Corvin - Carmen Gerstenberger - E-Book

Corvin E-Book

Carmen Gerstenberger

4,8

Beschreibung

Zwischen Himmel und Erde gibt es nichts weiter als die funkelnden Gestirne, die die Nacht erhellen? - Falsch. Vor aller Augen verborgen, bestehen Zwischenwelten jenseits unserer Vorstellungskraft. Corvin ist ein Wächter und seit Äonen dazu bestimmt, die erloschenen Lebensfunken zu bewachen, welche nach dem Tod in seine Seelendimension wandern. Eines Tages begeht er einen großen Fehler und schickt die irdische Seele der frisch verstorbenen Ärztin Ava ins Leben zurück, zu deren Präsenz er sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. Doch die uralte Wesenheit, die ihn und seine Welt erschaffen hat, will zurück, was ihr gehört, eine gnadenlose Jagd auf den abtrünnigen Wächter und die irdische Frau beginnt. Um Ava zu retten, flüchtet Corvin mit ihr durch verschiedene Dimensionen, in welchen sie schwierige Aufgaben bewältigen müssen und sich dabei langsam näher kommen. Derweil entbrennt auf der Erde der Blutkrieg der Wächternachfahren, die ebenso wie die uralte Macht nur ein Ziel haben: den Tod von Corvin und Ava.

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Corvin – Soul Keeper

eBook Ausgabe 07/2016Copyright ©2016 by Eisermann Verlag, Bremen Printed in Hungary 2016Umschlaggestaltung: Cover & Books - BuchcoverdesignShutterstock.com |141437716|351418619|209536549Satz: André FerreiraKorrektur: Myriam BlümelLektorat: Sarah Gerstenberger

http://www.Eisermann-Verlag.de

ISBN: 978-3-946172-29-1

Carmen Gerstenberger

Corvin

Soul keeper

1977 hat nicht nur der erste Star Wars Film das Licht der Welt erblickt, sondern auch meine Wenigkeit. Sowohl die Leidenschaft für die Sternenkrieger, als auch die Liebe zu SciFi- und Fantasygeschichten haben mich ein Leben lang mit Begeisterung erfüllt. Ob als Leser oder Autor - sich fallen zu lassen und in fremde Welten abzutauchen ist einfach unbeschreiblich. Im November 2014 hat sich mit der Veröffentlichung meines ersten Romans ein großer Traum erfüllt.

In Esslingen am Neckar geboren, lebe ich mit meinem Mann und unseren zwei Kindern noch immer in einem kleinen Ort in der Nähe im schönen Schwabenländle.

Für Sarah

Beste kleine große Schwester auf der Welt

Der Funke, der einst ein Leben gewesen,

wird im Verborgenen gehütet, den Rest der Zeit.

Zwischen den Welten und einem uralten Wesen,

vom Wächter der Seelen, für alle Ewigkeit.

Unter des Hüters irdischen Erben indessen,

entflammt ist ein erbitterter Krieg -

um Blut und Macht, von Gier besessen

und um der Nachfahren endgültiger Sieg.

In diesen Zeiten von Tod und Pein

eine unerwartete Liebe entstanden ist.

Ihrer beider Erbe allein wird es sein,

der beenden kann den fortwährenden Zwist.

Kapitel 1 Corvin

Majestätisch erhoben sich die Schwingen des anmutigen schwarzen Vogels in die Lüfte. Er hatte genug gesehen und war bereit, in die Seelendimension zurückzukehren, an jenen Ort, der seit Äonen seine Bestimmung und sein Heim war.

Wäre der Rabe in der Lage gewesen zu lächeln, so hätte er es getan. Unbändige Freude erfüllte ihn, während er die Welten wechselte und endlich heimkehrte. Die dunklen Augen des Tieres streiften zufrieden die unzähligen Seelentürme unter ihm, aus welchen sein Zuhause bestand und deren Anzahl das bloße Auge nicht zu fassen vermochte.

Der Rabe steuerte auf den größten aller Türme zu, und noch während des Landeanfluges wurde er von einem weißen Dunstschleier erfasst. Als er auf der obersten Plattform des Seelenturmes landete, hatte er bereits seine Gestalt geändert.

Corvin ließ seinen Blick über die unendliche Weite der Seelendimension schweifen und sein Herz erfüllte sich mit Stolz, bei dem Gedanken daran der Wächter all dieser verstorbenen Lebensfunken zu sein. Die Zeit zwischen den Welten verlief langsamer und er vermochte nicht zu sagen, wie lange ihm diese ehrenvolle Aufgabe bereits anvertraut war. Solange er denken konnte, wachte er darüber, dass keine Seele abhandenkam und jede einzelne die ihr zustehende ewige Ruhe erhielt.

