Das große Buch der Börse - Robert Schittler - E-Book

Das große Buch der Börse E-Book

Robert Schittler

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Beschreibung

Vermögen aufbauen und es vermehren: wer träumt nicht von finanziellee Unabhängigkeit? Menschen mit Vermögen tun sich leichter, Geld in renditestarke Anlageobjekte zu investieren. Ist der bestehende Kapitalstock jedoch niedrig oder gar nicht vorhanden, beginnt der Vermögensaufbau früher: Zunächst gilt es, das Kapitalfundament zu schaffen. Hier setzt "das große Buch der Börse" an: Das Nachschlagewerk versteht sich als Aufstiegshilfe, mit dem sich der "Berg des Börsenwissens" erklimmen lässt. Von den wichtigsten Grundlagen zum Verständnis der Kapitalmärkte, den drei Säulen der Finanzmarktanalyse bis hin zu Einführungen in die Welt der Derivate, Warrants, Turbos sowie CFDs und ClickOptions erläutern Schittler und Michalky alles, was Einsteiger wissen müssen. Aber auch Fortgeschrittene kommen voll auf ihre Kosten: Die wichtigen Themen wie Portfoliomanagement, Money Management, automatisierter Handel und mechanische Handelssysteme werden von dem Autorenduo ausführlich erläutert. Auch Sondersituationen sowie fortgeschrittene Methoden wie Leerverkauf und Handel auf Kredit werden anhand von prägnanten Beispielen erklärt. Wer diese Grundlagen beherrscht, benötigt nur noch Durchhaltevermögen bei Anlageentscheidungen – und viel Spaß am Geldverdienen!

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Seitenzahl: 1398

Veröffentlichungsjahr: 2008

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Das große Buch

der BÖRSE

SCHITTLER/MICHALKY

Das große Buch

der BÖRSE

FBV

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

2. Auflage 2015

© 2008 by Finanzbuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Lektorat: Dr. Renate Oettinger

Umschlaggestaltung: Melanie Feiler

Satz: satz&repro Grieb, München

Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt

Printed in Germany

ISBN Print 978-3-89879-378-0

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-710-3

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-711-0

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter

www.muenchner-verlagsgruppe.de

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Inhaltsverzeichnis

Danksagung und Widmung

Vorwort der Autoren

BUCH 1Investieren für jedermann

1Die Schule des Investments

1.1Ein kleiner Börsenführer

1.1.1Der Finanzmarkt

1.1.2Unternehmensfinanzierung – Aktien und Anleihen

1.1.2.1Begriffsbestimmung Aktien

1.1.2.2Begriffsbestimmung Anleihen

1.1.3Rohstoffe, Währungen und Immobilien

1.1.4Risiko und Ertrag der einzelnen Asset-Klassen

1.1.5Handel der einzelnen Asset-Klassen

1.2Geschichte der Börse

1.3Die Rolle der Börse – Wozu dienen Aktien?

1.4Handelsplätze heute und in der Zukunft

1.4.1Einführung Handelsarten

1.4.2Handel der verschiedenen Asset-Klassen

1.4.3Kosten der Anlage

1.5Brokerage

1.5.1Klassischer Broker

1.5.2Online-Brokerage

2Wertpapiere

2.1Grundbegriffe der Börse

2.2Die hohe Kunst des Aktienhandels

2.3Börsensysteme

2.3.1Xetra in Wien und Frankfurt

2.3.2Eurex und ÖTOB

2.3.3Alternative Handelsplattformen

2.4Ordertypen

2.4.1Orderaufgabe

2.4.2Market-Order

2.4.3Limit-Order

2.4.4Stop-Order

2.4.5Zeitlich limitierte Orders

2.4.6Zusätzlich qualifizierte Orders

2.4.7Alternative Ordertypen

2.5Das Spiel von Angebot und Nachfrage

2.5.1Auktionen

2.5.2Fließhandel

2.5.3Beispiele von Orders und deren Abwicklung

2.6Indizes

2.6.1Berechnung von Indizes

2.6.2Gewichtung der Titel in einem Index

2.6.3Kurs- und Performance-Indizes

2.6.4Strategie-Indizes

2.7Marktsegmentierung

2.8Handel von Währungen

2.9Investmentfonds – aktive und passive Geldanlage

2.9.1Typen von Fonds

2.9.2Anlageuniversum

2.9.3Aktiv gemanagte Fonds

2.9.4Passiv gemanagte Fonds

2.9.5Exchange Traded Funds

2.9.6Alternative Investments

2.9.6.1Managed Futures vs. Hedge-Fonds

2.9.6.2Hedge-Fonds-Strategien im Überblick

2.9.7Kapitalgarantierte Produkte

2.9.8Evaluierung von Fonds

2.9.8.1Rendite

2.9.8.2Risiko

2.9.8.3Effizienz

2.9.8.4Leverage-Risiko

2.9.8.5Kreditrisiko

2.9.8.6System- und Rechtsrisiko

2.9.8.7Liquiditätsrisiko

2.9.8.8Bewertungsrisiko

2.9.8.9Volumenrisiko

2.9.9Schlussbemerkung

2.10Analyseprozesse und -ansätze

2.10.1Marktkapitalisierung und Liquidität

2.10.2Fundamentalanalyse als Entscheidungskriterium

2.10.3Marktmeinung als Entscheidungskriterium

2.10.4Technische Analyse als Entscheidungskriterium

3Börsenpsychologie

3.1Einführung anhand Kostolanys Ideen

3.2Die Annahmen der Börsenpsychologie

3.2.1Gier versus Risikoaversion

3.2.2Gute versus schlechte Aktien

3.2.3Zyklizität versus Antizyklizität

3.2.4Referenzabhängigkeiten und Schubladendenken

3.2.5Verzerrte Erwartungen und Enttäuschungen

3.3Die größten Crashs in der Börsengeschichte

3.3.1Gier auf Zier: Der Tulpencrash

3.3.2Der erste Insiderfall: die Südsee-Gesellschaft

3.3.3Europa im 19. Jahrhundert

3.3.4Der Schwarze Freitag

3.3.5Die Erdölkrise

3.3.6Der Schwarze Montag

3.3.7Irak-Krieg Teil I

3.3.8Währungskrise in Asien

3.3.9Russland-Krise

3.3.10New-Economy-Bubble – Dot.com-Crash

3.3.119/11 – Terroralarm

3.3.12Irak-Krieg Teil II

3.3.13Terroranschläge in London und Madrid

3.3.14Fazit

3.4Handelsregeln

4Zusammenfassung

BUCH 2Fundamentalanalyse für jedermann

1Fundamentale Analyse

1.1Einführung in die Fundamentalanalyse

1.2Kapitalmarkt- und Portfoliotheorien

1.2.1Markowitz’ Portfoliotheorie

1.2.2Capital Asset Pricing Model

1.2.3Arbitrage Pricing Theory

1.2.4Modelle von Modigliani und Miller

1.2.5Effizienz der Kapitalmärkte und Kritik an den Thesen

1.3Volkswirtschaftliche Analyse

1.3.1Einführung Volkswirtschaft – Magisches Vieleck

1.3.1.1Wirtschaftswachstum

1.3.1.2Beschäftigung

1.3.1.3Preisstabilität – Inflation

1.3.1.4Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

1.3.2Börsen- und Konjunkturzyklen

1.3.2.1Börsenzyklen

1.3.2.2Konjunkturzyklen

1.3.2.3Aktienbörsen als Frühindikatoren für Zyklen

1.3.3Volkswirtschaftliche Kennzahlen

1.3.3.1Vorlaufende Indikatoren

1.3.3.2Fundamentale Indikatoren

1.3.3.3Monetäre Indikatoren

1.3.3.4Wechselkurse als Indikatoren – Währungsaußenwerte

1.3.3.5Wirtschaftsindikatoren für Euroland und die USA

1.3.4Politische und gesellschaftliche Faktoren

1.4Bewertung von Anleihen

1.5Fundamentale Aktienanalyse

1.5.1Sektoranalyse und Sektorrotation

1.5.2Analyse von Industriewerten

1.5.2.1Bilanz, GuV und Cashflow richtig lesen

1.5.2.2Kennzahlen berechnen – die Vergangenheit abbilden

1.5.2.3KGV-Kritik und Economic Value Added

1.5.2.4Schätzungen – ein Blick in die Zukunft

1.5.2.5Bewertung von Einzeltiteln im Peer-Group-Vergleich

1.5.2.6Discounted Cashflow und Ertragswert

1.5.2.7Schlusswort

1.5.3Analyse von Versicherungen und Banken

1.5.4Analyse von Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften

1.5.5Bewertung von immateriellem Kapital

2Zusammenfassung

BUCH 3Technische Analyse für jedermann

1Technische Analyse

1.1Grundkonzepte der Technischen Analyse

1.2Die drei Säulen der Finanzmarktanalyse

1.2.1Ausflug in die Historie

1.2.2Die drei Säulen der Charttechnik

1.2.3Typologie der Darstellungsformen

1.2.4Linienchart

1.2.5Candlesticks

1.2.6Heikin Ashi

1.2.7Kagi-Chart

1.2.8Renko-Chart

1.2.9Three-Line-Break-Chart

1.2.10Swing-Chart

1.2.11Point & Figure-Chart

1.2.12Balken- oder Barchart

1.2.13Resümee

1.3Kleines Candlestick-Brevier

1.3.1Erstes Tableau – Kahlgeschorene und Sternchen als Umkehrformationen

1.3.1.1Shaven Head & Bottom

1.3.1.2Star & Spinning Top

1.3.1.3Falling Star

1.3.1.4Hang(-ing) Man

1.3.1.5Evening Star

1.3.2Zweites Tableau – Kahlgeschorene und Sternchen als Umkehrformationen im Abwärtstrend

