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"Der Froschprinz" versammelt philosophische und heitere Gedichte, unsinnige und sinnige Prosatexte zu einem gemischten Wortsalat der eigentümlichen Art. Nicht alles, was keinen Sinn ergibt, ist sinnlos und nicht alles, was zu denken gibt, muss langweilig sein. Das hofft zumindest der Autor, der hiermit sein zweites Taschenbuch (in einer Neuauflage) vorlegt. Nicht jeder Frosch ist ein verzauberter Märchenprinz, aber mancher Märchenprinz ist eigentlich ein Frosch...
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Seitenzahl: 92
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Hier folgt die zweite Sammlung heiterer und melancholisch-philosophischer Gedichte und Prosastücke des Autors. Sie sind zeitlich und thematisch gemischt und folgen keiner strengen Anordnung. Lediglich die titelgebenden Texte „Der Froschprinz“ und analog im Prosateil „Der Eiserne Heinrich“ stehen jeweils am Anfang der beiden Hauptabschnitte, damit der Buchtitel auch eine gewisse Berechtigung hat. Die restlichen Texte haben mit dem Märchen des Froschkönigs der Gebrüder Grimm allerdings nichts zu tun. Der Autor bittet dies zu entschuldigen.
Bernhard J. P. Zimmer, geboren am 16. Mai 1968 in Erlangen, wohnhaft seit seiner Geburt im Erlanger Vorort Tennenlohe, zunächst noch freie Landkreisgemeinde, seit 1972 jedoch zur Stadt eingemeindet und damit unselbstständig, was den Drei- bis Vierjährigen im Innersten schmerzte, schreibt seit der 11. Klasse Prosatexte und schon ein wenig länger Lyrik, zunächst vor allem zu Hochzeiten und Geburtstagen, also Widmungsgedichte. Anfangs schrieb er auch einzelne ungereimte Gedichte, doch mit der Zeit entstanden fast ausschließlich gereimte, die vorwiegend der humoristischen Tradition eines Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Heinz Erhardt oder Joachim Ringelnatz nacheiferten. Die Prosatexte sind ebenfalls häufig unernst gemeint. Aber auch philosophische Gedichte und Prosatexte sind vorhanden.
Es lebten die Klabauter
mal leiser und mal lauter
und lebt ein Lauter leiser,
so ist er sicher heiser
und lebt ein Leiser laut,
wenn er auf Büchsen haut.
Pumuckl
(zitiert nach „Pumuckl und die
Blechbüchsen“ von Ellis Kaut †)
Gereimtes - Sinn- und Unsinngedichte
Der Froschprinz
Abendliche Laune
In der Warteschlange
Wochenendsauftaktsgelöbnis
Die Meditatiefe
Herzschmerz
In den Hohen Tauern
Würze in der Kürze
Wär‘ ich ein Stein
In freien Stunden
Gescheiterte Versuche
Schlauer geworden
Ein langer Schlauch
Warten auf Dich
Schlichte Lyrik
Manche Dinge
Ich sage leise „Servus“
Mit der Möhre, bei der Föhre
Meine Schuld
Alptraummonster
Jahrelang gemieden
Ich bin ein Dichter
Vom Himmel das Blaue
Sonnenuntergang am Tennenloher Weiher
In Demut üben
Tief in meiner Seele
Keine reine Freude
Sitzend am Tennenloher Weiher
Weiterlachen
Dem Leitstern folgen
Gedankenflug
Warum denn nur?
Was bringt der Morgen?
Ratte mit Kopfweh
Sonne, Mond und Regen
Was soll ich hier?
Ein Brief für den Hund
Die Mücken am Weiher
Alles hat ein Ende
Gejagt von Terminen
Der Dichterwicht
Dass ich noch lebe…
Wenn Beeren Bären wären
Nicht jammern
Mein Hummer
Krähe in der Nähe
Alles Erdenkliche
Still und versonnen
Aufmerksamkeit dem Innern schenken
Was ist das Leben?
Geringe Leistung
Rundherum
In der Dichterstube
Was man werden wird
So in Gedanken
Das Leben an manchen Tagen
Was wichtig ist
Welke Winde
Narrenfeiertag
Alles hat was zu bedeuten
Auf dem Schlips
Auf Reimsuche
Längst bewiesen
Ewigkeit
Rosen ohne Dornen
Der erste Mai
Wiesenblumenblau
Ungereimtes – Vorwiegend unsinnige Texte und ein philosophischer
Der Eiserne Heinrich
Wie ich den Hirsch stellte
Manni Manlock
Abendeinklang
Mein Gespräch mit dem Nachtfalter
Kloppheisters Botschaft
Flüge auf Pegasus‘ Rücken
Welch‘ schöne Zeiten
Das Strandburgenbauhaus
Mauswirtschaft
Marlies
Das Schloß des Ian Mac Kenzie
Über Gott und die Welt
Danksagung
Nachwort
Einst ist ein Prinz ein Frosch gewesen,
der ward verzaubert von ‘ner bösen
Hexe oder Hexenmeister;
der Zauber hing an ihm wie Kleister.
