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Was ist eigentlich Motivation? Kann man sie erzeugen, vervielfältigen und weitergeben? Was muss man tun, um sie zu bewahren, wenn man sie einmal errungen hat? Fragen, mit denen sich viele Führungskräfte immer wieder auseinandersetzen müssen.
Jörg Lahmann liefert in seinem Buch die Antworten. Seine Überzeugung: Motivation gedeiht dauerhaft nur in einem richtig strukturierten Umfeld. Mit seinen Tools und Techniken im Buch liefert er nun die Bauanleitung.
Das Ziel jeder Führungskraft ist, ein motiviertes Team zu haben. Das funktioniert weder mit einfachen Tricks noch mit charmanten Witzen. Damit es gelingt, erklärt das Buch zunächst die Theorie der Motivation und legt dann ein klar aufgebautes Modell vor, ein Rezept sozusagen, Motivation im Unternehmen entstehen zu lassen.
Die Grundlage für Jörg Lahmanns Modell des motivierten Unternehmens liefern neueste Erkenntnisse aus den Bereichen Management, Soziologie, Wirtschaft, Psychologie und Neurowissenschaften. Außerdem finden die Leser im Buch zahlreiche Beispiele und Übungen, mit denen sie die einzelnen Bestandteile des Modells sowie die externen und internen Faktoren, die ins Spiel kommen, identifizieren und herausfinden können, wie es in ihrem Unternehmen oder Team um die Motivation bestellt ist und wo Verbesserungsbedarf besteht. Jörg Lahmann liefert die dafür nötigen Strategien und Tools und erklärt anhand von Fallbeispielen, wie man diese richtig einsetzt. Abgerundet wird das Buch dann durch einen Leitfaden oder Aktionsplan, der aufzeigt, wo Führungskräfte loslegen müssen, Methoden zur Selbstevaluation inklusive, mit denen sie die Fortschritte ihres Unternehmens messen können.
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Seitenzahl: 242
Veröffentlichungsjahr: 2023
Alle Bücher von WILEY-VCH werden sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren, Herausgeber und Verlag in keinem Fall, einschließlich des vorliegenden Werkes, für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für eventuelle Druckfehler irgendeine Haftung
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Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.
Print ISBN: 978-3-527-51133-4ePub ISBN: 978-3-527-84157-8
Umschlaggestaltung: Susan BauerCoverbild: tostphoto - adobe.stock.com
Cover
Titelblatt
Impressum
Vorwort
Einleitung
Das Grundschema der unternehmerischen Motivation
Teil I: WAS IST EIGENTLICH MOTIVATION?
1 (De-)Motivation
Man ist motiviert – oder man ist es nicht
Der gewaltige Preis der (De-)Motivation
Wie steht es um die Motivation in Ihrem Unternehmen? Bewerten Sie sich als Chef und Ihren Vorgesetzten
Anmerkungen
2 Motivationspsychologie
Kurzer Überblick über die Theorien der Motivationspsychologie: Von Maslow (1943) bis zur Kognitiven Evaluationstheorie (1975)
Extrinsische Motivation (die weniger gute)
Intrinsische oder direkte Motivation (die bessere)
Vergleich der beiden Arten von Motivation
Notiz
3 Neurowissenschaftliche Grundlagen der Motivation
Steigern Sie Ihren Dopamin-Spiegel!
Teil II: DAS MODELL DES MOTIVIERTEN UNTERNEHMENS
1 Das Unternehmen braucht ein Warum
Wie lautet das Warum Ihres Unternehmens?
So nutzen Sie das Warum Ihres Unternehmens
Anmerkungen
2 Werte ermitteln und festlegen
Vier Arten von Werten
Persönlich versus unternehmerisch
Beispiele für Werte
So finden Sie die Werte Ihres Unternehmens
Wozu dienen die Werte?
Notiz
3 Grenzen Sie Ihr Leistungsspektrum ab
So bestimmen Sie das
Was
4 Folgen Sie Ihrem Polarstern
Das ferne Ziel
Den Polarstern identifizieren
Dem Polarstern Leben einhauchen
5 Das Organigramm der Verantwortlichkeiten
Notiz
6 Die richtige Person für die richtige Stelle mit der VWK-Regel
7 Richtiges Personalrecruiting
Punkt 1: Klarheit, nach welchem Profil Sie suchen
Punkt 2: Ein kontinuierlicher Strom von Bewerbern
Punkt 3: Die Fähigkeit, die richtige Person auszuwählen
Punkt 4: Ausgewählte Bewerber halten
Anmerkungen
8 Gute Mitarbeitendenführung
Eine Frage des Vertrauens
Die sechs Führungsstile
Ihr Führungsstil
Anmerkungen
9 Prioritäten richtig setzen
Aus der Vogelperspektive
So wird's gemacht
Anmerkungen
10 Fortbildung
Wieviel Fortbildung sollte es sein?
