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Am Tag ihres 18. Geburtstags erwacht Angel durch eine unheilvolle Vision. Bemüht, an ihrem bekannten Leben festzuhalten, ist ihre größte Sorge zunächst dieses verwirrende Gefühl, das sich zwischen ihr und ihrem besten Freund Noah einschleicht. Doch ihr bleibt keine Zeit, ein normaler Teenager zu sein, denn sie stellt fest, dass die Menschen in ihrem Umfeld – auch Noah – nicht die sind, für die Angel sie gehalten hat. Während sie immer mehr von feindseligen Schattengestalten bedrängt wird, muss sie auch ihrer eigenen Identität ins Auge blicken: Sie ist ein Engel und auf ihren Schultern lastet das Schicksal eines ganzen Jahrhunderts. Dunkle Mächte haben es auf sie abgesehen – Mächte, die keine Gnade kennen und auch nicht vor den Menschen haltmachen, die Angel am meisten liebt …
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2023
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
© 2023 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99146-085-5
ISBN e-book: 978-3-99146-086-2
Lektorat: Amanda Godwins
Umschlagfotos: Rainbowchaser, Rattanachai Singtrangarn, SynesthesiaAiStock, Olga Zinovskaya | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Widmung
Für meine Oma, die mir einen Teil ihrer Seele geschenkt hat und für meinen Opa, der immer an mich geglaubt hat!
Kapitel 1 – Angel
Als Angel erwachte, war die Sonne gerade aufgegangen, sie ließ ihren Blick durch das Zimmer schweifen, irgendetwas war anders, sie spürte ein Frösteln auf der Haut.
Sie ließ ihren Blick weiter schweifen. Warum sah sie alles wie durch einen Schleier? Und waren das Gesichter, die sich dahinter verbargen? Sie fröstelte immer mehr, doch so sehr sie sich die Augen rieb, der Schleier wollte nicht verschwinden.
Angst überkam sie, am liebsten hätte sie geschrien, doch aus ihrer Kehle kam kein einziger Ton. Warum sah sie so viele Gesichter – noch dazu nicht gerade sehr freundliche – und was wollten sie von ihr?
Wie aus dem Nichts hörte sie ihren Namen: „Angel, Angel hör mir zu! Was ich dir jetzt sage, ist äußerst wichtig.“ Erschrocken sah sie sich um. Woher kam diese Stimme und warum war sie ihr so vertraut?
Und da saß er, wie früher, in dem alten Ohrensessel, den Angel so sehr liebte. Plötzlich war auch ihre Stimme wieder da, wie automatisch sprudelte es aus ihr heraus: „Opa, was machst du hier, was passiert hier?“
„Bleib ruhig, höre zu, was ich dir zu sagen habe. Ab jetzt wird sich vieles ändern, es werden Dinge passieren, die du nicht sofort verstehst. Vertraue deinem Instinkt und vor allem vertraue auf die Menschen, die dir nahestehen, du wirst alles ins Gleichgewicht bringen.“
Angel schaute sich um. Träumte sie oder passierte das gerade wirklich?
„Was soll das bedeuten? Ich verstehe kein Wort!“, kam es wie aus der Pistole geschossen von Angel zurück. Doch als sie zum Sessel sah, war er leer.
Sie sank ins Kissen zurück, Tränen liefen ihr über das Gesicht.Was soll das, wo ist er hin?Ihre Gedanken kreisten, ihr Körper war schwer wie Blei. Einige Zeit später versank sie in tiefem Schlaf. Sie träumte von ihrem Großvater, sah diese unfreundlichen Gesichter und war in diesem Schleier förmlich gefangen.
Sie schreckte auf, als die Sonne in ihrer ganzen Pracht durch das Fenster strahlte.
Just in diesem Moment kam auch schon ihr kleiner Bruder Arthur hereingestürmt. „Alles Gute zum Geburtstag, jetzt bist du eine ganz Große!“ So sehr Angel auch manchmal von ihrem kleinen Bruder genervt war, in diesem Moment musste sie lachen.
