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Auch in seinem dritten Buch entführt uns der Erzähl-Teddy in das Land hinter dem Regenbogen. Wieder stellt er uns viele Tiere vor, die er am Fuße der Brücke willkommen geheißen hat und die ihm ihre Geschichten erzählen. Es sind Geschichten von Liebe, Freude und Geborgenheit, die die Tiere auf der Erde von ihren Frauchen und Herrchen erfahren durften. Diese Tiere warten auf der Wiese gemeinsam mit ihren Freunden auf den Moment, in dem sie ihre geliebten Frauchen und Herrchen an der alten Brücke unter dem Regenbogen abholen dürfen. Es sind aber auch Geschichten von Schmerzen, Hunger und Gemeinheit, die von Menschen den Tieren zugefügt wurden und euch Leser zum Nachdenken bringen sollen. Doch auch diese Geschichten haben letztendlich eines gemeinsam: Die Gewissheit, dass sie ein friedvolles und glückliches Dasein hinter dem Regenbogen haben dürfen. Schmerzen, Hunger und Angst fallen von ihnen ab und sie erfahren in ihren neuen "Familien" was Liebe bedeutet. Und wenn ihre Freunde Frauchen und Herrchen an der Brücke abholen, werden sie von ihnen adoptiert und gemeinsam gehen sie über die geheime Brücke auf die ewige Wiese. Und es gibt die Geschichten von Gudrun! Das Huhn mit den verrückten Einfällen galoppiert auch durch dieses Buch. Immer wieder kommt sie auf neue Ideen mit denen sie Teddy und seine Freunde in den Wahnsinn, und uns Lesern die Lachtränen in die Augen treibt. In diesem Buch gibt es zu jeder Geschichte Bilder, die von der Handlung erzählen. Und als ganz besonderes "Schmankerl" hat uns unsere liebe Freundin Anke Ottensmeyer wunderschöne Handzeichnungen gemalt. Jede einzelne Zeichnung ist ein kleines Kunstwerk und man kann sich kaum sattsehen an dem Detailreichtum dieser Bilder.
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Seitenzahl: 357
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Vielen Dank an alle, die mich bestärkt haben, den dritten Band der Teddy-Reihe zu schreiben.
Mein herzlichster Dank gebührt Anke Ottensmeyer, die wunderschöne und unverwechselbare Bilder für dieses Buch gezeichnet hat
1.Ein Sack Flöhe
2. Das ganz besondere Blümchen
3. Pontiki
4. Felix
5. Die Katzen von Paros
6. Chita
7. Einbaum
8. Peter und Paul
9. Fanpost
10. Hochzeitstauben
11 Vorweihnachtszeit
12. Die Weisse Pracht
13. Christkind
14. Ein neues Leben
15. Mogli
16. Lobo
17. Leftery – Ranzensepp
18. Oberinspektor Ari
19. Mümmel
20. Patsie
21. Steine
22. Osterlamm
23. Monya
24. Blacky
25. Mimi und Momo
26. Katharina 2
27. Wolfsblut
28. Wolfsblut – mein Leben
29. Besuch
30. Unerklärliche Phänomene
31. Ares
32. Malaka
33. Lexie
34. Barny
35. Fiete
36. Gudrun ist zurück
37. Moulari
38. Henne sucht Gockel
39. Hühnerg´schichten
40. Das Ende ist auch ein Anfang
Hallo, hier ist euer ganz schön stolzer Teddy.
Warum ich stolz bin?
BUCH 3!!!!!!!!
Jawollja, hier fängt mein drittes Buch an!
Dann leg ich mal los:
Hexe und ich waren wieder einmal auf dem Weg zur geheimen Brücke um Oma-Frauchen zu besuchen. Wie immer wiegten sich die Blümchen im leisen Wind und die Bäume flüsterten sich Geschichten zu.
Ein schöner Tag!
Doch dann erreichte uns ein Telegramm! Wie ihr ja wisst, unterhalten wir uns mit unseren Gedanken und Oma-Frauchen nennt das immer ein „Telegramm“ bekommen. Aber so richtig hat sie sich immer noch nicht an unsere lautlose Sprache gewöhnt.
Deshalb macht sie oft noch Töne zusammen mit Madeleine. Sie nennt es „singen“. Bei Madeleine hört sich das wunderschön an, aber bei Oma-Frauchen kringeln sich die Blümis zusammen wenn sie „singt“. Deshalb ist es uns lieber, wenn sie „telegrafiert“!
Aber zurück zu unserem Telegramm. Es war von dem Katzenmann und er bat dringend um ein Treffen an der geheimen Brücke.
Was konnte er nur wollen?
Doch so langsam formte sich eine Befürchtung:
GUDRUN UND HARTMUT!!!
Wir gingen über die Brücke und hörten schon von weitem Oma-Frauchen „singen“. Claire schaute etwas gequält und Snow saß im Gras und heulte wie ein Wolf. Nur die liebe Madeleine saß auf Omas Schoß und sang unbeirrt mit ihr.
Wir beschlossen, das „Lied“ abzuwarten und erst danach zur Bank zu gehen...
Doch da sahen wir den Katzenmann und Hans-Herrchen kommen. OHNE Katzen! Und ohne Buffy und Ziemzer! Aber mit zwei Wolken über ihnen. Und beide patschnass...
Wo waren Gudrun und Hartmut? Und warum waren die Wolken über dem Katzenmann und Hans-Herrchen? Und warum regneten die beiden Wolken ohne Unterlass?
Was war passiert?
Doch plötzlich bewegten sich die Wolken zur Seite und mit den Wolken kamen hinter unseren Freunden Gudrun und Hartmut hervor.
Sie waren komplett trocken, weil sie die beiden als Schutz benutzt hatten. Doch jetzt wurden sie nass und Gudrun schüttelte empört ihr Gefieder.
Hans-Herrchen und Katzenmann kamen zu uns und das erste was Hans-Herrchen sagte, war „ich weiss, das ich das nicht sagen darf, aber das erste Mal seit langem wünschte ich mir in der letzten Zeit mein Gewehr zurück!“ Und der Katzenmann sagte „Vor langer, langer Zeit habe ich auf der Erde oft Schnaps getrunken. Und den hätte ich in letzter Zeit oft gebraucht!“
Oh je, was war denn nur geschehen?
Wir brauchten gar nicht zu fragen, es sprudelte aus den beiden förmlich heraus. Die Gedanken flogen uns so schnell um die Ohren, dass wir sie kaum sortieren konnten...
