Das Handbuch des glücklichen Lebens - Massimo Pigliucci - E-Book

Das Handbuch des glücklichen Lebens E-Book

Massimo Pigliucci

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Beschreibung

Seit mehr als zweitausend Jahren bietet der Stoizismus Ratschläge für mehr Widerstandsfähigkeit im Angesicht schwerer Schicksalsschläge und Prüfungen des Lebens. Massimo Pigliucci bietet in seinem Buch eine neue Lesart des Stoizismus, indem er ihn auf aktuelle Fragen unserer Zeit anwendet. Im Zentrum steht dabei die stoische Philosophie, wie sie der römische Denker und ehemalige Sklave Epiktet (50-130 n. Chr.) in seinem Werk Enchiridion formulierte. Wie Epiktet teilt Pigliucci sein Buch in 53 Lektionen ein und bietet Antworten auf Fragen wie diese: ·Wie gehen wir gelassen mit Rückschlägen um? ·Wie lernen wir, was wir im Leben beeinflussen können und was nicht? ·Wie können wir besser mit unseren Ressourcen, unserer Kraft und unserer Zeit umgehen? ·Wie können wir uns vernünftige Ziele setzen und diese erreichen?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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MASSIMO PIGLIUCCI

DAS HANDBUCH DESGLÜCKLICHEN LEBENS

MASSIMO PIGLIUCCI

DAS HANDBUCH DESGLÜCKLICHEN LEBENS

53

KURZE LEKTIONEN, UM GUT ZU LEBEN

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen

[email protected]

1. Auflage 2023

© 2023 by FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Copyright der Originalausgabe © 2020 by Massimo Pigliucci. All rights reserved. Die englische Originalausgabe erschien bei Basic Books, an imprint of Perseus Books, LLC, a subsidiary of Hachette Book Group, Inc. unter dem Titel A Field Guide to a Happy Life. 53 Brief Lessons for Living.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzung: Kerstin Brömer

Redaktion: Silke Panten

Korrektorat: Dr. Manuela Kahle

Umschlaggestaltung: Karina Braun, in Anlehnung an das Cover der Originalausgabe

Umschlagabbildung: Shutterstock.com/Vaclav P3k, VerisStudio; Shutterstock.com/Mona Monash

Abbildungen Innenteil: © 2021 The Heads of State

Satz: Zerosoft, Timisoara

eBook: ePUBoo.com

ISBN Print 978-3-95972-621-4

ISBN E-Book (PDF) 978-3-98609-171-2

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-98609-172-9

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Inhalt

TEIL I Warum ich auf den Philosophen-Sklaven setze

I.1 Epiktet und ich

I.2 Über dieses Buch

I.3 Einführung in den Stoizismus

I.4 Einführung in die Philosophie von Epiktet

TEIL II Der praktische Leitfaden

II.1 Alles ins rechte Licht rücken

Hier lernen Sie die wichtigste und praktischste Lektion von allen

II.2 Übungen zur Korrektur Ihrer Begierden und Abneigungen

Hier beginnen Sie damit, Ihre wahrscheinlich fehlgeleiteten Begierden und Abneigungen neu auszurichten

II.3 Übungen zum angemessenen Handeln

Hier trainieren Sie, wie Sie sich anderen Menschen gegenüber gerecht verhalten

II.4 Übungen für ein besseres Urteilsvermögen

Hier lernen Sie, Ereignisse und Menschen besser beurteilen zu können

II.5 Übungen für ein gutes Leben

Hier lernen Sie, die Kunst des Lebens zu praktizieren

II.6 Vier Ratschläge von Epiktet

Hier hören wir dem Meister zu

TEIL III Stoizismus 2.0

III.1 Aktualisierung des Stoizismus

III.2 Dies ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein

ANHANG I Eine konzeptionelle Übersicht über den Unterschied zwischen dem Handbüchlein der Moral und meinem praktischen Leitfaden

ANHANG II Eine kommentierte Leseempfehlung zu den Themen Epiktet, antiker Stoizismus und moderner Stoizismus

Danksagung

Der Autor

Anmerkungen

Für meine Frau Jennifer, die es mir mit ihrer Liebe und Unterstützung leicht macht, ein glückliches Leben zu führen.

TEIL I

Warum ich auf den Philosophen-Sklaven setze

I.1

Epiktet und ich

Mein Leben hat sich im Herbst 2014 schlagartig zum Besseren verändert.1 Zumindest begann damals ein einschneidender, positiver Veränderungsprozess, der bis heute anhält. Ausgelöst wurde er dadurch, dass ich zum ersten Mal etwas von einem Philosophen las, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, obwohl er seit etwa 1800 Jahren überaus bekannt war: Epiktet. Die fraglichen Worte lauteten:

Ich muss sterben. Sollte das jetzt der Fall sein, dann sterbe ich eben jetzt; wenn es aber erst später so weit sein sollte, dann werde ich jetzt mein Mittagessen einnehmen, denn die Stunde des Mittagessens ist gekommen – und dem Sterben werde ich mich später zuwenden.2

Das hat mich sprichwörtlich umgehauen. Wer zum Teufel war dieser Kerl aus dem ersten Jahrhundert, der in zwei Sätzen sowohl einen herrlichen Sinn für Humor als auch eine nüchterne Einstellung zum Leben und zum Tod bewies? Wir wissen nicht allzu viel über ihn. Wir kennen nicht einmal seinen richtigen Namen. »Epíktetos« (ἐπίκτητος) bedeutet auf Griechisch schlicht »der Erworbene«. Dieser ihm zugewiesene Name rührt daher, dass er ein Sklave war. Geboren wurde er um das Jahr 55 in Hierapolis (dem heutigen Pamukkale im Westen der Türkei), später kaufte ihn Epaphroditos, ein wohlhabender Freigelassener und Sekretär von Kaiser Nero.