„Danke, das ist lieb von dir.“
So schnell wie Arthur gekommen war, war er auch schon wieder verschwunden.
Sie hörte ihre Mutter unten in der Küche mit Geschirr klappern. „Zeit aufzustehen!“, rief ihre Mutter. „Du willst doch nicht deine große Party verschlafen!“
Angel streckte sich und sprang aus dem Bett, in diesem Moment hatte sie vergessen, was noch vor einigen Stunden passiert war.
Doch das sollte nicht lange anhalten, denn die Zeit würde kommen, in der sich alles fügen würde.
Angel machte sich frisch und lief dann in die Küche hinunter. Was für ein schöner Anblick: Ihre Mutter hatte die Küche mit Luftballons und einem großen Banner mit der Aufschrift „Endlich 18“ geschmückt.
„Happy Birthday, Angelina!“ Angel hasste es, mit ihrem richtigen Namen angesprochen zu werden und das wusste ihre Mutter auch, nur wollte sie heute nicht darüber mit ihr streiten. Sie ging auf ihre Mutter zu und umarmte sie.
Die Umarmung war so fest, dass Angel das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen, und sie hörte ein leises Schluchzen.
„Was ist los, Mama, weinst du?“ „Das sind Freudentränen, alles in Ordnung.“
Irgendetwas sagte Angel, dass das gelogen war, aber sie wollte auch nicht länger nachbohren. Sie würde schon noch herausfinden, weshalb ihre Mutter traurig war.Vielleicht hat sie sich auch einfach wieder mit Joey gestritten.
Joey, Angels Stiefvater, war eigentlich ein recht lieber Mensch, aber sehr rechthaberisch in seiner Art und dadurch kam es schon des Öfteren zum Streit.
„Das legt sich wieder“, dachte Angel und machte sich über die leckeren Bratkartoffeln mit Spiegelei her, die ihre Mutter ihr zubereitet hatte.
Danach ging es ans Geschenke auspacken, da war auch Arthur wieder dabei.
Angel packte viele tolle Sachen aus und Arthur freute sich noch mehr als sie.
„Was ist mit dem grünen Buch, auf dem die goldenen Flügel sind?“, wollte Arthur wissen. In diesem Moment wurde Angels Mutter ganz blass und schrie förmlich: „Woher weißt du davon?“ Angel verstand nicht, was da gerade geschah und konnte nur mit offenem Mund zuhören.
„Ramiel hat es mir gesagt“, sagte Arthur mit kleinlauter und zittriger Stimme.
„Wer ist Ramiel und was habt ihr in meinen Sachen herumzuschnüffeln?“ Angels Mutter wurde immer wütender. „Wir haben nicht in deinen Sachen herumgeschnüffelt und Ramiel ist mein neuer Freund. Er sagte nur, dass es wichtig ist, dass Angel dieses Buch zum Geburtstag bekommt.“
Langsam senkte sich die Stimme ihrer Mutter: „Ich weiß zwar immer noch nicht, wer Ramiel ist und woher er von diesem Buch weiß, aber ich bin sicher, dass ein altes Kochbuch nicht gerade das ist, was Angel haben möchte.“
Damit war das Thema für sie erledigt und sie klapperte weiter mit Geschirr. Arthur verschwand wieder und Angel saß immer noch mit offenem Mund da.
„Und, freust du dich auf deine Party heute Abend, haben denn alle zugesagt und wird Noah auch da sein?“
Angel wusste nicht so recht, was sie antworten sollte. Sie nickte nur, immer noch schockiert von dem, was gerade passiert war.
Gerade als Angel nochmals fragen wollte, was es mit dem Buch auf sich hatte, kam Joey in die Küche. „Da ist ja unser Geburtstagskind! Ich habe im Garten schon angefangen, alles aufzubauen, damit ihr heute Abend abrocken könnt.“
„Danke, Joey, lieb von dir.“
„Noah ist auch schon da und hängt die Lichterketten auf“, erwiderte Joey und widmete sich seiner Zeitung, die auf dem Tisch lag.Gott sei Dank, Noah ist da, vielleicht kann er mir erklären, was los ist,dachte Angel und ging in den Garten.