1.3.2.1Inverted Hammer

1.3.2.2Hammer

1.3.2.3Morning Star

1.3.3Drittes Tableau – weitere klassische Umkehrformationen im Aufwärtstrend

1.3.3.1Dark Cloud Cover

1.3.3.2Bearish Engulfing

1.3.3.3Harami

1.3.4Viertes Tableau – weitere klassische Umkehrformationen im Abwärtstrend

1.3.4.1Piercing Pattern

1.3.4.2Bullish Engulfing

1.3.4.3Harami

1.3.5Fünftes Tableau – die Dojis

1.3.5.1Rikshaw Man Doji

1.3.5.2High Wave Doji

1.3.5.3Dragonfly Doji

1.3.5.4Gravestone Doji

1.3.6Sechstes Tableau – Tweezers’ Top und Bottom

1.3.7ATX-Suchspiel: Candlesticks

1.3.8Candlestick-Collapsing

1.3.9Conclusio: Charts

1.4Trend und Trendkanal

1.4.1Der Trend als Freund und Helfer

1.4.2Charles H. Dows Theorie

1.4.3Trendlinien

1.4.3.1Die Trendlinien und ihre Bezeichnungen

1.4.3.2Auf- und Abwärtstrendlinie, Primär- und Sekundärtrend

1.4.3.3Trendkanal und Prognoselinie – ein Punkt ist genug

1.4.3.4Die Prognose im Trendkanal

1.4.3.5Trendkanal-Verdopplung

1.4.4Elliott-Wave und Fibonacci

1.4.4.1Fibonacci-Retracements

1.4.4.2Fibonacci-Projektion

1.4.4.3Fibonacci F+P – Beispiele

1.4.4.4Historie und Abschlussbemerkung

1.5Volumen

1.6Kurslücken

1.7Charttechnik – Analyse – Aufbau

1.8Formationslehre

1.8.1Klassifizierung

1.8.2Kopf/Schulter

1.8.3Spike

1.8.4Double Top Double Bottom

1.8.5Rounding Top & Rounding Bottom

1.8.6Dreiecke

1.8.6.1Rechtwinkeliges Dreieck

1.8.6.2An- und absteigendes Dreieck

1.8.6.3Symmetrisches Dreieck

1.8.6.4Diamant

1.8.6.5Keil

1.8.7Rechteck

1.8.8Triple Top und Triple Bottom

1.8.9Flagge und Kontra-Trend-Flagge

1.8.10Der Wimpel

1.9Die Markttechnik

1.9.1Einleitung

1.9.2Durchschnittslinien – MAV

1.9.2.1Durchschnitt, einfach gleitend – SMA

1.9.2.2Durchschnitt, gleitend, einfach mit Gewicht – WMA

1.9.2.3Durchschnitt, exponentiellen Gewichts – EMA

1.9.2.4Durchschnitt, modifiziert exponentiell gewichtet – MEMA

1.9.2.5Single-Moving-Average-System

1.9.2.6Dual-Moving-Average-System

1.9.2.7Triple-Moving-Average-System

1.9.3Moving Average Convergence/Divergence – MACD

1.9.4Bollinger-Bänder

1.9.5Parabolic-Zeit-/Preis-System

1.9.6Average Directional Indicator – ADX

1.9.7Conclusio Trendfolger

1.9.8Oszillatoren – eine kurze Einleitung

1.9.9Momentum und Rate of Change

1.9.10Relative Strength Index – RSI

1.9.11Commodity Channel Index – CCI

1.9.12Stochastics

1.9.13Ultimate Oscillator

2Zusammenfassung

BUCH 4Derivate für jedermann

1Derivate

1.1Eintauchen in die Welt der Derivate

1.1.1Bedeutung von Terminbörsen

1.1.2Jeder Deal hat zwei Parteien

1.1.3Charakteristika von derivativen Finanzinstrumenten

1.2Futures

1.2.1Basiswerte und Kontraktspezifikationen

1.2.1.1Equity-Futures

1.2.1.2Futures auf ETFs

1.2.1.3Volatilitäts-Futures

1.2.1.4Beispiele

1.2.2Margins, Erfolgsrechnung und Hebelwirkung

1.2.3Preisbildung

1.2.3.1Die Basis und Cost of Carry

1.2.3.2Preisbildung bei Index-Futures

1.2.3.3Preisbildung bei Zins-Futures

1.2.3.4Preisbildung bei Konsumgüter-Futures

1.2.4Hedging mit Futures

1.2.5Trading mit Futures

1.2.6Schlusskommentar

1.3Optionen

1.3.1Basiswissen und Kontraktspezifikationen

1.3.2Die vier Grundpositionen

1.3.2.1Long Call

1.3.2.2Short Call

1.3.2.3Long Put

1.3.2.4Short Put

1.3.2.5Zusammenfassung

1.3.3Preisbildung und Preisbestimmung

1.3.3.1Innerer Wert

1.3.3.2Zeitwert

1.3.3.3Restlaufzeit

1.3.3.4Volatilität

1.3.3.5Dividenden

1.3.3.6Risikoloser Zinssatz

1.3.3.7Optionskennzahlen – Greeks

1.3.3.8Szenario-Rechner

1.3.3.9Options-Pricing: Black/Scholes – Cox/Ross/Rubenstein und Co

1.3.4Margins und Clearing

1.3.5Hedging mit Optionen

1.3.5.1Absicherung durch Long Put

1.3.5.2Absicherung durch gedeckten Call-Verkauf

1.3.5.3Absicherung mit Aktienindexoptionen

1.3.6Trading mit Optionen

1.3.6.1Synthetische Positionen im Underlying

1.3.6.2Vertical-Spreads

1.3.6.3Horizontal-Spreads

1.3.6.4Diagonal-Spreads

1.3.6.5Straddle und Strangle

1.3.6.6Butterfly und Condor

1.3.6.7Ratio- und Ratio-Back-Spreads

1.3.6.8Weitere Strategien: Ladder, Box, Guts und Combo

1.3.6.9Zusammenfassung

1.3.7Schlusskommentar

1.3.7.1Wahl der Optionsserie

1.3.7.2Optionen – ausüben, halten oder glattstellen?

1.4Kombinierte Handelsstrategien

1.4.1Zusammenhänge zwischen Futures und Optionen

1.4.2Synthetische Positionen

1.4.2.1Der synthetische Long Call

1.4.2.2Der synthetische Short Call

1.4.2.3Der synthetische Long Put

1.4.2.4Der synthetische Short Put

1.4.2.5Die synthetische Future-Position

1.5Nicht standardisierte Derivate

1.5.1Optionsscheine – Warrants

1.5.1.1Kennzahlen und Bewertung

1.5.1.2Auswahl des richtigen Warrants

1.5.1.3Zusammenfassung

1.5.2Exotische Optionen

1.5.2.1Asiatische Optionen

1.5.2.2Barrier-Optionen

1.5.2.3Basket-Optionen

1.5.2.4Digitale Optionen

1.5.2.5Ladder-Optionen

1.5.2.6Lookback-Optionen

1.5.2.7Power-Optionen

1.5.2.8Rainbow

1.5.2.9Range-Optionen

1.5.2.10Sonstige exotische Optionen

1.5.3Hebelprodukte

1.5.3.1Unterschiede zwischen Warrants und Hebelprodukten

1.5.3.2Ausstattung der verschiedenen Hebelprodukte

1.5.3.3Kennzahlen und andere Berechnungen

1.5.3.4Spread-Zertifikate

1.5.3.5Mini-Futures

1.5.3.6Rolling Turbos

1.5.3.7Stop-Loss-Turbos

1.5.3.8Spread-Turbos

1.5.3.9Fazit

1.5.4Strukturierte Produkte – Zertifikate

1.5.4.1Index- und Basket-Zertifikate

1.5.4.2Aktienanleihen

1.5.4.3Discount-Zertifikate

1.5.4.4Turbo-Bloc-Zertifikate

1.5.4.5Outperformance-Zertifikate

1.5.4.6Sprint-Zertifikate

1.5.4.7Knock-In-Zertifikate

1.5.4.8Multi-Asset-Zertifikate

1.5.4.9Bonus-Zertifikate

1.5.4.10Airbag-Zertifikate

1.5.4.11Bandbreiten-Zertifikate

1.5.4.12Schmetterlings-Zertifikate

1.5.4.13Reverse-Zertifikate

1.5.4.14Garantie-Zertifikate

1.5.4.15Express-Zertifikate

1.5.4.16Zertifikate-Matrix: Markterwartungen

1.5.4.17Fazit

1.5.5ClickOptions, CFDs und Spread Betting

1.5.5.1ClickOptions

1.5.5.2CFDs – Contract for Differences

1.5.5.3Spread Betting

2Zusammenfassung

BUCH 5Trading für jedermann

1Handel in der Praxis

1.1Die gängigsten Handelsansätze

1.1.1Fundamentale und technische Ansätze

1.1.1.1Fundamentale Ansätze

1.1.1.2Technische Ansätze

1.1.1.3Kombinierte Handelsstrategien

1.1.2Day-Trading

1.1.3Traden von Marktineffizienzen und Sondersituationen

1.1.4Kosten und Risiken des Tradings

1.1.5Schätzen der Kursbewegungen

1.2Portfolioführung

1.2.1Asset- und Investmentstil-Mix

1.2.2Diversifikation

1.2.3Einsatz von Leverage

1.2.3.1Feste Stops

1.2.3.2Stufen-Stops

1.2.3.3Trailing-Stops

1.2.3.4Wilders-Volatility-Stops

1.2.3.5Value at Risk

1.2.4Money Management

1.2.4.1Eröffnungsrisiko

1.2.4.2Pyramidieren

1.2.4.3Ausstieg aus einem Trade

1.2.4.4Berechnung der Kontraktgrößen

1.2.4.5Beispiel zur Vorbereitung des Tradings

1.2.4.6Trading-Plan und Trading-Journal

1.2.4.7Regelsätze zum Money Management

1.3Handeln mit System – mechanische Systeme

1.3.1Trendfolgesysteme

1.3.2Antizyklische Systeme

1.3.3Contrary Opinion

1.3.4Kursausbruchssysteme

1.3.5Volatilitäts- und Patternsysteme

1.3.6Probleme mit Trendfolgesystemen

1.3.7Indikatoren im Eigenbau

1.3.8Time Frames

1.3.9Pivots

1.3.10Regressionsgeraden

1.3.11Turtle-Trading-System

1.3.12Systemdesign

1.3.13Test des Handelssystems

1.3.14Slippage

1.3.15Zusammenfassung

1.4Sondersituationen und Trading-Tipps

1.4.1Mergers und Acquisitions

1.4.2Freundliche und feindliche Übernahmen

1.4.3Break-ups

1.4.4Splits, Gratisaktien, Kapitalschnitt und Reverse Splits

1.4.5Kapitalerhöhungen

1.4.6Börsengang, Groß-Orders und Beteiligungsveränderungen

1.4.7Wandel- und Umtauschanleihen

1.4.8Notizausdehnungen und Aktienzusammenlegungen

1.4.9Indexänderungen und -anpassungen

1.4.10Hauptversammlungen und Dividenden – der Ex-Tag

1.4.11Delistings – Squeeze-outs

1.4.12Aktienrückkauf- und Aktienverkaufsprogramme

1.4.13Verfallstage am Terminmarkt

1.4.14Überraschende Analysten-Statements und Ergebnisse

1.4.15Turnarounds, Katastrophen und Ausbrüche

1.4.16Gefahr von Stop-Loss-Orders

1.4.17Short Covered und Uncovered Options

1.4.18Far-out-of-the-money-Options – Gamma-Bomben

1.4.19Open Interest, Put-Call-Ratio, CoT und Wertpapierleihe

1.4.20Trading von Spreads und Pair-Trading

2Zusammenfassung

2.1Der erste Trade

2.2Checklisten und Handelsregeln

BUCH 6Trading für jedermann

1Schlusswort der Autoren

2Anhang

2.1Beispiele

2.1.1Candlesticks und Umkehrformationen

2.1.2Indikatoren: MACD und RSI angewandt

2.1.3Indikatoren II: MACD und Stochastics angewandt

2.1.4Orderbuchanalyse

2.1.5Positionshandel und Portfoliogestaltung mit Leverage

2.1.6Erstellung Money-Management-und Trading-Journal

2.1.7Griechen von Optionen berechnen

2.1.8Pair Trading: Equity oder Derivate?

2.1.9Wie wirken sich Sondersituationen auf den Kurs aus?

2.1.10Nullkupon-Anleihe rechnen plus Long beziehungsweise Short Call

2.2Überblick Hebelprodukte diverser Emittenten

2.3Standardnormalverteilungs-Tabelle

2.4Literaturverzeichnis

2.5Link-Sammlung

2.6Einheiten

2.7Kontrakt-Spezifikationen

2.8Zeitzonen

2.9Glossar

2.10Abkürzungsverzeichnis

Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld.