Seine einzige Abwechslung bestand aus den seltenen Ausflügen in die Menschenwelt. Er mochte diese Reisen nicht, da die Welt der Menschen laut und stinkend war, sie verwirrte seine an Ruhe gewöhnten Sinne. Wenn Corvin sich überwand, die Dimensionen zu wechseln, dann vollbrachten er und alle seine ihm untergebenen Seelensammler dies stets in der Gestalt eines Raben.

Er sog tief die energiegeladene Luft ein und strich sich sein blondes, schulterlanges Haar zurück. So weit oben, auf dem höchsten aller Seelentürme, fuhr ihm der statische Wind, der in dieser Dimension unablässig wehte, unangenehm an seiner nackten Haut entlang, es wurde Zeit das Innere des Turmes zu betreten und sich anzukleiden. Corvin ging barfuß über das alte Gestein, aus welchem alle Seelentürme einst errichtet worden waren, und blieb vor dem offenen Eingang stehen. Mit geschlossenen Augen hob er die flache Hand bedächtig an, um sie scheinbar ins Leere zu halten. Ein abrupter, greller Energieblitz zeugte davon, dass der Einlass in den wichtigsten aller Türme durch eine unsichtbare Barriere geschützt war. Nur der Wächter aller Seelen allein hatte die Macht sich Zutritt zu verschaffen.

Corvin ging langsam ins Innere und ein unbeschreibliches Hochgefühl übermannte ihn, wie jedes Mal, wenn er ehrfürchtig vor den Abermillionen ewigen Funken verweilte.

Das wichtigste Gut dieser Dimension ruhte in unzähligen Nischen entlang der Turmwände in durchsichtigen, gläsernen Urnen. Jede einzelne seiner Seelen leuchtete in einem sanften Blau an ihrem letzten Bestimmungsort und so war jedes Bauwerk von einem bläulichen Strahlen erhellt, welches von zahlreichen, vergangenen Leben zeugte.

Corvin ging weit in die Mitte hinein, die rundum durch ein Geländer begrenzt war. Er beugte sich leicht darüber und seine grünen Augen schweiften in die Tiefe hinab, um die schiere Größe seines Turms erfassen zu können. Doch alles, was seine Augen sehen konnten, war das sanfte Schimmern, das sich stetig in die Tiefe zog und kein Ende zu nehmen schien.

Kapitel 2 Ava

»Absaugen!« Dr. Ava Gardener kniff ihre haselnussbraunen Augen zu engen Schlitzen zusammen, um zwischen all dem Blut die klaffende Wunde im Bauchraum des Patienten erkennen zu können. »Ich kann die abdominale Blutung nicht stoppen«, sagte sie angespannt zu ihrem Assistenten, der vergeblich versuchte, ihr die Sicht frei zu saugen.

Dr. Gardener war neunundzwanzig Jahre alt und Assistenzärztin für Chirurgie in der Notaufnahme des hiesigen renommierten Krankenhauses. Im Moment befand sie sich im OP und versuchte verzweifelt, den jungen Mann mit der Schussverletzung zu retten, der kurz zuvor eingeliefert worden war. Die Kugel hatte seinen Bauchraum jedoch zu stark zerstört. Der Mann hatte bereits sehr viel Blut verloren und angespannt konzentrierte Ava sich auf die Naht, mit der sie einen Teil des Dickdarms schließen wollte. Die Zeit arbeitete gegen sie.

»Kammerflimmern!« Noch während die tiefe Stimme des Anästhesisten ertönte, vernahm Ava auch schon das hektische Piepsen des Monitors, der den lebensbedrohlichen Zustand des Patienten laut ankündigte. Sie musste sofort handeln, bevor es zu spät war. Sobald das Herz nicht mehr fähig war, Blut durch den Kreislauf in die Organe zu pumpen, würde es sehr bald zu einem völligen Kreislaufstillstand kommen und der Patient würde innerhalb von Minuten versterben.

»Verdammt!« Dr. Gardener schrie ihrem Assistenten hektisch zu: »Den Defi laden, sofort!« Dieser Mann würde ihr nicht unter den Händen wegsterben. Sie hatte bereits den dritten Tag in Folge Dienst und bisher keine Todesfälle zu verzeichnen gehabt. Und sie hatte nicht vor, jetzt damit anzufangen.

Ava schloss eilig die Naht ab, um wenigstens diesen Blutungsherd zu stillen und übernahm dann die Paddles, die der Assistent ihr reichte. Sie presste diese auf den Brustkorb des Patienten und sobald genügend Energie geladen war, schrie sie den Umstehenden zu: »Weg!« Das fehlte ihr gerade noch, dass sie einem unvorsichtigen Kollegen versehentlich einen Stromstoß verpasste, weil dieser in der Aufregung vergaß, den Kontakt zum Patienten zu unterbrechen und zur Seite zu treten, was tatsächlich hin und wieder im Eifer des Gefechts vorgekommen war. Der Brustkorb des Mannes hob sich bei dem Stromstoß an und Ava sah angespannt auf die Herzlinie des Monitors.

