DAS TOR ZUM ALL - Marion Zimmer Bradley - E-Book

DAS TOR ZUM ALL E-Book

Marion Zimmer Bradley

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Beschreibung

Als Jungen haben sie sich in den Eingeborenen-Städten des Planeten Wolf herumgetrieben, als Erwachsene haben sie für den irdischen Geheimdienst gearbeitet. Dann kam ein Kampf, der sie entzweite. Und während Cargill, der Erdenmann, sich für sechs Jahre aus dem aktiven Dienst zurückzog, verschwand sein eingeborener Freund Rakhal in der Wildnis einer grausamen Welt, die Terraner nur als Gäste duldet. Jetzt aber braut sich auf Wolf eine Gefahr zusammen, die das Imperium in seinen Grundfesten erschüttern kann. Ein nichtmenschlicher Kult drängt zur Macht - und es hat den Anschein, als sei Rakhal in dessen Machenschaften verwickelt. Trotz aller Warnungen verlässt Cargill die sichere Erd-Enklave und macht sich in der Maske eines Eingeborenen auf einen Weg, der nur im Ungewissen enden kann... Marion Zimmer Bradleys klassischer Science-Fiction-Roman aus dem Jahr 1961 – als durchgesehene Neu-Ausgabe in der Reihe APEX SF-KLASSIKER, übersetzt von Ronald M. Hahn.

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MARION ZIMMER BRADLEY

Das Tor zum All

Roman

Apex Science-Fiction-Klassiker, Band 2

Apex-Verlag

Inhaltsverzeichnis

Das Buch

Die Autorin

DAS TOR ZUM ALL

Eine Bemerkung der Autorin

Das Buch

Als Jungen haben sie sich in den Eingeborenen-Städten des Planeten Wolf herumgetrieben, als Erwachsene haben sie für den irdischen Geheimdienst gearbeitet. Dann kam ein Kampf, der sie entzweite. Und während Cargill, der Erdenmann, sich für sechs Jahre aus dem aktiven Dienst zurückzog, verschwand sein eingeborener Freund Rakhal in der Wildnis einer grausamen Welt, die Terraner nur als Gäste duldet. Jetzt aber braut sich auf Wolf eine Gefahr zusammen, die das Imperium in seinen Grundfesten erschüttern kann. Ein nichtmenschlicher Kult drängt zur Macht - und es hat den Anschein, als sei Rakhal in dessen Machenschaften verwickelt. Trotz aller Warnungen verlässt Cargill die sichere Erd-Enklave und macht sich in der Maske eines Eingeborenen auf einen Weg, der nur im Ungewissen enden kann...

Marion Zimmer Bradleys klassischer Science-Fiction-Roman aus dem Jahr 1961 – als durchgesehene Neu-Ausgabe in der Reihe APEX SF-KLASSIKER, übersetzt von Ronald M. Hahn.

Die Autorin

Marion Zimmer Bradley, * 03. Juni 1930, † 25. September 1999.

 Marion Zimmer Bradley war eine US-amerikanische Schriftstellerin. Bekannt wurde sie in erster Linie durch ihre Fantasy-Romane: die erfolgreichsten sind die Geschichten aus dem Darkover-Zyklus (seit 1962) sowie der Roman Die Nebel von Avalon (The Mists Of Avalon, 1979). Letzterer schildert die Artus-Sage aus Sicht einer Frau. Die Nebel von Avalon wurde im Jahr 2000 für das Fernsehen verfilmt (Regie: Uli Edel) und 2001 ausgestrahlt.

Ein weiteres sehr erfolgreiches Buch der Autorin ist Die Feuer von Troia (The Firebrand, 1987), in welchem der Trojanische Krieg aus Sicht der Priesterin Kassandra neu erzählt wird.

Mit ihren Romanen hatte Bradley großen Einfluss auf feministische und neuheidnische Kreise.

Bradley hat in der US-amerikanischen Science-Fiction das Thema Homosexualität enttabuisiert und es vorurteilsfrei dargestellt. Unter Pseudonymen schrieb sie Mitte der 1960er mehrere Romane mit LGBT-Inhalten, die sie selbst allerdings als Brotschreiberei und „Schundromane“ bezeichnete.

Marion Zimmer Bradley kam 1930 als Marion Eleanor Zimmer in Albany zur Welt. Mit elf Jahren begann sie zu schreiben. Zunächst versuchte sie sich an historischen Romanen. Im Jahr 1946 begann sie ein Lehramtsstudium am Lehrerkolleg des New York State College, brach es aber ohne Abschluss ab. 1949 heiratete sie den dreißig Jahre älteren Eisenbahnangestellten Robert Alden Bradley. 1950 kam ihr erster Sohn, David Bradley, zur Welt. 1962 trennte sie sich von Robert Bradley, zog nach Abilene (Texas) und setzte ihr Studium an der Hardin-Simmons University fort, das sie 1964 mit dem Grad Bachelor of Arts in Psychologie abschloss. 1964 ließ sie sich von Bradley scheiden und heiratete wenige Wochen später Walter Henry Breen, einen Autor und Numismatiker, der auch zur Geschichte der Homosexualität forschte. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder, Patrick und Moira. Aus beruflichen Gründen führte sie weiter den Namen Bradley.

