Das Dorf Band 9: Die Reise zum Mond - Karl Olsberg - E-Book

Das Dorf Band 9: Die Reise zum Mond E-Book

Karl Olsberg

4,9

Beschreibung

Schon lange träumt der alte Lausius davon, zum Mond zu fliegen. Doch der Start seiner Mondflugmaschine verläuft nicht nach Plan, und plötzlich findet sich Primo auf einer Reise wieder, von der es keine Rückkehr zu geben scheint … "Die Reise zum Mond" ist der neunte Band der erfolgreichen Buchserie in der Welt des Computerspiels Minecraft von Bestseller-Autor Karl Olsberg. Das Besondere: Jeder kann die darin beschriebene Welt selber erkunden! Der benötigte Minecraft-Seed ist enthalten.

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Seitenzahl: 138

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Karl Olsberg

Das Dorf

Copyright 2016Karl Olsberg

ISBN9783741851421

Publishedby epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

www.karlolsberg.de

Minecraft ®/TM & © 2009-2016Mojang / Notch. Dies ist kein offizielles Lizenzprodukt. Der Autor ist mit Mojang nicht verbunden.

1.Ich bin dann mal weg

Die Morgensonne färbt den Himmel orangerot. Einneuer Tag bricht an in dem kleinen Dorf am Rand der Schlucht. Noch hört man das vereinzelte Stöhnen der Nachtwandler in der Nähe, doch schon bald wird die Sonne sie in ihre dunklen Höhlen zurücktreiben, und diejenigen, die es nicht rechtzeitig schaffen, werden zu wandelnden Fackeln.

Primo streckt sich genüsslich. Er hat gut geschlafen und freut sich darauf, seine schimmernde Diamantrüstung anzulegen und damit durchs Dorf zu stolzieren. Als offizieller Beschützer ist er jetzt einer der wichtigsten Dorfbewohner, und das fühlt sich irgendwie gut an. Noch besser fühlt es sich allerdings an, dass er jetzt endlich mit Golina verheiratet ist! Er dreht sich auf die Seite und schließt die Augen. Nur noch ein kleines bisschen dösen ...

Paul, der Wolf, kratzt an der Tür.

„Lässudenwolfraus?“, murmelt Golina im Halbschlaf.

Primo seufzt,steht aufund legt seine Rüstung an. Paul knurrt,winseltund schnüffeltan der Tür. Vielleicht ist da draußennochein Nachtwandler, den er jagen will. Darin ist er inzwischen fast so gut wie Asimov, der Golem.

AlsPrimodie Tür öffnet, schießtPaul mit wildem Gebell hinaus. Doch es ist kein Monster, das er jagt, sondern Mina, die Katze, die gerade über den Kiesweg vor der Schmiede schleicht. Mina faucht und ergreift die Flucht, während Paul ihr kläffend nachjagt.

„Paul! Hierher!“, ruft Primo.

Doch der Wolf ist nicht zu bremsen.Genau in diesem Moment öffnet sich die Tür der Bibliothek auf der anderen Straßenseite, und der alte Lausius tritt heraus. Er hat einen großen Stapel Papierin der Hand. Mina macht einen Satz auf seinen Arm, um sich vor Paul in Sicherheit zu bringen, wasden Wolfdazu veranlasst, ebenfalls an dem Alten hochzuspringen.

Durch die Wucht des Anspringens wird Lausius umgeworfen. Papiere fliegen durch die Luft. Die Katze jagtmiauenddavon und flüchtet sich auf den Kopf von Asimov, der in diesem Moment mit schweren Schritten die Dorfstraße entlang stakst. Paul rennt laut kläffend um den Golem herum, traut sich jedoch nicht,an ihm hochzuspringen.

„Pfui! Aus! Platz!“, erklingt Asimovs metallische Stimme. „Geh weg, du Untier! Und wehe, du hebst dein Bein an mir!“

Der Wolf ignoriert die Befehle und kläfft weiter.Primoläuft zu Lausius und hilft ihm, die Papiere wieder aufzusammeln.

„Kinder, ich kann so nicht arbeiten!“, stöhnt der Alte.