FRANZ KAFKA

Wichtig ist, dass Sie öfter recht haben, als sich zu irren. Wenn Sie recht haben, sollten Sie sehr recht haben, wenigstens von Zeit zu Zeit. Und wenn Sie sich irren, dann sollten Sie das erkennen, bevor Sie sich sehr irren!

JOHN TEMPLETON

Zögern lässt nie etwas zustandekommen.

DEMOKRIT

 

Danksagung und Widmung

Wir möchten uns bei all jenen bedanken, die uns zu diesem Buch inspirierten und uns – wie sagt man so schön: in Zeiten nachlassender Begeisterung – immer wieder ermunterten, unser Buchprojekt voranzutreiben. Ein großes Dankeschön gilt auch jenen, die uns in technischen und fachlichen Fragen zur Seite standen.

Im Einzelnen danken wir folgenden Personen:

Alfred Michalky

Lydia Kranner (RZB)

Thomas Schaller (Erste Bank)

Martin Zier (Capital Bank)

Thomas Friedlbinder (Raiffeisen Informatik)

Danke, Freunde: Es wäre nicht geworden, was es ist, hättet Ihr nicht unermüdlichen Einsatz und Engagement für dieses Werk gezeigt!

Demzufolge sei dieses Buch all jenen gewidmet, die uns fachlich und emotional unterstützt haben und in unserem Leben eine wichtige Rolle spielen, aber auch all jenen, die unsere Begeisterung für die Möglichkeiten, die das Handeln an der Börse bieten, teilen!

Vorwort der Autoren

„Sie können frei sein.“ Das ist die Quintessenz, die Dr. Alexander Elder nennt, wenn es darum geht, den Reiz und die Motivation zu beschreiben, die Menschen aus allen Schichten dazu bringt, sich dem täglichen Auf und Ab der Märkte zu widmen. Es ist reizvoll, frei zu sein von Hierarchien, nicht mehr ja sagen zu müssen, wenn man nein meint, Geld zu haben, wenn Freunde welches brauchen oder man eingeladen wird, ein hochinteressantes Projekt mitzufinanzieren, nicht mehr den Eindruck zu haben, im Verhältnis zur erbrachten Leistung unterbezahlt zu sein. Dem ist so, wir schließen uns dem an: Sie können frei sein. Sie können unter anderem Ihr Leben dort verbringen, wo Sie sich wohlfühlen, und sich mit den Dingen beschäftigen, die Ihnen am Herzen liegen.

Sicherheit kostet Geld, das ist auch und vor allem zu bedenken, wenn Sie frei leben, als Trader, denn das alles ist möglich, wenn Sie es wirklich wollen – mit anderen Worten: wenn der Kopf mitspielt. Der Kopf ist der Ort, an dem Abenteuer möglich sind und an dem Träume Realität werden. Vor allem ist der Kopf der Ort, an dem die Vernunft und das Selbstvertrauen regieren, die der Mensch für seine fundamentalen Entscheidungen im Leben braucht.

Diese fundamentalen Entscheidungen betreffen die Sicherung des Lebensstandards und der medizinischen Versorgung im Alter sowie die Fürsorge für die Familie – und die finanzielle Unabhängigkeit. Finanziell unabhängig zu sein bedeutet, sich selbst ein Vermögen aufzubauen, es zu sichern und zu mehren. Dazu gehört auch Selbstvertrauen. Es ist eine Binsenweisheit, dass man sich Erfolg zutrauen muss, andernfalls wird er sich nicht einstellen.

Vermögensaufbau ist immer dann am einfachsten, wenn man bereits auf einen Kapitalstock zurückgreifen kann. Menschen mit Vermögen tun sich leichter, Geld in renditestarke Anlageobjekte zu investieren, weil sie die Risiken – den Preis für die Rendite – leichter tragen können als Menschen, die noch mit dem Bau des finanziellen Fundaments ihrer Geldanlage beschäftigt sind. Anleger mit einem Vermögensgrundstock können Verluste leichter ausgleichen und die Gewinne, die sie aus dividendenstarken Aktien oder ertragreichen Fonds erzielen, beispielsweise zum Traden mit Derivaten einsetzen. Ist der bestehende Kapitalstock jedoch niedrig respektive gar nicht vorhanden, setzt der Vermögensaufbau früher an: Zunächst gilt es, das Kapitalfundament zu schaffen. In dieser Phase der Vermögensbildung ist eine konservativere Vorgehensweise angesagt: weniger Risiko, dafür aber auch weniger Rendite. Für beide – den Anleger mit Kapitalstock und den Einsteiger in die Welt der Kapitalanlage – bietet die Börse viele Chancen.

Hier setzt das vorliegende Buch an. Es versteht sich quasi als Aufstiegshilfe, mit dem sich der „Berg des Börsenwissens“ erklimmen lässt. Der Weg zum Gipfel ist zwar steinig, doch je höher man hinaufkommt, desto mannigfaltiger wird der Ausblick auf all die Chancen, die sich dem Anleger erschließen.

Die Herausforderung auf dem Weg zum Vermögensaufbau besteht in lebenslangem Lernen. Die Börse fordert ein stetiges Hinzulernen: Sie lehrt die Anleger, sich ihrer Fehler bewusst zu werden und diese künftig zu vermeiden. Wer nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Dazu passt das folgende chinesische Sprichwort:Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher.

Vor dem Fehlermachen sind natürlich auch wir, die Autoren, nicht gefeit. In diesem Buch zeigen wir Ihnen, welche Fehler wir gemacht haben, damit Sie nicht die gleichen begehen – wir lassen Sie sozusagen an unseren Fehlern teilhaben. Wir haben für unsere Fehler tief in die Tasche greifen müssen – Sie können sie völlig risikofrei auf dem Papier nachvollziehen. Vor diesem Hintergrund hoffen wir, dass unser Buch Ihr Begleiter am Kapitalmarkt sein wird. Es soll Ihnen als umfassendes, praktisches Nachschlagewerk auf dem Weg zum Börsenerfolg dienen.

Eine Einschränkung mussten wir jedoch vornehmen: Steuerliche Themen werden nur periphär behandelt, denn die Steuergesetzgebung ist von Land zu Land unterschiedlich und zudem laufend Änderungen unterworfen und deshalb als Teil eines Nachschlagewerkes, das der dauerhaften Nutzung dient, nicht geeignet.

An dieser Stelle möchten wir auch einige Missverständnisse ansprechen. Seit ein paar Jahren kursieren negativ besetzte Begriffe durch die deutschsprachige Anlegerwelt: „Heuschrecken“, „Zocker“ oder ganz allgemein „böse internationale Investoren“ beuten angeblich die heimische Wirtschaft aus. Hier muss unserer Meinung nach genauestens differenziert werden: Spekulieren und Investieren ist per se nichts „Böses“, es ist vielmehr die Grundlage unserer Wirtschaftssystems. Sicherlich zählen dabei nicht alle zu den Gewinnern, doch verdienen in der Regel jene Anleger, die fleißig, ehrgeizig und diszipliniert am Kapitalmarkt agieren, an der Börse Geld. Dabei sind – neben einer Portion Glück – vor allem Selbstkontrolle und realistische Selbsteinschätzung extrem wichtig. Unter Marktteilnehmern ist leider Aberglaube weit verbreitet, er findet in flotten Sprüchen seinen Ausdruck – und hemmt häufig das Urteilsvermögen des Anlegers, was zu Lasten erfolgreichen Lernens und Handelns geht. Dieser Aberglaube sollte ersetzt werden durch den Glauben an sich selbst: Er ist eine Grundvoraussetzung für selbstbestimmtes und umsichtiges Handeln am Kapitalmarkt.

Wer an der Börse als Trader Erfolg haben will, sollte nicht ins kalte Wasser springen und morgen mit dem Fulltime-Day-Trading anfangen. Wer diesen Weg wählt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach scheitern. Einer der Gründe ist die enorme Datenmenge, die zu bewältigen ist, um sich eine eigene Meinung über die Märkte zu bilden; allerdings setzen die Verfolgung des laufenden Marktgeschehens sowie die Steuerung und Kontrolle des eigenen Verhaltens Routine voraus – Routine, die der Börseneinsteiger nicht hat. Deshalb gibt es für ihn nichts Vernünftigeres, als sich selbst stufenweise zum Trader aufzubauen.

Der stufenweise Aufbau einer – haupt- oder nebenberuflichen – Trader-Karriere gibt dem Anleger Zeit und Kraft zu lernen – zu lernen, unverkrampft und geduldig auf ein bestimmtes Marktereignis zu warten. Wie Peter Lynch in seinem Buch Beating The Street schreibt, ist die wahre Kunst das Warten auf die Situation, die allen im Vorfeld definierten Anforderungen für ein Investment genügt. Diese Wartephasen wollen gemeistert sein, da sie zumeist abrupt enden – und wie bei einem Kampf muss binnen Sekunden die volle Konzentrationsleistung abrufbar sein. Es gilt zu lernen, diesen Stress auszuhalten, die eigenen Strategien an die verwendeten Produkte, die ausgewählten Instrumente und die eingesetzten Geldsummen anzupassen, die eigene Persönlichkeit in den Trading-Stil einzubringen. Angesichts dieser Anforderungen möchten wir Ihnen empfehlen, eine Doppelstrategie zu fahren: Arbeiten Sie in einem festen Beruf, dessen Lohn oder Gehalt Ihren Lebensunterhalt finanziert, und betreiben Sie das Trading, um mit den dabei erzielten Gewinnen Ihre Altersvorsorge zu sichern.

Das vorliegende Buch soll, wie gesagt, als Nachschlagewerk dienen – sowohl für Börseneinsteiger als auch für erfahrene Investoren und Day- beziehungsweise Positions-Trader. Der schrittweisen Herangehensweise an den Börsenerfolg folgt der Aufbau des Buches:

Im ersten Teil (Buch I) werden die wichtigsten Grundlagen zum Verständnis der Kapitalmärkte vermittelt. Sie erfahren hier, wozu Aktien und Anleihen dienen, wie sie ihren Besitzer wechseln und wie ihre Kurse gebildet werden. Ferner werden die Themen Alternative Investments, Fonds, Indizes und Börsenpsychologie angeschnitten. Ein kurzer Abriss der Geschichte der Börse und der größten Crashs schließt den ersten Teil ab.

Im zweiten und dritten Teil (Buch II und Buch III) werden die drei Säulen der Finanzmarktanalyse vorgestellt: die Mikro- und die Makroökonomie sowie die Technische Analyse. Die Bilanzen und Charts geben dem Leser das Werkzeug an die Hand, das er braucht, um die jeweils aktuelle Marktlage zu analysieren und künftige Preisentwicklungen zu antizipieren.

Der vierte Teil (Buch IV) ist den Derivaten gewidmet. Optionen und Futures, die die Basis aller modernen Anlageinstrumente bilden, werden ausführlich dargestellt, ebenso die gängigsten Strategien. Darüber hinaus werden moderne Produkte wie Warrants, Turbos und andere Zertifikate sowie CFDs und ClickOptions erläutert; obendrein finden Sie hier die Grundlagen der Derivateanlage und können nachschlagen, in welcher Situation welche Derivatestrategien sinnvoll sind.

