Crossfire. Erfüllung - Sylvia Day - E-Book

Crossfire. Erfüllung E-Book

Sylvia Day

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9,99 €

Beschreibung

"Wie ein Blitz, der die Finsternis erhellt, trat Gideon Cross in mein Leben …
Er war attraktiv und charismatisch, kompliziert und leidenschaftlich. Zu diesem Mann fühlte ich mich hingezogen wie zu nichts und niemandem je zuvor. Ich ersehnte seine Berührung wie eine Droge, obwohl ich ahnte, dass sie schmerzen würde. Mühelos legte er die Brüche in meinem Innern offen, denn auch ihn verfolgten Dämonen. Und so waren wir Spiegel, die einander reflektierten - unsere innersten Welten, unsere Begierden … Die Fesseln seiner Liebe verwandelten mich, und ich hoffte, unsere erlittenen Qualen würden uns nicht auseinanderreißen."

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 577




SYLVIA DAY

Crossfire

Erfüllung

Band 3

Roman

Aus dem Amerikanischen

von Nicole Hölsken und Jens Plassmann

WILHELM HEYNE VERLAG

MÜNCHEN

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel ENTWINED WITH YOU bei Berkley Books, Imprint der Penguin Gruppe, USA, New York

Vollständige deutsche Taschenbuchausgabe 08/2013

Copyright © 2013 by Sylvia Day

Copyright © 2013 der deutschen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag,

München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München.

Redaktion: Christiane Wirtz

Umschlagabbildung © Edwin Tse

Umschlagabbildung: Nele Schütz Design unter Verwendung

einer Gestaltung von © Sarah Oberrender

Satz: KompetenzCenter, Mönchengladbach

ISBN: 978-3-641-09944-2V003

www.heyne.de

1

New Yorker Taxifahrer sind sehr speziell. Furchtlos kurven sie viel zu schnell und mit übernatürlicher Gelassenheit durch die überfüllten Straßen. Um während einer Taxifahrt nicht wahnsinnig zu werden, hatte ich gelernt, mich auf das Display meines Smartphones zu konzentrieren statt auf die Autos zu achten, die nur wenige Zentimeter entfernt an uns vorbeirasten. Immer wenn ich dann doch mal den Fehler machte, meine Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr zu richten, ertappte ich mich dabei, wie mein rechter Fuß heftig gegen den Boden des Fußraums trat, weil ich instinktiv bremsen wollte.

Aber diesmal benötigte ich ausnahmsweise keine Ablenkung. Ich war noch schweißnass nach dem intensiven Krav-Maga-Training, und mein Geist kreiste unaufhörlich um das, was der Mann, den ich liebte, getan hatte.

Gideon Cross. Allein der Gedanke an seinen Namen sandte eine heiße Welle des Verlangens durch meinen vollkommen ausgelaugten Körper. Von dem Augenblick an, da ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte – und hinter seinem atemberaubenden und unglaublich gut aussehenden Äußeren den dunklen und gefährlichen Mann erkannte –, spürte ich seine ungeheure Anziehungskraft. In ihm hatte ich die andere Hälfte meines Selbst gefunden. Ich brauchte ihn wie die Luft zum Atmen, und er hatte sich in große Gefahr begeben, hatte alles riskiert – für mich.

Lautes Hupen holte mich mit einem Schlag in die Gegenwart zurück.

Durch die Windschutzscheibe lächelte mein Mitbewohner mit seinem Millionen-Dollar-Lächeln von der Werbefläche eines Busses auf mich herab. Cary Taylors sinnliche Lippen waren einladend geöffnet, während seine lange, schlanke Gestalt die Kreuzung blockierte. Der Taxifahrer hupte wiederholt, als könnte das den Weg frei machen.

Doch keine Chance. Cary bewegte sich keinen Zentimeter, und ich genauso wenig. Lasziv lag er auf der Seite, mit nackter Brust und barfuß, die Jeans aufgeknöpft, sodass man außer seinem wohldefinierten Waschbrettbauch auch den Bund seiner Unterwäsche erkennen konnte. Sein dunkelbraunes Haar war sexy zerzaust, und ein verschmitztes Funkeln lag in seinen smaragdgrünen Augen.

In dem Moment wurde mir plötzlich klar, dass ich ein furchtbares Geheimnis vor meinem besten Freund verbergen musste.

Cary war mein Prüfstein, meine Stimme der Vernunft, meine Schulter zum Anlehnen – und auf jede erdenkliche Art wie ein Bruder für mich. Der Gedanke, vor ihm verbergen zu müssen, was Gideon für mich getan hatte, war mir zutiefst zuwider.

Ich wünschte mir verzweifelt, mit jemandem reden zu können, auch um selbst besser damit klarzukommen. Aber ich würde mit keiner Menschenseele darüber sprechen dürfen. Selbst unser Therapeut wäre juristisch und ethisch dazu verpflichtet, unser Geheimnis zu verraten, wenn er davon wüsste.

Ein stämmiger Verkehrspolizist in Neonweste tauchte vor uns auf und dirigierte den Bus mit einer weiß behandschuhten Hand, die Autorität verhieß, und lautstarken, unmissverständlichen Anweisungen wieder auf die richtige Spur. Er winkte uns über die Kreuzung, kurz bevor die Ampel umsprang. Ich lehnte mich zurück, die Arme um meine Taille geschlungen, und wiegte mich leicht hin und her.

Der Weg von Gideons Penthouse in der Fifth Avenue zu meiner Wohnung in der Upper West Side war nicht weit, aber die Fahrt kam mir ewig lang vor. Die Information, die Detective Shelley Graves vom New York Police Department mir vor ein paar Stunden gegeben hatte, hatte mein Leben verändert.

Außerdem zwang sie mich, den einen Menschen allein zu lassen, mit dem ich unbedingt zusammen sein wollte.

Ich musste von Gideon fort, weil ich Graves’ Motiven nicht wirklich trauen konnte. Womöglich hatte sie mir nur deshalb von ihrem Verdacht erzählt, um mich auf die Probe zu stellen. Vielleicht wollte sie nur sehen, ob ich gleich zu ihm laufen und damit beweisen würde, dass seine Trennung von mir eine wohl kalkulierte Lüge war.

O Gott. Meine Gefühle spielten verrückt, und mein Herz raste. Gideon brauchte mich jetzt – so sehr wie ich ihn, wenn nicht noch mehr –, und doch war ich gegangen.

Die Verzweiflung in seinen Augen, als die Türen zu seinem Privataufzug uns voneinander trennten, hatte mich förmlich zerrissen.

Gideon.

Das Taxi bog um die Ecke und hielt vor meinem Wohnhaus. Der Nachtportier öffnete die Autotür, noch bevor ich den Fahrer anweisen konnte, zu wenden und mich zurückzufahren. Die schwüle Augustluft strömte herein und verdrängte die Kühle der Klimaanlage.

»Guten Abend, Miss Tramell.« Der Portier tippte mit dem Finger an den Rand seiner Mütze und wartete geduldig, während ich mit Kreditkarte bezahlte. Danach ließ ich mir bereitwillig aus dem Taxi helfen und spürte, wie sein Blick diskret mein verheultes Gesicht streifte.

Ich lächelte, als wäre alles in Ordnung mit mir, und eilte in die Lobby, geradewegs auf den Aufzug zu. Dem restlichen Personal am Empfang winkte ich nur kurz zu.

»Eva!«

Ich wandte den Kopf und entdeckte eine anmutige Frau mit brünettem Haar, die sich aus einem der Sessel in der Lobby erhob. Sie trug einen eleganten Rock mit passender Bluse, ihr dunkles Haar fiel in dichten Wellen auf die Schultern, und ihr Lächeln betonte auf vorteilhafte Weise ihre vollen Lippen, die rosa glänzten. Ich runzelte die Stirn, denn ich kannte sie nicht.

»Ja?«, antwortete ich, plötzlich misstrauisch. Der eifrige Ausdruck in ihren dunklen Augen rüttelte mich ein wenig wach. Wie ramponiert ich mich auch fühlen mochte und wahrscheinlich auch aussah, ich straffte die Schultern und sah ihr offen ins Gesicht.

»Deanna Johnson«, sagte sie und streckte mir eine sorgfältig manikürte Hand entgegen. »Ich bin freiberufliche Reporterin.«

Ich hob eine Augenbraue. »Hallo.«

Sie lachte. »So misstrauisch müssen Sie gar nicht sein. Ich würde mich nur gern ein paar Minuten lang mit Ihnen unterhalten. Ich arbeite gerade an einer Story und könnte Ihre Hilfe brauchen.«

»Seien Sie mir nicht böse, aber es gibt nichts, worüber ich mit einer Reporterin reden möchte.«

»Noch nicht einmal über Gideon Cross?«

Mir stellten sich die Nackenhaare auf. »Vor allem nicht über ihn.«

Als einer der fünfundzwanzig reichsten Männer der Welt, der in New York über dermaßen großen Immobilienbesitz verfügte, dass man es kaum fassen konnte, war Gideon ständig in den Nachrichten. Aber zu den neuesten Nachrichten gehörte auch, dass er mich fallen gelassen hatte und wieder mit seiner Exverlobten zusammen war.

Deanna verschränkte die Arme vor der Brust und setzte damit unweigerlich ihr Dekolleté in Szene. Ich nahm sie intensiver in Augenschein.

