Day-Trading - simplified - Michael Plos - E-Book

Day-Trading - simplified E-Book

Michael Plos

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Beschreibung

Mit der zunehmenden Verlagerung des Wertpapierhandels auf das Internet und der Entstehung zahlreicher Onlinebanken und -broker wurde das Day-Trading populär. Schnell und unkompliziert bietet Day-Trading einen unmittelbaren Zugang zum Aktien- oder Derivatemarkt.

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Seitenzahl: 149

Veröffentlichungsjahr: 2007

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Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Gesamtbearbeitung: Druckerei Joh. Walch Lektorat: Bettina Gawron Umschlagabbildung: istockphoto.com/THEPALMERDruck: Books on Demand GmbH, NorderstedtPrinted in Germany

Nachdruck 2018 © 2009 FinanzBuch Verlag,ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbHNymphenburger Straße 86D-80636 München Tel. 089 651285-0 Fax 089 65209

Für Fragen und [email protected]

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten.  Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verbreitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. 

ISBN Print 978-3-89879-748-1ISBN E-Book (PDF) 978-3-89879-549-4ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-318-1

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Danksagung

Ich möchte mich auf diesem Weg gleich bei einer Reihe von Menschen bedanken, ohne die dieses Buch niemals Realität geworden wäre. Mein besonderer Dank gilt dabei Pierre M. Daeubner. Er war für mich lange Zeit eine Art Mentor und ist dies noch. Auch wenn wir schon sehr lange Zeit zusammen arbeiten, schafft er es doch regelmäßig, mich durch seine unfassbare Kreativität und seine positive Besessenheit zum Weiterden­ken zu animieren. Ich verdanke ihm sehr viel in meinem Leben, im Spe­ziellen möchte ich ihm jedoch für seine Unterstützung bei der Umset­zung dieses Buchs und für seine private Freundschaft danken.

Ein weiteres großes Dankeschön geht an das Team des Finanzbuchver­lags. Zum einen möchte ich mich beim Verleger Christian Jund bedan­ken, der es mir ermöglicht hat, dieses Buch zu schreiben, und der mir sehr viel Verständnis entgegen gebracht hat. Mein weiterer Dank gilt Ste­fan Schörner und Kent Gärtner, die starke Nerven in der Zusammenarbeit mit mir bewiesen haben. Natürlich möchte ich mich auch bei allen ande­ren Mitarbeitern des Finanzbuchverlags bedanken, die ich jetzt nicht genannt habe.

Ich möchte mich aber auch noch bei Erwin und Viola bedanken. Auch wenn es für Euch beide nicht ganz fassbar ist, was es eigentlich mit der ganzen Thematik auf sich hat, habt ihr mich immer ohne zu zögern unterstützt und an mich geglaubt. Das bedeutet mir ungemein viel.

Mein weiterer Dank gilt dem Team von TeleTrader, allen voran Herrn Gerald Tomez. Er hat mir die Analysesoftware zur Verfügung gestellt, mit der sämtliche Charts in diesem Buch entstanden sind und hatte immer ein offenes Ohr für mich.

Am Ende möchte ich mich noch bei meinen Eltern und meiner Schwes­ter Caroline bedanken, die mich immer in dem unterstützt haben, was ich in meinem Leben getan habe.

Inhalt

Vorwort

1 Was ist Daytrading?

2 Der Tagesablauf

3 Der Handelstag

4 Die wichtigsten Indikatoren beim Daytrading

5 Die Nachbereitung

6 Money Management

7 Die Psychologie beim Daytrading

8 Die Anfängerfehler

Vorwort

Als ich damit begann, meine Gedanken zu sammeln, um eine Struktur zu entwerfen, die dem Titel „Alles, was Sie über Day Trading wissen müssen« gerecht wird, stand ich vor einem kleinen Problem. Meine Auf­gabe bestand darin, möglichst kompakt die wichtigsten Themen in Bezug auf Day Trading zu umreißen. Zunächst habe ich mich deshalb der eigentlichen Frage gewidmet, was Day Trading denn eigentlich ist und wie es sich von anderen Investmentstilen abgrenzt.

