Das große GU Babybuch - Birgit Gebauer-Sesterhenn - E-Book
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Das große GU Babybuch E-Book

Birgit Gebauer-Sesterhenn

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Beschreibung

Willkommen, Baby! Im ersten Jahr mit dem kleinen Erdenbürger geschieht so viel Neues und es gibt jede Menge Fragen: Wie entwickelt sich mein Baby? Was tun, wenn es nicht schlafen kann? Wie werde ich als Mutter allen, auch den eigenen, Bedürfnissen gerecht? Die Autoren dieses großen GU Ratgebers bieten ausführlichen, kompetenten Rat und können dabei auch unmittelbar auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Die Entwicklung des Babys wird Monat für Monat detailliert beschrieben und mit schönen Spielideen ergänzt. Erlebnisberichte und die Rubrik Fragen und Antworten zeigen, was Eltern wirklich bewegt, machen Mut und helfen, die Signale des Babys richtig zu verstehen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 485

Veröffentlichungsjahr: 2014

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EIN WORT ZUVOR

Ist es bald so weit und die Geburt Ihres ersten Kindes steht bevor? Sicher sind Sie schon ein wenig aufgeregt … Und bestimmt haben Sie viele Fragen zu allem, was mit dem Baby an Neuem auf Sie zukommen wird. Keine Sorge, das ist ganz normal und geht vielen anderen werdenden Eltern genauso.

Gerade einmal ein bis zwei Generationen rückblickend betrachtet, wohnten Erwachsene und Kinder, Altgewordene und Neugeborene gemeinsam unter einem Dach. »Ganz nebenbei« lernten schon die jungen Mädchen den Umgang mit einem Neugeborenen kennen. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen hin zur Kleinfamilie ist es für junge Mütter und Väter heute zunehmend schwer, sich das nötige Wissen für das Leben mit dem Baby anzueignen. Geburtsvorbereitungs- und Säuglingspflegekurse vermitteln hilfreiche Informationen. Und vielleicht wollen Sie die Zeit vor der Geburt nutzen, um entspannt auf dem Sofa zu sitzen und in einem Babybuch zu lesen?

Der vorliegende Ratgeber unterstützt Sie bereits bei den Vorbereitungen, die vor der Geburt getroffen werden müssen: Was sollten Sie alles an Babyausstattung besorgen? Wie sieht ein gesunder Schlafplatz aus? Und er begleitet Sie auf dem gemeinsamen Weg mit Ihrem Kind nach der Geburt bis zum ersten Geburtstag.

Blättern Sie doch mal im Kapitel zur Entwicklung des Kindes (ab >): Für mich ist es immer wieder faszinierend zu sehen, welche Fortschritte ein Baby in den ersten Lebensmonaten macht.

Wenn die Betreuung durch uns Hebammen acht Wochen nach der Geburt endet, haben Sie mit diesem Ratgeber einen tollen »Begleiter«, der Ihnen in vielen Situationen weiterhilft: Warum schreit mein Baby? Schläft es ausreichend? Bekommt es die nötige Förderung? Mit jedem neuen Entwicklungsschritt Ihres Babys tauchen auch immer neue Fragen auf. Das Buch gibt Ihnen fundierte Antworten und unterstützt Sie, Ihren persönlichen Weg zu finden.

Auch wenn die Ankunft des Babys Ihre bisherige Zweierbeziehung gehörig durcheinanderbringt und eine große Verantwortung auf Sie zukommt, brauchen Sie keine Angst zu haben. Sie werden mit der Zeit ganz selbstverständlich in Ihre neue Rolle als Mutter oder Vater hineinwachsen. In dieser oft recht turbulenten Zeit bietet Ihnen dieser Ratgeber eine hervorragende Unterstützung für ein wunderbares erstes Lebensjahr mit Ihrem Kind. Genießen Sie diese Zeit!

Claudia Dachs, Beirätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammenverband

Nach der Geburt meiner ersten Tochter Paulina wurde ein Video aufgezeichnet. Erschöpft von den Geburtsstrapazen hört man mich sagen: »So etwas tue ich mir nie wieder an!« Nicht nur die Geburt war anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Stillschwierigkeiten? Schreibaby? Wochenbettprobleme? Baby-Blues? Schlaflose Nächte? So hatte ich mir das Muttersein nicht vorgestellt! Heute weiß ich, dass die meisten Probleme hausgemacht waren und es mit mehr Hintergrundwissen gar nicht so weit gekommen wäre. Deshalb musste dieses Buch geschrieben werden. Und keine Sorge, wenn die Entwicklung Ihres Babys hier und da von der im Buch beschriebenen Norm abweicht. Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck. Vertrauen Sie auf Ihren mütterlichen Instinkt sowie Ihr Bauchgefühl, und kombinieren Sie beides mit einer Spur Gelassenheit – Ihr Baby wird es Ihnen danken.

Übrigens war mein »Nie wieder« nach Paulinas Geburt nur von kurzer Dauer. 21 Monate später kam unser Sohn Samuel auf die Welt, nach weiteren zwei Jahren Nesthäkchen Sophie. Und beide Male war alles anders, noch schöner. Weil ich gelernt habe, ihre Signale zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Kinder sind ein Geschenk – und alle Eltern sollten dankbar sein, dass sich diese kleine Seele ausgesucht hat, bei ihnen groß zu werden. Ich wünsche Ihnen viel Harmonie und Glück im ersten gemeinsamen Jahr mit Ihrem Baby!

Birgit Gebauer-Sesterhenn

Als kleiner Junge habe ich meinen Vater, der Internist war, öfter auf Hausbesuchen begleitet. So wusste ich schon bald, dass auch ich diesen Beruf wählen wollte. Und eines war klar: Meine zukünftigen Patienten sollten Kinder sein. An ihnen beeindruckte mich nicht nur ihre Fröhlichkeit, die sie trotz aller Krankheit nie verloren, sondern vor allem ihr Lebenswille und ihre Kraft. Nach knapp zehn Jahren Krankenhaustätigkeit wollte ich die andere Seite der Kinderheilkunde erfahren: Wie erlebt ein junger Mensch vom Säugling bis zum Jugendlichen seine Kindheit mit allen Freuden, Krankheiten und Entwicklungsschritten? Natürlich ist auch das Umfeld der Kinder entscheidend – die Fragen, Sorgen und Nöte der Eltern verdienen Unterstützung. Ich wünsche mir, dass Sie im Folgenden ebensolche Tipps und möglichst viele Antworten auf Ihre Fragen finden.

Dr. med. Manfred Praun

WIR WERDEN EINE FAMILIE!

Es ist so weit: Sie erwarten ein Baby und werden bald eine kleine Familie sein! Ihnen und Ihrem Partner steht nun eine aufregende Zeit bevor – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn kaum etwas wird Ihr Leben jemals wieder so umkrempeln wie die Geburt des ersten Kindes. Doch was bedeutet das eigentlich, eine Familie zu sein?

Aus zwei werden drei …

Im Idealfall konnte Ihr Baby rund 40 Wochen lang in Ihrem Bauch wachsen und gedeihen. Es heißt, so lange, wie das Baby im Bauch heranwächst, so lange dauert es auch, bis Eltern und Baby zu einer Familie zusammengewachsen sind. Mit der Geburt des Babys ändert sich die Rollenverteilung. Und mitunter braucht es seine Zeit, bis sich jeder mit seiner Rolle identifiziert.

Flitterwochen mit dem Baby

Neun Monate hat es gedauert und dann ist es endlich so weit: Es ist ein unvergesslich schöner Augenblick, wenn Sie nach der Geburt Ihr Baby endlich in den Armen halten dürfen. Bisher war es bereits wundervoll, wenn Sie Ihr Baby im Bauch durch seine Bewegungen spüren konnten. Allein das Erleben dieser Aktivitäten ist schon ein Glücksgefühl – aber wenn Sie Ihr Kind endlich in Ihren Armen halten können, ist das Hochgefühl kaum zu toppen. Warm und weich, gut duftend und unglaublich kuschelig – endlich ist das Baby da! Für viele Eltern sind diese ersten Minuten nach der Geburt einer der schönsten Momente im Leben. Erleichtert, dankbar und überflutet von Glückshormonen möchte man von nun an lebenslang dieses Familienglück genießen.

Hebammen bezeichnen die ersten Tage mit dem Baby zu Hause gerne als »Babyflittern«. Vater, Mutter und Baby können sich zum ersten Mal betrachten, anfassen und festhalten und das Gefühl, eine Familie geworden zu sein, genießen. Aus dem Duo Vater und Mutter ist nun ein Trio geworden: Die lang ersehnte Tochter oder der so erwünschte Sohn machen die beiden Erwachsenen zu Eltern. Und geben ihnen damit eine Rolle, die ihnen – zumindest wenn es das erste Kind ist – bisher noch nicht bekannt war.

Mitunter kann es für alle Beteiligten Anfangsschwierigkeiten mit der neuen Rollenverteilung geben. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen – und dies gilt auch für frisch gebackene Eltern. Die alltäglichen Dinge wie Windeln wechseln, Baby waschen, anziehen, stillen oder Fläschchen geben, herumtragen, beruhigen, trösten und schlafen legen müssen erst einmal zur Routine werden. Dazu bedarf es einer gewissen Trainingszeit. Erfahrungsgemäß kann diese Zeit auch schon mal anstrengend werden ...

