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Was haben Coaching und Bühnenzauberei gemeinsam? Kann man das eine mit dem anderen verbinden? Genau das tut Klaus-Peter Pfeiffer. In diesem Buch beschreibt er, wie durch das Denken eines Zauberers Probleme zu Ressourcen werden können. Und wie denkt ein Zauberer, wenn er ein Zauberkunststück vorführt? Er muss glauben, dass er beispielsweise „wirklich“ einen Tisch zum Schweben bringen kann. Gleichzeitig muss ihm klar sein, dass es eigentlich nicht geht. Und dennoch „kann“ ein Zauberer das. Und wenn er an seine Zauberei glaubt, überträgt sich das auf die Zuschauer, dann ist es mehr als ein Trick. Ein Zauberer muss sein Handwerk beherrschen, muss wissen, wann er welchen Trick einsetzt und genau beobachten, ob das, was er tut, auch funktioniert. Folgt ihm das Publikum? Ist es im Geschehen involviert oder distanziert? Konstant ist der Traum präsent zu halten, dass hier etwas geschieht, was eigentlich unmöglich ist. Die Kunst des Zauberns besteht darin, dass die Zuschauer die Magie in sich selbst entdecken und damit Zustände von Staunen, Überraschung, Verwandlung erlebbar werden. Dieses Buch gewährt Ihnen einen Einblick in das Denken eines Zauberers. Mehr noch: In zahlreichen praktischen Übungen und Fallbeispielen lernen Sie die Perspektive des Zauberers auf die Bereiche Coaching und Training zu übertragen. Klaus-Peter Pfeiffer lehrt Sie durch die Kunst der Verzauberung ein Stück heilsamer, verwandelnder Magie einzu bringen – sei es bei Einzelnen, Teams oder in Unternehmen. Und nebenher liest dieses Buch noch Ihre Gedanken – vielleicht!
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Seitenzahl: 282
Veröffentlichungsjahr: 2016
Klaus-Peter PfeifferCoaching mit Magie
Was haben Coaching und Zauberkunst gemeinsam? Kann man das eine mit dem anderen verbinden? Genau das tut Klaus-Peter Pfeiffer. In diesem Buch beschreibt er, wie durch das Denken eines Zauberers Probleme zu Ressourcen werden können. Ein Zauberer muss sein Handwerk beherrschen, muss wissen, wann er welchen Trick einsetzt und genau beobachten, ob das, was er tut, auch funktioniert. Konstant ist der Traum präsent zu halten, dass hier etwas geschieht, was eigentlich unmöglich ist. Dieses Buch gewährt Ihnen einen Einblick in das Denken eines Zauberers. Mehr noch: In zahlreichen praktischen Übungen und Fallbeispielen lernen Sie, durch die Kunst der Verzauberung ein Stück heilsamer, verwandelnder Magie in Coaching und Training einzubringen – bei Einzelnen, Teams oder in Unternehmen. Und nebenher liest dieses Buch auch noch Ihre Gedanken – vielleicht!
»Eine bereichernde, unterhaltsame und wirksame Zusammenstellung von Fertigkeiten für Coachs und Trainer, mithilfe derer sie ihren inneren Zauberer erwecken und steuern können und damit in allen Bereichen ihrer Arbeit effektiver werden.« – Robert Dilts
Klaus-Peter Pfeiffer studierte Philosophie, Theologie und Vergleichende Religionswissenschaft. Seit 1997 ist er selbstständiger Trainer und Coach im Bereich Personalentwicklung. Sein Kindheitshobby, die Zauberkunst, setzt er heute als didaktisches Mittel ein. http://coaching-mit-magie.de
Copyright: © Junfermann Verlag, Paderborn 2016
Coverfoto: © agsandrew – fotolia.com
Covergestaltung / Reihenentwurf: Christian Tschepp
Illustrationen: Markus Büsges, http://www.leomaria.de
Aufnahme der CD: Reinold Zervas, http://www.crescendoaudio.de
Übersetzung der Einleitung von Marvin Oka: Christa Broermann, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
Erscheinungsdatum dieser eBook-Ausgabe: 2016
Satz & Digitalisierung: JUNFERMANN Druck & Service, Paderborn
ISBN der Printausgabe: 978-3-87387-921-8
ISBN dieses E-Books: 978-3-95571-031-6 (EPUB), 978-3-95571-353-9 (PDF), 978-3-95571-352-2 (MOBI).
Zauberkunst ist zu gut, um sie nur Unterhaltungszwecken vorzubehalten.
(frei nach Erving Polster)
meinen Eltern Friedrich und Elfriede Pfeiffer
Schreiben ist eine einsame Tätigkeit. Rückblickend erkennt man, wie viel Unterstützung es gab. Mein aufrichtiger Dank gilt diesen Menschen. Ohne sie wäre das Buch nur ein Traum geblieben:
Robert Dilts pflanzte den Samen für dieses Projekt, als er mir in den 1990er-Jahren riet, über NLP und Zauberkunst nachzudenken. Ihm sei gedankt für die Initialzündung und die Genehmigung für die deutsche Adaption seiner „Tesla-Meditation“.
Der erste Schritt zur Transformation des Traums in die Realität wurde gelegt, als ich Michael Zöllner, Geschäftsführer vom Verlag Klett-Cotta, bei einer Zaubervorstellung kennenlernte. Er fragte mich, ob ich nicht ein Buch über NLP und Zauberkunst schreiben wolle, und empfahl mich dem Junfermann Verlag.
Dr. Stephan Dietrich, Junfermann Verlag, möchte ich ganz besonders für sein Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und seine große Geduld danken.
Christiane Karsch, die in ihrem einfühlsamen Modelling wesentliche Elemente meines Ansatzes zutage förderte.
Markus Büssges für die schönen Zeichnungen.
Marvin Oka für seine wunderbare Einleitung und den kollegialen Austausch.
