• Herausgeber: KBV
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

Spurlos in Bielefeld Dieser Fall gibt der Bielefelder Kripo Rätsel auf: Ist der attraktive Anlageberater Heberlein wirklich nur auf der Flucht vor seinen Gläubigern abgetaucht? Seine Leiche wurde zwar nie gefunden, aber die Aussage seiner schillernden Geliebten, der femme fatale Lara Kaspari spricht eher für ein Verbrechen. Kommissar Domeyer und seine Kollegin Tschöke vom Bielefelder KK11 stellen bald fest, dass es an Personen mit einem Mordmotiv nicht mangelt. Was war mit dem "dicken Fisch an der Angel" gemeint, von dem Heberlein kurz vor seinem Verschwinden sprach? Geht es um Geld, oder steckt doch etwas anderes dahinter? Als dann noch ein Kripo-Kollege spurlos verschwindet und ein geheimnisvolles Manuskript auftaucht, kommt den Beamten ein grausiger Verdacht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

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Seitenzahl: 420

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Heike Rommel Das fremde Grab

Von der Autorin bisher bei KBV erschienen:

Nacht aus Eis

Heike Rommel, geboren 1962 in Olpe, hat Psychologie und Visuelle Kommunikation studiert und lebt in Bielefeld. Sie arbeitet seit über zwanzig Jahren in verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Ihre ersten Schreiberfahrungen machte sie beim Verfassen eines Fantasy-Romans, bevor sie zum Krimi-Genre wechselte, das ihr als leidenschaftlicher Krimileserin und Tochter eines Kriminalbeamten und einer Polizeiangestellten naheliegt. »Das fremde Grab« ist ihr zweiter Krimi mit dem Bielefelder Ermittlerteam um Kommissar Dominik Domeyer.

Heike Rommel

Das fremde Grab

KBV

Originalausgabe © 2015 KBV Verlags- und Mediengesellschaft mbH, Hillesheimwww.kbv-verlag.de E-Mail: [email protected] Telefon: 0 65 93 998 96-0 Fax: 0 65 93 998 96-20 Umschlaggestaltung: Ralf Kramp unter Verwendung von: © Claudio Divizia, © Christian Müller – www.fotolia.de Redaktion: Volker Maria Neumann, Köln Print-ISBN 978-3-95441-265-5 E-Book-ISBN 978-3-95441-276-1

Für Willy Und für meinen Vater

Prolog

Juli

Langsam kam er wieder zu sich. Benommen und mit einem Schmerz in seinem Schädel, der wie ein eiserner Ring um seinen Kopf lag, eine Schraubzwinge, die enger und enger gedreht wurde. Als er sich die Stirn massieren wollte, spürte er den rauen Strick um seine Handgelenke. Etwas lag auf ihm wie die leichte Berührung einer kalten Hand. Plastikfolie? Er öffnete die Augen und sah nichts als Schwärze. Eine lichtundurchlässige Plane? Er leckte sich über die Lippen, ertastete getrocknetes Blut in seinem Haar. Die Plane gab etwas nach, als er dagegen drückte. Er versuchte vergeblich, sie loszuwerden. Es schien ein großer Plastiksack zu sein, in dem sein Oberkörper steckte. Er tastete nach dem Rand, doch von der Hüfte abwärts war er so fest umschnürt, dass er die Knie nicht richtig anwinkeln konnte. Etwas rieselte auf seine Lippen, Sand knirschte zwischen seinen Zähnen, und er spuckte aus. Auf der Höhe seines Mundes befand sich ein Riss in der Folie. Als er das Loch vergrößerte, fiel Erde auf sein Gesicht. Er hörte ein Prasseln. Wurde er zugeschüttet mit Erde?

