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Die Seidenstraße, die Ostasien mit dem Mittelmeerraum verbindet, ist zum Inbegriff einer frühen Globalisierung geworden. Der Sinologe Thomas O. Höllmann schaut von China aus auf das legendenumrankte Routennetzwerk. Er beschreibt anschaulich, wie die Menschen reisten und wie Güter und Ideen weitervermittelt wurden. Ein Ausblick macht deutlich, warum China mit der «Neuen Seidenstraße» auf das symbolische Kapital der alten Verbindungen setzt. Seit der Antike nutzten Gesandte, Händler, Missionare und Abenteurer die Seidenstraße. Auf dem Landweg passierten sie dabei lebensfeindliche Wüsten wie die Taklamakan, überwanden hoch aufragende Gebirge wie den Pamir und verweilten in betriebsamen Oasenstädten wie Buchara, Samarkand oder Turfan. Davon künden zahllose archäologische Zeugnisse, von denen viele erst in den letzten Jahrzehnten erschlossen wurden. Thomas O. Höllmann rekonstruiert mit ihrer Hilfe sowie anhand von historiographischen Quellen, fesselnden Reisebeschreibungen und lebensnahen Gedichten, welche Waren nach China gelangten, wie der Buddhismus und andere Religionen im Reich der Mitte rezipiert wurden und welche Schlüsseltechnologien, allen voran Papier und Buchdruck, von dort aus ihren Siegeszug über die ganze Welt antraten. Das Buch geht den ökonomischen Grundlagen, politischen Motiven und kulturellen Rahmenbedingungen des Austauschs nach und führt faszinierend konkret vor Augen, was Globalisierung in einem Zeitraum von rund zwei Jahrtausenden bedeutete.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Thomas O. Höllmann
China und die Seidenstraße
Kultur und Geschichte von der frühen Kaiserzeit bis zur Gegenwart
C.H.Beck
Historische Bibliothek der GERDA HENKELSTIFTUNG
Die Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung wurde gemeinsam mit dem Verlag C.H.Beck gegründet. Ihr Ziel ist es, ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, grundlegende Erkenntnisse aus dem Bereich der Historischen Geisteswissenschaften einer interessierten Öffentlichkeit näherzubringen. Die Stiftung unterstreicht damit ihr Anliegen, herausragende geisteswissenschaftliche Forschungsleistungen zu fördern – in diesem Fall in Form eines Buches, das höchsten Ansprüchen genügt und eine große Leserschaft findet.
Zuletzt erschienen:
Bernd Roeck: Der Morgen der Welt
Geschichte der Renaissance
Frank Rexroth: Fröhliche Scholastik
Die Wissenschaftsrevolution des Mittelalters
Hartmut Leppin: Die frühen Christen
Von den Anfängen bis Konstantin
Dieter Langewiesche: Der gewaltsame Lehrer
Europas Kriege in der Moderne
Mischa Meier: Geschichte der Völkerwanderung
Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr.
Jill Lepore: Diese Wahrheiten
Eine Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika
Klaus Mühlhahn: Geschichte des modernen China
Von der Qing-Dynastie bis zur Gegenwart
Gudrun Krämer: Der Architekt des Islamismus
Hasan al-Banna und die Muslimbrüder
Eine vollständige Übersicht befindet sich am Ende des Buches.
Die Seidenstraße, die Ostasien mit dem Mittelmeerraum verbindet, ist zum Inbegriff einer frühen Globalisierung geworden. Der Sinologe Thomas Höllmann schaut von China aus auf das legendenumrankte Routennetzwerk, das seit der Antike Gesandte, Händler, Missionare und Abenteurer nutzten. Auf dem Landweg passierten sie dabei lebensfeindliche Wüsten wie die Taklamakan, überwanden hoch aufragende Gebirge wie den Pamir und verweilten in betriebsamen Oasenstädten wie Buchara, Samarkand oder Turfan. Davon künden zahllose archäologische Zeugnisse, von denen viele erst in den letzten Jahrzehnten erschlossen wurden. Thomas Höllmann rekonstruiert mit ihrer Hilfe sowie anhand von historiographischen Quellen, fesselnden Reisebeschreibungen und lebensnahen Gedichten, welche Waren nach China gelangten, wie der Buddhismus und andere Religionen im Reich der Mitte rezipiert wurden und welche Schlüsseltechnologien, allen voran Papier und Buchdruck, von dort aus ihren Siegeszug über die ganze Welt antraten. Das Buch geht den ökonomischen Grundlagen, politischen Motiven und kulturellen Rahmenbedingungen des Austauschs nach und führt faszinierend konkret vor Augen, was Globalisierung in einem Zeitraum von rund zwei Jahrtausenden bedeutete. Ein Ausblick macht deutlich, warum China mit der «Neuen Seidenstraße» auf das symbolische Kapital der alten Verbindungen setzt.