Reinold Zervas für die Mühe und Sorgfalt bei der Erstellung der CD.
Chris Wasshuber für die Genehmigung, die Experimente von Chan Canasta hier erstmals in deutscher Sprache zu veröffentlichen.
Ragini Elisabeth Michaels für die freundliche Genehmigung, eine ihrer wunderbaren Trancen für die deutsche Sprache zu adaptieren.
Für viele kleine und große Arbeiten bei der Recherche, Korrektur u. v. a. mehr danke ich besonders meinem wunderbaren Team: Sarah Scheder, Kerstin Jacobs, Merle Milster und Volker Wirtz.
Besonderer Dank gilt Sue Bayliss. Sie hat mich in vielen Phasen dieser Arbeit unterstützt, ermutigt und einen großen Anteil bei der Übersetzung gehabt.
Jutta Beuckers, die mir im Sommer ihr Haus zum ruhigen Schreiben zur Verfügung stellte.
Woody Allen und Dieter Hildebrandt dafür, dass man Ernstes auch humorvoll kommunizieren kann.
Den NLP-Gründern und -Entwicklern dafür, dass sie mir zeigten, dass man immer mehr Möglichkeiten hat, als man glaubt.
All den Philosophen, die mich lehrten, den größeren Zusammenhang zu erkennen.
All den Zauberern, real und fiktiv, die mit ihrem Enthusiasmus für das Unmögliche Träume wahr werden lassen.
Meinen Schauspiellehrerinnen und -lehrern, die mir die Magie des Ausdrucks und der Präsentation zeigten.
Jenen, die an mich und an dieses Buch glaubten.
Und einer gewissen Dorothy aus Kansas.
Der Text wechselt zwischen männlichen und weiblichen Bezeichnungen. Die jeweils anderen Gender sind immer mitgemeint. Der Begriff „Coach“ wird zumeist stellvertretend gebraucht. Entsprechende Aussagen beziehen sich auch auf Trainer und Führungskräfte.
Auf der beigefügten CD befinden sich zwei Trancen. (Wenn Sie dieses Buch als E-Book lesen, haben Sie die Möglichkeit, sich die Audiodateien der CD unter http://www.junfermann.de herunterzuladen. Bitte rufen Sie dazu den Titel auf und gehen Sie auf „Mediathek“.) Sie haben das Ziel, die Hörenden darin zu unterstützen, die wichtigen Fähigkeiten des Zauberers – das Staunen und das Imaginieren des jetzt noch nicht Möglichen – zu entwickeln bzw. zu stärken.
Dabei ist die Fähigkeit zum Staunen und Gewahrwerden des Geheimnisvollen die Grundlage für die Visualisierung einer Zukunft.
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
(Albert Einstein)
Die erste Trance ist die deutsche Adaption einer Trance von Ragini Elisabeth Michaels: „Living in Mystery“ (http://www.raginimichaels.com/store/). Sie dient dazu, für die uns umgebenden „Wunder“ zu sensibilisieren und ein Gefühl des Staunens wieder lebendig werden zu lassen.
Sie unterstützt Ihren unbewussten Verstand zu erkennen und sich zu erinnern, dass wir umgeben sind von Zauber, Wunder und Geheimnisvollem.
Die zweite Trance ist die deutsche Adaption der Tesla-Meditation von Robert Dilts (Dilts 1994–1995, 383–386). Im dritten Band seiner Strategies of Genius beschäftigt sich Dilts mit den Strategien von Nikola Tesla (1856–1948), einem der produktivsten Erfinder. Teslas Fähigkeit der Visualisierung war außerordentlich stark ausgeprägt, und er nutzte sie, um sich eine Zukunft vorzustellen, die heute Realität geworden ist.
Diese Trance dient dazu, Teslas Strategien der Visualisierung zu nutzen, um neue Visionen für die Zukunft zu entwickeln.
Bitte spielen Sie die Trancen nicht während Aktivitäten ab, die Ihre volle Aufmerksamkeit erfordern. Weder der Autor noch der Verlag oder der Produzent dieser CD übernehmen eine Haftung jedweder Art.
Begeben Sie sich an einen ruhigen Ort, an dem Sie für mindestens 30 Minuten nicht gestört werden. Sie können Kopfhörer verwenden, wenn Sie möchten. Eine Möglichkeit besteht darin, die erste Trance eine Zeit lang zu hören und nach einer Pause die zweite Trance eine Zeit lang zu hören. Danach können Sie zwischen beiden wechseln oder beide Trancen hintereinander hören.
von Robert Dilts
Seit Richard Bandler und John Grinder vor 40 Jahren ihr bahnbrechendes Buch Die Struktur der Magie publizierten, ist die Zauberei stets eine wichtige Metapher und Inspirationsquelle für das NLP gewesen. Mein eigenes Buch Die Magie der Sprache ist ein Beispiel für den fortdauernden Einfluss des Zauberns auf NLP und Coaching. Klaus-Peter Pfeiffers vorliegendes Buch führt diese wichtige Verbindung zwischen Magie und persönlicher Veränderung nun sogar noch weiter.
Klaus-Peter ist sowohl ein talentierter praktizierender Zauberer als auch ein NLP Master, Trainer und Coach. In Coaching mit Magie zeigt er anhand von Praxisbeispielen und Übungen, wie die Denkweise, die Überzeugungen und die Strategien des Zauberers auf Coaching, Training und Führung angewandt werden können. Das Ergebnis ist eine bereichernde, unterhaltsame und wirksame Zusammenstellung von Fertigkeiten für Coachs und Trainer, mithilfe derer sie ihren inneren Zauberer erwecken und steuern können und damit in allen Bereichen ihrer Arbeit effektiver werden.
