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Die Prävalenz von Demenzerkrankungen und geistigen Leistungsstörungen in der alternden Bevölkerung nimmt stetig zu. Dieses praxisorientierte Werk behandelt klinische Beurteilung, neuropsychologische Untersuchung, Differenzialdiagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen, nicht-organischen und unklaren geistigen Leistungsstörungen. In jedem Abschnitt werden vermeidbare Fehler und Problemlösungsstrategien beschrieben.
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Seitenzahl: 387
Veröffentlichungsjahr: 2005
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Die Prävalenz von Demenzerkrankungen und geistigen Leistungsstörungen in der alternden Bevölkerung nimmt stetig zu. Dieses praxisorientierte Werk behandelt klinische Beurteilung, neuropsychologische Untersuchung, Differenzialdiagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen, nicht-organischen und unklaren geistigen Leistungsstörungen. In jedem Abschnitt werden vermeidbare Fehler und Problemlösungsstrategien beschrieben.
Prof. Dr. Klaus Schmidtke, Neurologe am Zentrum für Geriatrie und Gerontologie der Universitätsklinik Freiburg, Leiter der Neurogeriatrie- und Memory-Ambulanz.
Herausgegeben von Thomas Brandt, Reinhard Hohlfeld, Johannes Noth und Heinz Reichmann
Klaus Schmidtke
Demenzen
Untersuchung und Behandlung in der Facharztpraxis und Gedächtnissprechstunde
Verlag W. Kohlhammer
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
1. Auflage 2006
Alle Rechte vorbehalten © 2016 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany
ISBN 978-3-17-018619-4
E-Book-Formate
pdf:
epub:
978-3-17-027290-3
mobi:
978-3-17-027291-0
1 Einleitung
1.1 Definition von Demenz und verwandten Begriffen
1.2 Häufigkeit von Demenzerkrankungen
1.3 Grundtypen der Demenz
1.3.1 Kortikale Demenz
1.3.2 Subkortikale Demenzformen
1.3.3 Frontale Demenz
1.4 Progression von Demenzerkrankungen
1.5 Die Auswirkung von Demenzerkrankungen auf die Betroffenen
1.6 Demenzerkrankungen im öffentlichen Bewusstsein
1.7 Die sozioökonomische Bedeutung von Demenzerkrankungen
1.8 Die Bedeutung der Diagnostik
1.9 Aufgaben des Hausarztes und des Facharztes
1.10 Die Rolle von Gedächtnissprechstunden
2 Diagnostik und diagnostische Methoden
2.1 Diagnostische Herangehensweise
2.2 Fragen im Vorfeld der Diagnostik
2.3 Anamnese und Fremdanamnese
2.4 Körperlich-neurologischer Befund
2.5 Psychischer Befund
2.6 Neuropsychologische Diagnostik
2.6.1 Mögliche neuropsychologische Defizite bei Demenzerkrankungen
2.6.2 Verhaltensbeobachtung bei der neuropsychologischen Untersuchung
2.6.3 Neuropsychologische Testuntersuchung: Allgemeine Hinweise
2.6.4 Testverfahren in der Demenzdiagnostik
2.6.5 Testuntersuchung von aphasischen Patienten
2.7 Apparative Zusatzuntersuchungen in der Demenzdiagnostik
2.8 Beschreibung und Skalierung von Demenzsymptomen
2.9 Fehlerquellen, Probleme und Lösungsansätze in der Demenzdiagnostik
3 Nicht-organische kognitive Störungen
3.1 Kognitive Störung und Demenzsymptomatik bei psychiatrischen Erkrankungen
3.2 Funktionelle Konzentrations- und Gedächtnisstörung
4 Leichte Kognitive Störung/Mild Cognitive Impairment
4.1 Definition und konzeptuelle Probleme
4.2 Leichte Kognitive Störung – Varianten
4.3 Diagnose und Differentialdiagnose der Leichten Kognitiven Störung
4.4 Prognose bei Leichter Kognitiver Störung
4.5 Beratung und Behandlung bei MCI
5 Alzheimer-Demenz
5.1 Epidemiologie
5.2 Genetische Faktoren der sporadischen Alzheimer-Demenz
5.3 Pathologie
5.4 Pathophysiologie
5.5 Verlauf der Alzheimer-Demenz
5.6 Psychischer Befund bei Alzheimer-Demenz
5.7 Kognitive Defizite
5.8 Störung der Alltagsaktivitäten
5.9 Körperlich-neurologische Symptome
5.10 Psychiatrische Begleitsymptome
5.11 Varianten der Alzheimer-Demenz
5.11.1 Posteriore kortikale Atrophie
5.11.2 Alzheimer-Demenz mit führender Sprachstörung
5.11.3 Andere Verlaufsvarianten
