Das Licht in der Landschaft - Mark Robertz - E-Book
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Das Licht in der Landschaft E-Book

Mark Robertz

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Beschreibung

Licht sehen lernen – die erste fotografische Kompetenz - Praxisleitfaden zum wichtigsten Thema in der Fotografie - Viele Bildbeispiele helfen, Licht (und Farbe) sehen zu lernen - Behandelt auch die Themen Farbe und Nachbearbeitung   Licht verleiht Kontur, Struktur und Farbe und macht die Landschaft vor uns so erst zu einem Motiv. Aber wissen Sie genug über die Eigenschaften von Licht, über seine Qualität zu verschiedenen Tages- oder Jahreszeiten, bei unterschiedlichen Wetterlagen? Wissen Sie, wie es in seinen verschiedenen Ausprägungen die Farbe und Gestalt unserer Bildelemente beeinflusst und formt? Haben Sie Worte, um es zu beschreiben und sich vorzustellen? Dieses Buch zeigt Ihnen, wie natürliches Licht Landschaften formt, wie es hart oder weich fällt, einebnet oder konturiert, welche Farben es verleiht und welche Schatten es wirft. Anhand vieler Praxisbeispiele lernen Sie, verschiedenste Arten und Qualitäten von Licht zu erkennen und so Ihre eigenen Bilder mithilfe von Licht und Farbe zu komponieren und zum Leuchten zu bringen. Aus dem Inhalt - Entstehung und Wahrnehmung von Licht und Farben - Farbsystematiken (Farbkreise), Farbkontraste und -harmonien - Korrekte Farbwiedergabe in Kamera und Nachbearbeitung - Lichtsituationen in Vorher-/Nachher-Bildpaaren aus der Praxis – von Sonnenauf- bis -untergang, zwischen Bergen und Meer - Bearbeitung von Licht und Farbe in der Bildentwicklung    

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Seitenzahl: 163

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Die in diesem Werk wiedergegebenen Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. können auch ohne besondere Kennzeichnung Marken sein und als solche den gesetzlichen Bestimmungen unterliegen.

Haftungsausschluss

Ungeachtet der Sorgfalt, die auf die Erstellung von Text, Abbildungen und Programmen verwendet wurde, können weder Verlag noch Autor*innen, Herausgeber*innen oder Übersetzer*innen für mögliche Fehler und deren Folgen eine juristische Verantwortung oder irgendeine Haftung übernehmen.

Mark Robertz

Das Licht in der Landschaft

Mit Licht und Farbe beeindruckende Fotos gestalten

Wir hoffen, dass Sie Freude an diesem Buch haben und sich Ihre Erwartungen erfüllen. Falls Sie Anregungen, Wünsche und Kommentare haben, lassen Sie es uns wissen:

[email protected].

Informationen zu unserem Verlag und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Verlagswebsite www.dpunkt.de. Dort können Sie sich auch umfassend über unser aktuelles Programm informieren und unsere Bücher und E-Books bestellen.

Autor: Mark Robertz

Lektorat: Boris Karnikowski

Buchmanagement: Friederike Demmig

Copy-Editing: Petra Biedermann

Layout & Satz: Heise Medienwerk GmbH & Co. KG, www.heise-medienwerk.de

Herstellung: Stefanie Weidner, Frank Heidt

Umschlaggestaltung: Eva Hepper, Silke Braun

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

ISBN Print: 978-3-98889-058-0

ISBN PDF: 978-3-98890-292-4

ISBN ePub: 978-3-98890-293-1

1. Auflage 2026

dpunkt.verlag ist eine Marke des Rheinwerk Verlags.

© Rheinwerk Verlag, Bonn 2026

Rheinwerk Verlag GmbH · Rheinwerkallee 4 · 53227 Bonn

[email protected]

Inhalt

Einleitung

Zum Aufbau dieses Buches

1. Ein paar Grundlagen zum Thema »Licht«

1.1 Etwas Begriffserklärung vorab

2. Aus Licht wird Farbe

2.1 Farben – Lehren und Modelle

2.2 Farben und ihre Wirkung

2.3 Kontraste, Harmonien und Klänge

3. Richtige Farben bei der Aufnahme

3.1 Kameraeinstellungen

3.2 Die richtige Belichtung

3.3 Filter

4. Licht und Farbe in der Fotopraxis

4.1 Ein Blick auf die Dämmerungsphasen

4.2 Sonnenauf- und -untergang

4.3 Im Tagesverlauf

4.4 Die Sache mit dem Wetter

5. Licht und Farbe in der Bildentwicklung

5.1 Lightroom – das Bedienfeld »Grundeinstellungen«

5.2 Digitale Filter in der Bildbearbeitung

5.3 Lese-Empfehlungen

Index

Einleitung

Beobachtet doch einmal das Licht!

