Der Augengucker - Matthias Mertler - E-Book

Der Augengucker E-Book

Matthias Mertler

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Beschreibung

Dieses Buch ist für naturheilkundlich interessierte Therapeuten, aber auch für medizinische Laien und Betroffene gedacht, denen ich Mut machen möchte, durch andere Therapiekonzepte und evtl. Therapeutenwechsel doch noch Linderung oder gar Heilung ihrer Beschwerden zu erfahren. Prinzipiell empfehle ich meinen Patienten, mehrere Meinungen zur Therapie ihrer Beschwerden einzuholen. Was ich in nunmehr über 30-jähriger Praxistätigkeit von den Patienten an unsinnigen und teilweise auch belastenden Therapie-Vorschlägen der Vorbehandler zu hören bekam, hat mich u.a. zu diesem Buch animiert. Der Druck und der Stress in den Arztpraxen durch Zeit- und Personal-Mangel, der zu Corona-Zeiten auch noch ganz andere Ausmaße angenommen hat, ist mir durchaus bewusst. Dadurch lässt sich aber nicht alles im Praxisalltag – spez. bei der therapeutischen Vorgehensweise – entschuldigen. Die schulmedizinische Forderung: "Vor die Therapie haben die Götter (in Weiß) die Diagnose gesetzt" möchte ich ergänzen: "Vor die Operation haben die Ganzheitstherapeuten die komplementäre Therapie gesetzt". Soll heißen: eine Operation z.B. lohnt sich eher für den Therapeuten, sollte i.S. des Patienten aber immer erst als letzte – dann sicherlich auch angebrachte - Option betrachtet werden. Notfalleingriffe sind davon selbstverständlich ausgenommen.

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Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Matthias Mertler

Der „Augengucker“

Ein Plädoyer für die Naturheilkunde

Matthias Mertler

Der Augengucker

ein Plädoyer für die Naturheilkunde

Dieses Buch ist für naturheilkundlich interessierte Therapeuten, aber auch für medizinische Laien und Betroffene gedacht, denen ich Mut machen möchte, durch andere Therapiekonzepte und evtl. Therapeutenwechsel doch noch Linderung oder gar Heilung ihrer Beschwerden zu erfahren.

© hsm healthstyle.media GmbHHofheim 2023

1. Auflage

Alle Rechte vorbehalten

Satz und Gestaltung: Jürgen Bücker, AKOM.media GmbH

Lektorat: hsm healthstyle.media GmbH

Druck: Flyeralarm

Printed in Germany

ISBN: 978-3-948849-55-9

eISBN: 978-3-948849-56-6

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Wie alles anfing

Erste Überlegungen zu therapeutischen Konzepten

2. Was es mit dem „Augengucker“ auf sich hat

3. Umdenken ist angesagt!

Zwei weitere Beispiele zum Thema

4. Erste eigene Praxiserfahrungen

5. Eigene Erfahrungen mit der Schulmedizin

6. Was Patienten an ihren Ärzten bemängeln

Zitate in Auszügen

Zitate in Auszügen

7. Alltagsprobleme in der Praxis

8. „Vor die Therapie haben die Götter (in Weiß) die Diagnose gesetzt“

9. Mein Doktor hat gesagt…

Fallbeispiel 1

Fallbeispiel 2

Fallbeispiel 3

Fallbeispiel 4

Fallbeispiel 5

10. Was es mit der Bioresonanz-Testung und Bioresonanz-Therapie auf sich hat

Wie ich zur Bioresonanz-Therapie kam

11. Beschwerden, Befundung, Behandlung

12. Krankheitsentstehung

13. Rücken- und Gelenk-Beschwerden

Fallbeispiel 6

14. Funktionelle Herzbeschwerden

Funktionelle Herzbeschwerden

15. Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung

16. Hautbeschwerden / Juckreiz, Ekzeme

Diagnostische und therapeutische Vorgehensweise:

17. Atemwegserkrankungen

Fallbeispiel 7

18. Psyche und Soma

19. Wohlstandsprobleme

20. Was können wir tun?

Versicherung

Literaturliste

Vorwort

Die folgenden Zeilen sind für naturheilkundlich interessierte Therapeuten, aber auch für medizinische Laien und Betroffene gedacht, denen ich Mut machen möchte, durch andere Therapiekonzepte und evtl. Therapeutenwechsel doch noch Linderung oder gar Heilung ihrer Beschwerden zu erfahren.