Das Fortbildungsbudget bestimmen
Für jeden die richtige Fortbildung
Notiz
11 Kommunikation
Vermitteln Sie den Sinn
Von Angesicht zu Angesicht
12 Gute Leistungen richtig würdigen
Notiz
13 Incentives richtig einsetzen
Incentive-Programme
Notiz
14 Das richtige Arbeitsumfeld
Notiz
Teil III: WO ALSO ANFANGEN?
1 Aktionsplan
Neun unverzichtbare Tools auf dem Weg zum motivierten Unternehmen in ihrer optimalen Reihenfolge
Fünf weitere Tools, die jederzeit in beliebiger Reihenfolge zum Einsatz kommen können
Ein Wort zum Abschluss
Literaturempfehlungen und Quellenverzeichnis
Und mein Dankeschön geht an …
Über den Autor
Stichwortverzeichnis
End User License Agreement
Kapitel 8
Tabelle 8.1: Führungsstile nach Daniel Goleman
Einleitung
Abbildung E.1: Erfolg
Abbildung E.2: Unternehmerische Motivation
Kapitel 1
Abbildung 1.1: Der Kreislauf der Motivation
Kapitel 2
Abbildung 2.1: Maslows Bedürfnispyramide
Abbildung 2.2: Kerzenproblem Teil 1
Abbildung 2.3: Kerzenproblem Teil 2
Abbildung 2.4: Zwei Arten von Motivation
Abbildung 2.5: Der Sinn von Belohnungen
Kapitel 3
Abbildung 3.1: Unser Gehirn
Abbildung 3.2: Der Kreis der Motivation
Teil II
Abbildung T.1: Intrinsische Motivation Teil 1
Abbildung T.2: Intrinsische Motivation Teil 2
Kapitel 1
Abbildung 1.1: Das Warum
Kapitel 2
Abbildung 2.1: Werte
Abbildung 2.2: Werte filtern
Kapitel 3
Abbildung 3.1: Autonomie
Kapitel 4
Abbildung 4.1: Polarstern
Abbildung 4.2: Agressive Ziele – ja oder nein?
Kapitel 5
Abbildung 5.1: Verantwortung
Abbildung 5.2: Führung zwischen Autonomie und Kontrolle
Abbildung 5.3: Das Organigramm der Verantwortlichkeiten
Abbildung 5.4: Das Organigramm der Verantwortlichkeiten im Detail
Kapitel 6
Abbildung 6.1: VWK
Kapitel 7
Abbildung 7.1: Personaleinstellungen
Abbildung 7.2: Die JobScorecard
Abbildung 7.3: JobScorecard komplett ausgefüllt
Kapitel 8
Abbildung 8.1: Führungsstil
Abbildung 8.2: Die 5 Dysfunktionen eines Teams nach Lencioni
Kapitel 9
Abbildung 9.1: Prioritäten
Abbildung 9.2: Scrum
Kapitel 10
Abbildung 10.1: Fortbildung
Kapitel 11
Abbildung 11.1: Kommunikation
Kapitel 12
Abbildung 12.1: Anerkennung
Kapitel 13
Abbildung 13.1 Incentives
Kapitel 14
Abbildung 14.1: Arbeitsumfeld
Teil III
Abbildung T.3: Das Modell des motivierten Unternehmens komplett
Abbildung T.4: Das Eisbergmodell
Cover
Titelblatt
Impressum
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Fangen Sie an zu lesen
Ein Wort zum Abschluss
Literaturempfehlungen und Quellenverzeichnis
Und mein Dankeschön geht an …
Über den Autor
Stichwortverzeichnis
End User License Agreement
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Jörg Lahmann ist so ein Typ, den jeder gern in seinem Team haben möchte.
Einer von diesen Spielern, der auf dem Platz Sicherheit und Selbstvertrauen vermittelt, auf den immer Verlass ist und mit dem man obendrein noch richtig Spaß hat. Das sage ich nicht nur, weil ich Jörg seit vielen Jahren kenne und ihn einen guten Freund nennen darf, sondern auch, weil ich tatsächlich mit ihm auf dem Spielfeld gestanden habe. Bei zahlreichen Beachvolleyball-Turnieren sind wir als Duo angetreten – unser beider Lieblingssport.