Ihr kennt es nicht, wisst nichts von ihm!

Ihr fotografiert Dinge einfach als das,

was sie sein könnten,

was Licht und Luftstimmung

aus ihnen machen könnten.

Licht lässt alles leuchten,

es verwandelt und veredelt

selbst die einfachsten, gewöhnlichsten Dinge.

Das Motiv für sich ist nichts,

das Licht ist alles!

Lernen wir darum, dieses Licht zu entdecken.

»Sehen können« ist die wichtigste Voraussetzung

für einen Fotografen.

Es zu lernen, ist mit am schwersten.

Léonard Misonne (1870–1943)

»Der König der Landschaftsfotografie«

Einleitung

Warum ein Buch über das Licht in der Landschaft? Gegenfrage: Was weiß der Fisch vom Wasser? Gerade das für uns Fotografinnen und Fotografen wichtigste Gestaltungselement entzieht sich oft unserer genauen Beschreibung und damit auch unserem genauen Verständnis. Vielleicht mehr als in anderen Genres sind wir in der Landschaftsfotografie darauf angewiesen, unsere Gestaltungsmöglichkeiten mit Licht zu erkennen und umzusetzen – unabhängig davon, ob dieses oder jenes Licht als gut oder schlecht gilt, und gerade weil wir es ohnehin nicht beeinflussen (und höchstens aussitzen) können. Aber dafür müssen wir lernen, Licht zu sehen. Und es zu nutzen.

Ich möchte mit diesem Buch ein Verständnis schaffen dafür, wie natürliches Licht über den Tagesverlauf die Landschaften vor uns formt, wie es hart oder weich fällt, einebnet oder konturiert, wie es Farben erzeugt und wie diese Farben unseren Motiveindruck prägen. Warum braucht es dafür eine eigene Sehschule? Weil unser Wahrnehmungsapparat dieses uns (fast) überall umgebende Medium ganz anders wahrnimmt als unsere Kamera, die das Aufgenommene weitestgehend nur wiedergibt, statt es zu harmonisieren und zu rationalisieren. Wie viele Farben nehmen Sie wahr, wenn Sie sich unter klarem Himmel in der Morgendämmerung einmal im Kreis drehen? Wie blau ist ein Wolkenschatten an einem schönen Sommertag? Könnten Sie den Farbeindruck eines Rapsfeldes kurz nach einem Gewitter beschreiben? Die Kamera hat darauf ganz andere Antworten als wir.

Ich hoffe, dass dieses Buch Ihnen hilft, Ihre Vorstellungskraft für Licht und Farbe in der Landschaftsfotografie anzuregen, indem es Ihnen Verständnis für Licht und Farbe und deren Wirkung in der Landschaft vermittelt und entsprechende Begrifflichkeiten erläutert. Ich hoffe, dass es Ihre Wahrnehmung schärft für etwas, was Sie vielleicht bislang als selbstverständlich oder unabänderlich hingenommen haben. Und dass Sie das Licht in der Landschaft so sehen, wie es Ihre Kamera tut – damit Sie Ihre Motive gezielter angehen und Ihre Bilder das zeigen, was Sie mit diesem Buch gelernt haben zu sehen.

Zum Aufbau dieses Buches

Ich möchte Sie in drei Kapiteln an die – auch technischen – Grundlagen des Themas »Licht in der Landschaft« heranführen, bevor es im vierten Kapitel an die konkreten Praxisbeispiele und im fünften Kapitel um die Bildentwicklung geht. Dazu beschreibe ich im ersten Kapitel zunächst, welche Arten von Licht wir in der Landschaftsfotografie unterscheiden, welchen Einflüssen Licht unterliegt und wie sein Gegenpart, der Schatten, im Bild wirkt.