Thomas O. Höllmann ist Professor em. für Sinologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er war Mitglied des Internationalen Konsultativkomitees für das Seidenstraßenprojekt der UNESCO. Bei C.H.Beck erschienen von ihm u.a. «Das alte China» (2008), «Schlafender Lotos, trunkenes Huhn. Kulturgeschichte der chinesischen Küche» (2010) sowie «Die chinesische Schrift» (C.H.Beck Wissen, 2017).
Vorwort
Farbtafeln
Erster Teil: Die Grundlagen
1. Begriffe und Quellen
Die Namensgebung
Stelen und Palastbibliotheken
Reiseaufzeichnungen
Archäologische Zeugnisse
Bildwelten
Naturwissenschaftliche Untersuchungen
2. Raum und Zeit
Klima- und Wirtschaftszonen in China
Natürliche Barrieren auf dem Weg nach Westen
Trittsichere Lasttiere
Versorgung in der Fremde
Die Landrouten
Der Seeweg
Vorgeschichte und frühe Kontakte
Das Kaiserreich
Unter fremder Herrschaft
Westliche Chronologien
Chinesische Jahreszählung
3. Menschen und Mächte
Identität und Geschichte
Sprachen und Schriften
Verständigungsmöglichkeiten
Herrscher und Beherrschte: die Han
Partner, Gegner, Invasoren
Zweiter Teil: Die Verbreitung von Religionen – Mit einem Fokus auf das 2. bis 9. Jahrhundert
1. Eine Einbahnstraße Richtung Osten
Autochthone Religionen in China
Importe in das Reich der Mitte
2. Der Buddhismus
Buddha und Bodhisattva
Mächtig, wie der Erde entsprungen
Der Reliquienkult
Patronage und Verfolgung
Fromme Künste
Pilgerfahrten
Die Macht der Zeichen
Badekultur und Teegenuss
3. Der Zoroastrismus
Karawanenführer aus den Westlanden
Rituale am Feueraltar
4. Das Christentum
Die Nestorianer
Die Vaterschaft des Kühlen Windes
Sendboten des Papstes
Der Kampf um die Gunst des Großkhans
Die Jesuiten
Der Ritenstreit
5. Der Manichäismus
Buddha des Lichts und König des Nirvana
Buchkultur
6. Judentum und Islam
Geschichte als Legitimation
Zwischen Anpassung und Militanz
Dritter Teil: Tribut und Handel – Mit einem Schwerpunkt im 6. bis 10. Jahrhundert
1. Diplomatischer Warenverkehr
Das Mandat des Himmels
Gaben für den Kaiser
2. Kostbarkeiten
Gold und Silber
Schmuck und Dekor
Der Triumph der Transparenz
Tuch und Teppich
Bücher und Devotionalien
3. Pflanzliches
Ginseng und Gewürze
Goldpfirsiche aus Samarkand
Drachenperle und Stutenzitze: Vom Wein
4. Tierisches
Tanzende Pferde
Elefanten und Nashörner
Löwen, Geparden und Greifvögel
Hochgezüchtete Hunde
Sittiche und Papageien
Zobelfelle und Straußeneier
5. Menschliches
Dunkelhäutige, Rotbärtige und Kleinwüchsige
Gaukler, Sternendeuter und Kurtisanen
Klangkörper
Musizierende Himmelswesen
Löwentanz
6. Fakten und Schimären
Reziprozität
Seidenballen als Gegengabe
Annahme verweigert
Privilegien und Vergnügungen
7. Transaktionen
Der schlechte Ruf der Kaufleute
Die Aufsicht über die Märkte
Münzschnüre und Goldsolidi
8. Nachklang
In chinesischen Häfen gelöschte Güter
Geschenke und Getränke
Fiktionen und Friktionen
Himmelstau und Jadetrank
Teewege
Opiumhöhlen
Vierter Teil: Transfer und Transformation – Mit einem Schlaglicht auf das 15. bis 18. Jahrhundert
1. Die Schrift
Von der Orakelbefragung bis zur Kalligraphie
Vorbild für Invasoren
Der Weg nach Korea und Japan
Im Westen nichts Neues
2. Das Papier
Bambusstreifen und Seide
Goldblüten- und Fischrogenpapier