„Wir ersaufen auf unserer wunderschönen Wiese!“ „Überall nur noch Sumpf“ „Die Katzen kommen aus dem Putzen nicht mehr heraus, ständig sind sie nass!“ „Buffy wird als Regenschirm missbraucht!“ „Gudrun stiftet überall Unruhe“
Und, und, und....
Und dann sagte der Katzenmann das Wesentliche: „Nehmt die beiden zurück auf eure Wiese! Vielleicht findet ihr eine geeignete Beschäftigung für die Beiden! Wir möchten unseren Frieden und unsere schöne Blumenwiese wiederhaben. Wenn die beiden bleiben, wird die ewige Wiese zum Moor!“
Dann drehten sich die beiden um und gingen zurück zu ihren Tieren. Und Gudrun und Hartmut standen vor uns und die Wolken tröpfelten auf sie herab.
Schon machten die beiden Anstalten zu uns zu kommen und Gudrun wollte unter mich kriechen um nicht nass zu werden. Aber ich fauchte sie an und sie schien zu wissen, dass ich das ernst meinte.
Was sollten wir nur mit den beiden anfangen?
Oma-Frauchen hatte mittlerweile ihr „Lied“ beendet und wir beschlossen, bei ihr Rat zu suchen. Gudrun und Hartmut rannten voraus und - „bööörk, böööörk, bööörk“ krabbelte das Huhn unter die Bank und Madeleine wurde nass. Aber Oma-Frauchen scheuchte sie weg und sie trieb auch Hartmut, der mittlwerweile so dicht hinter Claire stand, dass sie die Regentropfen abbekam, von der Bank weg.
„Das ist ja schlimmer, als einen Sack Flöhe hüten!“ sagte Oma-Frauchen
Und sie wurde schlagartig nachdenklich. Sie stützte ihr Kinn in die Hand und schaute in die Ferne. Wir störten sie nicht. Scheuchten nur immer wieder Gudrun und Hartmut von der Bank weg, die immer wieder versuchten, vor dem Regen zu entkommen.
Dann stand Oma-Frauchen auf und lief im Gras hin und her. Nachdenklich. Wir konnten ihre Gedanken nicht lesen.
Doch irgendwann blieb sie stehen und fing an zu sprechen:
„So, was sollen wir mit diesen beiden Chaoten machen? Die ewige Wiese will sie nicht haben. Der Weg der Besinnung hat sie zu uns geschickt. Die Strasse der Verdammnis kommt nicht in Frage, denn sie sind ja nicht wirklich böse. Sie sind – ja was sind sie eigentlich? Gudrun ist clever und geschäftstüchtig, einfallsreich und kann gut mit den Tieren umgehen. Sie hören auf sie. Hartmut ist gutmütig. Ein wenig einfältig, aber lieb.
Als ich sagte „schlimmer als ein Sack Flöhe hüten“ fiel mir meine Doris ein. Sie musste in ihrem Beruf oft Kindergärten besuchen und sie sagte immer, dass sie die Kindergärtnerinnen bewunderte, weil im Kindergarten arbeiten schlimmer sei „als einen Sack Flöhe hüten“!
Ihr habt auf eurer Wiese doch so viele junge Tiere, vom Baby bis zu den Pubertieren. Und sie werden ja auch nicht älter, sie bleiben so, wie sie auf die Wiese gekommen sind. Bei den erwachsenen Tieren in den Gruppen ist es denen oft langweilig, da wäre es doch schön, wenn ihr eine Art „Kindergarten“ für die Kleinen einrichtet. Und Gudrun und Hartmut können sich um sie kümmern und mit ihnen lustige Spiele spielen.
Allerdings müssen die Beiden auch beobachtet werden, nicht dass sie euch auf eurer Wiese eine Jugendgang heranziehen.
Aber so hätten die beiden eine sinnvolle Beschäftigung und Gudrun kann ihre kreative Ader ausleben.Und Hartmut wird von Gudrun sicher auch gut eingesetzt werden!“
Das war eine tolle Idee!
Wir gingen zu Gudrun und Hartmut und erzählten ihnen unsere Idee und Gudrun war sofort begeistert. Ihr kleines Gehirn begann zu arbeiten, das war an dem roten Schlabbelbabbel an ihrem Kopf zu sehen, der wurde noch roter.
Sie drehte sich zu Hartmut um und sagte „da läßt sich was draus machen“. Und platsch, waren sie richtig nass!
Verdutzt drehte sie sich zu uns um und Oma-Frauchen erklärte ihnen, dass es nicht ums Futterverdienen ging oder darum, andere Tiere abzuzocken, sondern sie sollten endlich etwas Nützliches tun, dann würden vielleicht auch die Wolken irgendwann verschwinden.
Gudrun fragte nun „Heisst das, wir sollen ARBEITEN?“
Platsch- wieder nass!
Ich erklärte diesem störrischen Huhn noch einmal, worum es ging. Dass sie keine große Wahl hatte. Und ihr schon viele Chancen gegeben worden waren. Die sie bis jetzt alle versemmelt hatte.
Dieses war die letzte Chance!
Wir sahen, wie sie nachdachte. Sie strengte ihr kleines Hirn an und plötzlich machte es „plopp“ und es kullerte ein Ei über den Boden!
Aha, jetzt war es unserem verrückten Huhn endlich ernst.
Und die Wolke hörte auf zu tröpfeln!
Wir kehrten nun über die geheime Brücke zurück auf unsere Wiese und in Windeseile sprach es sich herum, das wir nun einen „Kindergarten“ haben.
Der Regenbogen zeigte uns den Weg zu einer wunderschönen Wiese, wo schon ganz viele ganz junge, mitteljunge und pubertierende Tiere auf uns warteten.
Gudrun war sofort in Action und gab Hartmut Anweisungen: „Zuerst einmal sortierst Du hier alle nach Alter. Und dann bekommt jede Gruppe auf der Wiese einen Bereich, wo sie spielen können. Und dann sehe ich mir alle an und wir überlegen, wie wir sie sinnvoll beschäftigen!“
Aus dem Hintergund kam eine Stimme: „Verstecken!“
Unser Merlin, der Supermauserich, der mit gebrochenem Rücken zu uns kam und immer Verstecken spielen möchte.
Er war hier ganz toll als Unterstützung aufgehoben.
Eines war uns noch gar nicht aufgefallen: Die Wolken tröpfelten nicht mehr! Nein, sie hatten sich in Schäfchenwolken verwandelt.
Aber sie waren noch da!
Nun machten Hexe und ich einen Plan, wer die beiden Chaoten überwachen sollte.
Zuerst einmal wir beide, dann natürlich El Blanco, Poco, Hanibal und Kalli.
