Das Gilgamesch-Epos - Albert Schott - E-Book

Das Gilgamesch-Epos E-Book

Albert Schott

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Beschreibung

Dieses eBook: "Das Gilgamesch-Epos" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Gilgamesch, der Held der Geschichte, ist zu zwei Dritteln Gott und zu einem Drittel Mensch. Er besitzt außergewöhnliche physische Kräfte, wird als furchtloser und ungehobelter Tatmensch geschildert und herrscht als König in Uruk. Sein despotischer Regierungsstil und die bedrückenden Lasten, die mit seinen Bauprojekten verbunden sind, führen insbesondere zur Verärgerung der Frauen von Uruk, die sich bei der Göttin Ištar beschweren. Um den Herrscher zu bändigen, erschafft die Muttergöttin Aruru gemäß der Anordnung des Himmelsgottes An, Vater der Ištar, aus Lehm Enkidu, der zunächst als wildes, menschenähnliches Wesen in der Steppe bei Uruk mit den Tieren der Wildnis zusammenlebt. Gilgamesch erhält mittels zweier Träume Kenntnis von Enkidu. Gilgameschs Mutter Ninsun, Traumdeuterin und Wissende der Zukunft, weist Gilgamesch auf die bevorstehende Ankunft des Enkidu in Uruk hin, der später sein Bruder werden wird. Gilgamesch ist von Ninsuns Mitteilung erfreut und erwartet ungeduldig die Ankunft Enkidus.

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Veröffentlichungsjahr: 2017

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Das Gilgamesch-Epos

Die älteste epische Dichtung der Menschheit
Übersetzer: Albert Schott
e-artnow, 2017 Kontakt [email protected]
ISBN 978-80-268-6285-7
Inhaltsverzeichnis
Erste Tafel
Zweite Tafel
Dritte Tafel
Vierte Tafel
Fünfte Tafel
Sechste Tafel
Siebte Tafel
Achte Tafel
Neunte Tafel
Zehnte Tafel

Erste Tafel

Table of Contents

Der alles gesehn hat überall, das Land regierte, Der die Ferne kannte, Jegliches erfaßt hatte, . . . er gleichermaßen; Alles an Kenntnis der Dinge allzumal hatte Anu ihm bestimmt. Verwahrtes auch sah er, Verborgenes erblickte er; Hat Kunde gebracht von vor der Sintflut, Fernen Weg befahren, war dabei matt einmal und wieder frisch, Auf einen Denkstein hat er die ganze Mühsal gemeißelt. Die Mauer um Uruk-Gart ließ er bauen, Um das heil‘ge Eanna, den strahlenden Hort.

Sieh an seine Mauer, deren Friese wie Bronzeschalen scheinen! Ihren Sockel beschau, dem niemands Werk gleicht! Auch den Blendstein faß an — der seit Urzeiten da ist! — Nahe dich Eanna, dem Wohnsitz Ischtars — Das kein späterer König, kein Mensch ebenso machen kann! Auch steig auf die Mauer von Uruk, geh fürbaß, Prüfe die Gründung, besieh das Ziegelwerk! Ob ihr Ziegelwerk nicht aus Backsteinen ist, Ihren Grund nicht legten die sieben Weisen! Ein Sar die Stadt, ein Sar die Palmgärten, ein Sar die Flußniederung, dazu der (heilige) Bereich des Ischtartempels: Drei Sar und den (heiligen) Bereich von Uruk umschließt sie.

Sieh dir an die Urkundenkapsel aus Kupfer, Nimm ab davon das Schloß aus Bronze! Öffne die Tür vor seinem verborgenen Schatz, Komm und lies gründlich die Lapislazuli-Tafel, Die erzählt, wie er, Gilgamesch, durch alle Beschwernisse zog! Überragend ist er weit voran den Königen, der Ruhmreiche von schöner Gestalt, Der heldenhafte Abkömmling von Uruk, der stößige Stier. Er geht voran, ist der Allererste; Er geht hinterher, ist die Stütze seiner Brüder, Ein starkes Kampfnetz, der Schirm seines Heerbanns; Eine wilde Wasserflut, die Steinmauern zerstört, Sproß des Lugalbanda, Gilgamesch, der an Kräften Vollkommene, Kind der erhabenen Kuh Rimat-Ninßun.