Im zweiten Kapitel kommt dann die Farbe hinzu, die im Zusammenspiel mit Licht entsteht, und wir schauen uns an, wie Farben mithilfe von Farbkreisen systematisiert und zueinander in Beziehung gesetzt werden – Beziehungen, die sich in Farbkontrasten oder -harmonien bzw. -klängen manifestieren und deren bewusster Einsatz Ihre Landschaftsfotografie bereichern wird.

Im dritten Kapitel geht es um die technischen Voraussetzungen, die im Moment der Aufnahme erfüllt sein sollten, damit Sie gezielt mit Licht und Farben arbeiten können. Dabei werden wir uns sowohl mit korrekter wie auch mit beabsichtigter Farbwiedergabe beschäftigen, die sich mehr an einer Stimmung orientiert, die Sie vielleicht mit Ihren Bildern vermitteln möchten.

Das vierte Kapitel ist das eigentlich zentrale Kapitel dieses Buches: eine Sammlung von Praxisbeispielen über Licht und Farbe in der Landschaft. Es enthält Bilder verschiedenster Lichtsituationen rund ums Jahr, von morgens bis abends, in den Bergen und am Meer, zu Land und am Wasser. In vergleichenden Bilderpaaren stelle ich Bilder zusammen, um Ihnen zu zeigen, wie sich Licht, Farben, Strukturen und Texturen mit der Zeit verändern. Das Betrachten der Bilder und das Nachvollziehen anhand der Beschreibungen sollen Ihnen helfen, selbst solche Lichtsituationen zu finden, ihr Potential zu erkennen und in eigene Bilder umzusetzen.

Das Buch schließt mit einem Schnellkurs in Bildentwicklung via Lightroom und Photoshop und setzt den Ansatz des kreativen Umgangs mit Licht- und Farbstimmungen fort, den Sie bereits im dritten Kapitel kennengelernt haben. Eigentlich sprengt das Thema »Bildentwicklung« den Rahmen dieses Buches, aber ich werde versuchen, denjenigen unter Ihnen, denen die Bildentwicklung noch nicht so vertraut ist, die eine oder andere Brücke in das Thema zu bauen. Ich hoffe, Ihnen dabei eine Vorstellung vom kreativen Potential zu vermitteln, das im Arbeiten mit dem Raw-Format liegt. Sie sollten anstreben, in diesem Format zu fotografieren, wenn Sie es nicht ohnehin schon längst tun.

Hinweis zu den Farbfeldern unter den (meisten) Bildern

Um die im jeweiligen Bild dominierenden Farben und ihr kontrastierendes oder harmonisches Zusammenspiel sowie ihre Veränderungen zwischen verschiedenen Lichtsituationen besser zeigen zu können, habe ich sie mithilfe des Adobe-Farbrades und dessen Funktion Thema extrahieren herausgelöst. In dieser abstrahierten Form sind die Farben leichter zu erkennen und zu analysieren. Diese Farbstreifen zeigen nicht alle, aber die für das jeweilige Bild und meine Erläuterungen wichtigsten Farben.

Das Adobe-Farbrad steht Ihnen gratis unter https://color.adobe.com/ zur Verfügung (wählen Sie hier Erstellen von Farbschemata). Ich empfehle Ihnen auch, Ihre Bilder auf unterschiedlichste Farbstimmungen (bunt, hell, gedeckt, stark, dunkel) auszuwerten – die Analyse kann sehr aufschlussreich sein. Sie sind dabei nicht auf die automatische Auswahl der Farben durch das Tool festgelegt und können die Auswahlkreise auch mit der Maus verschieben.

Abbildung1: Die Aussicht vom Kloster Birnau über Schloss Maurach auf den Bodensee dient uns hier als Beispiel für eine Farbanalyse mit dem Adobe-Farbrad. Mit dessen Hilfe erstellen Sie Farbpaletten nach unterschiedlichen Kriterien (bunt, hell etc.), die Sie bei der Bildanalyse unterstützen. Sie sind dabei nicht auf die automatische Auswahl der Farben durch das Tool festgelegt und können die Auswahlkreise auch mit der Maus verschieben.

Kapitel1Ein paar Grundlagen zum Thema »Licht«

Etwas Begriffserklärung vorab

Als Lichtquelle dient Ihnen in der Landschaftsfotografie zwischen Morgen- und Abenddämmerung in erster Linie die Sonne. Während der Nachtfotografie hingegen sind es der Mond und streng genommen auch die Sterne, die Licht spenden – der Mond dient dabei als indirekte Lichtquelle, weil er das Licht der Sonne reflektiert.

