Das Dorf: Der Streit - Karl Olsberg - E-Book
Beschreibung

In dem kleinen Dorf am Rand der Schlucht scheint die Welt in Ordnung zu sein. Doch ein harmloser Streit zwischen Primo und seiner Freundin hat ungeahnte Folgen: Golina verschwindet spurlos, und die Suche nach ihr führt Primo und Kolle bis in die gefährliche Unterwelt des Nether ... "Der Streit" ist der dritte Band der erfolgreichen Buchserie in der Welt des Computerspiels Minecraft von Bestseller-Autor Karl Olsberg. Das Besondere: Jeder kann die darin beschriebene Welt selber erkunden! Der benötigte Minecraft-Seed sowie exakte Positionsangaben der Handlungsschauplätze sind enthalten.

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Seitenzahl:107

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Karl Olsberg

Copyright 2015 Karl Olsberg

ISBN978-3-7375-4046-9Published by epubli GmbH, Berlin, www.epubli.dewww.karlolsberg.de

Minecraft ®/TM & © 2009-2015 Mojang / Notch. Dies ist kein offizielles Lizenz

Minecraft Seed für das Dorf: 100200300400500

Erkunde selbst das kleine Dorf am Rand der Schlucht und die Welt darum herum! Das ist ganz einfach (Anleitung für die PC-Version):

Starte Minecraft
Wähle „Einzelspieler“
Klicke auf „Neue Welt erstellen“
Wähle einen Namen für deine Welt, z.B. „Das Dorf“
Klicke auf „Weitere Weltoptionen …“
Gib in das Fenster „Startwert für den Weltgenerator“ den Wert 100200300400500 ein.
Klicke auf „Neue Welt erstellen“.

Du spawnst am Hang eines Bergs. Steige hinab in die Ebene zu deinen Füßen und wende dich nach links, dann kommst du bald an ein Dorf, das an einer Schlucht liegt. Dies ist das Dorf, in dem die vorliegende Geschichte spielt. Natürlich verhalten sich nicht alle Bewohner im Spiel genauso wie in meiner Geschichte, aber die Welt, die ich beschreibe, ist genau die, durch die du wanderst.Am Ende dieses Buches findest du weitere Hinweise, wie du die Schauplätze dieser Geschichte erkunden kannst.Viel Spaßdabei!

Hinweis: Dieser Seed generiert die Welt von „Das Dorf“leider nurin der PC-Version. Als ich diese Geschichte schrieb, war die aktuelle Minecraft-Version 1.8.1. Es ist möglich, dass in späteren Minecraft-Versionen der Seed 100200300400500auch auf dem PC eine andere Welt generiert als die beschriebene. In diesem Fall musst du eine frühere Version (z.B. 1.8.1) installieren, wenn du die Welt des Dorfs erkunden willst.

1.Friede, Freude, Eierkuchen

Golina drängt sich ängstlich an Primo, während sie durch den Wald wandern. Es fühlt sich ziemlich gut an, findet er.

„Du weißt wirklich, wie der Weg zu Willerts Hütte ist?“, fragt sie.

Er bemüht sich um einen lässigen Tonfall. „Klar! Bleib einfach dicht bei mir, dann kann dir nichts passieren!“

„Ich wünschte, wir wären zusammen mit Kolle und Margi gegangen!“

Primos gute Laune verschwindet schlagartig. Soll das etwa heißen, er reicht seiner Freundin als Beschützer nicht aus? „Die beiden sind nun mal schon vorgegangen“, sagt er gereizt. „Wenn du nicht so lange gebraucht hättest ...“

„Ich?“ Golina schnaubt entrüstet. „Wem ist denn in letzter Minute eingefallen, dass wir noch ein Gastgeschenk für Ruuna und Willert brauchen?“

„Wenigstens hab ich daran gedacht!“, verteidigt sich Primo.

„Du hast daran gedacht, und ich hab die ganze Arbeit damit gehabt!“, beschwert sich Golina und hält das Bild hoch, das sie für die beiden gemalt hat. Es zeigt ein Schaf auf einer Wiese mit Blumen. Wirklich hübsch.