Dies ist ein wichtiges Buch, zu dem ich Klaus-Peter vor vielen Jahren ermuntert habe. Ich bin froh, dass dieser Traum nun endlich wahr geworden ist!
von Marvin Oka, NLP Master Trainer
„Wie haben Sie das gemacht?“
Diese Frage rufen die meisten Menschen spontan auf der ganzen Welt aus, wenn sie gerade miterlebt haben, wie ein brillanter Zauberkünstler eine Meisterleistung vollbracht hat, bei der ihnen der Mund offen blieb. Doch sie entfährt auch oft genug Studenten und Schülern, die bei hervorragenden Trainern, Coachs und Seminarleitern in die Lehre gehen – bei den Meistern ihres Fachs in Beruf und Ausbildung, die bei ihrer Arbeit mit Schülern, Klienten und Gruppen oft Resultate erzielen, die wie Wunder aussehen. Wie in jedem Beruf gibt es dabei einen Unterschied zwischen jenen, die bei ihrem Tun einfach kompetent sind, und jenen, die bei ihrem Publikum und ihren Klienten „magische“ Effekte hervorrufen.
Es ist allseits bekannt, dass man im NLP ursprünglich die Methoden legendärer Therapeuten wie Satir, Erickson und Perls entschlüsseln und nutzbar machen wollte, deren Ergebnisse oft Klienten und Beobachtern gleichermaßen wie „Magie“ erschienen. In vielfacher Weise antwortete NLP auf die entsprechende Frage in der dritten Person: „Wie haben sie das gemacht?“ Bei der Entwicklung des NLP wandte man dafür den Prozess des Behavioral Modeling an, um dem „Geheimnis“ (also den unbewussten) Methoden dieser Therapeuten auf die Spur zu kommen, die Meister ihres Fachs waren. Es ist daher keine Überraschung, dass schon das allererste Buch über NLP folgerichtig Die Struktur der Magie hieß.
Aus der Perspektive eines Zauberers sieht es so aus, als hätten die Initiatoren des NLP (Bandler, Grinder, Pucelik und andere) bei der Suche nach ihren so profunden Erkenntnissen und Durchbrüchen unter anderem intuitiv den Weg eingeschlagen, im Wesentlichen wie Zauberer zu denken. Genauer gesagt wie Zauberer, die andere Zauberer beobachten. Diese Art von Geisteshaltung ermöglicht es denen, die das menschliche Erleben erforschen, eine scheinbar magische Wirkung zu begreifen und die Einzelheiten der möglichen Prozesse wahrzunehmen, die dabei im Spiel sind und zum Zustandekommen dieser magischen Wirkung führen. Auf der praktischen Seite hilft diese Einstellung, bei der Beobachtung von hervorragenden Trainern, Coachs und Seminarleitern den Unterschied zwischen dem zu erkennen, „was“ der Experte an der Oberfläche tut, um ein bemerkenswertes Resultat (einen Effekt) zu erzielen, und „wie“ er es auf einer tieferen Prozessebene tatsächlich macht.
Sie werden überrascht sein, auf wie vielfältige Weise die Fähigkeit, wie ein Zauberer zu denken, zur Weiterentwicklung Ihres Könnens als Trainer, Coach und Seminarleiter beitragen kann. Sie transformiert Ihren ganzen Ansatz bei dem, was Sie tun, denn sie führt zu einer Umdeutung (einem Reframing) Ihres Ziels, verändert die Art, wie Sie es zu erreichen suchen, entscheidet, welche Fähigkeiten Sie bei sich selbst kultivieren müssen und wie Sie sich zu Ihren Schülern, Klienten und Ihrem Publikum in Beziehung setzen.
Meine eigene Karriere als Unternehmensberater, Trainer und Coach für Führungskräfte nahm ihren Anfang in der Welt des Zauberns. Von meinem zwölften Lebensjahr an widmete ich mich ernsthaft dem Erlernen und Vorführen von Zauberkunststücken und blieb dabei, bis ich 30 war. Mit 18 Jahren kam ich bei einem internationalen Magierkongress in Japan auf den ersten Platz in Close-up-Magie, trat in zahlreichen Comedy-Clubs mit einer kabarettistischen Nummer auf, war zehn Jahre lang in vielen Ländern als professioneller Magier mit einer Illusions-Show unterwegs und habe auf Hawaii sogar den Auftritt des international bekannten Sängers Tom Jones eröffnet.
Heute arbeite ich mit der Führungsebene von großen multinationalen Organisationen und Unternehmen auf den Gebieten der Strategie, der Kultur und der Entwicklung von Führungskompetenzen. Wie kam es aber, dass ich mich von einem professionellen Zauberer zu einem Unternehmensberater, Trainer und Coach von Führungskräften gewandelt habe? Ich glaube, dass die Arbeit in vielfacher Hinsicht die gleiche ist. Obwohl die Form der Arbeit an der Oberfläche ganz anders aussieht, erkennt man, wenn man wie ein Zauberer denkt, dass die Verschiedenheit eine Illusion ist. Die tiefere Natur der Arbeit und der mit ihr zusammenhängenden Prozesse ist strukturell identisch.
In beiden Fällen beruht die „wirkliche Arbeit“ (wie man in der Zauberei sagt) darauf, dass man
die Psychologie des Publikums (oder des Kunden) versteht und begreift, wie die Menschen ihre Wirklichkeit wahrnehmen und konstruieren;
die psychologischen Bedingungen schafft (oder fördert), die dazu führen, dass sie eine Erfahrung außerhalb ihrer normalen Wirklichkeitswahrnehmung machen;
ihnen diese Erfahrung verschafft, sodass Ergebnisse, die vorher unwahrscheinlich, schwer vorstellbar oder sogar unmöglich waren, jetzt in einer neuen subjektiven Realität erreichbar sind.