Aber die beiden – bzw. die drei – machten sich mit so einem Eifer an die Arbeit, dass wir keinen Zweifel an der Richtigkeit unserer Entscheindung hatten.
So liessen wir sie wirbeln und machten uns auf den Weg zu unserem Baum. Wir waren sehr zuversichtlich, dass bei unserem nächsten Besuch die Wolken verschwunden sein würden.
Aber – Gudrun war nun einmal Gudrun...
Gute Nacht, euer Teddy
Zeichnung: Doris K. Neumann mit ChatGPT
Hallo liebe Freundinnen und Freunde, hier ist euer Teddy.
ES GIBT NEUES VON GUDRUN!!!
Heute kam Poco zu uns und berichtete, dass er gerade von dem „Kindergarten“ von Gudrun und Hartmut kommt.
Wir waren neugierig und überfielen ihn sofort mit Fragen.
Aber er schüttelte seinen schönen Kopf und sagte nur „Es war niemand da!“
Was? Wie? Niemand?
Keine Gudrun? Kein Hartmut? Keine Wolke?
Und das Wichtigste: Keine Tierkinder? Sie waren den beiden anvertraut worden und alle verließen sich darauf, dass die beiden sich mit den Kleinen beschäftigen, mit ihnen spielten und vor allem: Darauf aufpassten, dass ihnen nichts passiert!
Poco erinnerte sich, dass er am blauen Himmel nur ein paar winzige Schäfchenwolken gesehen hatte. Aber keine Regenwolke!
Also war das doch ein Zeichen, dass die Beiden noch auf der Spur waren. Vielleicht hatten sie mit den Kleinen nur einen Ausflug gemacht und die Kinder waren schon lange wieder sicher bei ihren Gruppen und ihren Familien.
Hexe und ich beschlossen, den Kindergarten zu besuchen und uns selbst ein Bild zu machen!
Also sprangen wir auf den Rücken von Poco und wie der Wind waren wir beim Kindergarten.
Und wir sahen – NICHTS! Nur ein paar kleine Schäfchenwolken am Himmel. Aber keine Gudrun und keinen Hartmut! Und keine Spur von den Kindern.
Vielleicht doch ein Ausflug?
Dann sahen wir einen kleinen Piepmatz auf einem Ast sitzen und ich fragte ihn, ob er weiß, wo die Beiden sind. Der Piepmatz zwitscherte lustig und flog auf einen anderen Ast in einem dichten Busch. Dort zeigte er mit einem Flügel nach unten und zwitscherte ein fröhliches Lied.
So ging ich zu dem Busch und bog die unteren dichten Zweige auseinander. Und sah weisses Gefieder! Und dieses Gefieder schlief tief und fest. Es schnarchte sogar leise!
Doch das Gefieder – in dem natürlich unsere Gudrun steckte – schien sich durch die plötzliche Helligkeit gestört zu fühlen. So gackerte es – ohne sich zu bewegen -: „Hartmut verteile die Eier und dann wecke die Quälgeister. Dann komme ich kurz vorbei!“ Und schon wollte es sich wieder herumdrehen und weiterschlafen.
Aber ich packte sie mit meiner Pranke an ihrem Kopfwabbeldings und zerrte sie unter dem Busch hervor.
Zuerst wollte sie wütend protestieren, doch dann erkannte sie mich und wurde plötzlich ganz brav und unterwürfig.
Sie fing an zu gackern „Oh, hallo großer Teddy und Anführerin Hexe, warum habt ihr euch denn nicht angekündigt. Dann hätten wir euch zusammen mit den Kleinen empfangen und ihr würdet sehen, wie gut es ihnen geht. Aber was sage ich denn? Natürlich geht es ihnen gut! Sie spielen Verstecken.“
Ich fragte sie, wo denn Hartmut sei. Und welche Eier er holen soll? Und warum er die „Quälgeister“ wecken soll?
Wo sie doch Verstecken spielen...“
Sie gackerte verlegen vor sich hin und das Wabbeldings auf ihrem Kopf war schon knallrot, aber eine Antwort gab sie mir keine.
Wir sahen, dass sich die Schäfchenwolken langsam wieder zu zwei Regenwolken formten. Die eine Regenwolke bewegte sich etwas von uns weg. Die andere plazierte sich über Gudrun. Und begann langsam an zu tröpfeln. Das verrückte Huhn wollte sich sofort wieder unter den Busch verziehen, aber ich zog sie hervor und stellte sie direkt unter die Wolke.
Aus einem kleinen Wäldchen kam plötzlich Hartmut hervorgerannt. Schon von Weitem – er konnte uns noch nicht sehen – rief er „Gudruuuuun, die Wolke ist wieder da! Ich werde nass! Du hast versprochen, dass ich nie mehr nass werde!“ Dabei schleppte er einen offenbar sehr schweren Sack hinter sich her.
Von dem ganzen Trubel hätten eigentlich die Kinder schon aus ihren Verstecken hervorgekommen sein müssen. Denn alle Kinder sind neugierig. Tierkinder genauso wie Menschenkinder. Aber es war weiterhin totenstill auf der Wiese!
Hartmut hatte uns mittlerweile bemerkt und versuchte, den schweren Sack hinter sich zu verstecken. Aber dafür war es zu spät!
Er blieb verlegen vor mir stehen und ich fragte ihn, wo die Kleinen sind.
Hilflos blickte er zu Gudrun, aber die war damit beschäftigt, ihr schönes weisses Gefieder vor den Regentropfen zu schützen.
Also zuckte er mit den Schultern und sagte: „Die schlafen.“
Ratlos fragte ich ihn, wo sie denn schlafen? Es war keine Spur von den Kindern zu sehen und es gab ja eine ganz schön große Anzahl der verschiedensten Tierkinder.
Hartmut antwortete, dass die Kinder morgens, wenn sie von ihrer Gruppe oder der Famile hier abgegeben worden waren, von Gudrun an dem kleinen Blümchen riechen gelassen wurden und dann verstecken spielen sollten. Dann schwärmten sie aus und legten sich irgendwohin und schliefen. Bis er sie dann weckte und sie zum Brüten brachte.
Zum WAS?
Es waren die unterschiedlichsten Tierkinder, aber keines von denen war zum BRÜTEN bestimmt!
Als Hartmut meinen Blick sah und das tiefe Grollen hörte, das aus meiner Kehle kam, wusste er, dass die Wolke und der Regen im Moment seine kleinste Sorge sein sollte.