Meine Aussagen gelten sowohl für den sportlichen als auch für den beruflichen Bereich. Denn über viele Jahre hinweg haben wir außerdem Erfahrungen, Erkenntnisse und Reflexionen über die Unternehmenswelt geteilt. Gemeinsam haben wir sehr intensive Momente durchlebt, als wir ein Start-up aus dem Nichts schufen, das waren verrückte Zeiten. Ein in jeder Hinsicht wertvoller Austausch für beide Seiten, bei dem wir viel voneinander gelernt haben.
Zu meinen wichtigsten Erkenntnissen im Beruf gehört die Bedeutung von Motivation für ein Unternehmen und das stelle ich bei der Leitung von Cooltra jeden Tag aufs Neue fest. Sie ist einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg und deshalb arbeiten wir bei Cooltra täglich ganz bewusst an der intrinsischen wie auch an der extrinsischen Motivation. Dazu fördern wir aktiv mehrere sich ergänzende Initiativen. Ein paar Beispiele: monatliche All-Hands-Meetings, bei denen das gesamte Unternehmen anwesend ist. Außerdem setzen wir auf ein aktives Employer Branding und promoten aktiv die Unternehmenswerte. Zudem legen wir viel Wert auf positives Feedback und interne Beförderungen und lassen unseren Mitarbeitenden so viel Autonomie wie möglich, beispielsweise haben wir Stellen für »Mini-Unternehmer« in den über 40 Städten geschaffen, in denen wir vertreten sind, und vieles mehr.
Mit Hilfe dieser Initiativen ist es uns gelungen, ein Unternehmen mit über 1.000 Angestellten und einer hoch motivierenden Kultur zu gestalten, das Jahr für Jahr kontinuierlich um 70 bis 80 Prozent wächst. Wenn auch Sie sich vorgenommen haben, ein Unternehmen oder ein Team mit wahrlich motivierten Personen aufzubauen und zum Erfolg zu führen, dann halten Sie zweifelsohne das richtige Buch in den Händen.
Jörg Lahmann weiß, wovon er spricht, und das macht dieses Buch so wertvoll. Neben der Theorie lässt uns Jörg an seinen Erfahrungen und seiner Berufspraxis teilhaben, die er an beiden Seiten des Tisches gesammelt hat: Als Unternehmer leitete und managte er seine eigenen Teams und als Unternehmensberater unterstützt und coacht er nun Unternehmer mit Teams von 8 bis 300 Mitarbeitenden.
Ich habe das Glück, extrovertiert zu sein, und liebe es, von Menschen umgeben zu sein und sie motivieren zu können. Trotzdem muss ich zugeben, dass es mit Methodik einfach besser funktioniert. Selbst wenn Sie ein geborener Motivator sind, gibt es zwei gute Gründe, warum Sie trotzdem Methodik brauchen. Zum einen, weil Ihr angeborenes Talent es Ihnen zwar erlaubt, mühelos einige Schalthebel zu bedienen, aber eben längst nicht all jene Hebel, die Motivation auslösen oder dafür eine Rolle spielen. Und zum anderen, weil es sehr wahrscheinlich ist, dass Ihr motivierender Einfluss nur die Personen in Ihrer unmittelbaren Nähe erreicht, also diejenigen, mit denen Sie direkt zu tun haben, aber nicht das ganze Unternehmen.
Ob das nun auf Sie zutrifft oder nicht, ich kann Ihnen versichern, dass eine präzise Methode unverzichtbar ist, wenn man Motivation wirklich erreichen möchte. Deshalb kann ich Ihnen die hier von Jörg Lahmann entwickelte Methode mit dem Modell des motivierten Unternehmens wärmstens ans Herz legen. Es ist Jörg gelungen, seine Philosophie klar, prägnant und verständlich darzulegen. Mit diesem Buch über die Methode für ein motiviertes Unternehmen hat er mir viel Freude bereitet und ich werde sie sicher in Cooltra umsetzen, um kontinuierlich noch besser zu werden. Der Lernprozess ist eine Reise hin zu einer besseren Zukunft und wir können uns glücklich schätzen, dass Jörg uns hier zu einem besseren Managementstil führt.
