Danke, liebes Burnout! - Paul-Christian Goigner - E-Book

Danke, liebes Burnout! E-Book

Paul-Christian Goigner

0,0

Beschreibung

Danke, liebes Burnout! Zurück zu dir selbst und zurück ins Licht Ein persönlicher Wegweiser aus dem Burnout mit Herz, Humor und Hoffnung Autor: Paul-Christian Goigner Genre: Selbsthilfe / Psychologie / Erfahrungsbericht / Motivation / Achtsamkeit Umfang: 324 Normseiten Inhalt: Burnout ist für viele Betroffene ein Wort, das nach Leere klingt, nach Erschöpfung, Hilflosigkeit und innerem Rückzug. Für mich war es all das, und zugleich der Wendepunkt meines Lebens. Danke, liebes Burnout! Zurück zu dir selbst und zurück ins Licht erzählt nicht nur meine Geschichte, sondern öffnet einen Erfahrungsraum für alle, die sich in diesem Zustand wiederfinden. Es ist ein Buch für Menschen, die sich erschöpft fühlen, denen der Sinn abhandengekommen ist, und die vielleicht genau das als Chance begreifen wollen. In einer einzigartigen Verbindung aus persönlichem Erfahrungsbericht, psychotherapeutischem Wissen und praktischen Übungen lade ich die Leserinnen und Leser ein, ihr eigenes Lebensmodell zu hinterfragen. Das Buch vermittelt nicht nur fundierte Informationen über die Entstehung und den Verlauf eines Burnouts, sondern gibt auch konkrete Hilfestellungen: alltagstauglich, ehrlich, ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Mitgefühl und einer Prise Humor. Mit poetischen Bildern, emotionaler Direktheit und einem Schreibstil, der gleichermaßen Mut macht wie Trost spendet, richtet sich dieses Buch direkt an die Seele der Leserinnen und Leser. Es geht nicht darum, einfach wieder zu funktionieren, sondern darum, wieder zu fühlen, zu verstehen, und neu zu wählen. Zielgruppe: Dieses Buch richtet sich an: Menschen in oder kurz vor einem Burnout Angehörige und Freunde von Betroffenen Therapeuten und Coaches, die einen empathischen Einblick in die Innenwelt von Klienten suchen Leserinnen und Leser von Selbsthilfeliteratur mit einem Faible für persönliche, literarisch inspirierte Erfahrungsberichte und persönlichem Wachstum Besonderheiten: Authentische Erzählstimme mit Tiefgang, Witz und Poesie Fundierte, praxisnahe Tipps aus der Psychotherapie Übungen, Reflexionsimpulse und kleine Selbsttests Ein neuer Blick auf Burnout, als Signal für Veränderung, nicht als Endstation Direkt, emotional und ermutigend, wie ein guter Freund in Buchform

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 233

Veröffentlichungsjahr: 2025

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



„Ex tenebris ad lucem –

manchmal muss man

erst verbrennen,

um wiedergeboren zu werden!“

(Paul-Christian Goigner)

Selbsthilfe, Tipps und Orientierung bei Burnout und oder Depressionen, sowie Anregungen zur Selbstoptimierung und Selbst- Transformation - weg von Stress, Druck, Erwartungen und Zwang - hin zu innerem Frieden, Ausgeglichenheit und einer harmonischen Lebensbalance

ÜBER DEN AUTOR:

Paul-Christian Goigner, geboren 1972, ist verheiratet, Vater eines Sohnes und lebt in Neusiedl am See, Österreich.

Er arbeitet seit 17 Jahren als Kundenbetreuer für eine große Versicherungsgesellschaft und ist seit 30 Jahren im Vertrieb tätig. Dadurch kennt er sowohl den ständig wachsenden Druck unserer Leistungsgesellschaft, andererseits viele Lebensgeschichten, Leidenswege und Schicksale seiner Kunden und wie schwer manchen die Suche nach dem persönlichen Lebensglück fällt.

2024 war Paul-Christian Goigner selbst von einer schweren Erschöpfungsdepression betroffen und hat seine Liebe zum Schreiben unter anderem als Mittel zur Selbsttherapie genützt.

Auf Empfehlung seiner Therapeutin ist dann aus den anfangs losen Seiten in Form von Tagebucheinträgen, Therapienotizen und Selbstreflexionen dieses Buch entstanden, um anderen Betroffenen Trost zu spenden, Mut zu machen und einen Weg aufzuzeigen, diese Krise nicht nur zu meistern, sondern positiv zu sehen und als Startpunkt für einen neuen, bewussteren Lebensabschnitt zu nutzen.