Der fünfte Teil (Buch V) beschäftigt sich mit Portfoliomanagement, Money Management, automatisiertem Handel und mechanischen Handelssystemen. Sondersituationen und fortgeschrittene Methoden wie Leerverkauf und Handel auf Kredit werden anhand von Beispielen erklärt. Hier finden Sie eine Auflistung der Parameter, die beim Portfoliomanagement zu beachten sind, Erläuterungen zum Aufsetzen eines Money-Management-Systems und zur Führung eines Trading-Tagebuches. Weitere Themen sind Aktien-Split, Dividendenausschüttung Einstufung der eigenen Risikofreudigkeit, Beurteilung und Steuerung des eigenen Trading-Verhaltens sowie Praxistipps.

Der sechste Teil (Buch VI) ist der Anhang. Er enthält detaillierte Beispiele, unter anderem eine Anleitung zur Schaffung eines eigenen Garantieproduktes, ein Glossar, ein Abkürzungsverzeichnis, eine Literaturliste, die wichtigsten Daten für den Futures-Handel, Links zu den Websites fast aller Börsen dieser Welt sowie eine Liste der wichtigsten kostenlosen Informationsdienstleister.

Das Buch versteht sich nicht als Werk für die Wissenschaft, sondern richtet sich an den Praktiker. Nur dort, wo dies unbedingt nötig ist, wurde auf zugrunde liegende oder beschreibende wissenschaftliche Theorien zurückgegriffen. Auf diese Weise entstand eine umfangreiche, leicht anzuwendende Formelsammlung ohne komplexe Gleichungen oder Differenziale – alles leicht verständlich und mit den Grundrechnungsarten und der Standardnormalverteilungs-Tabelle aus Buch VI problemlos nachvollziehbar.

Ein abschließendes Wort zu den in diesem Buch verwendeteten Anglizismen: Soweit sie in der Branche üblich sind, haben wir sie auch in unseren Text übernommen. Wo es jedoch ein deutsches Pendant zu einem englischen Begriff gibt, haben wir uns für die deutsche Version entschieden.

Nun wünschen wir Ihnen Freude beim Lesen Ihres neuen Buches, Durchhaltevermögen bei Ihren Anlageentscheidungen – und viel Vergnügen beim Geldverdienen!

MARTIN MICHALKY & ROBERT SCHITTLER

Wien/München 2007

BUCH 1

Investieren für jedermann

Börsenwissen ist das, was übrig bleibt, wenn man schon alle Details vergessen hat.

ANDRÉ KOSTOLANY

Spekulation ist kein Spiel, es ist eine Maßnahme zum Schutz des Vermögens.

ANDRÉ KOSTOLANY

Wenn euch Fortuna die Hand reicht und ihr erfolgreich spekuliert, so nehmt dies bescheiden hin, preist anständig euer Geschick und verscherzt nicht durch Hochmut die günstige Führung.

DON JOSEPH DE LA VEGA

 

1 Die Schule des Investments

Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft. Dieser Spruch gilt natürlich auch für die Börse. Vor allem Chartisten, die aus den historischen Charts der Vergangenheit lernen, um daraus für die Zukunft Schlüsse zu ziehen, halten sich gerne an dieses Motto. Aber auch Fundamentalanalysten, die sich Bilanzen und Daten aus der Vergangenheit ansehen, um auf neue Bewertungen schließen zu können, werfen einen Blick zurück. Darum startet dieses Buch auch den Einstieg in die Börsenwelt mit einem sehr allgemeinen Blick auf die Börse, einer kurzen Rückschau in die Geschichte des Wertpapierhandels, einem kleinen Ausblick in die Zukunft und einer aktuellen Standpunktbestimmung. Erklärt werden zudem die wichtigsten Wertpapierarten und Grundbegriffe des Handelns sowie der Handelsarten und des Risikos.

Dieser »Grundlehrgang« der Schule des Investments dient dazu, sich einen ersten Einblick zu verschaffen, und kann daher von jenen Lesern übersprungen werden, die bereits Börsenerfahrung haben.

Die Börse hat seit jeher eine recht undankbare Aufgabe zu erfüllen: Zum einen soll ein per Definition extrem illiquides Gut (Schuldverschreibungen und Unternehmensanteile) handelbar gemacht werden, zum anderen hat sie beständig mit der Gier der Menschen zu kämpfen. Waren die ersten Handelsplätze stark spezialisiert und die Auswirkungen des Börsengeschehens auf die Volkswirtschaft noch von geringer Bedeutung, wuchs die Börse in den zurückliegenden beiden Jahrhunderten zu einem gigantischen Geschäftszweig heran und ist heute aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Der Börsenhandel ist zum Volkssport geworden und wird mittlerweile so gut wie überall betrieben. Der Handel mit diversen Gütern und Produkten (mittlerweile ist nahezu alles in institutionalisierter Form an einer Spezial- oder Hauptbörse handelbar) findet rund um die Uhr weltweit statt.

So startet der »Handelstag« an der New Zealand Stock Exchange und findet seine Fortsetzung dann in Japan, Korea und China. Danach kommen Taiwan, Singapur, Hong Kong und schließlich Malaysia und Indonesien zum Zug. Nach dem Handelsschluss in Bombay und Sri Lanka geht es mit Börsensitzungen in Russland und dem Nahen Osten weiter. Im Anschluss daran wird in Osteuropa, Finnland, Griechenland, der Türkei und in Afrika sowie mit kurzer Verzögerung in Kontinentaleuropa getradet. Gehen dann auch in Großbritannien und Portugal die Lichter aus, beginnen die Sitzungen an der Ostküste Südamerikas in Rio de Janeiro und Sao Paolo. Eine Stunde später starten dann Santiago de Chile, Bermuda und Montreal gefolgt von New York, Lima und Bogotá. Bei GMT minus sechs Stunden geht es in Mexico City, Nicaragua, Philadelphia und Chicago los, über Arizona dann weiter nach Vancouver und San Francisco an die Pacific Stock Exchange, wo der lange Handelstag zu Ende geht. Noch bevor hier die Schlussglocke läutet, startet der Handel bereits wieder in Neuseeland.

Ebenso wie Aktien können Futures und Optionen an fast allen Börsen gehandelt werden. Die einzige, wenn auch nicht physisch greifbare Börse, die 24 Stunden am Tag geöffnet hat, ist die Währungsbörse Forex. Hier können von Sonntag, 17 Uhr New Yorker Zeit, bis Freitag 16 Uhr über ein riesiges Netzwerk, das zahlreiche Devisenhändler miteinander verbindet, sämtliche möglichen Währungsparitäten ausgetauscht werden. Die Börse »schläft« also so gut wie nie und nimmt beständig Informationen, Stimmungen und Orders auf, bringt Investoren und Spekulanten Erfolg oder Enttäuschung.

Aber nicht nur der volks- und betriebswirtschaftliche Nutzen der Börsen ist beträchtlich, auch ihre Nachteile und Fehler sind nicht unerheblich. Um Spekulationsblasen, Insiderhandel und Kursmanipulationen einen Riegel vorzuschieben, gibt es vielerlei Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Direktiven für den Verkehr von Gütern, Geld und Wertpapieren an den diversen Handelsplätzen beobachten. Mit einer detaillierten Beschreibung dieses Verkehrs ließen sich ganze Bibliotheken füllen. Um sich aber nicht in den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen zu verlieren, konzentriert sich das vorliegende Buch auf das Ergebnis dieser Zusammenhänge: die Kurse der Vergangenheit in Kurvenform und andere volks- und betriebswirtschaftliche Daten, also die Technische und die Fundamentale Analyse, sowie die bestmögliche konkrete Anwendung der Ergebnisse aus diesen Überlegungen. Denn: »Ein Chart ist nichts anderes als eine grafische Darstellung des Kursverlaufes, und dieser ist eine Funktion der Regeln und Gesetze eines Marktes und des Sentiments seiner Teilnehmer« – davon dann mehr in den Kapiteln über Charttechnik und Fundamentalanalyse.

Für den Neueinsteiger in die Materie empfiehlt es sich, vor dem eigentlichen Start das Glossar durchzulesen, da viele Begriffe für ihn neu sein und teilweise auch anders gebraucht werden als im »normalen« Leben. Dennoch wurde hier versucht, das Wissen zum Thema Kapitalmarkt möglichst verständlich zu vermitteln.

1.1 Ein kleiner Börsenführer

Die meisten Menschen verstehen unter dem Begriff Börse einen Saal, in dem sich wild gestikulierende und schreiende Menschen befinden und dort Aktien handeln. Doch dieser sogenannte Parketthandel wird sukzessive durch den anonymeren und unspektakulären elektronischen Handel ersetzt. Durch die laufend steigende Elektronifizierung der Börsen können immer mehr Menschen auf die Handelsplattformen zugreifen und selbst direkt handeln. Oft wird bemängelt, dass Börsen keine realen Werte handeln. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass man auch nicht mehr die Wertpapiere in der Hand hält, sondern nur auf dem Ausdruck der Bank oder dem Bildschirm eine Bezeichnung und eine Stückzahl sieht. Doch eigentlich ist die Welt der Börse keine komplizierte, sondern vielmehr eine sehr interessante und auch lukrative und auf jeden Fall eine Reise wert. Viele Menschen assozieren den Begriff Börse mit Aktien. An den Börsen dieser Welt werden aber nicht nur Aktien gehandelt.

An Börsen werden vielmehr ebenso Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Zinsen, Investmentfonds und Derivate gehandelt, an Spezialmärkten sogar Immobilien, Private Equity und Kunstwerke. Fast alle denkbaren Risiko- und Ertragsstrukturen sind an Börsen handelbar. Wichtig ist dabei nur ein Schlagwort: Standardisierung. Solange ein Gut mit vielen anderen ausschließlich die gleichen oder extrem ähnliche Eigenschaften teilt, kann es über die Börse gehandelt werden. So werden gleiche Aktien untereinander gehandelt, gleiche Anleihen und vor allem gleichwertige Rohstoffe wie Gold gleicher Reinheit oder Weizen gleicher Qualität. Die Auswahl an handelbaren Asset-Klassen ist groß.

Asset-Klassen sind Zusammenfassungen von bestimmten Instrumenten, wie beispielsweise Aktien, Anleihen, Immobilien, Fonds oder Derivate, und unterteilen sich weiter in verschiedene Untergruppen. Bei Anleihen sind das beispielsweise Unternehmens-, Staats- oder Banken-Anleihen, die wiederum jeweils unterschiedliche Ertrag-Risiko-Profile aufweisen, vom Aufbau her aber relativ ähnlich sind.

Prinzipiell kann jeder Mensch an jedem Markt über seine Bank teilnehmen. Die Bank schlüpft dabei in die Rolle des Maklers/Brokers, der die Aufträge durchführt und Wertpapiere, Fondsanteile oder auch Derivate kauft und verkauft, Geld anlegt oder ausleiht und meist auch bei der Anlage berät. Im Folgenden wird kurz auf die verschiedenen Assets eingegangen, und dann wird vor allem das Thema Unternehmensfinanzierung mit Aktien und Anleihen, die eigentliche Grundlage des Börsenlebens, behandelt.