Und es sprudelte aus ihm heraus:
„Ich muss jeden Tag in den Wald und zu den anderen Wiesen bei den vielen Federtieren aus deren Nestern die Eier herausholen und hierherbringen. Dann lege ich die Eier hier auf der Wiese aus und wecke die vielen Tierkinder aus ihrem „Versteckspiel“. Dann kommt Gudrun und erklärt den Kleinen, dass wir nun das lustige „Ausbrüten-Spiel“ spielen. Da die Kleinen immer noch nicht richtig wach sind, platziert Gudrun sie nun auf die Eier und lässt jedes Kind noch einmal an dem Blümchen riechen. Und schon sind sie wieder auf dem Ei eingeschlafen. Ich hole immer nur die Eier, die ganz kurz vor dem Schlüpfen sind. Wenn die Eier ausgebrütet sind, können wir mit einem anderen Blümi die Kleinen endgültig wecken und zu ihren Gruppen und Familien zurückbringen.“
Aber was passierte mit den frisch geschlüpften Flattertieren?
„Die bringen wir zu ihren Familien zurück und bekommen dafür leckeres Fresschen.“
Es regnete mittlerweile in Strömen. Die beiden waren pitschnass und ich schickte Hartmut los, die Kinder zu wecken und herzuholen.
Während er unterwegs war, fragte ich Gudrun nach dem geheimnisvollen Blümchen. Sie tat so, als wüsste sie nicht, wovon ich rede und gackerte unsinniges Zeug. Da fauchte ich einmal unmissverständlich und zeigte ihr meine gewaltigen Krallen.
Und das verstand sie!
„Als ich am Anfang hier auf der Wiese unterwegs war, weil mir diese Quälgeister wieder einmal fürchterlich auf die Nerven gingen, sah ich ein Blümchen, welches ich noch niemals gesehen hatte. Es reckte sich mir entgegen und ich schnupperte daran. Sofort schlief ich ein! Als ich aufwachte, war ich noch sehr benommen, aber da reckte sich mir ein anderes Blümchen entgegen, welches neben dem Schlafblümi wuchs, und als ich an diesem schnupperte war ich sofort hellwach! Das war die Lösung für mein Problem mit diesen nervenden Quälgeistern. Wenn sie kamen, lies ich sie an dem einen Blümi schnuppern und schickte sie zum Verstecken spielen und sie schliefen ein. Abends lies ich sie dann an dem anderen Blümchen schnuppern und sie wurden sofort hellwach. Und sie konnten sich an nichts erinnern und mich somit auch nicht verraten.“
„Und was ist das mit dem Brüten?“ fragte ich Gudrun
„Na ja, mir fehlten die vielen Leckerlies, die ich früher immer von meinen Kunden bekommen hatte. Die hätte ich mir ja auch suchen können, aber das war doch sehr anstrengend. Bei einem Spaziergang mit Hartmut, als die Kinder schliefen, sah ich, dass die Flatterer am Brüten waren. Und dass die sich viel Mühe mit ihrem Nachwuchs gaben. So kam mir der Gedanke, dass unsere lieben Kinderchen den Flatterern ja helfen konnten. Und wenn ich die Neugeborenen dann zu ihren Eltern zurückbringe, dann würden die mir sicher eine schöne Belohnung geben!“
„Und wenn nicht“ fragte ich Gudrun
„Öhm, Gaaaack, das hatte wir noch nicht...!“
Mittlerweile war Hartmut mit einer großen Schar Tierkindern angekommen und die wollten wie in Trance zu den ausgelegten Eiern gehen und sich darauf niederlassen. Aber ich hatte Gudrun das „Aufwachblümchen“ abgenommen und hielt es jedem der Kleinen unter die Nase. Die streckten sich und dann kamen auch schon die Gruppenvertreter und die Familien um sie abzuholen.
Hexe erklärte ihnen, dass der Kindergarten bis auf Weiteres geschlossen war und wir ihnen mitteilen würden, wie es weitergeht.
So nahmen wir Gudrun und Hartmut mit gebührendem Abstand in die Mitte, denn aus den Wolken schüttete es immer noch auf die Beiden herab.
Aber was würde jetzt mit ihnen passieren?
Sie waren definitiv nicht Böse! Gudrun hatte sehr viel Schlimmes erlebt und sie wollte eigentlich nur ein gutes Leben ohne Anstrengung. Und Hartmut war ein sehr einfältiger Zweibeiner, der einfach machte, was Gudrun ihm sagte.
Würden sie noch eine Chance bekommen?
Dann wurden wir gerufen. Der Regenbogen hatte sehr blasse Farben aufgelegt und als wir ankamen, wurde den Beiden der Weg auf die Brücke gezeigt.
Hartmut betrat mit seinem schlichten Wesen die Brücke und hatte keine Vorstellung, was ihm passieren konnte.
Anders unsere Gudrun. Sie verstand, dass es nun ein absolutes Ende sein konnte. Die Wolke regnete unablässig und der Regenbogen rief sie an den Rand der Brücke.
Dort wartete entweder der Weg der Besinnung – aber den war sie ja schon gegangen – oder die Abzweigung zum Weg der Verdammnis. Und daraus gab es kein Wiederkommen.
Sie gackerte verzweifelt und wir sahen das ehrliche Bereuen in dem Gesicht dieses verrückten Huhns. Und wir wollten sie ja auch eigentlich nicht verlieren...
Am Ende der Brücke gabe es nur zwei Wege. Links, der endgültige Weg in die Verdammnis. Rechts der Weg der Besinnung.
Die Beiden gingen über die Brücke und da flammte der Regenbogen auf und der linke Weg verschwand.
Sie durften noch einmal den Weg der Besinnung gehen.
Gudrun winkte uns noch einmal zu und dann betrat sie mit Hartmut unter fröhlichen „Böööörk, böööörk, bööööörk“ den Weg der Besinnung.
Die tröpfelnde Wolke kam kaum hinterher...
Wir werden sie wiedersehen, das weiß ich.
Gute Nacht, euer Teddy
Zeichnung: Doris K. Neumann mit ChatGPT
Hallo, hier ist euer Teddy.
Wir haben nun schon einige Momente nichts von Gudrun und Hartmut gehört. Es besteht also vielleicht doch noch Hoffnung für die Beiden.
Heute wurden Hexe und ich zur Brücke gerufen. Als wir gerade mit Merlin Verstecken spielten, sahen wir beide den Regenbogen und wussten, dass da ein Neuankömmling für unsere Gruppe kam.
Wer würde es sein? Kannten wir ihn oder sie? Es war jedesmal aufs Neue spannend...
Also stellten wir uns an den Rand der Brücke und der Regenbogen wurde immer heller und bunter. Das Zeichen, dass der Neuankömmling die Brücke betreten hatte.
