Das vorläufig letzte Buch Jesus - Samuel Zabing - E-Book

Das vorläufig letzte Buch Jesus E-Book

Samuel Zabing

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Beschreibung

Zum Buch: Was, wenn Jesus seit 2000 Jahren immer wieder in unsere Welt hineingeboren wurde? Wie wirkt sich derlei auf unsere Welt aus? Ist diese ganze "Jesussache" reine Fiktion vieler Christen? - Oder ist doch was dran an den Märchen um die Gestalt des Jesus? Könnte es sein, dass die Bibel doch nicht das gesamte Wort Gottes ist? Lassen Sie sich mitnehmen auf eine unglaubliche Reise des Jesus, im Hier und Heute...

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Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Das vorläufig letzte Buch Jesus

- eine Satire -

von

Samuel Zabing

Impressum:

1.Auflage der Druckvariante

Hettenleidelheim im Februar 2022

© by Samuel Zabing, Autor

www.zabing.de

Erschienen bei:

Sandré audio & books

S. Zabel & A. Wersching GBR

Nackterstraße 2a

67310 Hettenleidelheim

www.sandre-verlag.de

Coverbild gezeichnet von:

David Ludlow

auf Insta: david.san13

Satz:

Sascha Zabel

Covergestaltung:

Sascha Zabel mit Zeichnung von David Ludlow

Lektorat und Korrektorat:

Cornelia Rinne,

www.connysdesign.de

Realisierung E-Book:

Sascha Zabel

ISBN der Druckauflage:

978-3-96686-005-5

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages oder des Autors erlaubt.

Dies betrifft ebenso die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und/oder öffentliche Zugänglichmachung.

Alle im Buch beschriebenen Handlungen sind frei erfunden, unterliegen der satirischen Kunstfreiheit und stellen keinen Bezug zu lebenden oder ehemals lebenden Personen dar.

Der Verlag distanziert sich von eventuellen Meinungen oder Aussagen, die im Buch getroffen werden und verweist auf das Recht des Autors und des Verlegers zur Kunstfreiheit.

Die Schriftform entspricht der einfachen Lesbarkeit, weswegen ausdrücklich auf genderneutrale und andere sprachstörende Schreibvarianten verzichtet wurde.

Als Kleinverlag mit besonderen Büchern freuen wir uns über jede Rückmeldung. Schreiben Sie uns gerne an.

Noch mehr freuen wir uns über jedes Buch, das wir Ihnen persönlich zusenden dürfen, auf Wunsch auch mit persönlicher Widmung unserer Autoren.

Zum Buch:

Was, wenn Jesus seit 2000 Jahren immer wieder in unsere Welt hineingeboren wurde? Wie wirkt sich derlei auf unsere Welt aus? Ist diese ganze „Jesussache“ reine Fiktion vieler Christen? - Oder ist doch was dran an den Märchen um die Gestalt des Jesus? Könnte es sein, dass die Bibel doch nicht das gesamte Wort Gottes ist?

Lassen Sie sich mitnehmen auf eine unglaubliche Reise des Jesus, im Hier und Heute...

Inhalt:

Auf der Erde

Im Himmel

Vor der Höllenpforte

Auf der Erde

In der Hölle

Auf der Erde

Im Himmel

Auf der Erde

Vor der Höllenpforte

Im Himmel

Zagzagel

Auf der Erde

An der Höllenpforte

Im Himmel

Auf der Erde

In der Seelenstadt

Im Himmel

In der Hölle

Auf der Erde

In der Seelenstadt

Im Himmel

In der Hölle

In der Seelenstadt

Im Himmel

Auf der Erde

Im Himmel

Das ewige Feuer

Über den Autor

Auf der Erde

Er liebte die Morgenstunden. Wenn die Tiere im Wald noch schliefen und die Menschen sich noch einmal im Bett umdrehten. Okay, einige waren schon wach. Da gab es die ewigen Nachtschwärmer oder Arbeiter, die von der Nachtschicht nach Hause fuhren, um endlich auszuruhen und in den wohlverdienten Schlaf zu fallen. Aber hier, mitten in der Nordpfalz auf dem Donnersberg, einem der besten Aussichtspunkte, fühlte er sich von der Hektik der Welt verschont. Hingebungsvoll genoss er die Stille. Und ja, hier war er sicher vor dem wachen Auge seines Vaters. Ständig diese Aufgaben von höchster Dringlichkeitsstufe … wer wollte das schon?