»Kommen Sie schon«, sagte sie in schmeichlerischem Ton. »Ich kann Ihren Namen aus der Sache raushalten, Eva. Ich werde nichts preisgeben, das Sie als Informantin verraten könnte. Das ist Ihre Gelegenheit, um sich Genugtuung zu verschaffen.«

Plötzlich hatte ich einen Kloß im Hals. Sie war genau Gideons Typ: groß, schlank, dunkelhaarig, mit goldenem Teint. Das komplette Gegenteil von mir.

»Sind Sie sicher, dass Sie diesen Weg beschreiten wollen?«, fragte ich leise. Intuitiv wusste ich, dass sie Gideon irgendwann einmal in der Vergangenheit gevögelt hatte. »Ich selbst würde ihm nur ungern ins Gehege kommen.«

»Haben Sie etwa Angst vor ihm?«, schoss sie zurück. »Ich nicht. Sein Geld gibt ihm verdammt noch mal nicht das Recht, alles zu tun, wozu er Lust hat.«

Ich holte langsam und tief Luft und erinnerte mich daran, dass Dr. Terrence Lucas – jemand, der ebenfalls seine Probleme mit Gideon hatte – etwas ganz Ähnliches zu mir gesagt hatte. Obwohl ich nun wusste, wozu Gideon fähig war und wie weit er gehen würde, um mich zu beschützen, konnte ich immer noch ehrlich und ohne Vorbehalte antworten: »Nein, ich habe keine Angst. Aber ich habe gelernt, meine Kriegsschauplätze mit Bedacht zu wählen. In diesem Fall besteht die beste Rache darin, nach vorn zu blicken.«

Sie reckte das Kinn vor. »Wir haben eben nicht alle einen Rockstar auf der Ersatzbank.«

»Wie Sie meinen.« Ich seufzte innerlich, als sie meinen Exfreund, Brett Kline, erwähnte. Er war der Frontmann einer Band, die gerade durchstartete, und einer der attraktivsten Männer, denen ich je begegnet war. Wie Gideon strahlte auch er Sexappeal aus wie eine Hitzewelle, aber im Gegensatz zu ihm war Brett nicht die Liebe meines Lebens. In dieses Fahrwasser würde ich nie wieder geraten.

»Hören Sie …« Deanna zog eine Visitenkarte aus der Rocktasche. »Sie werden schon bald herausfinden, dass Gideon Cross Sie nur benutzt hat, um Corinne Giroux eifersüchtig genug zu machen, damit sie zu ihm zurückkehrt. Und wenn Sie das erkannt haben, dann rufen Sie mich an. Ich werde warten.«

Ich nahm die Karte entgegen. »Warum glauben Sie, dass ich irgendetwas weiß, was die Öffentlichkeit interessieren könnte?«

Ihre üppigen Lippen wurden schmal. »Aus welchen Gründen auch immer Cross mit ihnen zusammen war, Sie sind ihm nahegekommen. Der Eismann ist für Sie ein bisschen aufgetaut.«

»Vielleicht war es so, aber jetzt ist es vorbei.«

»Das bedeutet nicht, dass Sie nichts wissen, Eva. Ich kann Ihnen helfen herauszufinden, was davon eine Nachricht wert ist.«

»Warum sind Sie so scharf darauf?« Ich würde mich verdammt noch mal nicht tatenlos zurücklehnen, wenn jemand Gideon schaden wollte. Wenn sie vorhatte, ihn zu bedrohen, dann war ich fest entschlossen, mich ihr in den Weg zu stellen.

»Dieser Mann hat eine dunkle Seite.«

»Haben wir die nicht alle?« Was hatte sie von Gideon gesehen? Was hatte er von sich preisgegeben im Verlauf ihrer … Verbindung? Wenn es eine Verbindung gegeben hatte!

Wahrscheinlich würde es mir nie gelingen, nicht mit wilder Eifersucht auf den Gedanken zu reagieren, dass Gideon mit einer anderen Frau intim gewesen war.

»Warum gehen wir nicht irgendwo hin und unterhalten uns?«, versuchte sie mich zu überreden.

Ich warf dem Portier einen kurzen Blick zu, der sich jede erdenkliche Mühe gab, uns höflich zu ignorieren. Ich war emotional zu angeschlagen, um mich jetzt mit Deanna auseinanderzusetzen, und immer noch aufgewühlt von der Unterhaltung mit Detective Graves.

»Vielleicht ein andermal«, antwortete ich, wobei ich es bewusst offen ließ, weil ich sie im Auge behalten wollte.

Als ob er mein Unbehagen spürte, trat nun Chad, einer der Nachtportiers, auf uns zu.

»Miss Johnson wollte gerade gehen«, sagte ich zu ihm und entspannte mich bewusst. Wenn Detective Graves nicht in der Lage gewesen war, Gideon irgendetwas anzuhängen, würde es einer neugierigen Reporterin erst recht nicht gelingen.

Zu dumm, dass man sich entsprechende Informationen sehr leicht direkt bei der Polizei beschaffen konnte, und wie ich wusste, geschah das nur allzu häufig. Mein Vater, Victor Reyes, war Polizist, und ich hatte zu diesem Thema schon einiges gehört.

Ich wandte mich den Aufzügen zu. »Gute Nacht, Deanna.«

»Ich bleibe in der Nähe«, rief sie mir hinterher.

Ich betrat den Aufzug und drückte den Knopf zu meiner Etage. Als die Türen sich schlossen, wurde mir so schwindlig, dass ich mich am Geländer festhalten musste. Ich musste Gideon warnen, aber ich hatte keine Möglichkeit, unauffällig Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Der Schmerz in meiner Brust wurde immer heftiger. Unsere Beziehung war ein einziges Chaos. Wir konnten noch nicht einmal miteinander reden.

Auf meiner Etage stieg ich aus und schloss die Tür zu meiner Wohnung auf. Ich durchquerte das geräumige Wohnzimmer und ließ meine Tasche auf einen der Barhocker in der Küche fallen. Die Aussicht auf Manhattan, die sich mir in den raumhohen Fenstern präsentierte, konnte mich im Augenblick nicht beeindrucken. Ich war viel zu aufgewühlt, um auch nur einen Gedanken an meine Umgebung zu verschwenden. Nur eines zählte: Ich war nicht bei Gideon.

Als ich den Flur hinab zu meinem Schlafzimmer ging, hörte ich gedämpfte Musik aus Carys Zimmer. Ob jemand bei ihm war? Und wenn ja, wer? Mein bester Freund hatte beschlossen, zwei Beziehungen unter einen Hut zu bringen: eine zu einer Frau, die ihn so akzeptierte, wie er war, und eine zu einem Mann, der große Probleme damit hatte, dass Cary sich auch mit anderen einließ.

Auf dem Weg zur Dusche ließ ich meine Kleider einfach auf den Badezimmerboden fallen. Während ich mich einseifte, musste ich unweigerlich an meine gemeinsamen Duscherlebnisse mit Gideon denken, die wahnsinnig lustvoll und erotisch gewesen waren. Ich vermisste ihn so sehr. Ich brauchte seine Berührung, sein Verlangen, seine Liebe. Meine Sehnsucht danach glich einem quälenden Hunger, der mich ruhelos und nervös machte. Wie sollte ich überhaupt einschlafen, solange ich nicht wusste, wann ich wieder Gelegenheit haben würde, mit Gideon zu reden. Es gab so vieles, worüber wir sprechen mussten.

Ich wickelte mich in ein Handtuch und verließ das Bad …

Gideon stand hinter meiner verschlossenen Schlafzimmertür. Sein Anblick traf mich wie ein plötzlicher Schlag in die Magengrube. Ich hielt den Atem an, und mein Herz begann aufgeregt zu pochen. Mein ganzes Sein reagierte auf seinen Anblick mit einem ungeheuren Rausch der Sehnsucht. Ich hatte das Gefühl, ihn seit Jahren nicht mehr gesehen zu haben, und nicht nur eine knappe Stunde.

Ich hatte ihm meinen Wohnungsschlüssel gegeben, aber ihm gehörte auch das Gebäude. Durch diesen Vorteil war es ihm möglich, zu mir zu kommen, ohne eine Spur zu hinterlassen … auf die gleiche Art hatte er Nathan aufgespürt.

»Es ist ganz schön gefährlich für dich, hier zu sein«, bemerkte ich. Trotzdem war ich überglücklich, ihn zu sehen. Gierig nahm ich seine Erscheinung in mich auf, ließ den Blick über seine schlanke, breitschultrige Gestalt wandern.

Er trug eine schwarze Jogginghose und das Columbia-Sweatshirt, das er so liebte. Darin wirkte er wie der achtundzwanzigjährige Mann, der er tatsächlich war, und nicht wie der millionenschwere Immobilienmogul, den der Rest der Welt in ihm sah. Er hatte eine Yankees-Kappe tief in die Stirn gezogen, aber auch der Schatten, der dadurch auf sein Gesicht fiel, vermochte das ungeheure Blau seiner Augen nicht zu verbergen. Sein Blick war leidenschaftlich, seine sinnlichen Lippen grimmig zusammengepresst. »Ich konnte einfach nicht wegbleiben.«

Gideon Cross war ein wahnsinnig gut aussehender Mann. Er war so schön, dass die Menschen stehen blieben und ihn anstarrten, wenn er vorüberging. Früher hatte ich ihn für einen Sexgott gehalten, und seine häufigen – und von großem Enthusiasmus begleiteten – Demonstrationen seines Könnens in meiner Gegenwart hatten diesen Eindruck nur bestätigt. Aber ich wusste auch, dass er nur allzu menschlich war. Genau wie ich war er gebrochen.