Die Beziehung zwischen Mann und Frau

Von nun an ist der Dritte im Bunde, so klein er oder sie auch ist, immer da und hat mitunter eine sehr bestimmende Art und ganz genaue Vorstellung davon, was er braucht, um glücklich zu sein: Wenn er Hunger hat, will er essen – und zwar sofort. Wenn die Windel voll ist, muss eine neue her – und zwar möglichst rasch. Wenn ihm langweilig ist, will er Aufmerksamkeit – und zwar umgehend. Auch wenn Ihr Baby noch so klein ist, eindringlich und überzeugend übernimmt es die Chefrolle und bringt damit den gewohnten Rhythmus gehörig durcheinander. Es bestimmt auch, wer sein liebster Mitarbeiter ist – meistens die Mama. Denn die liefert pünktlich das Essen und ist immer da, wenn man sie braucht.

Der Ausblick auf diesen ständigen Bereitschaftsdienst – tagsüber, nachts, am Wochenende, an Feiertagen und im Urlaub – kann in den ersten Wochen erschrecken. Ganz ehrlich: Eltern zu sein bedeutet nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Es können Konflikte zwischen den frisch gebackenen Eltern auftauchen, die sie ohne Kind gar nicht kannten. Schlimmer noch – die man sich nie hat vorstellen können!

Auf einmal gibt es unterschiedliche Meinungen über Erziehungsstile (»Wenn du so weitermachst, verwöhnst du es noch!«) und darüber, wie man mit dem Baby umzugehen hat (»Du musst es ganz anders halten«). Der Vater trägt das Baby anders als die Mutter, die Mutter springt beim kleinsten Mucks sofort auf, beim einen schreit es mehr als beim anderen. Für beide ist der Umgang und das Zusammenleben mit einem Säugling Neuland – aber meistens glaubt es einer besser zu wissen als der andere. Da kann es schon mal passieren, dass die Stimmung ruiniert ist. Hinzu kommt der Faktor Unsicherheit – denn wer weiß schon ganz genau, wie man mit einem Säugling umzugehen hat? Für viele wichtige Ereignisse im Leben werden wir heutzutage ausgebildet und haben Tests zu bestehen, etwa beim Schulabschluss oder Führerschein. Aber für den richtigen Umgang mit Säuglingen gibt es keine Prüfung, die man vorher absolvieren kann. Hilfreiche Informationen erhalten werdende Eltern in Vorbereitungskursen. Hier zeigen erfahrene Hebammen, wie man ein Baby optimal versorgt. Wenn Sie sich für solch einen Kurs interessieren, können Sie sich bei Ihrem Frauenarzt oder in der Geburtsklinik in Ihrer Nähe erkundigen.

Der kleine Schlafräuber

Gut möglich, dass sich sehr bald das Gefühl einstellt, fremdbestimmt zu sein: Ihr Baby gibt Ihnen in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt unbeirrt seinen Rhythmus vor, bei dem Sie mitmachen müssen. Von ihm ist abhängig, wann Stillen angesagt ist und wie lange es dauert, wann Sie duschen oder einkaufen gehen können, wann der Haushalt mal dran ist. Das Baby bestimmt sogar, wann Sie ungestört telefonieren oder mit Ihrem Partner in Ruhe zusammensitzen können. Vor allem aber liegt eines in seiner Hand: Wann Eltern schlafen dürfen.

Manche Mütter leiden in den ersten Wochen nach der Geburt so stark unter dem Schlafdefizit, dass sie morgens zermürbt aufstehen und manchmal nicht wissen, wie sie sich den ganzen Tag auf den Beinen halten sollen. Geschweige denn, wie sie gut gelaunt sein sollen. An dieser Stelle hilft Ihnen hoffentlich ein kleiner Trost: Jede schlechte, weil kurze Nacht, die Sie hinter sich gebracht haben, kommt nicht wieder (ähnlich wie Wehen), sondern hilft Ihnen und Ihrem Baby, zu einem geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden. Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für das Schlafenlernen. Je mehr Sie sich auf die Bedürfnisse Ihres jungen Säuglings einlassen, desto besser kann sich sein Urvertrauen entwickeln. Ein Kind, das sich von Anfang an geliebt und geschätzt fühlen darf, kann groß werden und wachsen. Erfahrungsgemäß kann Ihr Baby bereits nach wenigen Wochen (auch wenn das anfangs wie eine Ewigkeit erscheinen mag …) immer mehr Stunden ohne Nahrung auskommen und statt trinken schlafen. (Mehr Informationen über das Schlafen finden Sie in Kapitel 4.).

Auskommen mit dem Einkommen

Wie heißt es so schön? Mit Kindern ist der Euro nur noch die Hälfte wert. Erwachsene, die ohne Kinder leben, haben meist keine Vorstellung davon, wie viel Kinder wirklich kosten. Für das Starterpaket (Kinderwagen, Ausstattung, Windeln, Pflegeprodukte und Ähnliches) geben Eltern im ersten Lebensjahr eines Kindes in Deutschland durchschnittlich etwa 3000 Euro aus. Dabei sollte immer eingeplant werden, dass ein Elternteil – meistens die Mutter – nach der Geburt für einige Zeit nicht mehr arbeiten geht. Das bedeutet, dass Sie einen kleinen Menschen zusätzlich ernähren müssen, gleichzeitig aber nur noch ein Einkommen zur Verfügung haben. Damit dies leichter gelingt, gibt es Kindergeld.

KINDERGELD

Für das erste und zweite Kind gibt es derzeit in Deutschland monatlich 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 215 Euro. Ist die Mutter oder der Vater nicht oder nicht voll erwerbstätig, gibt es außerdem noch Elterngeld (mehr Informationen dazu siehe >). Hinzu kommt eine Verbesserung in der Steuerklasse, die normalerweise der Hauptverdiener in Anspruch nimmt, sodass bei gleichem Bruttolohn zumindest netto mehr übrig bleibt.

Das Liebesleben

Bei vielen Paaren gibt es durch ihre neue Familiensituation auch in puncto Liebesleben eine große Umstellung. Die Gründe dafür sind vielfältig: In den ersten Wochen nach der Geburt haben viele Frauen erst einmal die Geburt mit all ihren Nebenwirkungen zu verarbeiten, wie etwa eine Dammverletzung, eine Kaiserschnittnaht, den Wochenfluss oder die Gebärmutterrückbildung. Viele Mütter sehnen sich nach der Geburt vor allem nach Ruhe und Entspannung. Doch genau dies ist mit einem Neugeborenen gar nicht so leicht umzusetzen, denn es will versorgt und gefüttert werden – in den meisten Fällen alle zwei bis drei Stunden. Wenn eine Mutter dann tatsächlich einmal eine babyfreie Erholungsphase hat (und niemand weiß, wie lange die anhält …), sehnt sie sich vielleicht einfach nach Schlaf. Doch neben der Müdigkeit kann es noch andere Lustkiller geben: Stillbusen, Wochenfluss, Belastungen des Beckenbodens, Erschöpfung oder die Hormonumstellung. Außerdem schläft bei den meisten Paaren das Baby erst einmal im Elternschlafzimmer. Um es nicht zu wecken, wird auf leisen Sohlen geschlichen und im Flüsterton gesprochen – denn wenn der Sprössling schon mal schläft, bloß nicht aufwecken! All diese Faktoren können dazu beitragen, dass Liebe, Lust und Leidenschaft erst einmal auf der Strecke bleiben. Doch keine Sorge – über kurz oder lang kommt die alte Leidenschaft wieder zurück. Wichtig ist auch hier der Austausch mit Ihrem Partner. Sagen Sie ihm, was Sie erschöpft und wie Sie sich im Moment fühlen, und bitten Sie um Verständnis, wenn Ihnen gerade nicht nach leidenschaftlichen Momenten, sondern eher nach Ruhe und Geborgenheit zumute ist.

LUSTKILLER

»Für wie lange wird unser Liebesleben auf Eis liegen?« Das ist ganz unterschiedlich. Befragungen haben ergeben, dass das Gros der Eltern in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Geburt eines Kindes so gut wie keinen Sex hat. Doch sobald sich der weibliche Organismus wieder auf den Stand »nicht schwanger« umgestellt hat, sich das neue Familientrio zusammengerauft hat und das Baby allmählich (oder endlich) durchschläft, erwacht auch wieder die Lust auf Sex. Das dauert in der Regel ein halbes Jahr. Aber auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt Eltern, die zwei Wochen nach der Geburt wieder leidenschaftlich miteinander schlafen, und auch solche, die nach der Geburt über ein Jahr Pause einlegen, ehe sie wieder Lust auf Sex haben.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Zugegeben – die neue Rolle, ein gnadenloser Chef, Schlafmangel, Finanzkürzungen und ein auf Eis liegendes Liebesleben wirken wie ein großes Opfer ... Aber lassen Sie sich die Freude mit dem Baby nicht nehmen! Im Gegenteil: Eine Familie zu gründen ist etwas Wunderbares! Aber Sie sollten auch wissen, dass es völlig normal ist, wenn im Familienleben Höhen von Tiefen abgelöst werden (zum Glück auch umgekehrt). Diese Dynamik finden Sie in jeder Familie (ganz gleichgültig, was man Ihnen erzählt!). Es dauert einfach seine Zeit, bis sich Ihr (noch) kleines Team aufeinander eingespielt hat – bis Sie die besonderen Merkmale und Macken bei jedem Familienmitglied herausgefunden haben und lernen, damit konstruktiv umzugehen. Lösen Sie sich von möglichen Erwartungshaltungen über eine »heile Familie«, die Sie sich vielleicht schon während der Schwangerschaft angeeignet haben. Je unverkrampfter und natürlicher Sie sich auf das Projekt Familie einlassen, desto besser brillieren Sie in Ihrer Rolle als Mutter oder Vater.