1.1.1 Der Finanzmarkt

Der Finanzmarkt ist neben dem Güter- und dem Arbeitsmarkt ein wichtiger Bestandteil einer Volkswirtschaft, wobei die Wechselwirkungen sehr stark sind. Die Aufgabe eines Finanzmarktes besteht darin, die Kapitalnachfrage der Finanzierung und das Geldangebot der Veranlagungen auszugleichen. Der Finanzmarkt besteht grob betrachtet aus folgenden Teilbereichen:

Die beiden wichtigsten Bausteine des Finanzmarktes sind der Geld-und der Kapitalmarkt. Der Kreditmarkt ist zwar ebenfalls von großer Bedeutung und hat eigene Usancen, er ist aber kein unabhängiger Markt, sondern reflektiert die Ereignisse auf dem Geld- und dem Kapitalmarkt.

Der Geldmarkt wird hier nicht näher behandelt, da er sich für das Trading kaum eignet – ausgenommen Futures. Zum Geldmarkt nur so viel: Gehandelt werden kurzfristige Gelder, mit Laufzeit bis zwölf Monate, also für Taggeld, Monatsgeld und Geldmarktpapiere. Während am Kreditmarkt mittel- und langfristige Gelder für die Anlage etwa in Wertpapieren oder Hypotheken gehandelt werden, werden am Geldmarkt fast risikolos kurzfristig Gelder »geparkt« und daher auch relativ niedrig verzinst. Das größte Volumen im Geldmarkt wird nicht gehandelt, sondern über Depotgeschäfte abgewickelt, bei denen sich ein Marktteilnehmer zur »Lagerung« und Verzinsung des Geldes eines anderen Marktteilnehmers verpflichtet.

Am Geldmarkt sind neben Banken und Versicherern eine Vielzahl von Unternehmen, der Staat (Notenbanken) und auch Private (Sparbücher) tätig. Der Handel mit Geldmarktinstrumenten wird primär durch Banken, aber auch Unternehmen via »Commercial Papers«, bestimmt. Der Kreditmarkt und der Kapitalmarkt dienen vor allem der Unternehmensfinanzierung, allerdings finanziert sich auch der Staat über den Kreditmarkt und zeichnet an diesem für das größte Volumen verantwortlich.

1.1.2 Unternehmensfinanzierung – Aktien und Anleihen

Unternehmen haben folgende grundsätzliche Möglichkeiten der Finanzierung: Die Investitionen eines Unternehmens können von innen finanziert werden, also aus dem verdienten Geld, beispielsweise den Cashflows oder Abschreibungen; die Mittel können aber auch von außen kommen. Man spricht von einer Eigenkapital- beziehungsweise von einer Fremdkapitalfinanzierung. Die Varianten der Eigenkapitalfinanzierung hängen von der Gesellschaftsform des Unternehmens ab. Eine Aktiengesellschaft beispielsweise kann sich durch die Ausgabe von neuen Aktien finanzieren, eine GmbH durch die Hereinnahme neuer Gesellschafter. Die Fremdkapitalfinanzierung hingegen ist davon unabhängig. Je nach Finanzbedarf können Kredite bei Banken oder Lieferanten aufgenommen oder Schuldtitel wie Anleihen begeben werden. Während für Fremdkapital Zinsen gezahlt werden müssen (Schuldendienst), will der Investor bei der Eigenkapitalfinanzierung Erträge in Form von Anteilen am Gewinn oder von Wertsteigerungen seiner Anteile generieren. Näheres dazu in den folgenden Kapiteln.

1.1.2.1 Begriffsbestimmung Aktien

Bei einer Aktiengesellschaft (AG) wird das Grundkapital in Aktien aufgeteilt. Diese Aktien können in einem Buch (dem sogenannten Aktienbuch) oder einer Sammelurkunde verbrieft sein oder als effektive Stücke gedruckt und herausgegeben werden. Die Herausgabe von Aktien bezeichnet man als »Emission«. Der Anteil einer Aktie am Grundkapital eines Unternehmens kann als Nennwert in Euro angegeben werden. Bei der nennwertlosen Aktie, die auch als Quotenaktie oder Stückaktie bezeichnet wird, entspricht der Anteil am Grundkapital dem Anteil an den Aktien. Hat ein Unternehmen beispielsweise ein Grundkapital von 100 Millionen Euro und 100.000 Aktien, so entspricht eine Aktie einem Anteil von 100.000/1.000.000 am Grundkapital und damit am Unternehmen. Der Nennwert lautet also zehn Euro.

Unterschieden wird vor allem zwischen Stamm- und Vorzugsaktien. Vorzugsaktien haben meist eine höhere Ausschüttung als Stammaktien, dafür haben ihre Besitzer im Gegensatz zu Stammaktien kein Stimmrecht. Des Weiteren werden Aktien in Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Namensaktien unterschieden. Im Gegensatz zu den Inhaberaktien werden bei Namensaktien die Besitzer der einzelnen Stücke im Aktienbuch eingetragen. Das Unternehmen kennt dann seine Aktionäre und ihre Anteile ganz exakt. Allerdings erschweren Namensaktien den Handel und sind daher seltener geworden. Die vinkulierten Namensaktien schließlich werden eingesetzt, um unerwünschte Aktionäre vom Kauf auszuschließen. Der Handel dieser Aktien ist an bestimmte Bedingungen, meist die Zustimmung der Gesellschaft, gebunden. Die Vinkulierung widerspricht daher dem Handel von Aktien an der Börse und wird kaum noch eingesetzt. Rechtlich ist die Mischung verschiedener Formen von Aktien möglich. Vor allem die Emission von Vorzugs- und Stammaktien ist beliebt. Allerdings geht der Trend immer stärker in Richtung der Einheitsaktie, das heißt, es werden nur Inhaberstammaktien an der Börse gehandelt.

Neben Aktien gibt es auch noch die Möglichkeit, sogenannte »Zwischenscheine« auszugeben, die handelbar sind und so lange verwendet werden, bis dann die »echten« Aktien geliefert werden können. Statt Aktien können im Zuge der Eigenkapitalfinanzierung auch Genussscheine oder Kapitalanteilscheine begeben werden, die meist über keine Stimmrechte verfügen und deren Ausschüttungen an bestimmte Ertragsparameter des Unternehmens gebunden sind.

1.1.2.2 Begriffsbestimmung Anleihen

Eine beliebte Variante der Fremdfinanzierung in größerem Umfang sind verzinsliche Wertpapiere, die auch als Schuldverschreibungen, Anleihen, Pfandbriefe, Rentenpapiere, Obligationen oder auf Englisch als Bonds bezeichnet werden. Diese sind auf den jeweiligen Inhaber lautende Schuldverschreibungen. Der Käufer einer Schuldverschreibung (der Gläubiger) besitzt eine Geldforderung gegenüber dem Emittenten (dem Herausgeber/Schuldner). Dieses Recht ist in einer Urkunde (dem Wertpapier) verbrieft. Dabei sind die Höhe der Schulden sowie die Zinszahlungen festgeschrieben.

Der Schuldner einer Anleihe beschafft sich mit dieser auf dem Kapitalmarkt Fremdkapital. Er erhält von den Käufern der Schuldverschreibungen Kredite, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt werden müssen. Dabei erhält der Käufer im Gegensatz zu Aktien kein unmittelbares Eigentum an dem Schuldner.

Als Schuldner kommen folgende Institutionen in Frage:

Staat (Staatsanleihen, Government Bonds)

Kommunen und öffentlich-rechtliche Körperschaften (Municipals)

Banken und Versicherungen (Pfandbriefe, Banking Bonds)

Unternehmen (Unternehmensanleihen, Corporate Bonds)

Anleihen werden nach ihrer Laufzeit in kurzfristig (bis vier Jahre), mittelfristig (vier bis acht Jahre) und langfristig (über acht Jahre) unterschieden. Zudem können Anleihen mit einem Schuldnerkündigungsrecht ausgestattet sein, das dem Emittenten die vorzeitige Tilgung (Rückzahlung) erlaubt.

Die wichtigsten Formen von Anleihen sind:

Standardanleihen:

Diese sind die häufigste Form von Anleihen und werden auch als Festzinsanleihen, Straight Bonds oder Plain-Vanilla-Bonds bezeichnet; sie haben eine feste Verzinsung (Kupon) über die gesamte Laufzeit.

Nullkuponanleihe:

Diese Anleihenart wird auch »Zerobond« genannt und hat keine Zinskupons. Der Ertrag des Gläubigers besteht ausschließlich in der Differenz zwischen Rückzahlungskurs und Emissionskurs. Deshalb werden Nullkuponanleihen meist mit einem hohen Abschlag (unter pari oder mit Disagio) emittiert und bei Fälligkeit zu 100 Prozent (also pari) zurückgezahlt. Diese Anleihenart wird gerne für Kapitalgarantieprodukte verwendet.

Tilgungsanleihen:

Auslosungsanleihen sind Anleihen, die einen festen Kupon haben, deren Nennwert jedoch nicht am Fälligkeitstag zur Gänze am Fälligkeitstag zurückgezahlt wird, sondern über einen bestimmten Zeitraum.

Annuitätenanleihen:

Hier erfolgt die Rückzahlung in gleichen Beträgen bis zum Laufzeitende. Diese Beträge beinhalten sowohl den Kupon als auch jeweils einen Teil der Tilgung.

PIK-Bonds:

Anstatt einer Kuponzahlung werden den Kreditoren neue Anleihen angedient. Die gesamten Zinsen werden also bis zum Ende der Laufzeit kumuliert und wieder verzinst (ähnlich einer Nullkupon-Anleihe). Darauf fußt auch der Name dieser Anleihen: Pay in kind. Üblicherweise werden Anleihen solcher Art von Unternehmen geringerer Bonität beziehungsweise schwachen operativen Cashflows begeben, um mit den Zinszahlungen kein Eigenkapital aufzubrauchen. Eine Kombination mit Convertible-Bonds (Tilgung aller Kupons plus Verzinsung und Tilgung durch die Ausgabe von Aktien) ist durchaus üblich, sorgt aber für eine hohe Verwässerung.

Convertibles (Wandelanleihen):

Weisen meist einen geringeren Kupon auf als Plain-Vanilla-Bonds, haben aber ansonsten ähnliche Charakteristika. Dafür ist eine Call-Option in die Anleihe integriert. Kreditoren haben damit die Möglichkeit, am Ende der Laufzeit die Tilgung in Form von Aktien des Emittenten zu einem zuvor vereinbarten Kurs statt in bar vornehmen zu lassen. Dadurch besteht die Chance auf einen deutlich über der üblichen Anleihenrendite liegenden Ertrag.

Perpetuals:

Dies sind Anleihen, die vom Emittenten nie getilgt werden müssen. Der Anleger profitiert ausschließlich über die Verzinsung beziehungsweise den Kupon, sofern der Emittent die Anleihe gemäß den jeweiligen Anleihebedingungen nicht vorzeitig kündigt und tilgt.

Anleihen mit variabler Verzinsung:

Diese Anleihen werden auch als »Floating Rate Note« bezeichnet; bei ihnen wird die Verzinsung während der Laufzeit angepasst. Meist orientiert sich dieser Zinssatz dabei an den Geldmarktsätzen (zum Beispiel Libor, Euribor). Variable Anleihen können eine Zinsuntergrenze (Floor-Floater) oder eine Zinsobergrenze (Cap-Floater) haben. Mini-Max-Floater haben beides.

Stufenzinsanleihen:

Hier steigt der Zins mit der Laufzeit an, wobei diese »Zinstreppe« bei der Emission festgelegt wird.