Stellen Sie sich zur Verdeutlichung die folgenden Szenarien vor:
Ein Zauberer borgt sich von einem Zuschauer, den er nicht kennt, einen Hunderteuroschein. Er knüllt ihn zu einer kleinen Kugel zusammen und macht eine Reihe von geheimnisvollen Gesten rundherum, die den Eindruck erwecken, der Hand entströme eine Art magische Kraft. Erstaunlicherweise beginnt sich die Kugel jetzt von selbst zu bewegen und ist am Ende anscheinend so weit mit magischer Energie aufgeladen, dass sie aus eigener Kraft in die Höhe schwebt und fliegt. Wenn die Kugel wieder zur Ruhe kommt, gibt der Zauberer den Geldschein sofort wieder seinem verblüfften Besitzer zurück, der nichts Ungewöhnliches an dem Schein finden kann. Und doch hatten alle gerade aus nächster Nähe das Unmögliche gesehen.
Eine Trainerin arbeitet mit einer Gruppe von Konzernmitarbeitern, die zu einem zweitägigen Training beordert wurden. Die Teilnehmer sitzen nicht aus eigenem Antrieb vor ihr und sind voller Groll, zynisch und geistig verschlossen. Am Ende der zwei Tage ist die Situation völlig anders. Die Teilnehmer haben eine komplette Kehrtwende gemacht und sind begeistert und angeregt von dem, was sie gelernt haben. Sie sind mental und emotional mit der Relevanz des Trainings verbunden, und zwar nicht nur für ihre Arbeit, sondern auch für ihr persönliches Leben. Sie sehen jetzt, dass die berufliche und die persönliche Entwicklung Hand in Hand gehen. Im Schulungsraum herrscht lebhaftes Stimmengewirr, und viele Teilnehmer drücken ihre Überraschung darüber aus, wie nutzbringend das Training beruflich und noch mehr persönlich für sie war. Hier ist ohne Zweifel im Schulungsraum ein Wunder geschehen.
Jemand mit einer Depression hat sich aus reiner Verzweiflung an einen Coach gewandt. Er ist völlig am Boden, sieht keine Perspektive mehr und hat all seine Träume und Wünsche aufgegeben. Er glaubt, er sei ein kompletter Versager, und der Hilferuf an einen Coach ist der letzte Strohhalm, der ihm noch ein Fünkchen Hoffnung gibt. Nach nur wenigen Sitzungen innerhalb von ein paar kurzen Wochen ist der Klient ein anderer Mensch. Er fühlt sich jetzt tief mit seinen Werten verbunden und nimmt deutlich wahr, wer er ist und wie seine Ziele aussehen. Mit einem erneuerten und neu definierten Selbstbild ist er jetzt leidenschaftlich erfolgsorientiert und wirft sich voll ins Leben. Jedem außenstehenden Beobachter erscheint die Wandlung wie ein Wunder.
Eine Seminarleiterin arbeitet in einem zweitägigen Strategieplanungs-Workshop mit einem zerstrittenen Team von Führungskräften. Die Dynamik in dem Team ist geprägt von Konflikten zwischen gegensätzlichen Persönlichkeiten, von verborgenen Motiven, Machtspielchen und Vorwürfen. Die Gruppe erwartet, dass dieser Workshop genauso läuft wie all ihre Managementkonferenzen, nämlich, dass hier ein Spiel mit Angriff und Verteidigung stattfindet. Am Ende der zwei Tage ist sich das Team überraschenderweise einig, dass das der beste Strategie-Workshop war, den die Teilnehmer je hatten. Die Prozesse der Zusammenarbeit, die in diesem Workshop eingesetzt wurden, haben allen die Folgen ihres Verhaltens gegenüber den anderen deutlicher vor Augen geführt. Sie sind sich jetzt ihrer Gruppendynamik bewusst und ziehen einander dafür zur Rechenschaft, wie sie miteinander umgehen. Sie haben ein gemeinsames Ziel etabliert und können wahrnehmen, inwiefern ihre individuelle Rolle für das Erreichen dieses Ziels förderlich oder hinderlich ist. Obwohl sie noch einen weiten Weg zurücklegen müssen, um sich zu einem gut funktionierenden Team zu entwickeln, war dies zweifellos ein Wendepunkt, der vorher außerhalb der denkbaren Möglichkeit lag.
Was haben diese vier Szenarien gemeinsam? Auf einer sehr allgemeinen Ebene entsprechen sie alle der Definition einer Wandlung, die an ein Wunder grenzt. Am Anfang steht ein Publikum, ein Klient oder eine Gruppe, aber alle sind in den beengenden Grenzen ihrer normalen Erfahrung von „Wirklichkeit“ gefangen. Innerhalb dieser Grenzen werden bestimmte Arten von Phänomenen als unmöglich wahrgenommen – dass ein Hunderteuroschein in der Luft schwebt, dass eine feindselige Firmenbelegschaft sich plötzlich für das ihr befohlene Training begeistert, dass ein depressiver Klient sich leidenschaftlich für das Leben engagiert und dass eine Ansammlung von Persönlichkeiten auf dem Ego-Trip als Team zusammenarbeitet. Das sind alles Ergebnisse, die angesichts der subjektiven Realität der Ausgangslage unmöglich erscheinen. Jemandem, der nicht das „Wie“ hinter diesen „Wundern“ kennt, müssen diese Ergebnisse notgedrungen wie Zauberei vorkommen.
Und doch gibt es hier – wie bei allen magischen Effekten – eine Methode. Wenn zuverlässig ein Effekt erzielt werden kann, wie unmöglich das auch immer erscheinen mag, dann gibt es auch einen Weg, ihn zu bewerkstelligen. Dieses Prinzip gilt für Bühnenmagier, Trainer, Coachs und Seminarleiter gleichermaßen. Die Tatsache, dass es Trainer, Coachs und Seminarleiter gibt, die in ihrer Arbeit durchgängig ans Wunderbare grenzende Ergebnisse erreichen, bedeutet, dass es tatsächlich auch ein „Wie“ gibt, um bei einem Publikum oder bei Klienten bzw. Kunden Wunder zu bewirken. Wie bereits gesagt, gibt es jedoch einen bedeutsamen Unterschied zwischen jenen, deren Methoden durchschnittliche Ergebnisse zeitigen, und jenen, die mit ihren Methoden wahre Wunder vollbringen. Es gibt Trainer, Coachs und Seminarleiter, und dann gibt es die Zauberer. Worin besteht der Unterschied? Zunächst einmal gibt es bei Meistern ihres Fachs einen deutlichen Unterschied im „Wie“.
