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Herzkatheter Step-by-Step
Sie möchten sich in das Thema Herzkatheter einarbeiten? Sie suchen ein systematisches Nachschlagewerk? Dann ist dieses Buch ideal. Es vermittelt die erforderlichen Grundlagen und zeigt Schritt für Schritt, wie Sie bei allen wichtigen Interventionen praktisch vorgehen. Lernen Sie, wie Sie nicht-invasive klinische Befunde mit invasiven bildgebenden und hämodynamischen Befunden verknüpfen.
Konkrete Anleitungen am Kathetertisch:
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Seitenzahl: 941
Veröffentlichungsjahr: 2022
Harald Lapp
6., unveränderte Auflage
632 Abbildungen
Während der letzten 45 Jahre hat die interventionelle Kardiologie seit der ersten PCI durch Andreas Grüntzig eine rasante Entwicklung genommen. Diese Entwicklung konnte Das Herzkatheterbuch seit der 1. Aufl. 1999 bis zur jetzt vorliegenden unveränderten 6. Auflage begleiten.
Die invasive Kardiologie hatte lange Zeit einen Fokus auf der Diagnostik und Therapie der koronaren Herzerkrankung. Diese invasiven Techniken wurden durch vertiefte Kompetenzen im Verständnis der Hämodynamik angeborener und erworbener Herzfehler sowie Herzmuskelerkrankungen ergänzt. Das Verständnis von Hämodynamik und die interventionellen Fähigkeiten bilden das Fundament sich neu entwickelnder interventioneller Therapieverfahren, insbesondere in der Behandlung struktureller Herzerkrankungen.
Gerade die Behandlung struktureller Herzerkrankungen mit den Entwicklungen im Bereich des interventionellen Aortenklappenersatz oder der interventionellen Verfahren zur Behandlung von Mitralklappen- und Trikuspidalklappen-Erkrankungen haben eine rasche Entwicklung genommen und das Spektrum erheblich erweitert. Hierzu ist es erforderlich, die invasiven diagnostischen Verfahren mit den modernen Methoden der nicht invasiven Bildgebung zusammenzuführen. Dieser Entwicklung hat Das Herzkatheterbuch versucht Rechnung zu tragen. Das Herzkatheterlabor ist heute ein Operationssaal, in dem unterschiedlichste diagnostische und therapeutische Verfahren interdisziplinär und interprofessionell zusammengeführt werden.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Thieme Verlages danke ich für die Unterstützung, dass das Buch die Gelegenheit bekommen hat, sich ständig weiterzuentwickeln. Ein ganz besonderer Dank gilt aber den Leserinnen und Lesern und den vielen Kolleginnen und Kollegen für ihr Feedback und die Motivation, das Konzept des Buches beizubehalten: Die aktuelle Entwicklung zusammenzutragen, persönlich zu gewichten und für den Alltag praxisrelevant aufzubereiten und anhand von Beispielen zu illustrieren.
Wie auch unser Fach lebt das Buch vom Dialog. Der Verlag und ich freuen uns auf Vorschläge und Hinweise das Buch auch in Zukunft weiterentwickeln zu können.
Harald Lapp
Erfurt, März 2022
Das Herzkatheterbuch kann jetzt in seiner 5. deutschsprachigen Auflage erscheinen. Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen sind die Aktualisierung invasiver kardiologischer Methoden auf den gegenwärtigen Standard, die Aktualisierung der Literatur und die Einführung neuer Behandlungsverfahren. Die Möglichkeit, ausgewählte Film-Sequenzen direkt über einen QR-Code über das Smartphone anzuschauen, erscheint mir als die wichtigste Änderung in der Form.
Unverändert bleibt die Zielrichtung, praktische Hilfe für die tägliche Arbeit zu bieten. Zum Gelingen der neuen Auflage hat das Feedback zahlreicher Leser früherer Auflagen beigetragen. Deren Anregungen und Hinweise sind eingeflossen. Danken möchte ich auch dem Thieme Verlag und hier insbesondere Katharina Weber und Marion Holzer, die durch ihren „sanften Druck“, ihre innovativen Ideen und ihre Unterstützung wesentlich zur Realisierung beigetragen haben. Daniela Kandels hat akribisch gelesen und mit ihren redaktionellen Hinweisen manches klarer gemacht.
Danken möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen für ihre anregenden Gedanken und vor allem meiner Familie für die Toleranz und für die „freie“ Zeit, die ich investieren durfte. Die 5. Auflage ist Ihnen hoffentlich eine Hilfe bei Ihrer Arbeit in der interventionellen Kardiologie und ich freue mich auf Ihr Feedback. Harald LappErfurt, Februar 2019
Von den ersten Schritten im Herzkatheterlabor bis zur sicheren und souveränen Beherrschung von komplexen invasiven Prozeduren – das von Ingo Krakau begründete und von Harald Lapp weitergeführte Werk stellt das Standardwerk für jeden Anfänger bis zum fortgeschrittenen Interventionalisten dar.
„Das Herzkatheterbuch“ in seiner mittlerweile 5. Auflage ist für jede Ärztin, jeden Arzt, aber auch für das Assistenzpersonal ein unverzichtbarer Begleiter geworden. Ob vom Beginn der Ausbildung im Katheterlabor oder bei diffizilen Fragestellungen bei mittlerweile hochentwickelten invasiven Prozeduren – man schaut „in den Lapp“, um Hilfestellungen, Erfahrungen und Hinweise zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Untersuchungen zu erhalten. Durch eine klare und didaktisch zielgerichtete Struktur erhält man Antworten auf schwierige Fragen. Systematisch erklärt das Buch Ergebnisse von Untersuchungen bis hin zur Diagnose. Oft konnte ich durch einen kurzen Blick in das Buch nach aufwendigen Untersuchungen schnell eine Lösung finden.
Moderne, state-of-the-art-Inhalte bilden einen reizvollen Komplex mit wertvollen Hinweisen von Experten zur praktischen Vorgehensweise. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, überall und zu jeder Zeit sein Wissen durch cloudbasierte digitale Medien wie zum Beispiel Filme zu Interventionen zu erweitern und zu vertiefen.
Im deutschsprachigen Raum gibt es aus meiner Sicht und Erfahrung kein besseres Hilfsmittel zum Erlernen und Verstehen der gesamten invasiven Kardiologie.
Ich wünsche viel Erfolg und Freude beim täglichen Gebrauch des Buches!Philipp LautenLeipzig im Februar 2019
A.
Arteria
a.p.
anterior-posterior
ACB
aortokoronarer Bypass
ACC
American College of Cardiology
ACE
Angiotensin-converting Enzyme
ACS
akutes Koronarsyndrom
ACT
Activated Clotting Time
ACVB
aortokoronarer Venen-Bypass
ADP
Adenosindiphosphat
a-FGF
Fibroblasten-Wachstumsfaktor 1
Ag
Argon
AHA
American Heart Association
AI
Aortenklappeninsuffizienz
Ao
Aorta
AoA
Aorta ascendens
AoD
Aorta descendens
AÖF
Aortenklappenöffnungsfläche
aPTT
aktivierte partielle Thromboplastinzeit
ARB
Angiotensinrezeptorblocker
ARVCM
arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
ASD
Vorhofseptumdefekt
ASS
Acetylsalicylsäure
AT
Antithrombin
AV-Block
atrioventrikulärer Block
AV-Fistel
arteriovenöse Fistel
AVDO
2
arteriovenöse Sauerstoffdifferenz
BMS
Bare Metal Stent
BNP
B-Typ natriuretisches Peptid
BVS
bioresorbierbare Gefäßstütze (Bioresorbable Vascular Scaffold)
CABG
Coronary Artery Bypass Grafting
CCS
Canadian Cardiovascular Society
Cd
Cadmium
CD
Compact Disc
CD-R
Recordable Compact Disc
CdS
Cadmiumsulfid
CFR
koronare Flussreserve
CI
Cardiac Index
CK
Creatininkinase
CKMB
Creatininkinase Muscle Brain
CM
Kardiomyopathie
CRM
Cardiac Rhythm Management
CRT
kardiale Resynchronisationstherapie
Cs
Cäsium
CS
Koronarsinus
CT
Computertomografie
CTO
Chronic total Occlusion
CVVH
kontinuierliche venovenöse Hämofiltration
DAPT
Duale Plättchenhemmung
DCA
Direktionale koronare Atherektomie
DCM
dilatative Kardiomyopathie
DEB
Drug-eluting Balloon
DES
Drug-eluting Stent
DICOM
Digital Imaging and Communication in Medicine
DOAK
direkte orale Antikoagulanzien
DPG
diastolischer Druckgradient
DSA
digitale Subtraktionsangiografie
EBU
Extra Backup
ECLS
extrakorporales Life-Support-System
ECMO
extrakorporale Membranoxygenierung
ECPR
extrakorporale kardiopulmonale Reanimation
EDV
enddiastolisches Ventrikelvolumen
EDVI
Enddiastolischer Volumenindex
EF
Ejektionsfraktion
EKG
Elektrokardiogramm
ePTFE
expandiertes Polytetrafluorethylen
ERA
Endothelinrezeptorantagonist
ERO
Regurgitationsöffnungsfläche
EROA
effektive Regurgitationsöffnungsfläche
ESC
European Society of Cardiology
ESV
endsystolisches Ventrikelvolumen
ESVI
Endsystolischer Schlagvolumenindex
ET
Ejektionszeit
eV
Elektronenvolt
F
French
FFR
fraktionelle Flussreserve
FiO
2
inspiratorische Sauerstoff-Fraktion
Fn
natürliche Frequenz (Eigenfrequenz)
FPA
Fibrinopeptid A
fT
3
/fT
4
freies Trijodthyronin/Thyroxin
GFR
glomeruläre Filtrationsrate
GP
Glykoprotein
HCM
hypertrophe Kardiomyopathie
HIT
Heparin-induzierte Thrombozytopenie
HMV
Herzminutenvolumen
HNCM
hypertrophe nichtobstruktive Kardiomyopathie
HOCM
hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
HR
Herzfrequenz
HRCT
High Resolution Computertomografie
hs-Troponin
hochsensitives Troponin
HZV
Herzzeitvolumen
I.E.
Internationale Einheiten
I.U.
International Units
IABP
intraaortale Ballonpumpe
ICD
implantierbarer Kardioverter/Defibrillator
ICE
intrakardiale Echokardiografie
ICR
Interkostalraum
iFR
instantaneous Wave-free Ratio
in.
Inch
INR
International normalized Ratio
ISR
In-Stent-Restenose
IVUS
intravaskulärer Ultraschall
keV
Kiloelektronenvolt
KG
Körpergewicht
KHK
koronare Herzkrankheit
KIS
Krankenhausinformationssystem
KM
Kontrastmittel
KO
Körperoberfläche
KÖF
Klappenöffnungsfläche
LA
linker Vorhof
LAA
linkes Vorhofohr
LAD
Ramus interventricularis anterior (auch: RIVA)
LAO
linksanteriore Schrägprojektion (left anterior oblique)
LAP
linksatrialer Druck
LCA
linke Koronararterie
LCB
linker Koronar-Bypass
LE
Lungenembolie
LES
Left Extra Support
LIMA
A. mammaria interna sinistra
LMM
linksventrikuläre Myokardmasse
LMMI
Index der linksventrikulären Myokardmasse
LV
linksventrikulär, linker Ventrikel
LVEDD
linksventrikulärer enddiastolischer Durchmesser
LVEDP
linksventrikulärer enddiastolischer Druck
LVEDV
linksventrikuläres enddiastolisches Volumen
LVEF
linksventrikuläre Ejektionsfraktion
LVESV
linksventrikuläres endsystolisches Volumen
LVOT
linksventrikulärer Ausflusstrakt
MD
Ventrikelwanddicke
MI
Mitralklappeninsuffizienz
MÖF
Mitralklappenöffnungsfläche
MP
Mitteldruck
MRT
Magnetresonanztomografie
MSCT
Mehrschicht-Spiral-Computertomografie
MV
Mitralklappe
N.
Nervus
NHLBI
National Heart, Lung and Blood Institute
NIRS
Nah-Infrarot-Spektroskopie
NO
Stickstoffmonoxid
NSTEMI
Nicht-ST-Strecken-Hebungsinfarkt
NT-proBNP
N-terminales pro B-Typ natriuretisches Peptid
NYHA
New York Heart Association
O
2
Sauerstoff
OCT
optische Kohärenztomografie
OP
Operationssaal
Op.