»Keine Reaktion«, bestätigte der Anästhesist.

»Verdammter Mist. Nochmal laden!« Ava rieb eilig die Paddles aneinander, um neues Gel darauf zu verteilen, dann presste sie konzentriert die Elektroden wieder auf den Brustkorb des Mannes und gab erneut einen Stromstoß ab, doch das EKG blieb unverändert. Sie versuchte es trotz besseren Wissens ein weiteres Mal, doch der jetzt langgezogene, monotone Klang des EKGs verriet ihr, dass ihre Bemühungen vergeblich waren.

»Asystolie«, teilte der Kollege ihr bestätigend mit und Ava sah erstarrt auf die Nulllinie, die der Monitor nun anzeigte. Sie wollte sich soeben noch einmal über den Patienten beugen, als sie bemerkte, wie ihr Chefarzt, der die OP begleitend überwacht hatte, sanft den Kopf schüttelte. Hier war nichts mehr zu machen.

Resigniert ließ sie die zitternden Hände sinken, in denen sie noch die Paddles hielt und sah frustriert auf die Wanduhr. »Zeitpunkt des Todes: 1.42 Uhr.« Dann fuhr sie sich mit dem Unterarm über ihre schweißnasse Stirn und schloss die Augen. »Verdammt«, flüsterte sie niedergeschlagen, während sie den OP-Schwestern Platz machte, die nun begannen, Tupfer und Klemmen aus dem Bauchraum des Toten zu entfernen.

Ava zog sich wütend den Mundschutz aus und ging weiter, um die blutverschmierten Handschuhe und den OP-Kittel in dem dafür vorgesehenen Behälter zu entsorgen, als eine große Hand ihr tröstend auf die Schulter klopfte.

»Sie hätten nichts mehr für ihn tun können, Dr. Gardener, seine Verletzungen waren einfach zu groß. Es ist nicht Ihre Schuld, dass er angeschossen wurde. Sie haben Ihr Bestmögliches getan.«

Enttäuscht sah Ava ihrem Chefarzt hinterher. Dr. Kalen war eine Koryphäe in ihrem Haus, denn er hatte trotz seines relativ jungen Alters schon sehr viele Erfolge errungen. Sie wusste seine Worte wirklich zu schätzen. Doch obwohl ihr klar war, dass die Verletzungen des jungen Mannes zu groß gewesen waren, um ihn zu retten, hatte sie trotz alldem damit zu kämpfen, ein Leben gehen lassen zu müssen. Sie war Ärztin geworden, um Menschen zu helfen, sie zu retten. Und an Tagen wie heute, an denen sie hilflos und machtlos dem Tod gegenüberstand, an diesen Tagen hasste sie ihren Beruf.

Entmutigt desinfizierte Ava ihre Hände und ging durch die Schleuse hindurch, um endlich aus dem Rest ihrer Klamotten herauszukommen.

Völlig erschöpft stand sie eine halbe Stunde später unter der Dusche und ließ das heiße Wasser über ihre müden Muskeln prasseln. Mehr als zweiundsiebzig Stunden Bereitschaft lagen hinter ihr, drei harte, lange und stressige Tage, in denen sie unermüdlich um das Leben von Menschen gekämpft hatte. Ihre Schicht war vor Eintreffen der Schussverletzung bereits vorbei gewesen, doch Ava hatte den jungen Mann unmöglich im Stich lassen können. So war sie, mit den zusätzlichen Stunden Dienst, nun einer totalen Erschöpfung nahe. Die Wärme ließ sie schläfrig werden und sie konnte es kaum erwarten, endlich in ihr Auto zu steigen, nach Hause zu fahren, sich in ihr Bett fallen zu lassen und nur noch zu schlafen. Spike vermisste sie mit Sicherheit bereits schmerzlich und sie dankte der guten Seele von Nachbarin, dass diese sich in ihrer Abwesenheit um ihren Kater kümmerte.