„Ich kann eben nicht so schön malen wie du!“

Das scheint sie zu besänftigen. „Ist ja auch egal. Wir kommen schon noch rechtzeitig. Müssen wir da vorn links oder geradeaus?“

„Äh, links, glaube ich. Oder doch geradeaus?“

Golina bleibt mit vor Schreck geweiteten Augen stehen. „Heißt das etwa, du weißt nicht, wo wir sind?“

Primo grinst breit. „Klar weiß ich das! Ich wollte dich nur ein bisschen erschrecken.“

Sie boxt ihn gegen den Arm. „Lass das gefälligst!“

Er beschließt, sicherheitshalber keine weiteren Scherze zu machen. Schließlich will er es sich mit ihr nicht verscherzen. Dazu hat er Golina viel zu gern.

Eine Woche ist vergangen, seit er mit Kolle, Willert, Ruuna und Margi von der abenteuerlichen Suche nach einem Heilmittel für seinen besten Freund zurückkehrte. Die Zeit verging wie im Flug. Jede freie Minute verbrachte Primo mit Golina. Sie gingen am Rand der Schlucht spazieren, wanderten über die Schafwiese, unterhielten sich mit Odun, dem Fischer über das Angeln oder sahen Primos Vater Porgo beim Schmieden zu. Dinge, die Primo früher langweilig gefunden hätte, waren auf einmal aufregend. Jedenfalls, wenn er dabei Golinas Hand halten durfte.

„Ich glaube, ich werde Golina heiraten!“, verkündete Primo eines Abends seinem Vater.

„Heiraten? Ist das nicht ein bisschen früh?“, fragte sein Vater.

„Wieso?“, gab Primo zurück. „Wir sind jetzt immerhin schon drei Tage befreundet! Ich liebe sie!“

„Und liebt sie dich auch?“

„Natürlich!“

Sein Vater grinste. „Weißt du, Verliebtsein ist ein tolles Gefühl. Aber das lässt nach. Wenn du mit einem Mädchen den Rest deines Lebens zusammen sein willst, dann reicht es nicht aus, dass du sie hübsch oder toll findest.“

„Ich finde sie ja nicht bloß hübsch und toll. Sie ist auch schön, süß, gutaussehend, umwerfend, bezaubernd ...“

Porgo lachte. „Schon gut! Ich meinte, du musst auch ihre schlechten Seiten kennen. Denn die hat sie ganz bestimmt, so wie jeder.“

„Golina soll schlechte Seiten haben?“, fragte Primo ungläubig.

„Ja. Und erst, wenn du die kennst und bereit bist, sie zu akzeptieren, kannst du dir sicher sein, dass sie die Richtige ist.“

„Willst du damit etwa sagen, dass ... dass auch Mama schlechte Seiten hatte?“, fragte Primo entrüstet.

Porgos Blick ging in die Ferne, und Primo bereute augenblicklich, was er gesagt hatte. Seine Mutter war von Nachtwandlern getötet worden, als er noch klein war. „Es ... es tut mir leid, Papa.“

„Schon gut, das muss es nicht. Ja, auch deine Mutter hatte schlechte Seiten. Sie war nicht sehr geduldig und neigte zum Träumen, so wie du. Aber ihre guten Seiten waren viel, viel ...“ Er stockte. Nach einem Moment räusperte er sich. „Jedenfalls kennst du Golina erst richtig, wenn du dich mit ihr gestritten hast. Wenn du sie danach immer noch heiraten willst, dann ist sie wahrscheinlich die Richtige.“

Dass man sich mit jemandem streiten muss, bevor man ihn heiraten darf, erscheint Primo nicht besonders logisch. Sein Vater hat ihm zwar erzählt, dass er sich mit seiner Mutter oft gestritten hat. Sich hinterher wieder zu vertragen, sei das Schönste daran, meinte er. Und natürlich hat sich Primo schon häufig mit Kolle gestritten, und trotzdem sind sie immer noch beste Freunde. Aber ist Streit wirklich nötig? Sollte man ihm nicht besser aus dem Weg gehen, besonders, wenn man in jemanden verliebt ist?

„Da seid ihr ja endlich!“, ruft Kolle vom Eingang der Hütte her, in der sie einige Tage verbracht haben, bevor sie zu ihrem letzten Abenteuer aufbrachen. „Habt ihr euch verlaufen oder was?“

Golina wirft Primo einen warnenden Blick zu. Jetzt bloß nichts Falsches sagen!