Timo Buetefisch,Gründer und CEO von Cooltra(Rollervermietung für Unternehmen und Einzelpersonen)
An den Tag, an dem ich die vollständige Leitung meines Unternehmens übernahm, erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Es hatte damals 30 Mitarbeitende und ich war nun allein für das Team verantwortlich, endlich nahm ich das Ruder in die Hand. Ich freute mich unheimlich, war aber auch nervös und hatte natürlich auch ein bisschen Angst. Jetzt gab es keine Ausreden mehr: Wenn wir vom Kurs abkommen würden, wenn die Dinge nicht wie erwartet liefen, dann wäre das allein meine Schuld.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich alle Entscheidungen gemeinsam mit einer Partnerin getroffen. Die ersten sechs Jahre des Unternehmens waren ein fortwährender Kampf gewesen, das Büro Schauplatz von ständigen, zähen Verhandlungen. Meine Geschäftspartnerin und ich hatten sehr unterschiedliche Vorstellungen von Management, zwei schlichtweg inkompatible Unternehmensstrategien, und wir waren uns über nichts einig: in welche Richtung es gehen sollte, in welchen Ländern wir wie schnell expandieren wollten, welche Qualitätsstandards gelten sollten …
Von jenem Tag an konnte ich diese Entscheidungen allein treffen und hatte die Autonomie, meine Vorstellungen 1:1 in die Tat umzusetzen. Ich erinnere mich, wie ich am Vorabend meines ersten Tages als alleiniger Leiter des Unternehmens all das voller Vorfreude meinem Freund Arne erzählte, der selbst auch Unternehmer ist. Und auch an die Nervosität, die Ängste und die Unsicherheit, die ich verspürte. Ich stand vor einer enormen Herausforderung, und als ich diese annahm, begann ich mich für das Thema Motivation zu interessieren. Was ist eigentlich Motivation? Woher kommt sie? Was hat sie für Auswirkungen? Und vor allem: Kann man Motivation erzeugen, vervielfältigen und weitergeben? Oder gar: Was muss man tun, um sie zu bewahren, wenn man sie einmal errungen hat? Solche Fragen gingen mir damals im Kopf umher.
Seitdem sind 10 Jahre vergangen, doch das Thema Motivation hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe darüber gelesen, recherchiert und Vorträge besucht. Zudem habe ich keine Gelegenheit ausgelassen, mich mit anderen Unternehmern über das Thema zu unterhalten und Erfahrungen und Strategien auszutauschen.
Die Motivation, die ich verspürte, als ich endlich die Zügel meines Unternehmens in die Hand nahm, war für mich der Ausgangspunkt. Zugleich bemerkte ich aber auch eine drastische Veränderung in meinem Privat- und Berufsleben, als ich mich mit dem Thema auseinandersetzte: Mir wurde bewusst, was für enorme Auswirkungen die Motivation auf meine Energie, meinen Tatendrang und nicht zuletzt die Ergebnisse hatte, die ich selbst, aber auch mein Umfeld, erzielte. Darüber hinaus wurde mir klar, welch großen Einfluss die Motivation auf meine persönliche Zufriedenheit und die meiner Mitarbeitenden hatte und hat.
Und ich mache keinen Hehl daraus, dass ich darauf sehr stolz bin. Deshalb möchte ich heute mit Ihnen, liebe Leser, all die Erkenntnisse über Motivation teilen, die ich in den letzten Jahren zusammengetragen habe, und Sie an meinem Erfahrungsschatz teilhaben lassen.
Der erste Teil dieses Buches wird Ihnen ein umfassendes Verständnis davon vermitteln, was mit dem Begriff Motivation gemeint ist. Dazu finden Sie eine kurze und zugleich ausführliche Übersicht über die grundlegenden Erkenntnisse aus den Bereichen Management, Soziologie, Wirtschaft, Psychologie und Neurowissenschaften.
Im zweiten Teil ist das Modell des motivierten Unternehmens ausführlich beschrieben und er enthält Beispiele und Übungen, mit denen Sie die einzelnen Bestandteile des Modells sowie die externen und internen Faktoren, die ins Spiel kommen, identifizieren können. Anhand von kurzen Aufgaben und einfachen Übungen können Sie selbst eine Diagnose stellen, wie es in Ihrem Unternehmen oder Team um die Motivation bestellt ist, und werden damit herausfinden, welche Schwerpunkte Sie setzen müssen und wo Verbesserungsbedarf besteht. Deshalb gebe ich Ihnen in diesem zweiten Teil die dafür nötigen Strategien und Tools an die Hand und erkläre anhand von Fallbeispielen, wie Sie diese richtig einsetzen.