Er drückte die Plane hoch, sodass die Erde zu beiden Seiten hinunterrutschte und das Loch wieder frei wurde. Wo zur Hölle war er? Und wie war er in diese beschissene Lage geraten? Er musste sich am Kopf verletzt haben und dann … verdammt, er konnte sich an nichts mehr erinnern … Nur ein Wort blitzte auf: SCHLAMPE. Doch er konnte nichts damit anfangen. Wichtiger war, wie er aus dieser Nummer rauskam!

Er stöhnte. »Hallo? Hallo!« Es klang verwaschen. »Issajeman?« Er rief, so laut er es vermochte.

Die Antwort war fortwährendes Prasseln. Gierig sog er die modrig riechende Luft ein. Das Prasseln hörte sich jetzt dumpfer an, das Gewicht, das auf der Plane lastete, nahm zu. Er konnte das Loch nicht mehr freihalten. Schnell wurde die Luft knapp. Also besser flach atmen.

Mit einem Mal fiel ihm Kanada ein. Als sie damals am Ende eines romantischen Sommers in den Rockies gezeltet hatten. Im September war es bereits kühl gewesen, sodass er seinen Mumienschlafsack in der Nacht bis auf ein kleines Loch fest zugezogen hatte. Als er am nächsten Morgen aufgewacht war, hatte er Panik bekommen und von innen hektisch an der Schnur gezerrt … Er musste aufhören, daran zu denken, das führte zu nichts! Mumie … wieso hieß so ein Schlafsack Mumienschlafsack? Und wieso dachte er über so etwas Idiotisches nach? Eine spinnwebenverklebte Mumie mit Klauenfingern tauchte vor seinem inneren Auge auf. Er bemühte sich, das Bild wegzuschieben ... Scheiß auf die Mumie, denk nach, Idiot! Wenn er doch nur die Hände freibekommen würde …

Er riss mit den Zähnen an dem dicken Strick, der in seine Handgelenke schnitt, mühte sich ab, die Kunststofffasern durchzubeißen. Während seine Kiefer mahlten, krabbelte etwas an seinem Ohr. Ein Tausendfüßler? Er versuchte, das Insekt wegzuschlagen, doch es schien geradewegs in sein Ohr zu kriechen. Er wusste, er sollte sich beherrschen, doch er schrie, bäumte sich auf, stemmte sich vergeblich gegen das, was ihn von oben niederdrückte, ihm die Luft nahm. Erde rieselte auf sein Gesicht …

1. Kapitel

Neun Monate später. Montag, 25. März

Der Schnee war gewichen, der Winter noch nicht. Was immer auch an Licht und Luft wollte, lag unter der modernden Laubschicht des Vorjahrs begraben. Kommissar Dominik Domeyer übersprang die Pfützen, während er den Hasenpatt bergab joggte, die kleine Ansammlung von Schrebergärten hinter sich ließ und in den Park abbog, der den Johannisbach umgab. Seine Atemwolken lösten sich in der Luft des grauen Morgens auf. Durch seine Laufschuhe drang allmählich Nässe und mit ihr die Kälte.

Er hatte unruhig geschlafen in der letzten Nacht, schlecht geträumt und war viel zu früh aufgewacht. Lag es an dem Streit mit seiner Frau am Vortag? Betty war ziemlich sauer, dass er den neuen Wagen gekauft hatte.

Oder war seine Bettlektüre der Grund? Er hatte abends eine Geschichte aus einem Buch seiner Tochter gelesen. Es gibt gewisse Themen, die zwar das Interesse ganz gefangen nehmen, die aber allzu grauenvoll sind, als dass sie echter Dichtung als Thema dienen dürften. Natürlich ließ sich Edgar Allan Poe danach lang und breit über die gewissen Themen aus. Als Teenager hatte er Poes Erzählungen verschlungen. Trotzdem würde er das Buch am liebsten verschwinden lassen, statt es zurück auf die Anrichte zu legen, wo Lissa es vergessen hatte. Unwillkürlich schüttelte er sich. Seine Schuhe lösten sich mit jedem Schritt schmatzend vom Boden. Das braune Wasser des Johannisbachs gurgelte, führte Zweige und Blätter mit sich. Es hatte viel geregnet in den letzten Wochen, Ostwestfalen versank im Morast. Dominik beeilte sich, nach Hause zu kommen.