Reden ist Gold

Das Beste, was Ihnen in Krisenzeiten passieren kann, ist ein offenes Gespräch. Wenn Sie sich unwohl fühlen in Ihrer Haut, reden Sie darüber. Angst, der Aufgabe als Mutter oder Vater nicht gerecht zu werden? Respekt vor der Verantwortung? Besorgt wegen der Finanzen? Ratlos im Umgang mit dem Säugling? Fühlen Sie sich unverstanden in Ihrer Beziehung? Im Idealfall können Sie offen und ehrlich mit Ihrem Partner über Ihre Sorgen sprechen. Erzählen Sie einander, was Ihnen schwerfällt; sprechen Sie darüber, was Sie sich anders vorgestellt haben; machen Sie deutlich, worüber Sie enttäuscht sind. Denn nur wer klar und ehrlich kommuniziert, ist in der Lage, Konflikte aus dem Weg zu räumen. Ebenso hilfreich ist ein Austausch unter Gleichgesinnten, etwa mit Freunden, Verwandten, nahe stehenden Nachbarn oder Bekannten aus dem Geburtsvorbereitungs-, Rückbildungs- oder Babymassagekurs. Und denken Sie stets daran: Perfekte Eltern und nie schreiende Babys fallen nicht vom Himmel.

Moderne Mütter

Zu Recht hat sich in den letzten Jahren das Bild einer modernen Hausfrau gewandelt. Erfreulicherweise wird sie nicht mehr ausschließlich mit Herd und Haushalt in Verbindung gebracht – auch die Werbebranche hat sie als »Managerin eines kleinen Familienunternehmens« entdeckt. Kein Wunder, denn eine Mutter ist in der Lage, gleich mehrere Jobs zu übernehmen: Sie ist Köchin, Einkäuferin, Hauswirtschafterin, Chauffeurin, Psychologin, Gesellschafterin, Erste-Hilfe-Rettungsassistentin, Coach – und mit größer werdenden Kindern kommen noch diverse Lehrtätigkeiten hinzu.

Dann erteilt die Mama Schwimmunterricht, bringt Fahrradfahren bei, Lesen, Rechnen, Schreiben und so weiter. Wer möchte da noch behaupten, dass eine Mutter »ohne Arbeit« ist und keinen Beruf hat? Weit gefehlt – Mutter zu sein ist eine Berufung. Lassen Sie sich von diesem Gedanken ruhig inspirieren, und finden Sie ein neues Selbstbewusstsein. Schließlich dürfen Sie in den kommenden Jahren einen anspruchsvollen Fulltime-Job erledigen. Und das in unkündbarer Festanstellung.

GEFÜHLS-CHAOS

Wer zollt einer Mutter Anerkennung, wenn das Baby prächtig wächst und gedeiht, spielerisch gefördert wird, Haushalt und Kleidung top in Ordnung sind, der Kühlschrank täglich frisch bestückt ist und die Betten aufgeschüttelt sind? Immer wieder berichten Mütter von einem Gefühls-Chaos: Auch wenn sie mit Leib und Seele Mutter sind, vermissen sie hin und wieder die Anerkennung ihrer täglichen Leistungen, die sie früher durch ihre Kollegen, den Chef oder nicht zuletzt durch ihre Gehaltsabrechnung bekamen. Es sieht so aus, als wäre alles selbstverständlich, und niemand schätzt ihren Familieneinsatz. Doch dem ist nicht so: Befragungen haben ergeben, dass Familienväter am zufriedensten sind, wenn sie nach ihrem Arbeitstag nach Hause kommen und sehen, dass Mutter und Kind(er) ausgeglichen und gut gelaunt von ihrem Tag berichten. Ist seine Familie glücklich, geht es auch ihm gut.

Die Wartezeit aufs Baby nutzen

Solange das Baby im Bauch wohnt, braucht es keine festen Mahlzeiten, keine Windeln, kein Bett und keinen Kinderwagen. Sobald es aber das Licht der Welt erblickt hat, sollte idealerweise alles parat stehen. Dann haben Sie die Möglichkeit, sich nach der Entbindung uneingeschränkt um Ihr Neugeborenes und um sich selbst zu kümmern.

Das gehört in Babys Schrank

Die Konfektionsgröße von Babys und Kleinkindern lässt sich ganz leicht ermitteln, da sie sich an der ungefähren Körperlänge des Kindes orientiert. Dabei liegen zwischen den einzelnen Konfektionsgrößen immer etwa sechs Zentimeter. Das bedeutet: Wenn Ihr Baby mit 52 Zentimetern Länge das Licht der Welt erblickt, wäre die nächstpassende Größe 56. Kommt es mit 48 Zentimetern auf die Welt, würde es vermutlich in Strampler der Größe 50 passen, während Frühgeborene sich in Größe 44 wohlfühlen, sehr kräftige Kinder jedoch vermutlich bereits Kleidergröße 62 brauchen. Da Sie jetzt noch nicht wissen, wie groß Ihr Baby sein wird, wenn es auf die Welt kommt, können Sie sich kurz vor dem Geburtstermin die ungefähre Größe Ihres Babys von Ihrem Frauenarzt sagen lassen. Er kann die Größe per Ultraschallgerät errechnen. Wenn Sie dann absehen können, in welche Richtung (klein, normal, groß) Ihr Baby tendiert, können Sie gezielter einkaufen gehen. Auch wenn es noch so verlockend und schön ist, in Babygeschäften herumzustöbern – kaufen Sie lieber nicht zu viel Kleidung in kleinen Größen ein! Zum einen können Sie normalerweise davon ausgehen, das eine oder andere Kleidungsstück zur Geburt geschenkt zu bekommen. Zum anderen wächst Ihr Baby sehr schnell aus diesen kleinen Größen heraus. So manche Mutter bedauert es sehr, wenn sie die schönen Kleidungsstücke ihrem Baby nur dreimal anziehen konnte, weil sie danach schon zu klein geworden waren.

STARTKLEIDUNG

Grundsätzlich reichen folgende Kleidungsstücke (Größe 56–62) für die ersten acht bis zehn Wochen aus:

3 bis 5 Bodys, die sich idealerweise vorne/seitlich öffnen lassen4 bis 6 Strampler6 bis 7 dünne Pullover bzw. T-Shirts (je nach Jahreszeit), unter den Strampler1 Jacke für draußen (je nach Jahreszeit dicker oder dünner)1 bis 2 Erstlingsmützen, die auch die Ohren bedecken (Gr. 34 oder kleiner)1 Paar dickere Wollsöckchen oder Wollschuhe7 bis 8 SpuckwindelnFür Winterbabys zusätzlich noch 1 bis 2 Strumpfhosen, 1 Schneeanzug, Handschuhe

Ihr Baby freut sich, wenn sich Body & Co. leicht und schnell an- und ausziehen lassen. Ideal sind daher Modelle, die sich an der Seite auf- und zuknöpfen beziehungsweise binden lassen.

Hauptsache bequem

Achten Sie beim Kauf von Babykleidung darauf, dass sie für Ihr Baby bequem ist und möglichst problemlos an- und ausgezogen werden kann. Wenn Sie Bodys kaufen, ist es sinnvoll, solche zu wählen, die an der Seite zugebunden werden. Dann müssen Sie sie nicht über das Köpfchen ziehen. Achten Sie außerdem darauf, dass Pullis und T-Shirts seitlich am Kragen oder hinten aufgeknöpft werden können. So kann der Kopf leichter durchschlüpfen. Leider gibt es auch wunderschöne Markenkleidung, die absolut unpraktisch ist. Übrigens sind Druckknöpfe wesentlich handlicher als normale Knöpfe.

»Secondhand« als erste Wahl

Sollten Sie das Glück haben, dass Ihnen eine Freundin Babykleidung leiht oder umsonst überlässt, zögern Sie nicht, das Angebot anzunehmen. Auch wenn eventuell einzelne Teile dabei sind, die Ihnen auf Anhieb nicht gefallen – umsonst oder für einen günstigen Preis liegen sie gut im Schrank und sind zur Hand, wenn einmal Kleidernotstand ausbricht und Sie gerade keine Zeit zum Waschen haben. Wenn Ihr Baby etwa ein Spuckbaby sein sollte, steht ein Kleiderwechsel trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit Lätzchen & Co. mehrmals am Tag auf dem Programm. Außerdem hat gebrauchte Kleidung den Vorteil, dass alle Farbstoffe und sonstige Chemikalien, die eventuell Allergien beim Baby auslösen könnten, bereits ausgewaschen sind. Gebrauchte Kleidung ist damit auf jeden Fall schadstoffärmer als neue. Deshalb lohnt es sich übrigens auch, Basare und Trödelmärkte zu besuchen, auf denen gebrauchte Babykleidung und Zubehör günstig angeboten werden.

TIPP: WECHSELWÄSCHE

Wenn der Strampler noch sauber ist, müssen Neugeborene nicht jeden Tag etwas Frisches anhaben. Außerdem brauchen sie nachts keinen Schlafanzug, denn der Strampler ist ebenso weich und bequem. Ein Schlafanzug ist erst dann sinnvoll, wenn die Babys ihren Tag-Nacht-Rhythmus gefunden haben und das »Ins-Bett-Bringen« zu einem Ritual wird.

