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Im Stausee nahe eines abgelegenen Bergdorfs in den Schweizeralpen taucht ein mysteriöser Schatten auf. Dies versetzt die sonst so ruhige Gemeinde in Aufruhr. Als Leichenteile gefunden werden macht sich nicht nur die Polizei auf die Jagd nach dem rätselhaften Wesen. Rita und Steven, die beiden Herausgeber der Schülerzeitung, wittern eine heisse Story.
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Rebekka John
Das Ungeheuer
Ein Alpenkrimi
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Das Ungeheuer
Impressum neobooks
Ein Alpenkrimi
„Gefangen.
Rattenschwänzig kriecht die Angst an mir empor
Wenn die Nacht an meinen Kleidern reisst.
Dunkle Finger im feinen Haargespinst
Fesseln meinen Atem,
Der in leisen Zügen entweicht
Und niemals zurückkehrt.“
„Das ist die Story!“, Rita klatschte begeistert in ihre Hände. Sie eilte mit Steven durch den Schulflur zur nächsten Unterrichtsstunde. Endlich hatte sie den Aufhänger für ihre Schülerzeitung. Seit der ersten Ausgabe der „TaminaNews“ war die Nachfrage dramatisch zurückgegangen. Es gab einfach nichts, was die Schüler interessierte. Ein paar wenige politisch Interessierte kauften immer noch jeden ersten Mittwoch im Monat ihre Zeitung. Aber im Moment passierte auch politisch nicht viel. Und von ungerechten Lehrern oder dem Lehrplan 21 wollte keiner mehr was lesen. Die Meisten lasen eh am liebsten Klatsch. Aber auch der hält sich in der kleinen Schweizer Berggemeinde in Grenzen. Das einzig wichtige Thema der letzten Ausgaben war die Gefährdung der Primarschulen im Tal. Aber das interessierte die Oberstufenschüler in Pfäfers eben mal so gar nicht. Und nun das! Es war nur ein Gerücht, aber immer wieder erzählten sich die Leute im Bus und auf der Strasse, dass irgendetwas im Stausee Mapragg gesehen wurde. Die Angler trauten sich nicht mehr allein an den See, der so himmlisch türkis im Tal lag.
Vor 7 Jahren war Rita mit ihrer Familie in die Ostschweiz, ins verschlafene Taminatal gezogen. Seit dem schrieb sie immer wieder kleine Geschichten und Naturgedichte. Sie hatte sich sofort wohl gefühlt und genoss die Freiheit, die sich nun bot. Im unruhigen Passau konnte sie als Kind nie auch nur allein vor die Tür. Hier aber war das etwas völlig anderes. Stundenlang streifte sie mit ihrer jüngeren Schwester durch die Wiesen und den Wald. Im Gegensatz zu ihrer Schwester fand sie schnell Anschluss und vermisste kaum ihre alte Heimat. Ihre Leidenschaft fürs Schreiben brachte sie dann auch auf die Idee eine Schülerzeitung herauszubringen und Steven, der seit dem Einzug stets an ihrer Seite war, war der perfekte Partner für die Redaktionsarbeit. Sie liebte die langen Rechercheabende und die leidenschaftlichen Diskussionen, die sie sich lieferten. Und nun gab es eine richtig gute Story und Rita begann sofort mit ihren Recherchen. Wer hat was gesehen? Und seit wann traten diese Sichtungen auf? Doch zuvor ein kleiner Aufhängerartikel, damit die Zeitung schon mal Aufmerksamkeit bekommt.
Sie hackte schnell ein paar Zeilen zum Artikel in ihren Computer.
Und am nächsten Tag machte ihr Flugblatt die Runde. Auf den Fluren standen die Schüler zusammen und diskutierten aufgeregt.
Das Ungeheuer im Stausee
Taminatal. Seit Wochen kursieren wilde Gerüchte um den Stausee Mapragg. In dem, vom tagelangen Regen getrübten Wasser des Stausees wurde ein nicht identifizierter Gegenstand gesichtet. Augenzeugen berichten von einem schwimmenden „Etwas“.
Das zwei Meter lange Objekt scheint immer wieder abzutauchen. Ist es ein gigantischer Fisch, der unsere Gewässer heimsucht? Was befindet sich im Stausee? Müssen wir Angst haben?
Erfahrt mehr zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe der „T'News“
„Das Flugblatt war eine geniale Idee von dir. Die Redaktion quillt über von E-Mails über das Ungeheuer. Du glaubst gar nicht, wie viele plötzlich was gesehen haben“. Rita scrollte durch ihr E-Mail-Programm. „Wir müssen uns aufteilen. Du sprichst mit den Jungs. Schreib ihnen eine kurze Mail, wann und wo ihr euch treffen könnt. Und frag auch nach Fotos! Ich spreche mit den Mädchen. Sie sind, wenn ich das richtig gelesen habe, meistens nur „Vermittler“. Irgendwo haben sie was aufgeschnappt. Aber vielleicht bekommen wir von ihnen doch brauchbare Hinweise.“, sagte Rita. Ihr gegenüber sass ein schmaler Junge mit blasser Haut, er las gerade einige der E-Mails.
„Wir sollten die Flugblätter auch in den Bussen verteilen. Dann bekommen wir vielleicht noch Feedback von Erwachsenen. Das würde die ganze Sache glaubwürdiger machen.“, meinte er dann nachdenklich. Rita nahm seine Idee begeistert auf und druckte gleich ein paar Exemplare aus.
Steven und Rita waren schon lange befreundet, vor einem halben Jahr haben sie die Schülerzeitung gegründet und leisteten nun gemeinsam die Redaktionsarbeit. Die Idee dahinter war, Schülerinteressen zu vertreten und zu propagieren. Aber in den letzten Monaten gab es wenig Aufregendes. Da war nur der angebliche Schulverweis einer 14-jährigen Schülerin auf Grund ihrer Schwangerschaft, die neue Busstrecke, dank der nun fertiggestellten Taminabrücke und nicht zuletzt, das ewig leidliche Thema Lehrplan 21, das hier eh jedem am Arsch vorbei geht. Ist man erst in der Sek, ist man doch schon fast fertig mit der Schule. Rita und Steven waren in der 2. Sekundarstufe und für diese Arbeit das perfekte Team, der Computerfreak und die quirlige Nervensäge, die ihre Nase überall reinsteckte.
Auf jeden Fall hatten sie nun eine heisse Story. Denn irgendetwas läuft da. Es ist nicht nur der übliche Tratsch, da waren sie sich ganz sicher.
Du bist ganz allein. Du traust dich nicht den Fernseher abzuschalten, denn dann wird es so still um dich herum. Die Stille erdrückt dich. Legt sich über dich, sitzt beklemmend auf deiner Brust. Du kannst nicht frei atmen. Das Ticken der Uhr kommt immer näher. Alles um dich herum ist Angst. Angst, weil du alleine bist. Da draussen frisst die Dunkelheit die Welt. Mit ihr alles, was real war. Du kannst jetzt nicht aufstehen, nicht da raus gehen. Du bist hier allein. Du bleibst als einziger, der versteht.
„