Die Kostbarkeiten des Studierzimmers
Die Weitergabe
Der Weg nach Europa
3. Der Druck
Stelen, Siegel und Schablonen
Blockdruck und bewegliche Lettern
Verleger und Zensoren
Die Verbreitung der schwarzen Kunst
Deutschland als Zentrum
Der Weg zur Weltkunst
Einblattdrucke und Buchillustrationen in Europa
Die Kunst des Weglassens
4. Kompass, Karte und Kanone
Eisenschnabelfeuersperber
Wie Kometen und Drachen
Zeit und Herrschaft
Missionare an der Spitze des Kalenderamts
Uhren und Tischautomaten aus Bayern
Die Erschließung des Raums
Wissenschaftliche Dialoge
Anatomische Studien
5. Die schönen Dinge des Lebens
Das weiße Gold
Seidentapeten und Lacktäfelungen
Pavillons und Pagoden
Fünfter Teil: Nachspiel – Vom 19. Jahrhundert bis heute
1. Abenteurer und Forscher
Expeditionen entlang der alten Routen
Sven Hedin
Pjotr Koslow und Sergei Oldenburg
Aurel Stein und Paul Pelliot
Albert Grünwedel und Albert von Le Coq
Fromme Spione
Die Zwischenkriegszeit
Bildersturm und Denkmalpflege
2. Der Weg ins 21. Jahrhundert
Grenzen überschreitender Dialog
Öl und Opium
Die Neue Seidenstraße
Infektion und Information
Die neue Abschottung
Friedensrhetorik
Zukunftsmusik?
Anhang
Karten
Die Dynastien im Überblick
Anmerkungen
Vorwort
Erster Teil: Die Grundlagen
1. Begriffe und Quellen
2. Raum und Zeit
3. Menschen und Mächte
Zweiter Teil: Die Verbreitung von Religionen
1. Eine Einbahnstraße Richtung Osten
2. Der Buddhismus
3. Der Zoroastrismus
4. Das Christentum
5. Der Manichäismus
6. Judentum und Islam
Dritter Teil: Tribut und Handel
1. Diplomatischer Warenverkehr
2. Kostbarkeiten
3. Pflanzliches
4. Tierisches
5. Menschliches
6. Fakten und Schimären
7. Transaktionen
8. Nachklang
VierterTeil: Transfer und Transformation
1. Die Schrift
2. Das Papier
3. Der Druck
4. Kompass, Karte und Kanone
5. Die schönen Dinge des Lebens
Fünfter Teil: Nachspiel
1. Abenteurer und Forscher
2. Der Weg ins 21. Jahrhundert
Chinesische und japanische Quellen
Literatur
Bildnachweis
Vorsatzblätter
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Fünfter Teil
Personenregister
Register der Orts- und Völkernamen
«Ist das, was man sagen will, zu tiefgründig, verheddern sich die Worte, … ist es zu oberflächlich, zerfällt das literarische Gefüge.»[1] Diese zu Beginn des 6. Jahrhunderts von dem Hofbeamten Zhong Hong festgehaltene Aussage lässt sich wohl auch auf ein Sachbuch übertragen. Zumindest ein wenig kann den Gefahren der gedanklichen Verzettelung und des sprachlichen Schlendrians aber vielleicht entgegengewirkt werden, nicht zuletzt durch das Setzen von Akzenten, die von den Forschungsfeldern des Autors – in diesem Fall eines Sinologen – abgeleitet sind.
So werden Begegnungen und Beziehungen im vorliegenden Buch nur dann berücksichtigt, wenn China direkt an der Weitergabe von Gütern und Ideen beteiligt war: zumeist als Akteur am Ausgangs- oder Bestimmungsort, zuweilen aber auch als Vermittler nach Korea und Japan sowie in die Länder Südostasiens. Nicht erfasst werden hingegen Transaktionen, die auf die westliche Sphäre der Seidenstraße begrenzt waren, wie etwa der Austausch zwischen dem Byzantinischen Reich, der Rus und der islamischen Welt. Das soll auch die Wahl des Titels China und die Seidenstraße zum Ausdruck bringen.