Abbildung1.1: Ein Teil des elektromagnetischen Spektrums, das als Sonnenstrahlung auf die Erdatmosphäre trifft, wird vom menschlichen Auge als Licht wahrgenommen. Der sichtbare Bereich dieses Strahlungsspektrums liegt je nach Empfindlichkeit des Auges zwischen 380 und 400 am unteren und 720 und 750 Nanometern (nm) im oberen Bereich. (Grafik: Wikipedia, CC BY-SA 2.0, erstellt von Degreen, überarbeitet von Baba66 und Perhelion).

Im urbanen Umfeld stehen Ihnen in den Nachtstunden darüber hinaus verschiedene Kunstlichtquellen als selbstleuchtendes Licht zur Verfügung.

Auch wenn die Sonne zuverlässig im Rhythmus von Tag- und Jahresverlauf wiederkehrt, variiert ihr Licht je nach Wetter. Hier stellen Sie schnell fest, dass Tageslicht nicht gleich Tageslicht ist. Sicher: Man kann sich mithilfe von Wettervorhersage und Apps wie Viewfindr oder Planit kundig machen, ob und wann man mit bestimmten Lichtsituationen rechnen kann – doch die Natur lässt gerade am Meer oder im Gebirge noch viel Spielraum für Überraschungen, und vermutlich werden Sie mehrere Anläufe unternehmen, um das gewünschte Ergebnis umzusetzen.

Werfen wir vorab einen Blick auf die Sonne und den Ursprung des für das menschliche Auge sichtbaren Lichts. Das, was wir umgangssprachlich als Licht bezeichnen, ist nur der für uns sichtbare und vergleichsweise schmale Bereich im Spektrum der elektromagnetischen Sonnenstrahlung, die unsere Erdatmosphäre durchdringt. Das für uns sichtbare Licht liegt eingebettet zwischen dem ultravioletten und dem infraroten Spektrum, grob formuliert zwischen 380 und 750 Nanometer (nm) – jenseits davon liegt für uns Dunkelheit (dass analoges Filmmaterial sowie digitale Sensoren je nach Empfindlichkeit und Kalibrierung auch zwischen 320 und 1.050 nm aufzeichnen können, bleibt hier außen vor). Der von uns wahrgenommene Bereich kann individuell verschieden sein (Stichwort »Rot-Grün-Schwäche«), was dazu führt, dass hier und da unterschiedlich viele Informationen wahrgenommen bzw. erkannt werden.

Welches Licht uns erreicht, wird zum einen von der Zusammensetzung unserer Atmosphäre beeinflusst, zum anderen von der Dicke der Luftschichten und den in ihnen enthaltenen Staub- und Feuchtigkeitspartikeln. Je höher der Stand von Sonne oder Mond, desto weniger prägen diese Luftschichten und ihre Beschaffenheit den Eindruck des von ihnen gespendeten Lichts. Entsprechend bestimmt auch unser Aufenthaltsort unseren Eindruck von Licht und Farben: ob am Meer, im Landesinneren, im Flachland, im Mittel- oder Hochgebirge. Je höher unser Aufenthaltsort, umso sauberer und trockener, kurz: klarer ist die Luft und damit das Licht im Allgemeinen.

Luftperspektive

Das Phänomen, dass Kontraste mit zunehmender Entfernung weicher und Farben blasser werden und zu Blau tendieren, wird auch als »Luftperspektive« bezeichnet. Die Stärke des Effekts ist vor allem vom Feuchtigkeitsgehalt der Luft (»Dunst«) abhängig. Am eindrucksvollsten lässt sich die Luftperspektive bei hintereinander liegenden Bergkämmen beobachten, die mit zunehmender Entfernung einer nach dem anderen verblassen.

