EKGs erfolgt beim liegenden Patienten.
Belastungs-EKG: Die Ableitung erfolgt liegend bzw. sitzend auf dem Fahrrad oder stehend auf dem Laufband (vgl. ▶ Abb. 6.1).
Kleben der Elektroden:
Voraussetzung: Zur Minimierung des Kontaktwiderstandes muss eine ausreichende Befeuchtung der Haut erfolgen, andernfalls kann es zu Wechselstromüberlagerungen kommen (vgl. ▶ Abb. 3.2).
Elektrodenklebung:
Beim 12-Kanal-EKG werden die Elektroden auf die Haut über der Muskulatur geklebt.
Beim Langzeit-EKG werden die Elektroden zur Verminderung von Artefakten auf die Haut über den Knochen geklebt (vgl. ▶ Abb. 7.1).
Erdung: Die Erdung verhindert die Interferenz mit Wechselströmen, die zu Artefakten im EKG führen können. Moderne Geräte benötigen im Allgemeinen keine zusätzliche Erdung. Ggf. können wechselstrombedingte Artefakte durch Verschieben des Bettes im Raum minimiert werden (vgl. ▶ Abb. 3.2).
Filterung:
Kommt es trotz Erdung zu Wechselstromartefakten, kann das Hinzuschalten eines Filters die Qualität des EKGs verbessern.
Zur Verfügung steht meist ein 50 /60-Hz-Filter, zu aktivieren über die entsprechend beschriftete Taste.
Zur Detektion von Schrittmacher-Spikes evtl. Filter deaktivieren.
Funktion: Die Eichzacke definiert, wie hoch ein Ausschlag im EKG ist, der einer Spannung von 1 mV entspricht.
Jeder EKG-Registrierung muss in allen Ableitungen eine Eichzacke vorangehen.
Die Eichzacken aller zeitgleich geschriebenen Ableitungen müssen exakt untereinander aufgezeichnet sein, andernfalls muss das Schreibwerk der Kanäle neu eingestellt werden.
Bei der vom Gerät vorgegebenen Spannung von 1 mV muss die Eichzacke definitionsgemäß eine Amplitude von 10 mm aufweisen. Bei älteren Geräten ist gegebenenfalls die Eichzacke durch den Regler auf diese Höhe zu korrigieren.
Abb. 3.1 EKG mit Eichzacke (*): 1 mV = 10 mm Höhe.
Definition: Die Vorlaufgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit des Papiervorschubs bei der EKG-Registrierung.
Übliche Vorlaufgeschwindigkeiten:
25 mm/s
50 mm/s
Indikationen/Vorteile:
Die Registrierung mit 25 mm/s wird zur Differenzialdiagnostik tachykarder bzw. bradykarder Rhythmusstörungen bevorzugt.
Die präzisere Zeitmessung ist der Vorteil der 50-mm/s-Registrierung.
Papiervorschub/Zeit:
25 mm/s: 1 mm entspricht 40 ms ( = 0,04 s)
50 mm/s: 1 mm entspricht 20 ms ( = 0,02 s)
Name
Vorname
Geburtsdatum
Datum, Uhrzeit
Beschriftung der einzelnen Ableitungen
Merke: Ein unbeschriftetes EKG gehört in den Papierkorb!
Achtung: Bei nicht plausiblen Befunden muss man stets an Ableitungsfehler denken.
Tab. 3.1
Fehler und deren Effekte bei der EKG-Registrierung
Fehler
Effekt im EKG
Artefakte
Wechselstrom
gleichförmige Potenziale in der Grundlinie in der Wechselstromfrequenz von 50 Hz (s. ▶ Abb. 3.2)Abhilfe: Erdung, Filterung, Verschieben des Bettes im Raum, Störquellen ggf. ausschalten
Elektroden:
nicht ausreichend fixierte Elektroden
Elektrodendefekt
verschiedene Effekte, z.B. in einer Ableitung keine Aufzeichnung
fehlende Erdung, fehlende Filterung
Schwankungen in der EKG-Grundlinie
Muskelkontraktionen/Muskelzittern
unregelmäßige Schwankungen der Grundlinie, besonders in den Extremitätenableitungen (s. ▶ Abb. 3.3). Beachte: Bei zitternden Patienten sind die Elektroden rumpfnah zu kleben
vertauschte Ableitungen
vertauschte Extremitätenableitungen:
z.B. re./li. Arm vertauscht
ungewöhnlicher Lagetypnegative R-Zacke in I und aVF
vertauschte Brustwandableitungen
diskontinuierlicher R-Aufbau, S-Reduktion, verschobener R/S-Umschlag
Eichung
fehlende Eichung
falsch überhöhte bzw. falsch erniedrigte Amplituden
EKG mit Wechselstromüberlagerung.