Ich möchte zum Umdenken anregen und meine ganzheitsmedizinischen Therapieerfolge den Schwachstellen schulmedizinischer Therapieansätze gegenüberstellen.

Während meiner Tätigkeit in der Pharma-Forschung mit naturwissenschaftlichem Hintergrund konnte ich die schulmedizinischen Denkansätze durchaus nachvollziehen. Krankheitsfälle mit mühsamen bis erfolglosen schulmedizinischen Therapieansätzen im privaten Umfeld ließen mich aber später daran zweifeln, ob das alles immer so richtig ist. Ich begann, mich für andere Denkansätze zu interessieren, die wir heute als individuelle Ganzheitstherapie bezeichnen und die auch andere, umfassendere Ansprüche an Anamnese und Therapie stellen.

Nach den nunmehr über dreißig Jahren naturheilkundlicher Praxiserfahrung als Heilpraktiker möchte ich meine empirisch basierten ganzheitlichen Therapie-Konzepte in diesem Buch mit einem kleinen Augenzwinkern an die diagnostischen und therapeutischen Schwächen unseres schulmedizinischen Gesundheitswesens darlegen.

Unser Gesundheitssystem, oftmals auch als „Krankheitssystem“ bezeichnet, kränkelt selbst an vielen Stellen (zu teuer, zu wenig und oft überfordertes Personal…). Dabei ist die Politik auch nicht ganz unschuldig!

Insbesondere die chronischen, sog. „Wohlstands-Krankheiten“ – weltweit auf dem Vormarsch – können offensichtlich mit schulmedizinisch-symptomatischen Therapieansätzen in vielen Fällen nicht erfolgreich behandelt werden.

Das theoretisch-wissenschaftliche Ursache-Wirkungs-Denkmodell versagt irgendwann bei allen multifaktoriellen Geschehen – nicht nur in der Medizin, sondern auch beim Klimawandel und den Umweltproblemen… So sind Maßnahmen, die nur einen oder wenige Aspekte berücksichtigen, und/oder in einer unsinnigen Reihenfolge getroffen werden, meist nicht ausreichend oder verpuffen zum falschen Zeitpunkt.

Auf eine gendergerechte Schreibweise habe ich zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet. Das soll die Kolleginnen nicht diskriminieren – sie sind ja inzwischen deutlich in der Überzahl.

1. Wie alles anfing

Schon als Kleinkind habe ich mich offensichtlich mit Funktionsstörungen biologischer Systeme beschäftigt und Überlegungen angestellt, wie man sie beheben kann. Dass das seine Grenzen hat, wurde dann auch schnell deutlich: Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich im zarten Alter von ca. 3 Jahren einem Maikäfer auf der Fensterbank beim Krabbeln zugeschaut und, als er stehen blieb, mit dem Finger angeschoben habe. Nach dem x-ten Male wollte er wohl seine heißen Füße durch eine Pause abkühlen. Als meine Anschub-Bemühungen keinen Erfolg mehr zeigten, habe ich es mit einem Faustschlag versucht und damit das biologische System Maikäfer überfordert.

Das war sicherlich nicht schön für den Käfer, aber sehr lehrreich für mich… (Auf das Thema „Überforderte biologische Regelkreise“ komme ich später nochmal zurück.)

Dass man bei gesundheitlichen Problemen verschiedene therapeutische Wege gehen und selbst Facharztkommentare relativieren kann, wurde mir als Pubertier bewusst: Ich hatte reichlich Akne im Gesicht und auf den Schultern. Der Kommentar meines Vaters „Ich hatte das bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr auch, aber dann ging’s von selber wieder weg“ war nicht wirklich zufriedenstellend für mich. Die Äußerung unseres Hausarztes „Hmm, hmm, hmm“ und die Empfehlung, Hefetabletten zu futtern, brachten außer dünnerem Stuhlgang auch keinen therapeutischen Durchbruch.