INHALTSVERZEICHNIS:

Kapitel 1: Danksagung

Kapitel 2: Prolog

Kapitel 3: Ouvertüre

Kapitel 4: Primum Interludium

Kapitel 5: Was dieses Buch nicht ist

Kapitel 6: Was dieses Buch ist

Kapitel 7: Deklaration

Kapitel 8: Secundum Interludium

Kapitel 9: Zur Lage der Nation

Kapitel 10: The road to hell

Kapitel 11: Tertium Interludium

Kapitel 12: Maschine brennt

Kapitel 13: Quartum Interludium

Kapitel 14: Das Phönix-Programm

Kapitel 15: Quintum Interludium

Kapitel 16: Selbstheilung

Kapitel 17: Meine Treibstoffbooster

Kapitel 18: Die Zaubersprüche

Kapitel 19: Tägliche Affirmationen

Kapitel 20: Sextum Interludium

Kapitel 21: Wiedereintritt

Kapitel 22: Septimum Interludium

Kapitel 23: Never Again

Kapitel 24: Epilog

KAPITEL 1: DANKSAGUNG

„Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen.“

(Cicero, römischer Politiker und Philosoph, 106 v. Chr. – 43 v. Chr.)

Damit diese Seiten überhaupt entstehen konnten, bedurfte es einiger ganz besonderer Menschen, deren Beiträge nicht nur wesentlich, sondern zutiefst berührend waren. Ihnen gilt mein von Herzen kommender Dank. Ihre Mitwirkung soll nicht im Verborgenen bleiben – sie verdient es, an dieser Stelle gewürdigt, ja gefeiert zu werden.

Meiner Mutter – einer inzwischen pensionierten, doch nach wie vor leidenschaftlichen Deutschprofessorin. Sie hat mir die Liebe zur Sprache wohl vererbt, in die Wiege gelegt und durch ihr Vorbild anerzogen. Dass Worte mir heute Heimat und Refugium sind, verdanke ich zu einem großen Teil ihr.

Dr. med. Mirriam Prieß – ihre Bücher über Burnout waren mir an düsteren Tagen ein Anker. Sie haben nicht nur mir als Betroffenem geholfen, sondern auch mein Bewusstsein für dieses Thema geschärft und erweitert.

Meiner langjährigen Freundin Michaela – Gefährtin mit offenem Geist, uraltem Wissen, feurigem Herzen und eiserner Loyalität. Allen Herausforderungen zum Trotz besteht unser symbiotischer Austausch seit nunmehr 35 Jahren.

Neale Donald Walsch – seine Werke haben mir immer wieder Trost gespendet, Frieden gebracht, Zuversicht geschenkt. Sie haben mir die Augen geöffnet für das Wundersame jenseits der sichtbaren Welt – dafür, dass es wortwörtlich Gott sei Dank, weit mehr zwischen Himmel und Erde gibt als das, was wir „Realität“ nennen.

Pablo Coelho – dessen verträumt-weise Worte mir in mancher dunklen Stunde ein Licht entzündet haben. Seine Bücher sind wie sanfte Gespräche mit der eigenen Seele.

Meiner Therapeutin Annemarie Leeb – sie hat mich während meines Burnouts mit großem Können, Menschlichkeit, Klarheit und Bodenhaftung begleitet. Nicht nur leistet sie Außergewöhnliches, sie war es auch, die in mir den Mut weckte, aus meinen Notizen ein Buch entstehen zu lassen – in der Hoffnung, dass es auch anderen Halt und Orientierung geben kann.

Dr. Joseph Murphy – dessen Buch über die Macht des Unterbewusstseins meinem achtzehnjährigen Ich wie ein erster Weckruf erschien. Ein stiller Hinweis darauf, dass wir unser Leben viel aktiver mitgestalten können, als wir oft glauben – nicht nur im Außen, sondern vor allem in unserem Inneren.

Und zuletzt – nein, in Wahrheit vor allem – meiner Frau Tina, der Liebe meines Lebens. Deine Güte, Geduld, Unterstützung, Toleranz und dein Humor sind für mich eine nie versiegende Quelle der Freude, der Geborgenheit, des Lachens und der Dankbarkeit. Wie ich oft sage – auch wenn du es nicht gerne hörst (und auch dafür liebe ich dich): Die Welt wäre ein besserer Ort, gäbe es mehr von deiner Art. Dieses Buch widme ich dir, mein Schatz.

„Wir danken dir besessen für dieses tolle Fressen!“

(Bart Simpson)

KAPITEL 2: PROLOG

Die Sonne steht bereits tief und legt einen goldenen Steg quer über das Wasser, als die Küste endlich in Sicht kommt. Nicht mehr lange, und die Dämmerung wird die glühende Kugel verschlucken. Der Phönix ist dankbar, die Nacht nicht in der Luft verbringen zu müssen. Der letzte Zyklon hat seine Spuren hinterlassen – sein Gefieder ist zerzaust, mancherorts kahl, von Stürmen ausgezerrt. Doch er ist weitergeflogen, getragen vom Vertrauen in seinen Orientierungssinn und seine Ausdauer – und dieses Vertrauen wird nun belohnt.

