Das Alte Reich 1495 – 1806 - Axel Gotthard - E-Book

Das Alte Reich 1495 – 1806 E-Book

Axel Gotthard

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Beschreibung

Das Heilige Römische Reich deutscher Nation, im Unterschied zum nationalen Kaiserreich das ›Alte Reich‹ genannt, war ein ungewöhnliches Gebilde. Nach seinem Untergang 1806 meist geringschätzig betrachtet, sind seine Aufgaben und Funktionsweisen oft nur schwer zu verstehen. Anders als der moderne Nationalstaat war es strukturell nicht angriffsfähig, besaß im Grunde keine eigenen Verwaltungsorgane oder Truppen. Seine Ziele waren Ausgleich der Kräfte und Interessen, Stabilität und Friedenswahrung. Axel Gotthard erläutert klar und luzide die geschriebenen wie die ungeschriebenen Regeln, stellt die wichtigsten Organe vor und fasst die zentralen Themen und Grundmuster der Reichsgeschichte zusammen. In einem Durchgang in Fünfzigjahresschritten von 1500 bis 1800 skizziert er die wesentlichen Sujets, Probleme und Veränderungen der Reichsgeschichte.

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Seitenzahl: 387

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Geschichte kompakt

Herausgegeben vonKai Brodersen, Martin Kintzinger, Uwe Puschner,Volker Reinhardt

Herausgeber für den Bereich Frühe Neuzeit:Volker ReinhardtBerater für den Bereich Frühe Neuzeit:Rainer A. Müller, Sigrid Jahns

Axel Gotthard

Das Alte Reich1495–1806

5. Auflage

 

 

 

 

 

Für Anette

Impressum

 

 

 

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikationin der Deutschen Nationalbibliografie;detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.d-nb.de abrufbar.

 

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt.Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig.Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen,Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung inund Verarbeitung durch elektronische Systeme.

5., durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage 2013© 2013 by WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt1. Auflage 2003Die Herausgabe des Werkes wurde durch dieVereinsmitglieder der WBG ermöglicht.Einbandgestaltung: schreiberVIS, Bickenbach

Besuchen Sie uns im Internet: www.wbg-wissenverbindet.de

ISBN 978-3-534-25929-8

Elektronisch sind folgende Ausgaben erhältlich:eBook (PDF): 978-3-534-73706-2eBook (epub): 978-3-534-73707-9

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Inhalt

Geschichte kompakt

   I. Hinführung: Wie funktionierte das Alte Reich?

1. Das Alte Reich, ein Unikat

2. Wichtige Elemente des Reichssystems

a) Der Kaiser

b) Die Kurfürsten

c) Andere Reichsglieder

d) Reichstage, Reichsdeputationstage

e) Kurfürstentage

f) Die Kreisverfassung

g) Reichskammergericht und Reichshofrat

 II. Das Reich um 1500

III. Das Reich um 1550

1. Das Friedensproblem

a) Kette von Provisorien

b) Lösungsversuche Karls V.

2. Voraussetzungen für die Lösung von 1555

a) Die Passauer Verhandlungen

b) Wird die Krise des Kaisertums zur Reichskrise?

3. Die Lösung des Landfriedensproblems

4. Die Lösung des Religionsfriedensproblems

a) Die Grundprinzipien des Religionsfriedens

b) Erste Ausnahmeregelung: die reichsmittelbaren geistlichen Güter

c) Zweite Ausnahmeregelung: Zwangsbikonfessionalität in manchen Reichsstädten

d) Zwei Ausnahmeregelungen für die geistlichen Territorien

e) Würdigung

  IV. Das Reich um 1600

1. Verdichtete Kommunikation – das Reich 1555–1575

2. Gestörte Kommunikation – das Reich 1585–1608

a) Die mentale und kulturelle Spaltung

b) Die juristische Spaltung

c) Die Auswirkung: Polarisierung des Reichssystems

3. Sprachlosigkeit – das Reich in der Vorkriegszeit

a) Krisenjahr 1608

b) Es gibt keinen verfassungspolitischen Grundkonsens mehr

c) Feindbilder

4. Die Waffen sprechen – die Verfassungskrise mündet in den teutschen Konfessionskrieg

   V. Das Reich um 1650

1. Endlich Frieden!

2. Materia Belli – die Diagnose

a) Das konfessionspolitische Problem

b) Das verfassungspolitische Problem

3. Materia Pacis – die Therapie

a) Lösung des Konfessionsproblems, Auflösung des Reichsverbands?