Brillante Trainerinnen, Coachs oder Seminarleiter erzielen ungewöhnliche Ergebnisse durch den Einsatz ungewöhnlicher Methoden. Sie alle tun viel mehr, als die grundlegenden Techniken ihres Handwerks kompetent anzuwenden. Wie bereits skizziert, greifen sie auf Methoden zurück, die ihnen erheblich mehr Erkenntnisse erschließen und ihnen erstens verstehen helfen, wie ihre Klienten oder Kunden ihre subjektive Wirklichkeit erschaffen, die die Bandbreite ihrer Möglichkeiten einschränkt; zweitens ermöglichen, die psychologischen Bedingungen zu schaffen, unter denen man sich auf Prozesse einlässt, die zu einem tief greifenden Wandel führen; und drittens eine konkrete Erfahrung einer neuen Möglichkeit bieten, welche die Wirklichkeitswahrnehmung der Menschen verändert.
Im Kontext der Hilfe für Menschen stellt NLP praktische, direkte und sehr effektive Prozesse und Techniken zur Verfügung, die genau in diesem Rahmen liegen, weil sie neue Wahlmöglichkeiten eröffnen, die das Weltbild von Menschen erweitern. Und jemand mit Kenntnissen im Zaubern hat einen Vorteil beim Erlernen dieser wirksamen NLP-Methoden, denn viele der dort getroffenen Unterscheidungen gehören auch zu den Kernkompetenzen einer tüchtigen Zauberkünstlerin. Zauberer können intuitiv fortwährend die Wahrnehmungsposition verschieben und multiple Perspektiven utilisieren, wenn sie die Effekte ihrer Kunststücke einstudieren und vorführen. Sie wissen, wie sie in ihrer Routine Anker setzen und stehlen können, um die Psychologie ihres Publikums zu beeinflussen. Sie üben, in ihr routinemäßiges begleitendes Geplauder hypnotische Sprachmuster einzuflechten. Und sie wissen, wie man nonverbale Signale einsetzt, um die bewusste Aufmerksamkeit des Publikums in die Irre zu führen, während sie die „wirkliche Arbeit“ außerhalb der Wahrnehmung des Publikums machen. In vielfältiger Weise sind die Methoden des NLP auch die Methoden eines Zauberers, selbst wenn sie in einem anderen Kontext angewendet werden.
Nun gibt es vielleicht Leser, die einwenden, dass sich Hauptzweck und Ziel eines Bühnenmagiers sich von denen eines Trainers, Coachs oder Seminarleiters unterscheiden und dass daher die hier gezogenen Vergleiche eigentlich nicht angemessen sind. Und ich kann natürlich auch verstehen, warum das oberflächlich betrachtet so aussehen mag. Wie ein Zauberer zu denken bedeutet jedoch, die Welt aus einer tiefer liegenden Perspektive zu sehen, und von dort aus zeigt sich, dass der Schein manchmal trügt. Während diese Berufe an der Oberfläche formal ganz verschieden erscheinen mögen, glaube ich, dass sie tatsächlich ähnlich sind, wenn man sie nicht von ihrer Form oder Methode her versteht, sondern vielmehr von ihrer Absicht und Wirkung her.
Um zu verdeutlichen, was ich meine, wollen wir mit zwei Paaren von Unterscheidungen beginnen, die hier entscheidend sind. Das erste Paar betrifft die Kunst der Magie, das zweite die Berufe des Trainers, Coachs oder Seminarleiters. Beide Paare von Unterschieden zusammengenommen offenbaren, inwiefern all diese Berufe ähnlich sind, wenn sie von einer tiefer liegenden Perspektive aus betrachtet werden.
Das erste Paar differenziert zwischen „Zauberei als Unterhaltung“ und „Zauberei als Kunst“. Zwar schließen sich Unterhaltung und Kunst nicht gegenseitig aus und können einander sogar umfassen, aber das ist nicht immer der Fall, und der Unterschied zwischen beiden ist signifikant.
Wenn man Zauberei als Unterhaltung definiert, wird damit sofort ein primärer Zweck etabliert, nämlich, dass sie unterhalten soll. Diese Auffassung begünstigt Zauberer, die Entertainer sind und in erster Linie ihrem Publikum gefallen wollen. Solche Zauberer führen Kunststücke vor, die beeindrucken, unterhalten und dem Publikum einen vergnüglichen Abend bescheren sollen. Der Endeffekt bei dieser Absicht ist, dass sich die Menschen für die kurze Zeit der Vorstellung gut amüsieren und hinterher wieder ihr normales Leben im alten Stil aufnehmen. Mit anderen Worten macht diese Haltung den eigenen Auftritt bestenfalls zu einer angenehmen, jedoch vorübergehenden Ablenkung vom wahren Leben (das auf uns wartet und in das wir so bald wie möglich wieder zurückkehren).