Mit dieser Information gerüstet, konnte ich mich dann den folgenden Kapiteln widmen. Diese sind anfangs chronologisch geordnet. Zunächst geht es also darum, sich auf das Marktgeschehen vorzubereiten, danach um den eigentlichen Handelstag und danach um die Nachbereitung. Interessanterweise spielen die Marktvorbereitung und die Marktnachbereitung eine ebensogroße und wichtige Rolle wie die Handlungen am eigentlichen Handelstag. Diese hängen nämlich von der Qualität der Arbeit zwischen den Handelszeiten ab.

Zu einem Day Trading auf professionellem Niveau gehört auch ein pro­fessionelles Umfeld. Das beginnt bei der Hardware, führt zur Software und schließlich zur Wahl des „richtigen« Brokers. Das erste Kriterium für all diese Dinge ist oft das monetäre. Schließlich arbeitet man als Trader ja mit Geld, und versucht unnötige Ausgaben zu vermeiden. Die Beto­nung liegt jedoch auf „unnötig«. Denn wie unnötig sind die Ausgaben für einen eigenen Trading-PC, wenn man dadurch sicher gehen kann von potenziell großen Verlusten verschont zu bleiben? Im Grunde genommen bedeutet ein professionelles Umfeld nicht mehr, als sich möglichst gut auf alle Eventualitäten vorbereitet zu haben. Diese Eventualitäten treten zwar nur selten auf, aber sie treten auf.

Beim Day Trading handelt es sich um einen Anlagestil mit sehr kurzem Zeithorizont. Dies macht die Signalgenerierung aufgrund makroökono­mischer Daten bzw. unternehmensinterner Zahlen sehr schwierig. Der Fokus liegt daher auf der Technischen Analyse. Das bedeutet zwar nicht, dass Fundamentaldaten nicht in das Trading integriert werden, dass wer­den sie sehr wohl, die aktive Entscheidung eine Position zu eröffnen wird jedoch aufgrund technischer Fakten getroffen. Hierbei sind nicht nur Chartformationen gefragt, sondern auch Indikatoren. Ich habe mich dazu entschlossen, wichtige technische Indikatoren beim Daytrading vorzu­stellen. Natürlich handelt es sich dabei um eine subjektive Einschätzung, es wird also durchaus der Fall eintreten, dass Sie den einen oder anderen Indikator vermissen werden.

Opportunitätskosten sind ein ganz elementarer Bestandteil beim Day Tra­ding. Wer es schafft, diese auf ein Minimum zu reduzieren, der ist auf einem sehr guten Weg. Ich habe mich dabei der Problematik der Anfän­gerfehler in einem ganzen Kapitel gewidmet und bin auf die spezifischen Feinheiten in Bezug auf Day Trading eingegangen. Natürlich ist es nicht möglich alle Fehler aufzulisten, denn die Fehler, die der eine macht, sind bei einem anderen kein Thema. Es gibt aber immer wieder auftretende Fehler, die quer durch die Tradinglandschaft vorkommen.

Ein zum Glück immer mehr in den Vordergrund tretendes Thema beim Trading bzw. Investieren ist Money Management. Ich persönlich bin von der Idee der R-Vielfachen, die von Van K. Tharp im deutschsprachigen Raum populär gemacht wurd, sehr angetan. Wenn Sie jetzt keine Ahnung haben, worum es sich dabei handelt, dann ist das kein Problem. Ich fasse den Sachverhalt noch einmal zusammen. Interessanterweise gibt es durchaus signifikante Unterschiede was die Performance betrifft, ganz abhängig davon, ob man ein statisches oder ein dynamisches R-Vielfa­ches verwendet. Welche Unterschiede das sind, wird im Kapitel über Money Management geklärt. Nur so viel: Wer seine Trefferquote gut kennt, der kann auch den Kapitaleinsatz optimieren.