Nur eine Königstochter konnte
ihn noch erlösen,
doch die sonnte
sich mit ‘ner goldnen Kugel spielend,
am Rande eines Brunnen kühlend
und die Gefahr nicht einmal fühlend.
Da fiel das edle Spielzeug, platschend,
hinein in’s Brunnenwasser klatschend.
Die Königstochter, tief erschrocken,
sah man am Brunnenrande hocken
und Tränen netzten ihre Wangen.
Da kam der Frosch des Wegs gegangen,
vielmehr, er hüpfte aus dem Wasser:
ein grüner Prinz, dazu ein nasser.
Doch, dass er Prinz war, sah man nicht,
so war auch seine Frage schlicht:
„Was grämt dich, Fräulein Tausendschön,
weshalb muss ich da Tränen sehn?“
„Ach je“, sprach die Prinzessin da,
„mir geht halt der Verlust so nah,
von meiner goldnen Spielzeugkugel,
die grad versank im Wasserstrudel,
die niemand mehr mir bringen kann,
weil keiner so tief schwimmen kann!“
„Das wäre doch“, sprach Frosch, der König,
„noch zu beweisen, doch, ein wenig.
Wie wäre es, wenn ich sie höbe,
vom Grund des Brunnens und sie schöbe
hier über diese Brunnenwand?
Gäbst du dafür mir deine Hand,
als angetraute Ehefrau?“
So frug der Prinz ganz bauernschlau.
Die Königstochter dachte nach.
Dann aber sagte sie sich „Ach,
hab‘ ich die Kugel erst zurück,
werd‘ ich bestimmt, mit etwas Glück,
den grausig grünen Frosch noch los;
er ist so klein und ich bin groß.
Ich bin viel schneller auf dem Schloss,
als er kann hüpfen, also los;
ich gebe ihm mein Ehrenwort,
doch eh‘ ich’s einlös‘, bin ich fort.“
So sagte sie denn: „Alles klar,
holst du mein Gold, sind wir ein Paar.“
Flugs sprang, in freudiger Erregung,
der Frosch, mit sportlicher Bewegung,
in’s kalte Brunnenrohr hinab
und suchte dann den Boden ab.
Als er im Dunkeln
sah das Funkeln
des goldnen Balles,
da freute er sich über Alles.
Denn dieses Spielzeug schien die Rettung
aus jahrelanger Fluchverkettung.
Mit aller Kraft
und großer Mühe
war es geschafft
und aus der Brühe
des Brunnens tauchte
der Frosch herauf und hauchte:
„Hier hast du das, was du verloren;
nimm mich nun mit, du, die ich auserkoren.“
Das Fräulein, aber, dachte nicht daran;
sie nahm die Kugel, sah den Frosch kaum an
und rief nur „Danke dir,
du grünes, nasses Tier.
Doch deine Frau, du kleiner Wicht,
die werd‘ ich nicht.“
Sodann entsprang sie von dem Ort
und war in Augenblicken fort.
Beim Abendessen auf dem Schloss,
hört man ein Klopfen am Portal
und das Erstaunen war sehr groß,
als da ein Frosch sprang in den Saal.
Als nun der Frosch den Fall erklärte,
da sprach der König: „Die bewährte
Lebensregel lautet schon seit Altem:
‚Was du versprochen, musst du halten!‘ “
So ward der Frosch zu Tisch gebeten,
was der Prinzessin sehr missfiel,
und nach dem Essen, sehr betreten,
wurde sie vom Frosch gebeten,
weil ihr Schlafgemach sein Ziel,
mit in ihr Bettchen ihn zu nehmen
und zu ihm hin sich zu bequemen.
Und dann auch noch, zum guten Schluss,
erbat von ihr er einen Kuss.
„Alles tu‘ ich, dieses nicht,
fort mit dir, du garst’ger Wicht.“
Und mit diesem bösen Wort
warf sie weit ihn von sich fort.
Der arme Frosch flog an die Wand
und fiel zu Boden, doch da stand
kein Frosch mehr, nein!
In grünem Loden
ein fescher Prinz
(ein wenig aus der Moden).
„Wer bist denn du?“,
rief die Prinzessin da.
„Prinz Klaus, und du?“
„Prinzessin Clara. Komm doch nah!
Wo ist der Frosch denn hin verschwunden
und woher kommst denn du daher?“
„Ich selber war als Frosch, verwunschen;
mir schmerzt noch meine Schulter sehr.
Nur eine Königstochter konnte mich erlösen,
doch lieber wäre mir ‘n Kuss gewesen,
als dieser Wurf zur Zimmerwand,
der war nicht wirklich sehr galant.“
„Verzeih“, sprach Clara da, verlegen;
dann musste sie kurz überlegen.