Resigniert dachte sie an ihren kläglichen Alltag. Das Leben eines Assistenzarztes war ein Leben voller Entbehrungen. Ihre Freunde hatten aufgehört sie zu fragen, ob sie mit ihnen ausginge, nachdem sie unzählige Termine wegen unvorhergesehener Notfälle hatte verschieben oder absagen müssen. Ava war Single, sie hatte schlichtweg keine Zeit für eine Partnerschaft, geschweige denn für einen schnellen One-Night-Stand. Ihr Leben bestand aus dem Krankenhaus und aus den Kuscheleinheiten ihres Katers, in den seltenen Momenten, in denen sie zu Hause war. Sie ernährte sich überwiegend von Fastfood und war abends zumeist so geschafft, dass sie nicht mehr wusste, wann sie zum letzten Mal eines ihrer geliebten Bücher in den Händen gehalten hatte. Ihr wichtigster Lebensinhalt in all dieser Zeit war Kaffee geworden. Sie hatte keine Ahnung, wie sie ohne ihre tägliche Überdosis Koffein die tagelangen Schichten oder auch Doppelschichten hätte überstehen können. Es gab immer wieder Momente, in denen Ava sich fragte, weshalb sie sich das antat. Doch wenn sie ein Leben von der Schwelle des Todes gerettet hatte, Eltern ihr Kind glücklich in die Arme schließen konnten, oder ein Ehemann Tränen des Glücks weinte, weil er seine geliebte Frau nicht verloren hatte, dann wusste Ava wieder, weshalb sie all die Entbehrungen und den Stress auf sich nahm. Eine Seele retten zu dürfen war ein Geschenk, ein Privileg.

Sie verwünschte ihre Scheibenwischer, die mehr schlecht als recht ihren Dienst verrichteten. Es war kurz vor drei Uhr morgens und endlich war Ava auf dem Heimweg, doch sie ärgerte sich, dass es wie aus Eimern schüttete. Sie hasste es, bei Nacht und Regen zu fahren, denn die verspiegelte Fahrbahn machte sie nahezu blind. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte sie, sich auf die Rücklichter vor sich zu konzentrieren, um wenigstens einen kleinen Anhalt auf den Straßenverlauf zu bekommen. Ihre Scheibenwischer quietschten im Sekundentakt und ihr Radio gab nur noch ein Rauschen von sich.

»Na prima«, schimpfte sie und kämpfte gleichzeitig gegen die bleierne Müdigkeit an, die sich mehr und mehr in ihrem völlig erschöpften Körper breitmachte. Ihre Lider senkten sich in immer kürzeren Abständen und Ava öffnete das Fenster einen Spalt, in der Hoffnung, dass die kühle Nachtluft sie wach halten würde.

Ein lautes Hupen riss sie aus der wohligen Umarmung des Schlummers und ließ sie zusammenzucken. Mit Entsetzen stellte sie in dem Moment, in dem ihr Auto frontal auf einen großen Truck zusteuerte fest, dass sie doch von der Müdigkeit übermannt worden und für eine Sekunde am Steuer eingeschlafen war. Ava wurde von den grellen Scheinwerfern des Lastwagens geblendet, sie versuchte das Steuer herumzureißen, doch sie hatte nicht einmal mehr Zeit zu schreien, als das tonnenschwere Fahrzeug auch schon auf ihr kleines Auto aufprallte. Das Geräusch von berstendem Metall und das Gefühl glühender Schmerzen, die sich durch ihren Körper fraßen, waren das Letzte, das Dr. Ava Gardener in ihrem kurzen Leben vernahm, bevor alles um sie herum schwarz wurde.

Kapitel 3 Seelenpfade

Corvin ließ sich mit geschlossenen Augen von der immerwährenden Energie treiben, die von all seinen Seelen verströmt wurde und welche seine Dimension in ein stetiges, bläuliches Licht hüllte und am Leben erhielt. Er genoss das leichte Prickeln auf seiner Haut, das ihn nährte und im Gleichgewicht hielt. Doch auch wenn er die Lider geschlossen hielt, so ließ er keine Sekunde seine Aufgabe außer Acht. Sein Geist streifte jede einzelne der beständig neu hinzukommenden Seelen, die seine Handlanger ihm in ihre Dimension überführten und er prägte sie sich alle unwiderruflich ein. Der Wächter aller Seelen vergaß niemals ein erloschenes Leben, wenn es erst einmal seinen Geist berührt hatte, er allein war dafür zuständig, dass jeder verwirkte Lebensfunke den ihm vorbestimmten Pfad zu seiner letzten Ruhestätte folgte.

Zufrieden reckte Corvin sein Gesicht gen Himmel und zog etwas Kraft aus den Energieblitzen, die um seine Türme herab peitschten, als er plötzlich eine besondere Präsenz verspürte. Er öffnete abrupt die Augen und sah sich verwundert um. Dann zuckte er beinahe zusammen, als er es wieder vernahm. Etwas Unerwartetes hatte seinen Geist gestreift und Corvin aus dem Konzept gebracht, was noch nie zuvor geschehen war. Verwirrt ging er mit großen Schritten in das Innere des Seelenturmes, bis dicht an das Geländer heran und sah in die endlose Schwärze der letzten Ruhestätten hinab. Ein Prickeln durchfuhr ihn und er war sich sicher, dass es nicht von den Blitzen oder der schwirrenden Luft um ihn herum stammte. Es war etwas anderes, etwas Neues.

