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Ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung oder doch nur eine weitere Spezies? Könnte es sein, dass die gegenwärtige Richtung und die Geschwindigkeit der Veränderungen in unserer Gesellschaft von der Evolution vorgegeben sind? Könnte es sein, dass die Evolution einem besonderen Zweck dient? Gibt es Alternativen? Die in diesem Buch präsentierte These könnte die Erklärung der u. a. in den Büchern "Homo Deus" von Yuval Harari und "The Singularity Is Near" von Raymond Kurzweil beschriebenen Entwicklungen liefern. Aufregend und aufwühlend zugleich!
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Seitenzahl: 63
Veröffentlichungsjahr: 2021
Rainer Goehringer
Das LEBEN will leben
Was Darwin und die Evolutionsbiologie nicht erkannt haben und der Motor, der die Evolution antreibt!
© 2021 Rainer Goehringer
Lektorat, Layout, Cover: Dr. Matthias Feldbaum, Augsburg
Zeichnung Cover: Tamara Goehringer
Abbildung S. 17: Maren Winter – stock.adobe.com
Verlag und Druck:
tredition GmbH, Halenreie 40–44, 22359 Hamburg
ISBN
Hardcover:
978-3-347-34078-7
Paperback:
978-3-347-34077-0
E-Book:
978-3-347-34079-4
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Siddhartha lauschte. Er war nun ganz Lauscher, ganz ins Zuhören vertieft, ganz leer, ganz einsaugend, er fühlte, dass er nun das Lauschen zu Ende gelernt habe. Oft schon hatte er all dies gehört, diese vielen Stimmen im Fluss, heute klang es neu. Schon konnte er die vielen Stimmen nicht mehr unterscheiden, nicht frohe von weinenden, nicht kindliche von männlichen, sie gehörten alle zusammen, Klage der Sehnsucht und Lachen des Wissenden, Schrei des Zorns und Stöhnen der Sterbenden, alles war eins, alles war ineinander verwoben und verknüpft, tausendfach verschlungen. Und alles zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluss des Geschehens, war die Musik des Lebens.
Aus Hermann Hesse Siddhartha
Vorwort
Oft habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass Personen Gedanken und Ideen von nicht zum Fach gehörenden Personen als nicht wichtig oder relevant betrachten, da diese mit großer Wahrscheinlichkeit nicht über den fachlichen Hintergrund verfügen, der eine sinnvolle Auseinandersetzung mit dem betroffenen Thema erlaubt. Dieses ist in vielen Fällen sicherlich berechtigt, doch kann ein solcher Filter auch verhindern sinnvolle und neuartige Gedanken zu erkennen. Es geht manchmal sogar so weit, dass eine solche Person, selbst, wenn sie sich nachweislich intensiv mit einem Fach auseinandergesetzt hat und vieles möglicherweise nicht nur weiß, sondern sogar verstanden hat, trotzdem wegen des Fehlens eines Abschlusses von Fachkollegen ignoriert wird.
Der Grund, weshalb ich in diesem Vorwort dezidiert auf diesen Umstand hinweise, ist, dass das vorliegende Buch Bereiche der Biologie, Physik und u. a. berührt, in denen ich nicht ausgebildet wurde und/oder mein tägliches Brot verdiene. Zudem fehlt mir als Industriekaufmann und Wirtschaftsingenieur vor allem die fachliche Ausbildung eines Biologen. Um so mehr möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich jeden Biologen sehr respektiere, da ich mich beim Schreiben dieses Buches mit diesem Fach intensiv auseinandersetzen durfte. Es ist ein faszinierendes, aber sehr komplexes Gebiet! Ich bin auch nicht Physiker, doch durfte ich damit durch meine Ausbildung deutlich öfter in Berührung kommen. Und ich war bisher auch nicht Schriftsteller (was sich ja durch das Schreiben dieses Buches geändert hat), vor allem nicht Romanschriftsteller. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Leser dieses berücksichtigen, und wissen, dass die Gedanken, die hier präsentiert werden, jahrelang in meinen Notizen entwickelt wurden, bevor ich den Mut fand sie in Form eines kleinen Buches niederzuschreiben und zu veröffentlichen. Und ich gehe mit meinen Gedanken auch nur deshalb an die Öffentlichkeit, weil ich bisher keine vergleichbare Darstellung mit den mir zur Verfügung stehenden Recherchemethoden gefunden habe und denke, dass sie eine neue Perspektive bieten.
Die hier beschriebenen Prämissen und die damit verbundene These entstanden aus der Beobachtung meiner Umgebung und der Anwendung von Logik, und sind mit meinen begrenzten schriftstellerischen Mitteln verfasst worden. Durch sehr intensive Diskussionen mit meiner Frau Sandra und meinen Kindern Ariane, Tamara und Alec, denen ich für Ihre Geduld mit meiner kleinen Besessenheit sehr danke, wurden meine Beobachtungen ergänzt und das Prinzip und die These immer wieder infrage gestellt. Meiner Tochter Tamara möchte ich außerdem für die Zeichnung des Buch-Covers danken. Sie schafft es auf eine mir unerklärliche Weise ihren Zeichnungen Leben einzuhauchen.