Nachdem er nach Rom übergesiedelt war, studierte Epiktet die stoische Philosophie bei dem angesehensten Lehrer jener Zeit, Musonius Rufus. Das mag ihm bei einem entscheidenden Ereignis in seinem Leben geholfen haben, nämlich als er verkrüppelt wurde. Origenes erzählt uns, wie Epiktet damit umging:

Könnte man dann nicht Epiktet nehmen, der, als sein Herr ihm das Bein verdrehte, lächelte und ungerührt sagte: »Du wirst mir das Bein brechen«; und als es gebrochen war, fügte er hinzu: »Habe ich dir nicht gesagt, dass du es brechen wirst?«3

Schließlich erhielt Epiktet seine Freiheit und begann, in Rom Philosophie zu lehren. Zunächst lief es nicht allzu gut. Einem seiner Schüler erzählte er von einem Vorfall, der sich ereignet hatte, als er in den Straßen der kaiserlichen Hauptstadt die Philosophie verkündete:

Du läufst Gefahr, dass [jemand] sagt: »Was geht Sie das an, mein Herr? Was haben Sie eigentlich mit mir zu schaffen?« Wenn du dann weiter auf ihn einredest, wird er dir wahrscheinlich auf die Nase schlagen. Ich selbst habe mich früher voller Begeisterung auf solcherlei Gespräche gestürzt, bis ich es einmal mit einer derartigen Reaktion zu tun bekam.4

Offenbar fanden ihn nicht nur die Leute auf der Straße lästig. Wie viele andere Stoiker vor und nach ihm neigte er dazu, den Mächtigen die unverblümte Wahrheit zu sagen, weshalb Kaiser Domitian ihn im Jahr 93 ins Exil verbannte. Unerschrocken zog Epiktet nach Nikopolis im Nordwesten Griechenlands und gründete dort eine Schule. Sie wurde zum renommiertesten Ort für das Studium der Philosophie im gesamten Mittelmeerraum. Ein späterer Kaiser, Hadrian, stattete dem berühmten Lehrer sogar einen Besuch ab und zollte ihm damit seinen Respekt.

Wie sein Vorbild Sokrates schrieb Epiktet nichts auf. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Lehre und das Gespräch mit seinen zahlreichen Schülern. Zu diesen gehörte glücklicherweise Arrian von Nikomedien, der später als Staatsdiener, militärischer Befehlshaber, Historiker und auch als Philosoph tätig war. Die einzigen beiden Sammlungen mit Lehren von Epiktet, die uns heutzutage vorliegen, sind Arrians Aufzeichnungen. Zum einen handelt es sich um die Unterredungen (ursprünglich vier Bücher, von denen die Hälfte leider verloren gegangen ist), zum anderen um ein kurzes Handbuch, das Handbüchlein der Moral, das auch als Enchiridion bekannt ist.

Epiktet lebte ein einfaches Leben. Er war unverheiratet und besaß nicht viel. Im hohen Alter adoptierte er das Kind eines Freundes, das sonst dem Tod geweiht gewesen wäre, und zog es mithilfe einer Frau auf. Epiktet starb um 135 n. Chr., im Alter von etwa achtzig Jahren – ein bemerkenswertes Alter für die damalige Zeit, im Grunde für jede Ära.5

Zurück zu meiner persönlichen Entdeckung von Epiktet. Ich war begeistert, aber auch verblüfft. Warum war ich nicht schon längst auf seine Schriften gestoßen? Oder zumindest auf seinen Namen (unter dem er bekannt ist)? Mit anderen großen Stoikern, insbesondere Seneca und Mark Aurel, war ich bereits recht gut vertraut, aber Epiktet war nicht einmal während meines Philosophiestudiums ein Thema gewesen! Sein Stern mag bei den heutigen Berufsphilosophen verblasst sein, die sich nur allzu oft mit genau der Art von logikgetriebenen Haarspaltereien beschäftigen, die der Weise aus Hierapolis verachtete.6 Aber sein Einfluss hatte über die Jahrhunderte hinweg Bestand – und er wächst.

So beeinflussten Epiktets Schriften und Lehren, insbesondere sein Handbuch, nicht nur den Letzten der römischen Stoiker, den Kaiser Mark Aurel, sondern das Handbüchlein der Moral wurde darüber hinaus das gesamte Mittelalter hindurch von Christen übersetzt und aktualisiert und diente den Mönchen in den Klöstern als Anregung für ihre geistlichen Übungen. Im Jahr 1479 erschien die erste gedruckte Ausgabe in lateinischer Übersetzung. Sie war das Werk von Angelo Poliziano, der sie den Medici in Florenz widmete. Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte das Buch wohl in der Zeit zwischen 1550 und 1750, also zwischen Renaissance und Aufklärung. Die erste englische Übersetzung (auf der Grundlage einer französischen Vorlage) stammt von James Sandford aus dem Jahr 1567. Der Jesuitenmissionar Matteo Ricci übersetzte es im frühen 17. Jahrhundert ins Chinesische. John Harvard vermachte 1638 seinem neu gegründeten College ein Exemplar, und Adam Smith, Benjamin Franklin und Thomas Jefferson besaßen allesamt Exemplare in ihren persönlichen Bibliotheken.