„Tut mir leid“, erwidert Primo. „Paul ist manchmal ein bisschen ungestüm.“

„Ich hab ja gleich gesagt, wir hätten ihn Jette in dem Dorf imfernenOsten schenken sollen“, grummelt Asimov und wirft dem Wolfeinen finsteren Blick zu.

„Was ist denn jetzt schon wieder los?“, fragt Magolus, der gähnend aus der Kirche kommt. „Wie soll man denn bei diesem Krach schla..., ich meine,meditieren?“

Auch die anderen Dorfbewohner kommen jetzt aus ihren Häusern und beschweren sich über das Gebell.

„Der Wolf verscheucht mir meine Fische!“, meint Olum.

„Und meine Schafe jagt er auch immer quer über die Wiese.Die sind schon so nervös, dass ich sie kaum noch scheren kann“, meckert Jarga.

„Aber wenigstens hält er die Nachtwandler fern“, wendet Bendo ein.

„Dafür haben wir doch den Golem“, entgegnet Kaus. „Der macht jedenfalls nicht so einen Radau!“

„Ich frage mich manchmal, wie Primo das Dorf beschützen will, wenn er nicht mal seinen Wolf unter Kontrolle hat“, meint Hakun.

„PAUL, AUS!“, donnert Golinas Stimme durchs Dorf. „HIERHER,BEI FUSS!“

Augenblicklich hört der Wolf auf, zu kläffen, undläuftmit eingekniffenem Schwanz zu ihr.

„Vielleicht sollte Golina unsere Dorfbeschützerin sein“, kichert Kaus. „Die muss nur einmal brüllen, und alle Nachtwandler ergreifen die Flucht!“

Primo wirft ihm einen finsteren Blick zu, obwohl er zugeben muss, dass Kaus recht hat: Golina kann ganz schön furchterregend sein, wenn sie wütend ist. Während sich die Versammlung der Dorfbewohner allmählich wieder auflöst, hilft er dem vor sich hin murmelnden Lausius, die letzten Blätter aufzusammeln. Manche zeigen seltsame Zeichnungen, andere sind voller Zahlen, die in kleinen Kästchen angeordnet sind.

„Was bedeutet das?“, fragt er den Alten.

„Das verstehst du sowieso nicht“, murmelt dieser. „So ein Ärger! Alles durcheinander! Das dauert Stunden, die Berechnungen neu zu sortieren.“

„Was denn für Berechnungen?“, fragt Primo.

„Wenn ich einen Fehler mache, gibt es eine Katastrophe!“, erwidert Lausius, ohne auf Primos Frage einzugehen.

Primo schüttelt nur den Kopf. Der Alte ist eben ein bisschen wunderlich.Er hilft Lausius, die Blätter wieder in die Bibliothek zu tragen, die voll von Bücherstapeln und vollgekritzeltem Papier ist.

„Guten Morgen“, sagt er zu Kolle, Margi und Kolles Eltern, die zusammen mit Lausius in der Bibliothek wohnen, wodurch es hier ganz schön eng ist.

„Du solltest deinen Wolf wirklich ein bisschen besser unter Kontrolle halten“, meint Kolle. „Wir wollen doch nicht, dass wir bald wieder eine Diskussion darüber haben, ob Paul im Dorf bleiben darf.“

„Ach was“, tut Primo die Bedenken ab. „Der Wolf ist doch harmlos, und eigentlich mögen ihn alle. Ich habe gesehen, wie Hakun ihm heimlich ein Stück Hühnerbraten zugesteckt hat, und Jarga benutzt ihn sogar manchmal, um ein verirrtes Schaf zu suchen.“

„Trotzdem“, meint Kolle. „Es wäre gut, wenn er besser gehorchen würde. Dann könnten wir ihn vielleicht auf unser nächstesAbenteuer mitnehmen, und ...“

„Was für ein nächstes Abenteuer?“, fragt Margi scharf.

„Ich meinte, äh, falls wir ... also nur theoretisch ...“, stammelt Kolle, verstummt jedoch, als er ihren strengen Blick bemerkt.