Und auch die psychologische Komponente darf nicht vergessen werden. Auch hier treten quer durch die gesamte Trading-Gesellschaft immer wie­der dieselben Phänomene auf. Ich behandle im Kapitel über Psychologie die meiner Meinung nach wichtigsten davon und gehe dabei auf die spe­zifischen Eigenheiten in Bezug auf Day Trading ein.

Zu guter letzt möchte ich Ihnen beim Lesen von „Alles was Sie über Day­trading wissen müssen« noch viel Spaß und noch mehr Erkenntnisse für Ihre eigenes Trading wünschen. Ich persönlich hatte beim Schreiben viel Spaß und habe dabei auch Erkenntnisse gesammelt.

Michael J. Plos am 31. Januar 2008

1 Was ist Daytrading?

Dieses Buch trägt den Namen „Alles was Sie über Daytrading wissen müssen« – und das nicht ohne Grund. Zunächst wollen wir uns jedoch dem Begriff Daytrading widmen, um diesen zu spezifizieren und von anderen abzugrenzen. Viele Markteilnehmer bezeichnen sich gerne als Trader, und das oftmals auch zu Recht. Nichtsdestoweniger geht es hier darum Daytrader zu sein – das sind die meisten nämlich nicht.

Die verschiedenen Anlagestile

Wenn man jemand fragt, welchen Anlagestil er verfolgt, dann fühlen sich die meisten darauf angesprochen, ob sie nun einen fundamentalen oder technischen Stil pflegen. Dabei ist die Einteilung weniger auf die Analy­semethode zurückzuführen, sondern viel mehr auf den Anlagehorizont. Grundsätzlich unterteilen sich die Marktteilnehmer in fünf verschiedene Gruppen. Diese Gruppen umfassen Scalper, Daytrader, Swingtrader, Posi­tiontrader und Langzeitinvestoren. Nach und nach werden wir uns nun den verschiedenen Stilen widmen und dabei versuchen, eine eindeutige Unterscheidung zu finden.

Scalper – die ultrakurzfristigen Trader

Scalper (englisch: to scalp – skalpieren) versuchen von minimalen Kursbewegungen zu profitieren. Wer schon einmal getradet hat weiß, dass je kürzer das Zeitfenster (und damit einhergehend – je größer die Positionsgröße), desto wichtiger der Spread (Differenz zwischen Geld- und Briefkurs). Geht man eine Position ein, dann muss die eigene Position erst einmal ein wenig in die gewünschte Richtung laufen, bevor man über­haupt den Break-Even erreicht hat. Grundsätzlich beginnt man also mit jeder Position im Minus. Wie ist es als Scalper nun also möglich mit die­ser Strategie nachhaltig Gewinne zu machen? Die Antwort ist relativ ein­fach. Scalper traden in der Regel als Mitglieder an der Börse auf dem Par­kett (es handelt sich hierbei um so genannte Floortrader). Da sie direkt vor Ort sind und auf eigene Rechnung handeln, ist es ihnen möglich, einen gewissen Wissensvorsprung (aufgrund der schnelleren/früheren Informationszustellung) profitabel handeln zu können. Wir haben ja bereits von Transaktionskosten gesprochen. Diese ersparen sich Scalper, wenn sie Mitglieder der Börse sind. Es ist ihnen also möglich, minimale Kursbewegungen (mitunter 1 Tick) gewinnbringend zu nutzen. Scalper bevorzugen den Handel mit Terminkontrakten und traden meistens sehr große Positionen. Somit können sie auch von sehr kleinen Kursbewegun­gen profitieren. Aufgrund ihrer hohen Handelsfrequenz tragen Scalper nicht unwesentlich zur Liquidität an gewissen Märkten bei.

Daytrader – ein 9 to 5 Job?