5.12 Diagnosestellung
5.13 Differentialdiagnose
5.13.1 Symptomatische Demenzen bei neurologischen und internistischen Grunderkrankungen
5.13.2 Pseudodemenz bei Depression
5.14 Antidementive Therapie der Alzheimer-Demenz
5.14.1 Innovative Therapien
5.14.2 »Klassische« Nootropika und Antidementiva
5.14.3 Acetylcholinesterasehemmer
5.14.4 Memantine
5.15 Fehlerquellen bei der Diagnostik der Alzheimer-Demenz
5.16 Fehlerquellen bei der Therapie der Alzheimer-Demenz mit Acetylcholinesterasehemmern
6 Frontotemporale Demenz
6.1 Überblick zu Aufbau und Verbindungen des Stirnhirns
6.2 Definition der Frontotemporalen Demenz
6.3 Frontaler/Frontotemporaler Haupttyp
6.4 Verlaufsformen mit führender temporaler Degeneration: Primär progressive Aphasie und semantische Demenz
6.5 Mögliche körperlich-neurologische Begleitsymptome der Frontotemporalen Demenz
6.6 Diagnostik der Frontotemporalen Demenz
6.6.1 Verhaltensbeobachtung
6.6.2 Neuropsychologische Testuntersuchung
6.6.3 Bildgebung
6.6.4 Labor und Genetik
6.7 Differentialdiagnose
6.7.1 Frontotemporale Demenz vs. Morbus Alzheimer
6.7.2 Fronttemporale Demenz vs. andere Demenzerkrankungen
6.8 Medikamentöse Therapie
6.9 Unterstützung und Beratung
6.10 Fehlerquellen in der Diagnostik und Therapie der Frontotemporalen Demenz
7 Lewy-Körperchen-Erkrankung
7.1 Definition
7.2 Pathologie
7.3 Klinisches Erscheinungsbild
7.4 Diagnostik
7.5 Differentialdiagnose gegenüber anderen Demenzformen
7.5.1 Lewy-Körperchen-Krankheit vs. Morbus Alzheimer
7.5.2 Lewy-Körperchen-Krankheit vs. Morbus Parkinson mit hinzutretender Demenz
7.5.3 Lewy-Körperchen-Krankheit vs. andere Erkrankungen mit hypokinetisch-rigidem Syndrom
7.6 Therapie
7.7 Therapie bei »Morbus Parkinson mit Demenz«
7.8 Fehlerquellen bei der Diagnosestellung
7.9 Fehlerquellen in der Therapie
8 Demenz bei vaskulären Schädigungen
8.1 Demenz bei subkortikaler arteriosklerotischer Enzephalopathie
8.1.1 Pathologie und Pathophysiologie
8.1.2 Klinik und Verlauf
8.1.3 Körperlich-neurologische Symptome
8.1.4 Bildgebung
8.1.5 Diagnosestellung und Differentialdiagnose
8.1.6 Medikamentöse Therapie der subkortikalen arteriosklerotischen Enzephalopathie
8.1.7 Symptomatische Therapie der subkortikalen arteriosklerotischen Enzephalopathie
8.1.8 Prophylaxe der subkortikalen arteriosklerotischen Enzephalopathie
8.2 Demenz bei einzelnen oder multiplen territorialen Insulten
8.2.1 Multiinfarktdemenz
8.2.2 Strategische Insulte
8.2.3 Diagnosestellung
8.2.4 Therapie und Prophylaxe
8.3 Fehlerquellen bei der Diagnosestellung
8.4 Fehlerquellen in der Therapie
9 Grundsätze der Psychopharmakotherapie
9.1 Allgemeines
9.2 Neuroleptika
9.3 Benzodiazepine
9.4 Antidepressiva
9.5 Andere zentral wirksame Medikamente
10 Rehabilitation, Psychoedukation und Soziotherapie von Demenzpatienten und ihren Angehörigen
10.1 Aufklärung
10.2 Rehabilitation
10.3 Helfende und unterstützende Einrichtungen
10.4 Psychoedukation
10.5 Soziotherapie
10.6 Kombinierte Konzepte für Patienten und Angehörige
11 Ethische Aspekte in der Betreuung von Demenzkranken
11.1 Stigmatisierung
11.2 Inanspruchnahme fachärztlicher Diagnostik und Therapie
11.3 Einschränkung der Autonomie des Kranken
11.4 Würde und Lebensqualität
11.5 Behandlung mit Psychopharmaka
11.6 Pflegerische und lebensverlängernde Maßnahmen im Spätstadium
11.7 Genetische Diagnostik bei Patienten, Angehörigen und Ungeborenen
12 Hinweise für Angehörige
12.1 Information und Entlastung für Angehörige
12.2 Nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
12.3 Demenz und Autofahren
12.4 Ethische Fragestellungen
12.5 Genetische Diagnostik bei Demenzerkrankungen
12.6 Testierfähigkeit
13 Literaturverzeichnis
14 Stichwortverzeichnis