Eigentlich war die Wahrscheinlichkeit, dass wir es gemeinsam schaffen würden, gering.

Meine Brust hob sich, als ich tief Atem holte, mein Körper reagierte auf seine Nähe. Obwohl er ein paar Meter entfernt stand, spürte ich die berauschende Anziehungskraft, die mich geradezu magisch zu der anderen Hälfte meiner Seele hinzog. Seit unserem ersten Zusammentreffen suchten wir unweigerlich die Nähe des anderen, wie zwei Magneten. Erst hatten wir unsere extreme gegenseitige Faszination mit Lust verwechselt, dann aber sehr schnell erkannt, dass wir ohneeinander nicht atmen konnten.

Ich widerstand dem Drang, mich in seine Arme zu werfen, denn dort und nur dort wollte ich sein. Aber er war zu ruhig, zu beherrscht. Ich wartete angespannt auf ein Zeichen von ihm.

O Gott, wie sehr ich ihn liebte.

Seine Hände ballten sich zu Fäusten. »Ich brauche dich.«

Seine Stimme klang rau, dabei aber so warm und kraftvoll, dass sich mein Herz zusammenzog.

»Na, das scheint dich ja nicht allzu glücklich zu machen«, neckte ich ihn atemlos, denn ich wollte ihn ein bisschen aufheitern, bevor er mich nahm.

Ich liebte ihn wild, und ich liebte ihn zärtlich. Ich würde ihn auf jede erdenkliche Weise nehmen, auf die ich ihn kriegen konnte, aber es war so lange her … Meine Haut kribbelte förmlich vor erwartungsvoller Spannung, vor lauter Sehnsucht nach seinen fordernden Berührungen. Ich fürchtete mich vor dem, was geschehen würde, wenn er mit seiner unbändigen Energie auf mich zukäme, während ich mich so sehr nach seinem Körper verzehrte. Womöglich würden wir einander in Stücke reißen.

»Es bringt mich um«, sagte er schroff. »Ohne dich zu sein. Dich zu vermissen. Ich habe das Gefühl, dass meine geistige Gesundheit von dir abhängt, Eva, und darüber soll ich verdammt noch mal glücklich sein?«

Ich fuhr mir mit der Zunge über meine trockenen Lippen, und er gab ein Knurren von sich. Ein süßer Schauer jagte durch meinen ganzen Körper. »Nun … ich bin glücklich darüber.«

Die Anspannung fiel sichtlich von ihm ab. Anscheinend hatte es ihm große Sorge bereitet, wie ich auf das reagieren würde, was er für mich getan hatte. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir Sorgen gemacht. War meine Dankbarkeit ein Zeichen dafür, dass ich verkorkster war, als ich mir bislang eingestanden hatte?

Dann erinnerte ich mich an die Hände meines Stiefbruders auf meinem Körper … an sein Gewicht, das mich in die Matratze drückte … an den sengenden Schmerz zwischen meinen Beinen, als er immer wieder mit aller Gewalt in mich stieß …

Ich zitterte, weil die Wut erneut in mir hochkochte. Wenn ich verkorkst war, weil ich mich über den Tod dieses widerlichen Mistkerls freute, dann war ich es eben.

Gideon holte tief Luft. Er rieb sich mit der Hand über die Brust, dort wo sein Herz saß, als ob es ihn schmerzte.

»Ich liebe dich«, sagte ich zu ihm, und wieder brannten Tränen in meinen Augen. »Ich liebe dich so sehr.«

»Mein Engel.« Er machte ein paar schnelle Schritte auf mich zu, ließ seinen Schlüsselbund auf den Boden fallen und vergrub beide Hände in meinem feuchten Haar. Er zitterte, und ich weinte, überwältigt von der Erkenntnis, wie sehr er mich brauchte.

Er legte meinen Kopf zur Seite und eroberte meinen Mund mit sengender Gier. Seine Zunge schmeckte die meine, nahm mich tief und langsam in Besitz. Meine Sinne explodierten angesichts seiner Leidenschaft und seines Hungers. Ich wimmerte, meine Hände krallten sich in sein Sweatshirt. Er antwortete mit einem Stöhnen, das mir durch und durch ging und meine Brustwarzen hart werden ließ. Ich bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper.

Ich sank in seine Arme und schob ihm die Kappe vom Kopf, damit meine Finger in seinen seidigen schwarzen Haaren versinken konnten. Ich ergab mich seinem Kuss völlig, ließ mich von der berauschenden Sinnlichkeit mitreißen. Ein Schluchzer entrang sich meiner Brust.

»Nicht«, seufzte er, zog den Kopf zurück und legte die Hand an mein Kinn. Er sah mir in die Augen. »Es zerreißt mich, wenn du weinst.«

»Es ist zu viel.« Ich zitterte.

Seine schönen Augen blickten mich ebenso erschöpft an, wie ich mich fühlte. Er nickte grimmig. »Was ich getan habe …«

»Nicht das. Was ich für dich empfinde.«

Er rieb seine Nasenspitze an meiner, seine Hände glitten ehrfürchtig über meine bloßen Arme – Hände, an denen sprichwörtlich Blut klebte, weshalb ich ihn nur noch mehr liebte.

»Danke«, flüsterte ich.

Seine Augen schlossen sich. »O Gott, als du eben gegangen bist … Ich wusste nicht, ob du wiederkommen würdest … Wenn ich dich verloren hätte …«

»Ich brauche dich auch, Gideon.«

»Ich werde mich nicht entschuldigen. Ich würde es wieder tun.« Er packte mich fester. »Sonst hätte der Rest deines Lebens aus einstweiligen Verfügungen, Unterlassungsklagen, verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und ständiger Wachsamkeit bestanden. Solange Nathan lebte, wärest du niemals sicher gewesen.«

»Du hast mich von dir gestoßen, ausgeschlossen. Du und ich …«

»Für immer.« Er presste die Fingerspitzen gegen meine geöffneten Lippen. »Es ist vorüber, Eva. Streite nicht mit mir über Dinge, die man nicht mehr ändern kann.«

Ich schob seine Hand fort. »Ist es denn wirklich vorbei? Können wir jetzt zusammen sein, oder müssen wir unsere Beziehung weiterhin vor der Polizei verbergen? Sind wir überhaupt in einer Beziehung?«

Gideon hielt meinem Blick stand, verbarg nichts, ließ mich seinen Schmerz und seine Furcht sehen. »Deshalb bin ich hier. Um dich das zu fragen.«

»Wenn es an mir liegt: Ich werde dich niemals verlassen«, sagte ich mit Nachdruck. »Niemals.«

Gideons Hände glitten von meinem Hals zu den Schultern hinab, sie brannten eine heiße Spur in meine Haut. »Es ist wichtig für mich, dass du die Wahrheit sagst«, sagte er leise. »Ich hatte Angst, dass du mich verlassen würdest … dass du Angst hättest. Vor mir.«

»Gideon, nein …«

»Ich würde dir nie wehtun.«

Ich packte den Bund seiner Jogginghose und zog daran, obwohl ich ihn nicht dazu bewegen konnte, sich nur einen Zentimeter vom Fleck zu rühren. »Das weiß ich.«

Im Hinblick auf das Körperliche hatte ich keine Zweifel. Er war immer vorsichtig bei mir, immer behutsam. Aber auf emotionaler Ebene war meine Liebe in der Vergangenheit mit ungeheurer Präzision gegen mich eingesetzt worden. Ich hatte große Probleme, das absolute Vertrauen, dass Gideon sich meiner Bedürfnisse bewusst war, mit dem Misstrauen zu vereinbaren, das von einem gebrochenen Herzen herrührte, welches noch nicht verheilt war.

»Wirklich?« Er musterte mich eindringlich, wie immer äußerst sensibel für das, was nicht ausgesprochen worden war. »Es würde mich umbringen, dich gehen lassen zu müssen, aber ich würde dich nicht halten wollten, wenn es dich verletzt.«

»Ich will nicht, dass du irgendwo hingehst.«

Er atmete hörbar aus. »Meine Anwälte sprechen morgen mit der Polizei, damit wir erfahren, wie die Dinge stehen.«

Ich neigte den Kopf nach hinten und presste meine Lippen sanft auf die seinen. Wir wollten gemeinsam ein Verbrechen verbergen, und ich hätte gelogen, wenn ich behauptet hätte, dass ich mir deshalb keine Sorgen machte – ich war immerhin die Tochter eines Polizisten –, aber die Alternative war einfach zu schrecklich, um sie überhaupt in Betracht zu ziehen.

»Ich muss wissen, dass du mit dem leben kannst, was ich getan habe«, sagte er leise und wickelte eine meiner Haarsträhnen um seinen Finger.

»Ich glaube schon. Kannst du es denn?«

Seine Lippen fanden meine erneut. »Ich kann alles überleben, solange du bei mir bist.«

Ich schob meine Hand unter sein Sweatshirt, suchte und fand seine warme, goldene Haut. Seine Muskeln erhoben sich hart unter meinen Händen, sein Körper war ein verführerisches männliches Kunstwerk. Ich leckte an seinem Mundwinkel, dann biss ich sanft in seine volle, wunderschön geschwungene Unterlippe. Gideon stöhnte. Ich empfand diesen genussvollen Laut seiner Lust wie eine körperliche Liebkosung.