Er stößt tiefer hinab, um die Boote zu erkennen, die voller Hoffnung auf reiche nächtliche Beute in die schwindende Helligkeit hinausgleiten. Möwen begleiten sie mit gellendem Geschrei, bis das mächtige Rauschen der Schwingen des Phönix ihre Reihen kurz auflöst – nur um sich kurz darauf erneut zu formieren.

Schon erkennt er die weißen Bänder der Brandungswellen, die wie zarte Schleier den Übergang vom offenen Meer zum Festland markieren. Er atmet tief ein, saugt die sich verwandelnden Düfte in sich auf. Erst den vertraute Salzgeruch des Meeres, dann einen Hauch von Fisch, gefolgt von frischen Zitrusnoten – und schließlich, wie ein Versprechen von Geborgenheit, warmen Zedernholzduft.

Diese letzten Meter vor dem Sonnenuntergang liebt er besonders – wenn das Licht schwindet und der schwarze Mantel der Nacht sich über die Welt legt. Unter ihm wechselt das Blau des Wassers erst zu Beige, dann zu Braun, schließlich zu sattem Grün, als er im Tiefflug über die üppige Küste fegt.

Erst über dem dichten Wald bremst er ab, gleitet langsam dahin, auf der Suche nach einem sicheren Landeplatz. Noch ein paar kräftige Flügelschläge, ein letztes Tosen in der Luft – dann spürt er endlich wieder festen Boden unter sich.

Er atmet auf. Still verharrt er, während die Nacht zwischen den Wipfeln zu Boden sickert. Oben kehrt Ruhe ein, doch unten beginnt das Leben – überall kriecht und huscht es, flattert, zirpt und schnattert. Der Phönix gräbt seine Krallen in die feuchte Erde, schließt die Augen für einen Moment der Atempause und lauscht dem langsam anschwellenden Konzert der Natur. Was eben noch vereinzelt und tastend war, wächst binnen Minuten zur Symphonie – ein uraltes Lied von Leben, Wandel und Wiederkehr.

Er richtet sich auf und wendet sich seinem Nachtlager zu. Ganz in der Nähe – dort, wo er bereits erwartet wird. Da, ein kaum hörbares Flattern kündet die Ankunft seines Gastgebers an.

„Und du willst ein lautloser Jäger sein?“, scherzt der Phönix.

„Ich sag nur so viel: Hätten Mäuse, Frösche und Käfer deinen Gehörsinn, wäre ich heute hungrig geblieben“, entgegnet die Eule trocken, während sie sich auf einem Ast niederlässt.

Der Phönix schmunzelt im Dunkeln. „Tja, der liebe Gott weiß eben, was er tut. Schön, dich zu sehen, alter Freund.“

Später sitzen sie beisammen – hoch über dem Wald, bei der alten Burgruine. Sie essen, tauschen Neuigkeiten aus, dann kehrt wieder Stille ein. Sie lauschen gemeinsam in die Nacht – zufrieden, wortlos, wie es nur alte Freunde können.

„Gut siehst du aus“, sagt die Eule nach einer Weile. „Ein wenig zerrupft vielleicht – aber du hast dein Leuchten wieder. Dein inneres Strahlen.“

Der Phönix hebt den Blick, lächelt in die Dunkelheit. Die Sterne über ihnen funkeln kalt und unerschütterlich. „Das war nicht immer so, wie du weißt“, sagt er leise. „Aber jetzt – Gott sei Dank – ja.“

Die Eule nickt und blickt ebenfalls empor. Eine Sternschnuppe zieht über den Himmel, goldhell und flüchtig.

„Nichts ist von Dauer“, murmelt sie, „alles ist im Wandel. Die einzige Konstante ist die Veränderung.“

Der Phönix glättet bedächtig sein Gefieder. „Fluch und Segen zugleich – oder?“

Die Eule lächelt in der Dunkelheit. „Wie man's nimmt.“

Und wieder schweigen sie – ein Schweigen voll Verstehen, voll Dankbarkeit, dass es jemanden gibt, der nicht alles erklärt haben muss, um zu begreifen.

Nach einer Weile spricht die Eule: „Du hast mir nie erzählt, wie es begann. Wie war dein Leben – bevor du der Phönix wurdest?“

Der Phönix hat mit der Frage gerechnet. Er holt Luft – und zögert nicht.

Die Mondsichel glänzt wie aus Silber gegossen am tiefblauen Firmament. Der Sternenhimmel funkelt still über dem wogenden, lebendigen Teppich des Waldes – ein würdiger Ort für eine Geschichte. Seine Geschichte.

Er nickt der Eule zu. Dann beginnt sein Gefieder sanft zu leuchten – ein erstes Glimmen, dann ein Farbenrausch wie flüssiges Licht. Tief atmet er ein.

„Also …“

KAPITEL 3: OUVERTÜRE

Am 12. April 2024 war es dann so weit. Totaler Systemausfall.