„Das heißt doch aber, du und ich
sind nun verlobt - irre ich mich?“
„Ja, wir sind’s!“ sprach da der Prinz.
„Denn nur eine Prinzessin konnte mich befrei‘n,
die willigt in die Hochzeit ein.“
„Ach, hätte ich das gleich geahnt,
hätt‘ dich genommen, ungemahnt.
Gedankt sei meines Vaters Wort,
das mir gebot, das Ehrenwort,
das ich dir gab, zu halten.
Es leben hoch, die Alten!“
So mag es wohl gewesen sein.
Doch fällt mir dabei etwas ein -
und das ist zweierlei, zunächst:
Der Froschprinz war zuerst kein König
und dann noch ein Detail, klein wenig -
Um einen Froschprinz zu erretten,
braucht’s keinen Kuss:
Es reicht, ihn an die Wand zu schmettern.
(21./26.02.2016)
Wenn, in abendlicher Laune,
ich über mein Schicksal staune
und mich über Alles wundre,
kommt von fern mir eine Kunde:
„Du sollst friedlich sein und sacht,
nicht nur Tags, auch in der Nacht;
sollst nicht töten oder brennen,
keinen außer mir Gott nennen.
Sollst die Ehe niemals brechen
und nicht tagelang nur zechen.
Kurz sei brav und lieb und nett
und geh‘ zeitig in dein Bett.“
Solches sprach die Stimm‘ zu mir
und ich bring‘s nun zu Papier.
Zehn Gebote warn‘s nicht ganz
und es fehlt auch die Brillanz.
Dennoch war ich tief berührt;
irgendwie auch resigniert,
da ich meine Schuld einsah;
kurz, es ging mir halt recht nah.
Doch ich dachte mir, Moment;
was man so Gebote nennt
ist nicht immer gleich Dasselbe,
nicht vom Ei das richtig Gelbe.
Und so schloss ich für mich feige,
wenn ich zu dem Einen neige,
muss das Andre nicht verkehrt sein;
beides könnte hochverehrt sein.
Und so zieh‘ ich meine Wege,
suche rasch noch die Belege,
die ich für‘s Alibi noch brauch‘
... doch manchmal geht es ohne auch.
(24.9.2001)
Wieder unerwartet lange
stand ich in der Warteschlange
und befasste mich mit Träumen,
daher konnt‘ ich nichts versäumen.
Denn, nur welcher unbeweglich
harrt – dem geht es nämlich kläglich,
weil er nicht Geist noch sonst sich rührt,
aber doch die Knochen spürt.
(4.11.1994)
Ich bedenke meine Lage
und erlaube mir die Klage,
dass ich ohne Zweifel nun
vieles werde müssen tun.
Was die Woche hat gelegen,
kellertief und auch im Speicher,
macht mich regelrecht verlegen,
obendrein auch bleicher.
Da, (so spricht‘s aus mir mit Größe)
geb‘ ich mir nun nicht die Blöße,
sondern schufte, als wie blöde,
(und wäre es auch noch so öde).
Wenn ich mich solcherart bezwungen,
(und werd‘ ich auch nicht vorher schwach),
werd‘ ich als Held noch gar besungen
und halt mich mit Espresso wach.
Wenn ich mich in mir versenke,
Gehör den innern Ohren schenke
und das Dritte Auge wacht -
Schwupps, ist schon ein Wunsch entfacht.
Wünschen, aber, ist bekanntlich
innrer Sammlung unverwandtlich,
vielmehr neigt‘s dazu zu stören,
zwingt die Demut, aufzuhören.
Und, nun wend‘ ich all‘ mein Streben
dran, das Wünschen aufzuheben,
um zu neuem Sichbesinnen,
Fried‘ und Gleichmut zu gewinnen.
Streben, aber, stört erst recht!
Fazit: heute klappt es nicht.
Während ich an meinem Herzen
Würgemale spüre schmerzen,
hat ein andrer, hart und laut,
wieder heftig drauf gehaut.
Nun fass‘ ich mein Herz mit Händen,
um sein Leiden zu beenden,
nehme ich ein Tuch von Seide
und verberg‘ das Eingeweide
fachgerecht und liebevoll
im geheimsten Südatoll.
Dort, so mein‘ ich, müsst‘ es doch
sicher sein, ein Weilchen noch.
Weit gefehlt, denn schon nach Stunden,
ham Piraten es gefunden,
malträtiert und arg zerschunden.
Weinend steh‘ ich vor den Resten
von dem armen Pumporgan;
war‘s auch keines von den besten,
hat‘s doch seine Pflicht getan.
(17.11.1995)
Wenn wir in den Hohen Tauern
mal auf einen Frohen lauern,
dem wir dann mit tristen Reimen
tief in seine Seele schleimen,
haben wir just das gemacht,
wozu „Modern Art“ erdacht.
Sie soll nicht so sehr erfreuen,