Die Babyausstattung

Ganz gleich, ob Sie sich eine neue Babyausstattung im Babyfachhandel zulegen oder einzelne gebrauchte Möbel in die Wohnung holen: Ein »Nest« rund ums Baby zu schaffen macht den meisten werdenden Eltern viel Spaß. Sicher kann man zu Beginn auf das eine oder andere noch verzichten. Doch es gibt Dinge, die Sie auf jeden Fall vor dem Tag X erledigt haben sollten. Kalkulieren Sie stets mit ein, dass Ihr Baby vielleicht einige Tage früher als geplant auf die Welt kommen könnte.

Das sollten Sie vor der Geburt fürs Baby besorgen

Eine Wiege oder einen Stubenwagen als erstes Bettchen. Letzterer hat den Vorteil, dass er Räder hat und auch mal in ein anderes Zimmer geschoben werden kann.

Eine dünne Babydecke (70 x 140 Zentimeter), zum Beispiel aus reiner Schurwolle oder Baumwolle.

Einen Kinderwagen, damit Sie und Ihr Baby so bald wie möglich Luft und Sonne tanken können.

Eine Babyschale fürs Auto. Die werden Sie nicht nur brauchen, um nach der Entbindung wieder nach Hause zu kommen. Erfahrungsgemäß liegt (später sitzt) ein Baby etwa für die ersten eineinhalb Jahre in dieser Babyschale.

Einen Schlafsack, der zur Größe Ihres Babys passt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Halsöffnung nicht größer als das Köpfchen ist und auch die Öffnungen für die Arme nicht zu groß sind. Sonst besteht die Gefahr, dass Ihr Baby in den Schlafsack hineinrutscht. Wählen Sie eine Größe, die etwa seiner Körperlänge minus zehn Zentimetern entspricht. Dann kann es in den nächsten Wochen noch hineinwachsen. Tipp: Wenn sich der Schlafsack am Fußende durch Knöpfe oder einen Reißverschluss öffnen lässt, können Sie Ihr Baby auch wickeln, ohne es komplett ausziehen zu müssen. Das ist besonders nachts hilfreich.

Einen Windeleimer. Geeignet sind kleine Behälter, die einen gut schließenden Deckel haben. Es reicht eine Eimergröße, die die Windelmenge von ein bis zwei Tagen umfasst. Spätestens dann sollte der Eimer geleert werden.

Ein Badethermometer. Es hilft Ihnen, beim Waschen oder Baden die richtige Temperatur zu finden.

Ein digitales Fieberthermometer.

Eine Tragehilfe fürs Baby. Das kann entweder ein großes spezielles Babytuch (siehe

>

) oder ein Baby-Tragesack sein, der später dann zu einem Rucksack umfunktioniert werden kann. Beides ist übrigens eine hervorragende Idee als Geschenk zur Geburt!

NICHT NÖTIG: KOPFKISSEN

Säuglinge brauchen kein Kopfkissen. Im Gegenteil, denn es besteht die Gefahr, dass das Baby das Kissen über sein Gesicht zieht und dann keine Luft mehr bekommt.

Was sonst noch sinnvoll ist

Eine Wickelkommode. Sie können natürlich auch auf der Waschmaschine, dem Küchentisch, dem Bett oder auf dem Boden wickeln. Aber der Platz, den Sie Ihrem Baby als Wickelplatz einrichten, sollte nicht nur für Ihr Baby, sondern auch für Sie komfortabel sein, denn Sie werden hier in Zukunft relativ viel Zeit verbringen. Und erfahrungsgemäß sind Wickelkommoden die erste Wahl, da sie die richtigen Maße mitbringen (Höhe, Breite und Tiefe), um ein Baby bequem zu wickeln. Bestenfalls hat die Wickelkommode Schubladen oder Ablagefächer für Dinge, die immer schnell parat sein sollten, wie Windeln, Creme und Kleidung. Beim Aufbauen der Kommode achten Sie bitte darauf, dass ein Wasserhahn in der Nähe ist. Vielleicht können Sie sogar noch einen zweiten Wickelplatz im Bad einrichten (etwa mithilfe eines Aufsatzes auf der Badewanne oder auf der Waschmaschine). Dieser zweite Platz ist praktisch, wenn das Baby aus der Wanne kommt – es kann dann sofort im warmen Badezimmer versorgt und angezogen werden.

Ein Stillkissen. Die richtige Haltung beim Stillen ist das A & O, um Fehlhaltungen und damit verbundene Rückenprobleme der Stillenden zu vermeiden. Stillkissen gibt es in unterschiedlichen Größen mit unterschiedlichen Füllungen. Probieren Sie aus, welche Größe und welches Füllmaterial (etwa Dinkelspelz oder Kunststoffkügelchen) Ihnen zusagen. Achten Sie darauf, dass es nicht zu schwer ist. Denn wenn Sie mit Ihrem Baby auf dem Arm einen idealen Stillplatz einrichten wollen, werden Sie dankbar sein, wenn das Stillkissen nicht dreimal schwerer ist als Ihr Baby.

Eine Spieluhr fürs Baby. So manche werdende Mama legt sich die Spieluhr während der Schwangerschaft auf den Bauch und spielt Ihrem Baby auf diese Weise eine schöne Melodie vor. Wählen Sie eine langsame und beruhigende Melodie aus. Immer wieder ist zu beobachten, dass Babys später in ihrem Bettchen kein Auge zumachen, wenn Spieluhren hektisch und laut vor sich her lärmen.

Eine Babynagelschere. Sie hat abgerundete Spitzen, sodass man beim Nägelschneiden die zarten Finger oder Zehen des Babys nicht verletzt.

Etwa zehn Waschlappen und ein großes Kapuzenhandtuch (etwa 1 x 1 Meter), um das Baby nach dem Baden einzuwickeln.

Eine weiche Baby-Haarbürste für sanfte Baby-Kopfmassagen.

TIPP: HEIZSTRAHLER

Gerade im Winter sind Heizstrahler über dem Wickeltisch eine gute Möglichkeit, schnell angenehme Temperaturen zu schaffen. Wenn Sie sich einen Heizstrahler anschaffen möchten, achten Sie bitte auf ein Modell, welches für den Wickeltisch geeignet ist. Diese Geräte haben um jede Heizschlange ein feines Metallnetz gespannt, sodass keine Splitter aufs Baby herabfallen können, sollte eine der Heizschlangen zu Bruch gehen.

DAS TRAGETUCH

Einen Säugling zu tragen ist in allen Kulturen verbreitet. Zwei Drittel der Weltbevölkerung tragen ihre Babys heute noch – und geben ihnen damit Halt und Sicherheit.

Sobald man ein Neugeborenes hochhebt, zieht es instinktiv seine Beinchen hoch und spreizt sie auseinander, damit es sich eng an den Körper des Tragenden schmiegen kann. Da sich ein Baby nicht aus eigener Kraft am Körper der Mutter halten kann, braucht es eine feste Unterstützung – etwa durch ein Tragetuch. Da es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Tragetuch zu binden, empfehlen wir, unbedingt einen Kurs zu besuchen, in dem Ihnen die Bindetechnik gezeigt wird.

Die Vorteile des Tragens

Sie können durch das Tragen im Tragetuch das Bedürfnis Ihres Babys nach Nähe erfüllen und haben gleichzeitig Ihre Hände frei. Häufig getragene Babys entwickeln weniger Verlustängste, weinen seltener und sollen früher selbstständig werden. Mithilfe des Tragetuches sind Sie außerdem mobiler als mit Kinderwagen (etwa auf Treppen, in Bus und Bahn, unterwegs in den Bergen oder am Strand). Außerdem ist das Tragetuch leicht verstaut, wenn man es gerade nicht benötigt. Nachteil: Mit Baby am Bauch sind Sie eingeschränkter in der eigenen Beweglichkeit – das Bücken, Beugen oder In-die-Hocke-Gehen fällt schwerer beziehungsweise braucht etwas Training.

Bereits ab dem ersten Tag kann ein Baby mit Tragehilfe am Körper getragen werden. Gute Tragehilfen verteilen das Gewicht des Babys ideal, sodass die Muskeln der Eltern mit zunehmendem Gewicht des Säuglings trainiert werden und sich der Situation anpassen. Beliebt ist etwa die Wickelkreuz-Trage oder die Wiegehaltung.

Schnuller

Nicht ohne Grund heißen Babys in den ersten Lebensmonaten Säuglinge. Das Saugen an ihren Fingern, Nuckeltüchern oder den Ohren eines Kuscheltieres befriedigt ihr Saugbedürfnis und lässt sie leichter entspannen. Entspannte Babys sind ruhiger und glücklich – also ist man gerne geneigt, diesem Saugbedürfnis nachzugeben.

Problematik Dauernuckeln

Sobald ein Baby etwas zum Saugen über längere Zeit in den Mund steckt, wirken große Zugkräfte auf die beiden Kiefer. Das gilt für einen klassischen Schnuller genauso wie für den Daumen. Letzterer ist sogar noch problematischer, wenn er dauerhaft (also einige Stunden) über einen längeren Zeitraum (über viele Monate oder gar Jahre) zwischen die Zähne kommt. Denn: Das Saugen am Daumen findet unter stetigem Kraftaufwand statt. Das bedeutet, dass die Zähne des Oberkiefers nach vorn gedrückt werden, während gleichzeitig die unteren Zähne nach hinten verschoben werden. Dadurch kann – wenn über längere Zeit genuckelt wird – der sogenannte »Lutschbiss« entstehen: Die oberen Zähne stehen deutlich vor. Mitunter entsteht sogar ein regelrechtes Loch zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen (»Schnullertor«). Eine spätere kieferorthopädische Korrektur ist meist unumgänglich.