Ich saß in meinem Auto, eingeschlossen in der Tiefgarage eines Wiener Ringstraßenhotels – und konnte nicht aussteigen. Meine Arme gehorchten mir nicht mehr. Zehn Minuten zuvor hätte ich bereits meinen nächsten Kunden in der Hotellobby treffen sollen – ein Ding der Unmöglichkeit. Ich war ein schwitzendes, schluchzendes, zitterndes Bündel aus Nerven, mit Herzrasen und einem schrillen Tinnitus, der meine Gedanken übertönte.

Panikattacken brandeten durch meinen Körper wie Wellen eines aufgewühlten Meeres, schlugen über mir zusammen, zerschlugen die letzten Reste meines Selbstvertrauens. Mit jeder Woge wurden Konzentration, Professionalität, soziale Kompetenz und Kampfeswille fortgerissen – weggespült, als wären sie nie da gewesen.

Nur eine halbe Stunde zuvor war ich einer Kollision mit einer Straßenbahn nur knapp entgangen – ich hatte sie kaum mehr wahrgenommen. Und eine halbe Stunde davor hatte ich ein Meeting mit wichtigen Geschäftspartnern einer Bank halb ohnmächtig überstanden. Ich war körperlich anwesend, ja – aber geistig?

Die Stimmen meiner Kollegen klangen wie fremdartige Laute aus einer anderen Welt. Worte ohne Bedeutung. Ich klammerte mich an den Schein von Normalität, während mein Innerstes längst in Auflösung begriffen war.

Am Tag zuvor hatte ich einen meiner besten Kunden am Telefon angeschrien. Laut. Unverzeihlich. Seine Forderungen, seine Drohung, die Verträge zu kündigen, hatten mich in Rage versetzt. Ich erkannte mich selbst kaum wieder. Wo war sie hin, meine freundliche, hilfsbereite, professionelle Seite? Sie war nur noch ein fassungsloser Beifahrer – ohne Einfluss auf das Geschehen.

Doch nicht nur dieser eine Kunde – alle Kunden, jedes Telefonat, jede E-Mail, jeder Kontakt hatte mich seit Monaten nur noch genervt. Ihre immer gleichen Sorgen, Klagen, Anforderungen – ich konnte sie nicht mehr ertragen. Und gleichzeitig hatte ich panische Angst vor jeder neuen Nachricht. Schon das Vibrieren meines Handys ließ mein Herz stocken.

Und niemand wusste, wie es mir WIRKLICH ging. Niemand sah, wie ich versuchte, das Rad am Laufen zu halten und den Schein zu wahren – zehn, zwölf, vierzehn Stunden am Tag. Und wozu?

Essen? Keine Zeit, kein Hunger.

Schlafen? Später.

Durchatmen? Wozu bitte?

Ich war getrieben vom Mantra des modernen Wahnsinns:

Ich muss. Ich muss. Ich muss.

Wie die rhythmischen Schläge eines Zuges auf rostigen Schienen.

Tatamm. Tatamm. Tatamm.

Schneller, immer schneller. Und doch kam ich nie an.

Ich wollte nur noch liegen bleiben. Unter der Decke. Verschwinden.

Ich sagte Treffen mit Freunden ab, mied Partys, flüchtete in die Einsamkeit. Aber selbst dort fand ich keine Ruhe. Mein Kopf war ein lärmender Maschinenraum. Gedanken ohne Pause. Angst und Arbeit – sonst nichts.

Und doch: Ich liebte meinen Job. Ich mochte meine Kunden. Ich schätzte meine Kollegen. Ich vermisste meine Freunde.

Was war nur passiert?

Was mich an diesem 12. April rettete, war ein Anruf. Mein Chef, alarmiert von meiner Frau, rief mich an. Seine Stimme – ungewohnt sanft – sagte: „Bitte, melde dich krank. Lass dir helfen.“ Ich brach in Tränen aus. Diesmal waren es Tränen der Erleichterung.

Ich wusste noch nicht, dass dieser Krankenstand sechs Monate dauern würde.

Aber zum ersten Mal klang das Wort „Auszeit“ nicht wie ein Eingeständnis des Scheiterns, sondern wie ein rettender Hafen.

Am nächsten Tag dann die Diagnose: Akute Erschöpfungsdepression. Burnout.

Überweisung an einen Facharzt. Psychiater.

Ich? Zum Psychiater? Und wie lange werde ich arbeitsunfähig sein? Vier bis sechs Monate?! Undenkbar. Und doch... unausweichlich.

Ich ließ es zu. Zögerlich. Widerwillig.

Und mit der Zeit geschah etwas Wundervolles.

Erst kaum spürbar, dann mit wachsender Klarheit keimte in mir eine neue Gewissheit:

Ich werde es schaffen.

Nicht nur das – ich werde wachsen. Ich werde mich neu erschaffen.

Nicht zurück zu meinem alten Ich – sondern darüber hinaus.

Wie ein Phönix aus der Asche.

Mit kraftvollen Schwingen.

Gleißend, strahlend, befreit.

Ich würde aufsteigen. Leicht. Entschlossen.

Nicht mehr getrieben – sondern geführt.