Corvin konzentrierte sich auf die Spuren der Lebensfunken, die allesamt in seinem Geist verharrten, auf der Suche nach diesem einen, ganz besonderen. Er erstarrte, als er ihn schließlich fand. Während er sich über die in ihm ausgelösten Empfindungen wunderte, erkannte Corvin, dass es sich um eine ganz frische Seele handelte, die kürzlich erst verstorben und in seine Dimension überführt worden war. Er schloss die Augen, konzentrierte sich auf sie und rief sie schließlich zu sich. Sobald die Präsenz sich näherte, verspürte Corvin eine innere Unruhe, wie noch nie zuvor in seinem endlos langen Leben. Auf einmal wurden seine Handflächen feucht und eine nie gekannte Rastlosigkeit erfasste ihn. Irritiert zog er die Stirn kraus. Was hatte das zu bedeuten?

Als er die Lider wieder öffnete, sah er direkt in das blaue Leuchten des verwirkten Lebens vor ihm. Angespannt hob er eine Hand, um die flüchtige Aura zu berühren, damit er ihre irdische Gestalt sehen konnte. Er tat dies äußerst ungern, da die körperlichen Hüllen erfüllt von der Trauer des Verlusts waren und als Wächter konnte Corvin nicht mit Gefühlen umgehen, da sie ihm größtenteils fremd waren.

Sobald seine Hand die Aura berührte, verwandelte sich der blaue Schemen langsam in seine ursprüngliche Gestalt zurück und Corvin hielt den Atem an, als das Licht sich in die Gestalt einer wunderschönen Frau wandelte. Er sah in ihre hellbraunen Augen, die von langen, dichten Wimpern umrahmt waren und plötzlich verspürte er einen Anflug von Unwohlsein in seiner Magengegend. Sie hatte schulterlanges, ebenfalls braunes Haar und ihre liebliche Gestalt war klein und zierlich. Seine Finger, die beständig die Aura berühren mussten, um die neue Form erhalten zu können, fingen leicht zu zittern an, als er in ihr atemberaubendes Gesicht sah. Corvin wusste nicht, wie ihm geschah, doch er fühlte sich sofort unwiderruflich zu dieser irdischen Frau hingezogen. Sein Atem ging flach und ein unsichtbares Band zog an seinem Innersten und verursachte einen Aufruhr in seinen Organen. Er wusste, dass diese Frau ihn nicht sehen konnte, da kein Leben mehr in ihr war, doch auf einmal wünschte er sich sehnlichst, es könnte so sein.

Er schüttelte den Kopf und ließ langsam die Hand hinuntergleiten. Sofort verschwand die wunderschöne Erscheinung und zurück blieb einzig, was sie jetzt noch ausmachte, der Kern jeden Lebens. Er starrte lange Zeit in das Leuchten hinein und auf einmal verspürte er einen großen Verlust. Corvin wusste, sobald die Seele wieder in dem Ozean aus blauen Lichtern verschwunden war, würde auch ihm diese neu entdeckte Emotion wieder genommen werden. Doch ihre Präsenz war tief in ihm verwurzelt, sie saß in seinem Geist und somit in ihm fest, bis ans Ende der Seelendimension. Verzweiflung stieg langsam in ihm auf und er starrte noch immer unschlüssig in die vor ihm schwebende Aura hinein. Er wusste nicht, wer diese Frau gewesen war, noch wusste er, weshalb ihr Leben in so jungen Jahren bereits enden musste. Doch er wusste eines. Zum ersten und einzigen Mal in seinem langen Leben war er aus seiner Monotonie herausgerissen worden, wenn auch nur für einen winzigen Moment, zum ersten Mal hatte er etwas empfunden. Corvin gefiel dieses aufregende Gefühl, und auch wenn er es sich nicht erklären konnte, so war ihm bewusst, dass diese irdische Frau etwas Besonderes sein musste. Noch nie hatte er ein verwirktes Leben so wahrgenommen. Sie hatte etwas in ihm erweckt, von dem er nicht einmal geahnt hatte, das es existierte.

Er biss die Zähne aufeinander und fasste einen Entschluss. Langsam hob er eine Hand erneut an die Aura, denn er wollte sie noch ein letztes Mal sehen. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich ihr wunderschönes Gesicht verinnerlichte, dann schloss er erneut die Augen und konzentrierte sich auf diese besondere Seele. Das Leuchten wurde plötzlich immer stärker und durch eine kurze Bewegung seiner Hand war sie auf einmal verschwunden.