Kleine Schnullerkunde

Die Palette der kleinen Sauger, die in den Regalen der Drogeriemärkte zu finden sind, ist bunt und variantenreich. Worauf sollte man beim Schnullerkauf achten? Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist der Steg oder Saugerhals. Das ist das Verbindungsstück zwischen dem Saugkörper (also dem Lutschteil) und dem Schild (als Schild bezeichnet man die Mundplatte, die außen vor den Lippen bleibt). Die Größe dieses Stegs ist maßgeblich dafür, wie weit Ober- und Unterkiefer geöffnet werden müssen, um das Lutschteil in den Mund zu bekommen, daran zu saugen und auch noch schlucken zu können. Da ein Baby nicht mit offenem Mund saugt, umschließen die Lippen diesen Steg vollständig. Je dünner und flacher der Steg ist, desto weniger weit bleiben Ober- und Unterkiefer beim Saugen in geöffneter Position. Aus dieser Tatsache lässt sich ableiten, dass solche Schnullermodelle, die einen flachen und dünnen Steg zwischen Schild und Lutschteil besitzen, weniger Druck auf den Kiefer ausüben und folglich günstiger sind als solche, deren Steg sehr dick ist oder gar so rund wie ein Finger.

Das Material

Aus welchem Material der Schnuller Ihrer Wahl sein sollte, ist im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache: Latex hat einen Eigengeschmack, den Sie aber etwas neutralisieren können, wenn Sie den Schnuller für drei Minuten in Milch auskochen (leider verbunden mit dem Nachteil, dass er dann schneller altert).

Latex ist ein Naturmaterial und fühlt sich angenehm weich an. Latexschnuller haben eine bräunliche Farbe, sind sehr elastisch und reißfest. Häufiger Gebrauch und das damit verbundene Auskochen lassen sie allerdings nach einigen Wochen alt, schlaff und unappetitlich aussehen, weshalb offizielle Empfehlungen lauten, Latexschnuller alle vier bis sechs Wochen auszutauschen.

Silikonsauger bestehen aus hochwertigem, sehr strapazierfähigem Kunststoff, der Dauernuckeln und häufiges Auskochen gut aushält. Silikonschnuller sind transparent und geruchsneutral. Aber:

Silikon ist nicht so elastisch wie Latex, was eine erhöhte Saugkraft erfordert, die sich auch auf die Zahnstellung auswirkt, wenn ein Kind länger schnullert. Außerdem lässt sich das Material leichter durchbeißen. Darum sind Silikonschnuller normalerweise nur in den Größen 1 und 2 erhältlich.

Die Größe

Die Hersteller bieten unterschiedliche Schnullergrößen an. Während es Latex-schnuller in den Größen 1 bis 3 gibt (die Größen richten sich nach dem Babyalter in Monaten), wird der Silikonsauger nur in den kleinen Größen angeboten. Ob man aber bereits nach ein bis zwei Monaten zum nächst größeren Schnuller wechseln muss, ist umstritten. Der Hersteller des Schnullers mit abgewinkeltem Schaft (siehe >) betont, dass der kindliche Kiefer hauptsächlich bis zum dritten Lebensmonat wächst, danach verändert sich ein Kiefer lediglich in der Tiefe, nicht jedoch in Breite und Länge. Das bedeutet, dass ein Schnuller nicht »mitwachsen« muss – im Gegenteil. Ein zu großer Schnuller erfordert beim Schlucken und Saugen einen großen Kraftaufwand, der Zahnfehlstellungen begünstigt.

SCHADSTOFF BISPHENOL A

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Schnuller kaufen, der frei von Bisphenol A ist (das gilt übrigens auch für Spielzeug, Plastikfläschchen und Sauger). Diese hormonartigen Schadstoffe können das empfindliche Gleichgewicht der natürlichen Hormone von Babys stören und werden mit vielen Krankheiten (Unfruchtbarkeit, Brustkrebs, Hirnentwicklungsstörung) in Verbindung gebracht, die oft erst zu ei-nem späteren Zeitpunkt auftreten. Achten Sie darauf, dass die Mundplatte nicht aus Polycarbonat besteht, denn dieser Kunststoff wird aus Bisphenol A hergestellt.

Die Form

Es sind vier verschiedene Schnullermodelle auf dem Markt:

1 kirschförmig

Kirschförmig geformte Schnuller:

Diese Schnuller haben ein ballonförmiges, also rundes Lutschteil, in Anlehnung an die Form einer Brustwarze. Es gibt kein »oben« und »unten«, das Baby kann den Schnuller beliebig im Mund drehen. Leider haben solche Schnuller in der Regel einen sehr dicken Verbindungssteg zwischen Saugkörper und Mundschild und sind daher nicht zu empfehlen.

2 symmetrisch

Symmetrisch geformte Schnuller:

Hierbei handelt es sich um Modelle, deren Ober- und Unterseite gleich (länglich) geformt ist. Weder die dem Gaumen noch die der Zunge zugewandte Seite hat eine spezielle Form und Funktion. Auch hier bitte auf einen möglichst flachen Verbindungssteg achten!

3 kiefergerecht

Kiefergerecht geformte Schnuller:

Bei diesen Schnullern ist der Lutschteil an der unteren Seite etwas abgeflacht. Diese Form soll an eine Brustwarze erinnern, die sich stark verformt, wenn das Baby daran saugt. Die Zunge soll wenig verdrängt werden, während sich die runde obere Schnullerseite dem Gaumen anpassen soll. Auch hier gilt: Achten Sie auf einen flachen Verbindungssteg!

4 mit abgewinkeltem Schaft

Schnuller mit abgewinkeltem Schaft:

Die Form dieser neu entwickelten Schnuller erinnert an eine Treppe. Der Verbindungssteg ist außerordentlich flach und zudem noch abgewinkelt. Durch diese spezielle anatomische Form drückt der Saugkörper nicht so stark auf die Zunge, und das Schlucken wird nicht beeinträchtigt. Selbst wenn ein Kind, das bereits die ersten Zähne hat, an diesem Schnuller saugt, wird die Öffnung zwischen oberen und unteren Schneidezähnen so klein wie möglich gehalten.

Die Pflege

Kochen Sie den Schnuller vor der ersten Benutzung aus. Geben Sie ihn dafür in einen Topf mit reichlich kochendem Wasser und lassen Sie ihn etwa zehn Minuten kochen. Das Sterilisieren steht immer dann an, wenn der Schnuller auf den Boden gefallen ist, wenn ein anderes Kind ihn in den Mund genommen hat oder wenn er sonst unappetitlich oder schmutzig zu sein scheint. Wichtig: Schnuller lieber einmal zu viel als einmal zu wenig auskochen. Stecken Sie nie den Schnuller Ihres Babys in Ihren Mund, um ihn sauber zu lecken!

Argumente pro Schnuller

Für viele Babys ist der Schnuller ein idealer Trostspender – allzeit bereit und schnell einsetzbar. Das rhythmische Saugen daran beruhigt und hilft dem Baby, Erlebtes leichter zu verarbeiten und abzuschalten. Damit ist er eine willkommene Einschlafhilfe.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Babys, die während ihres Nachtschlafs am Schnuller saugen dürfen, ein geringeres Risiko haben, am plötzlichen Kindstod zu sterben. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Säuglinge durch das regelmäßige Saugen automatisch ihre Atmung in Gang halten.

Argumente contra Schnuller

Während es anfangs nicht immer leicht ist, den Schnuller anzubieten, ist es später nicht immer leicht, den Schnuller wieder loszuwerden. Gerade die Anfangsphase kann sehr viel Kraft kosten – manche Eltern stehen mitunter 20-mal in einer Nacht auf, nur um ihrem Säugling den aus dem Mund gefallenen Schnuller zu reichen. Aber auch das Abgewöhnen ist eine strapaziöse Angelegenheit (siehe Kasten rechts).

Hinzu kommt, dass Eltern ihrem Kind oft vorschnell den Schnuller in den Mund schieben und ihm somit die Möglichkeit nehmen, seinen Unmut durch Laute kundzutun. Kritiker betonen, dass Kindern dadurch frühzeitig antrainiert wird, Kummer nicht preiszugeben, sondern stattdessen etwas in den Mund zu schieben.

SCHNULLERN – WIE LANGE?

Solange Säuglinge noch keine Zähne haben, können durch den Gebrauch eines Schnullers keine Zahnfehlstellungen hervorgerufen werden. Von daher könnte er eigentlich so lange benutzt werden, bis die ersten Zähne durchbrechen. Zwei Dinge sollten Sie aber berücksichtigen:

Erstens: Der Saugreflex nimmt in der Regel im zweiten Lebenshalbjahr ab, und das Bedürfnis des Kauens kommt auf. Es ist daher nicht notwendig, das Saugbedürfnis durch einen Schnuller zu verlängern. Am besten bieten Sie Ihrem Baby etwa ab dem achten Monat statt des Schnullers einen Beißring an.

Zweitens: Erfahrungsgemäß verhalten sich die wenigsten Eltern so, wie oben beschrieben (und von den Zahnärzten gewünscht). Denn warum sollte man einem Baby den Schnuller wegnehmen, wenn doch alle damit glücklich sind? Die Problematik liegt in der Zukunft: Wenn das Baby in seinem Schnuller einmal einen verlässlichen Freund und Tröster gefunden hat, wird es ihn später kaum freiwillig wieder abgeben. Und weil Eltern die Strapazen der Schnullerabgewöhnung so lange wie möglich hinauszögern, schnullern die meisten Kinder noch im Kindergartenalter – meist mit negativen Folgen für die Zähne und die Sprachentwicklung.

