Sense und Nonsense - Bernhard Zimmer - E-Book

Sense und Nonsense E-Book

Bernhard Zimmer

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Beschreibung

In "Sense und Nonsense" versammelt Bernhard Zimmer eine Auswahl seiner humoristischen und melancholischen Gedichte, einige "heiter bis komische" Prosatexte und einen philosophischen Aufsatz zu einem Strauß bunter Sinn- und Unsinnsblüten. Das Anliegen dabei ist, verschmitzte Unterhaltung und besinnliche Denkanstöße zu vermitteln. Dabei scheut der Autor nicht davor zurück, seine Gedichte vor allem in "altmodischer" Reimform und die Prosatexte voller spontaner, nicht immer folgerichtiger Einfälle und eigentümlicher Wendungen vorzulegen.

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Seitenzahl: 83

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Buch

Die hier versammelten, meist heiteren Gedichte und Prosastücke sind durchsetzt mit solchen, die eher melancholisch und philosophisch anmuten. Abgesehen von zwei Gedichten und eines Kurzprosatextes, die in kleiner Auflage in der Abiturzeitschrift erschienen und eines selbst gebrannten CD-Mitschnitts einer Dichterlesung in der Nürnberger „Weinerei“, ist dies die erste Veröffentlichung des Autors.

Autor

Bernhard J. P. Zimmer, geboren am 16. Mai 1968 in Erlangen, war bereits in der Grundschule erfolgreich beim Schreiben von Fantasie-Aufsätzen, von denen allerdings keine erhalten sind, da er seine Werklein am Schuljahresende mit allen anderen Schulheften entsorgte, da ihm seine Aufsätze im Rückblick nicht mehr gefielen. Die Lektüre, vor allem von Franz Kafka, motivierte ihn erst in der 11. Klasse des Gymnasiums Prosatexte zu verfassen. Bei seinen Gedichten war der Auslöser ein Widmungsgedicht zur Hochzeit eines Cousins aus Wuppertal. Anfangs entstanden auch mehrere ungereimte Gedichte, später schwenkte das Hauptgewicht über zu gereimten Gedichten, wobei seine Vorbilder Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Eugen Roth, Heinz Erhardt, Ringelnatz und Robert Gernhardt waren. Ob er diesen Vorbildern gerecht wurde, kann nur der Leser entscheiden.

Im Hut ist’s gut,

da ruht der Mut,

drum tut man gut,

ruht man im Hut.

Pumuckl

(zitiert nach

„Pumuckl und Puwackel“

von Ellis Kaut †)

Inhaltsverzeichnis

Gereimtes - Sinn- und Unsinngedichte

Kaiserschmarrn

Der Hamburger

Der Marinekapitän

Monaco

Im kühlen Grund

Kafka, der Dichter

Van Gogh

Heino

Der Schelm Otto

Das Schloss in den Ardennen

Am Fenster

Der edle Ritter

Der Offizier

In Halle an der Saale

Andy Borg

Karel Gott

Pfeifen auf ewige Jugend

Auf langen Kaffeefahrten

Der Dackel in Daglfing

Ein Dackel aus Wanne-Eickel

Die Kirche San Lorenzo

Auf einen Pappdeckel geschrieben

Casino

Im Nebel schleichen

Bei schönen Feen

Fisches Lippen

Pizza in der Mittagshitze

Kaiser Augustus

Ein Dichter zwar

Jahrelang

Ein Dichter, nur, von vielen

Ich werde gehen von dieser Welt

König Ludwig II

.

Parabel vom Pferde

Ein Sehnen

Ein Gedicht, zwo, drei, vier

Kein Ziel mehr

Aus der Forschung

Einst und Nun

In mir versunken

Was ich bedenke

Wider besseren Wissens

Ode an die Kuh

Unter den Dichtern, nur einer unter vielen

Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Ärztliche Schweigepflicht

Auf diesem Planeten

Um Mitternacht gedacht

Das Leben dieser Tage

Reimtalent aus Mittelfranken

Kuh oder Schwein?

In tiefer Nacht

Mein Fetisch

Die Frage nach der Macht

Dichterwagnis

Von unseren Vorfahren

Wie einst Homer

Wenn der Mond am Himmel steht

Vom Leben des Lebemanns

Vom Schnupftabak

Goethe, anno 1830

Borgen von einem Lumpen

Kein Wort fränkisch

Keinen Dunst von hoher Kunst

In vornehmen Gedichten

Ich würd‘ mein Leben…

Was liebt der Dichter?