Der Wildstier Gilgamesch, der Vollkommene, Ehrfurchtgebietende, Der da fand die Eingänge in das Gebirge, Der dürstete nach den Zisternen am Rand des Steppenlandes. Der die See überfuhr, das weite, zum Sonnenaufgang hin liegende Meer. Der die Weltränder ins Auge faßte, überall das Leben suchend, Der in seiner Stärke gelangte bis hin zum fernen Utnapischtim. Der die Städte wiederherstellte, die die Sintflut vernichtet hatte. Nicht ... für die umwölkten Menschen, Der mit ihm verglichen werden könnte für das Königtum, Der wie Gilgamesch sprechen könnte: »Ich bin der König!«

Gilgamesch, seit dem Tage, an dem er geboren wurde, ist sein Name herrlich. Zwei Drittel an ihm sind Gott, ein Drittel nur Mensch. Das Bild seines Leibes hat ihm die Mach ... Sie bereitete seine Gestalt ... . . . ist prächtig

. . . [Zeile fehlt] . . . [Zeile fehlt]

In den Hürden von Uruk geht er einher, Wilde Kraft setzt er ein gleich dem Wildstier, erhabenen Schrittes! Keinen Nebenbuhler hat seiner Waffen Aufbruch! Durch seine Trommel sind dauernd im Gang seine Gesellen. Immer neu regten sich auf die Mannen von Uruk über willkürliches Tun. »Nicht läßt Gilgamesch den Sohn zum Vater. Am lichten Tag und bei Nacht bäumt er sich wild auf. Gilgamesch ist der Hirte von Uruk-Gart, Übermächtig, stattlich, kundig und weise!

Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten,¶ Die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen.« Ihre Klage hörten so oft die großen Götter, Die Götter des Himmels riefen Uruks Herrscher Anu: »Schufest nicht du den trotzigen Wildstier? Keinen Nebenbuhler hat seiner Waffen Aufbruch. Durch die Trommel sind aufgestört seine Gesellen;

Nicht läßt Gilgamesch den Sohn zum Vater, Am lichten Tag und bei Nacht trotzt er ganz wild! Und er ist nun der Hirte von Uruk-Gart, Er, ihr Hirte — und dennoch bedrückt er sie! Übermächtig, stattlich, kundig und weise!

Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten, Die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen. «Ihre Klage hörte immer neu der erhabene Anu; Aruru rief man, die große: »Du, Aruru, hast geschaffen, was Anu befahl! Nun erschaffe, was er befiehlt! Dem des andern sei gleich dessen Herzensungestüm! Wettstreiten sollen sie — Uruk erhole sich!«

Kaum daß Aruru dieses hörte, Schuf sie sich im Herzen, was Anu befahl; Aruru wusch sich die Hände, Kniff sich Lehm ab, warf ihn draußen hin. Enkidu, den gewaltigen, schuf sie, einen Helden, Einen Sprößling der Nachtstille, mit Kraft beschenkt von Ninurta Mit Haaren bepelzt am ganzen Leibe; Mit Haupthaar versehen wie ein Weib: Das wallende Haupthaar, ihm wächst‘s wie der Nisaba! Auch kennt er nicht Land noch Leute: Bekleidet ist er wie Sumukan! So verzehrt er auch mit den Gazellen das Gras, Drängt er hin mit dem Wilde zur Tränke, Ward wohl seinem Herzen am Wasser mit dem Getier.

Auf ihn nun stieß gegenüber der Tränke Ein Jäger, ein gewalttät‘ger Mensch: Einen ersten Tag, einen zweiten und dritten Stieß er auf ihn gegenüber der Tränke. Da ihn sah der Jäger, ward reglos sein Antlitz; Er trat mit seinen Tieren in sein Haus, Geriet in Erregung, wurde starr und stumm, Verstört war sein Herz, sein Antlitz umwölkt; In seinem Gemüt hielt Einzug der Harm, Einem Wandrer ferner Wege war gleich sein Antlitz.