Daytrader sind – ebenso wie die Scalper – sehr kurzfristig orientierte Anleger. Man bezeichnet sie auch gerne als Spekulanten. Ob diese Bezeichnung gerechtfertigt ist, oder nicht, werden wir an späterer Stelle klären. Für gewöhnlich halten Daytrader am Anfang und Ende jedes Handelstages keine offenen Positionen. Da das Risiko der Bildung von Kurslücken (Gaps) sehr groß ist, Daytrader oftmals jedoch überproporti­onal große Position halten, ist das auch nicht ratsam. Daytrader handeln also zwischen Markteröffnung und Marktschließung eines bestimmten Handelstages. Innerhalb dieser Zeitspanne können sich immer wieder interessante Möglichkeiten ergeben. Das Handeln von Gaps kann mitun­ter sehr viel versprechend sein. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass man agiert und nicht zum reagieren gezwungen ist. Deshalb ist es ratsam, eine Position erst dann aufzubauen, wenn das Gap bereits gebil­det wurde, nicht jedoch zu reagieren, wen man eine Position über Nacht gehalten hat, und nun plötzlich vor einen unvorhergesehenem Problem steht. Da Daytrader in den meisten Fällen keine Zugehörigkeit zu gewis­sen Börsen haben, sind sie Transaktionskosten bzw. Spreads am stärks­ten ausgesetzt. Dies wird durch die hohe Handelsfrequenz bedingt. Day­trader haben somit in den letzten Jahren auch am stärksten vom Online­handel – und damit verbunden stark gesunkenen Transaktionskosten profitiert.

Swingtrader – Das Tages- und Wochengeschäft

Bei Swingtrader handelt es sich um die nächst höhere Zeitebene. Swing­trader versuchen Bewegungen mitzunehmen, die mehrere Tage bzw. Wochen andauern. Sie fußen ihre Investitionsentscheidungen meistens auf Tagesanalysen. Mit diesen Tagescharts versuchen sie die übergeord­nete Trendrichtung zu identifizieren und diesem dann zu folgen. Das Timing erfolgt jedoch eine Zeitebene darunter, oftmals am 60-Minuten­chart. Natürlich gibt es auch in der Gruppe der Swingtrader antizyklisch agierende Mitglieder. Nichtsdestotrotz versuchen diese den übergeordne­ten Trend zu identifizieren, und sich, wenn die Chance gerade attraktiv ist, bewusst gegen den Trend zu stellen. Als Swingtrader versucht man – wie der Name schon sagt – Swings mitzunehmen. Dies wird zum Drahtseilakt zwischen dem Bestimmen des richtigen Kursziels (was tun, wenn dieses erreicht wird?) und der Bestimmung des richtigen Stop-Loss (wann ist ein Stopp zu eng – wann zu weit gewählt?). Aufgrund der mit­unter wochenlangen Haltedauer beim Swingtrading passiert es durchaus, dass man eine starke emotionale Bindung zu einem Trade aufbaut. Dies führt in den meisten Fällen zu schlechten Entscheidungen aufgrund von Undiszipliniertheiten.

Positiontrader – darf es ein bisschen mehr sein?

Positiontrader sind Swingtradern grundsätzlich ziemlich ähnlich. Ledig­lich ihr Anlagehorizont ist ein längerer. Sie halten Positionen meistens mehrere Wochen bis Monate. Läuft ein Investment gut, dann kann es durchaus auch einmal über 12 Monate gehalten werden, was in der Regel steuerliche Vorteile mit sich bringt. Wie bereits erwähnt, orientie­ren sich Positiontrader an langfristigeren Charts als Swingtrader. Sie beobachten meist die Entwicklung am Wochenchart. Erkennen Sie ein interessantes Setup, dann holen sie zusätzlich Informationen am Tages­chart ein, um einen eventuellen Einstieg zu timen. Beim Positiontrading fließen oftmals auch fundamentale Betrachtungen in die Entscheidungs­findung ein. Dies wiederum führt dazu, dass Short-Investments bei Posi­tiontradern eher eine untergeordnete Regel einnehmen. Und auch die Transaktionskosten, vor allem aber die Spreads nehmen hier eine unter­geordnete Rolle ein.

Langzeitinvestoren – Warren Buffet & Co.