»Berühre mich.« Die Worte waren ein Befehl, aber seine Stimme klang bittend.

»Das tue ich.«

Er griff nach hinten, packte mein Handgelenk und holte die Hand nach vorn. Dann schob er sie schamlos auf seinen Schwanz und rieb sich daran. Meine Finger legten sich um seinen dicken, schweren Ständer, und mein Puls beschleunigte sich, als ich bemerkte, dass er unter der Jogginghose nackt war.

»Gott«, seufzte ich. »Du machst mich so heiß.«

Voller Leidenschaft betrachteten mich seine blauen Augen, die Wangen waren gerötet, und seine fein gemeißelten Lippen halb geöffnet. Er versuchte nie zu verbergen, welche Wirkung ich auf ihn hatte, gab nie vor, dass er seine Reaktion auf mich besser kontrollieren konnte, als ich meine auf ihn. Seine Dominanz im Schlafzimmer wurde umso aufregender durch die Erkenntnis, dass er ähnlich hilflos wie ich auf die Anziehungskraft reagierte, die zwischen uns herrschte.

Meine Brust wurde eng. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass er mir gehörte, dass ich ihn so sehen durfte, so offen, so hungrig und so verteufelt sexy …

Gideon zerrte an meinem Handtuch. Er atmete scharf ein, als es zu Boden fiel und ich vollkommen nackt vor ihm stand. »Ach, Eva.«

Sein Tonfall war so gefühlvoll, dass mir wieder die Tränen kamen. Er zerrte sich das Sweatshirt vom Leib und warf es beiseite. Dann griff er nach mir, zog mich vorsichtig an sich, zögerte den Augenblick hinaus, bis sich unsere nackte Haut berührte.

Er umfasste meine Hüften, seine Finger bewegten sich ruhelos, sein Atem ging schnell und rau. Meine Brustwarzen berührten ihn als Erstes und sandten eine plötzliche Woge der Lust durch meinen gesamten Körper. Ich keuchte. Mit einem tiefen Knurren presste er mich an sich, hob mich hoch und trug mich zum Bett.

2

Meine Schenkel und mein Hintern landeten auf der Matratze, und ich ließ mich zurückfallen. Gideon beugte sich über mich und lenkte mich mit dem Arm um meinen Rücken in die Mitte des Bettes. Sekunden später war sein Mund schon auf meiner Brust, seine Lippen weich und warm, er saugte schnell und gierig an ihnen. Schwer lag das Gewicht meiner Brust in seiner Hand, und er knetete sie besitzergreifend.

»O Gott, wie sehr ich dich vermisst habe«, stöhnte er. Seine Haut fühlte sich heiß auf meinem kühlen Fleisch an. Nach den langen Nächten ohne ihn hieß ich sein Gewicht auf mir dankbar willkommen. Ich umschlang seine Waden mit den Beinen, schob meine Hände unter seinen Hosenbund und umfasste seine festen Pobacken. Ich zog ihn zu mir heran, hob mich ihm entgegen, um seinen Schwanz unter dem Baumwollstoff zu spüren, der uns noch voneinander trennte. Ich wollte ihn in mir spüren, damit ich ganz sicher wusste, dass er wieder mir gehörte.

»Sag es«, forderte ich schmeichelnd, denn ich brauchte jene Worte, die er für unzureichend hielt, um seine Gefühle zu beschreiben.

Er stützte sich auf die Ellbogen und sah auf mich herunter, sanft strich er mir das Haar aus dem Gesicht. Er schluckte schwer.

Ich richtete mich auf und küsste seine schön geschwungenen Lippen. »Ich sage es zuerst: Ich liebe dich.«

Zitternd schloss er die Augen. Er schlang die Arme um mich und drückte mich so heftig, dass ich fast nicht mehr atmen konnte.

»Ich liebe dich«, flüsterte er. »Zu sehr.«

Seine leidenschaftlichen Worte hallten in meinem Inneren nach. Ich vergrub mein Gesicht an seiner Schulter und weinte.

»Mein Engel.« Er berührte mein Haar.

Ich hob den Kopf zu einem weiteren Kuss, er schmeckte nach dem Salz meiner Tränen. Voller Verzweiflung versuchten meine Lippen, ihn festzuhalten, als ob er jeden Augenblick verschwinden könnte, bevor ich genug von ihm in mir aufgenommen hätte.

»Eva. Lass mich …« Er nahm mein Gesicht in die Hände und drang mit der Zunge tief in meinen Mund ein. »Lass mich dich lieben.«

»Bitte …«, flüsterte ich. Meine Finger verschränkten sich in seinem Nacken, als wollten sie ihn gefangen nehmen. Seine Erektion lag heiß und schwer an meinen Schamlippen, sein Gewicht übte den perfekten Druck auf meine pulsierende Klit aus. »Hör nicht auf.«

»Niemals. Ich kann es gar nicht.«

Seine Hand umfasste meinen Hintern, er hob mich an und passte mich geschickt der wogenden Bewegung seiner Hüften an. Ich keuchte, als die Lust mich durchflutete, meine Brustwarzen lagen wie harte Perlen an seiner Brust. Das zarte Streicheln seiner rauen Brusthaare war auf unerträgliche Weise erregend. Mein ganzer Körper schmerzte vor Verlangen, bettelte förmlich um die harten, unermüdlichen Stöße seines Schwanzes.

Mit den Fingernägeln kratzte ich über seinen Rücken bis hinunter zu den Hüften, eine derbe Liebkosung, bei der er sich mit einem tiefen Knurren aufbäumte und den Kopf in einer Geste wunderschöner erotischer Hingabe zurückwarf.

»Noch mal«, befahl er barsch, das Gesicht gerötet und die Lippen leicht geöffnet.

Ich hob leicht den Kopf und vergrub meine Zähne in seinen Brustmuskeln, genau über dem Herzen. Gideon zischte, bebte und nahm es hin.

Mit ungeheurer Wucht brachen meine Gefühle sich Bahn. Ich konnte es kaum ertragen: die Liebe, das Verlangen, die Wut und die Angst. Und den Schmerz. Gott, den Schmerz. Ich spürte ihn immer noch wie ein scharfes Messer. Ich wollte ihn verletzen, ihn bestrafen und ihm gleichzeitig Lust bereiten. Ich wollte ihn wenigstens einen kleinen Teil davon spüren lassen, wie es mir ergangen war, als er mich von sich gestoßen hatte.

Meine Zunge fuhr über die winzigen Abdrücke, die meine Zähne in seiner Brust hinterlassen hatten, seine Hüften wogten in mich hinein und sein Schwanz glitt durch die geöffneten Lippen meiner Spalte.

»Jetzt bin ich dran«, sagte er finster. Er stützte sich auf einen Arm, der Bizeps dick und wohlgeformt. Mit der anderen Hand drückte er meine Brust. Sein Kopf senkte sich herab, und seine Lippen umfingen meine harte Brustwarze. Sein Mund war sengend heiß, seine Zunge eine raue und gleichzeitig samtige Peitsche auf meinem zarten Fleisch. Als seine Zähne in die empfindliche Knospe bissen, schrie ich auf, und mein Körper zuckte heftig, als heißes Verlangen ihn bis ins Mark erschütterte.

Ich krallte die Finger in sein Haar, zu leidenschaftlich erregt, um noch sanft sein zu können. Meine Beine schlangen sich um seinen Körper, hielten ihn so fest, als könnte ich dadurch meinen Besitzanspruch geltend machen. Er sollte wieder mir gehören. Ganz und gar.

»Gideon«, stöhnte ich. Meine Schläfen waren nass von Tränen, meine Kehle war wie zugeschnürt und schmerzte.

»Ich bin hier, mein Engel«, seufzte er und ließ die Lippen zur anderen Brust hinüberwandern. Seine teuflischen Finger bearbeiteten die feuchte Brustwarze, die er zurückgelassen hatte, und kniffen sie sanft, bis ich mich seiner Hand entgegenreckte. »Kämpf nicht gegen mich an. Lass zu, dass ich dich liebe.«

In diesem Augenblick wurde mir klar, wie fest ich sein Haar gepackt hatte und dass ich versuchte, ihn von mir wegzuziehen, obwohl ich mich ihm gleichzeitig entgegendrängte. Gideon beherrschte mich, verführte mich mit seiner verblüffenden männlichen Vollkommenheit und der intimen und vollkommenen Kenntnis meines Körpers. Und ich unterwarf mich. Meine Brüste waren schwer, meine Spalte nass und geschwollen. Meine Hände wanderten ruhelos über seinen Körper, während ich ihn mit den Beinen umklammerte.

Doch er entfernte sich von mir, sein Mund war jetzt an meinem Bauch und wisperte Worte der Versuchung. So sehr vermisst … brauche dich … muss dich spüren … Ich fühlte heiße Feuchtigkeit über meine Haut rinnen und sah zu ihm hinab. Er weinte ebenfalls, sein wunderbares Gesicht verzerrt durch das gleiche überwältigende Gefühl, das auch mich erfüllte.

Mit zitternden Fingern berührte ich seine Wange und versuchte, die Tränen fortzuwischen, doch sofort waren da neue. Er schmiegte das Gesicht in meine Hand mit einem leisen Klagelaut, den ich kaum ertragen konnte. Sein Schmerz war schlimmer für mich als mein eigener.