Dass die Landrouten in dieser Abhandlung mehr Raum einnehmen als die Seewege, liegt auch daran, dass Roderich Ptak in der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung bereits ein umfassendes Werk über die maritime Seidenstraße vorgelegt hat. Auf Vollständigkeit ist diese Untersuchung natürlich ohnehin nicht angelegt; mehrere Themenbereiche lassen sich nur kursorisch behandeln, einige Aspekte müssen völlig ausgeblendet werden.
Stattdessen soll der Leser auf eine Spurensuche mitgenommen werden, in deren Verlauf sich eine große Bandbreite von Phänomenen erschließt, die in der Rück- und Gesamtschau als Elemente der Globalisierung betrachtet werden können. Das bezieht die Frage nach den ökonomischen Grundlagen, politischen Motiven und kulturellen Verschiebungen ebenso ein wie die Deutung der damit verbundenen Kontinuitäten und Brüche. So mancher Mythos zeigt dabei kräftige Risse.
Der Band ist systematisch gegliedert, entscheidet sich aber in den einzelnen Kapiteln, abhängig von den Quellen und Fragestellungen, für unterschiedliche Zugangswege. Daraus – und aus der Wahl der Schwerpunkte – ergeben sich auch abweichende Darstellungsweisen: von der beinahe enzyklopädisch anmutenden Übersicht bis zum exemplarischen Herausgreifen besonders wichtiger Aspekte. Datenfülle und Detailanalyse sollen also gleichermaßen zu ihrem Recht kommen und in der Zusammenschau Verständnis für die komplexen Zusammenhänge vermitteln.
So werden beispielsweise die zahllosen Güter, die – zumindest nominell – als Tribut ins Reich der Mitte gelangten, mitunter nur tabellarisch aufgelistet, während bei der Weitergabe von Schlüsseltechnologien zwei chinesische Erfindungen im Vordergrund stehen, die die Welt verändert haben: das Papier und der Buchdruck. Unter den Religionen, die China in umgekehrter Richtung über die Seidenstraße erreichten, steht wiederum der Buddhismus im Zentrum der Betrachtung, der nicht nur eine völlig andere Einstellung zum Leben lehrte, sondern auch den Alltag massiv beeinflusste.
Der Aufbau des Buchs orientiert sich aber auch an der Chronologie. Während die an den Anfang gestellten «Grundlagen» von der Antike bis zur Gegenwart reichen, weisen die folgenden Kapitel zeitliche Schwerpunkte auf. Die «Verbreitung der Religionen» wird vor allem für die Zeit vom 2. bis 9. Jahrhundert nachgezeichnet. Die Ausführungen über das Spannungsfeld zwischen «Handel und Tribut» haben einen klaren Fokus auf die beiden Dynastien Sui und Tang (589–906), und schließlich endet eine besonders intensive Phase des direkten Transfers von Technologie und Kunst im 18. Jahrhundert. Das etwas knapper gehaltene fünfte Kapitel ist als «Nachspiel» der neueren und neuesten Geschichte gewidmet. Überlappungen sind dabei natürlich nicht zu vermeiden.
Insbesondere die Archäologie hat in den letzten Jahrzehnten neue Erkenntnisse über die Seidenstraße vermittelt. Nicht zuletzt deshalb ist jedem Kapitel ein größerer Block farbiger Abbildungen zugeordnet. Das dient – ebenso wie die eingestreuten Zitate aus den unterschiedlichsten literarischen Genres – dem Ziel, die Menschen und ihre Schöpfungen für sich selbst sprechen zu lassen. Alle Übersetzungen aus dem Chinesischen und Japanischen stammen vom Autor.
Manche Beobachtungen habe ich schon an anderer Stelle zu Papier gebracht, insbesondere in der Kulturgeschichte des alten China (2008) sowie den beiden Bänden über die Seidenstraße (erstmals 2004) und die chinesische Schrift (2015) in der Reihe C.H.Beck Wissen. Wenn sich seither inhaltlich keine neuen Anhaltspunkte ergeben haben und andere Formulierungen keinen Erkenntnisgewinn versprachen, wurden einzelne Passagen daraus übernommen.