Inflationsgeschützte Anleihen:

Diese auch als Inflation-Linked Bonds bezeichneten Anleihen bieten zwar meist einen niedrigeren Kupon, dafür aber Schutz gegen das Inflationsrisiko. Der Kupon richtet sich dann nach der Entwicklung definierter Inflationsindizes.

Trotz ihres Rufes als sichere Anlage unterliegen Anleihen vielen Risken und sind kaum so sicher wie etwa eine reine Geldmarktanlage (Sparbuch). Im zweiten Buch werden die Bewertung der Anleihen, deren Kurs und die Zinsberechnung behandelt.

1.1.3 Rohstoffe, Währungen und Immobilien

Am Finanzmarkt werden neben Geldmarktinstrumenten, Aktien und Anleihen auch Währungen und Rohstoffe gehandelt. Vor allem Währungen weisen dabei sehr hohe Volumina auf. Die verschiedenen frei handelbaren Wechselkurse werden vor allem zwischen Banken, im sogenannten Interbankenhandel, getauscht. Dieser Markt ist sehr groß und liquide. Täglich fließen hohe Beträge über die Forex genannte Währungsbörse. »For« steht dabei für Foreign Exchange. Zudem werden an der Eurex US- und der CME-Futures auf Währungen gehandelt.

Ebenso gibt es auf Rohstoffe spezialisierte Börsen. Hier werden neben landwirtschaftlichen Produkten wie Mais, Weizen und anderen Getreidesorten unter anderem Lebendrind, mageres Schweinefleisch, Kaffee, Kakao und Zucker gehandelt, ebenso »Energies« wie Rohöl, Heizöl, Benzin, Erdgas, CO2-Zertifikate und Strom. Darüber hinaus gibt es an den Warenmärkten auch die Möglichkeit, Metalle wie Aluminium, Nickel, Kupfer, Gold, Silber und Platin sowie weitere für die Industrie wichtige Metalle zu handeln. An den Warenbörsen werden die Metalle an der Kassa (Spotmärkte) gehandelt. Das bedeutet, dass Lieferung und Bezahlung gleichzeitig zum Geschäftsabschluss getätigt werden. Zudem gibt es den Terminhandel an den Warenbörsen, wie etwa der CME, der CBOT oder der NYMEX. Rohstoffe sind aufgrund der starken Nachfrage in den jüngsten Jahren deutlich teurer geworden und haben sich als beliebte Anlageklasse etabliert. Mittlerweile kann in Rohstoffe auch mittels Zertifikaten, Fonds und Exchange Traded Funds investiert werden.

Auch Immobilien haben sich zu einer bedeutenden Anlageklasse entwickelt. Zwar gibt es mittlerweile schon einige Investmentvehikel, über die man an der Börse in Immobilien investieren kann, der Großteil der Immobilien wird jedoch immer noch außerhalb der Börsen gehandelt. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Immobilien nicht wie Aktien, Währungen oder Anleihen standardisierbar sind. Lediglich in einigen Spezialsegmenten ist der Handel möglich. Allerdings gibt es auch Investmentvehikel wie Immobilien-Aktien, Real Estate Investment Trusts (REITs), offene und geschlossene Immobilienfonds und Exchange Traded Funds auf Immobilienindizes, mit denen über die Börse ein Investment in Immobilien einfach und liquide möglich ist. Daher und aufgrund der schwächeren Performance der Märkte sowie der vermeintlich hohen Sicherheit wurden Immobilieninvestments zunehmend beliebter.

1.1.4 Risiko und Ertrag der einzelnen Asset-Klassen

Die Begriffe »Risiko« und »Ertrag« lassen sich nicht völlig und eindeutig abgrenzen. Zwar ist die Rendite in quantitativen Daten messbar, doch macht sie keine klare Aussage über die relative Ertragsstärke einer Asset-Klasse. Das Ertrag-Risiko-Profil gibt an, wie groß die Ertragschancen einer Anlage sind im Vergleich zu den damit verbundenen Risken. So weisen Sparbücher ein geringes Ertrag-Risiko-Profil auf, Aktien hingegen ein hohes.

In einem generell schwächeren Marktumfeld ist eine geringe oder nur leicht negative Rendite oft als sehr hoch zu bewerten, in Zeiten eines Booms wiederum können auch höhere Renditen deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegen und somit Opportunitätsverluste (in einer anderen Anlage hätte man mehr verdient) verursachen. Zudem muss man oft noch Performance-Kosten für eine garantierte Rendite (Bausparbuch, Lebensversicherung) oder eine Kapitalgarantie hinnehmen, die sich aber positiv auf das Risikoprofil der Asset-Klasse auswirken – »Sicherheit kostet Geld, auch und vor allem an der Börse«. Will man also eine Kapital- oder Ertragsgarantie haben, so muss man Performance-Einbußen hinnehmen.

Die einzelnen Asset-Klassen können grob wie folgt unterteilt werden, wobei hier wiederum zwischen verschiedenen Risikoklassen unterschieden wird:

Cash:

Tagesgeld, Sparbuch, Bausparanlagen, Commercial Papers

Anleihen:

kurzlaufende Anleihen, Staatsanleihen, Anleihen von Kommunen, Bankanleihen, Wohnbauanleihen, Unternehmensanleihen, Wandelanleihen

Aktien:

Immobilien-Aktien, Performance-Linked Notes, Genussscheine, Blue Chips, Technology Stocks

Alternatives:

Antiquitäten, Kunstwerke, Immobilien, Währungen, Private Equity (Beteiligungen an Unternehmen mit hohem Risiko)

Derivate:

Optionen, Futures, Swaps, Strukturierte Produkte

Der Risikobegriff umfasst mehrere Bereiche und ist generell nur qualitativ darstellbar. Die einzelnen Risikoklassen sind:

Verlustrisiko:

Risiko, Verluste zu erwirtschaften

Performance-Risiko:

Risiko, eine schwächere Performance zu erwirtschaften als mit anderen Anlagen

Totalverlustrisiko:

Risiko, das eingesetzte Kapital zu verlieren

Liquiditätsrisiko:

Risiko, die Anlage nicht mehr zu einem fairen Preis oder überhaupt nicht verkaufen zu können

Volatilität:

Risiko durch stark schwankende Erträge

Bei stark schwankenden Erträgen und geringer Handelbarkeit einer Asset-Klasse ist das Verlustrisiko wesentlich höher als bei einer linearen Entwicklung und hohen Liquidität. Allgemein sagt man, dass das Risiko die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls des Investments widerspiegelt. Die folgende Abbildung zeigt eine Übersicht der Renditechance im Vergleich zum Verlustrisiko bei einzelnen Asset-Klassen.

Sie sehen: Eine höhere Rendite geht grundsätzlich mit einem höheren Risiko einher. Der Vergleich bezieht sich meist auf den risikolosen Zinssatz, der sich eng an den Leitzinssätzen der jeweilige Nationalbank orientiert und daher für jedes Land mit einer eigenständigen Währung unterschiedlich ist; dazu später mehr. Es gibt also keine »sicheren Gelddruckmaschinen«, wie sie oft angekündigt und versprochen werden. Hüten Sie sich vor Leuten, die nicht auf die Risken einer Asset-Klasse hinweisen!

Bei der einfachen Analyse ist das Risiko der Asset-Klasse zunächst wenig interessant, da auf Basis der historischen Kurse und Daten Zukunftserwartungen formuliert und Anlageentscheidungen gefällt werden. Doch gerade im Bereich der Derivate ist es sehr wichtig, die einzelnen Spezifikationen und Risken genau zu kennen. Und es ist ebenso wichtig zu wissen, dass selbst die gemeinhin als sicher geltenden Anleihen Ausfallsrisken bergen, ganz zu schweigen von Aktien.

1.1.5 Handel der einzelnen Asset-Klassen

Nahezu alle standardisierten Asset-Klassen können heute institutionalisiert über Spezialbörsen gehandelt werden. »Standardisiert« bedeutet hier, dass an diesen Börsen Waren beziehungsweise Rechte und Verpflichtungen vorgeschriebener Qualität und Quantität gehandelt werden. Aktien lassen sich hier leicht für den Handel aufbereiten; bei Anleihen ist dies schwieriger, da es viele verschiedene Schuldner gibt, die wiederum häufig verschieden hoch verzinste und verschieden lang laufende Anleihen begeben haben.

Daher können nicht alle Anleihen eines Emittenten (Schuldners) gehandelt werden, sondern nur jede für sich. Für den Handel der diversen Aktienkategorien, Anleihen, Termingeschäfte, Währungen und Waren gibt es eigene Marktsegmente. Der Handel in diesen Asset-Klassen findet meist zwischen Brokern im Umfeld der Börse statt. Der Investor gibt einfach den Auftrag (die Order) und wartet auf deren Ausführung.

Etwas komplexer sieht es bei »nicht standardisierten Assets« aus, also bei Immobilien, Kunstgegenständen und Antiquitäten sowie Lebensversicherungen und Private Equity. Hier wird oft zwischen Makler und Kunden gehandelt, wobei der Makler eine Art Börsenfunktion innehat und Kauf- und Verkaufswillige gegen eine Gebühr (Kommission) zusammenbringt. Der Handel verläuft hier wesentlich vielschichtiger, oft mit schriftlichen Verträgen, da ja keine Standardisierung der Ware gegeben ist.

Im weiteren Verlauf dieses Buches wird lediglich der Handel mit Aktien und Derivaten beschrieben, da sich diese beiden Asset-Klassen am besten für einen Handel unter den Gesichtspunkten der Technischen und Fundamentalen Analyse eignen. Dennoch wird immer wieder auch auf Anleihen zurückgegriffen, weil wichtige Derivate auf Staatsanleihen basieren und viele Zertifikate mit verschiedenen Anleihenarten konstruiert werden.

1.2 Geschichte der Börse

In Joseph de la Vegas Verwirrung der Verwirrungen heißt es zur Geschichte der Börse nur kryptisch: »Zu erfahren, wer der Erfinder der Börse war, ist eine schwierige Aufgabe, die noch niemand bisher gelöst hat. Bibelfeste Leute versichern, dass Hiob die Börse erfunden hat, da er seine Anhänger lehrte, die Beleidigungen von Verleumdern mit Geduld zu ertragen. Schriftgelehrte behaupten, dass Absalom die Börse erfunden hat, denn an der Börse gibt es Leute, die von ihm gelernt haben, die Gelegenheit bei den Haaren herbeizuziehen, während andere wie er das Unglück aus der Luft greifen. Argwöhnische Menschen geben an, dass Luzifer die Börse erfand, da er die Spekulanten durch sein Versprechen täuschte, dass sie wie Gott etwas aus Nichts schaffen könnten.«

Nun zu den Tatsachen: Die Börse, so wie wir sie heute nutzen, geht auf den Kolonialismus zurück. Ähnlich wie an einer heutigen Börse wurde bereits im zwölften Jahrhundert in den italienischen Städten Venedig, Florenz, Genua und Lucca gehandelt, bald auch in der Champagne und in Brügge. Hier trafen bereits im Mittelalter Geldwechsler, Kaufleute und Händler auf öffentlichen Marktplätzen zusammen, um Geschäfte abzuschließen. Dabei wurden alle möglichen Rohstoffe, fertige Produkte sowie Staatsanleihen und Währungen umgesetzt. Auch Kredite wurden auf den Märkten vergeben und sogar die ersten Termingeschäfte abgeschlossen.