Von einem neuen Kompass.

Wissend. Fühlend. Ruhig. Stark.

Mit der Kraft der Stille in meinem Innersten.

Eine schöne Vorstellung, oder?

Und weißt du was?

Spoiler: Ich habe es geschafft!

Nein, es ist kein dauerhafter Endzustand.

Es ist ein Prozess – ein lebendiger, wilder, überraschender, aber wunderschöner Prozess.

Heute bin ich leichter. Freier.

Ich lache mehr. Ich atme tiefer.

Die Dinge sind nicht einfacher geworden – aber ich bin es.

Ich bin gelassener. Klarer.

Ich entdecke die Schönheit in kleinen Momenten.

Ich schmecke das Leben wieder.

Und das Beste?

Ich bin dankbar für mein Burnout.

Ja – wirklich dankbar.

Vielleicht klingt das verrückt für dich.

Vielleicht denkst du: „Der tickt doch nicht ganz richtig!“

Aber weißt du was? Alles ist relativ.

Und wenn du gerade am Boden liegst, müde, leer, kaputt – dann möchte ich dir eines sagen: Du kannst das auch.

Du kannst all das hier nutzen. Deine Erschöpfung. Deine Angst. Deinen Schmerz. Du kannst sie verwandeln – in neue Kraft, in neuen Mut, in neues Leben.

Du kannst wie ein Phönix aus deiner Asche steigen.

Und ich? Ich will diesen Weg mit dir teilen. Ich will dir Mut machen. Ich will dir zeigen, dass dein Burnout vielleicht – nur vielleicht – das Beste ist, was dir je passiert ist.

Also: Sei offen. Sei neugierig. Lass dich darauf ein. Öffne die Tür. Heute. Hier. Jetzt.

„Here's my invitation, baby

Hope it sets us free

To know each other better

Put your love all over me

Here's my invitation, baby

Come feel my energy

We give emotions to each other

Put your love all over me!“

(Britney Spears)

KAPITEL 4: PRIMUM INTERLUDIUM

Die alte, weise Eule zieht eine Augenbraue hoch und mustert den Phönix mit einem Blick, der irgendwo zwischen milder Skepsis und liebevoller Herausforderung schwebt.

„Glaubst du im Ernst, dass außer uns beiden schrägen Vögeln noch jemand ernsthaft daran glaubt, dass aus Schmerz und Schatten, aus all dem inneren Chaos, tatsächlich etwas Neues, vielleicht sogar Wunderschönes entstehen kann?“

Der Phönix, der soeben noch die silbrige Sichel des Mondes bewundert hat – nun hinter milchigen Schleiern verborgen, mehr vage Leuchtreklame als klare Damaszenerklinge – wendet sich langsam seinem alten Freund zu.

Ein sanftes Glimmen liegt in seinen Augen, als er sagt:

„Ich behaupte sogar, dass es ohne diese finsteren Stunden gar keine wirkliche Veränderung geben kann. Es sind doch gerade die Brüche, die uns öffnen für das Neue.

Wird nicht selbst der fruchtbarste Boden mit Jauche genährt? Wird Silber nicht durch Asche wieder zum Leuchten gebracht?

Finden Künstler ihre tiefste Inspiration nicht oft in Verlust, in Melancholie, in Sehnsucht? Ist es nicht der Winter, der das Leben unter dem Eis erneuert? Und selbst Wirtschaftskrisen zwingen Systeme zur Reform. Katastrophen gebären oft Fortschritt. Ich glaube fest daran, dass viele Seelen da draußen genau das tief in sich wissen. Und vielleicht... vielleicht spendet diese Einsicht ja auch Trost – die Ahnung, dass die derzeitige Misere in Wahrheit eine Einladung ist. Eine Einladung, die Dinge anders zu sehen.“

Die Eule hat währenddessen, eher beiläufig als boshaft, einen Käfer verspeist, der unvorsichtig über einen Baumstumpf direkt vor ihre Krallen marschiert war. Nach einem kaum hörbaren, aber nicht weniger frechen Rülpser blickt sie ihren gefiederten Freund schelmisch an. Der Phönix quittiert das Schauspiel mit einem halb tadelnden, halb belustigten Blick.

„Wenn du wirklich glaubst, dass deine Erkenntnisse jemandem helfen könnten“, sagt die Eule mit einem Schmunzeln, „dann solltest du sie nicht für dich behalten. Schreib ein Buch. Warum eigentlich nicht?“

Ein weiterer Käfer wagt sich in gefährliche Nähe der Krallen. Der Phönix, der die Szene verfolgt hat, lenkte das tapsige Wesen mit einem sanften Flügelschubs auf einen sichereren Weg. Die Eule, die diesen Akt mit hochgezogenen Lidern quittiert, zuckt nur gelassen mit den Schultern – in der Gewissheit, dass der Wald noch reichlich andere Leckerbissen bereithalten wird.