Danach begann sie ein Aufbaustudium an der University of California, Berkeley und wurde zusammen mit Diana L. Paxson 1966 Mitbegründerin der Society for Creative Anachronism. 1979 trennte sie sich von Breen, arbeitete aber weiterhin mit ihm zusammen.

Mit ihren Schwägerinnen Diana L. Paxson und Tracy Blackstone sowie ihrem Bruder Paul Edwin Zimmer wohnte sie in dem Schriftstellerhaushalt Greyhaven, später bis zu ihrem Tod in ihrem Haus Greenwalls, beides in Berkeley (Kalifornien). Am 21. September 1999 erlitt Marion Zimmer Bradley einen Herzanfall, an dessen Folgen sie am 25. September desselben Jahres verstarb. Zwei Monate später wurde ihre Asche über dem Glastonbury Tor in Somerset, England verstreut.

Bereits im Alter von 17 Jahren gab Bradley eine Zeitschrift für Science-Fiction-Fans heraus. Ab 1953 konnte sie erste Texte in Fantasy- und SF-Magazinen veröffentlichen. In diesem Jahr druckte das Magazin Vortex Science Fiction ihre Kurzgeschichte Women Only. Es folgten zahlreiche weitere Kurzgeschichten, zum Teil unter verschiedenen Pseudonymen. Bei vielen davon handelte es sich um Auftragsarbeiten, die sie zum Teil selbst als minderwertig ansah. Ihre ersten kontinuierlichen Erfolge stellten sich mit dem Darkover-Zyklus ein, dessen erster Roman The Planet Savers 1958 erschien; die deutsche Ausgabe folgte 1962 unter dem Titel Retter des Planeten.

Daneben wirkte sie an Periodika und Anthologien mit, die sie teilweise selbst herausgab. Weltweiten Erfolg und Bestsellerstatus erlangte sie 1979 mit dem Roman Die Nebel von Avalon (The Mists Of Avalon), durch den sie über das Fantasy-Genre hinaus bekannt wurde.

Im Laufe ihres Lebens schrieb Bradley rund 50 Novellen des Science-Fiction/Fantasy-Genres, ferner erschienen zahlreiche Sammelbände ihrer Kurzgeschichten. Bei über 20 weiteren Büchern des Genres, meist Sammelbänden, wirkte sie als Herausgeberin mit. Bradley förderte nicht nur die kreative Arbeit von Fans („Fan-Fiction“), sondern schrieb auch ihrerseits mindestens eine Geschichte aus dem Mittelerde-Universum des britischen Schriftstellers J. R. R. Tolkien (The Jewel of Arwen).

DAS TOR ZUM ALL

Eine Bemerkung der Autorin

  Ich habe schon immer schreiben wollen. Aber erst als ich im Alter von sechzehn Jahren die alten Pulp-Science-Fantasy-Magazine entdeckte, wurde aus diesem allgemeinen Verlangen das spezielle Bedürfnis, SF-Abenteuer zu verfassen. Nach einer Reihe von Umwegen entdeckte ich die SF des »Goldenen Zeitalters«: die Ära von Henry Kuttner, C. L. Moore, Leigh Brackett, Edmond Hamilton und Jack Vance. Und während ich noch Ablehnungsbescheide für meine frühen

Schreibversuche bekam, änderte sich der Zeitgeist. Abenteuer auf fernen Welten und fremde Dimensionen kamen aus der Mode - in der Science Fiction legte man plötzlich größeren Wert auf die Wissenschaft. Deswegen waren meine ersten Erzählungen geradlinige Science Fiction-Stories, und ich habe auch nicht vor, davon abzuweichen. Es gibt Platz dafür. Pauschal betrachtet hat jene Art von SF, die uns die morgigen Schlagzeilen so nahe heranholt wie den heutigen Frühstückskaffee, das Massenbewusstsein der modernen, wunderbaren Welt der Wissenschaft, in der wir leben, verbreitert. Sie hat Generationen junger Menschen dabei geholfen, sich in einer rasch verändernden Welt zurechtzufinden.

Aber Moden ändern sich, alte Liebschaften erblühen neu, und jetzt, wo sich Satelliten am Himmel tummeln und zu seltsamen, neuen Monden geworden sind, sind auch die SF-Leser bereit, auf morgen zu warten, um die kommenden Schlagzeilen zu lesen. Ich glaube, es ist wieder einmal der rechte Ort und die rechte Zeit für den Wunsch und das Bedürfnis, die Wunder und Buntheit der fernen Welten zu schildern, die hinter den Sternen liegen. Welten, die so weit entfernt sind, dass wir sie niemals sehen werden. Deswegen habe ich DAS WELTRAUMTOR geschrieben.