Dann sahen wir ihn: Da kam ein sehr hübscher roter Kater mit riesengroßen Ohren. Es waren die größten Ohren, die ich jemals bei einer Katze gesehen hatte. Er war kein Baby mehr, aber er war auch noch nicht erwachsen.
Ein Halbstarker!
Er humpelte auf uns zu und schien Schmerzen zu haben. Die kleine Treppe schaffte er mit Müh und Not und direkt, als er unten war, lies er sich fallen und schlief sofort ein.
Der Willkommensschlaf der Wiese, danach würde alles gut werden. So legten wir uns zu ihm und warteten, bis er wieder aufwachte.
Nach einem Wimpernschlag erwachte er. Verwundert schaute er sich um, streckte sich machte einen Riesenbuckel als er uns sah.
Hexe trat zu ihm und sagte ihm, dass er keine Angst haben müsse, auch wenn dieser Riesenkater dreimal so groß war wie er, so war er doch der liebste Teddy auf dieser Wiese.
Der Kleine schaute sich nun neugierig auf der Wiese um. Dann sagte er: Wo ist das Wasser? Wo sind die kleinen Boote und die Fische? Wo sind meine Brüderchen? Wo ist Frauchen? Ich dachte, ich würde nun endlich wieder nach Hause kommen...
Wir schauten uns an und sagten ihm, dass diese Wiese nun sein Zuhause sei.
Und wir forderten ihn auf, uns über sein Leben zu berichten.
Er legte sich hin und überlegte kurz, dann fing er an zu erzählen:
„Ich bin Pontiki. In eurer Sprache heißt das „Mäuschen“. Auf die Welt gekommen bin ich in einem schönen weissen Haus mit blauen Fensterläden und Türen auf einer Insel mit dem Namen „Paros“. Unser Frauchen sprach in eurer Sprache und kümmerte sich um ganz viele von uns.
Meine Mama brachte mich und meine Geschwisterchen in einer kuscheligen Höhle zur Welt. Sie kümmerte sich ganz lieb um uns und das Menschenfrauchen sorgte immer dafür, dass wir zu Essen hatten und wenn es einer oder einem von uns nicht gut ging, kam ein Zweibeiner mit Pieksern und weissen Steinchen. Dann ging es uns bald wieder gut.
Und bei allen Katzen, die bei dem Frauchen wohnten, sorgte der weisse Zweibeiner dafür, dass sie keine Babys mehr bekamen. So durften wir tagsüber im Dorf und am Hafen herumstreifen.
Wir besuchten dann die netten Männer, die mit ihren kleinen Booten ankamen. Dort wurden wir mit kleinen Fischen beworfen, die wir essen durften. Aber da mussten wir immer schnell sein, denn hier waren auch die Katzen, die kein Zuhause hatten und die hatten immer viel Hunger. Und wurden ganz schnell ganz böse und nahmen uns die kleinen Fischies ab.
So trieben meine Geschwisterchen und auch unsere Mama uns gerne bei den Orten herum, wo die Fremden sassen und wo es ganz lecker nach Essen roch. Da bekamen wir immer etwas ab. Und die Fremden – besonders die Frauen – waren immer ganz begeistert von uns und wollten uns dauernd kuscheln.
Aber so gerne wir unsere Freiheit genossen, so gerne gingen wir abends wieder in unser Zuhause bei Frauchen. Dort hatten wir unsere kuscheligen Schlafplätze und wenn es mal regnete oder der böse Wind uns durchblies, waren wir in unseren Schlafhöhlen oder bei Frauchen auf der Couch und in ihrem Bett sicher.
Frauchen lies uns unsere Freiheit. Aber wenn doch einmal einer oder eine von uns nicht nach Hause kam, suchte sie die ganze Insel ab. Oft fand sie unseren Freund oder unsere Freundin dann tot an der Strasse. Dann lief ihr viel Wasser aus den Augen und sie machte ein Loch in den Boden und legte ihn oder sie dort hinein. Sie sprach dann von der Regenbogenbrücke und dass wir alle uns dort wiedersehen würden. Und dann pflanzte sie ein Blümchen auf das „Grab“ - wie sie es nannte.
Meine Mama hatte mir und meinen Geschwisterchen beigebracht, dass wir auf die großen Rollkästen aufpassen mussten. Aber meistens waren wir am „Hafen“ dort wo die Fischer ankamen und die Touristen sassen. Dort waren keine von diesen „Autos“.
Meistens trieb ich mich an einem schönen Lokal direkt am Wasser herum, wo die Touristen uns Katzen gerne fütterten und wir auch von dem Besitzer nicht weggejagt wurden.
Es war mir schon aufgefallen, dass eine Touristin immer schon auf mich wartete. Sie hatte die tollsten Leckereien für mich und krabbelte mich mit ihren langen Krallen. Die waren viel länger als meine und immer ganz bunt.
Manchmal versuchte sie, mich auf ihren Arm zu nehmen. Aber Mama hatte mir beigebracht, die Touristen nicht zu nah heranzulassen. So sträubte mich immer und lies die Frau meine Krallen spüren.
Das schien ihr noch mehr zu gefallen. Sie quietschte in ihrer Sprache und erzählte etwas von „armen Katzie, ganz alleine, halb verhungert, kein Zuhause“.
Hä? Ich war weder alleine, noch arm, ich war satt und hatte ein Zuhause!
Und dann kam der Tag, als ich wieder in dem Lokal war und auch die Krallenfrau war da. Neben ihr stand ein Kästchen mit Gittern. Sie packte mich blitzschnell und stopfte mich in das Kästchen. Dann machte sie das Gitter zu und ich war gefangen. Das machte mich ganz verzweifelt! Ich wollte da raus! Es war schon fast Abend und ich musste doch zu Frauchen! Was wollte die Frau denn von mir?
Die Frau nahm das Kästchen hoch und übergab es einem männlichen Zweibeiner. Der trug mich zu einem riesengroßen Boot. Das war sicher kein Fischerboot!
Sie brachten mich in eine kleine dunkle Höhle und dann machten die Wände der Höhle plötzlich laute Geräusche und die Höhle fing an zu schaukeln. Ich hatte furchtbare Angst und rief nach meiner Mama und meinen Geschwistern. Und nach Frauchen. Aber es gab nur das Brummen und es war dunkel.
Irgendwann ging die Tür auf und der Mann, der mich gebracht hatte, kam zu mir. Er setzte sich zu mir und machte das Gitter auf. Dann stellte er ein Schälchen mit Fresschen hin. Aber ich hatte so große Angst und traute mich nicht heraus. Ausserdem hatte ich in meiner Angst in mein Gefängnis gemacht. Groß und Klein. Und es roch nicht gut und ich war auch ziemlich verschmiert.