Noah war Angels bester Freund, sie kannten sich schon seit dem Kindergarten und waren immer füreinander da. Er hatte ihr schon so oft geholfen und ihr in scheinbar ausweglosen Situationen beigestanden. „Noah ist ein Engel, ohne ihn wäre ich manches mal verloren gewesen.“ Wenn Angel gewusst hätte, wie sehr sie damit Recht hatte – doch die Zeit war noch nicht reif dafür.
Gedankenverloren schlenderte Angel durch den Garten, als über ihr eine Stimme ertönte: „Da bist du ja endlich, ich dachte schon ich bekomme den Geburtstagsengel heute gar nicht mehr zu Gesicht.“ Noah musste laut lachen, als Angel zusammenzuckte.
„Geburtstagsengel? Was für eine Wortwahl! Fall lieber nicht vom Baum, nicht dass du noch auf Krücken mit mir Tanzen musst!“
„Du weißt, dass ich nicht tanzen kann und Engel fallen nicht vom Baum“, gab Noah schelmisch zurück.
Schon wieder das Wort „Engel“, was ist denn heute los mit allen? So ein verrückter Tag, hoffentlich wird es heute Abend besser.
„Und, freust du dich auf deine Feier?“, wollte Noah wissen. „Ich weiß nicht so recht, irgendwie ist heute alles komisch, ich habe das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.“
„Inwiefern stimmt etwas nicht? Du musst schon konkreter werden.“
Angel legte den Kopf zur Seite und zuckte mit den Schultern. Das tat sie immer, wenn sie nicht die richtigen Worte fand.
„Nun erzähl schon, was ist los?“ Noah blieb beharrlich, schließlich kannte er sie zu gut und wusste, was in ihr vorging.
„Arthur erzählte vorhin etwas von einem grünen Buch mit goldenen Flügeln und meine Mutter wurde sofort wütend und wollte wissen, woher er das weiß. Sie faselte etwas von einem Kochbuch, das mich sicherlich nicht interessieren würde. Arthur wusste das auch nur von seinem neuen Freund Ramiel, den aber keiner von uns kennt. Ich frage mich, woher er davon weiß und was an diesem Buch so besonders sein soll.“
Noah hörte zu und sagte mit sanfter Stimme; „Ich denke, das ist nur ein Missverständnis, vielleicht hat Arthur das Buch doch mal gesehen und es seinem Freund erzählt. Kinder vergessen doch so vieles wieder, weil es einfach nicht interessant ist. Und ob das ein Kochbuch ist oder ein Liebesroman ist doch egal, wenn deine Mutter gewollt hätte, dass du es bekommst, hätte sie es dir gegeben. Du machst dir viel zu viele Gedanken. Freu dich jetzt auf deine Party und genieße den Augenblick. Es kommen bestimmt noch andere Zeiten, in denen es sich wirklich lohnt, sich Sorgen zu machen.“ Angel nickte nur stumm.Wahrscheinlich hat Noah recht und es ist nichts weiter.Obwohl sein letzter Satz auch wieder merkwürdig klang. Bestimmt machte sie sich so viele Gedanken, weil sie nicht wirklich ausgeschlafen hatte und doch aufgeregt wegen der Party war. „Du wirst wie immer recht haben und ich sollte aufhören, mir über alles Gedanken zu machen.“ Angel sagte das sehr kleinlaut, denn es fiel ihr immer noch schwer, zuzugeben, wenn ihr Gegenüber recht hatte. In den meisten Fällen war ihr Gegenüber Noah.
„Los jetzt, ihr beiden, in zwei Stunden geht die Party los und wir haben noch eine Menge zu tun!“, rief Angels Mutter in den Garten. Angel verdrehte die Augen und lächelte Noah an, der noch immer mit der Lichterkette oben im Baum beschäftigt war.