„Du wirst lachen“, sagte der Phönix schließlich und lächelte, „genau das habe ich vor.“

Die Eule blinzelt, ein wenig erstaunt, aber nicht unzufrieden. „Dann wird’s wohl Zeit, ein bisschen die Werbetrommel zu rühren, mein Lieber. Erzähl deinen zukünftigen Lesern, was sie erwarten dürfen – und vielleicht auch, was besser nicht.“

In diesem Moment zieht eine Sternschnuppe durch den samtigen Nachthimmel, während der Mond langsam aus seinem Schleierschlaf erwacht.

Der Phönix sieht ihm nach, sein Blick klar, seine Stimme ruhig.

„Du hast recht“, sagt er – und beginnt zu erzählen.

KAPITEL 5: WAS DIESES BUCH NICHT IST

„Der Narr tut, was er nicht lassen kann, der Weise lässt, was er nicht tun kann.“

(Chinesische Weisheit)

Dieses Buch ist vieles – aber eines ist es nicht: eine Mogelpackung. Deshalb will ich dir offen sagen, was dich nicht erwartet.

Es ist kein medizinischer Ratgeber – ich bin kein Arzt.

Es ist kein wissenschaftliches Fachbuch – ich liefere dir keine Statistiken, Studien oder Fachzitate im Übermaß.

Es ist keine Therapieform – weder psychologisch noch psychiatrisch. Ich habe beides weder studiert noch praktiziert.

Es ist kein Ersatz für professionelle Hilfe – ich selbst habe sie gebraucht und in Anspruch genommen.

Es ist kein Ersatz für Medikamente, wenn sie dir ärztlich verschrieben wurden – auch sie können wichtig und hilfreich sein.

Dieses Buch ist auch kein Lifestyle-Guide – das Thema geht tiefer als jede oberflächliche Selbstoptimierung.

Und es ist kein skandalöses Enthüllungswerk, in dem sich irgendein Promi seelisch entblößt. Es geht hier nicht um Aufmerksamkeit. Es geht um Echtheit.

Ebenso ist es kein esoterisches Manifest – ich bin offen für vieles, aber nicht blindgläubig.

Und keine religiöse Mission – ich bin spirituell, ja. Aber nicht dogmatisch. Und schon gar nicht fromm.

Es ist auch kein leeres Versprechen, dir mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Ansehen, mehr Sex oder mehr von irgendetwas zu liefern – denn in diesem Buch geht nicht um mehr, sondern um echt.

Es ist kein Trendprodukt – auch wenn das Thema Burnout in unserer Gesellschaft immer sichtbarer wird.

Und es ist ganz sicher kein Bullshit – jedes Wort hier ist ehrlich gemeint. Unverstellt. Gelebt. Durchlitten. Erkannt.

Dieses Buch ist kein Fake. Es ist aus Notizen, Recherchen, Gedanken, Gesprächen mit Betroffenen und Therapeuten gewachsen. Alles entstand während meiner sechsmonatigen Auszeit, die ich aufgrund einer massiven Erschöpfungsdepression nehmen musste – und durfte.

Es ist kein Buch zum schnellen Durchblättern. Kein „einmal gelesen, nie wieder geöffnet“.

Es ist ein Buch, das dich begleiten will. Durch schwere Stunden. Durch Erkenntnisse. Durch Veränderung. Und zu dir selbst.

Und falls du nach all dem nicht enttäuscht, sondern vielleicht sogar ein bisschen neugierig bist – dann freue ich mich.

Ich wünsche dir von Herzen eine bereichernde Lektüre, neue Einsichten, stille Momente, kraftvolle Gedanken – und eine Reise zurück zu deinem inneren Gleichgewicht.

„The only way is up, baby!“

(Yazz)

KAPITEL 6: WAS DIESE BUCH IST

„Ein Pessimist sieht die Schwierigkeiten in jeder Möglichkeit, ein Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit.“

(Winston Churchill, britischer Premierminister,

1874 – 1965)

Dieses Buch ist – zuallererst – meine eigene Form der Selbsttherapie.

Sein Entstehungsprozess war für mich heilsam, klärend, richtungsweisend.

Es ist der Versuch, all meine Notizen, Gedanken, Erkenntnisse und Erfahrungen in eine greifbare Form zu bringen – um sie mit dir zu teilen. In der Hoffnung, dass auch du daraus Kraft schöpfen kannst.

Es ist ein Maßband für den Weg, den du gegangen bist – und ein Kompass für den Pfad, der noch vor dir liegt.

Eine Taschenlampe für die dunklen Winkel deiner Geschichte, ein Spiegel für die inneren und äußeren Kräfte, die dich an deine Grenzen – und darüber hinaus – gebracht haben.

Dieses Buch ist ein Musterkatalog der Symptome, körperlich wie seelisch, und ihrer manchmal schleichenden, manchmal krachenden Entwicklung.

Es ist ein Ratgeber – kein dogmatischer Lehrer, sondern ein sanfter Weggefährte und wohlmeinender Freund. Mit Ideen, Impulsen, Vorschlägen für Heilung, Balance und Neubeginn.