«Unser Buch soll wahrhaftig sein und ohne Flunkerei», heißt es im Prolog zu Marco Polos Milione.[2] Allerdings gelingt die Unterscheidung zwischen dem, was der venezianische Kaufmann «in Augenschein genommen hat», und dem, was er lediglich «vom Hörensagen kennt», nicht in jedem Fall. Das gilt im Prinzip natürlich für fast alle älteren Schriftquellen, und auch in der chinesischen Literatur gibt es allzu häufig das Bestreben, die eigene Vertrauenswürdigkeit durch die Wiederholung von Gemeinplätzen zu bestätigen – ganz abgesehen von den Auswirkungen eines gelegentlich übersteigerten Geltungsbedürfnisses.
Bei dem Versuch, im 21. Jahrhundert die Geschichte der Seidenstraße zu rekonstruieren, steht der Autor – getrennt durch eine riesige Distanz in Raum und Zeit – also vor einem echten Dilemma. Davon könnte er sich bestenfalls dadurch befreien, dass er sich völlig dem Konjunktiv unterwirft oder die Zahl der Anmerkungen vervielfacht. Beides wäre jedoch für den Leser schlichtweg unzumutbar.
Kompromisse müssen auch bei der formalen Gestaltung des Textes eingegangen werden. Die Umschrift einheimischer Termini richtet sich, wo immer dies sinnvoll erscheint, nach dem Duden (also etwa Kaaba für das muslimische Heiligtum in Mekka) und gibt ansonsten der Lesbarkeit den Vorzug vor wissenschaftlicher Korrektheit (beispielsweise Kocho und nicht Qočo). Diakritika entfallen weitgehend, und für chinesische Begriffe gelten fast durchweg die Regelungen des Pinyin-Systems (wie im Falle von Xinjiang).
Für die Betreuung vonseiten des Verlags bin ich Ulrich Nolte, Petra Rehder, Gisela Muhn und Dorothee Bauer zu Dank verpflichtet. Besonders verbunden fühle ich mich zudem der Gerda Henkel Stiftung für ihre großzügige Förderung sowie Oliver Dauberschmidt, Rebekka Ehrenwirth, Waltraud Gerstendörfer, Sabine Höllmann, Shing Müller, Mark Nürnberger und Renate Stephan für die kritische Durchsicht des Manuskripts.
Verba docent, exempla trahunt («Worte belehren, Vorbilder reißen mit»). Daher ist dieses Buch dem Andenken an Erich Haenisch (1880–1966) gewidmet: dem Gründervater der Ost- und Zentralasienwissenschaften an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität und offenbar einzigen deutschen Sinologen, der sich für die Freilassung seines 1944 von den Nazis nach Buchenwald verschleppten französischen Kollegen Henri Maspero (1883–1945) eingesetzt hat.
TAFEL 1 Kamelreiter aus den Westlanden: Tonfigur aus dem Grab von Wang Chen in Changzhi (Shanxi), 679
TAFEL 2 Maultier: Tonfigur aus einem Grab in Xi’an (Shaanxi), vermutlich 8. Jahrhundert
TAFEL 3 Überfall: Wandmalerei in Höhle 45 von Dunhuang (Gansu), 8. Jahrhundert
TAFEL 4 Schiff mit axialem Heckruder: Tonmodell aus einem Grab in Dongjiao (Guangdong), 1. Jahrhundert
TAFEL 5 Gefährliche Überfahrt: Wandmalerei in Höhle 288 in Dunhuang (Gansu), 10. Jahrhundert
TAFEL 6 Frau mit weißer Filzmütze: Mumie in einem Grab in Xiaohe, um 2000 v. Chr.