Er blinzelte und starrte auf die leere Stelle, an der bis eben noch die irdische Hülle zu sehen gewesen war. Auf einmal wurde er von einem unbekannten Verlustgefühl durchströmt und atmete tief durch. Dann lief er nach draußen, auf die große Plattform und sah auf die Stadt aus Seelentürmen hinab. Ein eiskalter Schauer erfasste und lähmte ihn. Er hatte soeben etwas sehr Törichtes getan - er hatte eine Seele zurück in ihr irdisches Leben geschickt. Furcht überkam ihn, als er das ganze Ausmaß seines Handelns begriff. Corvin hatte sich derart von ihrer lieblichen Schönheit und Anmut blenden lassen, dass er nicht an die Folgen gedacht hatte. Keine Seele entkam der Seelendimension, keine. Die Seelenjäger würden nun Jagd auf sie machen, um zurückzuholen, was ihnen zustand. Corvin versuchte, den Kloß in seinem Hals hinunterzuschlucken. Er hatte soeben ihr gemeinsames Todesurteil gefällt. Tief atmete er die Luft seiner Dimension ein. Sein erstes jedenfalls und ihr zweites.

*

Ava schlug langsam die Augen auf, doch ihre Sicht war verschwommen und sie wusste nicht, wo sie sich befand. Sie konnte nur Schemen wahrnehmen und kämpfte gegen die aufsteigende Panik an, schließlich blinzelte sie ein paar Mal, bis sich ihr Blick nach und nach schärfte und sie endlich wieder normal sehen. Ihr Hals tat furchtbar weh und Schlucken bereitete ihr große Schwierigkeiten. Sie versuchte, sich aufzurichten, als ein grauenvoller Schmerz in ihre Schläfen fuhr und das hartnäckige Pochen dafür sorgte, dass sie sich beinahe übergeben musste. Reflexartig hielt sie die Hand vor den Mund, doch diese Bewegung verursachte nur neue Schmerzen, dieses Mal an der Schulter. Ava stöhnte auf und legte sich erschöpft wieder zurück. Was war hier los? Wieso tat ihr jeder einzelne Muskel ihres Körpers weh, als sei sie von einem Zug überrollt worden?

Verwirrt ließ sie den Blick durch das helle Zimmer schweifen und stellte überrascht fest, dass sie den Raum kannte. Sie befand sich in einem Krankenzimmer ihrer Arbeitsstätte? Ava unterdrückte den erneuten Drang sich aufrichten zu wollen und begann fieberhaft nachzudenken. Weshalb befand sie sich hier? Plötzlich brach die Erinnerung unerwartet und mit voller Härte über ihr zusammen. Ava konnte einen Aufschrei nicht unterdrücken, als die grellen Scheinwerfer des Trucks vor ihrem geistigen Auge auftauchten und das Gefühl der Todesangst sie erneut lähmte. Sie war versucht ihre Arme hochzureißen, um sich vor dem imaginären Aufprall zu schützen. Die Furcht ließ sie jedoch erstarren und ihren Puls in die Höhe schnellen. Der Monitor, an den sie angeschlossen war, begann laut und alarmierend zu piepsen. Ava versuchte vergeblich ihre Atmung unter Kontrolle zu bringen, doch sie bekam keine Luft und ihr wurde langsam schwarz vor Augen.

Hektisch wurde die Tür zu ihrem Krankenzimmer aufgerissen und Dr. Kalen kam mit sorgenvoller Miene auf sie zugestürmt. »Dr. Gardener, bitte beruhigen Sie sich, es ist alles in Ordnung.« Er setzte sich auf die Bettkante, nahm ihre Hand in seine und sprach mit sanfter Stimme beruhigend auf sie ein. »Sie hatten einen schweren Autounfall, als Sie letzte Woche von der Arbeit nach Hause gefahren sind. Sie befinden sich nun in unserer Obhut und wir werden uns gut um Sie kümmern.«

Ava sah ihn irritiert an. Sie lag schon eine Woche hier? Sie wollte ihn so viele Dinge fragen, doch sie bekam nur ein heißeres Krächzen heraus.

Ihr Chefarzt winkte einem der neuen Assistenzärzte zu, die sich inzwischen in ihrem Zimmer eingefunden hatten, woraufhin ihr ein Glas Wasser gereicht wurde. Dr. Kalen half ihr, es an den Mund zu halten und gierig nahm sie einen großen Schluck. Das kühle Wasser war Balsam für ihren rauen Hals und genussvoll schloss sie die Augen. »Wie schlimm ist es?«, brachte sie nun mit rauer Stimme hervor.

Ihr Chef sackte zusammen und atmete tief durch. Ava sah die Sorgenfalten auf seiner Stirn und Furcht übermannte sie. Sie kannte diesen Ausdruck in seinem Gesicht, er hatte ihn immer dann, wenn er Angehörigen von Patienten schlechte Nachrichten überbringen musste.