Es ist eine Einladung, die eigenen Gedanken, Worte und Handlungen liebevoll unter die Lupe zu nehmen – um Muster zu erkennen, zu hinterfragen und, wenn nötig, loszulassen.

Dieses Buch ist Orientierung. Es hilft dir, jene Lebensbereiche zu identifizieren, die dein Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen – und zeigt dir Wege, sie zu nähren, zu schützen, zu stärken.

Es ist ein bunter Werkzeugkasten: voller Übungen, Anregungen, Reflexionen, Affirmationen – eine Schatztruhe für deinen Geist, dein Herz, dein Selbst.

Es ist Arbeitsbuch, Wegweiser und Notizheft zugleich.

Ein roter Faden durch dein persönliches Labyrinth.

Ein stilles Schild am Wegesrand, das sagt: „Du kannst. Du darfst. Du wirst.“

Es ist ein Ruf an dein wahres Selbst, endlich Raum zu bekommen.

Ein Aufruf, dich selbst neu zu erschaffen – nicht als jemand anders, sondern als du selbst – nur klarer, freier, mutiger.

Dieses Buch ist:

Ein sanfter Schubs, dich aufzurichten.

Ein Proviantpaket für den Aufstieg.

Ein Trostpflaster für die Seele.

Ein neuer Glaube, der alte Überzeugungen liebevoll entmachtet.

Ein bisschen Magie.

Und eine Prise wohltuender, gesunder Verrücktheit.

„Wir brauchen hier dringend einige Verrückte. Seht euch nur an, wo uns die Normalen hingebracht haben!“

(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker,

1856 – 1950)

KAPITEL 7: DEKLARATION

„Der Gedanke ist alles. Der Gedanke ist der Anfang von allem. Und Gedanken lassen sich lenken.“

(Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828 – 1910)

Ursprünglich war dieses Buch nie für andere gedacht. Es war mein persönlicher Anker – ein täglicher Begleiter, die Essenz meines Heilungswegs. Ich wollte all die wertvollen Erkenntnisse, die mir während meiner Therapie begegnet sind, in einem kompakten Format festhalten. Etwas, das mich daran erinnert, wer ich geworden bin – und wer ich nicht mehr sein möchte.

Denn so gut es mir auch ging, ich wusste: Der Alltag mit seinen Fallstricken würde wiederkommen. Mit seinen Illusionen, seiner Lautstärke, seiner Unnachgiebigkeit. Und wenn er mich eines Tages wieder einholen würde, dann wollte ich vorbereitet sein. Ich wollte etwas in der Hand haben, das mich zurückführt – zu den Momenten der Klarheit, zu den Sätzen, die mein Herz berührt haben, zu dem Wissen, das mir geholfen hat, wieder aufzustehen.

Ich kannte das Muster bereits – von meinen Rückenschmerzen.

Alle paar Jahre Physiotherapie: Massage, Ultraschall, Elektrotherapie – all das tut gut. Und dann die einfachen Übungen zur Stärkung der Muskulatur, die ich natürlich zu Hause weiterführen wollte. Natürlich! Nur um festzustellen, dass ich sie bald wieder vergaß. Weil der Schmerz weg war. Weil der Alltag mich verschluckte. Und zwei Jahre später saß ich wieder beim Arzt.

Diesmal wollte ich es anders machen. Diesmal wollte ich vorsorgen.

Dieses Buch war also mein Versuch, einen Kompass zu bauen. Einen, der mir auch dann noch die Richtung zeigt, wenn alles um mich herum laut und unklar wird. Eine Schatzkiste voller Wahrheit – jederzeit griffbereit.

Als ich meiner Therapeutin davon erzählte, war sie begeistert. „Vielleicht möchten Sie Ihre Erfahrungen ja teilen. Vielleicht hilft das nicht nur Ihnen, sondern auch anderen.“ Der Gedanke traf mich wie ein Lichtstrahl. Vielleicht ist ja tatsächlich etwas dabei – etwas, das dir helfen kann?

Und doch war da auch die Stimme des Zweifels. Bin ich „qualifiziert“, so etwas zu schreiben? Interessiert das jemanden außer mich? Und wie gehe ich damit um, wenn Menschen meine Worte missverstehen?

Deshalb habe ich mich entschieden, manches vorwegzunehmen. Um dich einzuladen, dieses Buch als deinen Raum zu begreifen. Nicht jedes Wort muss dir gefallen.

Nicht jede Formulierung wird mit deiner Weltanschauung übereinstimmen. Aber du darfst es dir zu eigen machen. Nimm einen Stift zur Hand. Streiche durch, was dich stört. Ersetze, was nicht passt. Forme es um – bis es zu deiner Wahrheit wird.