Gott war ein Widerling. Diese schlichte Tatsache wurde durch den Umstand, dass er, Jesus selbst, der Sohn des wahrhaftigen Gottes war und es für alle Ewigkeiten bleiben würde, auch nicht gerade schöner. Im Gegenteil: Die Pflicht ruft, immer und immer wieder! Er musste weg … weit weg von all diesen negativen Gedanken.

Was war dafür besser geeignet als ein neuer Tag. In der Ferne kratzte die Sonne bereits am Horizont und sandte ihre ersten Strahlen auf sein Antlitz. Er fühlte die Wärme wie einen Segen auf der Haut. Wie er hier auf dem Felsen saß, wirkte er genauso wie die Darstellungen auf unzähligen Gemälden. Mit dem blonden Bart, den langen Haaren und seinem gütigen Gesichtsausdruck würde jeder, der ihn sieht, wissen: Hier sitzt der leibhaftige Jesus und genießt in aller Profanität den Sonnenaufgang. Weit weg von den Wundern der Vergangenheit. Weit weg von den Gläubigen, die ihn anbeten würden, wenn sie überhaupt in der Lage wären, ihn zu erkennen.

Die Welt war in den letzten zweitausend Jahren einem erbarmungslosen Wandel unterlegen gewesen. Einem Wandel, der frühere Wunder wie harmlose Taschenspielertricks aussehen ließ. Wenn er heute hungernde Menschen speisen würde, bedürfte es einer Spendenquittung, um gegenüber dem Finanzamt glaubhaft darlegen zu können, woher die finanziellen Mittel für die Speisung stammten. Dies kannte er bereits aus Bolivien. Dort hatte er barmherzig handeln wollen und eines seiner Wunder bewirkt. Tausende hungerleidende Menschen waren zu ihm geströmt, um an dem riesigen Tisch mit den sich selbstauffüllenden Schüsseln Platz zu nehmen. Später dann, als alle satt und zufrieden die Tafel verlassen hatten, kam jemand von der Justizbehörde … und man nahm ihn fest! Wegen der so massiven Geldverschwendung und des nicht zu bestreitenden Tatbestands einer zugrunde gelegten Schwarzgeldeinnahme ließ ein Richter ihn hinrichten.

Klar war Jesus wieder auferstanden. Aber die Sache mit der Wiederauferstehung gestaltete sich zusehends problematischer. Denn immer, wenn er starb, verendete ebenso seine Mutter Maria. Erst wenn diese wieder im gebärfähigen Alter ankam, konnte sie ihren Sohn Jesus aufs Neue zur Welt bringen. Dann hatte er wieder 32 Jahre Lebenszeit, bis Gott sich eine andere Methode ausdachte, um Jesus im übertragenen Sinne ans Kreuz zu nageln. Einzig sein Tod war nicht übertragen. Er starb jedes Mal wirklich, um dann Jahre später in Marias Schoß die Welt erneut zu erblicken.

All die Jahre der Vergangenheit waren ihm eine Lehre, zum ersten Mal würde er seinem Vater, dem leibhaftigen Gott, entgegentreten, um zu überleben. Er wollte ein alter Mann werden und wie jeder andere einfach sterben können.

Noch erinnerte sein Dasein eher an die Endlosschleife eines zynischen alten, doch nie alternden Mannes: leben, sterben, auferstehen, warten bis zur Geburt und wieder leben, sterben, auferstehen und immer so weiter. Er, Jesus, würde endlich den von Gott geschaffenen Teufelskreis unterbrechen und sogar noch für Vergeltung sorgen. Seine Idee in die Tat umzusetzen, erforderte eine gewissenhafte Herangehensweise. Er musste dem allwissenden Wesen, nämlich seinem Vater, seine Idee vom Gegenplan so lange verheimlichen, bis das Werk vollendet war. Erstes Ziel sollte es sein, den 33. Geburtstag zu überleben. Damit wäre Gottes Plan gescheitert! Und er, Jesus selbst, konnte endlich ein alter Mann werden. Zum ersten Mal in all seinen Leben würde er altern können wie andere Menschen auch.

