Demenz und Depression - Frederik Haarig - E-Book

Demenz und Depression E-Book

Frederik Haarig

0,0
28,90 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Die häufigsten psychischen Störungen im Alter sind Depressionen und Demenz. Einediagnostische Abgrenzung ist entscheidend für eine angemessene therapeutische und pflegerische Versorgung. Dieses Handbuch -gibt Pflegekräften Einblick in die verschiedenen Krankheitsbilder, -zeigt Ansatzpunkte für Diagnostik und Behandlung auf, -ist Praxisanleitung für den angemessenen Umgang mit Patienten in der pflegerischen Versorgung. Pflegekräften bietet sich die Chance, Patienten besser zu verstehen und das eigene Verhalten an die Erkrankung des Betroffenen anzupassen. Das Hintergrundwissen gibt Sicherheit in der Kommunikation mit Angehörigen und hilft, sich z.B. bei herausforderndem Verhalten abzugrenzen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 110

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Frederik Haarig und Hanna Schade

Demenz und Depression

Symptome erkennen – individuell begleiten

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Sämtliche Angaben und Darstellungen in diesem Buch entsprechen dem aktuellen Stand des Wissens und sind bestmöglich aufbereitet.

Der Verlag und der Autor können jedoch trotzdem keine Haftung für Schäden übernehmen, die im Zusammenhang mit Inhalten dieses Buches entstehen.

© VINCENTZ NETWORK, Hannover 2019

Besuchen Sie uns im Internet: www.www.altenpflege-online.net

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Warenbezeichnungen und Handelsnamen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass solche Namen ohne Weiteres von jedermann benutzt werden dürfen. Vielmehr handelt es sich häufig um geschützte, eingetragene Warenzeichen.

E-Book-Herstellung und Auslieferung: readbox publishing, Dortmund, www.readbox.net

Foto Titelseite: AdobeStock_bilderstoeckchen

E-Book ISBN 978-3-7486-0077-0

Frederik Haarig und Hanna Schade

Demenz und Depression

Symptome erkennen – individuell begleiten

Inhalt

Vorwort

Psychische Belastung im Alter

Herausforderungen des Alterns

Belastungs- und Schutzfaktoren

Depression im Alter

Verbreitung

Symptomatik

Diagnostik und Klassifikation

Entstehung

Behandlung

Demenz

Verbreitung

Symptomatik

Diagnostik und Klassifikation

Entstehung

Behandlung

Abgrenzung von Demenz und Depression

Abgrenzungsmöglichkeiten

Mögliche Zusammenhänge zwischen Depression und Demenz

Differenzialdiagnostik: Demenz gegenüber Depression

Relevanz für die pflegerische Versorgung

Abgrenzung von Demenz und Depression

Umgang mit Betroffenen

Therapeutische Möglichkeiten

Ressourcenorientierung

Fazit und Implikationen

Autoren

Ihr exklusiver Bonus an Informationen!

Hier erhalten Sie Bonus-Material zum Download. Scannen Sie den QR-Code oder geben Sie den Buch-Code unter www.altenpflege-online.net/bonus ein und erhalten Sie Zugang zu Ihren persönlichen kostenfreien Materialien!

Buch-Code: AH1112

Vorwort

Infolge des demografischen Wandels und der gestiegenen Lebenserwartung wird es in den kommenden Jahren zu einem enormen Zuwachs des prozentualen Anteils von älteren Menschen in Relation zur Gesamtbevölkerung kommen (Geißler & Meyer, 2014). 2030 wird jede*r Dritte in Deutschland 60 Jahre oder älter sein (Destatis, 2016). Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, an physischen und psychischen Problemen zu leiden, Funktionsbeeinträchtigungen im Alltag zu spüren und Erkrankungen aufzuweisen (Robert Koch-Institut, 2015). Ist man über 65 Jahre alt, steigt das Risiko für psychische Erkrankungen um 25 % (RKI, 2015). Der Schweregrad der Erkrankungen variiert dabei, allerdings bedarf es vor allem bei schwergradigen Störungen einer psychotherapeutischen Behandlung. Des Weiteren sind Personen höheren Alters häufiger multimorbid erkrankt, leiden also an mehreren Krankheiten gleichzeitig (RKI, 2015). Dies kann als eine Versorgungsherausforderung angesehen werden, die eine Betrachtung von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen älterer Menschen notwendig macht. Unter den psychischen Störungen treten vor allem Demenzerkrankungen und Depressionen mit steigendem Lebensalter gehäuft auf (Burns, Jacoby & Levy, 1990): 60 % aller Patient* innen mit einer Alzheimer-Diagnose weisen eine zusätzliche Depressionsdiagnose auf. Zudem ist das Risiko von Depressionsdiagnosen bei einer vorliegenden Demenz im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht (Hummel et al., 2012).