Teil drei enthält schließlich einen Leitfaden oder Aktionsplan, der Ihnen aufzeigt, wo Sie loslegen müssen, und außerdem diverse Methoden zur Selbstevaluation, mit denen Sie die Fortschritte Ihres Unternehmens messen können.
Stellen Sie sich die Motivation wie ein köstliches, unwiderstehliches Gericht vor. Ein Gericht, das Ihnen herrlich schmecken würde, das Sie sich aber selbst vorenthalten, ohne genau zu wissen, warum. Die Zutaten haben Sie alle in Ihrem Unternehmen griffbereit. Sie müssen nur lernen, sie richtig zu mischen und die Motivation auf kleiner Flamme köcheln zu lassen. Eigentlich eine einfache Sache, alles andere als komplex, doch Sie werden feststellen, dass es trotzdem nicht so leicht ist, das Gericht der Motivation perfekt auf den Punkt zu bringen. Hier haben Sie das Rezept. Guten Appetit!
Abbildung E.1: Erfolg
Abbildung E.2: Unternehmerische Motivation
Schauen Sie sich zunächst einmal die Abbildung E.2 an und prägen Sie sich das Schema ein. Im Laufe dieses Buches werden Sie kurzweilig und mühelos verstehen, wofür die drei miteinander verbundenen, überlappenden Kreise und die drei konzentrischen Pfeile stehen, die von außen darauf einwirken. Wenn Sie das Schema am Ende selbst vervollständigen, wissen Sie, dass Sie das Modell des motivierten Unternehmens in- und auswendig kennen. Und nicht nur das – Sie werden es auch mit den Veränderungen oder Anpassungen, die Sie für richtig halten, in Ihrem Unternehmen oder Team umsetzen können. Machen Sie sich die vielen Vorteile der Motivation zunutze!
Das Buch, das Sie in Händen halten, bietet einen fließenden Übergang von der Theorie mit Konzepten und Begriffen zum praktischen Teil für deren Umsetzung mit Beispielen, Methoden zur Selbstevaluation und konkreten Übungen, schwerpunktmäßig im zweiten Teil.
Um das Verständnis zu erleichtern, stelle ich die Bestandteile des Modells des motivierten Unternehmens in einer logischen Reihenfolge vor, die auch auf der Affinität der einzelnen Konzepte und Disziplinen basiert. Sie wissen jederzeit, in welchem Teil des Modells Sie sich gerade befinden, und je mehr Sie über die Disziplinen erfahren und zugleich lernen, die passenden Tools umzusetzen, desto weiter wird sich die Abbildung vervollständigen. Im dritten Teil finden Sie dann eine praktische Anleitung beziehungsweise einen Aktionsplan, mit dem Sie das Modell in Ihrem Unternehmen wirkungsvoll und effizient umsetzen können.
Wie so viele andere Wörter auch, stammt der Begriff Motivation aus dem Lateinischen und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Motivus oder motus, zu Deutsch: Grund der Bewegung, und actio, was Aktion bedeutet.
Eine kurze Internetsuche zum Stichwort Motivation liefert zahlreiche Treffer. Wikipedia definiert sie wie folgt: »Motivation bezeichnet die Gesamtheit aller Motive (Beweggründe), die zur Handlungsbereitschaft führen, und das auf emotionaler und neuronaler Aktivität beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten.« Das heißt also, all jenes, was uns dazu antreibt, zu handeln – oder eben nicht. Etwas umgangssprachlicher ausgedrückt kann man auch sagen, dass Motivation die Energie ist, die uns dazu antreibt, etwas zu tun.
In diesem Sinne beschreiben verschiedene Autoren die Motivation wie folgt:
Die dynamische Wurzel des Verhaltens.
Die externen Faktoren oder inneren Impulse, die zu einer Handlung antreiben.
Ein innerer Zustand, der aktiviert, steuert und das Verhalten steuert.
Der Prozess, der die Energie für unser Handeln liefert und die Richtung weist.