Primo freut sich insgeheim, dass nicht nur er selbst es ist, der hin und wieder zurechtgewiesen wird. Andererseits ist es schon eine ganze Weile her, dass sie zur Ebene der Eistürme im fernen Osten gereist sind, und ein kleines bisschen vermisst er die Aufregung ihrer gemeinsamen Abenteuer. Seit er offiziell zum Dorfbeschützer ernannt wurde,gab es noch nicht viele Gefahren, vor denen er irgendwen hätte beschützen können. Der böse Enderman Artrax hat sich nicht wieder blicken lassen, und die Nachtwandler und Knochenmänner, die sichgelegentlichin die Nähe des Dorfs verirren, nehmen schnellReißaus,wenn Paul oder Asimov hinter ihnen her sind. Manchmal kommt sichPrimotrotz seiner schimmernden Diamantrüstungein bisschen überflüssig vor.

Doch auch an diesem Tag passiert nichts Aufregendes mehr, undamnächsten ebenso wenig. Statt Primo ist es nun Golina, die Paul morgens vor die Tür lässt, und unter ihrem strengen Blick wagt er es nicht, die Katze zu jagen, obwohl diese mit erhobenem Schwanz an ihm vorbei stolziert, als wolle sie ihnärgern.

Primo bringt Nano zum Unterricht bei Birta.Nachdem der hinterlistige ArtraxsieineinenNachtwandler verwandelt hatteund Ruuna sie wieder geheilt hat, ist Magolus‘ Gehilfin viel freundlicher geworden. Sie lächelt sogar, als sie Nano die Tür öffnet, und juckt sich an der Nase, wo ein großer blauer Punktzu sehen ist.

Auf dem Rückweg kommtPrimogerade an der Bibliothek vorbei, als Kolle aus dem Haus tritt.

„Hast du Lausius gesehen?“, fragtseinFreund.

„Lausius? Nein. Ist er denn nichtbei euchin der Bibliothek?“

„Dann würde ichwohl nichtnach ihmfragen.“

„Wann hast du ihn denn zuletzt gesehen?“

„Gestern Abend vor dem Einschlafen.“

„Hm. Seltsam. Vielleicht wollte er bloß einen kleinen Spaziergang machen.“

„Ja, vielleicht. Aber es sieht so aus, als hätte er einen großen Stapel Papier mitgenommen, und ein paar Vorräte fehlen auch. Außerdem habe ich das hier gefunden.“ Er zeigt Primo einen Zettel, auf den in unordentlicher Schrift eine Nachricht gekritzelt wurde:Ich bin dann mal weg.

„Er wird schon wieder auftauchen“, meint Primo. „Du weißt doch, wie er ist.“

„Eben“, erwidert Kolle. „Er ist so zerstreut, dass ich mich nicht wundern würde, wenn er in die Schlucht gefallen ist.“

Sie sehen sich einen Moment lang erschrocken an, dann rennen sie beide los. Doch am Grund der Schlucht ist Lausius nicht, und auch nicht auf der Wiese daneben. Sie fragen alle Dorfbewohner, doch niemand hat den Alten gesehen.

„Hat ergesternirgendwas gesagt, wo er hinwill?“, fragtPrimo.

Kolle schüttelt den Kopf. „Er hat in letzter Zeit immer nur vom Mond geredet.“

Primo lacht. „Na, dorthin kann er jedenfalls nicht gegangen sein.“

Gegen Mittag ist das ganze Dorf in heller Aufregung. Obwohl Lausius oft mürrisch und gedankenverloren ist, mögen ihn alle. Selbst Birta beteiligt sich an der Suche.Primo beschließt, Ruuna und Willert zu fragen, und geht zu ihrem abgelegenen Häuschen tief im Wald. Doch die beiden haben Lausius ebenfalls nicht gesehen. Gemeinsam durchsuchen sie den Wald, doch der Alteist wie vom Erdboden verschluckt.

Erst spätabends, als die Sterne bereits am Himmel stehen und Nachtwandler stöhnend durch die Landschaft wanken, kehrt er nach Hause zurück. Dank seiner Diamantrüstung und des Schwerts, das sein Vater für ihn geschmiedet hat, wehrt er gelegentliche Monsterangriffe mühelos ab.Golina macht ihm keine Vorwürfe. Sie sorgt sich ebenfalls um Lausius.