Marion Zimmer Bradley

  1

Hinter den Toren des Raumhafens jagten die Männer der Kharsa einen Dieb. Ich hörte ihre schrillen Schreie und ihr Fußgetrappel, aber die Schritte, die sie machten, waren ein wenig zu lang und klangen zu schleifend, als dass sie hätten menschlich sein können. Sie erzeugten in den dunklen und staubigen Straßen, die auf den Hauptplatz zuliefen, zunehmend stärker werdende Echos.

Aber der Platz selbst lag leer im blutig roten Schein von Wolfs mittäglicher Sonne. Das am Himmel hängende, mattrote Auge von Phi Coronis, des alten, sterbenden Sterns, gab nur noch bleiches und hitzeloses Licht ab. Die beiden Raumgardisten, die die schwarzen Lederuniformen des Terranischen Imperiums trugen und an deren Gurten Schocker baumelten,  dösten unter dem Torbogen, an dem das Stern-und-Raketen-Emblem darauf hinwies, dass hier die terranische Domäne anfing. Einer von ihnen, ein stumpfnasiger, junger Bursche, der erst vor ein paar Wochen von der Erde gekommen war, lauschte neugierig den Schreien und den eiligen Schritten, ehe er mir das Gesicht zuwandte.

»He, Cargill. Sie können das Kauderwelsch doch verstehen. Was ist denn da draußen los?«

Ich ließ den Torbogen hinter mir und lauschte. Auf dem Platz war immer noch niemand zu sehen. Weiß und dem Wind ausgeliefert lag er da; eine Barriere aus Leere. Auf der einen Seite lagen der Raumhafen und die weißen Wolkenkratzer des terranischen Hauptquartiers; auf der anderen befanden sich eine Ansammlung niedriger Gebäude, der Straßenschrein, das kleine Raumhafencafé, in dem es nach Kaffee und Jaco roch, und die finsteren, offenen Mäuler der in die Kharsa einmündenden Straßen - die Altstadt, das Eingeborenenviertel. Doch ich war allein auf dem Platz - allein mit den schrillen Schreien, die jetzt näher kamen und von den mich umgebenden Mauern zurückgeworfen wurden. Allein mit dem Klang zahlreicher Füße, der aus einer der schmutzigen Straßen auf mich zukam.

Dann sah ich ihn rennen und Haken schlagen, während ihm ein Steinhagel um die Ohren flog; jemanden oder etwas Kleines, das einen Umhang trug und sehr gelenkig war. Dahinter kam der immer noch gesichtslose Mob, der heulte und Steine warf. Noch konnte ich keinen der Schreie verstehen, aber dass die Menge blutdurstig war, stand außer Zweifel. Ich sagte kurz »Das wird Ärger geben«, dann ergoss sich der Mob auch schon über den Platz. Der fliehende Gnom sah sich einen Moment lang wild um, wobei sich sein Kopf dermaßen schnell bewegte, dass es unmöglich war, auch nur einen flüchtigen Eindruck seines Gesichts zu gewinnen - ob es menschlich oder nicht menschlich, alltäglich oder bizarr war. Und dann raste er wie ein von einer Schleuder abgeschossener Kieselstein geradewegs auf den Sicherheit symbolisierenden Torbogen zu.

Der hinter ihm her rennende Mob brüllte und schrie und überquerte die Hälfte des Platzes. Nur die Hälfte. Dann - aufgrund jener plötzlichen Intuition, die selbst der aufgedrehtesten Menge etwas Vernunft zurückgibt - hielten die Verfolger unsicher an und sahen sich um.

Ich stellte mich auf die unterste Treppenstufe des HQ-Gebäudes und sah sie mir an.

Die meisten von ihnen waren Chaks; bepelzte, mannshohe Nichtmenschliche aus der Kharsa, aber Angehörige der Unterschicht. Ihr Fell war ungekämmt, und Schmutz und Krankheiten hatten ihre Schwänze räudig werden lassen. Ihre Lederschurze bestanden nur noch aus Fetzen. Einer oder zwei aus der Menge waren menschlich, sie gehörten zum Bodensatz der Kharsa. Aber das Stern-und-Raketen-Emblem, das über den Toren des Raumhafens leuchtete, ernüchterte auch die Blutdurstigsten unter ihnen, und so traten sie auf ihrer Hälfte des Platzes unentschlossen von einem Bein auf das andere.