In scharfem Kontrast dazu ist ein Zauberer, der von der Prämisse ausgeht, dass Zauberei eine Kunst ist, per definitionem ein Künstler, der nach einem künstlerischen Ausdruck sucht. Sein Ziel ist weit höher gesteckt, er will nicht lediglich Unterhaltung bieten. Freud hat die Kunst einmal als Brücke zwischen Fantasie und Realität definiert. Ein Zauberer, der Künstler ist, versucht ein Gefühl des ehrfürchtigen Staunens und den Glauben daran zu wecken, dass echte Magie möglich ist. Seine Zuschauer erleben eine vorübergehende Aufhebung der Gesetze von Raum und Zeit und werden in eine Welt versetzt, in der das Unmögliche möglich ist. Und dieses Erleben des Wunderbaren ist so greifbar und konkret für ihre Sinne, dass sie – wenn auch nur für einen Moment – beginnen, ihre Annahmen über die Wirklichkeit selbst infrage zu stellen. Doch wenn jemand einen solchen Moment der Aufhebung von Realität einmal erlebt hat, wie flüchtig auch immer, vergisst er ihn nie mehr. Und er entdeckt, dass er jetzt auf eben dieser Brücke zwischen Fantasie und Realität steht und ein neues, erweitertes Bewusstsein von Ästhetik und Möglichkeiten hat.
Das zweite Paar von Unterschieden differenziert zwischen Training, Coaching und dem Leiten von Seminaren zum Zweck der „Entwicklung von Fertigkeiten und Kompetenzen“ im Gegensatz zum Zweck der „Transformation und des generativen Lernens“. Bei der ersten Ausrichtung geht es um Wissenserwerb, die Entwicklung von Fertigkeiten und deren Anwendung im Verhalten. Beim zweiten Ansatz geht es um erkenntnistheoretische und ontologische Selbstevolution. Zwischen diesen beiden Haltungen gibt es einen Unterschied wie zwischen Tag und Nacht.
Beim ersten Ansatz fokussiert man sich auf die Entwicklung von Fertigkeiten und Kompetenzen, was zu hocheffizienten Trainingsseminaren und Coachingsessions mit einem bereits zuvor festgelegten Anwendungskontext führt. So könnte zum Beispiel ein Unternehmen Trainings für Verkaufs- und Verhandlungstechniken durchführen, oder jemand macht ein persönliches Coaching, um seine Leistungen am Arbeitsplatz zu verbessern. Eine kompetente Trainerin oder Coachin wird dazu fähig sein, bei den Menschen, mit denen sie arbeitet, messbare Verbesserungen zu erzielen, soweit es um die Entwicklung von Fertigkeiten und den Erfolg ihres Auftretens geht. Aber die Entwicklung von Fertigkeiten ist nicht unbedingt dasselbe wie eine persönliche Weiterentwicklung. Ihr Wissen, Ihr Können und Ihre Kompetenzen zu erweitern ist eine Sache, doch dass Sie sich als Person weiterentwickeln, ist eine ganz andere.
Beim zweiten Ansatz richtet sich der erweiterte Fokus des Trainers, Coachs oder Seminarleiters darauf, den Menschen zu helfen, dass sie sich zu bewussten und authentischen Menschen entwickeln können, denen Wahlmöglichkeiten offenstehen. Seine Aufgabe ist es daher, durch Prozesse generativen Lernens immer höhere Ebenen eines transformativen Wandels zu ermöglichen. Auch hier wiederum schließen sich die beiden Einstellungen nicht gegenseitig aus, aber sie gehen auch nicht unbedingt und automatisch Hand in Hand. Man kann seine Fertigkeiten ohne eine persönliche Evolution entwickeln, aber wenn man sich als Person weiterentwickelt, verlangt das oft neue Fertigkeiten und Kompetenzen, damit authentischer Selbstausdruck und ökologische Entscheidungen möglich sind.
Sokrates wird der Ausspruch zugeschrieben: „Ein ungeprüftes Leben ist nicht lebenswert.“ Damit man sein Leben prüfen kann, braucht man aber ein gewisses Maß an Metakognition, damit man durch Selbstreflexion auch Erkenntnisse gewinnt. Ohne diese ergeht es uns wie dem Goldfisch, der sein ganzes Leben in den Grenzen eines Goldfischglases verbracht hat. Er schwimmt, frisst, schläft und lebt sein tägliches Leben, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass er in einem Goldfischglas lebt. Für uns Menschen bedeutet ein ungeprüftes Leben ein Leben, das nicht vollständig gelebt wird. Wenn wir jeden Tag unsere gewohnten, routinemäßigen Dinge tun, ohne uns der Grenzen unserer Konditionierung bewusst zu sein, leben wir nicht aus bewussten und authentischen Entscheidungen heraus. Um als Person zu wachsen und uns weiterzuentwickeln müssen wir mehr tun, als nur neue Fertigkeiten erwerben, damit wir innerhalb unseres ungeprüften Lebens bessere Leistungen erbringen können. Damit wir transformative Magie einmal erleben können, muss uns jemand oder etwas durch etwas Unerwartetes aus dem Bann unserer Konditionierung lösen und uns neue Wahlmöglichkeiten eröffnen, damit wir authentisch leben können.
Eine virtuose Trainerin, Coachin oder Seminarleiterin mit magischen Fähigkeiten hilft den Menschen nicht nur, neue Fertigkeiten zu erlernen, sondern befähigt sie auch dazu, ihre konditionierten Gewohnheiten im Denken, Reagieren, Verhalten und Sein zu überwinden. Anders ausgedrückt hilft sie den Menschen, die Möglichkeiten zu erkennen, die außerhalb ihres erkenntnistheoretischen und ontologischen „Goldfischglases“ auf sie warten. Dadurch ermöglicht sie den Menschen, ihre beschränkende Konditionierung zu transzendieren und stattdessen neue Möglichkeiten zu entfalten, aus dem Bewusstsein der Authentizität und freier Wahl heraus zu leben. Und eben dies verleiht den Trainingsseminaren und Coachingsessions solcher Expertinnen ihre magische Wirkung. Sie machen es möglich, die Welt mit neuen Augen zu sehen und damit auch neue Wege zu entdecken, sich zur Welt in Beziehung zu setzen und in ihr zu leben.