Operation
OTW
Over the Wire
PA
Pulmonalarterie
PABV
Percutaneous aortic balloon valvuloplasty
PACS
Picture Archiving and Communication System
PAH
Pulmonalarterielle Hypertonie
PAP
pulmonalarterieller Druck
PAPm
pulmonalarterieller Mitteldruck
PAR
pulmonaler Arteriolenwiderstand
PAU
penetrierendes Aortenulkus
pAVK
periphere arterielle Verschlusskrankheit
PAWP
Pulmonalkapillarverschlussdruck
PC-Druck
Pulmonalkapillardruck
PCI
perkutanen Koronarintervention
PC-Position
Pulmonalkapillarposition
PCR
Polymerasekettenreaktion
PCW
Pulmonalkapillardruck
PEEP
positiver endexspiratorischer Druck
PESI
Pulmonary Embolism Severity Index
PET
Positronenemissionstomografie
PFO
persistierendes Foramen ovale
PH
pulmonale Hypertonie
PISA
Proxima isovelocity surface area
POBA
alleinige Ballonangioplastie (Plain old Balloon Angioplasty)
ppm
Parts per Million
PPSB
Prothrombinkonzentrat (Prothrombin-/Prokonvertin-/Stuart-Power-/antihämophiler Faktor-B-Komplex)
PSI
Einheit für Druck (Pound force per square inch)
PTCA
perkutane transluminale Koronarangioplastie
PTFE
Polytetrafluorethylen
PTMC
perkutane Mitralkommissurotomie
PTSMA
perkutane transluminale septale Myokardablation
PTT
partielle Thromboplastinzeit
PVC
Polyvinylchlorid
PVOD
Pulmonary veno-occlusive Disease
PVR
pulmonalvaskulärer Widerstand
QCA
quantitative Koronaranalyse
R.
Ramus
RA
rechter Vorhof
RAO
rechtsanteriore Schrägprojektion (right anterior oblique)
RBU
Right Backup
RCA
rechte Koronararterie
RCM
restriktive Kardiomyopathie
RCX
Ramus circumflexus
RF
Regurgitationsfraktion
RIVA
Ramus interventricularis anterior (auch: LAD)
RIVP
Ramus interventricularis posterior
RöV
Röntgenverordnung
RPLD
Ramus posterolateralis dexter
rt-PA
rekombinanter Gewebsplasminogenaktivator
RV
rechter Ventrikel
RVEDP
rechtsventrikulärer enddiastolischer Druck
RVOT
rechtsventrikuläre Ausflussbahn
SAM
Systolic anterior Movement (des vorderen Mitralsegels)
Sb
Antimon
STEMI
ST-Strecken-Hebungsinfarkt
SKS
Simultane Kissing-Stents
SSFP
Steady-state free procession
SV
Schlagvolumen
SVC
Vena cava superior
SVI
Schlagvolumenindex
SVR
systemischer vaskulärer Widerstand
TASH
transkoronare Ablation der Septumhypertrophie
TAT
Thrombin-Antithrombin-Komplex
TAVI
Transcatheter Aortic Valve Implantation
Tbc
Tuberkulose
TEE
transösophageale Echokardiografie
TEVAR
Thoracic endovascular aortic Repair
TF
Tissue Factor
TGF-α
Transforming Growth Factor alpha
TI
Triskuspidalklappeninsuffizienz
TMN
mittlere Durchlaufzeit (Transit Mean Time)
TÖF
Trikuspidalöffnungsfläche
TPR
totaler peripherer Widerstand
TSH
Thyreoidea-stimulierendes Hormon
TTE
transthorakale Echokardiografie
TV
Trikuspidalklappe
TVT
tiefe Venenthrombose
V.
Vena
VCI
Vena cava inferior
VEGF
Vascular Endothelial Growth Factor
VES
ventrikuläre Extrasystolen
VF
Verkürzungsfraktion
VH
Vorhof
VO
2
Sauerstoffaufnahme
VSD
Ventrikelseptumdefekt
VT
ventrikuläre Tachykardie
VTE
venöse Thrombembolie
vWF
von Willebrand-Faktor
WE
Wood-Einheit
WV
Linksventrikuläre Wand
XeCl
Xenonchlorid
Zns
Zinksulfid
ZNS
zentrales Nervensystem
ZVD
zentraler Venendruck
Titelei
Vorwort zur 6., unveränderten Auflage
Vorwort zur 5. Auflage
Geleitwort von Dr. Philipp Lauten zur 5. Auflage
Abkürzungen
Teil I Der diagnostische Herzkatheter
1 Indikation zur diagnostischen Herzkatheteruntersuchung
1.1 Zielsetzung
1.2 Kontraindikationen
1.3 Literatur
2 Untersuchungsrisiken und Komplikationen
2.1 Literatur
3 Untersuchungsvorbereitung
3.1 Aufklärung des Patienten
3.1.1 Juristische Aspekte
3.1.2 Aufklärungsgespräch
3.2 Voruntersuchungen
3.2.1 Anamnese und körperliche Untersuchung
3.2.2 Technische Voruntersuchungen
3.3 Spezielle Patientenvorbereitung
3.4 Unmittelbare Untersuchungsvorbereitung
3.4.1 Desinfektion/Sterilität
3.5 Besonderheiten invasiver kardiologischer Verfahren an wachen Patienten
3.6 Literatur
4 Das Labor
4.1 Einrichtung
4.1.1 Räumliche Ausstattung
4.1.2 Angiografie-Anlage
4.1.3 Herzkatheterdatenbank und Qualitätssicherung
4.1.4 Druckwandler
4.1.5 Kontrastmittel-Injektor (Hochdruckspritze)
4.2 Personal
4.3 Notfalleinrichtung
4.4 Röntgentechnik
4.5 Strahlenschutz
4.5.1 Grundbegriffe des Strahlenschutzes
4.5.2 Strahlenschutzmaßnahmen
4.6 Literatur
5 Die Befundung
5.1 Literatur
6 Kontrastmittel
6.1 Kontrastmittelnebenwirkungen
6.1.1 Allergische Reaktionen
6.1.2 Hyperthyreose
6.1.3 Kontrastmittelinduziertes akutes Nierenversagen
6.2 Literatur
7 Die arterielle und venöse Punktion
7.1 Überlegungen zur Wahl des richtigen Zugangs
7.2 Instrumentarium
7.3 Die arterielle Punktion
7.3.1 Methoden und allgemeine Vorgehensweise
7.3.2 Punktion der A. femoralis
7.3.3 Punktion der A. radialis
7.3.4 Punktion der A. brachialis
7.4 Die venöse Punktion
7.4.1 Punktion der V. femoralis
7.4.2 Weitere Gefäßzugänge
7.5 Vaskuläre Komplikationen nach Herzkatheter
7.5.1 Lokales Hämatom
7.5.2 Retroperitoneales Hämatom
7.5.3 Arteriovenöse Fistel
7.5.4 Aneurysma spurium
7.6 Verschluss-Systeme zur Sofort-Hämostase nach Herzkatheterdiagnostik und Koronarinterventionen
7.6.1 Kollagen-Verschluss-Systeme
7.6.2 Nahtverschluss-Systeme
7.6.3 Clip-Systeme
7.7 Literatur
8 Die Koronarangiografie
8.1 Zielsetzung
8.2 Indikationen
8.2.1 Koronare Herzerkrankung
8.3 Materialien
8.3.1 Katheter
8.4 Kathetertechnik
8.4.1 Judkins-Technik
8.4.2 Amplatz-Technik
8.4.3 Sones-Technik
8.5 Katheterwahl in Abhängigkeit vom arteriellen Zugang
8.5.1 Sondierung von aortokoronaren Venen-Bypässen
8.6 Das normale Koronarangiogramm
8.6.1 Injektionstechnik
8.6.2 Koronaranatomie
8.6.3 Versorgungstypen
8.7 Projektionen
8.7.1 Nomenklatur der Projektionsebenen
8.7.2 Projektionsebenen
8.8 Probleme und Fehlermöglichkeiten
8.8.1 Gefäßüberlagerung/Gefäßverkürzung
8.8.2 Unzureichende Kontrastierung
8.8.3 Superselektive Injektion
8.8.4 Katheterinduzierter Koronarspasmus
8.8.5 Muskelbrücken
8.9 Komplikationen der Koronarangiografie
8.9.1 Myokardinfarkt
8.9.2 Injektion von Luft
8.9.3 Zerebrale Embolie
8.9.4 Herzrhythmusstörungen
8.9.5 Koronaranomalien
8.9.6 Vasospastische Angina
8.10 Nichtinvasive Koronarangiografie (Kardio-MRT und Kardio-CT)
8.11 Literatur
9 Sondierung der Herzbinnenräume
9.1 Der Linksherzkatheter
9.1.1 Spezielle Indikationen
9.1.2 Die retrograde Linksherzsondierung
9.1.3 Das linksventrikuläre Angiogramm
9.1.4 Die transseptale Linksherzsondierung
9.2 Der Rechtsherzkatheter
9.2.1 Spezielle Indikationen
9.2.2 Das rechtsventrikuläre Angiogramm
9.2.3 Das rechtsatriale Angiogramm
9.3 Literatur
10 Die Aortografie
10.1 Spezielle Indikationen und Kontraindikationen
10.2 Untersuchungstechnik
10.2.1 Katheter
10.2.2 Durchführung
10.3 Das normale Aortogramm
10.3.1 Anatomie
10.4 Literatur
11 Pulmonalisangiografie
11.1 Spezielle Indikationen und Kontraindikationen
11.2 Untersuchungstechnik
11.2.1 Katheter
11.2.2 Durchführung
11.2.3 Auswertung
11.3 Nichtinvasive Pulmonalisangiografie
11.4 Literatur
12 Hämodynamik
12.1 Physikalische Grundlagen der Druckmessung
12.1.1 Hydrostatischer Nullabgleich
12.1.2 Messbereich und Registriergeschwindigkeit
12.1.3 Fehlerquellen bei der Druckmessung
12.2 Druckkurven
12.2.1 Vorhofdruck
12.2.2 Pulmonalkapillardruck
12.2.3 Arterieller und pulmonalarterieller Druck
12.2.4 Ventrikeldruck
12.3 Druckgradienten
12.3.1 Messung
12.3.2 Berechnung
12.3.3 Befundbewertung
12.4 Herzzeitvolumen, Herzindex
12.4.1 Sauerstoffmethode nach Fick
12.4.2 Thermodilutionsmethode
12.4.3 Angiografische Methode
12.5 Kreislaufwiderstände
12.5.1 Gesamtgefäßwiderstand im großen Kreislauf
12.5.2 Pulmonaler Arteriolenwiderstand
12.5.3 Normalwerte
12.6 Klappenöffnungsflächen
12.6.1 Normalwerte
12.7 Messung valvulärer Regurgitation
12.8 Shuntdiagnostik
12.8.1 Grundlagen
12.8.2 Sauerstoffmethode nach Fick mit Etagen-Oxymetrie
12.8.3 Die Farbstoffverdünnungsmethode
12.8.4 Angiografische Shuntdiagnostik
12.8.5 Nichtinvasive Shuntdiagnostik
12.9 Literatur
13 Endomyokardbiopsie
13.1 Indikationen
13.1.1 Ort der Biopsie
13.2 Materialien
13.3 Praktische Durchführung der rechtsventrikulären septalen Biopsie
13.3.1 Untersuchungsablauf
13.3.2 Komplikationen
13.4 Praktische Durchführung der linksventrikulären Biopsie
13.5 Literatur
Teil II Katheterdiagnostik spezieller Krankheitsbilder
14 Klappenfehler
14.1 Mitralklappenstenose
14.1.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
14.1.2 Indikation
14.1.3 Zielsetzung
14.1.4 Durchführung
14.1.5 Besonderheiten
14.1.6 Herzkatheterbefunde
14.1.7 Befundbewertung und Therapieentscheidung
14.2 Mitralklappeninsuffizienz
14.2.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
14.2.2 Indikation
14.2.3 Zielsetzung
14.2.4 Durchführung
14.2.5 Besonderheiten
14.2.6 Herzkatheterbefunde
14.2.7 Befundbewertung und Therapieentscheidung
14.3 Aortenklappenstenose
14.3.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
14.3.2 Indikation
14.3.3 Zielsetzung
14.3.4 Durchführung
14.3.5 Besonderheiten
14.3.6 Komplikationen und Problemlösungen
14.3.7 Herzkatheterbefunde
14.3.8 Befundbewertung und Therapieentscheidung
14.4 Aortenklappeninsuffizienz
14.4.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
14.4.2 Indikation
14.4.3 Zielsetzung
14.4.4 Durchführung
14.4.5 Besonderheiten
14.4.6 Herzkatheterbefunde
14.4.7 Druckkurven
14.4.8 Befundbewertung und Therapieentscheidung
14.5 Trikuspidalstenose
14.5.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
14.5.2 Spezielle Hämodynamik
14.5.3 Indikation
14.5.4 Zielsetzung
14.5.5 Durchführung
14.5.6 Besonderheiten
14.5.7 Herzkatheterbefunde
14.5.8 Befundbewertung und Therapieentscheidung
14.6 Trikuspidalinsuffizienz
14.6.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
14.6.2 Indikation
14.6.3 Zielsetzung
14.6.4 Durchführung
14.6.5 Herzkatheterbefunde
14.6.6 Befundbewertung und Therapieentscheidung
14.7 Literatur
15 Kardiomyopathien
15.1 Dilatative Kardiomyopathie
15.1.1 Pathologisch-anatomische und pathophysiologische Grundlagen
15.1.2 Indikation
15.1.3 Zielsetzung
15.1.4 Durchführung