»Sie haben ein schweres Polytrauma erlitten.« Dr. Kalen machte eine Pause, als ob er darüber nachdachte, was er ihr alles sagen konnte. »Durch den Zusammenstoß mit dem Lastwagen kam es zu verschiedenen, weitgehend schwerwiegenden Verletzungen. Das Schädel-Hirn-Trauma haben wir gut in den Griff bekommen, auch wenn uns der Grad der Verletzung zu Anfang Schwierigkeiten bereitet hat. Die Schwellung Ihres Gehirns ist soweit rückläufig, dass sie uns nun keine großen Sorgen mehr macht. Was uns jedoch Kopfschmerzen bereitet, ist die Ruptur Ihrer Leber und Milz, sowie die Rippenfraktur und vor allem der Pneumothorax. Eine Niere wurde so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass wir sie entfernen mussten.«

Ava stöhnte entsetzt auf.

»Hinzu kommen diverse Knochenbrüche, als auch eine Ruptur Ihrer Schulter. Wir haben Ihre Tibia-Trümmerfraktur mit einer Platte und einem externen Fixateur stabilisieren können und für die nächsten Wochen werden Sie einen Gips tragen müssen und auf einen Rollstuhl angewiesen sein.«

»Großer Gott!« Ava erschrak über die Heftigkeit ihrer Verletzungen. Einige Organe waren angerissen und eine oder mehrere gebrochene Rippen hatten offenbar ihre Lunge durchbohrt, was ihre Atemprobleme erklärte. Ihr Kopf war ordentlich in Mitleidenschaft gezogen worden und ihr Schienbein wurde nur noch von Metall zusammengehalten. Ganz zu schweigen von der Niere, die sie eingebüßt hatte. Sie sah an sich hinab und starrte auf die vielen blutdurchtränkten Verbände, die überall an ihr angebracht waren. Ihr Körper musste von unzähligen Schnittwunden und Blutergüssen übersät sein. Wie war es nur möglich, dass sie noch am Leben war, bei der Vielzahl an lebensbedrohlichen Verletzungen? Dann fiel ihr Blick auf den Infusionstropf, der mit starken Schmerzmitteln gefüllt war und langsam wurde ihr klar, dass sie ohne diesen Tropf vor Qualen wahrscheinlich vergangen wäre. »Ich dachte, ich müsste sterben«, sagte sie leise und ihre Augen füllten sich mit Tränen.

Dr. Kalen seufzte und strich sanft über ihren Handrücken, seine grauen Augen sahen sie mitfühlend an. »Das sind Sie auch«, flüsterte er kaum hörbar.

Erschrocken sah Ava ihn an. »Ich bin gestorben?«

Ihr Chefarzt räusperte sich. »Der Aufprall des Trucks muss so heftig gewesen sein, dass Sie auf der Stelle tot waren. Die kurz darauf eintreffenden Notärzte konnten nur noch ihr Ableben feststellen. Einer der Sanitäter erkannte Sie jedoch, also haben die Männer Sie hier hergebracht. Unterwegs fuhren die Kollegen unermüdlich mit der Reanimation fort, doch als Sie hier eintrafen, waren noch immer keine Vitalzeichen erkennbar.« Dr. Kalen senkte den Kopf. »Das ganze Team hat verzweifelt versucht, Sie zurückzuholen, doch leider ohne Erfolg. Nach zwei Stunden wurden Sie dann für tot erklärt.«

Jetzt sah er ihr direkt in die Augen und sie konnte einen Anflug von Schmerz darin entdecken. »Und dann, gerade als wir aus dem OP gehen wollten, da haben Sie sich auf einmal aufgebäumt und tief Luft geholt. Sie waren zwei Stunden klinisch Tod, doch dann Sie haben einfach wieder angefangen zu atmen. Die folgenden Stunden waren wir dann damit beschäftigt, Ihre schweren Verletzungen zu behandeln und Sie nicht noch einmal zu verlieren. Wir haben Sie daraufhin sofort in ein künstliches Koma versetzt, schließlich haben wir gestern damit angefangen, Sie langsam wieder zurückzuholen. Erfolgreich, wie ich nun sehe.« Dann machte er eine lange Pause, in der er sie eingehend musterte. »Dr. Gardener, dass Sie am Leben sind, ist mehr als nur ein Wunder. Die meisten Ihrer Verletzungen hätten jede für sich schon ausgereicht, um tödlich zu sein. Doch alle zusammen ...«

Ava konnte nicht fassen, was sie soeben gehört hatte. Doch letztendlich musste sie Dr. Kalen recht geben, dass sie nun hier saß und atmete, war mehr als nur ein Wunder.

»Ihre Verletzungen sind vorbildlich verheilt, ich würde sogar behaupten, sie heilen besser und schneller als die Schulmedizin es voraussetzt.« Nun sah er sie nachdenklich an. »Einige Haarrisse sind bereits vollständig auskuriert, auf den Röntgenbildern ist jedoch keine Kallusbildung ersichtlich. Es ist, als ob nie etwas gebrochen war.«

Ava musste schwer schlucken. Was Dr. Kalen ihr gerade mitteilte, war völlig unmöglich.