Eine Zeitlang konnte ich nicht erkennen, wohin sich das Opfer der Meute geflüchtet hatte. Dann sah ich den Gnom wieder: Kaum einen Meter von mir entfernt duckte er sich in den Schatten. Der Mob gewahrte ihn im gleichen Augenblick. Als der Menge bewusst wurde, dass sich der Gnom in die Sicherheit des Torbogens zurückgezogen hatte, fing sie frustriert und wütend an zu heulen. Jemand warf einen Stein. Er flog an meinem Kopf vorbei und hätte mich fast getroffen. Als er vor den Füßen eines schwarzgekleideten Gardisten landete, zuckte der Kopf des Mannes hoch. Dann hatte er plötzlich einen Schocker in der Hand und machte eine drohende Gebärde.

Diese Geste hätte an sich reichen müssen, denn man hatte das terranische Gesetz auf Wolf mit Blut, Feuer und explodierenden Atomen geschrieben. Jedermann kennt seine Grenzen. Die Männer der Raumflotte mischen sich weder in die Angelegenheiten der Altstadt noch in die der anderen Eingeborenensiedlungen ein, aber wenn es auf ihrer eigenen Schwelle zu Gewalttaten kommt und diese sich auf das hinter dem Stern-und-Raketen-Emblem liegende Gebiet erstrecken, folgt die Strafe nicht nur auf dem Fuße, sondern wird auch mit Härte durchgesetzt. Die Drohung hätte also an sich genügen müssen.

Stattdessen stieß die Menge heulende Schmähungen aus.

»Terraner!«  

»Sohn eines Affen!«

Die beiden Gardisten standen nun Schulter an Schulter hinter mir. Der Junge mit der stumpfen Nase, der nun ein bisschen blass aussah, rief: »Gehen Sie rein, Cargill! Wenn ich schießen muss...«

Sein älterer Begleiter brachte ihn mit einer Geste zum Schweigen. »Warte.«

Dann rief er: »Cargill!« Ich nickte, um zu zeigen, dass ich ihn gehört hatte.

»Sie sprechen doch ihr Kauderwelsch. Sagen Sie ihnen, sie sollen abschieben. Ich will hier keine Schießerei, verdammt noch mal!«

Ich ging hinunter, begab mich auf den offenen Platz und ging über die bröckeligen weißen Steine auf den unruhig hin- und herwogenden Mob zu. Obwohl ich wusste, dass die beiden Gardisten hinter mir standen, bekam ich eine Gänsehaut. Dann hob ich die Hand, um ein Zeichen des Friedens zu machen.

»Die Menge soll den Platz räumen«, rief ich im Dialekt der Kharsa. »Dieses Territorium ist dem Frieden verpflichtet. Tragt eure Streitigkeiten anderswo aus!«

Die Menge geriet in Bewegung. Es war ein Schock für sie, statt in Terra Standard, jener Sprache, die das Imperium Wolf aufgezwungen hat, in ihrem eigenen Dialekt angesprochen zu werden. Ein Augenblick lang herrschte Schweigen. Ich hatte schon vor langer Zeit erfahren, dass es von Vorteil war, die Sprachen Wolfs zu beherrschen.

Aber das Schweigen währte nur eine Minute. Dann rief jemand mit lauter Stimme: »Wir gehen erst dann, wenn ihr ihn herausgebt! Er hat keinen Anspruch auf terranischen Schutz!«

Ich näherte mich dem hingekauerten Gnom, der alles tat, um sich vor dem Hintergrund der Mauer noch kleiner zu machen, und stieß ihn mit dem Fuß an. »Steh auf. Wer bist du?«

Als er sich aufrappelte, glitt die Kapuze von seinem Gesicht. Er zitterte stark. Im Schatten seiner Kapuze sah ich ein bepelztes Gesicht, eine bebende, samtweiche Schnauze und sanfte, große, goldfarbene Augen, die gleichermaßen Intelligenz und Entsetzen ausstrahlten.

»Was hast du getan? Kannst du nicht sprechen?«

Er hielt mir eine Art Bauchladen entgegen, den er bis dahin unter seinem Umhang verborgen hatte. An ihm war nichts Besonderes. »Spielzeug. Verkaufe Spielzeug. Für Kinder. Haben Sie welche?«

Ich schüttelte den Kopf und schob das Geschöpf weg von mir. Dabei schenkte ich der Anordnung zierlicher, handgefertigter Püppchen, kleiner Tiere, Prismen und Kristallklappern kaum mehr als einen raschen Blick. »Du verschwindest besser von hier. Hau ab. Dort hinunter.« Ich deutete auf die Straße.

Wieder fing jemand aus den Reihen des Mobs an zu brüllen. Die Stimme hatte einen äußerst hässlichen Klang. »Er ist einer von Nebrans Spionen!«

»Nebran...« Der gnomenhafte Nichtmensch brabbelte etwas vor sich hin und geriet dann hinter mir in Bewegung. Ich sah, wie er seinen Körper spannte und so tat, als wolle er in Richtung der Tore verschwinden. Und dann, als die Menge sich darauf eigestellt hatte, lief er quer über den Platz auf den Straßenschrein zu, wobei er in jeder Mauernische Deckung suchte. Ein Steinhagel folgte seinem Fluchtweg. Der kleine Spielzeugverkäufer tauchte im Straßenschrein unter.