15.1.5 Besonderheiten
15.1.6 Herzkatheterbefunde
15.1.7 Befundbewertung und Therapieentscheidung
15.2 Hypertrophe Kardiomyopathie
15.2.1 Pathologisch-anatomische und pathophysiologische Grundlagen
15.2.2 Indikation
15.2.3 Zielsetzung
15.2.4 Durchführung
15.2.5 Herzkatheterbefunde
15.2.6 Befundbewertung und Therapieentscheidung
15.2.7 Transkoronare Ablation der Septumhypertrophie (TASH, PTSMA)
15.3 Restriktive Kardiomyopathien
15.3.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
15.3.2 Indikation
15.3.3 Durchführung
15.3.4 Herzkatheterbefunde
15.3.5 Befundbewertung und Therapieentscheidung
15.4 Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
15.4.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
15.4.2 Indikation
15.4.3 Durchführung
15.4.4 Herzkatheterbefunde
15.5 Takotsubo-Kardiomyopathie („Apical Ballooning Syndrome“)
15.5.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
15.5.2 Indikation
15.5.3 Durchführung
15.5.4 Herzkatheterbefunde
15.6 Literatur
16 Koronare Herzerkrankung
16.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
16.1.1 Diagnostik
16.1.2 Zielsetzung der invasiven Diagnostik
16.2 Koronarinsuffizienz
16.3 Koronarstenosen
16.3.1 Einschätzung des Stenosegrades
16.3.2 Koronarfluss
16.3.3 Stenosemorphologie
16.3.4 Bedeutung der Stenoselokalisation
16.3.5 Kollateralen
16.3.6 Koronarbefund und Ventrikelfunktion
16.4 Koronarangiografie und Herzkatheteruntersuchung in spezifischen Situationen
16.4.1 Koronarangiografie bei linker Hauptstammstenose
16.4.2 Koronarangiografie beim akuten Koronarsyndrom
16.4.3 Koronarangiografie bei instabiler Angina pectoris und NSTEMI
16.4.4 Koronarangiografie bei akutem Myokardinfarkt mit ST-Hebungen
16.4.5 Herzkatheter bei akuter Mitralinsuffizienz
16.4.6 Herzkatheter bei Ventrikelseptumruptur
16.4.7 Herzkatheter bei Ruptur der freien Wand
16.5 Besonderheiten der Koronarangiografie nach Herztransplantation
16.6 Literatur
17 Perikarderkrankungen
17.1 Pericarditis constrictiva
17.1.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
17.1.2 Indikation
17.1.3 Durchführung
17.1.4 Herzkatheterbefunde
17.1.5 Befundbewertung und Therapie
17.2 Perikarderguss und Perikardtamponade
17.2.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
17.2.2 Indikation
17.2.3 Herzkatheterdiagnostik bei Perikardtamponade
17.2.4 Perikardpunktion
17.3 Literatur
18 Akutes thorakales Aortensyndrom
18.1 Aortendissektion
18.1.1 Pathoanatomische Grundlagen
18.1.2 Indikation
18.1.3 Durchführung
18.1.4 Besonderheiten/Problemlösung
18.1.5 Herzkatheterbefunde
18.1.6 Befund und Therapie
18.2 Perforiertes Sinus-Valsalvae-Aneurysma
18.2.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
18.2.2 Indikation
18.2.3 Durchführung
18.2.4 Besonderheiten
18.2.5 Herzkatheterbefunde
18.2.6 Therapie
18.3 Literatur
19 Angeborene Herzfehler
19.1 Vorhofseptumdefekt
19.1.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
19.1.2 Indikation
19.1.3 Zielsetzung
19.1.4 Durchführung
19.1.5 Herzkatheterbefunde
19.1.6 Befundbewertung und Therapieentscheidung
19.2 Ventrikelseptumdefekt
19.2.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
19.2.2 Indikation
19.2.3 Zielsetzung
19.2.4 Durchführung
19.2.5 Herzkatheterbefunde
19.2.6 Befundbewertung und Therapieentscheidung
19.3 Aortenisthmusstenose
19.3.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
19.3.2 Indikation
19.3.3 Zielsetzung
19.3.4 Durchführung
19.3.5 Herzkatheterbefunde
19.3.6 Befundbewertung und Therapieentscheidung
19.4 Pulmonalklappenstenose
19.4.1 Anatomische und pathophysiologische Grundlagen
19.4.2 Indikation
19.4.3 Zielsetzung
19.4.4 Durchführung
19.4.5 Herzkatheterbefunde
19.4.6 Befundbewertung und Therapieentscheidung
19.5 Literatur
20 Akute Lungenarterienembolie
20.1 Herzkatheteruntersuchung bei akuter Lungenembolie
20.1.1 Grundlagen
20.1.2 Indikation
20.1.3 Durchführung
20.1.4 Herzkatheterbefunde
20.1.5 Komplikationen
20.1.6 Befund und Therapie
20.2 Mechanische Thrombolyse, z.B. Thrombektomiekatheter
20.2.1 Grundlagen
20.2.2 Materialien
20.2.3 Durchführung
20.2.4 Beurteilung
20.3 Literatur
21 Pulmonalarterielle Hypertonie
21.1 Herzkatheteruntersuchung bei pulmonaler Hypertonie
21.1.1 Grundlagen
21.1.2 Indikation
21.1.3 Durchführung
21.1.4 Herzkatheterbefunde
21.1.5 Bewertung und Therapie
21.2 Literatur
22 Myokarditis
22.1 Diagnostik der Myokarditis
22.1.1 Pathoanatomische und pathophysiologische Grundlagen
22.1.2 Indikation
22.1.3 Herzkatheterbefunde
22.1.4 Diagnose und Therapie
22.2 Literatur
Teil III Der interventionelle Herzkatheter
23 Perkutane Koronarintervention (PCI)
23.1 Grundlagen der perkutanen Koronarintervention
23.1.1 Indikationen und Kontraindikationen
23.1.2 Alleinige Ballonangioplastie
23.1.3 Materialien
23.1.4 Allgemeine Voraussetzungen für die Durchführung von Koronarinterventionen
23.1.5 Durchführung
23.1.6 Problembereiche der PCI
23.2 PCI-Verfahren
23.2.1 Koronare Stent-Implantation
23.2.2 Atherektomieverfahren und Cutting-Ballon
23.3 Rekanalisation chronischer Koronararterienverschlüsse (CTO)
23.3.1 Indikationen
23.3.2 Durchführung
23.4 PCI beim akuten Koronarsyndrom
23.4.1 Grundlagen
23.4.2 Akutes Koronarsyndrom ohne ST-Hebungen
23.4.3 Akutes Koronarsyndrom mit ST-Hebungen
23.4.4 Primäre PCI
23.4.5 Rescue-PCI
23.4.6 „Facilitated“-PCI
23.5 Literatur
24 Thrombektomie- und Protektionssysteme
24.1 Thrombektomiesysteme
24.1.1 Allgemeine Grundlagen
24.1.2 Aspirationskatheter
24.1.3 Mechanische Thrombektomie
24.1.4 AngioJet
24.2 Koronare Protektionssysteme
24.2.1 Grundlagen
24.2.2 Indikationen
24.2.3 Übersicht der Systeme
24.2.4 Eigenschaften verschiedener Protektionssysteme
24.2.5 Durchführung
24.2.6 Limitationen und Komplikationen
24.2.7 Akutergebnisse
24.2.8 Beurteilung
24.3 Literatur
25 Peri- und postinterventionelle antithrombotische Therapie bei Koronarinterventionen
25.1 Grundlagen
25.2 Medikamente
25.2.1 Unfraktioniertes Heparin
25.2.2 Niedermolekulare Heparine
25.2.3 Direkte Thrombininhibitoren
25.2.4 Pentasaccharide
25.2.5 Acetylsalicylsäure
25.2.6 P2Y12-Hemmer
25.2.7 Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten
25.2.8 Fibrinolytika
25.3 Spezifische klinische Situationen
25.3.1 Diagnostische Koronarangiografie
25.3.2 PCI bei stabiler Angina
25.3.3 PCI bei akutem Koronarsyndrom
25.3.4 Therapie nach Stent-Implantation
25.3.5 Patienten im kardiogenen Schock
25.3.6 Patienten mit einer Indikation für eine orale Antikoagulation
25.3.7 Durchführung nicht-kardiochirurgischer Eingriffe nach Stent-Implantation
25.4 Literatur
26 Spezielle Untersuchungsmethoden
26.1 Der intravaskuläre Ultraschall
26.1.1 Grundlagen
26.1.2 Indikationen
26.1.3 Materialien
26.1.4 Durchführung
26.1.5 Befundung
26.1.6 Komplikationen
26.1.7 Stellenwert der Methode
26.2 Optische Kohärenztomografie
26.2.1 Grundlagen
26.2.2 Durchführung
26.2.3 Klinische Anwendung
26.2.4 Probleme, Nachteile
26.2.5 Klinische Bewertung
26.3 Angioskopie und Spektroskopie
26.4 Intrakoronare Druck- und Dopplermessungen
26.4.1 Grundlagen
26.4.2 Fraktionelle Flussreserve
26.4.3 iFR-Messung
26.4.4 Dopplerführungsdraht
26.5 Intrakardiale Echokardiografie
26.5.1 Grundlagen
26.5.2 Instrumentarium
26.5.3 Indikationen
26.5.4 Durchführung
26.5.5 Vor- und Nachteile
26.6 Literatur
27 Perkutane kardiale Unterstützungssysteme
27.1 Intraaortale Ballonpumpe
27.1.1 Grundlagen
27.1.2 Indikationen und Kontraindikationen
27.1.3 Technik
27.1.4 Instrumentarium
27.1.5 Durchführung
27.1.6 Komplikationen
27.2 Impella-Pumpe
27.2.1 Grundlagen
27.2.2 Indikationen und Kontraindikationen
27.2.3 Technik
27.2.4 Komplikationen
27.2.5 Durchführung
27.3 Tandem-Heart-Pumpe
27.3.1 Grundlagen
27.3.2 Indikationen und Kontraindikationen
27.3.3 Durchführung
27.3.4 Komplikationen
27.4 Extrakorporale Life-Support-Systeme (ECLS)
27.4.1 Grundlagen
27.4.2 Indikationen und Kontraindikationen
27.4.3 Durchführung
27.4.4 Komplikationen
27.5 Literatur
28 Herzklappeninterventionen
28.1 Perkutane Mitralkommissurotomie
28.1.1 Indikationen und Kontraindikationen
28.1.2 Instrumentarium
28.1.3 Durchführung: Inoue-Technik
28.1.4 Durchführung: Doppel-Ballon-Technik
28.1.5 Komplikationen
28.1.6 Akut- und Langzeitergebnisse
28.1.7 Bewertung der Techniken
28.2 Mitralklappeninterventionen bei Mitralklappeninsuffizienz
28.2.1 Grundlagen
28.2.2 Indikationen und Kontraindikationen
28.2.3 Voruntersuchungen
28.2.4 Vorgehen
28.2.5 Nachbehandlung
28.2.6 Klinische Ergebnisse
28.2.7 Bewertung
28.3 Trikuspidalklappenintervention bei Trikuspidalklappeninsuffizienz
28.3.1 Indikationen und Kontraindikationen
28.3.2 Präprozedurales Echo
28.3.3 Durchführung
28.3.4 Bewertung
28.4 Pulmonalklappenvalvuloplastie
28.4.1 Indikation
28.4.2 Instrumentarium
28.4.3 Durchführung
28.4.4 Komplikationen
28.4.5 Akut- und Langzeitergebnisse
28.5 Aortenklappenvalvuloplastie
28.5.1 Grundlagen
28.5.2 Indikationen und Kontraindikationen
28.5.3 Voruntersuchungen
28.5.4 Instrumentarium
28.5.5 Durchführung
28.5.6 Komplikationen
28.5.7 Akut- und Langzeitergebnisse
28.6 Perkutaner Aortenklappenersatz (TAVI)
28.6.1 Grundlagen
28.6.2 Indikationen und Kontraindikationen
28.6.3 Voruntersuchungen
28.6.4 Durchführung
28.6.5 Klinische Ergebnisse
28.6.6 Postprozedurale Antikoagulation und Follow-up
28.6.7 Bewertung
28.7 Literatur
29 Verschluss von Septumdefekten
29.1 Vorhofseptumdefekt
29.1.1 Grundlagen
29.1.2 Indikationen und Kontraindikationen
29.1.3 Instrumentarium/Material
29.1.4 Durchführung
29.1.5 Komplikationen
29.1.6 Nachbehandlung und Kontrollen
29.1.7 Akut- und Langzeitergebnisse
29.2 Offenes Foramen ovale
29.2.1 Grundlagen
29.2.2 Präinterventionelle Diagnostik und Indikationen
29.2.3 Kontraindikationen
29.2.4 Instrumentarium
29.2.5 Durchführung
29.2.6 Komplikationen
29.2.7 Nachbehandlung
29.2.8 Akut- und Langzeitergebnisse
29.3 Literatur
30 Sonstige interventionelle Verfahren
30.1 Verschluss des linken Vorhofohres
30.1.1 Grundlagen
30.1.2 Indikationen und Kontraindikationen