Sie werden sich bestimmt fragen, was Warren Buffet in einem Buch über Daytrading verloren hat – und das zu Recht. Allerdings dürfen wir bei einer Auflistung der verschiedenen Anlagestile nicht die Langzeitinvesto­ren vergessen. Diese bedienen sich fast ausschließlich der Fundamenta­len Analyse, treffen ihre Entscheidungen also aufgrund von Zahlen und Fakten, sowie ihren eigenen Erfahrungen. Wie man sich vorstellen kann, ist die Handelsfrequenz bei diesen Marktteilnehmern eine sehr geringe. Da sie jedoch oft große Kapitalmengen bewegen, können sie dennoch sehr gut davon leben. Stärker als jede andere Anlegergruppe sind Lang­zeitinvestoren von den vorherrschenden Zyklen abhängig. Geht es mit den Börsen bergauf, dann verdienen Investoren viel Geld. Befindet sich der Markt jedoch in einem Abwärtstrend, ist es für Langzeitinvestoren sehr schwierig profitabel zu sein.

In der folgenden Matrix sehen Sie, wie sich Transaktionskosten, Spreads, der allgemeine Trend und ähnlich Dinge auf die verschiedenen Anleger­gruppen auswirken.

Traumberuf Daytrader?

Die Überschrift gibt schon einen sehr wertvollen Hinweis. Handelt es sich beim Daytrading tatsächlich um einen Traumberuf? Zunächst sollte man sicher sein, dass man die Frage verstanden hat, denn es handelt sich beim Trading tatsächlich um einen Beruf. Vor allem dann, wenn man es auf so kurzfristiger Basis tut, wie Daytrader dies tun.

Wir werden in späteren Kapiteln klären, wie man sich möglichst profes­sionelle Strukturen schafft, um vor unangenehmen Überraschungen gefeit zu sein. Das ist sehr wichtig. Denn beim Trading geht es sehr oft um Emotionen. Gier und Angst sind zwei populäre Vertreter dieser Emo­tionen. Vertrauen ist jedoch ebenfalls ein ganz wichtiger Aspekt und wird uns daher auch durch dieses gesamte Buch begleiten. Sie brauchen näm­lich nicht nur Vertrauen i0n sich selbst, sondern auch in Ihren Trading­plan, ihre Hardware, ihre Software und natürlich in Ihren Broker.

Wenn Sie sich nun die Frage stellen, ob Daytrader tatsächlich ein Traum­beruf ist, dann müssen Sie sich folgende Fakten vor Augen führen.

→ Als Daytrader ist man sein eigener Chef.

→ Als Daytrader arbeitet man mit Geld.

→ Als Daytrader wird man vom Markt bezahlt.

→ Auch als Daytrader hat man eine Verantwortung gegenüber seinen Familienmitgliedern.

→ Als Daytrader ist man Unternehmer und muss verantwortungsvoll mit Eigen- und Fremdkapital umgehen könne.

→ Als Daytrader ist man Unternehmer und muss daher sowohl mit Ein­nahmen (Gewinnen) als auch mit Ausgaben (Verlusten) rechnen.

→ Als Daytrader ist man Unternehmer und muss in die Zukunft des Unternehmens investieren (Weiterbildung)

→ Auch als Daytrader braucht man Urlaub.

Wir werden in späteren Kapiteln genau darauf eingehen, wie denn so der typische Tagesablauf eines Daytraders aussieht. Sie werden dabei sehen, dass sich gewisse Abläufe, wie in jedem anderen Job auch, ständig wie­derholen. Das hat jedoch wenig mit Routine zu tun, oder haben Sie so etwas an den Märkten schon einmal erlebt?

Tatsache ist jedoch, dass man sein eigener Chef ist. Und aus diesem Grund ist man auch nur sich selbst verantwortlich. Das mag für die einen der Himmel auf Erden bedeuten, für die anderen jedoch schwerwiegende unangenehme Auswirkungen haben. Es gibt Menschen für die gibt es nicht schöneres als nur sich selbst verantwortlich zu sein, wenn es an einem Abend wieder einmal länger gedauert hat und man am nächsten Tag nicht aus dem Bett kommt. Die anderen wiederum haben das zwang­hafte Bedürfnis, sich selbst zu beweisen, wie hart sie sein können und gehen daher auch gar nicht mehr in den Urlaub.