Aber der Mann griff in den Käfig und nahm mich vorsichtig hinaus. „Ferkelchen“ sagte er. Aber es klang nicht böse. Er setzte mich auf den Boden von der Brumm-Wackel-Höhle und ging hinaus. Da nahm ich ganz schnell ein paar Happen von dem Fresschen. Und das war ziemlich lecker!
Dann kam der Mann wieder herein und nahm mich auf den Arm. Mit weichen Tüchern machte er meinem Poppes und mein Bauchi sauber und setzte mich dann wieder hin. Und krabbelte ganz zart mein Fell.
Er sagte „Na mein Kleiner, jetzt gehörst Du auch Madame! So wie ich! Und Du heisst jetzt Baron, auch wenn Du nichts verstehst, ich meine es gut mit Dir!“
Wir waren schon einige Zeit auf dem Wackelboot und James – so nannte ihn die Krallenfrau, in Wirklichkeit hieß er Edgar – kam jeden Tag zu mir und schmuste mit mir. Er hatte mir ein Klöchen gebastelt, das er jeden Tag saubermachte. Und er brachte mir leckeres Fresschen.
Aber an einem Tag nahm er mich auf den Arm und sagte, dass ich keine Angst haben sollte. Er ging mit mir aus der Höhle in einen riesigen Raum. Dort lag die Krallenfrau auf einer großen Couch und draussen raste das Meer vorbei!
Schon bekam ich wieder Angst und krallte mich in die Schulter von James-Edgar. Doch der streichelte mich ganz lieb und so entspannte ich mich. Dann setzte er mich auf die Couch und die Krallenfrau redete mit mir. Sie redete ganz lieb und hielt mir ihre Hand hin. Ich schnupperte ganz vorsichtig und sie kraulte mein Kinn. Das war schön! Ich durfte in dem großen Raum herumlaufen, aber durch das Geschaukel wurde mir ganz schlecht und ich musste spucken. James-Edgar erschrak und wollte mich sofort wegholen. Aber die Krallenfrau lachte, holte Tücher und wischte das Malheur selbst weg.
Dann kraulte sie mich wieder und sagte, dass ihr das beim ersten Ausflug mit der Yacht auch so gegangen sei. Doch wir wären bald zu Hause und dann schaukelt nichts mehr. Ab dann durfte ich in dem großen Raum wohnen und James-Edgar stellte mir ein großes Klöchen hinein. Er kam immer noch jeden Tag zu mir, aber wenn die Krallenfrau da war, war er unsichtbar.
Und dann kam der Tag, als James-Edgar mich wieder in das Kästchen mit den Gittern packte. Er meinte, dass es nun nicht mehr lange dauern würde, bis ich „Zuhause“ war.
Das freute mich. Endlich wieder bei meiner Mama und meinen Geschwistern, meinem Frauchen und meinen Freunden. Die Krallenfrau und James-Edgar waren zwar auch sehr lieb, aber ich wollte doch wieder nach Hause und in meine Freiheit!
Dann hörte das Geschaukel auf und ich wurde in meinem Kästchen von der Yacht getragen. Da wartete auch schon ein großes Auto und dort wurde ich hineingetragen.
Aber das war doch nicht mein Zuhause! Es war kalt! Da war zwar Wasser, aber es roch ganz anders.
Und dann fuhren wir los. Krallenfrau saß neben mir und plapperte etwas von Zuhause und Penthouse und Katzenzimmer...
Das Auto rollte in ein großes Loch im Boden. Wir hatten Zuhause auch sowas. Da lag Wein, Marmelade, die Frauchen gekocht hatte, Kartoffeln und es gab lustige Flitzies, die man jagen konnte.
Hier wohnten nur riesengroße Autos. Und sonst nichts. Es war furchtbar hell...
James-Edgar holte mich in meinem Käfig aus dem Auto und brachte mich in einen Kasten ohne Fenster. Er steckte ein Stäbchen in einen kleinen Schlitz und drückte auf ein Knöpfchen. Dann bewegte sich der Kasten und meine Ohren gingen zu.
Doch ganz schnell hielt das Ding wieder an und die Tür offnete sich. James-Edgar stellte meinen Käfig auf den Boden und macht das Gitter auf.
Vorsichtig krabbelte ich hinaus. Das war ganz schön groß hier! Im Schleichgang untersuchte ich meine neue Höhle. Es war schön hier. Riesengroße Couchdinger, auf dem Boden überall weiche Lappen. An den Wänden viele Brettchen, auf denen ich herumkrabbeln konnte. Zwischendrin kleine Höhlen und Schaukeln.
Aber keine Spielkameraden.
Und keine Freiheit!
Ich war ganz alleine und ging durch dieses „Penthouse“. Die Krallenfrau war offenbar der Meinung, dass dies für mich das Paradies sei.
Aber es war einfach nur ein Gefängnis.
Ich wollte raus. In die Freiheit! Zu meinen Freunden...
Aber was war das? Da war eine durchsichtige Platte und wenn man die zur Seite schob, kam man auf eine große glatte Fläche im Freien. Darüber war der Himmel. Und die Flatterer. Die Freiheit!
Keine Wände, nur eine kleine Platte an den Seiten.
Das war für mich kein Hindernis. Also sprang ich da hinauf und sah in der Ferne das Wasser. Vielleicht war da auch meine Insel, meine Freunde und mein Frauchen?
Ein kleiner Hops und bevor der Schmerz kam, sah ich den Regenbogen...!“
Wir erklärten unserem neuen Freund Pontiki, dass er nun zuerst einmal mit uns zu unserer Gruppe kommen würden, wir aber Ausschau halten nach der Gruppe seines Frauchens dort auf Paros.
Und wir würden sie finden!
Euer Teddy
Zeichnung: Doris K. Neumann mit ChatGPT
Hallo, hier ist euer Teddy.
Hanibal, Kalli und ich waren auf der Suche nach den Freunden von Pontiki, den Katzen von der schönen Insel Paros. Solange, bis wir sie gefunden haben, blieb der Kleine bei uns.
Wir hatten gerade einer ganzen Schar Flatterer die Geschichte von Pontiki erzählt und baten sie, uns bei der Suche zu helfen. Das versprachen sie uns und flogen in alle Richtungen davon.
Kaum hatten sie sich in den Himmel erhoben, sah ich den Regenbogen. So trennte ich mich von meinen beiden Freunden und lief zur Brücke.
Der Regenbogen strahlte schon ganz hell, also befand sich schon ein Neuankömmling auf der Brücke und war auf dem Weg zu mir.