30.1.3 Voruntersuchungen
30.1.4 Vorgehen
30.1.5 Komplikationen
30.1.6 Nachbehandlung
30.1.7 Klinische Ergebnisse
30.1.8 Bewertung
30.2 Nierenarterienablation bei therapierefraktärer arterieller Hypertonie
30.2.1 Grundlagen
30.2.2 Indikationen und Kontraindikationen
30.2.3 Voruntersuchungen
30.2.4 Vorgehen
30.2.5 Komplikationen
30.2.6 Nachbehandlung und Nachbeobachtung
30.2.7 Klinische Ergebnisse
30.2.8 Bewertung
30.3 Perkutane Extraktion kardiovaskulärer Fremdkörper
30.3.1 Grundlagen
30.3.2 Indikation
30.3.3 Instrumentarium
30.3.4 Durchführung
30.3.5 Komplikationen
30.4 Literatur
Teil IV Online Zusatzmaterial
31 Online Zusatzmaterial
31.1 Koronarangiografie
31.2 Ventrikulogramme
31.3 Aortenerkrankungen
31.4 Pulmonalisangiografie
31.5 Endomyokardbiopsie
31.6 Vitien
31.7 Kardiomyopathien
31.8 Koronare Herzkrankheit
31.9 Perikarderkrankungen
31.10 Angeborene Herzfehler
31.11 Lungenarterienembolie
31.12 Perkutane Koronarinterventionen
31.13 Die PTCA beim akuten Koronarsyndrom
31.14 Rekanalisation chronischer Koronararterienverschlüsse (CTO)
31.15 Koronare Stent-Implantation
31.16 Hochfrequenzrotablation
31.17 Thrombektomie
31.18 Perkutane kardiale Unterstützungssysteme
31.19 Herzklappeninterventionen
31.20 Verschluss von Septumdefekten
31.21 Vorhofohrverschluss (LAA)
31.22 Perkutane Extraktion kardiovaskulärer Fremdkörper
31.23 Resynchronisationstherapie
31.24 Komplikationen
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
1 Indikation zur diagnostischen Herzkatheteruntersuchung
2 Untersuchungsrisiken und Komplikationen
3 Untersuchungsvorbereitung
4 Das Labor
5 Die Befundung
6 Kontrastmittel
7 Die arterielle und venöse Punktion
8 Die Koronarangiografie
9 Sondierung der Herzbinnenräume
10 Die Aortografie
11 Pulmonalisangiografie
12 Hämodynamik
13 Endomyokardbiopsie
Die Herzkatheteruntersuchung ist ein kombiniertes Verfahren zur angiografischen und funktionell hämodynamischen Untersuchung kardialer Erkrankungen, die häufig unmittelbar in eine therapeutische Intervention mündet oder primär eine therapeutische Intervention nach nichtinvasiver Diagnostik ist. Grundsätzlich dient der Herzkatheter zum Nachweis einer klinisch vermuteten Erkrankung, zur Untersuchung anatomischer und hämodynamischer/physiologischer Veränderungen, zum Ausschluss möglicher assoziierter Begleiterkrankungen und letztlich zur Planung einer therapeutischen Intervention.
Das Ziel der Herzkatheteruntersuchung ist:
die Darstellung morphologischer und funktioneller Veränderungen an den Herzkranzgefäßen und den herznahen Gefäßen sowie
die bildliche Darstellung und hämodynamische Beurteilung valvulärer, myokardialer und perikardialer Erkrankungen.
Während beim akuten Koronarsyndrom die Herzkatheteruntersuchung das primäre diagnostische Verfahren ist, werden bei chronischen, stabilen Zuständen nicht invasive Untersuchungsverfahren vorgeschaltet. Ergänzend zu den vorgeschalteten nicht invasiven Verfahren stehen zahlreiche Methoden zur invasiven hämodynamischen Quantifizierung koronarer und valvulärer Veränderungen zur Verfügung, die überwiegend unter pharmakologischer Stimulation bzw. Provokation durchgeführt werden.
Die Indikationen zur invasiven Diagnostik ( ▶ Tab. 1.1 ) sind vielfältig und umfassen besonders die kardialen Erkrankungen, die einer operativen oder interventionellen Behandlung bedürfen. Hierbei stellt die koronare Herzerkrankung (KHK) die bei weitem größte Indikationsgruppe dar.
Tab. 1.1
Indikationen und relative Kontraindikationen zur invasiven kardiologischen Diagnostik.
Indikationen
Relative Kontraindikationen
koronare Herzkrankheit
stabile Angina pectoris
instabile Angina
atypische Angina
positiver Ischämienachweis
akutes Koronarsyndrom
vor primärer PCI
frustrane Lyse
kardiogener Schock
mechanische Komplikationen (Ventrikelseptumruptur, akute Mitralinsuffizienz)
Z.n. Reanimation (überlebter plötzlicher Herztod)
erworbene Herzklappenfehler
angeborene Herzfehler
Aortendissektion
Perikarderkrankungen
Kardiomyopathien
nach Herztransplantation
pulmonale Hypertonie
vor herzchirurgischer Therapie (und Risikofaktoren für eine koronare Herzerkrankung)
vor elektrophysiologischer Diagnostik ventrikulärer Tachyarrhythmien
vor pharmakologischer Therapie mit Klasse-I-Antiarrhythmika
dekompensierte Herzinsuffizienz (Ausnahme: kardiogener Schock)
unkontrollierte arterielle Hypertonie
Niereninsuffizienz, anhaltendes/progredientes akutes Nierenversagen
schwere Kontrastmittelallergie
unbehandelte Elektrolytstörungen
akute Infektion/Fieber
Hyperthyreose
unkontrollierte dauerhafte Antikoagulation (oder unkontrollierte Gerinnungsstörung)
schwere Thrombozytopenie
aktive, insbesondere gastrointestinale Blutung
Medikamentenübderdosierung/-intoxikation
Schwangerschaft
Für die alleinige Darstellung der Koronararterien gewinnen nichtinvasive Methoden wie die nichtinvasive Koronarangiografie mit Kardio-CT mit ihrer raschen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Die Kernspintomografie des Herzens (Kardio-MRT) ist bei den morphologischen Untersuchungen aufgrund der geringen räumlichen Auflösung noch unterlegen, spielt aber in der funktionellen Untersuchung, z.B. der Messung der Myokardperfusion, zur Gewebecharakterisierung, eine wesentliche Rolle. Funktionelle nichtinvasive Verfahren werden erfolgreich vor allem bei der Untersuchung und Quantifizierung angeborener und erworbener Vitien eingesetzt, sodass z.B. bei der isolierten valvulären Erkrankung jüngerer Patienten (d.h. bei geringer Wahrscheinlichkeit für eine KHK) die präoperative Herzkatheterdiagnostik nicht immer zwingend erforderlich ist.
Die diagnostische Sicherheit, die aus einer vollständigen invasiven kardiologischen Diagnostik resultiert (einschließlich Koronarangiografie, Ejektionsfraktion, regionale und globale Ventrikelfunktion, Klappenöffnungsfläche, Kreislaufwiderstände etc.), wird jedoch z.Zt. durch kein anderes Verfahren gewährleistet. Dennoch bestehen bei jeder kardialen Erkrankung Besonderheiten hinsichtlich der Indikationsstellung zur invasiven Diagnostik, auf die in den jeweiligen Kapiteln im Einzelnen eingegangen wird.
Merke
Eine invasive Untersuchung sollte immer so geplant und durchgeführt werden, dass am Ende der Untersuchung alle offenen Fragen beantwortet sind.
Grundsätzlich gilt, dass die invasive Diagnostik nur dann durchgeführt werden sollte, wenn entsprechende therapeutische Konsequenzen aus der Untersuchung erwartet und diese auch voraussichtlich umgesetzt werden können. Ist der Patient weder operativ noch interventionell behandelbar oder wurde wegen einer schweren Begleiterkrankung oder eines stark reduzierten Allgemeinzustands per se schon die konservative Therapie einer KHK oder eines Vitiums festgelegt, bedarf es keiner weiteren invasiven Diagnostik. Ähnliches gilt, wenn der Patient den therapeutischen Konsequenzen, die sich aus der Katheterdiagnostik ergeben können, grundsätzlich ablehnend gegenüber steht.
Eine strikte Kontraindikation gegen die diagnostische Herzkatheterisierung kann nur individuell festgestellt werden. Die einzige absolute Kontraindikation stellt die bewusste Ablehnung des Patienten mit Verweigerung der Einwilligung dar. Es sind jedoch eine Reihe relativer Kontraindikationen zu beachten ( ▶ Tab. 1.1 ). Sie erfordern in der Regel eine besondere Vor- und Nachbehandlung des Patienten und müssen je nach Schwere der Kontraindikation nochmals im Verhältnis zur Dringlichkeit und klinischen Konsequenz der Indikation gewertet werden.
[1] Achenbach S, Naber C, Leveneson B, et al. Indikationen zur invasiven Koronardiagnostik und Revaskularisation. Kardiologe 2017; 11: 272–84
[2] American College of Cardiology Foundation Task Force on Expert Consensus D, Mark DB, Berman DS, et al. ACCF/ACR/AHA/NASCI/SAIP/SCAI/SCCT 2010 expert consensus document on coronary computed tomographic angiography: a report of the American College of Cardiology Foundation Task Force on Expert Consensus Documents. Circulation 2010; 121: 2509–43
[3] Hamm CW, Albrecht A, Bonzel T, et al. Diagnostic heart catheterization. Clin Res Cardiol 2008; 97: 475–512
[4] Harold JG, Bass TA, Bashore TM, et al. ACCF/AHA/SCAI 2013 update of the clinical competence statement on coronary artery interventional procedures: a report of the American College of Cardiology Foundation/American Heart Association/American College of Physicians Task Force on Clinical Competence and Training (writing committee to revise the 2007 clinical competence statement on cardiac interventional procedures). Circulation 2013; 128: 436–72
[5] Kern MJ, Lerman A, Bech JW, et al. Physiological assessment of coronary artery disease in the cardiac catheterization laboratory: a scientific statement from the American Heart Association Committee on Diagnostic and Interventional Cardiac Catheterization, Council on Clinical Cardiology. Circulation 2006; 114: 1321–41
[6] Task Force M, Montalescot G, Sechtem U, et al. 2013 ESC guidelines on the management of stable coronary artery disease: the Task Force on the management of stable coronary artery disease of the European Society of Cardiology. Eur Heart J 2013; 34: 2949–3003
Häufigkeit und Ausmaß von Komplikationen im Rahmen invasiver kardiologischer Verfahren sind abhängig sowohl vom Schweregrad der kardialen Grunderkrankung, demografischen variablen (Alter, Geschlecht) und der nichtkardialen Begleiterkrankungen als auch von untersuchungstechnischen Parametern (Untersuchungsdauer und -umfang, Zugangsweg, Kontrastmittelmenge etc.). Darüber hinaus sind der Ausbildungsstand und die Erfahrung des Untersuchers und des gesamten Teams von signifikanter Bedeutung. Die Komplikationen variieren zwischen passageren, voll reversiblen, geringen Veränderungen (passagere Bradykardie, Vasospasmen) bis hin zu schweren, anhaltenden, lebensbedrohlichen oder sogar letalen Komplikationen.