Alternative zum Schnuller

Beliebte Schmuse- und Lutschtücher sind Püppchen aus naturbelassener oder pflanzengefärbter Seide. Der Vorteil: Das Baby kann selbst danach greifen und daran lutschen. Seide ist sehr anschmiegsam, lässt sich leicht waschen und trocknet schnell.

Der richtige Schlafplatz

Neugeborene fühlen sich in der Nähe der Eltern am wohlsten – und die meisten Eltern fühlen sich sicherer, wenn ihr Baby in der Anfangszeit bei ihnen im Schlafzimmer schläft. Da trifft es sich gut, dass Ihr Baby in den ersten vier bis sechs Monaten im Stubenwagen oder in seiner Wiege ausreichend Platz findet. Danach ist es vermutlich so groß, dass ein »Umzug« ins Kinderbett erforderlich ist. Bei der Anschaffung des Bettchens sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

Sinnvoll sind Kinderbetten, die sich später zum Juniorbett umbauen lassen. Das heißt, man kann bei Bedarf die Gitterseitenwände abmontieren und durch normale Seiten- und Kopfteile ersetzen.

Der Lattenrost sollte höhenverstellbar sein. Warum? Solange Ihr Baby sich noch nicht dreht, aufsetzt oder hochzieht, ist es sehr viel komfortabler, wenn der Lattenrost ganz oben eingerastet ist. So kommen Sie, ohne sich tief bücken zu müssen, ans Baby. Später, wenn Ihr Sprössling mobiler ist, wird der Lattenrost nach unten gesetzt, sodass das Baby im Sitzen oder Stehen nicht aus dem Bett fallen oder aus ihm herausklettern kann.

Der Abstand zwischen den einzelnen Gitterstäben darf maximal sieben Zentimeter betragen, nur dann ist gewährleistet, dass Ihr Baby sein Köpfchen nicht zwischen zwei Gitterstäben einklemmen kann.

Ältere Babys, die schon klettern können, steigen auch gerne mal aus dem Bettchen aus. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, alleine aus dem Bett zu steigen, sollten Sie ein Bett kaufen, bei dem man an der vorderen Seite zwei Gitterstäbe, die »Schlupfsprossen«, herausnehmen kann.

Wenn das Kinderbett Rollen hat, sollten diese feststellbar sein.

Ideal sind Betten aus unbehandeltem Holz. Möglicherweise verwendete Lacke oder Farben müssen ungiftig sein.

Reine Latex- oder Schaumstoffmatratzen sind häufig sehr weich. Das Baby sollte nicht tiefer als etwa zwei Zentimeter in die Matratze einsinken. Wichtig ist, dass die Unterlage garantiert schadstofffrei ist und in einem Rahmen fest aufliegt.

Empfehlenswert ist ein leicht abnehmbarer, waschbarer Matratzenbezug, denn Kinder schwitzen häufiger, und es kommt schon mal vor, dass Erbrochenes oder Urin auf der Matratze landet, wenn der Matratzenschoner, der die Matratze normalerweise vor kleineren und größeren »Unfällen« des Kindes schützt, nicht groß genug ist.

Praktisch ist eine dünne Mullwindel, die Sie zur Hälfte gefaltet und glatt gestrichen unter Babys Köpfchen legen können. Sollte Ihr Kind zu den Spuckkindern gehören, fängt so eine Mullwindel den ersten Schwung auf …

Auch wenn sie noch so kuschelig sind: Nestchen (Babyumrandungen) und Schaffelle haben im Babybett nichts zu suchen. Sie können zu Überwärmung oder einem gefährlichen Atemrückstau führen. Auch Heizkissen oder Wärmflaschen sind tabu.

MATRATZEN

Kinder sollten nicht auf zu weichen Unterlagen schlafen. Es ist nicht nötig, dass die Matratze nachgibt, denn die kindliche Wirbelsäule hat noch nicht ihre spätere S-Form, sodass die Unterlage nichts ausgleichen muss. Etwa mit Ende des Kindergartenalters sollten Sie eine weichere Matratze anschaffen. Neuere Studien haben festgestellt, dass sehr viele Matratzen giftige Dämpfe verströmen, welche die Atmung eines Säuglings aussetzen lassen und zum plötzlichen Kindstod führen können (siehe auch >). Achten Sie beim Kauf einer Babymatratze unbedingt darauf, dass diese keine Flammschutzmittel und keine Weichmacher aus Arsen-, Antimon- oder organischen Phosphorverbindungen enthält, da diese bei Anwesenheit von Bakterien oder Pilzen in toxische Gase umgewandelt werden können.

Das sollten Sie außerdem berücksichtigen

Gleichgültig, für welchen Schlafplatz Sie sich entscheiden, Hauptsache ist: Der Schlafplatz ist sicher und bietet eine ausreichende Luftzirkulation. Es wird ausdrücklich davon abgeraten, das Baby dauerhaft im Kinderwagen oder in einer Babytragetasche schlafen zu lassen.

Legen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr zum Schlafen immer in die Rückenlage! In dieser Position kann es am besten atmen. Tagsüber, wenn Ihr Baby wach ist, sollten Sie es dagegen immer mal wieder in die Bauchlage bringen (wenn Sie in der Nähe sind). Diese Lage fördert seine Nacken- und Rückenmuskulatur.

Dicke Bettdecken dürfen nicht im Kinderbett liegen, da sie zu Überwärmung des Kindes führen können (Gefahr des plötzlichen Kindstods). Hinzu kommt das Risiko, dass sich das Kind die Decke über den Kopf zieht und keine Luft mehr bekommt.

Bettdecken dürfen niemals festgebunden werden! Es besteht die Gefahr, dass sich der Säugling in den Strippen verfängt oder unter die festgebundene Decke rutscht und dann erstickt.

Berücksichtigen Sie, dass das Bett wegen übermäßiger Zugluft oder zu starker Sonneneinstrahlung nicht direkt am Fenster stehen sollte.

Nachts beträgt die optimale Temperatur im Kinderschlafzimmer um die 18 °C, und die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 60 Prozent. Bei zu trockener Luft schaffen ein Luftbefeuchter oder feuchte Handtücher über der Heizung Abhilfe.

DIE GUTE ALTE WIEGE

In den ersten Lebenswochen und -monaten ist ein Neugeborenes in einer Wiege oder einem Stubenwagen gut aufgehoben. Dieser Schlafplatz ist nicht zu weitläufig und groß, sondern vermittelt Begrenzung und damit Geborgenheit. Sanftes und rhythmisches Wiegen soll der Babyentwicklung förderlich sein – dies ist ein Argument für die gute alte Kinderwiege.

Vorsorgen für die Zeit nach der Geburt

Sie sollten sich bereits einige Wochen vor dem planmäßigen Geburtstermin informieren, welche Nachsorgehebamme Sie zu Hause betreuen kann. Sie kontrolliert die Gebärmutterrückbildung, unterstützt Sie beim Stillen und gibt Tipps zur Babypflege. Wenn Sie Ihr Baby stillen möchten, können Sie sich diesbezüglich auch mit einer Still- und Laktationsberaterin in Ihrer Nähe austauschen (Adressen siehe >).

Sollten Sie vorhaben, direkt nach der Geburt nach Hause zu gehen, sollten Sie daran denken, dass am dritten Lebenstag bei Ihrem Baby der Suchtest auf Stoffwechselerkrankungen (Screening-Karte) durchgeführt beziehungsweise wiederholt werden sollte. Zu diesem frühen Zeitpunkt sollte ebenfalls die Früherkennungsuntersuchung von Hörstörungen erfolgen. Vereinbaren Sie dafür einen Termin beim Kinderarzt.

Zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag Ihres Babys steht die zweite Vorsorgeuntersuchung (U2) an. Hat diese noch nicht in der Klinik stattgefunden, sollten Sie auch dafür einen Termin vereinbaren.

Aber nicht nur das Baby sollte untersucht werden, sondern auch die Mutter. Etwa vier bis sechs Wochen nach der Entbindung sollte sich die Mutter beim Frauenarzt zu einer Abschlussuntersuchung vorstellen.

Formale Angelegenheiten

Standesamt:

Die Geburt Ihres Kindes muss innerhalb von sieben Werktagen beim zuständigen Standesamt angemeldet werden. Für die Anmeldung brauchen Sie die Geburtsbescheinigung von der Entbindungsklinik oder der Hebamme. Bei Unverheirateten muss die Vaterschaftsanerkennung vorliegen. Die kann bereits vor der Geburt beim zuständigen Jugendamt – kostenlos – angemeldet werden. Nach telefonischer Vereinbarung reicht dann auch eine Vollmacht aus, um die Geburtsurkunde abzuholen.

Krankenkasse:

Die Krankenkasse, bei der Ihr Kind versichert werden soll, muss eine Kopie der Geburtsurkunde bekommen. Diese ist auch wichtig, damit Mutterschaftsgeld gezahlt wird.

Arbeitsamt:

Jeder Familie steht unabhängig vom Einkommen Kindergeld zu. Einen Antrag auf staatliches Kindergeld erhalten Sie beim Arbeitsamt oder – falls Sie im öffentlichen Dienst arbeiten – vom Arbeitgeber. Den ausgefüllten Antrag senden Sie zusammen mit einer Kopie der Geburtsurkunde dorthin zurück.

Bei verspäteter Antragstellung: Kindergeld wird sechs Monate rückwirkend gezahlt.