»Ich liebe dich«, sagte ich.

»Eva.« Er kniete sich hin und erhob sich, die Schenkel zwischen den meinen, sein Schwanz wippte hart und schwer über mir.

Alles in mir zog sich zusammen vor heißer Gier. Sein großer Körper war ein gemeißeltes Kunstwerk aus steinharten, wohldefinierten Muskeln, seine sonnengebräunte Haut glänzte vor Schweiß. Er war eine so eindrucksvoll elegante Erscheinung, bis auf seinen Penis, der so ursprünglich und primitiv wirkte mit den dicken, pulsierenden Adern und der breiten Peniswurzel. Auch sein Hodensack war riesig und schwer. Er hätte gut und gern als Model für Michelangelos David durchgehen können, allerdings mit einer schamlos erotischen Note.

Im Grunde war Gideon Cross wie geschaffen dafür, eine Frau besinnungslos zu vögeln.

»Mein«, sagte ich mit rauer Stimme, stützte mich auf und rieb meinen Oberkörper hemmungslos an seinem. »Du gehörst mir.«

»Mein Engel.« Er nahm meinen Mund in einem rohen, lüsternen Kuss. Dann hob er mich empor und drehte uns so, dass sein Rücken am Kopfteil lehnte und ich über ihm war. Unser Fleisch glitt übereinander hinweg, rutschig vom Schweiß.

Seine Hände waren überall, sein muskulöser Körper drängte sich nach oben, wie meiner es eben getan hatte. Ich nahm sein Gesicht in die Hände, drang tief in seinen Mund ein, versuchte meinen Durst nach ihm zu stillen.

Er griff mir zwischen die Beine, seine Finger erforschten ehrfürchtig meine Spalte. Die rauen Fingerballen strichen über meine Klitoris und wanderten spielerisch um die bebende Öffnung meiner Scham. Ich presste meine Lippen auf die seinen, stöhnte, meine Hüften kreisten. Er streichelte mich ohne Eile und steigerte mein Verlangen stetig. Sein sanfter Kuss verwandelte sich, und er fickte meinen Mund, langsam, tief.

Die Lust raubte mir den Atem, mein ganzer Körper bebte, als er mein Geschlecht mit der Hand umfing und seinen langen Mittelfinger langsam in mich hineingleiten ließ. Seine Handfläche rieb meine Klitoris, seine Fingerspitze streichelte das zarte Gewebe im Innern. Mit der anderen Hand packte er meine Hüfte, hielt mich fest, bändigte mich.

Gideon schien alles unter absoluter Kontrolle zu haben, seine Verführung war teuflisch präzise, aber er zitterte heftiger als ich, und seine Brust hob und senkte sich noch schneller als meine. Die Laute, die er von sich gab, waren voller Reue, nahezu flehentlich.

Ich zog mich leicht zurück, griff mit beiden Händen nach seinem Schwanz und umfasste ihn energisch. Ich kannte seinen Körper ebenfalls allzu gut und wusste, was er brauchte und wonach er verlangte. Ich molk ihn von der Wurzel bis zur Spitze, sodass eine dicke Perle seines Vorsaftes auf der breiten Krone erschien. Mit einem Stöhnen stemmte er sich gegen das Kopfteil, seine Finger krümmten sich im Innern meiner Vagina. Fasziniert beobachtete ich den dicken Tropfen, wie er an einer Seite seiner Eichel hinunterrann und dann weiter den Penis hinab, bis er auf meiner Faust landete.

»Nicht«, keuchte er. »Zu früh.«

Ich streichelte ihn noch einmal. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, als ein weiterer Lusttropfen hervortrat. Ich war ungeheuer erregt von seiner Lust und dem Wissen, dass ich eine solche Wirkung auf ein dermaßen unverhohlen sexuelles Wesen wie ihn hatte.

Fluchend zog er seine Finger aus mir heraus. Er packte meine Hüften, löste sich aus meinen Griff. Er riss mich vor, dann hinab, seine Hüften bäumten sich nach oben, und er trieb seinen wütenden Schwanz in mich hinein.

Ich schrie auf und packte seine Schultern, mein Geschlecht empfing seine kraftvolle Penetration.

»Eva.« Sein Kiefer und Nacken verspannten sich, er kam, ergoss sich heiß und hart in mein Innerstes.

Der feuchte Schwall öffnete mich, meine Scham glitt weiter an seiner pulsierenden Erektion hinab, bis ich ganz und gar von ihm erfüllt war. Meine Nägel vergruben sich in seine harten Muskeln, mein Mund öffnete sich in dem verzweifelten Versuch, Luft zu holen.

»Nimm ihn«, stieß er hervor und passte sich meinen Bewegungen an, um auch noch den letzten Winkel meines Körpers in Besitz zu nehmen und bis zur Wurzel in mir zu versinken. »Nimm mich.«

Ich stöhnte, hieß den vertrauten Schmerz willkommen, wenn er so tief in mir war. Der Orgasmus überrumpelte mich vollkommen, mein Rücken bäumte sich auf, als die heiße Lust mich förmlich zerriss.

Meine Instinkte übernahmen die Kontrolle, meine Hüften bewegten sich selbstständig, und meine Schenkel pulsierten, während ich mich dem Augenblick hingab, der Rückeroberung meines Mannes. Meines Herzens.

Gideon unterwarf sich meinen Bedürfnissen.

»Ja, so ist es gut, mein Engel«, ermutigte er mich mit rauer Stimme, seine Erektion immer noch so hart, als hätte er nicht soeben einen aufreibenden Höhepunkt erlebt.

Er ließ die Arme zur Seite fallen und krallte die Finger in die Bettdecke. Sein Bizeps wölbte sich mit jeder Bewegung. Seine Bauchmuskeln spannten sich an, wenn ich ihn tief in mir aufnahm, die straffen Muskelpakete glitzerten schweißnass. Sein Körper war eine gut geölte Maschine, und ich trieb ihn bis zum Äußersten.

Er ließ mich gewähren und gab sich mir hin.

Meine Hüften wogten, und ich schwelgte in meiner Lust, stöhnte seinen Namen. Mein Innerstes zog sich rhythmisch zusammen, und ein weiterer Orgasmus drohte mich zu überrollen. Zu schnell. Ich zögerte, war überwältigt, wie von Sinnen.

»Bitte«, keuchte ich. »Gideon, bitte.«

Er packte mich an Nacken und Taille und rutschte so weit nach unten, bis wir flach auf dem Bett lagen. Dann hielt er mich so fest, dass ich mich nicht rühren konnte, stieß nach oben … immer und immer wieder … pfählte mich mit schnellen, machtvollen Stößen. Die Reibung seines dicken Penis, der in mir empordrängte, war zu viel. Ich zuckte heftig und kam noch einmal, meine Finger umklammerten seine Taille.

Er erschauerte und folgte mir. Seine Arme packten mich so fest, dass ich kaum Luft bekam. Erst als er heftig ausatmete, konnten meine brennenden Lungen Atem schöpfen. Er beherrschte mich vollkommen, ich war absolut wehrlos.

»O Gott, Eva.« Er vergrub das Gesicht an meinem Hals. »Ich brauche dich. Ich brauche dich so sehr.«

»Baby.« Ich hielt ihn fest. Hatte noch immer Angst, ihn loszulassen.

Ich blinzelte zur Decke hinauf, und mir wurde klar, dass ich eingeschlafen war. Dann erfasste mich Panik angesichts der schrecklichen Unvermeidlichkeit, von einem wunderbaren Traum in die albtraumhafte Wirklichkeit zurückkehren zu müssen. Ich fuhr hoch, schnappte nach Luft, doch meine Kehle war wie zugeschnürt.

Gideon.

Ich hätte fast geschluchzt, als ich ihn neben mir liegen sah, die Lippen leicht geöffnet, tief und gleichmäßig atmend. Der Geliebte, der mir das Herz gebrochen hatte, war zurückgekehrt.

O Gott …

Ich ließ mich zurück auf das Bett sinken und versuchte, mich zu entspannen und die seltene Freude zu genießen, ihm beim Schlafen zuzusehen. Sein Gesicht war wie verwandelt, wenn er unbeobachtet war, und sein Anblick rief mir ins Gedächtnis, wie jung er in Wirklichkeit war. Man konnte es leicht vergessen, wenn er wach war und jene machtvolle Willensstärke ausstrahlte, die mich buchstäblich umgehauen hatte, als ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte.

Andächtig strich ich ihm eine tintenschwarze Haarsträhne von der Wange und bemerkte die neuen Linien um seine Augen und den Mund. Mir war nicht entgangen, dass er dünner geworden war. Unsere Trennung hatte von ihm ebenfalls ihren Tribut gefordert, doch das hatte er geschickt zu verbergen gewusst. Wobei vielleicht auch nur ich ihn als unverwundbar und makellos betrachtete.

Mir hingegen war es nicht gelungen, mit meiner Verzweiflung hinter dem Berg zu halten. Ich hatte geglaubt, unsere Beziehung wäre vorbei, und die Folgen konnte jeder sehen, der mich anschaute. Genau darauf hatte Gideon die ganze Zeit gebaut. Damit man uns nichts nachsagen kann, hatte er mir einmal erklärt. Für mich war es die Hölle gewesen, und bis zu dem Zeitpunkt, da wir aufhören konnten, so zu tun, als hätten wir uns getrennt, würde ich in dieser Hölle weiterleben müssen.

