Das Politische in Mascha Kalékos "Das Lyrische Stenogrammheft" - Lucas M. Krah - E-Book

Das Politische in Mascha Kalékos "Das Lyrische Stenogrammheft" E-Book

Lucas M. Krah

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2019 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 1,0, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Lyrik und Chansons der Weimarer Republik (Proseminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Die erfolgreichste deutschsprachige Lyrikerin des 20. Jahrhunderts Mascha Kaléko emigrierte 1937 nach New York. Als Jüdin konnte sie nicht mehr in Nazi-Deutschland bleiben, sie hat sich danach auf ihren Besuchen nie wieder in Deutschland heimisch gefühlt, und auch die Germanistik hat sie nie wirklich "repatriiert". Die leichte Verständlichkeit ohne politische Apelle, wie man sie beispielsweise bei Tucholsky findet, haben wohl mit dazu beigetragen, dass ihr von Seiten der Literaturwissenschaft lange Zeit wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Auch die Kritik Walter Benjamins an vielen neusachlichen Autoren – allen voran Erich Kästner – darf wohl auch auf Kalékos Werk bezogen werden, wird sie doch als weiblicher Kästner bezeichnet. Diese Arbeit untersucht anhand von drei exemplarischen Gedichten aus "Das Lyrische Stenogrammheft" den politischen Gehalt von Mascha Kalékos Lyrik. Zu diesem Zweck beginnt die Arbeit mit einer definitorischen Annäherung an den Begriff "politisch". Aus diesem Grund wird – unter Rückgriff auf Aristoteles und Hannah Arendt – eine Arbeitsdefinition für die weitere Arbeit formuliert. Die Gedichte, die auf ihren politischen Gehalt hin analysiert werden, sind zunächst Mannequins und Der Herr von Schalter Neun. Sie zeigen das Verhältnis von Einzelpersonen bzw. Personengruppen zu ihrem Beruf. Inwiefern sich hieran Kritik am ökonomischen und gesellschaftlichen System zur Zeit der Weimarer Republik findet, soll im Detail untersucht werden. Die so servile wie bestimmende Art des Beamten wird hierzu mit dem Konzept des autoritären Charakters aus der Kritischen Theorie verglichen. In Großstadtliebe schließlich zeigen sich bereits im Titel zwei Leitthemen Kalékos. Das lyrische Ich beschreibt hierin abgeklärt und distanziert den Verlauf einer Romanze, die in der Schnelllebigkeit des großstädtischen Trubels stattfindet. Das Schicksal von alltäglichen Einzelpersonen in Der Herr von Schalter Neun und Mannequins und das Fehlen von jugendlichen Leidenschaften vor dem Hintergrund der anonymen Großstadt in Großstadtliebe sind Motive, die im "Lyrischen Stenogrammheft" häufig vorkommen und bilden deswegen eine für diesen Umfang repräsentative Auswahl. Abschließend werden die Gedichte mit Benjamins Kritik in Bezug gesetzt und allgemein die Frage beantwortet, auf welche Weise das Werk Kalékos als politisch werden betrachtet werden kann.

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