Elterngeld:

Das Elterngeld muss schriftlich bei den zuständigen Elterngeldstellen der Bundesländer beantragt werden. Jeder Elternteil kann für sich einmal einen Antrag auf Elterngeld stellen. Der Antrag muss nicht sofort nach der Geburt des Kindes gestellt werden, rückwirkende Zahlungen werden jedoch nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats geleistet, in dem der Antrag auf Elterngeld eingegangen ist. (Mehr Informationen finden Sie auf

>

.)

ERLEBNISBERICHT

Baby und Beruf

Patrick (26) und Linn-Kristin (24) mit Levi Maicon (9 Wochen)

Patrick: Vor neun Wochen bekamen wir unser erstes Kind, und ich war mir nicht sicher, wie wir in Zukunft Beruf und Baby unter einen Hut bekommen sollen. Besonders die Zeiteinteilung stellte ich mir sehr schwierig vor. Was sich ja auch bewahrheitet hat. Jetzt über die Sommersaison muss ich sehr viel arbeiten.

Linn-Kristin: Ich bin oft alleine, fühle mich überfordert. Von dem Gefühl der »Supermami«, die gleichzeitig kocht, putzt, das Baby stillt und dabei noch gut aussieht, bin ich weit entfernt. Wir sind beide in der Gastronomiebranche tätig, ich stecke noch mitten in der Ausbildung. Meine Chefin hat zwar ganz toll auf die Schwangerschaft reagiert und gesagt, ich solle das erste Jahr zu Hause bleiben. Ich möchte meine Ausbildung aber auf jeden Fall beenden und denke darüber nach, in einem halben Jahr wieder einzusteigen.

Patrick: Ich werde dann in Elternzeit gehen und an Linns freien Tagen arbeiten müssen, denn das Geld brauchen wir. Irgendwie habe ich jetzt den bisher zweitrangigen Wunsch nach finanzieller Sicherheit. Schließlich wollen wir unserem Kind auch etwas bieten.

Linn-Kristin: Ehrlich gesagt ist die Zukunftsplanung ein großes Sorgenthema für uns. Es ist noch alles so unkalkulierbar. Wir wissen nicht, wie der Kleine damit umgehen wird, wenn ich plötzlich kaum noch da bin. Patrick muss arbeiten, wenn ich frei habe, und wir haben jetzt schon kaum Zeit füreinander.

Patrick: Die ersten ein bis zwei Jahre werden sicher hart, das hört man auch so von anderen Eltern. Vor allem weil unsere Familie weit weg wohnt, sodass wir auf uns gestellt sind. Wir sind wegen Linns Ausbildung hierher gezogen. Umso wichtiger ist es, dass sie sie zu Ende macht.

Linn-Kristin: Das werde ich auf jeden Fall. Ich tue es auch für ihn, damit ich später, wenn er größer ist, auch arbeiten und Geld verdienen und ihm ein gutes Vorbild sein kann. Aber dafür muss ich ihn nach der Elternzeit mit 14 Monaten in fremde Hände geben, wahrscheinlich in eine Krippe. Obwohl ich den Zeitpunkt für viel zu früh halte, da ist er ja noch so klein!

Patrick: Ich bin sicher, wir kriegen das gemeinsam hin! Ich kann durch die neue gesetzliche Regelung nun auch als Vater für unser Kind da sein und Linn entlasten.

Linn-Kristin: Und ich bin sehr froh, dass Patrick in Elternzeit geht und sich um unseren Sohn kümmern will. Das macht nicht jeder Vater. Gemeinsam sind wir eine tolle kleine Familie.

Fragen & Antworten

Ich habe gehört, dass ein bestimmter Himmel über dem Babybettchen Geborgenheit vermittelt. Stimmt das?

Ja. Es gibt schöne große Seidenschals zu kaufen (im Naturwarenversand, Babyfachhandel und in manchen Bioläden), die man dann einfach lose über eine »Himmelstange« hängt. Ideal sind Schals in den Farben Rosa und Hellblau, die man übereinanderlegt und die dem Baby das Gefühl vermitteln, als wäre es noch im Mutterleib. Es heißt, dass diese zwei Farben zusammen genau den Farbton ergeben, der dem Baby aus dieser Zeit noch vertraut ist.

Mein Mann und ich haben uns sehr aufs Baby gefreut – wir hätten aber nicht gedacht, dass dieses kleine Wesen unsere Partnerschaft so strapaziert. Was können wir tun, damit sie auch weiterhin harmonisch bleibt?

Werden Sie sich bewusst, dass Ihr Baby in den kommenden Monaten nicht nur uneingeschränkt auf Ihre Hilfe und Zuwendung angewiesen ist, sondern auch Ihren Tagesablauf bestimmt. Und genau damit tun sich die meisten Eltern anfangs schwer. Falsch wäre es, das »alte Leben« unbedingt weiterführen zu wollen. Da dies erfahrungsgemäß nicht funktioniert, stehen häufig Missstimmung und Frust auf der Tagesordnung. Vielleicht hilft Ihnen in diesen Momenten ein Umdenken: Schrauben Sie Ihre Ansprüche und Aktivitäten einen Gang herunter, zumindest so lange, bis sich das Familienleben eingespielt hat. Außerdem ist es vorteilhaft, wenn sich beide Partner gegenseitigen Freiraum gewähren. Wenn also Ihr Partner den Wunsch äußert, abends zum Training zu gehen oder sich auf ein Bier mit Freunden zu treffen, wünschen Sie ihm lieber einen schönen Abend, anstatt zu fragen, wann Sie ihn zurückerwarten können. Genauso wichtig ist aber auch Ihre freie Zeit. Schon einfach deshalb, damit Sie einmal für zwei bis drei Stunden Zeit für sich haben und die Verantwortung für Ihr Baby abgeben können.

Woher weiß ich, dass mein Kind nachts atmet?

Tatsächlich fährt der kindliche Organismus seine Aktivität im Schlaf so sehr herunter, dass es manchmal gar nicht so leicht zu sehen ist, ob das Baby noch atmet. Aber es gibt einige Tricks, mit deren Hilfe Sie feststellen können, ob alles in Ordnung ist: Feuchten Sie Ihren Zeigefinger an und halten Sie ihn unmittelbar vor das Näschen Ihres schlafenden Babys. Dort können Sie seinen Atem ganz sanft fühlen. Wenn Sie Ihre Hand auf den Brustkorb des Babys legen, spüren Sie dessen leichte Auf-und-ab-Bewegungen. Und wenn Sie Ihren Finger mit sanftem Druck vorsichtig auf die Stirn des Babys pressen, wird die Druckstelle erst weiß, dann aber sofort wieder rosig – ein deutliches Zeichen für eine gute Kreislaufregulation.

Muss ich meinem Baby im Sommer tatsächlich einen Sonnenhut mit Ohrenschützern aufsetzen?

Das macht durchaus Sinn, weil es Ihnen die Arbeit erspart, die Ohrmuscheln mit Sonnen schutzmittel einzucremen, und zudem die Ohren vor Wind schützt. Wählen Sie am besten einen Sonnenhut mit breiter Krempe, welcher zusätzlich die Augen beschattet.

Ich habe gehört, dass Calendula zarte Babyhaut pflegt, gleichzeitig aber gelesen, dass Calendula allergische Reaktionen auslösen kann. Was ist jetzt richtig?

Botanisch betrachtet gehört die Pflanze zur Familie der Korbblütengewächse. Viele Mitglieder dieser Pflanzengruppe enthalten sogenannte Sesquiterpenlactone, die Allergien auslösen können. Aber die Calendula enthält diese Stoffe nicht. Darum sind Allergien auf Calendula sehr selten, selbst wenn Allergien auf andere Korbblütler vorliegen.

Darf ich auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit meinem Baby an die frische Luft gehen?

Ja, vorausgesetzt Sie haben es gut gegen die Kälte eingepackt. Das bedeutet: Mütze, Halstuch, Handschuhe und warme Winterbekleidung schützen es am ganzen Körper vor der Kälte. Sehr kalte Luft ist meist auch sehr trocken und kann beim Baby dazu führen, dass seine Gesichtshaut austrocknet und spannt. Cremen Sie daher alle Körperstellen, die der Kälte ausgesetzt sind (also vor allem das Gesicht), mit einer gut fettenden »Wind- und Wettercreme« ein. Bei diesen Temperaturen ist es ebenfalls sinnvoll, wenn Sie Ihrem Säugling ein erwärmtes Kirschkernsäckchen in den Kinderwagen legen.

Was zeichnet einen guten Kinderarzt aus?

Im Idealfall haben Sie bereits vor der Geburt die Adresse eines guten Kinderarztes zur Hand. Denn sobald das Baby da ist, steht auch schon die erste Vorsorgeuntersuchung an. Informieren Sie sich, wer den Ruf hat, ein guter Kinderarzt zu sein. Fragen Sie andere Mütter in der Nachbarschaft, im Geburtsvorbereitungs- oder Babymassagekurs. Es sollte ein Mediziner sein, der Ihnen sympathisch ist und von dem Sie sich gut beraten fühlen. Denn diese Person soll Ihr Begleiter für die kommenden Jahre sein – der Berater in Sachen Gesundheit Ihres Kindes. Wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten, sollten Sie nicht wochenlang darauf warten müssen. Im Idealfall (von Notfällen mal abgesehen) kann der Arzt mit seinem Helferteam die Termine einhalten, und die Wartezeit in der Praxis beträgt nicht länger als eine halbe Stunde. Wenn das Wartezimmer kinderfreundlich ausgestattet ist, fällt das Warten leichter. Ein guter Kinderarzt bemüht sich um die Aufmerksamkeit Ihres Kindes und versucht, Vertrauen zu ihm aufzubauen. Er spricht Ihr Kind freundlich an und wärmt sein Stethoskop vor, bevor er es auf die nackte Babyhaut legt. Absoluter Pluspunkt: Wenn Ihr Kinderarzt Hausbesuche durchführt! Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Kinderarztes seine Leistungsangebote. Immer mehr Ärzte bieten alternative Behandlungen an, etwa in klassischer Homöopathie. Besonders bei Kindern ist es immer einen Versuch wert, die Krankheit auf natürliche Weise zu behandeln, statt gleich schwere Geschütze aufzufahren.