Unterschieden wird zwischen:
kontrastmittelassoziierten Komplikationen (Nierenversagen, allergische Reaktion)
lokalen Komplikationen im Bereich der Punktionsstelle
kardialen, kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Komplikationen
Im folgenden Kasten sind die wichtigsten Komplikationen zusammengefasst; sie werden im Einzelnen bei den jeweiligen Untersuchungsmethoden und Krankheitsbildern beschrieben.
Komplikationen beim diagnostischen Herzkatheter
Tod
Myokardinfarkt
zerebrale Ischämien
Herzrhythmusstörungen
Kammertachykardien
Kammerflimmern
Vorhofflimmern
AV-Blockierungen
lokale Gefäßkomplikationen
Hämorrhagische Komplikation, retroperitoneale Blutung
Aneurysma spurium
AV-Fistel
Thrombose (arteriell und venös)
Dissektionen der A. radialis, A. femoralis, der A. iliaca oder der Aorta
femorale Neuropathie
Perforation des Herzens, Perikardtamponade
Kontrastmittelunverträglichkeit, -allergie, Anaphylaxie
Kontrastmittelnephropathie, akutes Nierenversagen
vasovagale Reaktion
Angst und Schmerz
Katheterfraktur und -embolie
Schwerwiegende Komplikationen sind relativ selten; dennoch muss insgesamt bei bis zu 0,08% der Patienten nach diagnostischer Herzkatheterisierung mit einem tödlichen Verlauf gerechnet werden. Dies gilt vor allem für Risikopatienten. Die Patienteneigenschaften, die mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko einhergehen, sind in ▶ Tab. 2.1 dargestellt.
Entscheidend ist es, Risikopatienten rechtzeitig vor Beginn der Untersuchung zu identifizieren und Risikoprozeduren entsprechend vorzubereiten, um das kalkulierbare Risiko klein zu halten. In jedem Zentrum sollten Algorithmen zur Therapie von Komplikationen etabliert sein, wie z.B. die unmittelbare CT-Angiografie der zerebralen Gefäße mit möglicher neuroradiologischer Intervention bei periprozeduralem Schlaganfall.
Tödliche Verläufe bei einer elektiven Herzkatheterdiagnostik kardial stabiler Patienten ohne schwere Begleiterkrankungen sind eine Rarität.
Tab. 2.1
Grundrisiken der Patienten, die mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko der diagnostischen Herzkatheterisierung assoziiert sind.
Risikofaktoren
Erhöhtes Grundrisiko
Alter
Säuglinge (<1Jahr) und Kinder <5Jahre
ältere Patienten (>75Jahre)
Herzinsuffizienz
Sterblichkeit im klinischen Stadium NYHA IV 10-fach höher als im Stadium I–II
Hauptstammstenose
Mortalität bei hochgradiger linkskoronarer Hauptstammstenose 10-fach höher als bei koronarer 1-Gefäßerkrankung
valvuläre Herzerkrankung
v.a. bei gleichzeitigem Vorliegen einer relevanten koronaren Herzerkrankung
eingeschränkte Ventrikelfunktion
Mortalität bei EF<30% 10-fach höher als bei EF>50% (Risiko erhöht bei LVEDP >30mmHg und mittlerem Aortendruck <65mmHg
vorangegangene Bypass-Operation
höheres Risiko nach Myokardinfarkt
schwere extrakardiale Begleiterkrankungen
Niereninsuffizienz
insulinpflichtiger Diabetes mellitus
fortgeschrittene zerebrovaskuläre Erkrankungen
schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit
schwere Lungenfunktionsstörungen
EF: Ejektionsfraktion; LVEDP: linksventrikulärer enddiastolischer Druck
[7] Davis C, Van Riper S, Longstreet J, Moscucci M. Vascular complications of coronary interventions. Heart Lung 1997; 26: 118–27
[8] Friedrich SP, Berman AD, Baim DS, Diver DJ. Myocardial perforation in the cardiac catheterization laboratory: incidence, presentation, diagnosis, and management. Cathet Cardiovasc Diagn 1994; 32: 99–107
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[10] Johnson LW, Lozner EC, Johnson S, et al. Coronary arteriography 1984–1987: a report of the Registry of the Society for Cardiac Angiography and Interventions. I. Results and complications. Cathet Cardiovasc Diagn 1989; 17: 5–10
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[15] Singh M, Lennon RJ, Holmes DR Jr, et al. Correlates of procedural complications and a simple integer risk score for percutaneous coronary intervention. J Am Coll Cardiol 2002; 40: 387–93
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Jeder diagnostische oder therapeutische ärztliche Eingriff ist aus juristischer Sicht eine strafbare Handlung, wenn er ohne Einverständnis des Patienten erfolgt. Die Einwilligung des Patienten ist nur dann rechtswirksam, wenn dieser über Nutzen, Ablauf, Alternativen und Risiken des Eingriffs aufgeklärt wurde.
Die Aufgabe des Arztes besteht in einer fachkundigen Beratung, damit der Patient selbstständig entscheiden kann, ob er die vorgesehene Untersuchung oder die Intervention durchführen lässt oder nicht. Inhalt der Aufklärung müssen auch Konsequenzen aus einem möglichen Misserfolg sein. Entscheidend ist das tatsächlich geführte und dokumentierte persönliche Gespräch. Die Verantwortung des Arztes beschränkt sich dabei grundsätzlich auf sein eigenes Fachgebiet und nicht z.B. auf die Narkoseaufklärung bei Eingriffen, die in Anästhesiebegleitung durchgeführt werden.
Der Adressat der Aufklärung soll grundsätzlich derjenige sein, der die Einwilligung in den Eingriff zu geben hat. In der Regel ist dies der erkrankte Patient selbst; bei Minderjährigen oder einwilligungsunfähigen Kranken hat die Aufklärung dem gesetzlichen Vertreter gegenüber zu erfolgen (Eltern, Vormund, Pfleger, Betreuer), bei schwerwiegenden Eingriffen ggf. das Vormundschaftsgericht.
Eine Einwilligung ist dann wirksam, wenn der Patient auch einwilligungsfähig ist. Die Einwilligungsfähigkeit beurteilt der aufklärende und die Einwilligung einholende Arzt.
Der Zeitpunkt, zu dem die Aufklärung erfolgen soll, hängt jeweils von der Schwierigkeit und dem Umfang des geplanten Eingriffs ab. Grundsätzlich darf das Aufklärungsgespräch den Patienten zeitlich nicht unter Entscheidungsdruck setzen. Prinzipiell sollte die Aufklärung spätestens am Tag vor dem Eingriff erfolgen (nicht unbedingt 24h). Bei schweren oder problematischen Operationen können sogar mehrere Unterredungen notwendig sein, bei denen der Entschluss in einem Prozess gemeinsamen Bemühens heranreifen kann.
Merke
Organisatorische Schwierigkeiten eines Klinikbetriebs rechtfertigen niemals eine zu späte Aufklärung (Aufklärung auf dem Kathetertisch).
Es muss erst über die Diagnose und dann über den Eingriff selbst aufgeklärt werden. Die Verwendung von Aufklärungsformularen ist zwar auch von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als ergänzende Maßnahme anerkannt; jedoch hat sich in vielen Einzelfällen immer wieder gezeigt, dass erhebliche Zweifel entstehen können, ob der Patient das Merkblatt tatsächlich gelesen und – was viel wichtiger ist – ob er es auch tatsächlich verstanden hat. Ferner verleitet die Verwendung von Aufklärungsformularen regelmäßig dazu, das Aufklärungsgespräch selbst zu verkürzen oder weniger ernst zu nehmen. Um eine nachhaltige Information der Patienten über die bevorstehenden Eingriffe zu erzielen, kann es sehr hilfreich sein, andere Medien (z.B. Filme, Apps etc.) einzusetzen, die teilweise einen größeren Lerneffekt und damit eine größere Compliance vermitteln.
Lediglich bei vitaler Indikation ohne Alternative dürfen die Aufklärung auf das Notwendigste beschränkt und die Zeitvorgabe unberücksichtigt bleiben. Die Aufklärung samt Dokumentation des mutmaßlichen Willens darf jedoch nicht entfallen. Insbesondere bei bewusstseinsgestörten Notfallpatienten (z.B. beatmeter, reanimierter Patient) ist der untersuchende Kardiologe gehalten, den mutmaßlichen Willen des Patienten bei Angehörigen zu erfragen oder im mutmaßlichen Willen selbst zu entscheiden. Dieser Entscheidungsgang sollte eindeutig und handschriftlich dokumentiert sein.
Da bei einem Kunstfehlerprozess die Beweislast für die sachgerechte Durchführung der Untersuchung/Intervention beim Arzt liegt, muss dieser Form, Zeitpunkt und Inhalt des Aufklärungsgespräches schriftlich festhalten. Bei den speziellen Vordrucken zum Aufklärungsgespräch, die sowohl für die Koronarangiografie als auch für die PCI verfügbar sind, sollte der Arzt wesentliche Gesichtspunkte des Aufklärungsgesprächs handschriftlich notieren.
Merke
Die Formulare ersetzen in keinem Fall das persönliche Gespräch.
Der Patient soll durch seine Unterschrift sowohl sein Einverständnis dokumentieren als auch bestätigen, dass er die Gesprächsinhalte verstanden und keine weiteren Fragen hat.
Das Aufklärungsgespräch sollte zwei Gesichtspunkte berücksichtigen:
Verlaufsaufklärung:
Begründung der medizinischen Notwendigkeit der Untersuchung/Intervention
Darstellung der organisatorischen Abläufe vor und nach der Untersuchung
Darstellung des Untersuchungsablaufs
Risikoaufklärung:
Der Patient muss über alle erdenklichen, nicht sicher vermeidbaren Folgeschäden des Eingriffs informiert werden.
Auch seltene, aber typische Komplikationen müssen erwähnt werden.
Chancen und Risiken bei Unterlassung des Eingriffs müssen erörtert werden.
Alternative Methoden sollen aufgezeigt werden.
Merke
Das Aufklärungsgespräch kann entfallen, wenn der Patient ausdrücklich darauf verzichtet (schriftliche Dokumentation).
Neben der speziellen kardialen Anamnese geht es vor allem um die Feststellung der individuellen Risikokonstellation für die invasive Diagnostik. Hierzu zählen insbesondere folgende Erkrankungen/Befunde:
chronische Niereninsuffizienz
Diabetes mellitus
manifeste Hyperthyreose
allergische Diathese oder bekannte Kontrastmittelallergie
schwere arterielle Hypertonie
Gerinnungsstörungen/Vorbehandlung mit Antikoagulanzien
Gefäßerkrankungen
Gefäß- und Koronaranomalien
Voroperationen
Vorliegen einer Schwangerschaft
Bei der körperlichen Untersuchung sollten nochmals gezielt die für die Katheteruntersuchung wichtigen Befunde wie peripherer Pulsstatus, ggf. Allen-Test bei geplantem radialem Zugang, Leistenpulse und der kardiale Auskultationsbefund überprüft werden.
Keinesfalls darf eine dekompensierte Herzinsuffizienz vorliegen: Zum Untersuchungszeitpunkt muss der Patient kardial kompensiert und in der Lage sein, die Untersuchung in flacher horizontaler Lagerung zu tolerieren. Ist dies nicht der Fall, sollte die Untersuchung bis zur vollständigen Rekompensation verschoben werden. Besteht trotz manifester Herzinsuffizienz die dringende Indikation zur invasiven Diagnostik (z.B. bei dekompensierter hochgradiger Aortenstenose), muss die Untersuchung unter intensivmedizinischen Bedingungen, ggf. einschließlich kontrollierter Beatmung, erfolgen.