„Keine Angst, er ist lange genug allein in der Welt herumgereist“, versucht Primo sie zu trösten. „Er kommt schon zurecht.“

„Aber was, wenn er für immer fortgegangen ist?“

„Das glaube ich nicht.“

Doch obwohl die Dorfbewohner die Suchaktion in den nächsten Tagen ausdehnen, bleibt der Alte spurlos verschwunden. Nachdem zehn Tage vergangen sind, muss Primo einsehen, dass Golina womöglichrecht hatte: Lausius hat das Dorf für immer verlassen, um irgendeiner verrückten Idee nachzujagen.

2. Geräusche in der Nacht

„Papa, hast du das gehört?“

Primo schreckt aus dem Schlaf.„Hmwas?“

Nano steht neben dem Bett. „Da war so ein Wumms.“

Primo lauscht in die Dunkelheit, doch nur das gleichmäßige Atmen von Golina neben ihm ist zu hören. „Leg dich wieder schlafen, mein Sohn“, sagt er. „Du hast das bestimmt nur geträumt.“

„Aber das war kein Traum. Ich habe es ganz genau gehört. Es hat Wumms gemacht.“

„Vielleicht war es ein Knallschleicher, der von einem Knochenmann angegriffen wurde. Das passiert manchmal, und dann explodieren sie. Ist nicht schlimm.“

„Ja, Papa. Gute Nacht.“

„Gute Nacht, mein Sohn.“

Doch es wird keine gute Nacht mehr. Primokann nicht wieder einschlafen. Er muss an Artrax denken. Der böse Enderman hat sich lange nicht blicken lassen, doches ist kaum vorstellbar, dassseineWutauf die Dorfbewohner und besonders aufPrimonachgelassen hat. Was magsein Erzfeindplanen?

Ein dumpfer Knall wie aus weiter Ferne lässt ihn hochschrecken. Paul reckt den Kopf und knurrt leise.

„Hast du es diesmal gehört, Papa?“, fragt Nano.

„Ja, mein Sohn. Mach dir keine Sorgen. Es ist bestimmt nichts.“

Dennoch steht Primoauf, legt so leise wie möglich seine Rüstung anund tritt mit gezogenem Schwertund in Begleitung seines Wolfsaus dem Haus. Falls Artrax erneut mit einer Armee von Knallschleichern das Dorf angreift, ist er bereit, für die Sicherheit der Dorfbewohner zu kämpfen.

Draußenist alles ruhig. Die Sterne ziehen langsam über den Himmel, und mit ihnen ein fahler, rechteckiger Mond.Ein Nachtwandler stöhnt in der Ferne, doch keinMonster scheint sich ins Dorf zuwagen.

Primo geht zu Asimov, der wie üblich die Dorfstraße entlang patrouilliert. Mina, die Katze, faucht bei Pauls Anblick. Zum Glück ignoriert der Wolf sie und schnüffelt stattdessen am Boden.

„Hast du das auch gehört?“, fragt Primo.

„Meinstdudas Knirschen deinerSchritteim Kies? Das Fauchen der Katze? Das Stöhnen der Nachtwandler? Das Schnüffeln des Wolfs? Das leise Rascheln des Winds im Laub?“, erwidert Asimov.„Ich höre viel, wenn die Nacht lang ist.“

Wumms,erklingt von irgendwo eindumpfer Knall. Der Boden bebtleicht. Erschrocken sieht sich Primo um, doch er kann keine Ursache erkennen.

„Das meinte ich“, erklärt er.

„Ja“, sagt Asimov.

„Was, ja?“

„Ja, das habe ich gehört.“

„Was war das?“, fragt Primo.

„Ein Geräusch“,stelltAsimovfest.

„Ach,wirklich?“

Primozuckt mit den Schultern undwandertdurchs Dorf, dochnirgendwo sind Anzeichen einer Gefahr zu erkennen. Trotzdem isterbeunruhigt. Er beschließt, auf den Kirchturm zu klettern, um von dort oben Ausschau zu halten.Leise öffnet er die Tür zur Kirche, um Magolus nicht zu wecken.DerPriesterschnarcht laut, während Primo die Leiter hinaufklettert.

Vom Turm aus hat er einen guten Überblick über das Dorf und die umgebenden Wiesen. Er sieht einige Spinnen, die mitrot glimmenden Augen in der Nacht herumwuseln,den einen oder anderen Knochenmann und Nachtwandler und sogar einen Knallschleicher. Doch nichts deutet darauf hin, dass irgendetwas an dieser Nacht ungewöhnlich ist.