Dieses Buch ist auf die praktische Arbeit in Gedächtnissprechstunden, Facharztpraxen und Kliniken ausgelegt. Es wendet sich an Neurologen, Psychiater, Nervenärzte und Psychologen, die Patienten mit Demenzerkrankungen und unklaren geistigen Leistungsstörungen betreuen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem allgemeinen und krankheitsübergreifenden Wissen, auf diagnostischen Methoden und der vertieften neuropsychologischen Untersuchung. Fehlerquellen und Probleme werden jeweils hervorgehoben, Grundsätze der symptomatischen Psychopharmakotherapie von Demenzpatienten, die nichtmedikamentöse Behandlung, die Unterstützung von Angehörigen und ethische Aspekte besprochen. Die Kapitel zu einzelnen Demenzursachen konzentrieren sich auf die häufigsten Erkrankungen: M. Alzheimer, Frontotemporale Demenz, Lewy-Körperchen-Erkrankung, vaskuläre Demenzformen sowie nicht-organische Erkrankungen. Weitere degenerative Demenzen mit Parkinson-Syndrom werden bei der Lewy-Körperchen-Erkrankung besprochen (7.5). Die Abgrenzung gegenüber symptomatischen, nicht-degenerativen Demenzursachen erfolgt in den Kapiteln zur Diagnostik (2.1 bis 2.4) und zu M. Alzheimer (5.13.1). Das letzte Kapitel gibt einige Hinweise und Verweise speziell für Angehörige. Zur besseren Lesbarkeit wird im Text anstelle von Patient/Patientin, Arzt/Ärztin etc. die männliche Form verwendet.
Freiburg, im Herbst 2005
Klaus Schmidtke
Als Demenz im Sinne von ICD-10 wird eine erworbene Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die zu einer Störung des Gedächtnisses und mindestens einer weiteren geistigen Leistung führen (zum Beispiel Sprache, Denk- und Urteilsvermögen, räumlich/konstruktive Leistungen). Das Ausmaß der Störung zeigt sich darin, dass die Betroffenen im beruflichen und/oder privaten Alltagsleben behindert sind. Neben der kognitiven Störung kommt es meist auch zu einer Veränderung der Persönlichkeit und des Verhaltens. Die Störung muss seit mindestens sechs Monaten bestehen und nicht nur im Rahmen eines Delirs bestehen.
Doch diese Definition hat einige Mängel:
bei manchen Demenzkrankheiten steht anfangs nicht eine kognitive Störung, sondern eine Wesensänderung im Vordergrund
eine Gedächtnisstörung ist ein sehr häufiges, dem Wesen nach aber kein unabdingbares Symptom von Demenzen. Sie kann bei manchen Erkrankungen, zumindest im frühen Stadium, ganz im Hintergrund stehen
eine Demenz kann sofort nach einmaliger Schädigung auftreten
eine Demenz kann ausnahmsweise schon vor dem Ablauf von sechs Monaten zum Tod führen
Eine Demenz kann prinzipiell von jeder ausgeprägten Hirnschädigung, gleich welcher Ursache, hervorgerufen werden. Ursache können diffuse oder umschriebene Läsionen sein, die sich akut, subakut oder über Jahre entwickeln. Eine symptomatische Demenz nach einer einmaligen Schädigung kann, im Sinne eines Defektsyndroms, stabil bleiben (zum Beispiel nach Wernicke-Enzephalopathie, Trauma, Insult oder Herpesenzephalitis) oder sich bessern (zum Beispiel nach Behandlung eines Tumors, einer Hirnblutung, eines Normaldruckhydrozephalus oder einer metabolischen Störung). Demenzerkrankungen sind progrediente, prozesshaft verlaufende Gehirnerkrankungen und in vielen Fällen letal. Es sind in erster Linie degenerative und metabolische Erkrankungen des Nervengewebes, im weiteren Sinne auch progrediente Erkrankungen der zerebralen Blutgefäße und metabolische Erkrankungen des Gehirns im Kindesalter.
Leichtere Defizite, die nach einer umschriebenen Schädigung des Gehirns auftreten, werden als »kognitive Störung«, »Hirnleistungsstörung« oder »geistige Leistungsstörung« bezeichnet. Das Zwischenstadium zwischen Normalität und Demenz wird als »Leichte Kognitive Störung« bezeichnet, wenn es sich wahrscheinlich um eine prozesshafte Leistungsabnahme handelt. »Oligophrenie« bezeichnet das Nicht-Erreichen eines normalen geistigen Niveaus. Oligophrene Menschen können aber zusätzlich eine Demenz erleiden; insbesondere erleiden Menschen mit M. Down typischerweise eine Alzheimer-Demenz.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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