Die durchzuführenden Voruntersuchungen vor invasiver Diagnostik werden durch die zugrundeliegende kardiale Erkrankung determiniert. Grundsätzlich gilt, dass Diagnosestellung und Schweregradeinteilung nach Möglichkeit klinisch und mit Hilfe nichtinvasiver Untersuchungsmethoden erfolgen sollten. Bei Patienten zur elektiven Abklärung einer koronaren Herzerkrankung sollten daher die entsprechenden nichtinvasive Voruntersuchungen (Ergometrie, Myokardszintigrafie, Stress-Echokardiografie, Kardio-MRT, -CT), bei Patienten mit einer Kardiomyopathie oder Herzklappenfehler der entsprechende echokardiografische Befund oder eine Kardio-MRT vorliegen. Unabhängig von der Diagnose sind neben einem aktuellen EKG folgende aktuellen Laborbefunde erforderlich:
Gerinnungsstatus (INR, aPTT, ggf. Anti-Xa-Spiegel)
Thrombozyten
Serumelektrolyte (v.a. Kalium, Natrium)
kleines Blutbild (Anämie? Leukozytose?)
Kreatinin, besser GFR (auch berechnet)
basales TSH
Prämedikation In der Regel ist für die Herzkatheterdiagnostik keine spezielle Prämedikation erforderlich. Bei sehr ängstlichen und unruhigen Patienten kann eine leichte Sedierung (z.B. Diazepam 5–10mg p.o.) hilfreich sein; in vielen Fällen reicht jedoch die beruhigende Zuwendung des Untersuchers und des Assistenzpersonals aus.
Spezieller Vorbereitungsmaßnahmen bedürfen dagegen Patienten mit bekannter chronischer Niereninsuffizienz, Schilddrüsenerkrankung oder Kontrastmittelallergie.
Nahrungs-/Flüssigkeitskarenz Patienten sollten mindestens 2 Stunden vor Untersuchungsbeginn keine Nahrung zu sich genommen haben. Längere Zeiten ohne Flüssigkeitszufuhr sollten jedoch vermieden werden. Aus diesem Grund ist keine strenge Beschränkung der oralen Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Patienten, die erst am Nachmittag untersucht werden können, erhalten noch ein leichtes Frühstück.
Dauermedikation Koronartherapeutika oder eine antihypertensive Dauermedikation werden am Untersuchungstag unverändert eingenommen. Die Gabe von Diuretika sollte im Einzelfall kritisch geprüft werden.
Punktionsstelle Die Punktionsstelle wird gründlich rasiert und gesäubert. Bei radialem Zugang sollte die Flexüle möglichst am anderen Arm platziert werden. Fingerringe müssen abgenommen werden.
Sonstige Maßnahmen Insbesondere bei Koronarinterventionen ist der Patient im Hinblick auf die persönliche Körperhygiene darauf vorzubereiten, eine längere Bettruhe einhalten zu müssen. Vor langen Prozeduren sollte die Notwendigkeit eines Blasenkatheters geprüft werden.
Checkliste vor Untersuchungsbeginn
Es existiert eine Vielzahl von Faktoren, die vor Untersuchungsbeginn berücksichtigt werden müssen. Die folgende Checkliste umfasst die wichtigsten Punkte.
Anamnese
spezielle kardiale Anamnese (Vorbefunde, insbesondere frühere Katheterprotokolle/Op.-Berichte vorhanden?)
neurologisches Konsil vor Karotis-Interventionen
Kontrastmittelallergie: Vorbehandlung mit Methylprednisolon und H1- und H2-Blockern!
Hinweise für periphere arterielle Verschlusskrankheit?
arterielle Hypertonie ausreichend eingestellt?
Thrombozytenaggregationshemmer (ASS, P2Y12-Hemmer): vor geplanter Intervention prüfen, ob sie verabreicht wurden
Körperliche Untersuchung
Pulsstatus (Radialispulse, Allen-Test, Leistenpulse beidseits, Strömungsgeräusche?)
Zeichen einer kardiopulmonalen Insuffizienz oder Dekompensation?
Laborwerte
Natrium und Kalium im Normbereich?
Kreatinin/GFR? Hydratationsbehandlung bei eingeschränkter Nierenfunktion!
Antikoagulation? bei elektiven Eingriffen INR <1,5 (Quick >40%)
latente Hyperthyreose? Vorbehandlung mit Perchlorat und ggf. Thyreostatika!
Einverständniserklärung
Besonderheiten berücksichtigt?
Koronarangiografie plus Rechts-/Linksherzkatheter? (Myokardbiopsie bei Kardiomyopathien? transseptale Punktion bei Mitral- oder Aortenstenose?)
Koronarangiografie plus PCI-Aufklärung?
Intravenöse Verweilkanüle an einer während der Untersuchung leicht zugänglichen Stelle (Unterarm, Handrücken), Überprüfen der Funktionsfähigkeit präinterventionell
Zentrumspezifische Routinemedikation? In einigen Zentren nur bei Risikopatienten, in anderen Zentren bei allen Patienten:
Dauerinfusion mit Elektrolytlösung
H1- oder H2-Blocker
Sedativa
Palpation und Markierung der Punktionsstelle (vor Desinfektion und steriler Abdeckung)
Erstellung eines individuellen Untersuchungsplans:
Koronarangiografie, Links-, Rechtsherzkatheterisierung, Bestimmung des Herzzeitvolumens (HZV), Oxymetrie, Volumetrie etc.
Festlegung der Reihenfolge der einzelnen Untersuchungsschritte
Besprechung des Untersuchungsplans mit dem nichtärztlichen Assistenzpersonal
Materialauswahl (Schleusen, Katheter, ggf. spezifisches Kontrastmittel)
Seitens der Krankenhaushygiene zählen Herzkatheteruntersuchungen zu den sog. kleinen chirurgischen Eingriffen. Es müssen daher entsprechende Umkleideräume sowie Waschbecken und eine Vorrichtung zur Durchführung einer Händedesinfektion vorhanden sein. Folgende Maßnahmen muss der Untersucher bei der Durchführung der Herzkatheteruntersuchung beachten:
hygienische Händedesinfektion (Einwirkzeit beachten)
sterile Handschuhe, sterile Kittel, Mund-Nasen-Schutz
Punktionsstelle sorgfältig mit Desinfektionsmittel abreiben (Einwirkzeit beachten)
Abdeckung des Arbeitsbereichs mit sterilen Tüchern
Antibiotika-Bolus bei kardialen Implantaten (außer Koronar-Stents) ≤30min vor der Implantation
Merke
Bei Implantation von Koronar-Stents oder anderen Implantaten oder Klappeninterventionen sind die Kriterien der Asepsis zu erweitern und besonders sorgfältig zu beachten.
Es ist eine Besonderheit der invasiven Kardiologie, dass die Eingriffe am lebenswichtigen Organ Herz an wachen Patienten mit ausschließlich örtlicher Betäubung der Punktionsstelle durchgeführt werden. Einige Untersucher verordnen zwar eine leichte Sedierung, in der Regel ist jedoch sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Kooperationsfähigkeit des Patienten erwünscht – zum einen zwecks Durchführung einfacher Atemmänover während der Koronarangiografie, zum anderen auch für die schwierige Entscheidung zur Therapieerweiterung mit anschließender perkutaner Koronarintervention (PCI) bei komplexer, höhergradiger Stenose. Darüber hinaus geben die Beschwerden des Patienten wichtige Hinweise auf mögliche Komplikationen. Diese Besonderheit erfordert großes Einfühlungsvermögen sowohl vonseiten des Untersuchers als auch vom gesamten Team.
Die Abläufe im Labor sollten immer ruhig und störungsfrei sein. Dies erfordert eine Trennung des Katheterlabors vom Publikumsverkehr und von äußeren betrieblichen Abläufen während der laufenden Untersuchung (Warenlieferung, Archivarbeiten, Vertreterbesuch, Telefonate). Darüber hinaus sollten entsprechende räumliche und atmosphärische Bedingungen sowohl für die Patientenvorbereitung als auch für die Nachsorge vorliegen.
Grundsätzlich empfiehlt es sich für jedes Katheterlabor, die eigenen Abläufe in einer Arbeitsanweisung zusammenzufassen, um so ein einheitliches Vorgehen zu sichern und gleichzeitig die Richtlinien der Röntgenverordnung umzusetzen.
[17] Cournand A. Cardiac catheterization; development of the technique, its contributions to experimental medicine, and its initial applications in man. Acta Med Scand Suppl 1975; 579: 3–32
[18] Hamm CW, Albrecht A, Bonzel T, et al. Diagnostic heart catheterization. Clin Res Cardiol 2008; 97: 475–512
[19] Parzeller M, Wenk M, Zedler B, Rothschild, M. Aufklärung und Einwilligung bei ärztlichen Eingriffen. Dtsch Ärzteblatt 2007; 104: A576–84
[20] Schaechinger V, Naber CK, Kreuzer J, et al. Curriculum Interventionelle Kardiologie. Kardiologe 2012; 6: 315–23
[21] Schaechinger V, Nef H, Achenbach S, et al. Leitlinie zum Einrichten und Betreiben von Herzkatheterlaboren und Hybridoperationssälen/Hybridlaboren. Kardiologe 2015; 9: 89–123
[22] Schaechinger V, Nef H, Achenbach S, et al. Arbeitsanweisung in Herzkatheterlabor und Hybridoperationssaal. Kardiologe 2015; 9: 29–34
Die Einzelheiten zur räumlichen Ausstattung von Herzkatheterräumen sind in den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung zusammengefasst, insbesondere ist die räumliche Nähe zur Intensivtherapieeinheit und ausreichend Platz (≥30m²) hervorzuheben. Bezüglich der apparativen Einrichtung müssen im Herzkatheterlabor folgende Geräte vorhanden bzw. Voraussetzungen erfüllt sein:
Defibrillator mit Akku- bzw. Batteriebetrieb
passagerer Schrittmacher
Notfallmedikation in ausreichender Menge
Möglichkeiten zur künstlichen Beatmung sowie Sauerstoff- und Druckluftanschluss
Blutgasanalysegerät
Pulsoxymeter
Absaugeinrichtung
Operationsleuchte
Anschluss von Herzkatheterraum, Registrierraum und Überwachungsraum an ein Notstromsystem
Für die Durchführung spezifischer Maßnahmen wie die Hochfrequenzrotablation ist eine ausreichende Druckluftzufuhr (140l/min, mindestens 6,5bar) erforderlich. Für komplexe Interventionen in Kooperation mit Anästhesie und Herzchirurgie sind Wandanschlüsse für Sauerstoff und Druckluft für das Betreiben von Narkosegeräten sowie eine entsprechende Ausstattung mit Stromanschlüssen für das Betreiben einer Herzlungenmaschine vorzusehen. Für die periprozedurale (transösophageale) Echokardiografie sollten Möglichkeiten für die Integration der Echobilder in die Monitorampel vorhanden sein. Sofern im Katheterlabor auch strahlentherapeutische Eingriffe wie die intrakoronare Brachytherapie durchgeführt werden, sind alle erforderlichen Schutzvorschriften für den Umgang mit β-Strahlen einzuhalten. Hier sollten Personen mit entsprechender Fachkunde (Strahlentherapeuten, -physiker) hinzugezogen werden sowie die erforderliche Umgangsgenehmigung vorliegen.
Obwohl sich am grundlegenden Aufbau einer Katheteranlage im Laufe der Zeit wenig geändert hat (räumliche Ausstattung s. Kap. ▶ 4.1.1), sind die technischen Verbesserungen der letzten Jahre erheblich gewesen. Hervorzuheben sind:
die wesentlich bessere Ausnutzung der Röntgenstrahlung durch Verbesserung der Röhrentechnik,
die gesteigerte Quantenausnutzung am Bildverstärker/Detektor,
die verbesserte Kontrastauflösung und
die Umstellung auf digitale Technik sowohl in der Bildgebung als auch bei der Aufzeichnung hämodynamischer Daten.
Folgende Ausstattung sollte grundsätzlich vorhanden sein:
bequemer, leicht zu bewegender Patiententisch, der von allen Seiten (insbesondere bei Reanimationsbedingungen) zugänglich sein muss
Stativ mit Bildverstärkersystem/Flatpanel und Röntgenröhre
Röntgengenerator mit Röhre zur Strahlenerzeugung
Bildverstärker zur Bildaufnahme (möglichst drei Eingangsformate [Zoom] oder alternativ ein Flat-Detektor zur Bildaufnahme)
Damit das Herz aus unterschiedlichen Projektionen beurteilt werden kann, müssen Röntgenröhre und Detektor im Raum frei beweglich sein (Rotationsbereich: ±90°; Angulationsbereich: ±40°). Das Vorhandensein von 2-Ebenenanlagen bietet insbesondere bei Interventionen den Vorteil, dass sie gleichzeitig unterschiedliche Projektionen für die Durchleuchtung und Bilddokumentation erlauben und dadurch sowohl Kontrastmittel als auch Untersuchungszeit einsparen. Eine Alternative bieten moderne 1-Ebenenanlagen mit der Möglichkeit der Rotationsangiografie.