Ich bewegte mich vorsichtig und stützte den Kopf auf die Hand, um den dekadenten Mann näher betrachten zu können, der mein Schlafzimmer gerade mit seiner Anwesenheit beehrte. Er hatte die Arme um das Kissen geschlungen, wodurch sein wohldefinierter Bizeps gut zur Geltung kam, ebenso wie sein muskulöser Rücken, den unzählige Kratzer und Spuren meiner Nägel zierten. Seinen Hintern hatte ich ebenfalls gezeichnet, wahnsinnig angetörnt von dem Gefühl, ihn fest zu kneten, während er mich unermüdlich gevögelt und seinen langen, dicken Schwanz tief in mich hineingetrieben hatte.

Wieder und wieder …

Meine Beine bewegten sich ruhelos, mein Körper vibrierte vor neu erwachender Leidenschaft. Trotz seiner aalglatten Weltgewandtheit war Gideon ein wildes Tier hinter verschlossenen Türen, ein Geliebter, der seine Seele entblößte, jedes Mal wenn er mich liebte. Ich war ihm wehrlos ausgeliefert, wenn er mich berührte, unfähig, dem süchtig machenden Vergnügen zu widerstehen, meine Schenkel für so einen durch und durch männlichen und leidenschaftlichen Liebhaber zu spreizen …

Er öffnete die Augen und wieder war ich verblüfft von ihrer blauen Intensität. Er musterte mich kurz mit trägem, verführerischem Blick, bei dem mein Herz einen Satz machte. »Hmm … du siehst aus, als wolltest du gefickt werden«, sagte er gedehnt.

»Aber nur, weil du so hervorragend ficken kannst«, gab ich zurück. »Neben dir aufzuwachen ist wie … Geschenke am Weihnachtsmorgen.«

Er verzog die Lippen zu einem Lächeln. »Nur bequemer, denn ich bin schon ausgewickelt, und du brauchst keine Batterien.«

Meine Brust zog sich vor heftigem Verlangen zusammen. Ich liebte ihn zu sehr. Ich war ständig besorgt, dass ich ihn nicht würde halten können. Er war wie ein Traum, den ich mit den Händen zu greifen versuchte.

Zittrig atmete ich aus. »Für eine Frau bist du ein köstlicher Luxus, weißt du. Ein sinnliches Vergnügen, bei dem einem das Wasser im Mund …«

»Halt die Klappe!« Er rollte sich herum und zog mich unter sich, bevor ich seine Absicht erkannte. »Ich bin geradezu unanständig reich, aber du willst mich nur wegen meines Körpers.«

Ich sah zu ihm auf und bewunderte die Art, wie sein dunkles Haar das außergewöhnliche Gesicht umrahmte. »Ich will das Herz, das in diesem Körper steckt.«

»Das hast du schon.« Seine Arme umschlossen mich, und seine Beine waren um meine geschlungen, das raue Haar auf seinen Waden reizte meine überempfindliche Haut.

Ich war gefangen, in Besitz genommen. Sein warmer, harter Körper fühlte sich so gut auf meinem an. Ich seufzte und spürte, wie ein Teil meiner ängstlichen Zurückhaltung dahinschmolz.

»Ich hätte nicht einschlafen dürfen«, sagte er leise.

Ich streichelte sein Haar. Ich wusste, dass er recht hatte, dass es wegen seiner Albträume und seiner atypischen sexuellen Parasomnie gefährlich war, neben ihm einzuschlafen. Manchmal schlug er im Schlaf wild um sich, und wenn ich ihm dann zu nah war, bekam ich die volle Wucht der in ihm brodelnden Wut ab. »Ich bin trotzdem froh, dass du eingeschlafen bist.«

Er nahm mein Handgelenk und hob meine Finger an seinen Mund, um sie zu küssen.

»Wir benötigen Zeit miteinander, in der wir nicht dauernd ängstlich über unsere Schultern blicken müssen.«

»O Gott, das hatte ich ja fast schon vergessen. Heute Abend war Deanna Johnson hier.« In dem Augenblick, da mir die Worte über die Lippen kamen, bedauerte ich es schon, weil sie eine Mauer zwischen uns errichteten.

Ein einziger Wimpernschlag, und die Wärme in Gideons Augen war wie weggeblasen. »Halt dich von ihr fern. Sie ist Reporterin.«

Meine Arme umschlangen ihn. »Sie hat Blut geleckt und will mehr.

»Da muss sie sich wohl hinten anstellen.«

»Warum ist sie so sehr an dir interessiert? Sie arbeitet freiberuflich. Keiner schreibt ihr vor, sich auf dich zu stürzen.«

»Lass gut sein, Eva.«

Es ärgerte mich, dass er das Thema so einfach fallen lassen wollte. »Ich weiß, dass du sie gevögelt hast.«

»Nein, weißt du nicht. Und du solltest dich lieber auf die Tatsache konzentrieren, dass ich gleich dich vögeln werde.«

Plötzlich war ich meiner Sache sicher. Ich ließ ihn los und zog mich zurück. »Jetzt hast du gelogen.«

Er wich zurück, als hätte ich ihm einen Schlag versetzt. »Ich habe dich noch nie belogen.«

»Mir hast du gesagt, dass du, seit du mich kennst, mehr Sex hattest als in den letzten beiden Jahren zusammen, aber Dr. Petersen hast du berichtet, dass du zweimal die Woche einen Fick hattest. Was stimmt denn nun?«

Er rollte sich auf den Rücken und starrte stirnrunzelnd an die Decke. »Müssen wir das jetzt besprechen? Heute Abend?«

Seine Körpersprache war deutlich: Er war so angespannt und defensiv, dass meine Verärgerung über seine ausweichenden Antworten genauso schnell wieder verflog, wie sie gekommen war. Ich wollte nicht mit ihm streiten, und schon gar nicht über die Vergangenheit. Nur das Hier und Jetzt und die Zukunft zählten. Ich musste darauf vertrauen, dass er mir treu blieb.

»Nein, müssen wir nicht«, sagte ich sanft, drehte mich auf die Seite und legte ihm die Hand auf die Brust. Sobald die Sonne aufging, würden wir wieder so tun müssen, als ob wir nicht zusammen wären. Ich hatte keine Ahnung, wie lange wir diese Scharade noch spielen mussten oder wann ich wieder mit ihm zusammen sein konnte. »Ich wollte dich nur warnen, dass sie herumschnüffelt. Behalt sie im Auge.«

»Dr. Petersen hat mich nach sexuellen Erlebnissen gefragt, Eva«, sagte er rundheraus, »und damit ist nicht unbedingt ficken gemeint, zumindest nach meiner Ansicht. Ich dachte nicht, dass diese Unterscheidung bei der Antwort von Belang wäre. Lass mich also eines klipp und klar sagen: Ich habe Frauen mit ins Hotel genommen, aber ich habe sie nicht immer gevögelt. Das war die Ausnahme.«

Ich dachte an seine Fick-Suite, die – randvoll ausgestattet mit Erotikzubehör – in einem seiner zahlreichen Hotels früher auf ihn gewartet hatte. Er hatte sie, Gott sei Dank, aufgegeben, aber ich würde sie nie vergessen. »Vielleicht möchte ich gar nicht mehr darüber wissen.«

»Du hast diese Tür geöffnet«, erwiderte er scharf. »Also gehen wir jetzt hindurch.«

Ich seufzte. »Na gut.«

»Es gab Zeiten, wo ich es nicht ertragen konnte, allein zu sein, aber ich wollte nicht reden. Ich wollte noch nicht einmal nachdenken, geschweige denn etwas fühlen. Ich brauchte die Ablenkung, mich auf jemand anderen zu konzentrieren, aber wenn ich dabei meinen Schwanz benutzt hätte, wäre ich wieder viel zu stark beteiligt gewesen. Kannst du das verstehen?«

Bedauerlicherweise konnte ich das. Ich erinnerte mich an Zeiten, wo ich einem Kerl einen geblasen hatte, nur um mein Gehirn eine Weile auszuschalten. Bei derartigen Erlebnissen war es niemals ums Vorspiel oder gar um gefühlvollen Sex gegangen.

»Hast du dich nun mit ihr vergnügt oder nicht?« Ich stellte die Frage nicht gern, aber wir mussten die Sache aus dem Weg schaffen.

Er wandte den Kopf und sah mich an. »Einmal.«

»Muss eine große Sache für sie gewesen sein, wenn sie das so aus der Fassung gebracht hat.«

»Keine Ahnung«, murmelte er. »Ich erinnere mich nicht mehr daran.«

»Warst du betrunken?«

»Nein, du lieber Gott.« Er rieb sich übers Gesicht. »Was zum Teufel hat sie dir denn erzählt?«

»Nichts Persönliches. Sie erwähnte nur, dass du eine ›dunkle Seite‹ hättest. Ich nehme an, dass es sich um eine sexuelle Anspielung handelte, aber ich habe sie nicht um Details gebeten. Sie tat, als hätten wir etwas gemeinsam, weil wir beide von dir sitzen gelassen wurden. Die ›Schwesternschaft der Exgeliebten von Gideon‹.«

Er warf mir einen kalten Blick zu. »Sei nicht so gehässig. Das passt nicht zu dir.«

»Okay.« Ich runzelte die Stirn. »Tut mir leid. Ich wollte nicht zickig sein, nur ein kleines bisschen vielleicht. Und ich finde, unter den gegebenen Umständen habe ich auch das Recht dazu.«

»Was hätte ich denn tun sollen, Eva? Ich wusste ja gar nicht, dass es dich gibt.« Gideons Tonfall wurde tiefer und rauer. »Wenn ich gewusst hätte, dass du da draußen herumläufst, hätte ich so lange nach dir gesucht, bis ich dich gefunden hätte. Ich hätte keine Sekunde gewartet. Aber ich wusste es nicht und habe mich mit weniger zufrieden gegeben. Du doch auch. Wir haben beide Zeit mit den falschen Menschen verschwendet.«

»Ja, stimmt. Wir Volltrottel.«

Es entstand eine Pause. »Bist du sauer?«

»Nein. Alles gut.«

Er starrte mich an.