In Deutschland leiden aktuell ca. 1,6 Millionen Menschen an einer Demenz; zwei Drittel davon an Alzheimer-Demenz (Deutsche Alzheimer Gesellschaft, 2016). Aufgrund des demografischen Wandels wird diese Zahl zeitnah deutlich ansteigen: Denn wenn es mehr ältere Menschen gibt, steigt auch die Häufigkeit altersassoziierter Krankheiten. Prognosen gehen von einer Zunahme um 91,1 % bis 2020 in Deutschland aus (Siewert et al. 2010). Schwierigkeiten bestehen in der Diagnostik von psychischen Störungen im höheren Alter – gerade von Depressionen und Demenz –, welche dazu führen, dass eine angemessene Behandlung nur bedingt erfolgen kann. Eine differenzierte und korrekte Klassifikation ist nötig, um valide festzustellen, inwiefern bei älteren Personen eine psychische Störung vorliegt, bzw. in welcher Form und welchem Schweregrad. Unterdiagnostik stellt ein spezielles Problem in diesem Altersbereich dar: Aus Scham, Scheu oder Angst, sie könnten stigmatisiert oder für „verrückt erklärt“ werden, sprechen ältere Personen häufig nicht über seelische Probleme und Befindlichkeiten. Zudem glauben viele ältere Menschen, dass sie sich „zusammenreißen“ müssten. So können (psychische) Erkrankungen nicht immer festgestellt werden.

Gerade ältere Generationen haben diesbezüglich eigene Auffassungen und Grundüberzeugungen, die beinhalten, Probleme „mit sich selbst auszumachen“ und Befindlichkeiten nicht an andere weiterzutragen. Eine weitere Schwierigkeit in der Diagnostik: Psychische Probleme verbergen sich, vor allem in fortschreitendem Alter, hinter körperlichen Symptomen und Erkrankungen. Viele ältere Personen weisen eine enorm lange Krankheitsgeschichte auf, die von unterschiedlichen Expertenmeinungen und der Inanspruchnahme von verschiedenen Behandlungen geprägt ist. Bei Auftreten von ersten psychischen Symptomen im Alter wird noch nicht darauf geschlossen, dass möglicherweise eine psychische Störung vorliegt. Grundsätzlich sind Symptome psychischer Erkrankungen bei älteren Menschen denen von jüngeren Menschen ähnlich, allerdings ist die Wirkweise dieser Symptome häufig eine andere. So erkennen ältere Menschen vor allem physiologische und körperliche Symptome als krankheitswertig an und gehen folglich zu Hausärzten und Allgemeinmedizinern. Die Behandlung erfolgt dann hinsichtlich der körperlichen Beschwerden, psychisch bedingte Symptome werden wenig erkannt und kaum adäquat behandelt.

Auch spezielle diagnostische Instrumente sind nicht auf die altersbezogenen Besonderheiten von psychischen Störungen ausgelegt und decken so manchmal nur bedingt eine seelische Erkrankung im hohen Alter auf.