Die Bildübertragung erfolgt über eine Bildverstärker-Fernsehkette bzw. Flatpanel-Technik. Mindestens je ein Monitor pro Ebene ist im Herzkatheter- und im Registrierraum erforderlich (Diagonaldurchmesser der Monitore im Katheterraum: mindestens 44cm). Im Katheterlabor selbst sind pro Ebene noch ein Monitor zum Speichern eines Referenzbildes sowie Monitore zur Darstellung der hämodynamischen Messdaten erforderlich. Idealerweise sollte noch ein weiterer Monitor verfügbar sein, um andere externe Daten darstellen zu können (Echokardiografie oder 3D-Mappingsysteme bei elektrophysiologischen Interventionen).
Für die interventionelle Kardiologie wurden mit der Röntgenverordnung zusätzliche spezielle Anforderungen an die Katheteranlage gestellt ( ▶ Abb. 4.1).
2-Ebenen-Linksherzkathetermessplatz.
Abb. 4.1 Grundrisszeichnung eines modernen 2-Ebenen-Linksherzkathetermessplatzes. (Herzkatheteranlage).1 Messplatz1.1 Stativ Frontalebene1.2 Stativ Lateralebene1.3 Untersuchungstisch1.4 Hochdruck-Injektor1.5 Sichtgeräte/Deckenwagen2 Technikbereich2.1 Steuerschrank Geometrie2.2 Steuerschrank BV/TV2.3 Steuerschrank System2.4 Hochspannungserzeuger 12.5 Steuerschrank Generator 12.6 Hochspannungserzeuger 22.7 Steuerschrank Generator 22.8 Steuerschrank2.9 Rechnerschrank2.10 Schrank für Servicedokumentation3 Registrierraum3.1 Systembedienpult (Akquisitionskonsole)3.2 Auswertekonsole3.3 Kontrollmonitor3.4 CD-medical Viewstation3.5 Video-Recorder3.6 hämodynamischer Messplatz3.7 Video-Drucker3.8 PC Krankenhausinformationssystem (KIS)3.9 ISDN-/DSL-Anschlussbox
Spezielle Anforderungen an die Katheteranlage für interventionelle Anwendungen
erweiterter Strahlenschutz am Untersuchungstisch
automatische Winkeleinstellung bzw. automatische Winkelanzeige
Generatorleistung ≥100kW, Dauerleistung >2kW
SID-Tracking (automatische Dosisregulierung mit anschließender Reduzierung der Röhrenstromstärke bei Verminderung des Brennfleck-Bildverstärker-Abstands)
Last Image Hold bzw. Last Image Run (Bildspeicherung), zwei Monitore/Ebene
Roadmapping: gerätetechnische Orientierungshilfe für die Katheterführung bei angiologischen Interventionen
gepulste Durchleuchtung, Pulszeiten (1–10ms einstellbar), Bildfrequenzen (3–25/s einstellbar)
Zusatzfilterung für Durchleuchtung von mind. 0,1–0,5mm Cu-Äquivalent, Spezialraster (mm ≤1,8)
Card-Blende (Irisblende, bei Overframing Rechteck- und halbtransparente Blende)
Bildverstärker/Detektor mit mind. 3 Eingangsformaten (z. B. 13, 17 und 23cm)
Bildaufzeichnung
Die digitale Aufzeichnung von Koronarangiografien und hämodynamischen Daten ist Standard. Die Qualität der digitalen Bilder wird durch Matrixgröße und Speichertiefe bestimmt. Eine 512er Matrix besteht beispielsweise aus 512 Zeilen und 512 Spalten und damit 262144 Pixeln (Mindestanforderung für die Koronarangiografie). Die Bild- und Speichertiefe wird in bit angegeben. So lassen sich mit 8bit 28 = 56 Graustufen darstellen, mit 10bit Tiefe dagegen 1024 Graustufen.
Damit ergibt sich pro Bild eine Datenmenge von 512 × 2 × 28bit = 262144kByte. Die wesentlichen Vorteile der digitalen Bildgebung und -speicherung sind:
sofort verfügbare Untersuchungsergebnisse
höhere Bildqualität, z.B. deutlich erhöhter Bildkontrast
Nachbearbeitungsmöglichkeit der Bilder (automatisch/manuell) → höhere Bildqualität, größere bildliche Aussagekraft
Speicherung der Bilder in Echtzeit, kein Datenverlust
digitale Auswertung möglich (elektronische Vermessung, automatische Konturfindung der Ventrikel usw.)
kosten- und platzsparende digitale Speicherung der Bilder möglich (1 CD/Patient → bis ∞ Patienten in Abhängigkeit von der Serverkonfiguration im Rahmen einer Archivierung mit einem PACS-System)
Bildübertragung über Datennetzwerke möglich
Die digitale Speicherung aller Bilder einer Herzkatheteruntersuchung erfolgt in einem einheitlichen Format (Digital Imaging and Communication in Medicine, DICOM) auf digitalen Medien, wie Compact Discs (Recordable Compact Disc, CD-R). Dies ist Standard und die Compact Disc als Austauschmedium international akzeptiert.
Alternativ bieten sich die mittelfristige Datensicherung und die Langzeitarchivierung (nach Röntgenverordnung 10 Jahre, zivilrechtlich bis 30 Jahre) in einem PACS-System (Picture Archiving and Communication System) an. Dieses System erlaubt zusätzlich, die Bilddaten jederzeit ohne Datenverlust auf verschiedenen Bildbetrachtungsstationen darzustellen und zu analysieren.
Die technischen und organisatorischen Ansprüche an ein PACS-System sind hoch und erfordern die Integration von speziell geschultem EDV-Personal zur Überwachung und Gewährleistung der Datensicherheit.
Aus Gründen des Strahlenschutzes ist der eigentliche Herzkatheterraum vom Registrierraum zu trennen.
Das Registriergerät ( ▶ Abb. 4.2) dient der Erfassung demografischer Daten und der kontinuierlichen Aufzeichnung des EKGs und der Druckkurven während der Katheteruntersuchung. Die Erfassung administrativer Patientendaten sollte möglichst direkt aus einem Krankenhausinformationssystem (KIS) erfolgen, um einerseits Personal zu entlasten und andererseits die Fehlerquote zu reduzieren. Die Messgeräte müssen über mindestens sechs Kanäle, davon zwei für simultane Druckmessungen und drei für EKG-Ableitungen, verfügen. Die elektrokardiografischen und hämodynamischen Daten müssen parallel im Herzkatheterlabor und im Registrierraum auf entsprechend großen Monitoren dargestellt werden.
Angiografie-Anlagen.
Abb. 4.2
Abb. 4.2a Mit digitaler Kamera und Bildarchivierung auf Compact Discs oder PSCS.
Abb. 4.2b Mit moderner Flatpanel-Technologie.
Am Druckmessverstärker können unterschiedliche Empfindlichkeitsbereiche eingestellt werden, je nachdem, ob im kleinen oder im großen Kreislauf gemessen wird. Die Staffelung der Empfindlichkeitsbereiche ist je nach Hersteller verschieden. Gebräuchlich sind die Bereiche 25, 50, 100, 200 und 400mmHg.
Mit Einführung der digitalen Technik besteht die Möglichkeit der rechnergestützten Auswertung von hämodynamischen Daten zur Berechnung von Druckgradienten, Klappenöffnungsflächen, Herzzeit- und Shuntvolumina. Die Software ermöglicht auch die automatische Anpassung und Auswertung von Druckkurven unterschiedlicher Empfindlichkeitsbereiche. Die entsprechenden Daten sind sofort verfügbar, während bei analoger Registriertechnik die erforderlichen hämodynamischen Parameter erst vom Untersucher auf dem Papier gemessen bzw. errechnet werden müssen. Die lineare Schreibbreite der analogen Registrierung sollte mindestens 6cm betragen.
Merke
Wichtig – insbesondere bei digitaler Auswertung hämodynamischer Parameter – ist die kritische klinisch-kardiologische Plausibilitätskontrolle der berechneten Werte.
Die Dokumentation einer Herzkatheteruntersuchung oder einer Intervention erfolgt zeitgemäß in einer elektronischen Datenbank, in der alle demografischen Patientendaten, alle Untersuchungsdaten, die eingesetzten Materialien, Untersuchungszeiten, Kontrastmittelverbrauch, Strahlendosis und Komplikationen erfasst werden. Die Integration dieser Daten erfolgt möglichst über Schnittstellen mit dem KIS und mit dem Hämodynamiksystem der Katheteranlage. Diese Datenbanken erlauben neben der reinen Archivierung aller untersuchungsrelevanten Daten auch eine Analyse der eigenen Prozeduren hinsichtlich Qualität, Komplikationen und Kosten.
Die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung (BQS) kann über die entsprechenden Datenbanken papierlos und online erfolgen. Die Systeme erlauben darüber hinaus eine einheitliche Befunddokumentation, das Schreiben von Berichten und eine optimierte Materialverwaltung. Hierzu stehen auf dem deutschen Markt zahlreiche Systeme mit unterschiedlichen Spezifikationen zur Verfügung.
Die intrakardialen Druckschwankungen werden über flüssigkeitsgefüllte Katheter-Manometersysteme auf die Membran des Druckwandlers oder auf elektronische Druckwandler übertragen. Druckveränderungen innerhalb der Kammer führen zur Deformierung der Membran; sie können in Widerstands-, Kapazitäts- oder Induktionsänderungen umgewandelt und als druckproportionale elektrische Spannungsänderungen angezeigt werden.
Der Anschluss des Katheters an die Druckmembran geschieht über einen dicht aufgesetzten Druckdom mit Katheter- und Entlüftungsanschluss ( ▶ Abb. 4.3). Die für die invasive Diagnostik erforderlichen zwei Druckwandler werden am Kathetertisch montiert und so mit einem 3-Wegehahn in das Druckspülsystem zwischengeschaltet, dass abwechselnd die Spülung des Katheters (und des Druckwandlers) sowie die Druckmessung möglich ist. Auf der katheterabgewandten Seite des Druckwandlers befindet sich der Anschluss zum Nullabgleich. Die exakte Einstellung des Nulldruck-Niveaus auf die Mitte des rechten Vorhofs ist für die Ableitung korrekter Druckwerte erforderlich.
Druckwandler
Abb. 4.3 mit aufgesetztem Druckdom mit Katheter- und Entlüftungsanschluss.
Die modernen Mikroprozessor-gesteuerten Injektorsysteme werden in der Kardiologie vor allem für die rasche Injektion größerer Kontrastmittelmengen eingesetzt (Angiokardiografie, Aortografie oder Pulmonalisangiografie). Hierbei können, abhängig von der Kathetergröße und der eingestellten Flussgeschwindigkeit, Spitzendrücke von über 60bar erreicht werden. Grundsätzlich können die Geräte auch für die Koronarangiografie eingesetzt werden, die meisten Untersucher bevorzugen jedoch die Injektion per Hand. Die fahrbaren Injektoren bestehen in der Regel aus einem Gerätefuß mit Gerätesäule, einer Steuerkonsole zur Einstellung der Injektionsparameter und dem Spritzenkopf mit Spritzenkolben, 150-ml-Spritze und Heizmanschette für das Kontrastmittel. Folgende Parameter können eingestellt werden:
Flussgeschwindigkeit
Injektionsvolumen
Druckgrenze
Übergangszeit
Injektions-/Röntgenverzögerung
Die Einstellung erfolgt nach den individuellen Erfordernissen, wobei der Katheter-Innendurchmesser und die Viskosität des Kontrastmittels die maximal mögliche Flussgeschwindigkeit limitieren. Darüber hinaus müssen die Angaben der Katheterhersteller bezüglich des maximal erlaubten Injektionsdrucks beachtet werden.
Merke
Äußerst wichtig ist die sorgfältige Entlüftung von Spritze und Anschlussschlauch vor Beginn der Injektion! Moderne Kontrastmittel-Managementsysteme erlauben sowohl die Hochdruck-Injektion als auch die handgesteuerte Koronarinjektion. Ihr Vorteil liegt vor allem in der Reduktion von koronaren Luftinjektionen bei geschlossenem System bzw. eingebauten Luftsensoren.
Der ärztlich verantwortliche Betreiber des Herzkatheterlabors muss Kardiologe sein und über eine mehrjährige Erfahrung in der invasiven kardiologischen Diagnostik, der kardiologischen Intensivmedizin und in der Indikationsstellung zu kardiochirurgischen Eingriffen verfügen sowie die Fachkunde nach der Röntgenverordnung (RöV) nachweisen.