Wenn Sie als Trainer, Coach oder Seminarleiter magische Wirkung haben möchten, müssen Sie zuerst einmal wie ein Zauberer denken. Dieses Denken hat zwei Aspekte, die Sie unbedingt verinnerlichen müssen, damit Ihre Ergebnisse nicht nur manchmal, sondern durchgängig wie Wunder erscheinen.
Der erste Aspekt ist die Ebene Ihrer Intention. Ihre Intention muss sein, sich von vornherein nicht damit zufriedenzugeben, einfach ein effektiver Trainer, Coach oder Seminarleiter zu sein. Vielmehr müssen Sie die feste Absicht haben, ein Niveau von ungewöhnlichen Ergebnissen zu erzielen, das andere als „wie von Zauberhand geschaffen“ erleben und beschreiben würden. Dabei wollen Sie das nicht zu dem Zweck, Ihr Ego aufzupolstern, sondern vielmehr aus dem Wunsch heraus, wirklich etwas in der Welt zu bewegen. Diese Entscheidung bringt es mit sich, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht nur darauf richten, Fertigkeiten zu vermitteln und das Verhalten zu schulen, sondern auch die Erkenntnisfähigkeit und Persönlichkeit Ihrer Schüler und Kunden voranzubringen. Konzentrieren Sie sich auf eine Veränderung, die zugleich einen Wandel bedeutet, nicht einfach auf Verbesserungen im Verhalten.
Wenn Sie mit einer solchen Intention höherer Ordnung ans Werk gehen wollen, hat das erhebliche Implikationen für Ihre eigene Entwicklung im Beruf. Es erfordert nämlich, dass Sie nicht nur Ihre Kompetenz und Effektivität entwickeln, sondern das Niveau des großen Künstlers und der Meisterschaft anstreben. Ein typischer Trainer oder Coach möchte die Erfüllung spezifischer Lernziele und Ergebnisse erreichen. Im Gegensatz dazu möchte ein Trainer oder Coach mit magischen Fähigkeiten die subjektive Erfahrung der Menschen verändern und ihnen aufzeigen, was im Bereich ihrer Möglichkeiten liegt und wer sie durch generatives Lernen werden können.
Der zweite Schlüssel dazu, durchgängig wie Zauberei wirkende Ergebnisse in Ihrer Arbeit zu erzielen, ist die Entwicklung Ihrer Fähigkeit, die tiefer liegenden Ursachen hinter den Erscheinungen und Effekten an der Oberfläche wahrzunehmen. Sagen wir beispielsweise, eine Teilnehmerin in Ihrem Trainingsseminar sagt, sie habe Schwierigkeiten, den Stoff zu lernen, den Sie gerade unterrichtet haben. Lassen Sie sich zu dem Versuch verführen, sich um die angedeutete „Schwierigkeit“ an der Oberfläche zu kümmern, oder bringen Sie ihr bei, ihr Wissen und ihre Daseinsweise neu zu organisieren und generativ zu lernen? Wenn man sich um das an der Oberfläche erscheinende Problem kümmert, kann bestenfalls eine „Verbesserung“ zustande kommen. Wenn man hingegen die inneren Prozesse der Lernenden neu organisiert, die ihre subjektive Wirklichkeit schaffen, dann ist man am Ort der Transformation und der magischen Wirkung. Was nehmen Sie in Bezug auf das Identitätsgefühl, die Werte und Überzeugungen, die Konditionierung und die Trigger, die Lernstrategien und die Fähigkeit zur Metakognition der Menschen wahr, mit denen Sie arbeiten? Wie erkennen Sie deren innere Faktoren, die für die Lernschwierigkeit verantwortlich sind, und was erforderlich ist, damit sie sich neu organisieren können, um fähig zu werden, ihren Lernprozess selbst weiterzubringen?
Vielleicht haben Sie auch die Gelegenheit, einen brillanten Trainer oder Coach direkt bei der Arbeit zu beobachten. Lassen Sie sich dazu verleiten, auf das zu achten, „was“ er tut, und sich Notizen dazu zu machen und deshalb all die wirksamen Details zu verpassen, die zur Dynamik und zum Endeffekt beitragen? Haben Sie bemerkt, wie der Trainer oder Coach das Lernniveau und die Psychologie der Menschen beeinflusst hat, mit denen er arbeitet, indem er z. B. die folgenden Aspekte nutzte: die Umgebung, das Timing, die Bedingungen, Stimmlage, Körpersprache, Musik, Beleuchtung, Kleidung, Sprechweise, den Vortragsstil, die Sprachmuster, den Rhythmus und Veränderungen im Rhythmus, den Aufbau der Trainingsseminare oder Coachingsessions, das Ermöglichen vielschichtiger Lernerfahrungen und Prozesse, die Utilisation der Fragen eines Teilnehmers für eine Umpolung ihres Inhalts oder des Prozessschwerpunktes und die Myriaden von anderen Faktoren, die alle zusammen darüber entscheiden, welcher Grad von magischer Wirkung erreicht wird?
Für viele Laien ist die Dynamik der soeben aufgeführten Aspekte buchstäblich unsichtbar. Sie wissen nur, dass sie eine gute, schlechte oder mittelmäßige Lernerfahrung gemacht haben. Ein Meister seiner Kunst aber hält nach dem Unsichtbaren Ausschau und kann es auch sehen. Er lauscht auf das, was nicht ausgesprochen wird, und kann es auch hören. Er kann die subtilen Veränderungen in Stimmung, Energie und Rhythmus spüren, die die Empfänglichkeit für Lernen und Veränderung beeinflussen. Kurz, ein Zauberer verfeinert kontinuierlich seine Fähigkeit, vielfältige Schichten von Ursache und Wirkung aufzuspüren, indem er den Unterschied zwischen den Erscheinungen an der Oberfläche und der tiefer liegenden Strukturen wahrnimmt. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihm, die „heimlichen“ tieferen Ursachen zu utilisieren, zu beeinflussen und zu orchestrieren, um im Schulungsraum oder bei der Coachingsession Ergebnisse zu erzielen, die wie Wunder aussehen.