Dann hörte ich die Menge entsetzt »Ah, aaah!« rufen. Sie wich zurück, drängte nach hinten. Eine Minute später fing sie an, sich aufzulösen. Aus der Gesamtheit wurden wieder einzelne Wesen, die in den Seitengassen und dunklen Straßen verschwanden, die auf den Platz mündeten. Drei Minuten später lag der Platz wieder leer im Schein der blassen, blutig roten Mittagssonne.

Der Bursche in der schwarzen Lederuniform stieß den angehaltenen Atem aus, fluchte und steckte seine Waffe wieder ein. Mit einem neugierigen Blick fragte er naiv: »Wo ist der kleine Kerl hin?«

»Wer weiß?« Der andere zuckte die Achseln. »Wahrscheinlich hat er sich in einer der Gassen verkrochen. Haben Sie gesehen, wo er hingegangen ist, Cargill?«

Ich ging langsam zum Torbogen zurück. Für mich hatte es so ausgesehen, als sei er in den Straßenschrein gelaufen und habe sich dort in Luft aufgelöst. Aber ich habe lange genug auf Wolf gelebt, um zu wissen, dass man seinen Augen hier nicht trauen kann. Das sagte ich den Männern, und der junge Bursche fluchte erneut. Er war erstaunter, als er zugeben wollte. »Kommt so was hier öfter vor?«

»Ununterbrochen«, versicherte ihm sein Kollege nüchtern und zwinkerte mir heimlich zu. Ich erwiderte sein Blinzeln jedoch nicht.

Der junge Bursche ließ das Thema nicht fallen. »Wo haben Sie ihre Sprache gelernt, Mr. Cargill?«

»Ich bin sehr lange auf Wolf gewesen«, sagte ich, drehte michauf dem Absatz um und ging auf das Hauptquartier zu. Ich gab mir Mühe, ihnen nicht zuzuhören, aber die Stimmen der Männer folgten mir nach. Sie sprachen zwar leiser, aber nicht leise genug.

»Mensch, weißt du denn nicht, wer das ist? Das ist Cargill vom Geheimdienst! Vor sechs Jahren war er der beste Mann in der ganzen Abteilung. Das war, bevor...« Die Stimme wurde um eine weiteres Dezibel leiser, und dann hörte ich den jungen Burschen mit zitternder Stimme fragen: »Aber was, zum Teufel, ist mit seinem Gesicht passiert?«

Ich hätte inzwischen daran gewöhnt sein sollen, denn mit dieser Frage, die man mehr oder weniger regelmäßig hinter meinem Rücken stellte, war ich seit sechs Jahren vertraut. Nun, wenn mein Glück anhielt, würde ich sie niemals wieder hören. Ich ging die weißen Stufen des Wolkenkratzers hinauf, um den Rest jener Dinge zu arrangieren, die mich für immer von Wolf wegbringen würden. Ans andere Ende des Imperiums, ans andere Ende der Galaxis - egal wohin. Hauptsache, ich brauchte meine Vergangenheit nicht mehr wie ein Medaillon um den Hals zu tragen oder eingebrannt in das, was von meinem ruinierten Gesicht übriggeblieben war.

2

Das Terranische Imperium hat sein Banner auf vierhundert Planeten, die mehr als dreihundert Sonnen umkreisen, aufgepflanzt. Aber egal, welche Farbe die Sonne hat oder wie viele Monde am Himmel stehen; egal, wie die Geographie des Planeten aussieht wenn man ein HQ-Gebäude betritt, ist man auf der Erde. Und vielen, die sich Erdenmenschen nennen, muss die Erde fremd erscheinen, gemessen an der Fremdartigkeit, die ich immer dann verspürte, wenn ich die aus Marmor und Glas bestehende Innenwelt eines solchen Wolkenkatzers betrat. Ich hörte den Klang meiner Schritte, die leise Resonanzen auf dem marmornen Korridor erzeugten, und kniff die Augen zusammen, um sie an das schmerzhafte, kalte Licht der gelben Lampen zu gewöhnen.

Die Verkehrsabteilung mit ihrem Glas, Chrom und poliertem Stahl, ihren Spiegeln, Fenstern und elektronischen Schreibgeräten strahlte Leistungsstärke und Überheblichkeit aus. Der Hauptteil einer Wand wurde von einem Bildschirmüberwachungsgerät eingenommen, der einen Ausblick auf den Raumhafen ermöglichte - eine weiträumige, offene Fläche, die von blauweißen Quecksilberdampflampen erhellt wurde und den angeketteten Turm eines Sternenschiffs zeigte, der von wimmelnden Ameisen umgeben schien. Das Bodenpersonal bereitete das große Schiff auf den morgigen Start vor. Ich schenkte der Szene einen zweiten und einen dritten Blick. Wenn das Schiff abhob, würde ich an Bord sein.