Abb. 3.2Beachte die gleichförmigen isofrequenten Potenziale der Grundlinie („Netzbrummen“).
12-Kanal-EKG.
Abb. 3.3 Normalbefund eines Patienten mit Morbus Parkinson. Beachte die zitternde Grundlinie in den Extremitätenableitungen, Pfeil (I, II, III), die an Vorhofflimmern denken lassen. Gegen Vorhofflimmern sprechen die regelmäßigen Abstände der R-Zacken. Die Brustwandableitungen (V1–V3) zeigen zudem normal konfigurierte P-Wellen. Vgl. ▶ Vorhofflimmern.
Mit definierten EKG-Ableitungen wird die elektrische Erregungsausbreitung des Herzens in der Frontal- und Sagittalebene erfasst.
Ableitungsformen:
Bipolare Ableitung: Bei bipolaren Ableitungen wird die Spannungsdifferenz zwischen zwei Elektroden gemessen (Plus- und Minus-Elektrode).
Unipolare Ableitung: Bei unipolaren Ableitungen wird die Spannung an einer Elektrode (Plus-Elektrode) gegen eine Referenzelektrode (Minus-Elektrode) mit konstantem Potenzial gemessen.
Beachte: Das Prinzip der EKG-Aufzeichnung ist für beide Ableitungsformen gleich. In beiden Fällen entsprechen die gemessenen Spannungsdifferenzen den Ausschlägen im EKG.
Charakteristika: Die Ausschläge im EKG sind charakterisiert durch ihre Breite, Höhe und Richtung.
Breite (Dauer) und Anstiegssteilheit (Geschwindigkeit) des Ausschlags: Die Geschwindigkeit der Erregungsausbreitung bestimmt die Breite des Ausschlags. Eine schnelle Erregungsausbreitung erzeugt einen schmalen Ausschlag im EKG, eine langsame Erregungsausbreitung dementsprechend einen breiten Ausschlag.
Höhe des Ausschlags: Die Größe der Spannungsdifferenz bestimmt die Höhe des Ausschlags. Je mehr Myokard erregt wird, umso größer ist die Spannungsdifferenz, umso höher ist der Ausschlag im EKG.
Richtung des Ausschlags s. ▶ Tab. 3.2 .
Tab. 3.2
Richtung der EKG-Ausschläge (von der isoelektrischen Linie)
Erregung auf Elektrode gerichtet
Erregung von Elektrode entfernt
Depolarisation
positiver Ausschlag (nach oben)
negativer Ausschlag (nach unten)
Repolarisation
negativer Ausschlag (nach unten)
positiver Ausschlag (nach oben)
Erläuterung der ▶ Abb. 3.4:
Ruhezustand (a): Es lassen sich keine Ladungsdifferenzen zwischen beiden Polen des Spannungsmessgerätes messen.
Depolarisation (b): Die Potenzialdifferenz zwischen den beiden Polen führt zu einem Ausschlag des Spannungsmessgerätes. Da die Erregungsfront auf die positive Elektrode zuläuft, kommt es zu einem positiven Ausschlag im EKG.
Zustand völliger Erregung (c): Es lässt sich keine Potenzialdifferenz zwischen beiden Elektroden messen.
Repolarisation (d): Im Rahmen der Erregungsrückbildung kommt es zur Ladungsumkehr und dadurch zum negativen Ausschlag im EKG.
Abgeschlossene Repolarisation (e).
Abb. 3.4 a–e Schematischer Erregungsablauf der Kammerdepolarisation des Herzens und entsprechende EKG-Kurve. Erläuterung im Text.
Reihenfolge von Kammerdepolarisation und -repolarisation:
Zuletzt depolarisierte Myokardareale werden zuerst wieder repolarisiert. Somit hat die Erregungsrückbildung (T-Welle) die gleiche Polarität wie die Erregungsausbreitung (QRS-Komplex). Man bezeichnet dies als Konkordanz zwischen QRS-Komplex und T-Welle. Vgl. d'; e' der ▶ Abb. 3.4.
Depolarisation:
Septum.
Ventrikelspitze.
Herzbasis.
Repolarisation:
Herzbasis.
Ventrikelspitze.
Septum.
Abb. 3.5 Depolarisation und Repolarisation des Ventrikelmyokards: Zuletzt depolarisierte Myokardareale werden zuerst wieder repolarisiert. Daher kommt es im EKG zur gleichgerichteten Polarität von QRS-Komplex und T-Welle.