Wumms!

Primo erschrickt. Der Turm hat leicht gewackelt. Doch es istimmer noch keine Ursache fürdie Knallereizu erkennen.

Paul, der unten vor der Kirchentür gewartet hat, knurrtund winselt plötzlich.Er schnüffelt am Boden, dann kratzt er mit der Pfote im Kiesund fängt an, zu bellen.

„Paul, aus!“, ruft Primo vom Kirchturm herab. „Ruhe! Lass das! Pfui!“

Doch der Wolf kläfft nur noch lauter. Hastig klettert Primo die Leiter herab. Als er unten ankommt, blickt er in Magolus‘verärgertesGesicht.

„Was machst du hier mitten in der Nacht in meiner Kirche?“

„Ich hab ein Geräusch gehört, und da dachte ich, ich seh‘ mal nach ...“

„Wenn du deinkläffendesVieh suchst, esist draußen vor der Kirche!“, schimpft Magolus.

Mittlerweile hat Paul das ganze Dorf aufgeweckt. Schlaftrunkene Dorfbewohnerkommen aus ihren Häusern. Erst, als Golina ihm ein scharfes Kommando gibt, hört der Wolf auf zu bellen.

„Was soll denn dieser Krach mitten in der Nacht?“, schimpft Olum. „Ich hab gerade geträumt, dass ich einen besonders dicken Fisch an der Angel hab. Und ausgerechnet in dem Momentwerde ich geweckt!“

„Und ich hab geträumt, dass meine Schafe plötzlich fliegen können“, erzählt Jarga. „Immer, wenn ich sie scheren wollte, flatterten sieeinfachdavon. Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass der Wolf michaufgeweckt hat.“

„Kannst duPaulnicht wenigstens in der Nacht ruhig halten, Primo?“, fragt Kaus.

„Warum hat er denn nun eigentlich gebellt?“, will Hakun, der Fleischer, wissen.

„Frag ihn dochselber“, erwidert Kausund zeigt auf Paul.

„Witzbold!“, meint Hakun.

Magolus hebt die Arme. „Geht wieder ins Bett, Leute!Ich bin sicher, Primo und Golina werden dafür sorgen, dass der Wolf jetzt ruhig ist.Das werdet ihr doch, oder?“

„Ja, natürlich“, sagt Primo schnell. „Komm, Paul!“

Doch genau in diesem Moment ertönt erneut ein dumpfer Knall. Paulfängt sofort wieder an, zu bellen.

Erschrocken rufen alle durcheinander:

„Bei Notch, was war das?“

„Knallschleicher greifen an!“

„Der böse Endermann nimmt wieder Rache an uns!Er wird das Dorf zerstören!“

„Hilfe! Rette sich, wer kann!“

„Nein, nein!“, ruft Primo. „Das ist kein Angriff. Ich versichere euch ...“

Doch niemand hört ihm zu. Alle rennen in Panikumherwie aufgescheuchte Hühner. Manche der Dorfbewohner flüchten sich in ihre Häuser, andere rennen in die Kirche. Kaus, der Bauer, klettert auf das Dach seines Hauses, wo er offenbar hofft, vor einem Knallschleicher-Angriff in Sicherheit zu sein.

Nur Primo, Golina, Nano, Kolle, Margi und Primos Vater Porgo bleiben zurück. Ratlos sehen sich die Freunde an.

„Was hat das zu bedeuten?“, fragt Golina.

Primo zuckt mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich war oben auf dem Kirchturm, hab aber nirgends eine Ursache für dieKnallereigesehen.“

Nano deutet auf Paul, der aufgeregt am Boden kratzt, winselt und bellt. „DerWummskam von unten, Papa“, sagt er.

„Er hat recht“, meint Margi. „Der Boden hat leicht gezittert. Irgendwas muss in der Tiefe unter uns explodiert sein.“

„Ein Knallschleicher vielleicht“, meint Porgo. „Manchmal greifen Knochenmänner sie an, und dann kann es vorkommen, dass sie explodieren.“

„Aber nicht mehrmals in einer Nacht“, widerspricht Primo.

„Es muss eine andere Ursache geben“, stimmt ihmKollezu. „Und ich fürchte, ich ahne, wer dahinter steckt.“