TAFEL 7 Goldmaske mit eingelegten Rubinen: Fund in einem Grab in Boma (Xinjiang), vermutlich 6. Jahrhundert
TAFEL 8 Tributbringer aus den Westlanden: Ausschnitt aus einer Bildrolle von Xiao Yi, 6. Jahrhundert
TAFEL 9 Xianbei-Reiter: Wandmalerei im Grab von Lou Rui in Wangguo (Shanxi), 570
TAFEL 10 Mann aus den Westlanden: Tonfigur aus dem Grab von Mu Tai in Yuezigou (Gansu), 730
TAFEL 11 Von weither angereiste Pilger: Wandmalerei in Höhle 103 von Dunhuang (Gansu), 8. Jahrhundert
TAFEL 12 Damen aus dem uigurischen Herrscherhaus: Wandmalerei aus Höhle 9 von Bezeklik (Xinjiang), 9. Jahrhundert
TAFEL 13 Tributgesandtschaft aus Srivijaya: Tuschmalerei auf Seide von Li Gonglin, 11. Jahrhundert
TAFEL 14 Gesandte aus Khotan und Korea: Tuschmalerei auf Seide von Yan Liben, 7. Jahrhundert
TAFEL 15 Kublai Khan auf der Jagd: Tuschmalerei auf Seide von Liu Guandao, 1280
TAFEL 16 Niederländer: Tuschmalerei auf Papier von Xie Sui, 18. Jahrhundert
TAFEL 17 Darstellung des Buddha: von einem Fremden in Auftrag gegebene Bronzefigur aus Xi’an (Shaanxi), um 300
TAFEL 18 Darstellung des Buddha: Skulptur aus einem unterirdischen Depot in Qingzhou (Shandong), Mitte des 6. Jahrhunderts
TAFEL 19 Guanyin: Marmorskulptur mit Resten von Blattgold und Farbauftrag aus Xicha (Shaanxi), 6. Jahrhundert
TAFEL 20 Qingliang-Tempel am Wutaishan: Wandmalerei in Höhle 61 in Dunhuang (Gansu), 10. Jahrhundert
TAFEL 21 Pagode: Wandmalerei in Höhle 323 in Dunhuang (Gansu), 7. Jahrhundert
TAFEL 22 Mächtig, wie der Erde entsprungen: die Große Wildganspagode in Xi’an (Shaanxi), 7. Jahrhundert
TAFEL 23 Reliquiar: goldene Stupaminiatur mit vermeintlichem Fingerknochen des Buddha aus der Krypta unter der Pagode des Famensi-Klosters (Shaanxi), 9. Jahrhundert
TAFEL 24 Mönch bei der Zahnreinigung: Wandmalerei in Höhle 159 von Dunhuang (Gansu), 9. Jahrhundert
TAFEL 25 Xuanzang: Wandmalerei in Höhle 3 in Dunhuang (Gansu), 13. Jahrhundert
TAFEL 26 Buddhistische Mönche: Wandmalerei in Höhle 20 in Bezeklik (Xinjiang), 9. Jahrhundert
TAFEL 27 Nestorianische Riten: Wandmalerei aus einem Tempel in Gaochang (Xinjiang), 8. Jahrhundert
TAFEL 28 Laozi und der Jadekaiser: Relief auf einer Steinplatte ungeklärter Herkunft, 6. Jahrhundert
TAFEL 29 Mischwesen: Darstellung auf dem Sarkophag im Grab des Wirkak und seiner Frau in Xi’an (Shaanxi), 579
TAFEL 30 Manichäische Priester: Fragment einer Wandmalerei aus Tempel K in Gaochang (Xinjiang), 9. Jahrhundert
TAFEL 31 Himmlische Wesen mit Musikinstrumenten: manichäische Miniatur aus Höhle 65 in Bezeklik (Xinjiang), 9. Jahrhundert
TAFEL 32 Jüdisches Bußgebet: Handschrift aus Höhle 17 in Dunhuang (Gansu), 9. Jahrhundert
TAFEL 33 Teilvergoldete Silberkanne: eines von vier Exemplaren aus der Krypta unter der Pagode des Famensi-Klosters (Shaanxi), 9. Jahrhundert
TAFEL 34 Schmuck einer Prinzessin: Halskette aus dem Grab der Li Jingxun bei Xi’an (Shaanxi), um 600
TAFEL 35 Reliquiar: mit Perlen, Rubinen und Smaragden besetztes Silberkästchen aus dem Famensi-Kloster (Shaanxi), 9. Jahrhundert
TAFEL 36 Glasteller: persisches Importstück aus dem Famensi-Kloster (Shaanxi), 9. Jahrhundert
TAFEL 37 Löwe: Halbrelief auf einer vergoldeten Silberplatte aus Bafuzhuang bei Xi’an (Shaanxi), 8. Jahrhundert