Eine gute Lösung ist natürlich zwischen diesen beiden Extremen zu fin­den. Zum einen sollten Sie am Beginn des Jahres mit Ihrer Familie abklä­ren, wann Sie denn gedenken in Urlaub zu gehen. Diese Urlaubszeiten sind auch einzuhalten, egal was an den Märkten gerade passiert. Über­dies haben Sie den Vorteil keine Übernachtpositionen zu halten, was Sie wiederum für Spontanreisen sehr flexibel macht. Das kann für Ihre zwi­schenmenschlichen Beziehungen sehr positiv sein, und wird sich auch positiv auf Ihr Trading auswirken.

Es kann jedoch nicht sein, dass Sie professioneller Daytrader sein wollen und jeden Tag zur Mittagszeit das Bett verlassen, um zu traden (hierbei meine ich die europäischen Märkte – tradet man an der NYSE oder NAS­DAQ ist das natürlich in Ordnung). Hier sollte eine „ganz oder gar nicht Einstellung« gelten. Entweder Sie ziehen einen Tradingtag mit all jenem durch, was dazugehört (in späteren Kapitel mehr dazu), oder Sie lassen es bleiben.

Natürlich sind Sie in jedem Szenario Ihr eigener Chef. Sie dürfen aller­dings niemals vergessen, dass es beim Trading um Geld geht. Geld ist Ihr Geschäft.

Wenn man arbeitet, dann hat man zwar mehrere Motive dafür, es geht aber auch darum, Geld damit zu verdienen. Erfolgreiche Manager oder Sportler reden zwar davon, dass sie nicht für Geld arbeiten gehen und auch sofort darauf verzichten würden (was einige Politiker bzw. CEOs sogar tun), das liegt aber einzig und allein daran, dass sie zu diesem Zeit­punkt bereits so viel Geld verdient haben, dass sie es nicht mehr nötig haben sich für die aktuelle Tätigkeit bezahlen zu lassen. Solche Men­schen gelten mitunter auch als Idealisten.

Tatsache ist jedoch, dass Sie Ihr Einkommen als Daytrader nicht selbst bestimmen können. Sie werden vom Markt bezahlt. An diesem Punkt endet Ihre Souveränität als Ihr eigener Chef. Sie sind zwar für die Bezah­lung verantwortlich, bestimmen jedoch nicht unmittelbar die Höhe. In schlechten Monaten werden Sie sogar Geld verlieren. Doch der Markt ist durchaus fair, was die Bezahlung anbelangt. Wenn man ein System gefunden hat, das stabil läuft und in Verbindung mit vernünftigen Money Management und entsprechender Positionsgrößenbestimmung diszipli­niert getradet wird, dann wird man auf lange Sicht sehr viel Geld verdie­nen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den Komponenten, die eben genannt wurden. Ein stabiles System, vernünftiges Money Management, entsprechende Positionsgrößenbestimmung und Disziplin. Auf all diese Dinge werden wir im Verlauf dieses Buchs noch genau eingehen.

Wenn Sie den Beruf Daytrader gewählt haben, um Ihre Familie mit den Gewinnen zu ernähren, dann haben Sie natürlich eine gewisse Verant­wortung gegenüber Ihrer Familie. Bevor Sie sich jedoch dazu entschlie­ßen Daytrader zu werden, müssen Sie den finanziellen Rahmen abste­cken, in dem Sie sich bewegen wollen. Denn hier beginnt das verantwor­tungsvolle Handeln gegenüber den eigenen Mitmenschen. Wenn Sie sich dazu entschließen Ihren alten Job aufzugeben um mit 10.000 Euro zu tra­den, dann sollten Sie Ihren Plan überdenken. Wenn diese 10.000 Euro nämlich Ihr gesamtes Erspartes darstellen, dann werden Sie scheitern.