Ich wandte mich vom Monitorbild des Raumhafens ab und beobachtete mich beim Weitergehen in den überall befestigten Spiegeln: Ich sah einen großen, mageren Mann, den die langen Jahre unter den Strahlen einer roten Sonne hatten blass werden lassen. Um den Mund herum und auf beiden Wangen sah ich tiefe Narben. Obwohl ich sechs Jahre hinter einem Schreibtisch gesessen hatte, wollte mir der saubere und für eben diese Tätigkeit maßgeschneiderte Anzug noch nicht passen. Und ich erhob mich unbewusst noch immer auf den Fußballen, wenn ich die seltsam gebückte Gangart eines Trocken-Städters aus den Coronis-Ebenen imitierte.

Der Angestellte hinter dem Schild BEFÖRDERUNG war ein kleiner, kaninchenhafter Mensch mit Höhensonnenbräune. Er hockte hinter seinem Schreibtisch, der wie ein Miniaturraumhafen wirkte, wie hinter einer Barrikade, als würde es ihm gefallen, dort eingesperrt zu sein. Diensteifrig sah er zu mir auf.

»Kann ich etwas für Sie tun?«

»Mein Name ist Cargill. Haben Sie einen Pass für mich?«

Der Mann starrte. Ein Freipass zum Betreten eines Sternenschiffs wird einem nur selten ausgehändigt, wenn man kein professioneller Raumfahrer ist, und dass ich nicht in diese Kategorie einzureiben war, schien für ihn offensichtlich zu sein. »Ich sehe mal in meinen Unterlagen nach«, erwiderte er unverbindlich und betätigte mehrere in die Glasbeschichtung seines Schreibtisches eingelassene Knöpfe. Schatten kamen und gingen; ich sah mich halb widergespiegelt, ein verdrehter Schatten in einem Gewirr sich rasch verändernder Farben. Schließlich stabilisierte sich das Muster. Der Angestellte las einige Namen vor.

»Brill, Cameron... Ah, ja. Cargill, Race Andrew, Abteilung 38, Transferbeförderung. Sind Sie das?«

Ich bestätigte es, und als der Klang meines Namens in dem, was Angestellte für gewöhnlich als Gehirn verwenden, eine Verbindung herstellte, fing er an, eine Reihe weiterer Knöpfe zu drücken. Dann, auf halbem Wege zum nächsten Knopfdruck, hielt er inne.

»Sind Sie Race Cargill vom Geheimdienst, Sir? Der Race Cargill?«

»Das steht alles da drin«, sagte ich und deutete mit einer müden Handbewegung auf das Leuchtmuster, das unter der Glasplatte sichtbar wurde.

»Na ja, ich dachte... Ich meine, jeder hat es für eine Tatsache gehalten, dass... Ich meine, ich habe gehört...«

»Sie dachten, jemand müsse Cargill bereits vor langer Zeit umgebracht haben, weil sein Name nicht mehr in den Nachrichten erwähnt wird?« Ich grinste bitter und sah, wie mein Abbild sich in verwaschene Schatten auflöste. Ich spürte, wie die längst verheilte Narbe an meinem Mund sich hochzog, um mein Grinsen noch schrecklicher zu machen. »Ich bin der Cargill, in Ordnung. Ich habe mich sechs Jahre lang im 38. Stock aufgehalten und Schreibtischarbeit getan, die jeder andere auch hätte erledigen können. Sie, zum Beispiel.«

Der Mann gaffte mich an. Er war ein Kaninchen, ein Mensch, der die sicheren und bekannten Grenzen der terranischen Handelsstadt niemals verlassen hatte.

»Heißt das, dass Sie der Mann sind, der in Verkleidung nach Charin ging und den Liss nachspürte? Der Mann, der die Schwarzen Berge und Shainsa erkundete? Und Sie haben in all diesen Jahren oben an einem Schreibtisch gearbeitet?

Das... ist schwer zu glauben, Sir.«

Ich zog eine Grimasse. Sogar ich hatte es nur schwer glauben können - selbst während meiner Schreibtischtätigkeit.

»Was ist mit meinem Pass?«

»Gleich fertig, Sir.« Er drückte einige Knöpfe, dann fiel ein bedruckter Plastikchip aus einem Schlitz in der Schreibtischoberfläche. »Ihren Fingerabdruck, bitte.« Er drückte meinen Finger auf die noch weiche Oberfläche des Plastikchips. Mein Abdruck wurde unlöschbar aufgenommen. Der Mann wartete einen Augenblick, damit sich das Material erhärtete, dann legte er den Chip in den Schlitz eines Pressluftrohrs. Ich hörte, wie er weggesaugt wurde.