Ich lachte. »Du hast geglaubt, mit mir streiten zu müssen, nicht wahr? Wenn du willst, können wir das tun. Aber ich persönlich hoffe eigentlich eher, dass du mich noch mal flachlegst.«

Gideon legte sich auf mich. Sein Gesichtsausdruck, eine Mischung aus Erleichterung und Dankbarkeit, versetzte mir einen Stich ins Herz. Ich rief mir ins Gedächtnis, wie wichtig es für ihn war, dass ich ihm vertraute, dass er die Wahrheit sagte.

»Du bist anders«, sagte er und berührte mein Gesicht.

Natürlich war ich das. Der Mann, den ich liebte, hatte für mich getötet. Nach einem Opfer wie diesem verloren viele Dinge an Bedeutung.

3

»Mein Engel.«

Ich roch den Kaffee, noch bevor ich die Augen öffnete. »Gideon?«

»Hmm?«

»Wenn es nicht wenigstens sieben Uhr ist, trete ich dir in den Hintern.«

Er lachte leise, und sogleich spürte ich ein Kribbeln in den Zehen. »Es ist zwar recht früh, aber wir müssen uns unterhalten.«

»Ach ja?« Ich öffnete erst das eine Auge, dann das andere, damit ich seinen Dreiteiler in seiner ganzen Schönheit bewundern konnte. Er sah zum Anbeißen aus. Ich hätte ihm den Anzug gern vom Leib gerissen – mit den Zähnen.

Er setzte sich auf die Bettkante, die Verführung in Person.

»Ich will wissen, ob mit uns beiden alles gut ist, bevor ich gehe.«

Ich setzte mich auf und lehnte mich gegen das Kopfteil des Bettes, ohne mir die Mühe zu machen, meine Brüste zu bedecken, denn wir würden gleich sicherlich auch über seine ehemalige Verlobte sprechen. Wenn nötig, konnte ich scharfe Geschütze auffahren. »Für dieses Gespräch brauche ich wohl einen Kaffee.«

Gideon reichte mir die Tasse, dann strich er mit dem Daumen über meine Brustwarze. »So schön«, murmelte er. »Jeder einzelne Zentimeter von dir.«

»Versuchst du, vom Thema abzulenken?«

»Du lenkst mich ab. Und zwar sehr wirkungsvoll.«

War er tatsächlich genauso sehr in mein Aussehen und meinen Körper vernarrt wie ich in den seinen? Bei dem Gedanken musste ich lächeln.

»Dein Lächeln habe ich vermisst, mein Engel.«

»Das Gefühl kenne ich.« Jedes Mal, wenn ich ihm begegnet war und er mir nicht zugelächelt hatte, war dies ein weiterer Stich in mein Herz gewesen, bis es schließlich gar nicht mehr aufhören wollte, zu bluten. Allein bei der Erinnerung daran verspürte ich den Schmerz erneut. »Wo hattest du denn den Anzug versteckt, Ace? Ich weiß, dass er nicht in deiner Tasche war.«

Indem er sich umgezogen hatte, hatte er sich in einen mächtigen, erfolgreichen Geschäftsmann verwandelt. Der Anzug war maßgeschneidert. Hemd und Krawatte passten tadellos dazu, ebenso wie die eleganten Manschettenknöpfe, die dezent glänzten. Doch das volle schwarze Haar, das ihm bis auf den Kragen herabreichte, war eine Warnung, dass er alles andere als harmlos war.

»Das ist eins der Themen, über die wir reden müssen.« Er richtete sich auf, aber sein Blick ruhte weiterhin liebevoll auf mir. »Ich habe das Apartment nebenan übernommen. Wir müssen den Anschein erwecken, als ob wir uns langsam versöhnen, daher ich werde so tun, als ob ich meistens in meinem Penthouse wohne. Tatsächlich aber werde ich so häufig wie möglich dein neuer Nachbar sein.«

»Ist das denn sicher?«

»Ich stehe nicht unter Verdacht, Eva. Ich bin für diesen Fall im Grunde völlig uninteressant. Mein Alibi ist wasserdicht, und ich habe kein Motiv. Wir respektieren die Arbeit der Detectives, indem wir ihre Intelligenz nicht beleidigen. Wir erleichtern ihnen ihre Schlussfolgerung, dass sie in eine Sackgasse geraten sind.«

Ich trank einen Schluck Kaffee, der mir Zeit gab, seine Worte zu überdenken. Es bestand vielleicht keine unmittelbare Gefahr, aber er war nun einmal schuldig, weshalb wir uns niemals sicher fühlen konnten. Ich spürte die Anspannung, die diese Situation mit sich brachte, auch wenn er versuchte, mich zu beruhigen.

Im Augenblick bemühten wir uns, einander wieder näherzukommen, und deshalb war es für ihn augenscheinlich sehr wichtig, dass ich ihm versicherte, dass wir uns von dem Stress und der Trennung der letzten Wochen erholen würden.

Ich schlug deshalb bewusst einen leichten Ton an, als ich antwortete: »Mein Exfreund wohnt also auf der Fifth Avenue, aber ich habe immerhin einen attraktiven neuen Nachbarn, mit dem ich schlafen kann? Das könnte interessant werden.«

Er zog eine Braue in die Höhe. »Hast du etwa Lust auf Rollenspielchen, mein Engel?«

»Ich will dich befriedigen«, sagte ich mit brutaler Aufrichtigkeit. »Ich will alles sein, was du jemals bei den anderen Frauen gesucht hast, mit denen du zusammen warst.« Jenen Frauen, die er in seine Fick-Suite mit all den Sexspielzeugen mitgenommen hatte.

In seinen Pupillen loderte ein kaltes blaues Feuer, aber seine Stimme klang sanft und ruhig. »Ich kann meine Hände nicht von dir lassen. Mehr sollte ich dir nicht erzählen müssen.«

Ich sah zu, wie er aufstand. Er nahm meine Tasse und stellte sie auf den Nachttisch, dann packte er ein Ende der Decke und zog sie geschickt mit einem Ruck beiseite, sodass ich vollkommen nackt vor ihm lag.

»Rutsch herunter«, befahl er. »Spreiz die Beine.«

Mein Herz schlug schneller, als ich ihm gehorchte, auf den Rücken glitt und die Schenkel öffnete. Ich verspürte das instinktive Bedürfnis, mich zu bedecken – das Gefühl der Verletzlichkeit unter diesem durchdringenden Blick war allzu intensiv –, aber ich widerstand. Gleichzeitig war es zugegebenermaßen sehr erregend, vollkommen nackt vor ihm zu liegen, während er in einem seiner teuflisch sexy Anzüge geradezu unwiderstehlich aussah. Die Situation brachte ihn augenblicklich in eine überlegene Machtposition, aber es törnte mich heftig an.

Er strich mit dem Finger zwischen meinen Schamlippen entlang und ließ ihn spielerisch über meine Klitoris gleiten. »Diese wunderschöne Fotze gehört mir.«

Mein Bauch erbebte, als ich hörte, wie rau seine Stimme war.

Er hielt mich in seiner Hand, und unsere Blicke trafen sich. »Ich bin ein sehr besitzergreifender Mann, Eva, wie du mittlerweile bestimmt erkannt hast.«

Ich zitterte, als seine Fingerspitze meinen Eingang umkreiste.

»Ja.«

»Rollenspiele, Fesseln, jegliche Transportmittel und unterschiedliche Orte … Ich freue mich, all das mit dir zu erforschen.« Mit glitzernden Augen ließ er seinen Finger unerträglich langsam in mich hineingleiten. Er gab einen leisen Schnurrlaut von sich und biss sich auf die Unterlippe, ein absolut erotischer Gesichtsausdruck, der mir sagte, dass er schon sein Sperma in meinem Innern fühlte.

In diesem Augenblick war ich unfähig zu sprechen, so sanft penetrierte und befriedigte er mich.

»Das gefällt dir«, sagte er sanft.

»Hmmm.«

Seine Finger fuhren noch tiefer hinein. »Ich will verdammt sein, wenn Plastik, Glas, Metall oder Leder dich kommen lassen. Dein Vibrator und seine Freunde müssen sich anderweitig vergnügen.«

Meine Haut glühte, als hätte ich Fieber. Er verstand.

Er beugte sich über mich, stützte eine Hand auf die Matratze und senkte den Mund auf meinen herab. Sein Daumen drückte gegen meine Klitoris und rieb sie geschickt, massierte mich innen und außen. Seine Berührung löste eine Lustwelle in meinem ganzen Körper aus, mein Bauch verkrampfte sich, meine Brustwarzen wurden hart. Ich umfasste meine nackten Brüste mit den Händen, drückte zu, während sie anschwollen. Seine Berührung und sein Verlangen waren wie Magie. Wie hatte ich jemals ohne ihn leben können?

