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Waldemar heißt der Dackel von Horst, dem Witwer und Frühpensionär in Kleindummelbach. Cookie ist die Mischlingshündin von Kathrin, der jungen Lehrerin, die sich von ihrem Freund, der Hunde nicht ausstehen kann, getrennt hat und die nun in das Haus direkt neben Horst einzieht. Die neuen Nachbarn sind sich auf Anhieb sympathisch. Zwanzig spannende und amüsante Geschichten, mit viel Liebe für Hund und Mensch erzählt, rund um Waldemar und Cookie sowie ihre Besitzer. Vom chaotischen Restaurantbesuch über ein Beinahe-Unglück am Fluss bis hin zu gemütlichen Stunden am Kaffeetisch.
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Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2021
1
Frühlingserwachen
2
Einzug
3
Am Morgen
4
Auf Hasenjagd
5
Kathrin
6
In der Schule
7
Jens
8
Auf Einkaufstour
9
Da haben wir den Salat!
10
Nachmittagskaffee
11
Platsch!
12
Sommerzeit
13
Die Wanderung
14
Im Restaurant
15
Ein Herbsttag
16
Besuch
17
Beim Tierarzt
18
Erinnerungen
19
Weihnachten
20
Winterfreuden
Für Goldi, Nick, Muck, Pascha, Theissen, Ilka, Susa, Pico, Josy, Maya, Max, Merlin, Charlie, Benny, Bella, Stella, Smiley, Peky, Lissi, Flecki, Kira, Estara, Robinson, Holly, Balu, Abby, Nemo und alle Hunde dieser Welt
Dackel Waldemar läuft durch den Garten und schnüffelt sämtliche wichtigen Stellen ab. Wie herrlich – endlich Frühling! Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel. Die Luft ist mild und duftet nach den ersten Frühlingsblumen, die noch etwas zaghaft ihr Köpfchen aus der Erde herausstrecken.
Waldemar lebt seit fünf Jahren bei Horst Keller. Der zog sich nach dem Tod seiner Frau Ingrid mehr und mehr zurück. Er hatte keine Freude mehr am Leben. Auch die Arbeit in der Poststelle von Kleindummelbach machte ihm keinen Spaß mehr. Schließlich ging er frühzeitig in Pension.
Eines Tages überraschte ihn seine Tochter Sarah mit einem süßen kleinen Etwas: Waldemar! Gerade acht Wochen alt und einfach zum Verlieben. Seinem Hundeblick konnte Horst nicht widerstehen. Danach war nichts mehr wie vorher.
„Dieser freche Kerl!“ Waldemar knurrt leise vor sich hin. Wie oft schon hatte er Max vertrieben. Max, ein älterer schwarzer Kater aus der Nachbarschaft, liebt es, durch den Kellerschen Garten zu stromern und seine Duftmarke zu hinterlassen. Max weiß genau, dass Waldemar sich darüber wieder fürchterlich aufregen wird. Und genau so ist es auch dieses Mal.
„Waldemar! Fressen!“, ruft Horst vom Haus her. Das lässt sich Waldemar natürlich nicht zweimal sagen. Heute ist Sonntag, das heißt es gibt sein Lieblingsfressen – Hähnchen mit Nudeln und Möhrchen.
„Mmmh …“
Horst ist guter Stimmung. Auch er freut sich über den ersten richtig schönen Frühlingstag. Am Nachmittag will er die Gartenmöbel aus dem Keller holen und den ersten Kaffee im Freien genießen. Als Ingrid noch lebte, gab es sonntags immer seinen geliebten Streuselkuchen.
Ja, was hatten sie für schöne Stunden im Garten verbracht! Erst allein und schließlich mit Sarah, die viel zu schnell groß wurde und dann ihre eigene kleine Familie gründete. Und nun ist es um ihn herum ruhig geworden. Die Nachbarn auf der einen Seite waren aus Altersgründen in eine sogenannte Seniorenresidenz gezogen. Der Kontakt mit den neuen Eigentümern beschränkt sich aufs Grüßen. Das Haus auf der anderen Seite steht seit mehreren Monaten leer. Aber er hatte gehört, dass es inzwischen verkauft wurde. Wer wohl einziehen wird?
Horst holt den Sonntagskurier aus dem Briefkasten, macht es sich auf dem Wohnzimmersofa gemütlich und informiert sich über das Weltgeschehen. Waldemar kuschelt sich neben ihn und genießt die kleinen Streicheleinheiten seines Herrchens. Ganz allmählich fallen ihm die Augen zu, und auch Horst versinkt in ein entspanntes Mittagsschläfchen.
Ein Transporter mit zwei Männern hält vor dem unbewohnten Nachbarhaus. Dahinter stoppt ein roter Kleinwagen, aus dem eine junge Frau aussteigt.
„Ach, guck an!“ Horst sieht interessiert aus dem Küchenfenster. „Die neuen Nachbarn ziehen ein.“
Während er neugierig das Geschehen beobachtet, läuft Waldemar den Gartenzaun ab. Natürlich hat auch er längst bemerkt, dass sich nebenan etwas tut. Was war denn das? Da hatte sich doch etwas bewegt!
Der Nachbargarten sieht ziemlich verwildert aus. Seit Monaten hat sich niemand mehr um ihn gekümmert. Die früheren Besitzer hatten ihren Garten sehr gepflegt. Der Rasen wurde regelmäßig gemäht, und rund um die Terrasse blühten im Frühling und Sommer die herrlichsten Blumen. Doch dann war das Ehepaar plötzlich weggezogen.
„Vielleicht ein Kaninchen?“ Waldemars Supernase versucht den Geruch einzufangen. Was waren das für fantastische Zeiten, als noch die beiden Kaninchen Stupsi und Luzi drüben herumhoppelten. Sie ließen sich so herrlich am Gartenzaun entlang jagen. Horst fand das weniger lustig und Waldemar musste sich anschließend jedes Mal eine ordentliche Gardinenpredigt anhören. Aber es war halt einfach zu schön!
„Da! Schon wieder! Da war doch was!“ Waldemar versucht, durch den Zaun hindurch etwas zu erkennen, und zieht intensiv die Luft durch die Nase. Wenigstens riecht es nicht nach einer Katze. Ein Kater reicht ihm. Mit Max hat er schon genug Ärger.
„Hallo!“ Waldemar schaut verdutzt zur Seite. „Wohnst du hier?“ Eine kleine junge Mischlingshündin mit wuscheligem Fell schaut ihn fragend an.
„Ähm, ja.“ Waldemar ist völlig überrascht.
„Und du?“
„Wir ziehen gerade hier ein. Ich bin übrigens Cookie.“
„Ja, dann herzlich willkommen, Cookie! Ich heiße Waldemar.“
„Cookie!“ Vom Nachbarhaus ruft eine weibliche Stimme herüber. Cookie lächelt Waldemar an. „Das ist mein Frauchen. Also, wir sehen uns!“ Und weg ist sie.
Herr Keller holt gerade den letzten Gartenstuhl aus dem Keller, als es an der Haustür klingelt.