Grundsätzlich unterscheidet man in der Landschaftsfotografie die folgenden Lichtqualitäten:

Hartes Licht

direktes Sonnenlicht, z. B. mittags bei klarem Himmel (analog nachts bei Mondlicht)

erzeugt starke Kontraste, klare Strukturen und scharfe, schwarze Schatten

Weiches bzw. flaches Licht

entsteht durch Streuung des Sonnen- oder Mondlichts bei durchgehend bewölktem Himmel oder bei Nebel

sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung mit sanften Übergängen ohne harte (= mit offenen) Schatten

Richtungs- oder Seitenlicht

seitlicher, bei Sonnenauf-/-untergang auch tiefer Lichteinfall

hebt durch Schattenwurf Strukturen und Texturen hervor und sorgt so für dreidimensionale Wirkung, bei Sonnenauf-/-untergang zusätzlich für Tiefe und Dramatik (etwa bei Wolkenlücken)

Gegenlicht

Kamera zeigt in Richtung der Sonne bzw. des Mondes

Farben wirken weniger gesättigt, Kontraste wirken weicher, zugleich zeigen Tiefen weniger Details bis hin zur bloßen Konturbildung.

Mitlicht

Kamera zeigt in Gegenrichtung der Sonne bzw. des Mondes

stärker gesättigte Farben, gute Zeichnung in den Strukturen und den sehr dunklen Bildanteilen

Goldene Stunde

kurz nach Sonnenaufgang/vor Sonnenuntergang

warm, weich und mit langen Schatten

Blaue Stunde

kurz vor Sonnenaufgang/nach Sonnenuntergang

kühler, bläulicher Ton, weiches Umgebungslicht

So weit zum Sonnen- bzw. Mondlicht. Wir unterscheiden noch zwei weitere Arten von Licht:

Himmelslicht

ist das von der Atmosphäre gefilterte und gestreute Licht, das uns etwa in einem wolkenlosen Sommerhimmel als Blau erscheint.

Tageslicht

setzt sich aus dem unmittelbar auftretenden Sonnenlicht sowie dem in der Atmosphäre gestreuten Himmelslicht zusammen. Es kommt in verschiedenen Farbausprägungen oder, genauer, verschiedenen Farbtemperaturen vor.

Eine maßgebliche Eigenschaft von Licht ist seine Farbe, die als Farbtemperatur in Grad Kelvin (K) angegeben wird – je höher die Gradzahl, desto kälter das Licht, und umgekehrt (das Rot einer Dämmerung hat ca. 3.500 K, das sogenannte Tageslichtweiß zur Mittagszeit hat meist um die 5.500 K – je nach Lage auch mal bis zu 6.500 K –, und Nebel hat zwischen 7.500 K und 8.500 K, kann aber auch mal bei 12.000 K liegen). Damit prägt das Tageslicht die Farbwahrnehmung unserer Umgebung – für uns oft unmerklich, für unsere Kamera dagegen umso deutlicher. Im Zusammenhang mit dem Weißabgleich komme ich noch darauf zurück. Weil es dabei aber auch unterschiedlich hart (blauer Sommerhimmel mit der Sonne im höchsten Punkt, harte Schatten) oder weich (bewölkter Himmel, Nebel, offene Schatten) ausfällt, sprich: unterschiedlich deutliche Kontraste erzeugt, prägt es auch unsere Wahrnehmung der Dreidimensionalität von Landschaft.

Weitere Faktoren ergeben sich aus dem lokalen Wetter: Wolkenbildung, Nebel, Regen mit und ohne Gewitter, Frost und Schnee. Auch der Wind spielt eine Rolle, indem er beispielsweise Staub (auch Blütenstaub) und Sand aufwirbelt, der die Fernsicht trübt und zu farbigem Himmelslicht führen kann. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Staub handeln, der direkt vor Ort aufgewirbelt wird. Das können auch die Mineralstaubpartikel des Sahara-Sandes sein, der in den vergangenen Jahren in den Frühlingsmonaten mit dem Schirokko über die Alpen nach Mitteleuropa gelangte, oder wie im Frühjahr 2010 die isländische Vulkanasche des Eyjafjallajökull, oder Partikel aus Waldbränden in Kanada, wie im Frühsommer 2025. Und nicht zu vergessen, die allgegenwärtige Luftverschmutzung spielt ebenfalls eine Rolle. Sie sorgt in manchen Regionen für besonders farbenprächtige Sonnenauf- und -untergänge, wenn die in der Luft schwebenden Partikel bis auf ein tiefes Rot alle anderen Wellenlängen schlucken.

Abbildung1.2: Oben: Richtungslicht: ein früher Sommermorgen mit Nebelschwaden, die aus dem Elbtal aufsteigen. Die Feuchte der Luft sorgt für eine Streuung des Lichts und damit für weiche Kontraste und einen weicheren Bildeindruck.

Unten: Die kalte, trockene Winterluft (-27 °C!) führt zu härteren Kontrasten.