Insbesondere depressive Störungen, die sich abrupt entwickeln und das Leben beeinflussen können, stellen im hohen Alter eine bedeutsame Belastung dar (Hegerl, Zaudig und Möller, 2013). Ohne eine zuverlässige Diagnostik sowie störungsbezogene Klassifikation kann die genaue Bestimmung nicht ermöglicht werden. Einen diagnostisch wichtigen Part nimmt dabei auch die Fremdbeurteilung ein. So sind auch die Berichte von Angehörigen, Ärzt*innen oder Pflegepersonal einzubeziehen. Es ist essenziell, dass die darauffolgenden Behandlungen und Therapien auf diesen Berichten basieren und sich der individuellen Symptomatik des Betroffenen annehmen. Neben psychotherapeutischen existieren ebenfalls pharmakotherapeutische Verfahren, die die Symptomatiken aufgreifen und Linderung versprechen. Hausärzte und Mitarbeiter der Pflege stellen hierbei eine wichtige Kontaktstelle dar. Das vorliegende Buch soll daher speziell für diese Zielgruppen erläutern, welche diagnostischen und versorgungsrelevanten Folgen sich daraus ergeben. Psychotherapie kann auch im Alter die Lebensqualität erhöhen, unabhängig davon, welche psychische Störung konkret vorliegt. Gerade im Bereich depressiver Störungen existieren therapeutische Verfahren, deren Wirksamkeit nachgewiesen und erprobt sind. In diesem Buch soll weiterhin darauf hingewiesen werden, welche Wege gegangen werden können, um bei Vorliegen von depressiven Störungen im hohen Alter eine angemessene Inanspruchnahme von Therapien und Verfahren zu ermöglichen. Zudem ist es gerade für die Pflege wichtig, klarzustellen, in welcher Form diagnostisch demenzielle und depressive Erkrankungen zu unterscheiden sind. Studien belegen, dass bei älteren Menschen eine Präferenz zum Selbstmanagement bzw. zur Selbsthilfe besteht. So können Ältere selbstbestimmt ihre Gesundheit erhalten oder wiedererlangen. Selbst im hohen Lebensalter ist es also möglich, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, wobei hinsichtlich der aktuellen Versorgungslage in Deutschland dennoch Optimierungsbedarf besteht. Dabei gibt es im höheren Alter einige Besonderheiten, auf die in diesem Buch näher eingegangen wird. Aus diesen ergeben sich Tipps und Implikationen für die Praxis, die anhand von Fallbeispielen anschaulich und anwendungsorientiert dargestellt werden. Das vorliegende Buch unternimmt sozusagen den Versuch einer zuverlässigen Betrachtung der beiden Störungsbilder, stellt dar, wie sich diese voneinander abgrenzen lassen, und widmet sich den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen für die Gesundheitsversorgung, speziell für die Gesundheitspflege bzw. Altenpflege.

Literaturverzeichnis

Burns, A., Jacoby, R., & Levy, R. (1990). Psychiatric phenomena in Alzheimer‘s disease. III: Disorders of mood. The British Journal of Psychiatry, 157, 81-86.

Destatis (2016). Ältere Menschen in Deutschland und der EU. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Geißler, R. & Meyer, T. (2014). Struktur und Entwicklung der Bevölkerung. In R. Geißler (Hrsg.), Die Sozialstruktur Deutschlands (S. 27–58). Wiesbaden: Springer-Verlag.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (2016). Informationsblatt 1. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen. https://www.deutsche-alzheimer.de/

Hummel, J., Weisbrod, C., Bösch, L., Himpler, K, Böhm, G., Diener, S., Gaebel, A., Dipper, L., Zieschang, T., Oster, P., Kopf, D. (2012). Komorbidität von Depression und Demenz bei geriatrischen Patienten mit akuter körperlicher Erkrankung. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 45, 34-39.

Hegerl, U., Zaudig, M., & Möller, H. J. (2013). Depression und Demenz im Alter: Abgrenzung, Wechselwirkung, Diagnose, Therapie. Wien, New York: Springer-Verlag.

Robert Koch-Institut. (2015). Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin: Robert Koch-Institut.

Siewert, U., Fendrich, K., Doblhammer-Reiter, G., Scholz, R. D., Schuff-Werner, P., & Hoffmann, W. (2010). Versorgungsepidemiologische Auswirkungen des demografischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern: Hochrechnung der Fallzahlen altersassoziierter Erkrankungen bis 2020 auf der Basis der Study of Health in Pomerania (SHIP). Deutsches Ärzteblatt, 107, 328–334.