Im Laufe der Zeit nahm die Anzahl der Marktteilnehmer zu, und so stieg das Handelsvolumen. Damit wurden feste Regeln für den Handel notwendig, ebenso ein Handelsgebäude. Hier war die belgische Stadt Brügge Vorreiter: Sie verlegte den Handel in ein eigenes Gebäude, und zwar in das Haus der Familie »van der Beurse«, die in ihrem Wappen drei Geldbeutel (lateinisch: bursa) führte und von 1257 bis 1457 dort ansässig war. Damit war auch der Begriff für diesen Handelsplatz geboren: Börse. Die Bezeichnung »Börse« im Sinne von Handelsplatz taucht erstmals 1460 in Antwerpen auf. Das erste Bauwerk, das ausschließlich für den Börsenhandel errichtet wurde, entstand um 1531 ebenfalls im niederländischen Antwerpen.

Hermann von der Wee beschrieb mit der Entwicklung der Antwerpener Börse auch bereits sehr früh den Handel mit Derivaten im Jahre 1511 (Getreide-Futures). 1532 startete der geregelte Handel mit Anleihen, wobei der Begriff »Obligation« erst fünf Jahre später auftauchte. Bereits in dieser frühen Phase gab es Spekulanten, Arbitrageure und Broker. Ebenfalls in diese Zeit fallen die ersten Handelsvorschriften und Börsengesetze. Weitere Städte wie London (1566 bis 1569), Sevilla (1582 bis 1593) und Amsterdam (1608 bis 1611) folgten dem Beispiel Antwerpens und errichteten Börsengebäude in den angeführten Jahren, womit sich der bis ins späte 20. Jahrhundert dominierende Präsenzhandel endgültig durchsetzte. Der Begriff Präsenzhandel leitet sich davon ab, dass die Marktteilnehmer physisch anwesend sind, um ihre Geschäfte durchzuführen. Weil der Boden, auf dem die Händler standen, später meist aus Parkett gefertigt wurde, wird diese Art des Handels auch als »Parketthandel« bezeichnet.

Dem Börsenbau in Antwerpen war aber eine andere Entwicklung vorausgegangen: die erste Aktie.

Von Spekulationen in Bergwerksanteilen wird bereits in Deutschland um 1471 berichtet. Eine erste Form der Aktiengesellschaft wurde 1407 gegründet: die Bank des Heiligen Georg. Um 1553 wurde eine der frühesten »Joint Stock Companies« gegründet, die »Russia Company« oder »The Mystery and Company of the Merchant Adventurers«. Nach diesen Vorboten kam es schließlich zur Gründung der ersten »echten« Publikums-Aktiengesellschaften.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts stellte Portugal die mächtigste Handelsflotte. Um dieser Übermacht begegnen zu können, schlossen sich 1602 einige zuvor in Konkurrenz stehende holländische Handelsgesellschaften zusammen und gründeten die »Vereinigte Ostindische Kompanie«. Sie war das erste globale Unternehmen, das seine Gesellschaftsanteile öffentlich anbot und an der Börse handelte. Jeder Bürger hatte die Möglichkeit, sich durch einen Aktienkauf in das Aktionärsbuch einschreiben zu lassen und somit Teilhaber an dieser Gesellschaft zu werden. Da die Haftung der Teilhaber maximal auf den Nominalwert der Aktien begrenzt war, gilt die Vereinigte Ostindische Kompanie als erste Aktiengesellschaft moderner Prägung. Allerdings waren damals der bürokratische und somit auch der zeitliche Aufwand bei Kauf und Verkauf der Aktien sehr hoch und somit die Liquidität gering. Bei der Übertragung einer Aktie der Vereinigten Ostindischen Kompanie musste mindestens einer der 17 Gesellschaftsdirektoren seine Zustimmung geben. Zudem mussten das Aktionärsbuch und diverse andere Dokumente umgeschrieben und die Aktie physisch getauscht werden. Dividenden wurden in der »Börsensteinzeit« oft nicht in Form von Bargeld ausgezahlt, sondern in Gestalt von Naturalien wie Salz, Pfeffer und Wolle. Ein anderes Beispiel liefern die »Eiffelturm-Aktien«, deren Inhaber den Fahrstuhl auf den Eiffelturm einmal jährlich kostenlos benutzen durften. Die Aktien der damaligen Zeit waren aufgrund ihrer Illiquidität sehr volatil. Die Dividenden indes waren stattlich. So wurde während des fast 200-jährigen Bestehen der »Vereinigten Ostindischen Kompanie« in manchen Jahren eine Ausschüttung von 75 Prozent getätigt.

Allerdings gab es auch Jahre ohne Ausschüttung – im Schnitt betrug die Dividendenrendite aber rund 20 Prozent per annum. Wer 1606 die Aktie gekauft hatte, konnte sich schon wenige Tage nach der Emission über einen enormen Kursgewinn von 116 Prozent freuen. Jahrzehnte später war die Aktie bereits das Fünffache wert. Solche Renditen waren dem Bürgertum bis dahin nicht bekannt gewesen. Kein Wunder also, dass jeder »Aktien« haben wollte.

Nach diesem gelungenen Start für das neue Instrument Aktie ging es hoch her. Die folgenden Jahrhunderte waren von Spekulationen und Gier nach schnellem Geld geprägt. Als spekulativste Epoche in der Börsengeschichte gelten das 17. und 18. Jahrhundert. Natürlich gab es immer wieder Crashs als Folge übertriebener Spekulationsblasen. Angefangen hatten aber die Crashs, noch bevor es überhaupt die ersten richtigen Aktien gab: Mitte des 16. Jahrhunderts in Holland mit dem Tulpenskandal, dem ersten dokumentierten Crash an einer Terminmarktbörse, dem noch viele weitere folgen sollten.

Spekulationsblasen und die Gier der Anleger brachten bereits sehr früh Unternehmen aufs Parkett, die lediglich auf das Geld der Investoren aus waren. Beispiele dafür finden sich zuhauf: Unternehmen, die das »Perpetuum Mobile« erfinden oder Heilmittel für Pferdekrankheiten erforschen oder – das ist gar nicht so lange her – lediglich Websites mit schauerlichen Geschäftsmodellen unter das Volk bringen wollten. Dabei gab es nicht nur immer wieder Kurseinbrüche als Folge von Betrügereien, sondern auch viele durch Willkür oder allgemeine Unvorsichtigkeit (beziehungsweise Gier) hervorgerufene Katastrophen an der Börse. Dazu später mehr im Kapitel »Börsenpsychologie«.

Noch ein kurzes Wort zur möglicherweise asiatischen Herkunft der Börse. In Asien wurde intensiv Reis gehandelt beziehungsweise Reisballen wurden als Zahlungsmittel für andere Güter verwendet. Zudem gab es einen regen Terminhandel auf Reis. Ob nun die westliche oder die östliche Börse die erste war, ist ebenso offen wie die Frage, ob Nudeln aus Italien oder China kommen – man ist sich hier uneins. Die Geschichte der asiatischen Börse ist im Buch der Technischen Analyse zu finden.

1.3 Die Rolle der Börse – Wozu dienen Aktien?

Viele Börseneinsteiger fragen sich zu Recht, welche Rolle die Börse im Allgemeinen und Aktien im Besonderen spielen. Für die, die schon länger an der Börse handeln, ist die Antwort auf diese Frage klar: Die Börse ist eine Geldquelle. Und welche Rolle spielt die Börse im Wirtschaftsleben? Der berühmte Börsenspekulant André Kostolany meinte, dass die Börse der Kapitalmarkt ist, der Treffpunkt jener, die ihr Geld in Wertpapieren anlegen wollen, und jener, die ihre Papiere zu Geld machen wollen. Im volkswirtschaftlichen Gesamtkontext fungiert die Börse neben der Handelsplatzfunktion auch als wichtiges Barometer für die Befindlichkeit eines Landes beziehungsweise eines Unternehmens sowie für die Stimmung unter Anlegern, als wichtiger Platz zum Austausch von Informationen und als großer Arbeitsgeber.

Darüber hinaus ermöglicht die Börse den Handel mit den relativ schwer zu übertragenden Unternehmensanteilen und Schuldverschreibungen. Dabei darf auch der wichtige Rohstoff- und Devisenmarkt nicht außer Acht gelassen werden. Für jeden Anhänger des westlich-kapitalistischen Wirtschaftssystems ist die Börse aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Sogar jeder, der eigentlich nichts mit der Börse zu tun haben will, ist Teilnehmer: Jeder Besitzer eines Bankkontos ist indirekt Teilnehmer am Kapitalmarkt, von Pensionskassen, Mitarbeiterbeteiligungen oder den typisch österreichischen Abfertigungskassen gar nicht erst zu sprechen. Man entkommt dem Kapitalmarkt also kaum; deshalb sollte man ihn kennen und nicht als uninteressant abtun.

Nun die nächste, für den Newcomer wichtige Frage: Wozu dienen Aktien, und warum steigen und fallen ihre Kurse? Am besten zieht man auch hier wieder Kostolany zu Rate, der in seinem Buch Börsenseminar schreibt, dass alle Aktien eines Unternehmens zusammen die Aktiengesellschaft bilden. Mit ihrem Kauf stellt der Investor dem Unternehmen Kapital zur Verfügung in der Hoffnung, durch Wertsteigerung und/oder Dividendenausschüttungen eine dem Risiko angemessene Verzinsung zu erreichen. Ohne die Möglichkeit, Investoren über den Verkauf von Unternehmensanteilen (Aktien) in die Gesellschaft zu »holen« und sich somit Kreditzinsen zu ersparen, wären die großen wirtschaftlichen Abenteuer und viele Entwicklungen im 18., 19. und 20. Jahrhundert nicht möglich gewesen. Kostolany nennt dafür die stark mit Investorenkapital finanzierten Bereiche Eisenbahn, Schifffahrt, Suezkanal, Erschließung von Minen und Ölquellen sowie die moderne Produktionsindustrie der Automobil-, Luftfahrt- und Elektronikbranche.