Abbildung1.3: Weiches oder »flaches« Licht: Lässt Staub in der Atmosphäre den Abendhimmel häufig in einem schillernden Orangeton leuchten (oben), bringen Ihnen Wüstensand (Mitte) oder auch Vulkanasche (unten) in der Atmosphäre eher fahle Stimmungen am abendlichen Himmel.

Licht in der Nacht

Wie schon erwähnt, ist Landschaftsfotografie nicht auf das Tageslicht beschränkt, wenn der Mond reflektiertes Sonnenlicht spendet. Es ist verblüffend, was die Kamera bei entsprechend langer Belichtungszeit sichtbar macht (Stativ und Fern-/Selbstauslöser sind also Pflicht).

Abbildung1.4: Bei Vollmond an der saarländischen Cloef über der Saarschleife

Abbildung1.5: Eine wolkenlose Vollmondnacht auf dem Säntis hoch über dem schweizerischen Appenzeller Land

Abbildung1.6: Eigentlich ist es noch stockfinstere Nacht an diesem nebeligen Novembermorgen am schwäbischen Weitmannsee im Wittelsbacher Land.

Kunstlicht – im urbanen Umfeld

Ich möchte auch kurz über Kunstlicht sprechen, auch wenn es in der klassischen Landschaftsfotografie (fast) keine Rolle spielt. Die Herausforderung besteht einerseits in der Wahrnehmung, andererseits in der technischen Umsetzung (starke Lichtquellen führen oft zu Überbelichtung). Interessant ist das entstehende Farbspiel, das sich durch die Farbintensität der unterschiedlichen Lichtquellen ergeben kann.

Abbildung1.7: Oben: Der alte, offengelassene Südfriedhof in der Münchner Innenstadt. In Licht getaucht während einer öffentlichen Abendveranstaltung.

Mitte: Blick von den Hamburger Landungsbrücken auf die Elbphilharmonie mit dem historischen Feuerschiff LV 13 als roter Farbklecks im Vordergrund.

Unten: Die offengelassenen Hochöfen mit Lichtinszenierung im Landschaftspark Duisburg-Nord an einem wolkigen Februarabend.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Bei allem Licht sollten Sie auch seine Kehrseite im Auge behalten: Kontraste und Schatten. Zum einen tendieren wir dazu, ein Motiv vor allem nach seinen im Licht liegenden Partien zu beurteilen, zum anderen gleicht unser Auge die Helligkeitsunterschiede zwischen Licht und Schatten schneller aus, als wir es wahrnehmen – was die Kamera nicht kann (Schatten im Bild können also dunkler ausfallen, als von uns wahrgenommen). Hinzu kommt, dass Schatten (der eine Farbtemperatur von ca. 7.500 K hat) je nach vorherrschender Farbtemperatur des Tageslichts und Weißabgleich der Kamera sehr bläulich wirken kann. Der Blick auf das Histogramm (Details zum Histogramm finden Sie im Kasten auf Seite 65/66) einer Testaufnahme kann Ihnen Anhaltspunkte liefern, ob Sie die Lichtverhältnisse vor Ort in Bezug auf Ihre Bildidee passend erkannt und umgesetzt haben.

Hinzu kommt, dass sich Kontraste und Schatten je nach Jahreszeit und Wetter auf unterschiedliche Weise ausprägen. In den Sommermonaten steht die mitteleuropäische Mittagsonne mit einem Winkel von ca. 60° über dem Horizont. So zeigt sich der Schatten bei wolkenlosem Himmel in der Regel kurz und hart, und die entstehenden Kontraste betonen die Dreidimensionalität der Bildelemente. Während der Wintermonate hingegen erreicht die mitteleuropäische Mittagssonne gerade mal eine Höhe von ca. 20° über dem Horizont. Dieser flache Einfallswinkel bringt langgezogene und weiche Schattenverläufe bzw. Kontraste mit sich, ebenso wie durchgehende Bewölkung im Sommer, die wie eine Softbox im Fotostudio für weiches Licht sorgt. Dreidimensionalität wird dann deutlich weniger betont, weshalb man hier auch von flachem Licht spricht.

Abbildung1.8: Oben: Gut sichtbar: der Schlagschatten im harten Licht der direkten Vormittagssonne an der Drumlin-Buche von Landstetten im bayerischen Fünfseenland.