Als er eine Stunde später die Tür der angenehm leeren Cafeteria des Präsidiums aufzog, kam ihm eine Mischung aus Kaffeeduft und dem Geruch warmer Brötchen entgegen. Er beglückwünschte sich zu der Idee, heute im Präsidium zu frühstücken, zumal er keine Lust auf eine weitere Auseinandersetzung mit Betty hatte. Er wollte gerade mit seinem Tablett den nächsten Tisch ansteuern, als er eine einsame Gestalt an einem Fenstertisch entdeckte. Der breitschultrige Riese saß mit dem Rücken zu ihm, doch Statur und militärisch kurzer Haarschnitt ließen keinen Zweifel zu. Der Erste Kriminalhauptkommissar Bent Andersen war aus dem Urlaub zurück. Dominik zögerte. Big Bents Büro lag zwei Türen von seinem eigenen Büro entfernt. Er hatte die letzte Mordkommission geleitet, der Dominik für kurze Zeit angehört hatte, bevor er von ihm rausgeworfen worden war. Aber es würde seltsam aussehen, wenn er sich in der verwaisten Cafeteria an einen anderen Tisch setzte.

Er trat näher. Bent hielt einen Kaffeebecher in seinen Pranken, an denen frühlingsgrüne Farbe klebte.

»Morgen, Bent.«

Bent zuckte zusammen, löste seinen Blick vom Fenster. »Dominik Domeyer!« Er räusperte sich. »Hallo.«

»Darf ich?«

Bent nickte und räusperte sich noch einmal. Sein Gesicht war sonnengebräunt, die zahlreichen Narben darin glichen feinen, hellen Linien. Nina hatte erwähnt, dass er auf eine Kanareninsel geflogen sei.

»Der Urlaub von Bielefeld hat gutgetan, hm?«, fragte Dominik.

»Allerdings. Bei dem Wetter kann man sich vorstellen, wie Varus mit seinen Legionen im Schlamm des Teutoburger Waldes stecken geblieben ist.« Er lächelte, was selten vorkam.

»Angeblich bei Kalkriese.«

Fragend blickte Bent ihn an.

»Das ist bei Osnabrück.« Dominik winkte ab. »Vergiss das. Die sind nur neidisch. Arminius gehört uns.«

»Ich habe den muskelbepackten Hermann schon in Stein nahe Detmold bewundern können.«

Eindeutig: schon wieder ein Lächeln. Hatte Andersen im Urlaub die Frau seines Herzens kennengelernt? Als hätte er damit bereits zu viel von sich preisgegeben, kippte Big Bent seinen Kaffee hinunter, räumte hastig die Reste seines Frühstücks auf das Tablett und stand auf. »Ich muss los. Die neue Sonderkommission trifft sich in fünf Minuten.«

Dominik runzelte die Stirn. »Welche Soko?«

»Der Brandanschlag in dem Mehrfamilienhaus heute Nacht.«

»Oh, ich …«

»Du bist nicht dabei, Dominik. Du sollst einen alten Vermisstenfall übernehmen, der neu aufgerollt wird. Ich hatte heute Morgen eine Unterredung mit dem Kommissariatsleiter und …«

»Wie viel hast du ihm geboten, um mich aus der Soko rauszuhalten?« Dominik biss sich auf die Lippen. Aber er konnte die Bemerkung nicht mehr rückgängig machen.

Bents graue Augen wurden schmal, dann fing er an zu grinsen. »War nicht billig. Vier Wochen in meinem Ferienappartement auf Gran Canaria. Für Nina Tschöke habe ich noch kostenlosen Spa-Besuch draufgelegt.«

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