Ich sah ihn schon von Weitem. Zuerst dachte ich, es sei unsere Buffy. Doch der Cocker, der da kam, war ein Junge und hatte einen weißen Fleck auf der Nase. Und er schien unendlich traurig zu sein. Außerdem schien er Schmerzen zu haben, denn er zog sein linkes Hinterbein hinter sich her.
Die drei Stufen zur Wiese schleppte er sich herunter. Dann sah er mich mit den traurigsten Augen, die ich seit langem gesehen hatte, an und legte sich ins Gras. Dort schlief er sofort ein.
Wie alle Neuankömmlinge lies er durch den Schlaf sein Leben, seine Qualen, seine Schmerzen und alles Negative hinter sich. Wenn er erwachte, war er gesund.
Doch als er wach wurde, waren seine Augen noch genauso traurig wie vor seinem Schlaf. Körperlich war er wieder vollkommen gesund. Aber er musste schlimme Dinge erlebt haben, die ihm auch hier noch auf der Seele lagen.
Ich wusste, daß es solchen armen Wesen oft half, wenn sie über ihre Geschichte sprachen.
So legte ich mich zu ihm ins Gras und sagte „Ich bin Teddy und möchte Dich auf unserer Wiese hinter dem Regenbogen willkommen heißen. Du wirst hier keine körperlichen Schmerzen mehr haben und daß es Deiner Seele wieder gut geht, ist es wichtig, daß Du über Deine Erlebnisse sprichst.“
Er schaute mich lange schweigend an. Aus seinen sanften braunen Augen lief langsam eine Träne und tropfte in sein Fell.
„Ich heiße Felix. So hat mich mein liebes Frauchen als Baby genannt, weil es in der Menschen-sprache „der Glückliche“ heißt. Und das stimmte auch für eine lange Zeit.
Ich wohnte mit Frauchen in einem schönen Haus mit einem kleinen Garten und einer Terrasse. Dort lag ich im Sommer gerne in der warmen Sonne. Frauchen legte sich gerne zu mir und dann wurde ich von ihr gekrault. Es war ein schönes Leben!
Eines Tages – wir lagen wieder zusammen in der Sonne – klingelte es an der Eingangstür. Ich schaute hinter Frauchen her, als sie die Tür öffnete. Dort standen zwei Frauen, die in einer komischen Sprache fragten, ob sie Frauchens Toilette benutzen dürften.
Frauchen erlaubte es ihnen, blieb aber dabei stehen, weil sie schon oft von so Leuten gehört hatten, die nichts Gutes im Schilde führten.
So legte ich mich wieder auf die Terrasse in die Sonne und plötzlich spürte ich eine Hand in meinem Genick und ich wurde in etwas hineingestopft. Ich bellte ganz laut und versuchte zu beissen, aber ich konnte mich nicht wehren. Da hörte ich mein Frauchen schreien „Felix“! Dann hörte ich nur noch, wie sie laut aufschrie und dann war Stille.
Ich wurde in dem Sack in etwas hineingeschmissen und dann rumpelte es los. Doch ich spürte, daß ich nicht alleine in dem Rumpelding war. Um mich herum hörte ich leises Winseln. Da waren noch mehr Artgenossen!
Irgendwann hörte es auf zu rumpeln und ich hörte, wie eine Tür geöffnet wurde. Jetzt kam bestimmt Frauchen und würde mich nach Hause holen!
Aber der Sack wurde geöffnet und jemand schüttelte mich in eine Kiste. Die wurde sofort verschlossen und durch ein paar Löcher konnte ich sehen, daß noch mehr Säcke mit Artgenossen in Kisten geschüttelt wurden.
Die zwei Frauen, die bei Frauen an der Tür waren, standen bei einigen Männern und dann gingen alle zusammen in ein ganz kaputtes Haus. Dort sah ich noch einige alte Frauen, die sich ängstlich duckten, als sie die anderne sahen.
Unsere Kisten standen in der prallen Sonne und wir hatten ganz schlimmen Durst. Aus den anderen Kisten kam leises Winseln.
Wo war Frauchen? Ich hatte Angst...
Irgendwann schlief ich ein und wurde wach als ganz viel Wasser in die Kiste lief. Gierig versuchte ich so viel wie möglich aufzuschlecken. Dann ging der Deckel der Kiste auf und ich biss sofort in die Hand, die sich hereinstreckte. Der Mann schrie in einer fremden Sprache und schlug mir mit einem dicken Stock auf den Kopf. Es wurde sofort Dunkel und als ich wieder auf wachte, schmerzte mein Kopf und ich hatte wieder so großen Durst. Und Hunger. Aber die Kiste blieb zu und ich bekam kein Wasser und kein Fresschen.
Ich sah, daß der böse Mann aus der Kiste neben mir ein wuscheliges kleines weisses Babyhundchen holte. Das weinte ganz schlimm. Da schmiss es der böse Mann einfach an die Wand und das kleine Kerlchen war still. Für immer!
Noch andere Hunde wurden aus Kisten geholt und alle bekamen weisse Steinchen zu essen. Kurz darauf schliefen sie ein.
Auch meine Kiste wurde wieder einen Spalt geöffnet und es wurde ein Stück Wurst hereingeworfen. Das schmeckte irgendwie bitter, aber ich hatte so schlimmen Hunger, daß ich es herunterschlang. Da wurde mir ganz komisch und ich schlief ganz schnell ein.
Als ich wieder wach wurde, waren die Kisten wieder in dem Rumpelding und es war ganz still. Kein Winseln, kein Bellen. Nichts. Auch ich konnte nichts sagen. Ich war so müde und nahm alles um mich herum nicht richtig wahr.
Nach einer Weile wurde ich aus meiner Kiste herausgeholt und eine von den alten Frauen schleifte mich hinter sich her. Sie setzte sich auf eine alte Decke auf die Strasse und ich musste mich neben sie legen. Aber es war mir egal. Ich hatte nur einen quälenden Durst. Doch es gab kein Wasser für mich. Vor uns stand nur ein leerer Teller...
Viele Menschen gingen vorbei ohne uns zu beachten. Wenige blieben stehen und legten Klimperscheiben auf den Teller. Dann kam irgendwann eine Frau und hatte ein Schälchen Wasser für mich. Ich raffte mich langsam auf und wollte so gerne trinken, aber die alte Frau trat das Schälchen einfach weg. Ein paar Tropfen konnte ich noch aufschlecken, dann war alles weg. So legte ich mich wieder hin.