Von jetzt an hatte er zwei Jahre Zeit, um als Sieger aus diesem diabolischen Spiel gegen Gott hervorzugehen. Apropos Diabolo: Er könnte sich eigentlich auch direkt an Satan wenden! Der wäre bestimmt dazu bereit, Jesus zu helfen. Und falls nicht, konnte der halbseidene Plan ja immer noch geändert werden. Aber halt! Es war ja noch gar kein wirklicher Plan, sondern erst mal nur eine Idee.

Als die Sonne den Himmel am Donnersberg komplett erleuchtete, erhob sich Jesus von dem kleinen Felsen mit dem erhabenen Ausblick und schlenderte bedächtig die zwei Kilometer zum Auto zurück.

Was sonst als ein Ford Mustang GT der neuesten Generation konnte seiner göttlichen Herkunft gerecht werden, also fuhr er einen solchen. Nur Fliegen konnte schöner sein. Aber wozu fliegen, wenn man stilvoll die Straßen in Deutschland entlangrasen durfte. Rasen, ja, das war sein Ding. Wann immer und wo immer er am Steuer saß, stieg er bis zum Anschlag aufs Gaspedal und sauste wie vom Leibhaftigen verfolgt durch die Landschaft. Zugute kam ihm hierbei auf jeden Fall sein Göttlichkeitsbonus. Wenn er bei der Raserei mal jemanden verletzte, ging er hin und heilte des Opfers Wunden oder holte es bei Bedarf zurück ins Reich der Lebenden. Seit zehn Jahren führte er eine Strichliste, auf der diese seine Opfer in Gruppen eingeteilt waren. Beispielsweise gab es da Rentner mit und ohne Rollator, auch Frauen mit und ohne Kinderwagen, Kinder unter drei Jahren oder welche bis zum zehnten Lebensjahr, daneben Jugendliche, sogar Paare; die wiederum unterteilt waren in Hetero, Schwule und Lesben.

Die meisten Opfer entfielen auf die Gruppe mit den Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Von denen hatte er in sieben Jahren bereits 317 plattgefahren. Die Gören waren fast alle so blöde gewesen, hinter parkenden Autos aufzutauchen und blindlinks auf die Fahrbahn zu rennen. Wenn Jesus also mit 180 Sachen an Kindergärten oder Schulen vorbeischoss, war schnell mal eins der Blagen zu Boden gestreckt. Dann entstieg der Gottessohn würdevoll dem Mustang, legte das Kind auf die Rückbank und raste davon, bevor jemand ihn sah. Es hatte sechs Kinder gebraucht, bis er die Auferstehung des Lazarus in die Moderne übertragen konnte. Eigentlich hätte er viel eher auf das Lazarus-Wunder kommen müssen, aber er war ja so abgelenkt von der Suche nach einem Weg, seinem eigenen Tod zu entrinnen. Also war der Tod der sechs Kinder doch die Schuld Gottes und nicht seine, oder? Das stand für Jesus ganz klar fest!

Der Tacho des Mustangs zeigte 156 km/h an. Er fuhr gerade am Nordpfalzgymnasium vorbei.

RUMMS.

In hohem Bogen flog ein Jugendlicher auf die Wiese neben der Bushaltestelle und blieb reglos liegen, umgeben von Blut. Die Schüler an der Bushaltestelle glichen blutverschmierten Statisten in einem Horrorstreifen. Keiner wagte es, den Mund zu bewegen. Nicht ein Laut war zu hören. Jesus entstieg seinem Mustang. Er beugte sich über die grotesk verdrehte, aufgeplatzte Leiche des jugendlichen Opfers.

„Gottverdammte Scheiße!“, fluchte er laut. „Wie soll ich den Typen wieder zusammenflicken.“ Hilfesuchend sah er sich um. „Du da, mit den roten Haaren und der hässlichen Visage, komm her. Hilf mir, den Fettkloß ins Auto zu schaffen!“, raunzte er einen Schüler an. Angstvoll und vollkommen traumatisiert schüttelte der den Kopf. Jesus verlor die Geduld und schnaubte laut.

„Entweder Du bewegst Deinen Dreckshintern her und hilfst mir, oder ich sorge dafür, dass Deine Mutter erblindet, Deine Schwester gelähmt ist und Dein Vater bei der nächsten Jagd einem tödlichen Unfall zum Opfer fällt.“ Er setzte ein spöttisches Lachen auf. „Du hast die Wahl, Junge.“ Jesus musste erkennen, dass die Angst vor ihm den Rotschopf übermannte. Der sterbliche Junge drehte sich um und floh, so schnell ihn seine kleinen Beinchen trugen, über die Wiese zur Hauptstraße hin.