»Wenn Sie an Bord gehen, wird Ihr Fingerabdruck damit verglichen. Der Abflug findet erst im Morgengrauen statt, aber Sie können an Bord gehen, sobald das Bodenpersonal mit den Startvorbereitungen fertig ist.« Er warf einen Blick auf die Monitorwand. Das Bodenpersonal war immer noch damit beschäftigt, letzte Hand an das unbewegliche Sternenschiff zu legen. »Ein bis zwei Stunden wird's schon noch dauern. Wohin geht denn die Reise, Mr. Cargill?«

»Zuirgendeinem Planeten in der Hyadenwolke. Ich glaube, er heißt Vainwal oder so ähnlich.«

»Und wie ist es dort?«

»Woher soll ich das wissen?« Ich war selbst noch nie dort gewesen. Ich wusste nur, dass Vainwal eine rote Sonne hatte und der amtierende terranische Gesandte einen gutausgebildeten Nachrichtendienstmann brauchen konnte. Und er hatte nicht vor, ihn an einem Schreibtisch festzunageln.

In der Stimme des kleinen Mannes klang nun Respekt - sogar ein bisschen Neid - mit. »Dürfte ich Sie... zu einem Drink einladen, bevor Sie an Bord gehen, Mr. Cargill?«

»Danke, aber ich muss noch ein paar unerledigte Dinge klären.« Das stimmte natürlich nicht, aber bevor ich meine letzten paar Stunden auf Wolf in der Gesellschaft eines Schreibtischkaninchens verbringen wollte, dass es vorzog, seine Abenteuer aus der Sicherheit der zweiten Hand zu erleben, wollte ich lieber zur Hölle fahren.

Aber nachdem ich das Büro und das Gebäude verlassen hatte, wünschte ich mir fast, ich hätte sein Angebot angenommen. Es würde mindestens noch eine Stunde dauern, bis ich an Bord gehen konnte - und in dieser Zeit konnte ich nichts anderes tun, als alten Erinnerungen nachzuhängen, Erinnerungen, die ich lieber vergessen wollte.

Die Sonne stand nun tiefer. Phi Coronis ist ein kraftloser, sterbender Stern, der, sobald er den blutig roten Mittagszenit überschritten hat, seine Helligkeit zu einem blass-rötlichen Zwielicht werden lässt. Vier der fünf Monde Wolfs drängten sich auf dem bleichen Himmel und mischten ihr dünnes, violettes Licht mit dem blutroten Sonnenschein.

Die Schatten waren blau und purpurn auf dem leeren Platz, als ich über die Steinplatten ging und auf eine der Seitenstraßen hinabschaute.

Ein paar Schritte weiter - und ich befand mich in einem heruntergekommenen Slum, der sich dermaßen stark von der westlich des Raumhafens erhebenden Sauberkeit und Pracht der Handelsstadt unterschied, dass man glauben konnte, auf einem anderen Planeten zu sein. Die Kharsa war erfüllt von den Geräuschen und Gerüchen menschlichen und nichtmenschlichen Lebens. Ein kleines, nacktes Kind mit einem goldenen Fell jagte zwischen zwei eng beieinander stehenden Kieselhäusern dahin und verschwand, wobei es ein Gelächter ausstieß, das sich nach zerbrechendem Glas anhörte.

Ein kleines Tier - halb Schlange, halb Katze - kroch über ein Dach, breitete lederartige Schwingen aus und ließ sich zu Boden gleiten. Der bittere, scharfe Weihrauchgestank aus dem offenen Straßenschrein ließ mich die Nase rümpfen. Als ich daran vorbei ging, warf mir aus dem Inneren eine klobige, nichtmenschliche Gestalt mit grünen Augen einen mürrischen Blick zu.

Ich wandte mich um und ging zurück. Dermaßen nah an der Handelsstadt gab es natürlich keinerlei Gefahren. Selbst auf Welten wie Wolf werden die terranischen Gesetze respektiert, wenn man nur einen Steinwurf von den Toren entfernt ist. Aber im vergangenen Monat war es hier und in Charin zu Krawallen gekommen. Nachdem der Mob heute gezeigt hatte, wie gewalttätig er sein konnte, konnte es passieren, dass ein einzelner und unbewaffneter Terraner plötzlich als Leiche auf den Treppenstufen des HQ-Gebäudes wieder auftauchte.