Irgendwann kam der böse Mann wieder und ich musste wieder in die Kiste. Dann bekam ich wieder weisse Steinchen und schlief ein. Bevor ich einschlief, hörte ich noch, wie der böse Mann in der fremden Sprache mit der alten Frau schimpfte und die Frau, die bei Frauchen war, schlug die alte Frau. Die wehrte sich nicht. Sie zog nur die Schultern hoch und hielt die Hand vor ihr Gesicht.
Sie war wohl auch eine Gefangene, wie wir...
Am nächsten Tag wurden wir wieder mit den Kisten verladen und rumpelten wieder los. Ich bekam wieder ein kleines Bröckchen Fresschen und es schmeckte wieder bitter. Und ich wurde wieder müde. Doch ich sollte heute mit einer anderen alten Frau auf der Strasse sitzen. Da sah ich die Alte von gestern. Sie stand an der Seite und es schien ihr nicht gut zu gehen. So wollte ich zu ihr gehen und nach ihr schauen.
Plötzlich spürte ich einen schlimmen Schlag auf meinen Rücken und meine Hinterbeine knickten ein. Ich konnte meine eines Bein nicht mehr bewegen. Aber komischerweise hatte ich keine Schmerzen. Ich war nur unendlich müde...
Ich hörte nur wie die eine böse Frau, die unsere Sprache sprach und bei Frauchen an der Tür war sagte, daß ich auf alle Fälle auf die Straße müsste, weil Krüppelköter mehr Geld bringen würden. Morgen würden sie weiterziehen und dann würde die Brut sowieso entsorgt. Im nächsten Kaff würden sie sich neue besorgen.
So schleiften sie mich wieder auf die Straße und die alte Frau, die heute bei mir war, setzte sich und stellte den leeren Teller vor sich. Ich musste mich neben sie legen.
Die Geräusche kamen wie von ganz weit weg zu mir. Aber ich hatte Schmerzen in meinem Rücken. Ständig gab mir die Alte weisse Steinchen und ich aß sie einfach auf.
Plötzlich hörte ich die Stimme der Frau, die mir an dem vorherigen Tag das Schälchen mit Wasser gegeben hatte. Sie schrie die Alte an, was sie mit mir gemacht hätte. Die stammelte immer nur so etwas wie „nixverschtehn“.
Die Frau holte eine große Schüssel Wasser und stellte sie vor mich, aber ich war viel zu schwach um zu trinken. Da versuchte die Frau, mir etwas Wasser einzuflössen. Aber ich war so schwach.
Die Frau sprach mit ihrem Kästchen und hinderte die Alte daran, sich davonzumachen. Es hatten sich mittlerweile andere Menschen eingefunden und hielten die Alte fest.
Dann kamen zwei Männer in einem Auto mit Lichtern auf dem Dach. Die sahen, daß es mir überhaupt nicht gut ging und riefen ein anderes Auto mit Lichtern auf dem Dach. Die brachten mich zu einem Zweibeiner mit einem weißen Kleid. Der hielt mir ein Kästchen an die Seite und es piepte
„Gott sei Dank, er ist gechippt“ sagte er und dann sprach er wieder mit seinem Kästchen. Und ganz kurze Zeit später hörte ich eine sehr vertraute Stimme:
Frauchen!
Die nahm mich in ihre Arme und ganz viel Wasser lief in mein Fell. Mir ging es ganz schlecht! Aber ich war so froh, daß ich Frauchen noch einmal spüren durfte.
Denn ich konnte den Regenbogen schon sehen...
Der Mann mit dem weissen Kleid sagte zu Frauchen, daß diese Verbrecher wie die Heuschrecken von Ort zu Ort zogen. Sie kampierten in verlassenen Häusern und klauten Hunde aus Gärten um sie für ihre Betteltouren zu nutzen. Wenn sie weiterzogen, brachten sie die Tiere um und holten sich am nächsten Ort neue Tiere. Und daß ganz viele Menschen immer noch so leichtsinnig seien, und ihre Tiere einfach vor Supermärkten anbanden. Oder im Garten ohne Aufsicht ließen. Und daß diese Kreaturen die Tiere mit Rauschgift vollpumpten um sie ruhigzuhalten.
Frauchen weinte die ganze Zeit und machte sich furchtbare Vorwürfe. Sie hatte noch gesehen, wie ich in den Sack gestopft wurde, aber als sie mir hinterher wollte, hatte eine der beiden Frauen sie niedergeschlagen.
Mein Frauchen war direkt zu Polizei gegangen, doch die konnten die Angreifer nicht ausfindig machen.
Die ganze Zeit hielt sie mich in ihren Armen und weinte in mein Fell. Noch einmal nahm ich meine ganze Kraft zusammen und schleckte ihr über die Augen.
Und dann machte ich mich auf den Weg zum Regenbogen.“
Felix war sichtlich erschöpft von seiner Erzählung. Aber er schien erleichtert.
Doch wo sollte er jetzt hin? Wenn er in unsere Gruppe sollte, wäre Hexe dabei.
Da sah ich eine große Gruppe von Hunden herankommen. Es waren alles Opfer von diesen Verbrechern – so hatte sie der Mann in dem Lichtauto genannt - . Sie alle warteten hier auf ihre richtigen Frauchen und Herrchen und auch unser Felix würde mit ihnen auf sein Frauchen warten.
Ich verabschiedete mich von Felix und versprach, daß wir uns wiedersehen würden.
Da kamen auch schon Hanibal und Kalli und wir setzten unsere Suche nach der Gruppe von Pontiki fort.
Ihr lieben Menschen, passt bitte auf eure Tiere auf. Lasst sie niemals alleine vor Supermärkten zurück! Auch nicht für ein paar Minuten! Es gibt so viele böse Menschen...
Gute Nacht, euer Teddy
Zeichnung: Doris K. Neumann mit ChatGPT
Hallo, hier ist euer Teddy.
Nachdem Felix mit seiner Gruppe abgezogen war, machten Hanibal, Hexe, Pontiki und ich uns wieder auf den Weg um die Gruppe von Pontikis Freunden und Verwandten zu suchen.
Wir hatten ja auch die vielen freundlichen Flatterer informiert und die hatten uns ja schon öfter geholfen Botschaften zu verbreiten.
Und auch diesesmal waren sie wieder erfolgreich. Ein hübscher Flatterer kam zu uns geflogen und setzte sich vor uns ins Gras. Er erzählte, daß es eine Gruppe gab, die ausschließlich aus Katzen und Katern bestand und die eine Anführerin namens Athene hatten. Und viele von ihnen waren rot oder rot getigert und alle hatten diese lustigen großen Ohren wie Pontiki.
Das Vögelchen hatte Athene von uns gezwitschert und so hatten die sich schon auf den Weg zu uns gemacht.