„Du hast die falsche Wahl getroffen!“, schrie er dem Bengel hinterher.

Die Luft veränderte sich. Jesus spürte, wie sich der Lauf der Welt verlangsamte, immer langsamer und langsamer wurde, bis sich schließlich nicht einmal mehr das kleinste Blatt im Wind rührte. Michael! … mit seiner Fähigkeit, die Zeit zu unterbrechen, so hoffte Jesus. Der Erzengel war sicherlich gekommen, um den aufgeplatzten Jungen ins Reich der Toten zu geleiten.

„Hallo, Jesus!“, hörte er die Stimme des Erzengels.

„Hallo, Michael, wie geht´s Dir?“

„Ich hätte weniger Arbeit, wenn Du nicht ständig Menschen in den verfrühten Tod schicken würdest.“ Michael wies mit seinem glänzend polierten Schwert auf den toten Jungen. „Und … wie verfahren wir heute mit der Leiche?“

„Können wir ihn wieder zurück in sein Leben schicken? Er ist ja nur ein bisschen kaputt.“

„WIR können das nicht.“ Michael grinste überheblich. „ICH kann das. Vor allem entscheide nur ICH darüber, ob er zurück in sein Leben darf. Abgesehen davon gibt es ein bisschen kaputt mal so gar nicht, er ist tot.“

„Du hast doch bereits gesagt, dass ich ihn verfrüht aus dem Leben gerissen habe. Da könntest Du ihn doch sicherlich zusammenflicken, oder?“

„Du hast ihn nicht nur aus dem Leben gerissen. Du hast ihn Aufplatzen lassen wie einen überreifen Kürbis, der aus einem Wolkenkratzer in die Tiefe klatscht!“

„Was ist jetzt? Hilfst Du mir?“ Jesus verlor die Geduld mit Michael. Immer wieder spielte sich der Typ auf, als sei er die rechte Hand Gottes. Gut, streng genommen war er das ja auch! Aber wieso musste er das immer so raushängen lassen, der Fantast?

„Du weißt schon, dass ich höre, was Du denkst?“, lächelte Michael zynisch. „Vielleicht solltest Du lernen, Deine Gedanken ein wenig besser zu kontrollieren.“

„Entschuldige.“, hüstelte Jesus. „Wo stehen wir jetzt?“

Michael senkte sein Schwert auf die Stirn des toten Jungen hinab. An der Stelle, an der er den Jungen berührte, entstand ein grelles Licht. Jesus musste seine Augen abwenden … aus Angst, zu erblinden. Der Lichtbogen verdunkelte sich … Jesus erblickte den leblosen Körper des Jungen … ohne einen einzigen Kratzer, wie es schien.

„Wird was zurückbleiben?“, wollte er vom Erzengel wissen.

„Wie immer in solchen Fällen wird er an einer extrem heftigen Akne und enormen Hämorriden leiden. Aber, er wird mit den unzähligen Pickeln unbeschwert leben können. Und aus seinem Hintern wird die Wurst nicht mehr so rund rauskommen, wie er es gewohnt war.“

„Wieso das mit den Pickeln?“

„Das musst Du Deinen Vater fragen. Du weißt ja, Gottes Wege sind unergründlich. Ich bin bei der Nummer nur der Ausführende oder der Bote, ganz wie es Dir besser in den Kram passt.“ Michaels makelloses Antlitz bekam einen bestimmenden Ausdruck. „Setz Dich bitte in Dein Auto und hau ab, bevor ich die Zeit und das Leben des Jungen wieder starte.“

„Und was ist mit den anderen?“ Jesus zeigte auf die blutverschmierten Jugendlichen.

„Ich werde postwendend aufräumen und anschließend die Hirne löschen. Verschwinde jetzt!“ Er machte eine fortscheuchende Handbewegung, die Jesus zur Eile aufforderte.

Jesus ließ den Motor seines Mustangs an und fuhr los. Bis hin an die Kreuzung. Rechts ging es Richtung Marnheim und, sofern er wollte, bis ins Zellertal. Wo er ja auch hin wollte. Bereits fünf Jahre wohnte er hier, hatte sich ein Domizil geschaffen, das seiner würdig war. Mit Ausblick auf seinen Weinberg, den Herrgottsacker.