Ohne jeden Zweifel hat die Motivation enorme Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens und ist doch etwas fast Ätherisches. Ein Gemütszustand, der ebenso flüchtig und vage ist wie Melancholie oder Optimismus. Von der Philosophie, Psychologie, Soziologie über die Wirtschaftswissenschaften bis hin zur Physiologie oder Neurobiologie haben sich zahlreiche Disziplinen mit der Motivation beschäftigt und gerade die Summe all dieser Sichtweisen macht sie zu einem ebenso spannenden wie komplexen Thema.
Immer, wenn wir eine Aufgabe angehen, sei diese nun einfach oder kompliziert – Socken kaufen, Joggen gehen oder den Internationalisierungsprozess des Unternehmens einleiten –, kommt jedes Mal die Motivation ins Spiel. Sie ist der Anstoß, den wir brauchen, um zur Tat zu schreiten. In der Regel entspringt dieser Impuls aus unserem Inneren, doch manchmal kommt er auch von außen. Zum Beispiel wenn Ihre Partnerin andeutet, dass Sie zugenommen haben, und Ihnen ans Herz legt, ein wenig Joggen zu gehen. Nicht selten überschneidet sich der innere Impuls auch mit einem Anstoß oder einer Hilfestellung von außen. Je nach Sachlage spricht man von interner, externer oder gemischter Motivation.
Noch vor nicht allzu langer Zeit ging man davon aus, dass das menschliche Verhalten hauptsächlich vom Verstand geleitet würde. Heute weiß man jedoch, dass wir keine zu hundert Prozent rationalen Wesen sind. Oder zumindest nicht in dem Ausmaß, das wir gerne hätten. An die 80 Prozent unserer Entscheidungen basieren nicht auf der Vernunft, sondern auf Emotionen. Das muss man sich unbedingt vor Augen halten, denn Emotionen sind der Hauptbestandteil der Motivation. Und wer begreift, wie Motivation funktioniert, kann sie zu seinen Gunsten steuern.
Vereinfacht ausgedrückt lässt sich die Motivation als Kreislauf darstellen, wie in der folgenden Abbildung 1.1.
Abbildung 1.1: Der Kreislauf der Motivation
Sowohl unser rationales Denken als auch unsere Emotionen befassen sich damit, was wir wollen oder brauchen, und beide beeinflussen unser Verhalten. Handeln wir dann, verspüren wir eine Befriedigung (oder auch nicht), die sich wiederum auf die Emotionen und das rationale Denken auswirkt, und der Kreislauf beginnt von vorne.
Sicher haben auch Sie schon einmal eine Person Ihres Vertrauens um Rat gefragt, als Sie vor einer schweren Entscheidung standen. Vielleicht haben Sie um ihre »persönliche Meinung« zu einem wichtigen Thema gebeten. Dieser Begriff macht aber im Grunde keinen Sinn. Oder wenn doch, haben Sie eigentlich erwartet, dass diese Person »ehrlich« zu Ihnen sein sollte. Warum? Weil es keine »persönliche« oder subjektive Meinung gibt, die sich von einer »unpersönlichen« oder objektiven Meinung unterscheidet. Jeder hat eine einzigartige, nicht übertragbare Meinung, die auf individuellen Kriterien, Kenntnissen, Glaubenssätzen, Werten und Eindrücken basiert. Es gibt keine Meinungen à la carte und man kann auch nicht verschiedene Arten von Meinungen haben, sondern nur eine einzige, aufrichtige.
Mit der Motivation verhält es sich wie mit der Meinung: Jeder hat nur eine. Es gibt keine verschiedenen Arten von Motivation, ganz egal in welchem Bereich. Woran liegt das? Weil hinter einer persönlichen, beruflichen oder sportlichen Motivation immer dieselben Grundprinzipien der Motivation stecken und damit die einzige, die zählt: Ihre. Auch wenn sie von zahlreichen internen und externen Faktoren beeinflusst wird.
Dazu fällt mir noch ein alter Spruch ein: Mit der Motivation verhält es sich wie mit der Schwangerschaft. Man ist motiviert – oder eben nicht. Ein bisschen motiviert gibt es nicht, ebenso wenig, wie man ein bisschen schwanger ist. Können Sie sich Usain Bolt vorstellen, wie er bei den Olympischen Spielen »ein wenig motiviert« auf den Startschuss zu 100 Meter Sprint wartet? Oder gar demotiviert? Wie groß wären seine Chancen, das Rennen zu gewinnen? Ich würde sagen: gleich null.