Eine Familie ist geboren

Endlich ist es so weit und der lang ersehnte Tag X ist da! Alles Warten hat ein Ende: Das Baby ist geboren. Willkommen, kleiner Erdenbürger! Gemeinsam mit Ihrem Baby haben Sie eine tolle Leistung vollbracht. Freuen Sie sich, dass Sie Ihr Baby endlich im Arm halten dürfen, und genießen Sie diese kostbare erste Zeit nach der Geburt!

Die Geburt und die erste Zeit danach

Bestenfalls trugen Sie Ihr Baby 40 Schwangerschaftswochen als »Untermieter« in Ihrem Bauch. Dort war es nicht zu hell und nicht zu dunkel, kuschelig warm, nicht zu laut und nicht zu leise. Es konnte Daumen lutschen, verspürte keinen Hunger und genoss durch die enge Begrenzung seiner Höhle die ständige Anwesenheit seiner Mutter. Es mangelte ihm an nichts. Wen wundert es bei dieser Vorstellung, dass so manches Baby am liebsten noch länger dort drinnen geblieben wäre?

Babys Höchstleistungen

Auch Ihr Baby hat mit der Geburt eine wunderbare Leistung vollbracht. Ganz gleich, ob es ein wenig zögerlich mitgearbeitet hat oder ob es zur Kategorie der »Schnelldurchläufer« gehört, Fakt ist: Jetzt ist es endlich da und macht erst einmal große Augen. Sicher ist auch Ihr Baby neugierig, wen es ab jetzt erwarten kann, und sucht vielleicht Blickkontakt zu Ihnen. Um nun richtig glücklich sein zu können, wünscht es sich außerhalb seiner gewohnten Umgebung die gleichen Bedingungen: Es sollte nicht zu hell, nicht zu dunkel sein, kuschelig warm, nicht zu laut und nicht zu leise – vor allem aber möchte ein Säugling seine Mutter spüren und am liebsten für immer so nah bei ihr sein wie bisher. Um dieses Bedürfnis sehr bald erfüllen zu können, sollten Sie wenn möglich Ihr Baby gleich nach der Geburt in Ihre Arme schließen und auf Ihren freien Oberkörper legen.

Dieser innige Hautkontakt vermittelt Ihrem Kind Geborgenheit, und es kann auf Vertrautes zurückgreifen – es kann seine Mutter fühlen, riechen, hören und sogar sehen!

BONDING

Mit dem Begriff »Bonding« ist die innere Gefühlsverbindung gemeint, die Eltern zu ihrem Kind entwickeln. Forscher auf der ganzen Welt haben übereinstimmend festgestellt, dass besonders die ersten Minuten nach der Geburt für die Entwicklung des Urvertrauens von entscheidender Bedeutung sind. Je früher das Neugeborene die gleichen Bedingungen wie im Mutterleib verspürt, desto reibungsloser und harmonischer wird es in seiner neuen Umgebung aufwachsen können.

Geburt durch Kaiserschnitt

Bei einer spontanen Geburt spürt das Baby, dass eine Veränderung bevorsteht. Es fühlt die Wehen, den erhöhten Herzschlag der Mutter und ihre Verarbeitung des Schmerzes. Das Baby weiß instinktiv, dass es bald seine gewohnte Umgebung verlassen muss. Bei einem Kaiserschnitt ist dies nicht der Fall. Hier liegt das Baby in der Gebärmutter, ohne etwas von der bevorstehenden Geburt zu ahnen, bis sich diese überraschend öffnet. Fremde Hände heben das Baby heraus. Auf einmal ist es hell und ungewohnt laut, die Temperatur ist eine andere, und der bisher vertraute, enge Schutzraum ist nicht mehr da. »Was ist eigentlich hier los?«

Blitzgeburt fürs Baby

»Kaiserlich« entbundene Babys erleben die Geburt anders als solche, die durch den natürlichen Geburtskanal das Licht der Welt erblicken. Manche Kinder, die durch einen Kaiserschnitt geboren wurden, empfinden ihre Geburt als so plötzlich, dass sie anfangs nicht realisieren, dass sie überhaupt geboren sind. Dies kann sich beispielsweise durch ein unruhiges Verhalten äußern. Um das Gefühl zu bekommen, auf der Welt »gelandet zu sein«, ist es daher wichtig, sobald wie möglich die körperliche Nähe zu den Eltern spüren zu dürfen.

Vaters Großeinsatz

Wenn ein Vater an der Schwangerschaft seiner Partnerin teilnehmen konnte, wird dem Baby seine Stimme vertraut vorkommen. Alles Vertraute nach der Geburt hilft dem Säugling, entspannen zu können und sich nicht allein zu fühlen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, dass der Vater nach einem Kaiserschnitt in den ersten Minuten das Baby übernimmt. Wenn es dem Kind gut geht, dürfen Sie es natürlich sehen und begrüßen, bevor es von der Hebamme und dem Arzt untersucht und versorgt wird. In der Regel ist der Vater willkommen, bei der ersten Untersuchung dabei zu sein, und bekommt dann nach wenigen Minuten das Baby auf den Arm, während Ihr Kaiserschnitt vernäht wird.

NICHT FÜR IMMER

Viele Frauen haben die Sorge »einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt«. Dies ist nicht der Fall. Drei von vier Frauen haben trotz eines Kaiserschnitts beim nächsten Kind eine spontane Geburt.

Geburt mit Zange oder Saugglocke

Es kommt immer wieder vor, dass der Geburtsverlauf in der Ausschiebephase (früher auch Austreibungsphase genannt) stockt, weil aufgrund einer Wehenschwäche oder akuter Erschöpfung der Mutter nichts mehr vorwärtsgeht. Mitunter liegt das Baby schon tief im Becken und steht »vor der Türe«, wie die Geburtshelfer sagen. Erfahrungsgemäß hilft in diesen Fällen ein Geburtsinstrument, um dem Baby den Weg auf die Welt zu bereiten.

Die Zange

Als Geburtszange bezeichnet man zwei große Metalllöffel, die in die Scheide eingeführt und am Köpfchen des Babys angelegt werden. Sobald die Zange positioniert ist, zieht der Geburtshelfer vorsichtig synchron zu den Wehen und holt das Baby auf die Welt. Voraussetzung für den Einsatz der Zange ist ein vollständig geöffneter Muttermund und ein Köpfchen, das schon fast am Ziel ist.

Die Saugglocke

Dieses Geburtsinstrument kann auch dann eingesetzt werden, wenn das Kind noch weiter oben im Becken liegt. Dabei handelt es sich um eine Art Metallschüssel, die am Hinterkopf des Babys angelegt wird. Mithilfe einer Pumpe wird ein Vakuum zwischen Kopf und Glocke erzeugt und das Baby dann mit jeder weiteren Wehe aus dem Geburtskanal gezogen.

Auf der Welt angekommen, brauchen Babys viel Körperkontakt und Zärtlichkeit.

Babys »Nachwehen«

Viele Kinder, die mit Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt entbunden wurden, haben lange Zeit unruhige Schlafphasen und weinen viel. Das ist gut nachzuvollziehen, denn auf irgendeine Weise müssen sie ihr Geburtserlebnis verarbeiten. Hinzu kommt, dass Saugglockenkinder durch schmerzhafte Hämatome und eine mehr oder weniger große Beule schlichtweg Kopfschmerzen haben können (bitte nicht zu viel am Köpfchen streicheln). Oft hilft es den Babys, wenn sie die Enge verspüren und die Fürsorge bekommen, die sie bisher gewohnt waren. Schließen Sie also Ihr Baby in die Arme und drücken Sie es behutsam an Ihren Körper, sodass es sich eng umschlungen und wohlbehütet fühlt.

Alles andere als rosig

Kein Kind kommt mit einer schönen rosigen Gesichtsfarbe auf die Welt. Im Gegenteil: Die meisten Babys sind direkt nach der Geburt eher blass oder bläulich. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass erst mit den ersten eigenen Atemzügen Sauerstoff ins Blut kommt – und damit Farbe ins Gesicht. Solange das Neugebo-rene noch nicht abgenabelt ist, muss seine Lunge den Körper nicht allein mit Sauerstoff versorgen. Mit nachlassender Nabelschnurpulsation bekommt ein Baby seine rosige Farbe – das beginnt meist zuerst am Rumpf, danach am Kopf, später dann an Armen und Beinen. Spätestens wenn die Nabelschnur nicht mehr pulsiert, fangen die meisten Babys an zu schreien, und dieses Schreien ist willkommen, denn es liefert den Hinweis, dass es von nun an selbstständig atmen kann. Babys, die unmittelbar nach der Geburt abgenabelt werden, bekommen vom Geburtshelfer Startversuche, um den Schrei ertönen zu lassen. In der Regel wird es dafür sanft abgerubbelt, um seine Atmung zu stimulieren. In seltenen Fällen dient dazu manchmal auch noch der klassische Klaps auf den Po.

Der Apgar-Test