b) Der Zweite Religionsfriede

c) Die Gewichte im Reichssystem werden austariert

  VI. Das Reich um 1700

1. Schwierige Nachkriegsjahre

2. Leopolds Herrschaftstechniken

3. Der Immerwährende Reichstag

4. Phasen des Wiederaufstiegs des Kaisertums

 VII. Das Reich um 1750

1. Ist das Alte Reich noch auf der Höhe der Zeit?

a) Was dem Zeitgeist am Reich nicht gefällt

b) Die Handlungsmaximen der europäischen Großmachtpolitik kontaminieren die Reichspolitik

c) Zwei Quader des Reichsgebäudes werden riesengroß

2. Schleichender Kursverfall: das Reich 1710–1740

a) Reichspolitik wird Nebensache

b) Reichspolitik im Spannungsfeld der alten konfessionellen und einer anhebenden machtpolitischen Rivalität

3. Die erste Phase des Dualismus – Friedrich von Preußen blockiert das Reichssystem

a) Der Dualismus wird virulent

b) Friedrichs politische Maximen und das Reichssystem

c) Unterstützung für Kaiser Karl VII.

d) Das Kaisertum Franz‘ I. soll blockiert werden

e) Siebenjähriger Krieg und Reichssystem

f) Gegenwehr Franz‘

4. Die zweite Phase des Dualismus – Friedrich als ‘Gegenkaiser’

a) Joseph II. und das Reich

b) Das Reichssystem im Bayerischen Erbfolgekrieg

c) Fürstenbund und Reichssystem

d) Ist das Reich am Ende?

VIII. Das Reich um 1800

1. Der Erste Koalitionskrieg und die Reichsverfassung

2. Der Zweite Koalitionskrieg und die Reichsverfassung

3. Der Reichsdeputationshauptschluss

4. Der Dritte Koalitionskrieg und die Reichsverfassung

5. Die finalen Schläge im Sommer 1806

   IX. Rückblick: die beiden großen Themen und einige Grundmuster der Reichspolitik

  Auswahlbibliographie

  Sachregister

Geschichte kompakt

In der Geschichte, wie auch sonst,dürfen Ursachen nicht postuliert werden,man muss sie suchen.    (M.Bloch)

Das Interesse an Geschichte wächst in der Gesellschaft unserer Zeit. Historische Themen in Literatur, Ausstellungen und Filmen finden breiten Zuspruch. Immer mehr junge Menschen entschließen sich zu einem Studium der Geschichte, und auch für Erfahrene bietet die Begegnung mit der Geschichte stets vielfältige neue Anreize. Die Fülle dessen, was wir über die Vergangenheit wissen, wächst allerdings ebenfalls: Neue Entdeckungen kommen hinzu, veränderte Fragestellungen führen zu neuen Interpretationen bereits bekannter Sachverhalte. Geschichte wird heute nicht mehr nur als Ereignisfolge verstanden, Herrschaft und Politik stehen nicht mehr allein im Mittelpunkt, und die Konzentration auf eine Nationalgeschichte ist zugunsten offenerer, vergleichender Perspektiven überwunden.

Interessierte, Lehrende und Lernende fragen deshalb nach verlässlicher Information, die komplexe und komplizierte Inhalte konzentriert, übersichtlich konzipiert und gut lesbar darstellt. Die Bände der Reihe „Geschichte kompakt“ bieten solche Information. Sie stellen Ereignisse und Zusammenhänge der historischen Epochen der Antike, des Mittelalters, der Neuzeit und der Globalgeschichte verständlich und auf dem Kenntnisstand der heutigen Forschung vor. Hauptthemen des universitären Studiums wie der schulischen Oberstufen und zentrale Themenfelder der Wissenschaft zur deutschen und europäischen Geschichte werden in Einzelbänden erschlossen. Beigefügte Erläuterungen, Register sowie Literatur- und Quellenangaben zum Weiterlesen ergänzen den Text. Die Lektüre eines Bandes erlaubt, sich mit dem behandelten Gegenstand umfassend vertraut zu machen. „Geschichte kompakt“ ist daher ebenso für eine erste Begegnung mit dem Thema wie für eine Prüfungsvorbereitung geeignet, als Arbeitsgrundlage für Lehrende und Studierende ebenso wie als anregende Lektüre für historisch Interessierte.

Die Autorinnen und Autoren sind in Forschung und Lehre erfahrene Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Jeder Band ist, trotz der allen gemeinsamen Absicht, ein abgeschlossenes, eigenständiges Werk. Die Reihe „Geschichte kompakt“ soll durch ihre Einzelbände insgesamt den heutigen Wissenstand zur deutschen und europäischen Geschichte repräsentieren. Sie ist in der thematischen Akzentuierung wie in der Anzahl der Bände nicht festgelegt und wird künftig um weitere Themen der aktuellen historischen Arbeit erweitert werden.