„Wir, äh, ich meine ich ... ich musste noch meinem Vater helfen.“

Kolle macht ein skeptisches Gesicht, sagt aber nichts. „Kommt rein! Wir warten schon auf euch.“

Sie folgen Primos Freund ins Innere der Hütte, in der es für sechs Personen ziemlich eng ist. Nachdem Golina und Primo Willert und die Hexe Ruuna umarmt haben, überreicht Primo das Geschenk. „Das hat Golina gemalt!“, sagt er stolz.

„Was soll das denn sein?“, fragt Kolle. „Der Mond? Aber wieso ist er auf die Wiese gefallen?“

Golina wirft ihm einen finsteren Blick zu.

„Das ist ein Schaf, du Blödmann!“, ruft Primo empört. „Das sieht doch jeder.“

„Sehr hübsch!“, sagt Ruuna. „Vielen Dank! Und nun setzt euch. Ich habe Kuchen gebacken.“

Sie nehmen auf zwei Bänken an einem einfachen Holztisch Platz, den Willert extra für diesen Anlass gezimmert zu haben scheint. Die Hexe holt einen großen Kuchen aus dem Ofen und stellt ihn auf den Tisch.

„Nach meinem eigenen, supergeheimen Spezialrezept!“, verkündet sie.

Skeptisch beäugt Primo den Kuchen. Er sieht sehr lecker aus, mit einer weißen Cremeschicht und roten Stückchen darauf, und duftet auch gut. Aber bei Ruuna kann man nie wissen.

„Nun nehmt, er beißt euch schon nicht!“, sagt die Hexe. „Glaube ich jedenfalls.“ Sicherheitshalber stupst sie den Kuchen an. Als er sich nicht bewegt, nickt sie zufrieden.

Zögernd nimmt sich Primo ein Stück und beißt davon ab. Der Kuchen schmeckt fantastisch! Viel besser als der Heilige Kuchen, den Birta immer in der Kirche verteilt.

„Der ... ist ... wirklich ... lecker!“, sagt er.

„Man spricht nicht mit vollem Mund!“, ermahnt ihn Golina.

Primo muss lachen.

„Was ist daran witzig?“, fragt seine Freundin.

„Nichts“, erwidert Primo und kichert. „Du siehst nur lustig aus. Du hast ganz viele kleine Pünktchen im Gesicht.“ Er sieht sich um. „Die sind überall, die Pünktchen. Die ganze Welt besteht aus Pünktchen! Ist das komisch!“ Er kann sich kaum halten vor Lachen.

„Primo?“, fragt Willert. „Geht’s dir gut?“

„Mir geht’s besser als je zuvor! Komisch, jetzt sind die Punkte weg. Dafür ist alles irgendwie verschwommen.“

„Ruuna, was hast du in den Kuchen getan?“, fragt Willert.

„Nur, was im Rezept stand“, antwortet die Hexe.

„Oh, das sieht aber seltsam aus!“, ruft Primo und hält einen Arm vor sein Gesicht. „Auf einmal haben die Dinge Umrisse aus feinen Linien! Huch ... jetzt ist alles plötzlich nur noch schwarzweiß! Kann ich noch ein Stück von dem Kuchen haben?“

„Nein!“, sagt Willert, nimmt den Kuchen vom Tisch und trägt ihn aus dem Haus.

„Ist das alles schön bunt hier!“, meint Primo.

„Was ist bloß mit ihm los?“, fragt Golina. Ihre Stimme klingt besorgt.

Primo versteht nicht warum – er hat sich noch nie besser gefühlt! Als Willert wieder ins Haus kommt, bekommt er einen Lachkrampf.

„Wuhahaha, du stehst ja auf dem Kopf!“, ruft er und hält sich den Bauch vor Lachen. „Und der Fußboden ist an der Decke!“

„Was war das für ein Rezept, Ruuna?“, fragt Willert. Er scheint über irgendetwas sehr zornig zu sein.

„Das ist supergeheim, hab ich doch schon gesagt!“, erwidert die Hexe beleidigt.

„Wieso ist denn der Fußboden auf einmal blau?“, fragt Primo.