»Auch auf dem CT sind die Rupturen Ihrer Organe nicht mehr so schwerwiegend, wie vor einer Woche noch, was sich hier absolut niemand erklären kann.«

»Sieht wohl so aus, als sei ich Supergirl«, versuchte sie zu scherzen, doch bei dem Versuch zu lachen, zuckte sie schmerzhaft zusammen. Ihre Lunge fand das scheinbar überhaupt nicht komisch. Angestrengt hielt Ava sich eine Hand gegen die Rippen und atmete vorsichtig tief durch. Sie war total erledigt und bemerkte, wie ihre Augenlider langsam schwer wurden.

»Ich werde Sie dann allein lassen, bis wir zur Routinekontrolle wieder vorbeischauen. Sie brauchen jetzt vor allem viel Ruhe. Versuchen Sie etwas zu schlafen.« Dann tätschelte er noch einmal aufmunternd ihre Hand und lächelte sie unsicher an.

Ava sah ihrem Chefarzt hinterher, bis dieser die Tür hinter sich schloss. Sie war so furchtbar müde. Gerade als sie selig in die Welt der Träume hinübergleiten wollte, schob sich plötzlich ein Bild in ihre Gedanken und Ava zuckte unmerklich zusammen. Undeutlich sah sie einen Mann vor sich und schüttelte vorsichtig den Kopf, um kein erneutes Pochen in ihren Schläfen auszulösen. Nein, nicht nur ein Mann, er war ein Bild von einem Mann. Groß und aufrecht stand er vor ihr und überragte sie bei Weitem. Sein markantes Gesicht musterte sie neugierig und seine stechend grünen Augen sahen sie so eindringlich an, als wollten sie direkt in ihre Seele hineinschauen. Ava hielt die Luft an, als sie ein seltsames Prickeln erfasste und eine merkwürdige, innere Unruhe in ihr auslöste. Sie wusste nicht, wer er war, noch weshalb sie ihn nun vor sich sah, doch sie fühlte sich aus einem unerklärlichen Grund sehr von ihm angezogen. Es musste sich wohl um einen Traum handeln, den sie während der Komaphase gehabt hatte, anders konnte sie ihn sich nicht erklären. Gewiss hätte sie sich an jemanden wie ihn erinnert, wenn sie ihm schon einmal begegnet wäre.

Langsam glitt Ava schließlich in den erlösenden Schlaf und träumte von einer blauen Welt, in der beständig Blitze vom Himmel auf unzählige, seltsam geformte Türme hinab schossen. Und von einem blonden Hünen, der inmitten dieser Welt als ruhender Anker stand und sie mit seinen durchdringenden grünen Augen ansah.

*

Die Frau schlief unruhig, doch sie bemerkte nicht, wie ein großer schwarzer Vogel vor ihrem Fenster auf dem Vorsprung saß und sie mit seinen kleinen runden Augen nachdenklich musterte.

Corvin beobachtete die irdische Frau in ihrem Krankenbett durch das Fenster hindurch. Er hatte gehört, was der Mann zu ihr gesagt hatte. Ein Schauer durchfuhr ihn und seine Rabengestalt schüttelte sich. Was hatte er nur angerichtet? Sie müsste tot sein, doch dieselbe Magie, die sie zurückgebracht hatte, sorgte nun auch dafür, dass ihre schweren Wunden schneller und besser verheilten. Corvin hatte dafür gesorgt, indem er sie wieder in ihren irdischen Körper geschickt hatte. Und nun war er froh darüber, denn es war von äußerster Dringlichkeit, dass ihre Verletzungen schnell heilten, es würde nicht mehr lange dauern, bis die Seelenjäger auf sie aufmerksam wurden und sie gnadenlos jagen würden. Dann musste die irdische Frau bereit sein. Bereit, für eine Flucht vor den Monstern seiner Welt.

Kapitel 4 Seelenjäger

Wütend kreischten die zwei Schemen unentwegt, während sie wie blasse Geister hektisch auf- und abschossen. Die Pein, welche die entrissene Seele in ihrem Innersten verursacht hatte, machte sie nahezu wahnsinnig und sie konnten es kaum noch erwarten, endlich in die irdische Welt übertreten zu dürfen, um sich zurückzuholen, was ihnen gehörte. Die Intensität des Kreischens nahm beständig zu und war bald schon ohrenbetäubend laut. Das angsteinflößende Echo hallte donnernd in dem leeren Raum zwischen den Welten wider und die große Macht, die hinter der Seelendimension stand, hatte Schwierigkeiten, die Schemen zu bändigen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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