Kai Brodersen      Martin KintzingerUwe Puschner      Volker Reinhardt 

I. Hinführung: Wie funktionierte das Alte Reich?

1. Das Alte Reich, ein Unikat

Als sich Geschichtsbetrachtung zur Wissenschaft ausformte, im 19., dem nationalstaatlichen Jahrhundert, war das Alte Reich nicht wohl gelitten – bestenfalls ein drolliges Ungetüm, dessen wundersam verschnörkelten Aufbau und dessen Erzwingungsschwächen man gallig kommentierte, war es vielen sogar Inbegriff deutscher Schmach und nationaler Ohnmacht. Das Alte Reich hatte jene unseligen Zustände verschuldet, die die kleindeutschborussische Kampffront der Historiographie zu überwinden trachtete. Was man herbeischreiben und seit 1871 endlich, endlich im nationalen Taumel ganz unwissenschaftlich, weil distanzlos bejubeln wollte, war ein nach innen wie außen durchsetzungsfähiger Nationalstaat. Dessen Gefährdungen durch einen entfesselten Nationalismus, seine Übersteigerung im Totalitarismus, schließlich seine Einbindung in neue übernationale und föderale Strukturen: das gehörte nicht zum Erfahrungsschatz der Gründerväter unserer Wissenschaftsdisziplin. Die Maßstäbe ihrer Formationsphase (und mit ihnen die zur weltanschaulichen Grundausstattung des professionellen Historikers gehörende Geringschätzung des Alten Reiches) wirkten indes erstaunlich lange nach, um erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts ihre Verbindlichkeit einzubüßen.

E

„Altes Reich“Weil die zeitgenössische Titulatur „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation“ so lang ist, hat sich in der Forschung dieses Kürzel durchgesetzt; „alt“ ist das 1806 untergegangene Reich im Kontrast zum 1871 gegründeten Kaiserreich.

Ein nach innen wie außen durchsetzungsfähiger Nationalstaat: das nun war das Alte Reich nicht. Es war strukturell nichtangriffsfähig (was heutzutage auch seinen Charme ausmachen mag) – Reichszweck waren nicht Machterweiterung und Expansion, sondern Rechtsschutz und Friedenswahrung. Rechtsschutz: das Reich hatte die Dynamik der Macht gerade einzudämmen, dafür zu sorgen, dass Untertanen vor der Willkür ihres Landesherrn geschützt wurden, kleine Reichsstände vor der Arroganz der großen, die Reichsstände überhaupt vor kaiserlichem Übermut – das Reich belancierte aus, überwachte den Status quo, war insofern tendenziell konservativ. Friedensschutz: der Reichsverband sollte verbürgen, dass in der Mitte des Kontinents Ruhe und Stabilität herrschten, dass Territorien, die auf sich allein gestellt wehrlos waren, nicht schikaniert oder gar annektiert wurden, weil es dem bösen Nachbarn so gefiel; dass das Reich nicht ähnlich geeignet war, seine Glieder gegenüber anderen politischen Systemen, vor einer zunehmend aggressiven europäischen Umgebung zu schützen, war sein größtes Defizit.

Das Reich war nach innen viel weniger durchsetzungsfähig als die gleichzeitigen werdenden Nationalstaaten ringsum; was an einem Weniger an Staatlichkeit liegt, das dieses Büchlein noch erklären muss. Wir werden beispielsweise sehen, dass das Reich fast keine eigenen Verwaltungsstäbe besaß, deshalb für die Umsetzung des zentral Beschlossenen auf Personal und guten Willen seiner Gliedterritorien, ihrer Verwaltungen angewiesen war; dass es über kein eigenes einheitliches Heer verfügte; dass keine nennenswerten regelmäßigen Reichssteuern flossen; dass das Reichsoberhaupt nicht den Glauben der Bewohner des Reichsgebiets bestimmen konnte (für die Frühe Neuzeit ein wichtiges Attribut der Staatlichkeit). Das Reich hatte keine eigentliche Hauptstadt, dafür mehrere politisch und viele kulturell wichtige Zentren; es barg so große Vielfalt, bot so viele Freiräume, dass es den europäischen Zeitgenossen als guter Raum zum Leben galt. Das Alte Reich war in seiner Zeit wohlgelitten, der gute Ruf wurde erst nach seinem Untergang ruiniert, durch üble Nachrede des nationalstaatlichen 19. Jahrhunderts.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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