Ein Beispiel: Ich gendere in diesem Buch nicht. Nicht, weil ich Gleichstellung ablehne. Sondern weil ich der Sohn einer Deutschprofessorin bin und ein Faible für Sprache habe. Für mich ist das grammatische Geschlecht kein Ausdruck von Diskriminierung. Die Sonne ist weiblich, der Mond männlich – im Spanischen ist es umgekehrt. Sprache lebt, verändert sich. Und sie darf auch sperrig sein.

Wenn ich „Freund“ schreibe, meine ich ebenso die Freundin. Wenn vom „Partner“ die Rede ist, schließt das jede Geschlechtsidentität mit ein. Viele dieser Texte habe ich ursprünglich für mich selbst geschrieben. Es kann also sein, dass ich von „meiner Frau“ spreche. Nimm dir die Freiheit, diesen Begriff durch das zu ersetzen, was für dich stimmig ist. Dieses Buch gehört auch dir.

Ein weiterer Punkt ist der Glaube. Ja, ich spreche in diesem Buch von Gott. Aber nicht im Sinne einer religiösen Doktrin. Ich meine damit die Quelle allen Seins, den Ursprung, das große Ganze – ob du es nun „Universum“, „Leben“, „Allah“, „Jahwe“, „Energie“ oder „Liebe“ nennst. Glaube ist für mich ein innerer Raum der Stille, des Trostes, der Kraft. Keine Grenze, kein Dogma. Und schon gar kein Anlass zur Spaltung.

Denn was wir glauben – oder nicht glauben – sollte uns nicht trennen. Und doch hat die Menschheit aus dieser heiligen Kraft einen Kriegsschauplatz gemacht. Wir maßen uns an zu wissen, was Gott will. Wir belehren, verurteilen, missionieren – anstatt zu vertrauen, zu vergeben, zu verbinden.

Viele von uns haben längst einen neuen Gott: Geld. Konsum. Erfolg. Marken, Statussymbole, das Streben nach „mehr“. Das ist heute unser globaler Glaube. Aber dieser Gott macht unsere Seele selten satt. Er fordert viel – und gibt wenig zurück.

Und so kommt es, dass wir trotz all dem Glanz manchmal innerlich leer sind. Dass wir in unserer Oberklasselimousine sitzen und spüren, wie uns etwas den Atem nimmt. Vielleicht ist es genau dieser Moment, in dem du beginnst, zu lesen. Vielleicht ist dieses Buch dein erstes Innehalten.

Wenn das so ist, dann: Willkommen. Ich bin dankbar, dass du hier bist.

Bitte begegne diesen Seiten mit Neugier, mit Offenheit – und mit Nachsicht. Denn meine Ausdrucksweise schwankt – je nach Tagesform – zwischen sachlich und verspielt, poetisch, dramatisch, ironisch oder auch mal sarkastisch. Ich verspreche dir jedoch eines: Ich meine jedes Wort ehrlich. Und ich schreibe aus dem Wunsch heraus, dir etwas zu geben, das bleibt.

Also: Nimm, was du brauchst. Lass liegen, was du (noch) nicht gebrauchen kannst. Und vergiss nie: Dieses Buch ist nicht perfekt. Aber es ist wahrhaftig.

„Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist deine Einstellung zu dem Problem!“

(Fluch der Karibik)

KAPITEL 8: SECUNDUM INTERLUDIUM

Mittlerweile ist es fast Mitternacht.

Die Kälte schleicht sich langsam durch das dichte Gefieder der alten, weisen Eule. Der Himmel spannt sich nun klar und dunkel über ihnen auf, ein samtenes Zelt voll funkelnder Sterne. Obwohl der nächste Vollmond noch Wochen entfernt ist, verströmt die schmale, silberne Mondsichel ein erstaunlich helles, fast magisches Licht.

„Schön gesagt, mein Freund“, nickt die Eule anerkennend. Ihre Stimme ist sanft, aber ein leises Zittern schleicht sich in ihre Worte. „Doch langsam wird mir kalt. Und weil ich gerne den Rest deiner Geschichte hören möchte – und keiner von uns weiß, wann wir uns wiedersehen – will ich diese kostbare Nacht und deinen Besuch nicht unterbrechen, nur um in mein warmes Baumhaus zurückzukehren.“

Der Phönix, inmitten seines Erzählflusses, spürt das Strömen von Vertrauen und Wärme zwischen ihnen. Etwas in ihm öffnet sich noch weiter, als er merkt, wie gut es tut, sich seinem alten Freund anzuvertrauen. Auch er will diesen zauberhaften Abend nicht missen, will nichts davon vergeuden.

Ohne ein weiteres Wort lässt er sein Gefieder in einem sanften Orangerot aufleuchten – ein lebendiges Feuer, das nicht verbrennt, sondern wärmt – und legt seine großen, leuchtenden Schwingen schützend um die Eule. „Besser?“ fragt er leise.

Die alte Eule schmiegt sich wohlig an den lebenden Mantel aus Licht und Wärme. Der gleichmäßige Herzschlag des Phönix vibriert in der Stille der Nacht wie ein uraltes Lied von Geborgenheit und Vertrauen.