Der Jäger tat zum Reden den Mund auf Und sprach zu seinem Vater: »Mein Vater, ein Mann, der vom Steppenland gekommen — Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke — Er streift im Steppenland beständig umher, Beständig frißt mit dem Wild er das Gras, Beständig weilt sein Fuß gegenüber der Tränke; Ich vermochte ihm nicht zu nahen vor Furcht. Die ich auswarf, die Gruben, er füllte sie an! Die Flügelnetze, die ich spannte, riß er heraus, Ließ entrinnen meinen Händen das Wild, der Steppe Getier! Nicht gibt er zu mein Tun in der Steppe!«

Sein Vater tat zum Reden den Mund auf Und sprach zum Jäger: »Wisse, mein Sohn, in Uruk wohnt Gilgamesch, Niemand gibt es, der ihn übermochte, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke. Auf ihn, den König, richte dein Antlitz, Ihm bring die Kunde vom Gewalt-Menschen! Eine Schamkat leih‘ er dir! Führ sie zur Steppe! Mag das Weib dort bewält’gen den Mann wie ein Starker! Wann denn das Wild herankommt zur Tränke, Dann werfe sie ab ihr Kleid, er schwelge in ihrer Lust! Sieht er sie erst, so wird er ihr nahn: Doch sein Wild wird ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe.«

Auf den Rat seines Vaters brach er auf, Ging der Jäger fürbaß zu Gilgamesch, Nahm den Weg, stand still inmitten von Uruk: »Höre mich, Gilgamesch, rate mir auch! Ein Mann, der vom Steppenland gekommen — Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke — Er streift im Steppenland beständig umher, Beständig frißt mit dem Wild er das Gras, Beständig weilt sein Fuß gegenüber der Tränke; Ich vermochte ihm nicht zu nahen vor Furcht. Die ich auswarf, die Gruben, er füllte sie an! Die Flügelnetze, die ich spannte, riß er heraus, Ließ entrinnen meinen Händen das Wild, der Steppe Getier! Nicht gibt er zu mein Tun in der Steppe!«

Gilgamesch sprach zu ihm, zum Jäger: »Geh, führ, o Jäger, mit dir Die Priesterin nun, die Schamkat! Wann denn das Wild herankommt zur Tränke, Dann werfe sie ab ihr Kleid, sie enthüll‘ ihre Wollust! Sieht er sie erst, so wird er ihr nahn: Doch sein Wild wird ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe.«

Es ging der Jäger, führend Die Priesterin mit sich, die Schamkat; Sie nahmen den Weg, wählten die rechte Straße. Am dritten Tag langten sie an am Ort der Bestimmung. In ihr Versteck setzten der Jäger sich und die Schamkat. Den ersten Tag, den zweiten Tag setzten sie sich gegenüber der Tränke. Es kam das Wild und trank an der Tränke, Es kam das Getier, fand sein Wohlsein am Wasser. Aber Enkidu, der dem Steppenland entsprossen ist, Er verzehrt auch mit den Gazellen das Gras, Trinkt mit dem Wild an der Tränke, Ward wohl seinem Herzen am Wasser mit dem Getier. Ihn sah die Schamkat, den Wildmenschen, Den würgerischen Menschen aus dem Innern der Steppe.

»Dies ist er, Schamkat! mach frei deine Brust, Deinen Schoß tu auf, daß deine Fülle er nehme! Scheue dich nicht, nimm hin seinen Atemstoß! Sieht er dich erst, so wird er dir nahn. Dein Gewand entbreite, daß auf dir er sich bette, Schaff ihm, dem Wildmenschen, das Werk des Weibes: Dann wird sein Wild ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe; Sein Liebesspiel wird er über dir raunen!«

Ihren Busen machte die Schamkat frei,