Der anschließende Besuch beim Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten war mir in dem Alter – Kapuzenpullis waren damals noch nicht in – schon irgendwie peinlich, aber da musste ich durch. Der Arzt hatte offensichtlich wenig Zeit – sein Begrüßungshandschlag ging fließend-nachdrücklich über in eine deutliche Zug- und Zerrbewegung in Richtung Patientenstuhl. Erst dort löste er seinen Schraubstock-Griff und gab mir den Expertentipp, die Pickel wegen Entzündungsgefahr durch Schmodder unter den Fingernägeln nicht mit den Fingern auszudrücken – dazu wären auch spezielle Gerätschaften nötig.

Damit hatte er hygienetechnisch sicherlich recht. Prinzipiell fühlte ich mich aber inzwischen als Fachmann für die manuellen Techniken zur Pickelbetreuung und hätte diese Erfahrungen gerne weitergegeben. Meinen Kommentar „Hören Sie mal, ich habe jahrelange Ausquetscherfahrung – wollen Sie mir erklären, wie man Pickel ausdrückt?“ konnte ich mir gerade noch verkneifen. Er hätte sich sicherlich wegen Zeitmangel auch nicht auf eine Diskussion unter Fachleuten eingelassen.

Er schrieb mir eine relativ aggressive Reinigungs-Peeling-Lotion und eine antibiotische „Pflegecreme“ auf. Beides habe ich auch folgsam angewendet bis zu dem Tag, als ich über den Witz eines Freundes, der mit Akne nichts zu tun hatte – also weder der Witz noch mein Freund – lachen musste. Dabei hatte ich das Gefühl, meine ausgelaugte und trockene Gesichtshaut würde mir in Fetzen abplatzen.

Rettung versprach ich mir in der Folge von etlichen Tipps, die mir meine Mutter aus Frauenzeitschriften rausgerissen hatte. Dort war die Rede von milden Reinigungsmitteln auf Orangenlotion-Basis aus dem Reformhaus; es gab die Empfehlung, auf Schweinefleisch, Süßkram und starke Gewürze zu verzichten und das Rauchen einzustellen, was mir leichtfiel, da ich noch gar nicht damit angefangen hatte.

In der Folgezeit trat das Problem Akne in den Hintergrund, was doch sehr erleichternd war, da jetzt andere existenzielle Themen für die weitere Lebensplanung angegangen werden mussten: Freizeitsport, Alkohol, Mädels und Überlegungen, was man denn später mal so beruflich machen sollte.

Erste Überlegungen zu therapeutischen Konzepten

Nach recht halbherzigen Bemühungen und dem folgerichtigen Scheitern in Bezug auf die Berufsfelder Innenarchitektur und Lehramt (worüber ich im Nachhinein für mich und vor allem für die armen Kinder noch sehr dankbar bin), fand ich dann meinen Platz in einem großen Pharmakonzern. Nach sehr fundierter theoretischer und praktischer Grund-Ausbildung in Anatomie, Physiologie, Mikrobiologie, Toxikologie und Veterinärmedizin arbeitete ich lange Jahre im Institut für Pharmakologie zum Thema Rheologie (Fließeigenschaften des Blutes, Blut-Gerinnung / Thrombose) mit dem Ziel, durch Grundlagenforschung die Basis für die Entwicklung entsprechender Medikamente gegen Embolien, Herzinfarkt und Schlaganfall liefern zu können. (Das hätte sich auch im Nachhinein für den Pharmakonzern rechnen können, denn das Geld, was sie für mich ausgegeben haben, konnten sie ja erst Jahre später über teure Medikamente wieder reinholen.)

Ich bin auch meinen engsten Freunden, die ich dort kennenlernen durfte und von denen auch einige in der Pharma-Forschung geblieben sind, überaus dankbar für spätere Diskussionen, die sich aufgrund unserer gemeinsamen Freizeitaktivitäten nun schon über etliche Jahrzehnte hinziehen. Bei diesen mehrmals jährlich über Tage und Wochen durchgeführten Wanderungen und Kanutouren ergaben sich in den Pausen und abends bei Feuerchen und Rotwein viele Gelegenheiten, über Gesundheit, Krankheit, Ernährung, Lebensführung und die Sinnhaftigkeit therapeutischer Ansätze zu diskutieren.