»Ich begehre dich«, sagte er mit rauer Stimme. »Ständig verzehre ich mich nach dir. Du brauchst nur mit den Fingern zu schnippen, und schon bin ich hart.« Er fuhr mit der Zunge an meiner Unterlippe entlang und nahm meine keuchenden Atemzüge in sich auf. »Wenn ich komme, komme ich nur für dich. Wegen dir und deinem Mund, deinen Händen, deiner unersättlichen kleinen Möse. Und so wird es umgekehrt auch für dich sein. Meine Zunge, meine Finger, mein Sperma in dir. Nur du und ich, Eva. Intim und zügellos.«

Wenn er mich berührte, hatte ich keinen Zweifel daran, dass ich das Zentrum seiner Welt war, das Einzige, was er sah oder woran er dachte. Aber diese physische Verbindung konnten wir nicht die ganze Zeit über aufrechterhalten. Irgendwie musste ich lernen, an das zu glauben, was ich nicht zwischen uns sehen konnte.

Schamlos wand sich mein Körper, als ich seinen Finger ritt, der immer wieder in mich abtauchte. Er führte einen weiteren Finger ein, und ich stemmte die Fersen in die Matratze, bäumte mich auf, um seinen Stößen entgegenzukommen. »Bitte.«

»Wenn dein Blick weich und träumerisch wird, dann werde ich der Auslöser dafür sein, nicht ein Spielzeug.« Er knabberte an meinem Kinn, ließ die Lippen zu meiner Brust wandern und stupste meine Hände beiseite. Er eroberte meine Brustwarze mit einem sanften Biss, sein Mund umfing die zarte Spitze und saugte leicht daran. Ein leichter Schmerz, wie der Stich einer Nadel, durchfuhr mich. Mein Verlangen wurde von dem Gefühl gesteigert, dass uns immer noch eine Kluft trennte – da war etwas, das wir noch nicht erkannt und aus der Welt geschafft hatten.

»Mehr«, keuchte ich, denn ich wollte, dass er ebenso viel Lust verspürte wie ich.

»Immer«, murmelte er, und sein Mund verzog sich zu einem boshaften Lächeln.

Ich stöhnte frustriert. »Ich will deinen Schwanz in mir spüren.«

»Das sollst du auch.« Seine Zunge kreiste nun um meine andere Brustwarze, züngelte neckend darüber hinweg, bis ich es kaum noch erwarten konnte, dass er an ihr saugte. »Du solltest dich nach mir verzehren, mein Engel, nicht nach einem Orgasmus. Nach meinem Körper, meinen Händen. Und irgendwann wirst du gar nicht mehr kommen können, ohne dabei meine Haut zu spüren.«

Ich nickte verzweifelt, mein Mund war so trocken, dass ich nichts erwidern konnte. Jeder Kreis, den Gideons Daumen auf meiner Klitoris beschrieb, jeder Stoß seiner Finger feuerte meine Lust an, bis ich das Gefühl hatte, gleich zu explodieren. Ich dachte an meinen Vibrator und wusste, dass nichts mich zum Höhepunkt führen könnte, wenn Gideon jetzt aufhören würde. Meine Leidenschaft galt natürlich ihm, meine Lust war entbrannt, weil er mich begehrte.

Meine Schenkel bebten. »Ich komme.«

Sein Mund fand meinen, seine schönen Lippen waren weich und verführerisch. Es war die Liebe, die in diesem Kuss lag, die mich letztlich zum Gipfel führte. Ich schrie auf und erschauerte in einem schnellen, harten Orgasmus. Mein Stöhnen war lang und stockend, mein Körper zitterte heftig. Ich schob die Hände unter sein Jackett und packte seinen Rücken, um ihn dicht an mich zu ziehen, und mein Mund forderte seinen, bis die quälende Wonne nachließ.

Er leckte sich meinen Geschmack von den Fingern und murmelte: »Sag mir, was du denkst.«

Ich versuchte krampfhaft, mein rasendes Herz zu beruhigen. »Ich denke nichts. Ich will dich nur ansehen.«

»Das tust du aber nicht immer. Manchmal schließt du die Augen.«

»Das kommt, weil du im Bett so viel redest und deine Stimme so sexy ist.« Ich schluckte schwer, weil ich mich wieder an den Schmerz erinnerte. »Ich liebe deine Stimme, Gideon. Ich muss wissen, dass du dich dank mir genauso gut fühlst wie ich mich durch dich.«

»Blas mir einen«, flüsterte er. »Lass mich für dich kommen.«

Atemlos glitt ich vom Bett herunter, begierig griffen meine Hände nach seinem Hosenschlitz. Er war hart und dick, seine Erektion heftig. Ich hob sein Hemd hoch und zog seine Boxershorts runter, um ihn zu befreien. Sein Ständer fiel schwer in meine Hand, an der Spitze glitzerte er bereits. Ich leckte den Beweis seiner Erregung fort, liebte seine Selbstbeherrschung und die Art, wie er seinen eigenen Hunger zügelte, um meinen zu befriedigen.

Während mein geöffneter Mund über die pralle Eichel glitt, blickte ich zu ihm auf. Seine Lippen öffneten sich leicht, und er sog scharf die Luft ein. Schwer senkten sich seine Augenlider, als ob die Lust ihn berauschte.

»Eva.« Sein verschleierter Blick brannte heiß auf meinem Gesicht. »Ah … ja. Genauso. O Gott, ich liebe deinen Mund.«

Sein Lob spornte mich an. Ich nahm ihn, so tief ich konnte in mich auf. Wie ich es liebte, das zu tun. Ich genoss seinen einzigartig maskulinen Geschmack und Geruch, ließ meine Lippen die ganze Länge seines Penis entlanggleiten und saugte sanft daran. Ehrfürchtig. Und es fühlte sich nicht falsch an, seine Männlichkeit zu bewundern – ich hatte es mir verdient.

»Du liebst das«, sagte er barsch, vergrub die Finger in meinem Haar und umfasste meinen Kopf. »Genauso sehr wie ich.«

»Mehr. Ich könnte das stundenlang tun, damit du immer und immer wieder kommst.«

Ein Grollen entrang sich seiner Brust. »Das würde ich. Ich kann gar nicht genug von dir bekommen.«

Mit der Zungenspitze fuhr ich eine pulsierende Ader entlang bis zur Eichel empor, dann nahm ich ihn wieder in den Mund. Mein Nacken beugte sich nach hinten, als ich mich auf die Fersen kniete, die Hände auf den Knien, um mich ihm darzubieten.

Gideon sah auf mich herab, in seinen Augen glitzerten Lust und Zärtlichkeit

»Hör nicht auf.« Er spreizte die Beine. Er ließ seinen Schwanz tief in meine Kehle gleiten, dann zog er ihn wieder heraus und benetzte meine Zunge mit einer Spur sahnegleichen Vorsaftes. Ich schluckte, genoss seinen intensiven Geschmack.

Er stöhnte, während seine Hände mein Kinn umfassten. »Nicht aufhören, mein Engel. Saug mich leer.«

Meine Wangen wurden hohl, als wir einen Rhythmus fanden, unseren Rhythmus, den Gleichklang unserer Herzen, unseres Atems, unserer Lust. Wir brachten uns vielleicht ständig in Schwierigkeiten, weil wir so viel übereinander nachgrübelten, aber unsere Körper verstanden sich immer blind. Wenn wir einander berührten, wussten wir, dass wir an dem einen Ort auf der Welt waren, wo wir sein mussten, mit dem einen Menschen, dessen Gegenwart wir so sehr brauchten.

»So verdammt gut.« Er knirschte hörbar mit den Zähnen. »O Gott, du treibst mich in den Wahnsinn.«

Sein Schwanz schwoll in meinem Mund an. Seine Hand krallte sich fest in mein Haar und zog daran, während sein Körper erschauerte und er heftig kam.

Gideon fluchte, als ich herunterschluckte. Er entleerte sich in einem dicken, heißen Strahl, flutete meinen Mund, als ob er nicht schon die ganze Nacht lang Orgasmen gehabt hätte. Als er fertig war, zitterte und atmete ich heftig. Er half mir hoch, und wir ließen uns schwer atmend aufs Bett fallen. Dann zog er mich dicht zu sich heran.

»Das hatte ich gar nicht im Sinn, als ich dir einen Kaffee ans Bett brachte.« Er drückte mir einen schnellen, heftigen Kuss auf die Stirn. »Aber ich will mich keineswegs beklagen.«

Ich kuschelte mich eng an ihn, dankbarer denn je, dass ich ihn wieder in den Armen hielt. »Lass uns die Schule schwänzen und die verlorene Zeit nachholen.«

Sein Lachen war heiser vom Orgasmus. Er hielt mich eine Weile fest, seine Finger glitten durch mein Haar und dann sanft an meinem Arm hinab.

»Es hat mich förmlich zerrissen«, sagte er leise, »zu sehen, wie verletzt und wütend du warst, und zu wissen, dass ich für dein Leid verantwortlich war. Und dann hast du dich von mir zurückgezogen … Es war für uns beide die Hölle, aber ich konnte einfach nicht riskieren, dass sie dich verdächtigten.«