Im sportlichen Bereich spielt natürlich auch der Wettkampfaspekt eine wichtige Rolle. Da ist man bereit, den Körper an seine Grenzen zu bringen, um ein Spiel oder ein Turnier zu gewinnen und sich einen Platz auf dem Siegertreppchen zu sichern. Doch die Kraft, die dazu antreibt, die Herausforderung zu meistern und es ins Ziel zu schaffen, ist dieselbe, die uns auch in allen anderen Lebensbereichen anschiebt: die Motivation. Und auch die Belohnung, die wir für unsere Anstrengungen erhalten, ändert sich nicht, denn es sind dieselben biochemischen Prozesse am Werk, nämlich die Befriedigung, es geschafft zu haben.
Warum aber scheint das im beruflichen Kontext nicht so deutlich erkennbar? Nehmen wir an, zwei Personen führen exakt dieselbe Aufgabe aus, eine ist motiviert und die andere langweilt sich fürchterlich dabei. Ein anderer ist bei der Entwicklung einer Marketing-Kampagne hoch motiviert, aber nicht, wenn er auf Anordnung des Chefs einen Bericht darüber verfassen soll. In diesem Sinne könnte ich noch viele weitere Beispiele nennen.
Was kann man tun, um die Motivation nicht zu verlieren? Wie lässt sie sich stärken? Und vor allem: Wie bekommt man ein motiviertes Team am Arbeitsplatz?
Hier sollte man den Vergleich mit dem Sport nicht aus den Augen verlieren, denn da ist der Wettbewerb ein entscheidender motivierender Faktor. Ziel ist es, ein Rennen zu gewinnen oder die persönliche Bestmarke zu schlagen. Eine derart hohe Motivation im Berufsleben liefert spektakuläre Ergebnisse, die man nicht unterschätzen sollte. »In einem Unternehmen mit glücklichen Mitarbeitern liegt die Produktivität durchschnittlich um 31 Prozent höher«, erklärt María Jesús Álava Reyes, Psychologin, Autorin und Coachin an der Universität von Navarra.1 Auf sportliche Leistungen übertragen würde dieser Wettbewerbsvorteil zweifellos einen haushohen Sieg bescheren.
»Um bei den Kunden Erfolg zu haben, muss man zuerst bei seinen Mitarbeitenden erfolgreich sein.«
Doug Conant, CEO der Campbell Soup Company
Intuitiv weiß wohl jeder, dass Motivation unglaublich wichtig ist. Ich persönlich habe noch nie einen Unternehmer, Manager oder Teamleiter kennengelernt, der sich keine motivierten Personen in seinem Team gewünscht hätte. Nachdem Sie sich aber vielleicht nicht ohne Weiteres auf Ihre Intuition verlassen möchten, werfen wir zunächst einen Blick auf die Fakten, um eine genauere Vorstellung zu bekommen, welch enorme Auswirkungen die Motivation im Unternehmen und in der Wirtschaft im Allgemeinen hat.
Diverse Studien und Untersuchungen zum Thema unterscheiden sich zwar manchmal leicht in den Zahlen, stimmen aber im Großen und Ganzen in ihren Ergebnissen überein. Sehen wir uns ein paar dieser Daten an, die von angesehenen Institutionen und Organisationen veröffentlicht wurden:
Gallup
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schätzt die Kosten der Demotivation für die Wirtschaft der USA auf 450 bis 550 Milliarden Dollar.
Die
Harvard Business Review
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hat ermittelt, dass zufriedene und motivierte Mitarbeitende um stolze 31 Prozent produktiver sind als ihre demotivierten Kollegen und dass motivierte Personen 37 Prozent höhere Verkaufszahlen generieren. Ganz zu schweigen von der Kreativität: Motivierte sind dreimal kreativer als Demotivierte. Stellen Sie sich einmal vor, was das für eine Marketing-Abteilung bedeutet.
Laut Gallup ist Demotivation der häufigste Grund, warum
Millennials
ihren Arbeitsplatz wechseln. Sie sind die Altersgruppe mit der höchsten beruflichen Mobilität. Sprich: Sie suchen bei einem anderen Unternehmen nach Enthusiasmus und Motivation, wenn sie diese an ihrem Arbeitsplatz nicht finden. Um zu wachsen, sich neu zu erfinden und Innovationskraft zu haben, braucht aber jedes Unternehmen auch junge Leute. Es sollte eine Priorität sein, motivierte
Millennials
im Team zu haben.