Auch wenn dieses Buch nicht beabsichtigt, eine wissenschaftliche Arbeit zu sein, ist es für mich von großer Wichtigkeit, dass es möglichst ganz auf beobachtbare und überprüfbare Daten aufgebaut ist.
Denn, ähnlich wie es Richard David Precht in der Einleitung zu seinem Buch Wer bin ich und wenn ja, wie viele als Bedingung seiner Ausführungen beschreibt: …Er lehrte mich, nach dem „Warum“ zu fragen und sich nicht mit schnellen Antworten zu begnügen. Und er paukte mir ein, dass meine Gedankengänge und Argumentationen lückenlos sein sollten, sodass jeder Schritt möglichst streng auf dem anderen aufbaut, war es mir wichtig sicherzugehen, dass das in diesem Buch beschriebene Prinzip und die These die Bedingungen einer These erfüllen, die wie folgt festgelegt sind:
Eine Hypothese ist eine in Form einer logischen Aussage formulierte Annahme, deren Gültigkeit nicht bewiesen bzw. verifiziert ist, aber geeignet ist, Erscheinungen zu erklären. Die Hypothese muss anhand ihrer Folgerungen überprüfbar sein; wird sie überprüft, ist sie dadurch dann je nach Ergebnis entweder bewiesen bzw. verifiziert oder aber widerlegt.1
Hypothesen müssen bestimmten Kriterien genügen. So sollten Hypothesen etwa allgemeingültig, falsifizierbar und widerspruchsfrei sein.
Diese Bedingungen werden von der später im Buch entwickelten These meines Erachtens erfüllt, und diese These und Gedanken sollen nun durch die Veröffentlichung dieses Buches von den Lesern hinterfragt und diskutiert werden. Die Diskussion soll auch daraus entstehen, dass viele Gedankengänge nicht in aller möglichen Tiefe genauer ausgeführt werden. Das hat den Grund, dass es im Wesentlichen um die These und nicht um die bereits existierenden, die These bestätigenden Bücher und Gedanken geht. Vielleicht sind wir mit dieser These einer neuen Erkenntnis auf der Spur!
Inhalt
Einleitung
1. Die Kraft, die die Evolution antreibt
Löwenzahn Sendung
Der Zweck steht im Vordergrund, nicht der Sinn
Was ist Leben?
2. Das Evolutionsprinzip, das neue
3. Entwicklungen bis zur Entstehung der Menschheit
4. Strategien seit der Entstehung des Menschen
Der Meister der Muster
Mustererkennung!
5. Mögliche Entwicklungen des Lebens nach dem Menschen
Bewusstsein oder nicht?
Die Erde ist nur der Anfang
Der Mensch ist nicht der Maßstab
Gibt es eine Alternative zu dieser Entwicklung?
Schlussbetrachtung
Anmerkungen
Einleitung
Viele von uns durften im Biologieunterricht in der Schule die r-evolutionären Erkenntnisse des Charles Darwin Über die Entstehung der Arten kennenlernen. Darin schlussfolgert Darwin – basierend auf seinen langjährigen Beobachtungen und daraus resultierenden Ergebnissen –, dass in der Evolution des Lebens eine natürliche Selektion stattfindet, die die Überlebenschancen der jeweiligen Art erhöht, und dass durch Anpassung an die Umwelt neue Arten entstehen. Alles als Kampf um die verfügbaren Ressourcen mit dem Zweck das Überleben der Art zu sichern. Der Mensch und allen anderen Lebewesen in ihrer heutigen Form – so die Evolutionstheorie von Darwin – sind Ergebnis einer solchen Selektion und Anpassung.
Weiter wurden in den letzten Jahren sehr interessante Bücher über die zurzeit stattfindenden Entwicklungen rund um die Menschheit, im technischen, im die Umwelt betreffenden und im gesellschaftlichen Bereich veröffentlicht. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die Bücher Homo Deus von Yuval Harari und The Singularity Is Near von Ray Kurzweil hervorzuheben. Aber auch Bücher, wie z. B. Das Geheimnis um die erste Zelle von Ulrich Schreiber, das versucht das Geheimnis des Anfangs des Lebens auf der Erde zu lüften, sind in diesem Zusammenhang interessant.
Harari und Kurzweil beschreiben in ihren Büchern, in unterschiedlicher Form, dass wir Menschen uns mehr oder weniger in einer Übergangsphase befinden. Ein Übergang von Homo sapiens in eine Art Homo „supersapiens“.
Insbesondere Harari beschreibt in diesem Zusammenhang drei Möglichkeiten:
1) Einen genetisch modifizierten und verbesserten Menschen
2) Einen technisch modifizierten und verbesserten Menschen
3) Einen durch eine künstliche Intelligenz (KI) ersetzten Menschen