Bei jeder Herzkatheteruntersuchung ist die Präsenz von zwei Ärzten erforderlich. In der Regel steht bei der Katheterdiagnostik der Untersucher allein am Tisch, während bei Koronarinterventionen je nach Komplexität des Eingriffs und der gewählten Angioplastiemethode (Hochfrequenzrotablation, Klappenintervention) die Intervention zweckmäßiger und sicherer mit zwei Ärzten durchgeführt wird.
Während der Untersuchung ist darüber hinaus die Anwesenheit von zwei nichtärztlichen Fachkräften erforderlich. Die Aufgaben des Assistenzpersonals sind vielfältig und bestehen u.a. in unterstützenden Tätigkeiten während der Untersuchung (Patientenführung, Medikamentenapplikation, Anreichen von Material, Blutgasanalysen usw.), in der Bedienung des Registriergerätes und, falls erforderlich, auch in der Unterstützung von Reanimationsmaßnahmen. Eine instrumentierende Schwester während der Katheteruntersuchung halten wir in unserer Abteilung nicht für zwingend erforderlich und auch aus Gründen des Strahlenschutzes nicht für angemessen.
Obwohl eindeutige wissenschaftliche Daten zu einem direkten Zusammenhang zwischen Mindestmengen und Ergebnisqualität nicht vorliegen, empfahl aufgrund von Expertenmeinungen die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie bereits im Jahre 2003 vor diesem Hintergrund, die Mindestmenge von 75 perkutanen Koronarinterventionen (PCI) pro Untersucher und Jahr sowie 200 PCI pro Zentrum und Jahr. Um einen genügenden Trainings- und Übungszustand der Ärzte und der nichtärztlichen Fachkräfte aufrecht zu erhalten, sollten daher pro Katheteranlage mindestens 800 Untersuchungen pro Jahr durchgeführt werden.
Im Herzkatheterraum müssen Medikamente und Gerätschaften für die Notfalltherapie bereitstehen und regelmäßig auf Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Die apparativen Voraussetzungen wurden z.T. schon erwähnt und sind im Folgenden zusammengefasst. Die notwendigen Medikamente sind in ▶ Tab. 4.1 dargestellt.
Grundsätzlich muss das Labor so eingerichtet sein, dass der Untersucher und das Team in der Lage sind, sämtliche in Frage kommenden Komplikationen der Herzkatheteruntersuchung ohne Zeitverlust fachgerecht zu behandeln.
Merke
Die Kompetenz, im Team Notfälle zu versorgen, sollte regelmäßig z.B. in Mega-Code-Trainingseinheiten oder an Fallsimulationen geübt werden.
Notfallausstattung im Katheterlabor
Notfallinstrumentarium:
Defibrillator
externer Schrittmacher mit passageren transvenösen Schrittmachersonden oder thorakalen Klebeelektroden
Intubationsbesteck mit endotrachealen Tuben oder Larynx-Tuben
Beatmungsbeutel
transportables Beatmungsgerät
Absaugeinrichtung
Perfusoren zur kontinuierlichen Applikation von Medikamenten
Perikardpunktionsbesteck
ggf. automatisches mechanisches Reanimationssystem
LV-Unterstützungssystem (z.B. Mikroaxialpumpe, ECMO), ggf. intraaortale Ballonpumpe
Tab. 4.1
Notfallmedikamente im Katheterlabor.
Medikamentengruppe
Wirkstoff (Dosierung
Sedativa, Kurznarkotika, Analgetika
Propofol 1% (ca. 2mg/kg i.v.)
Etomidate (5–10mg i.v.)
Midazolam (5–15mg i.v.)
Morphin (2–10mg i.v.)
Anticholinergika, Betablocker, Kalziumantagonisten, Antiarrhythmika, Vasodilatanzien
Atropinsulfat (0,5–2mg i.v.)
Esmolol (4–24mg/kg i.v.)
Verapamil (5–10mg i.v.)
oder
Diltiazem (25mg i.v.)
Nitroglycerin (Spray oder Kapseln sublingual; Amp. 0,5–2mg i.c.)
Amiodaron (150–300mg i.v.)
Digitalis, Katecholamine
Digoxin (0,25mg i.v.)
Adrenalin (1:10000 i.v.)
Dobutamin (2–10µg/kg/min)
Isoproteronol (1µg/min i.v.)
gerinnungsaktive Medikamente
Fibrinolytika (z.B. rt-PA, Tenecteplase oder Reteplase)
GP IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten (Abciximab, Eptifibatid und/oder Tirofiban)
Protamin (15–50mg i.v.)
Prothrombinkonzentrat (PPSB) (rasch verfügbar)
sonstige Medikamente
Dimetindenmaleat (4–12mg i.v.)
Cimetidin (200–600mg i.v.)
Methyprednisolon (100–250mg i.v.)
Salbutamol/Fenoterol Aerosole (2–4 Hübe)
Theophyllin (200mg i.v.)
Furosemid (20–40mg i.v.)
Infusionslösungen
Vollelektrolyt-Lösung
Natriumbikarbonat
Bei Röntgenstrahlen handelt es sich um hochenergetische elektromagnetische Wellen mit Energien um 10–150keV, Wellenlängen um 10–10m und Frequenzen um 1017Hz.
Die diagnostische Angiografie-Anlage setzt sich zusammen aus:
Röntgengenerator
Röntgenröhre
Filter (Kupfer oder Aluminium)
Belichtungsregelung
Schalteinrichtung zur Erzeugung der Bildfrequenzen (12,5–50 Bilder/s)
Bildverstärker mit Fernsehkette und digitaler Bildverarbeitung oder digitaler Flat-Detektor
Kinokamera mit vorgeschalteter Tandem-Optik
Videosystem
Die Röntgenröhre besteht aus einem evakuierten Gehäuse, in dem sich eine Glühkathode und eine Drehanode befinden ( ▶ Abb. 4.4, ▶ Abb. 4.5).
Röntgenröhre und Röntgengehäuse.
Abb. 4.4
Drehanode.
Abb. 4.5 Seitenansicht (links) und Aufsicht (rechts).1 Glühkathode, 2 Elektronenstrahl, 3 thermischer Brennfleck (Brennfleckbahn), 4 optischer Brennfleck, 5 elektronischer Brennfleck, 6 Anodenteller.
Die Glühkathode wird so aufgeheizt (>2200°C), dass durch die Wärmeenergie Elektronen aus dem Metall des Leiters austreten. Die so um die Kathode entstehende Elektronenwolke wird mit einer Röhrenspannung mit einer Geschwindigkeit von 165km/s auf die Drehanode beschleunigt, sodass die einzelnen Elektronen im Kiloelektronenvolt-Bereich (keV) auf die Anode auftreffen. Beim Auftreffen auf die Anode werden andere Elektronen aus der Atomhülle des Anodenmaterials (z.B. Wolfram) herausgeschlagen. Dadurch entstehen Ionen in der Anode, die ein unbesetztes kernnahes Orbital aufweisen. Dieser Zustand wird sofort behoben, indem ein Elektron einer äußeren Schale unter Emission eines Photons das leere Orbital besetzt. Das emittierte Photon hat ebenfalls eine Energie im keV-Bereich – es entsteht der Röntgenstrahl. Der Prozentsatz an aufgewandter Elektronenenergie, die in Röntgenstrahlung umgesetzt wird, beträgt lediglich 1%. Nur ein Zehntel hiervon gelangt in das Nutzstrahlenbündel, der Rest wird im Röhrenschutzgehäuse absorbiert. 99% der Energie wird als Wärme frei, die an das die Röhre umgebende Öl abgegeben und über das Gehäuse abgestrahlt wird.
In Katheteranlagen kommen ausschließlich Drehanoden zur Anwendung. Bei Rotation der Anode (3000–10000 Umdrehungen/min) belasten die aufprallenden Elektronen nicht einen einzigen Brennfleck, sondern die Brennfleckbahn, sodass die entstehende Wärmeenergie verteilt wird. Die Röhren sind Doppelfokusröhren mit zwei Brennflecken unterschiedlicher Größe. Der größere Brennfleck (0,6 oder 0,8mm) ist stärker belastbar und wird in der Erwachsenenkardiologie eingesetzt, der kleinere Brennfleck (0,3mm) erzeugt Aufnahmen mit kleinerer geometrischer Unschärfe, ist jedoch weniger belastbar und wird vorwiegend in der Kinderkardiologie eingesetzt.
Der Bildverstärker besteht aus einem Glasvakuumgefäß mit einem Eingangsleuchtschirm auf der Frontseite und dem Ausgangsschirm auf der Rückseite. Nach Durchdringen von Röntgenstrahlung im Körper entsteht durch die Absorptionsunterschiede unterschiedlicher Strukturen ein sog. Strahlenrelief. Die Röntgenquanten, die am Eingangsfenster des Bildverstärkers auftreffen, bewirken die Emissionen energieärmerer Lichtphotonen, die in der Photokathode Elektronen freisetzen. Durch Beschleunigung der Photoelektronen zwischen der Photokathode und dem Ausgangsschirm sowie durch elektrostatische Fokussierung des Elektronenbündels ( ▶ Abb. 4.6a) wird auf dem Ausgangsschirm ein leuchtstarkes Bild mit hohem Auflösungsvermögen erzielt, welches über eine Fernsehkamera auf einem Monitor betrachtet und mit der Kinokamera gefilmt werden kann.
Bildverstärkung.
Abb. 4.6
Abb. 4.6a Schematischer Aufbau einer Bildverstärkerröhre.1 Aluminiumkalotte, 2 natriumaktiviertes Caesiumjodid, 3 Photokathode (Sb-Cs), 4 Aluminiumschicht, 5 Fluoreszenzschicht (Zns, CdS, Ag), 6 Faseroptikplatte, 7 elektronische Linse.
Abb. 4.6b Funktionsweise der Bilderzeugung in einem Flat-Detektor.
Abb. 4.6c Aufbau der Segmente eines Flat-Detektors.
In neuen Anlagen wird der Bildverstärker durch einen „Flat-Detektor“ ersetzt. Hierbei werden die Röntgenstrahlen in einem Cäsium-Jodid-Szintillator in sichtbares Licht umgewandelt. Sehr kleine Photodioden mit einer Pixelgröße von 0,18µm/Pixel erlauben so eine höhere Auflösung und einen höheren Kontrast im Vergleich zur konventionellen Bildverstärkertechnik. Das entstehende Lichtsignal wird weiter in ein elektrisches Signal umgewandelt, das dann digitalisiert, nachbearbeitet und als Bild umgewandelt am Monitor erscheint bzw. digital aufgezeichnet wird ( ▶ Abb. 4.6b, ▶ Abb. 4.6c). Diese Technologie erlaubt neben der besseren Auflösung vor allem auch eine Reduktion der Strahlenbelastung im Durchleuchtungsmodus, während sich im Filmmodus keine Strahlenreduktion ergibt.
Moderne Computertechnologie optimiert zusätzlich die Bildbearbeitung in Echtzeit. So erfolgt kontinuierlich eine Rausch- und Artefakt-Unterdrückung, eine digitale Bildverstärkung und Kantenanhebung und beispielsweise eine Echtzeit-Korrektur von Patienten- und Tischbewegungen. Ein Teil der sichtbaren Bilder wird nicht unmittelbar durch Röntgenstrahlen erzeugt, sondern von einem schnellen PC errechnet. Vor dem Hintergrund der zunehmend komplexer werdenden Interventionen steigen auch die Ansprüche an die Bildqualität im Durchleuchtungsmodus bei reduzierter Strahlendosis.
Folgende Begriffe und Definitionen sind für den Strahlenschutz von Bedeutung.
Kontrollbereich Raum, in dem sich die Strahlenquelle befindet und in dem Personen einer höheren Strahlenbelastung als 1,5rem/Jahr ausgesetzt werden können. Maximale Strahlendosis pro Jahr: 5rem=50mSv.
Überwachungsbereich Bereich, in dem eine jährliche Strahlenbelastung von >0,15rem möglich ist.
Einheiten
Röntgen(R): Ionendosis-Einheit der Röntgenstrahlmenge
rad: alte Einheit für Energiedosis (100rad = 1Gray)
Gray: Energiedosis (Ionendosis bezogen auf die absorbierende Masse)
Sievert: Äquivalentdosis (= Energiedosis × Bewertungsfaktor für die biologische Wirksamkeit von Strahlen)
rem: alte Einheit für Äquivalentdosis