Es hatte Zeiten gegeben, in denen ich allein von Shainsa zur Polarkolonie gegangen war. Ich hatte gewusst, wie man mit Nächten dieser Art verschmolz. Schäbig und unverdächtig gekleidet, mit einem abgewetzten Umhang um die Schultern, und bis auf den rasiermesserscharfen Skean in der Umhangspange waffenlos, war ich wie ein auf den Fußballen gehender Trocken-Städter durch die Nacht geeilt. Ich hatte dabei weder wie ein Terraner geklungen noch so gerochen. Das Kaninchen im Verkehrsbüro hatte Dinge in mir aufgerührt, die ich viel lieber vergessen hätte. Jetzt waren sechs Jahre vergangen; sechs Jahre, in denen ich hinter einem Schreibtisch einen langsamen Tod gestorben war. Seit dem Tag, an dem Rakhal Sensar mich gezeichnet und mit Narben in mein Gesicht geschrieben hatte, dass ich ein toter Mann war, sobald ich das Gebiet verließ, in dem terranische Gesetze herrschten.

Rakhal Sensar. Ich ballte in ohnmächtiger Wut die Fäuste. Hätte ich ihn doch nur zwischen die Finger bekommen können!

Es war Rakhal gewesen, der mir die Schleichwege der Kharsa gezeigt, mir ein Dutzend Stammesdialekte beigebracht und mich die Zwitscherrufe der Ya-Männer, die Kultur der Katzenwesen aus den Regenwäldern, das Rotwelsch der Diebesgilde und die Gangart der Trocken-Städter aus Shainsa, Daillon und Adcarran den ausgedörrten Orten aus staubigem Salzgestein, die sich auf dem Grund der verschwundenen Ozeane Wolfs befinden - gelehrt hatte. Rakhal stammte aus Shainsa. Er war ein Mensch, so groß wie jemand von der Erde, wind- und wettergegerbt, und er hatte, seit wir Jungen gewesen waren, für den terranischen Nachrichtendienst gearbeitet. Wir hatten zusammen unsere gesamte Welt bereist und unseren Spaß dabei gehabt.

Und dann, aus einem Grund, der mir noch immer nicht völlig klar war, war alles zu Ende gewesen. Selbst jetzt wusste ich noch nicht ganz genau, was an jenem Tag für seinen Zornesausbruch verantwortlich gewesen war, der in Gewalttätigkeiten und seiner schlussendlichen Explosion geendet hatte. Dann war er verschwunden und hatte mich als Gezeichneten zurückgelassen. Und als einsamen Menschen, denn Juli war mit ihm gegangen.

Ich ging durch die Straßen des Slums, ohne dass meine Augen etwas wahrnahmen. Meine Gedanken kreisten in altvertrauten Bahnen. Ich sah Juli, meine kleine Schwester, die sich an Rakhals Hals klammerte. Ihre grauen Augen, die mich hasserfüllt anstarrten. Ich hatte sie niemals wiedergesehen.

Das war vor sechs Jahren gewesen. Ein weiteres Abenteuer hatte mir gezeigt, dass es mit meiner Nützlichkeit für den Nachrichtendienst aus war. Rakhal war zwar untergetaucht, aber er hatte mir etwas zurückgelassen: Mein Name stand auf allen Todeslisten außerhalb der sicheren Grenzen der terranischen Rechtsprechung. Als Gezeichneter war ich in die langsame Stagnation einer Schreibtischtätigkeit zurückgekehrt. Ich hatte es so lange ausgehalten, wie ich es konnte.Als es schließlich zu schlimm geworden war, hatte sich Magnusson meiner erbarmt. Er war der Chef des terranischen Nachrichtendienstes auf Wolf, und obwohl ich dazu bestimmt war, sein Nachfolger zu werden, hatte er Verständnis für meine Kündigung gezeigt. Magnusson hatte mir den Transfer und den Pass besorgt, und heute Abend würde ich gehen. Inzwischen hatte ich den Raumhafen fast wieder erreicht. Ich war in der Nähe des Straßenschreins, der am Rande des Platzes stand. Hier war der kleine Spielzeugverkäufer verschwunden, aber der Schrein unterschied sich in nichts von den Tausenden und Abertausenden anderer Straßenschreine auf Wolf. Vor dem Standbild von Ebran, dem Krötengott, dessen Gesicht und Standbild man überall auf Wolf begegnen kann, qualmte ein ätzend riechender Weihrauchklumpen, Ich musterte den hässlichen Götzen eine Weile, dann ging ich langsam weiter.

Die erhellten Vorhänge des Raumhafencafés zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich ging hinein. An der Theke standen ein paar Angehörige des Bodenpersonals und tranken Kaffee. Zwei bepelzte Chaks lungerten am anderen Ende des Raums unter den Spiegeln herum, und ein Trocken-Städter-Trio - hagere, wettergegerbte Männer in blutroten und blauen Umhängen - stand an einem Wandbrett und verzehrte mit zurückhaltender Würde ein irdisches Mahl.

In meiner Bürokleidung kam ich mir auffälliger vor als die Chaks. Was hatte ein Zivilist hier zwischen den Uniformen der Raumfahrer und dem farbenfrohen Glanz der Trocken-Städter überhaupt verloren?