In späteren Jahren, nachdem ich der Pharmaforschung (deren Grundlagenforschung ich auch heute noch für äußerst sinnvoll halte) den Rücken gekehrt hatte und in eigener Praxis naturheilkundlich tätig war, wurden manche dieser Lagerfeuer-Diskussionen von der naturwissenschaftlichen Fraktion mit der Frage eingeleitet „Was gibt‘s denn Neues bei den Augenguckern“, was mich u.a. zum Titel dieses Buches veranlasst hat. Mehr dazu später…

Noch während meiner Zeit im Forschungszentrum – wir waren schwanger und meine Frau mit Ernährung, Gymnastik und Geburtsvorbereitung beschäftigt – wollte ich mich im Interesse unseres Kindes in Homöopathie schlau machen. Es wurde mir schnell klar, dass gerade die u.a. propagierte Hochpotenz-Homöopathie für das Verständnis eines „gelernten Naturwissenschaftlers“ eine Herausforderung darstellt. Da die Angebote zur Homöopathie-Weiterbildung bei der Volkshochschule (VHS) recht dürftig waren und mein Einkommen bei der Pharma-Industrie das zuließ, schrieb ich mich bei einer Heilpraktiker-Schule als Wochenendteilnehmer ein. Ich belegte fortan als nebenberuflicher Hobby-Heilpraktiker-Schüler anfangs nur die Homöopathie – später dann auch andere naturheilkundliche Themen.

Das Interesse für diese Thematik faszinierte mich immer mehr und ich outete mich nach einigen Monaten als Heilpraktiker-Anwärter mit dem Ziel, nach gesetzlich vorgeschriebener Prüfung vor dem zuständigen Gesundheitsamt mit der amtlichen Erlaubnis und geschützten Berufsbezeichnung HEILPRAKTIKER freiberuflich tätig zu werden.

Aufgrund meiner Vorbildung war ich damals der überheblichen Meinung, bei den Pflichtthemen Anatomie, Physiologie und Pharmakologie durch Abwesenheit glänzen zu können und an den so freien Wochenenden lieber mit Kind und Hunden durch die Wälder zu streifen. Leider wurden nach einigen Monaten etliche Defizite aufgedeckt, die dazu führten, dass ich mein Lernkonzept überdenken musste. Ausschlaggebend für einen zügigen „Neustart“ war allerdings meine Frau, die schon zwei Berufsausbildungen inclusive Berufspraxis hinter sich hatte und zu der Zeit im dritten Beruf als Lehrerin arbeitete. Später, nach der Zeit als Lehrerin, kam übrigens noch die Zulassung als Heilpraktikerin für Psychotherapie hinzu…

Mit der Bemerkung „Mit dieser Halbherzigkeit bei minimalstem Zeiteinsatz schaffst du die Prüfung in zehn Jahren nicht!“ gab sie mir irgendwie zu denken.

Einer meiner guten Freunde, der im Übrigen auch der Pharmaindustrie den Rücken gekehrt und ein Musikstudium vorgezogen hatte, bestärkte sie auch noch darin: „Ich kenn‘ ihn schon seit der Schulzeit – mach ihm ordentlich Druck, sonst kommt der nicht in die Puschen.“ (Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an ihn. In späteren Jahren habe ich ihm deshalb auch nur höherwertige und verträgliche Rotweine angeboten und nicht die, die weg mussten…)

Um mein Umfeld zufriedenzustellen und mir selbst Druck zu machen, die Heilpraktiker-Ausbildung auch in einem überschaubaren Zeitrahmen, der von den finanziellen Rücklagen durchaus limitiert war, zu schaffen, kündigte ich meinen recht gut bezahlten Job in der Pharmaforschung. Und so begab ich mich auf den Weg in eine ungewisse und durchaus risikobehaftete Freiberuflichkeit.

2. Was es mit dem „Augengucker“ auf sich hat

Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Arten von Heilpraktikerschulen: Einmal die, die neben dem theoretisch notwendigen Unterrichtsstoff auch praktische Ausbildungen in naturheilkundlichen, komplementären Diagnose- und Therapie-Verfahren anbieten – bis hin zu einer schulinternen Abschluss-Prüfung, um die Chancen bei der vorgeschriebenen Überprüfung beim Gesundheitsamt auch realistisch einschätzen zu können. Das sind private Schulen, aber auch Einrichtungen, die einem Heilpraktiker-Berufsverband angegliedert sind und so einen kürzeren Draht zu gesetzlichen Vorgaben und Änderungen und zu erfahrenen, praktizierenden Heilpraktikern und Dozenten haben.