Warum sich die Kurse von Wertpapieren bewegen, ist eine andere interessante Frage, auf die es keine endgültige, sondern nur eine oberflächliche Antwort gibt: aufgrund der Angebots- und Nachfragesituation. Übersteigt das Angebot an einem bestimmten Wertpapier die Nachfrage der Investoren deutlich, so werden die Kurse sinken; übersteigt die Nachfrage das Angebot, so werden die Kurse steigen. Dazu das Beispiel eines Biergartens: Der Wirt hat in Erwartung eines baldigen Ansturms an Gästen zehn Halbliterkrüge Bier gezapft und dann festgestellt, dass seine Zapfanlage defekt ist. Er hat also nur ein beschränktes Angebot. Statt der erwarteten zehn Gäste kommen nun aber 20 Durstige, und jeder will einen Krug haben. Da nur zehn zur Verfügung stehen, kann der Wirt die Preise so weit anheben, dass er noch immer zehn Kaufwillige hat. Kommen hingegen nur fünf Gäste, die eine Apfelschorle trinken wollen, läuft der Wirt Gefahr, seine zehn bereits ausgeschenkten Krüge leeren zu müssen; deshalb wird er versuchen, den fünf Gästen mittels eines Preisnachlasses sein Bier schmackhaft zu machen. Im ersten Fall sieht sich der Verkäufer (der Wirt) einer großen Nachfrage durch die Käufer (seine Gäste) ausgesetzt und kann somit den Preis erhöhen. Im zweiten Fall ist es genau umgekehrt: Die Käufer können aufgrund des Überangebotes bestimmen, zu welchem Preis sie kaufen, und somit diesen drücken. Ebenso läuft es an der Börse: Steigt die Nachfrage nach oder sinkt das Angebot an einem Wertpapier, steigen die Kurse. Sinkt die Nachfrage oder steigt das Angebot, fallen sie. Wenn sich Angebot und Nachfrage verändern, kann dies viele Gründe haben. Ein Grund könnte sein, dass ein Unternehmen Geschäftszahlen berichtet, die besser ausgefallen sind als erwartet, und daraufhin viele Investoren kaufen. Oder ein Unternehmen gibt bekannt, dass die Liquiditätssituation schlecht ist und ein Ausgleich bevorsteht. In diesem Fall wäre das Angebot wahrscheinlich sehr groß und die Nachfrage sehr gering, was zu einem raschen Preisverfall führen würde. Da solche Ereignisse nicht jeden Tag vorkommen, sind die täglichen Preisschwankungen an den Börsen meist eine Folge der Laune der Investoren, die entweder (gemäß welcher Überlegungen auch immer) ein Wertpapier verkaufen oder kaufen. Die möglichen Gründe für einen Kauf oder Verkauf der Investoren werden im Kapitel »Börsenpsychologie« noch näher behandelt. In der Regel steigen die Kurse eines Wertpapiers (müssen aber nicht), wenn der Wert des Papiers steigt oder Aussicht hat zu steigen, und sie sinken (müssen aber nicht), wenn Wert und Aussichten sinken.

1.4 Handelsplätze heute und in der Zukunft

Spannende Geschichten zum Thema Wertpapierhandel wusste der berühmte Spekulant und Autor André Kostolany zu erzählen. Doch die Zeiten der »Parkettbörsen« mit ihren »Kursmaklern«, »Stock und Floor Brokern« sowie »Runnern« neigen sich dem Ende zu. Die immer schnellere Veränderung der Investitionsparameter, die steigende Liquidität und die immens gestiegene Informationsvielfalt erfordern immer schnelleres Handeln. Bereits heute verzeichnen die »Computerbörsen« die größeren Umsätze. Durch diese fallen auch die räumlichen Einschränkungen weg. Der Händler an der Frankfurter Börse kann in Wien sitzen und umgekehrt.

Die stark fragmentierte europäische Börsenlandschaft befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Zusammenschlüsse oder Schließungen von Börsen stehen auf der Tagesordnung. Am Ende wird die Landschaft wohl nur von einigen wenigen Großbörsen geprägt sein, die von einigen wenigen Regionalbörsen »garniert« werden. Während bei den Großbörsen der elektronische Handel im Vormarsch ist, denken einige Regionalbörsen über die Wiedereinführung oder den Erhalt von »Präsenzbörsen« nach. Die Internettechnologie gewinnt freilich immer größere Bedeutung für den Handel mit Wertpapieren.

1.4.1 Einführung Handelsarten

Wertpapiere können prinzipiell überall gehandelt werden. Ob in der U-Bahn, auf dem Trottoir (so entstand die Nasdaq) oder an einer Börse, gehandelt werden kann überall. Im Allgemeinen spricht man vom Handel an einer Wertpapierbörse, dem Over-the-Counter (OTC)-Handel oder dem Direkthandel – wobei Letzterer eigentlich eine Abwandlung des OTC-Handels ist und bei Derivaten im Internethandel zwischen Emittenten und Privatinvestoren aufgrund seiner Kostenstruktur immer wichtiger wird. Beim Handel über die Wertpapierbörse unterwerfen sich sowohl die Händler als auch die Emittenten bestimmten Regeln. Als Emittenten werden an der Börse gelistete Unternehmen oder Investmentbanken sowie Länder, die Produkte begeben, bezeichnet. Die Institution Börse sorgt für einen geregelten Handelsverlauf und verlangt dafür eine vom Handelsvolumen abhängige Kommission. Bei den Börsen unterscheidet man zusätzlich noch in »Rufbörsen« (Präsenzbörsen) und jene mit elektronischen Handelssystemen (Computerbörsen). Ein klassisches Beispiel für eine Rufbörse ist die New York Stock Exchange (NYSE), bekannt unter anderem aus dem Film »Wall Street«. Beispiele für elektronische Börsen sind die Börsen in Frankfurt und Wien (Xetra) sowie die Nasdaq (National Association of Securities Dealers Automated Quotations).

Bei einer Rufbörse ist die physische Anwesenheit der Marktteilnehmer am Börsenparkett erforderlich; daher wird diese auch »Präsenzbörse« genannt. Hier kommen die Marktteilnehmer täglich zu festgesetzten Börsenhandelszeiten zusammen und führen Orders für Kunden oder im eigenen Interesse mit abschlussbereiten Kontrahenten aus. Rechtswirksam wird das Geschäft zwischen den Marktteilnehmern über das »gesprochene Wort«. Hieraus leiten sich die heute noch in Österreich gebräuchlichen Phrasen »von dir« (Kauf) und »an dich« (Verkauf) ab. Die Geschäfte werden zwischen den Kursmaklern (oder Sensalen) und den Brokern (Händlern) abgeschlossen.

Kursmakler werden von der Börsenaufsichtsbehörde auf Vorschlag des Börsenvorstandes bestellt; sie sind meist freiberuflich tätige Kaufleute, die im Auftrag des Börsenvorstandes gegen Kommission (oder Courtage) die amtliche Festlegung der Wertpapierkurse durchführen. Ihre Kontrahenten sind zumeist zugelassene Händler, in seltenen Fällen auch Privatpersonen. Die bei der Präsenzbörse anwesenden Händler werden in »Floor Broker« (stehen direkt im Kontakt mit den Kursmaklern) und »Stock Broker« unterschieden. Floor Broker« stehen direkt in Kontakt mit den Kursmaklern, »Stock Broker« stehen in Kontakt mit den Kunden und den Floor Brokern über sogenannte »Runner«; heute werden diese meist durch das Mobiltelefon ersetzt.

Der Ablauf einer Order geht wie folgt vonstatten: Der Stock Broker erhält die Aufträge zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, sammelt diese, gleicht sie ab und leitet die offenen Aufträge an den für das bestimmte Wertpapier zuständigen Floor Broker weiter. Dieser nimmt an den laufenden Auktionen des Kursmaklers teil und erwirbt oder veräußert die geforderten Mengen zu den gegebenen Limits; sodann meldet er die Ausführung an den Stock Broker zurück, der sich um die Abwicklung kümmert. Oft findet der Präsenzhandel bereits mit Computerunterstützung statt.

Die Funktionsweise der reinen Computerbörsen sei hier anhand des Xetra-Modells erklärt. Hier werden vom Server der Börse die eingehenden Orders für die jeweiligen Titel abgeglichen. Direkten Zugang zu dem Handelssystem haben lediglich geprüfte Marktteilnehmer. Manche Internet-Broker bieten aber ebenfalls Schnittstellen zu Xetra an, die dem User den direkten Handel an der Börse erlauben. Der Börsenteilnehmer kann sich die Orderlage in der ihn interessierenden Aktie ansehen und seine Orders in eine von der Börse zur Verfügung gestellte Software eingeben. Diese Order wird dann ins Orderbuch aufgenommen und bei Übereinstimmung mit einer Gegenseite sofort ausgeführt; ansonsten bleibt sie bis zur Ausführung oder bis zum Ablauf der vom Benutzer gewählten Orderfrist im System gespeichert. Treffen Angebot und Nachfrage einander, wird an beide Marktteilnehmer eine »Ausführungsbestätigung« geschickt, und die Abwicklung wird über die jeweilige Kontrollbank begonnen. Die Kursbildung wird im Kapitel »Aktienhandel« erläutert.

Beim OTC-Handel verläuft die Geschäftsabwicklung nach einem ähnlichen Schema, allerdings wesentlich einfacher. Ein Kaufwilliger und ein Verkaufswilliger treffen aufeinander und machen den Preis für das jeweilige Gut aus. Ist man sich handelseins, wird das Geschäft sofort abgeschlossen, und sowohl Ware als auch Geld tauschen den Besitzer. Wie bereits erwähnt, kann diese Handelsart bei allen Warenarten und an allen Orten zur Anwendung kommen, wird jedoch zumeist bei größeren Orders zwischen Brokern oder eben im Direkthandel zwischen Bank und Kunde angewandt.

Dieser »Direkthandel« ist eine durch das Internet erfolgte Neuerung des Wertpapierhandels. Statt über eine Börse zu kaufen, können sich Investoren nun direkt über ihren Online-Broker an den Emittenten wenden und um Kurse für die gewünschte Anzahl der Wertpapiere ansuchen. Der Kunde kann dann entweder den vom Emittenten (Market Maker) angebotenen Kurs akzeptieren oder auf einen günstigeren warten. Direkthandel wird vor allem beim Handel von Aktien vor deren Börseneinführung oder bei verschiedenen Derivaten angewandt.

Ganz besonders beliebt ist der Direkthandel bei Optionsscheinen, Hebelzertifikaten und anderen strukturierten Produkten, da sowohl Emittent als auch Investor auf diese Weise die Handelskosten der Börse sparen.

1.4.2 Handel der verschiedenen Asset-Klassen

Der Handel quer über alle Asset-Klassen hinweg läuft ähnlich ab. Unternehmensanteile, Schuldverschreibungen und Derivate sowie Rohstoffe, Metalle und Fonds können über jeweils darauf spezialisierte Börsen ebenso gehandelt werden wie Währungen. Immobilien und Lebensversicherungen werden wie Kunstgegenstände und andere Instrumente over the Counter (OTC), also ohne Standardisierung, zwischen zwei Parteien gehandelt. Hier gestaltet sich aber der Anlageprozess wesentlich komplexer als bei den zumeist liquideren, zuvor genannten Asset-Klassen. Meist erfolgt der Handel über Makler, die entweder für den Verkauf werben oder von den Kaufinteressenten aufgesucht werden.

1.4.3 Kosten der Anlage

Die Kosten einer Anlage lassen sich grob wie folgt unterteilen:

Handelskosten

Haltekosten

Finanzierungskosten

Opportunitätskosten

Leihkosten

Unter Handelskosten versteht man jene Aufwendungen, die beim Erwerb oder Verkauf eines Wertes entstehen. Jegliche Art des Erwerbs von Wertpapieren zieht die Verrechnung von Spesen nach sich, die zusammen mit dem Kaufbetrag vom Konto abgebucht werden. Handelt es sich um Immobilien, fallen Makler- und Eintragungskosten sowie die Grundsteuer an, bei Fonds und Lebensversicherungen Auf- und Abschläge bei Kauf und Verkauf.

Die Kosten für den Handel eines Assets können die erzielbare Performance deutlich drücken, weswegen der Investor ihnen ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit widmen sollte. Spesen und welche Möglichkeiten sich bieten, diese gering zu halten, sind Thema des nächsten Kapitels.

Auch die Haltekosten