„Ich will sofort wissen, was du in den Kuchen getan hast!“, ruft Willert. „Und komm mir bloß nicht wieder damit, dass das Rezept supergeheim sei!“

„Schrei mich nicht so an!“, ruft Ruuna. „Da sind bloß ganz normale Zutaten drin: Getreide, Eier, Zucker, Milch, Pilze ...“

Primo betrachtet die beiden fasziniert. Alles sieht auf einmal sehr seltsam aus: Der Raum ist schwarz, als sei es mitten in der Nacht. Doch er kann die Umrisse der anderen als leuchtende bunte Linien sehen.

„Pilze? Was für Pilze?“, will Willert wissen.

„Na ja, Pilze eben. Die hab ich im Wald gesammelt.“

„Du bist wirklich unmöglich, Ruuna! Du kannst doch nicht einfach irgendwelche Pilze in den Kuchen tun!“

„Aber es stand so im Rezept!“

„Ach ja? Dann zeig mir mal dieses Rezept!“

„Kann ich nicht. Es ist supergeheim.“

„Seid bitte nicht so laut!“, ruft Primo dazwischen. „Ich bekomme von eurem Gezanke Kopfschmerzen!“

Willert beugt sich besorgt über ihn. „Was siehst du jetzt?“, fragt er.

„Dich“, antwortet Primo.

„Und wie sehe ich aus?“

„Seltsam. Gerade warst du noch ganz blass, dann auf einmal grün und irgendwie grob. Jetzt kann ich dich kaum erkennen, alles ist irgendwie so unscharf.“

„Ruuna, tu irgendwas, damit das aufhört!“, sagt Willert.

„Nein, das soll nicht aufhören!“, widerspricht Primo. „Ich hab noch nie so viel Spaß gehabt! Guck mal, jetzt verändern sich plötzlich dauernd alle Farben. Ich hab gar nicht gewusst, dass die Welt so toll aussehen kann!“

„Siehst du? So schlimm ist es gar nicht!“, meint Ruuna. „Immer musst du an allem, was ich mache, rummeckern!“

Willert ignoriert sie. „Primo, sieh mich an! Du hast Halluzinationen! Versuch, dich auf mich zu konzentrieren!“

„Welchen von euch Fünfen soll ich denn jetzt anschauen?“, fragt Primo verwirrt. „Oh, ich glaube, mir wird schlecht ...“

2. Heiliges Brot

Jemand drischt mit dem Schmiedehammer seines Vaters auf Primos Kopf herum. Jedenfalls fühlt es sich so an. Er versucht, die Augen zu öffnen, schließt sie jedoch rasch wieder, weil das Licht viel zu grell ist.

„Oh!“, stöhnt er. „Oh, mein Kopf!“

„Primo!“, ruft Golina. Sie klingt besorgt und erleichtert zugleich. „Wie geht es dir?“

„Nicht so gut.“ Sein Mund fühlt sich trocken an, und er kann kaum sprechen.

„Hier, trink das!“, sagt sein Vater. Wieso ist er plötzlich in Willerts Hütte?

Primo öffnet vorsichtig ein Auge. Als er sich an das grelle Licht gewöhnt hat, erkennt er, dass er nicht mehr in der Hütte im Wald ist, sondern in seinem Bett zuhause. Porgo, Golina, Kolle und Margi sind bei ihm und blicken sorgenvoll auf ihn herab. Sein Vater hält ihm eine Glasflasche mit einer roten Flüssigkeit hin.

„Was ... was ist das? Hat Ruuna das etwa gebraut?“, fragt Primo misstrauisch.

„Nein. Das ist ein Heiltrank. Ich habe ihn von dem Fremden eingetauscht.“

„Der Fremde ist zurück?“ Primo versucht, sich aufzusetzen, wobei das Pochen in seinem Schädel intensiver wird.

„Trink jetzt erst mal!“, sagt sein Vater.

Primo gehorcht. Die Flüssigkeit schmeckt nicht besonders gut, aber bald geht es ihm besser.

„Wie bin ich hierhergekommen?“, fragt er.

„Kolle hat dich getragen“, erklärt Margi. „Wir dachten, es ist besser, wenn wir dich nach Hause bringen. Ruuna wollte dir einen Trank brauen, der dich wieder gesund macht, aber Willert hat es nicht erlaubt. Die beiden haben sich ziemlich gestritten deswegen.“

„Ich hab mir solche Sorgen gemacht!“, sagt Golina.