Eine von Leadership IQ
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in den USA durchgeführte Studie ergab, dass 46 Prozent aller neuen Beschäftigungsverhältnisse nach maximal 18 Monaten aufgelöst werden, sei es nun per Kündigung oder Entlassung. Ganz oben auf der Liste der Kündigungsgründe stehen mangelnde Integration in die Unternehmensstruktur und Demotivation. Die Kosten für eine Neueinstellung hängen vom Stellenprofil und Dienstalter ab, doch grob gesagt belaufen sie sich auf 50 bis 300 Prozent des jeweiligen Jahresgehalts. Verlorenes Geld, das man besser in F&E, Marketing, die Erweiterung des Unternehmens oder noch treffender vielleicht in Strategien zur Motivationssteigerung investieren könnte.
Das Wissen, für wen und warum man arbeitet, wirkt sich direkt auf die Motivation aus. Es macht einen Unterschied, ob man in der Verwaltung einer Nichtregierungsorganisation arbeitet, die gegen den Hunger in der Welt kämpft, oder ob man in der Waffenindustrie tätig ist. Laut Gallup kennen nur 41 Prozent der Arbeitnehmer die Werte, die die Identität ihres Unternehmens ausmachen, und wissen, worin es sich von der Konkurrenz unterscheidet.
Motivation hat zudem direkte Auswirkungen auf die Gesundheit. Gallup-Studien haben gezeigt, dass das obere Viertel der motiviertesten, engagiertesten Arbeitnehmer um 50 Prozent weniger Arbeitsunfälle erleidet. Die daraus resultierenden Einsparungen für das Unternehmen durch weniger Ausfälle und Verwaltungsaufwand, geringeren Koordinierungsbedarf für Vertretungen und insgesamt weniger Leistungseinbrüche sind enorm.
Das Beratungsunternehmen Hay Group stieß in einer Studie auf ein weiteres überwältigendes Ergebnis
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: Unternehmen mit starker Mitarbeitendenbindung und guter Motivation können ein 4,5-mal höheres Umsatzwachstum vorweisen als Unternehmen, bei denen es schlecht um diese Dinge steht.
Als i-Tüpfelchen noch ein Ergebnis der Hay Group, das schwarz auf weiß eine Grundsatzfrage belegt, die wohl inzwischen offensichtlich scheint: Das Consultingunternehmen kommt zu dem Schluss, dass Mitarbeitende, die ihre Arbeit motiviert machen, um 43 Prozent produktiver sind.
Jedes dieser Ergebnisse für sich ist bereits Grund genug, um aktiv zu werden. Alle zusammen stellen sicherlich ein unwiderlegbares Argument dar, sich für Engagement und Motivation im Unternehmen einzusetzen. Die Schaffung eines motivierten Arbeitsumfelds sollte für jeden CEO, Generaldirektor, Manager oder Teamleiter ein wichtiges Ziel, ja, sogar eine unumstößliche Pflicht sein.
Dennoch steht die Motivation auf den Prioritätenlisten der Unternehmen meist nicht an der Spitze. Und obwohl Motivation wirklich keine Nachteile hat, ist die Demotivation leider auch heute das tägliche Brot von vielen Arbeitnehmern und Unternehmen. Sehen wir uns an, woran das liegt.
Der Vergleich mag etwas bemüht klingen, doch mit der Motivation verhält es sich wie mit dem Ruf. Ihn aufzubauen kann ein langer, mühsamer und langwieriger Prozess sein. Ihn zu zerstören ist dagegen sehr einfach und das Ergebnis sofort sichtbar – in einem kurzen Moment ist ein Ruf ruiniert. Und man kann ihn zwar vielleicht wiederherstellen, doch das ist in der Regel mühsam und schwer.
Mit der Motivation ist es ganz genauso. Bewusst oder unbewusst weiß jeder, wie man jemanden mit einem Schlag demotivieren kann. Wer sich da nicht sicher ist, sollte besonders vorsichtig sein, denn die Motivation – sei es nun die eigene oder die fremde – ist äußerst fragil. Und sie hängt von ganz alltäglichen Dingen ab, die im normalen Betrieb jedes Unternehmens ablaufen. Die Forschung hat acht Hauptgründe für die Demotivation von Arbeitnehmern identifiziert, die ich in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst habe. Ich möchte Sie dazu einladen, sich ein paar Minuten für die erste praktische Übung zu nehmen: Bewerten Sie die verschiedenen Faktoren, die sich direkt auf die Demotivation der Mitarbeitenden auswirken, für sich selbst oder Ihr Unternehmen:
1. Mikromanagement