Wäre es nicht wunderbar, wenn Sie wirklich zaubern könnten? Dann könnten Sie mit einer einzigen Geste oder durch einen Zauberspruch Dinge verändern, verwandeln oder Unmögliches tun. Ihre Trainingsseminare, Ihre Coachingsessions oder Gruppenarbeiten würden sich in einem ganz neuen Bereich von Möglichkeiten bewegen. So fantastisch das klingt: Tatsache ist, dass das wirklich möglich ist.
NLP-Trainer und -Coaches wissen sehr gut, wie sie gezielte Gesten einsetzen können, um das Repräsentationssystem eines Menschen zu pacen oder zu führen, um seine Kodierung von Submodalitäten zu beeinflussen oder das Muster einer einschränkenden internen Strategie zu unterbrechen. Und dadurch kann man bei Menschen wie Zauberei wirkende schnelle und eindrucksvolle Verhaltensänderungen ermöglichen. Vertreter des NLP wissen auch hypnotische Sprachmuster anzuwenden, die tief greifende Verschiebungen in der Wahrnehmung der Menschen anregen und auslösen und gleichzeitig ihre Fähigkeit erweitern, auf ihre eigenen inneren Ressourcen zurückzugreifen. Wie ein Zauberer, der mit den Händen gestikuliert und „Abrakadabra“ sagt, kann ein erfahrener NLP-Trainer oder -Coach in der Tat Wirkungen erzielen, die wahrhaft magisch erscheinen.
Doch solides Können und Fertigkeiten im NLP allein machen einen noch nicht zu einem Zauberer. Es gibt viele NLP-Trainer und -Coachs, die ihr Wissen und ihre Fertigkeiten alles andere als kunstvoll anwenden. Bestenfalls kann man sagen, dass sie technische Könner sind, und schlimmstenfalls sind sie clevere Hochstapler, die gerne angeben und ihre Fähigkeiten zur Schau stellen, um ihrem Ego zu schmeicheln. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dem technischen Könner und dem Künstler, dem Hochstapler und dem Zauberer.
Wirkliche Magie im Schulungsraum, in der Coachingsession oder im Workshop erfordert Zauberer, die auch dafür sorgen, dass tatsächlich magische Wirkungen entstehen. Das verlangt Trainer, Coachs und Seminarleiter, die den Menschen helfen können, ihre Konditionierung zu transzendieren, eine ganz neue Erfahrung dessen zu machen, was möglich ist, und ihre subjektive Wirklichkeit anders zu organisieren, sodass sie neue Wege der Welterkenntnis und ihres Daseins in der Welt beschreiten können.
Paradoxerweise ist gerade unsere sogenannte reale Welt eine Illusion. Oft ist die „reale Welt“ in Wahrheit eine ankonditionierte Welt, und die Erfahrung von echter Magie ist nur ein kurzer Blick auf die Möglichkeit, von dieser Konditionierung frei zu werden und aus unseren tiefsten Werten heraus authentisch zu leben und die Freiheit zu haben, in Einklang mit unserem wahren Selbst zu leben. Letztlich wird diese Art der echten Magie im Kontext des Lernens und des persönlichen Wachstums als eine „wahrere“ Realität erfahren als unsere gewohnte Erfahrung dessen, was unsere auf Konditionierungen beruhende „reale Welt“ konstituiert.
Und eben dies wollen Ihr Publikum, Ihre Teilnehmerinnen und Kunden von Ihnen. Als Bühnenmagier weiß ich, dass niemand möchte, dass ich ein durchschnittlicher Zauberer bin und ihnen eine durchschnittliche Show biete. Sie wollen eine hervorragende Show von einem Zauberkünstler, der seine Kunst meisterhaft versteht und sie in fassungsloses Staunen versetzt. Und als Trainer, Coach und Seminarleiter weiß ich, dass niemand will, dass ich lediglich kompetent und funktional arbeite. Die Menschen wollen persönliche Durchbrüche erleben und Erfahrungen machen, die sie verwandeln und die ihr Leben und ihre Persönlichkeit positiv verändern. Sie wollen, dass ihr Trainer oder Coach ein Zauberer ist. Die wahrhaft magische Wirkung Ihrer Arbeit beginnt bei Ihnen und Ihrer Fähigkeit, wie ein Zauberer zu denken.
Eine autobiografische Einführung
Es muss im dritten Schuljahr gewesen sein. Uns wurde gesagt, dass in der Turnhalle unserer Schule ein Zauberer auftreten würde. So jemanden hatte ich noch nie gesehen. Eine kleine Bühne war aufgebaut, und dann ging es los. Manches, was der Zauberer zeigte, konnten wir Kinder durchschauen. Das war wohl Absicht. Dann kam es: Er nahm drei Tücher in die Hand. Sie hatten eine rechteckige Form. Er warf sie einzeln in die Luft, und in der Luft vereinigten sie sich zu einem einzigen Tuch! Noch heute steht mir diese Szene lebendig vor Augen. Ich weiß: So kann es nicht gewesen sein. Ich kenne doch diesen Trick! Es muss anders gewesen sein. Ich muss etwas übersehen oder eine falsche Erinnerung haben. Und doch weiß ich, dass es genau so war. Der Film läuft heute noch vor meinem inneren Auge genau so ab!
Ich muss wohl so begeistert von der Vorstellung erzählt und mir gewünscht haben, so etwas auch zu können, dass meine Eltern mir einige Zeit später einen Zauberkasten schenkten. Damit begann, auf vielen verschlungenen Pfaden, meine Reise in diese fantastische Welt.
Doch die Suche nach dem Unmöglichen, Fantastischen und Geheimnisvollen führte mich in viele andere Bereiche.
Im Alter von zwölf Jahren las ich Von Yogis, Magiern und Fakiren.