In tiefsten Seelengründen

Zum Fünfzigsten

Schicksalsfragen

In meiner Dichterklause

Die keinen Fliegen

Zu später Stunde

Nacht hüllt die Welt in Schweigen

In Vollmondnächten

Schatz im Herzen

Lang vergessene Zeiten

Liebe, lieber Leser

Love, dear reader

Niemals hat…

Never has…

In stiller Kammer

When within…

Nicht Babylon

The First of May

Walpurgisnacht

Außen hui…

Gar nicht eitel

Ich glaub‘ nicht an Gespenster

Was ich mir wünsche…

Altes Ostergedicht

Ungereimtes – Vorwiegend unsinnige Texte und ein philosophischer

Der Mitklatscher

Füllfederhalter und Geigenkasten

Das Geständnis von El Paso oder Der Grand Prix der Volksmusik

Der Schweizerhäuptling und das Kamel, das ein Star werden wollte

Allerdings und die Wanderlumpe

Vom Sinn des Daseins

Nachwort

Gereimtes

Sinn- und Unsinngedichte

Kaiserschmarrn

In einem Wiesentale

saß Kaiser Karl, der Kahle

und kraulte sich das Haupt,

das kahl war, wie man glaubt.

Doch Kaiser Otto, der Große

aß gerne Kloß mit Soße

und hatte sehr viel Spaß

an einem Rotweinglas.

Selbst Kaiser Otto, der Zweite

hatte, was ich nicht bestreite,

viel Freude an reichlichem Essen,

das wollen wir nicht vergessen.

Auch König Ludwig von Bayern

konnte recht ausgiebig feiern

und gab, das steht fest,

fast täglich ein Fest.

Und Kaiser Wilhelm dem Ersten

gefiel‘s Essen bis kurz vor dem Bersten,

trank Wein und Bier durcheinander

mein Gott, war der beieinander!

Der Hamburger

Karl-Otto war ein Hamburger

und aß gern einen Hamburger

jedoch, wir wissen es besser,

er war kein Menschenfresser.

Der Marinekapitän

Ein Kapitän der Marine

aß Brötchen mit Margarine

und hatte er dann genug

tat er noch so manchen Zug

von Glühwein aus der Terrine.

Monaco

Monaco ist ein Stadtstaat

Wo‘s Autos ohne Kat hat

und wenn sie dann stinken

und zum Abbiegen blinken,

merkt man, wie sehr man sie satt hat.

Im kühlen Grund

In einem kühlen Grunde

stehn Kranke und Gesunde

und kühlen sich die Stirne,

denn ihnen glüht die Birne.

Kafka, der Dichter

Der Dichter Kafka war grad tot,

da kam sein Freund, der hieß Max Brod,

verlegte Kafkas Werke.

Daraus ersehn wir, merke:

Bist Du erst mal gestorben,

dann wirst Du auch umworben.

Van Gogh

Van Gogh verkaufte im Leben,

so heißt’s, nur ein einziges Bild.

Und heute balgt man sich eben

um seine Werke, wie wild.

Van Gogh wäre reich geworden,

könnt‘ man sich zum Schein nur ermorden.

Heino

Heino, der Schlagersänger,

singt, je lieber, je länger,

von der schwarzbraunen Haselnuss;

das ist freilich kein Hochgenuss.

(Das Gedicht entstand vor Heinos Rock-Cover-Karriere)

Der Schelm Otto

Otto, der Schelm aus Ostfriesland,

einmal an der Nordsee im Kies stand,

dort schwitzt‘ er vor Hitze,

und riss laufend Witze,

die außer ihm keiner sehr süß fand.

Das Schloss in den Ardennen

In einem Schloss in den Ardennen

Wollt‘ ich mal eine Nacht lang pennen.

Doch wie sich dann herausgestellt,

hatt‘ ich dafür zu wenig Geld.

So hab ich darauf verzichtet

und das Schloss nur bedichtet.

Am Fenster

Als ich einmal am Fenster saß,

beschlug vor mir das Fensterglas,

du glaubst wohl an Gespenster, was?

Da werden sogar Gangster blass!

Der edle Ritter

Ein sehr edler Ritter aus Thüringen

Wollt‘ für seine Liebste vor der Tür singen.

Sie fand das nicht toll

und nahm ihn nicht für voll,

hat gewartet, bis andre durch die Tür gingen.

Der Offizier

Ein Gendarmerieoffizier

fuhr im Urlaub einmal nach Trier.

Dort wollt‘ er `nen Kaffee

doch es gab nur noch Tee,

und so trank er dann lieber ein Bier.

In Halle an der Saale

In Halle an der Saale

stand mal der Mond, der fahle

in voller Schönheit am Firmament,

wie man ihn sonst nur von Postkarten kennt.

Doch dann hat er abgenommen

und ist zum Neumond verkommen,

wie wir daraus ersehn,

so kann‘s jedem ergehn,

da hilft auch kein Beten den Frommen.

Andy Borg

Wenn ich mir von Andy Borg

selbst auch nie sein Handy borg,

bin ich dennoch sicher, fast,

damit hab ich nichts verpasst!

Karel Gott

Karel Gott, der Prager Barde,

gehörte mal zur ersten Garde

der Schlagersänger deutscher Sprache,

ob‘s schön klang ist `ne andre Sache.

Pfeifen auf ewige Jugend

Ich mach‘ aus der Not eine Tugend

und pfeif‘ auf die ewige Jugend.

So werde ich halt

grau, faltig und alt

und hoff‘, dass man mich dann auch klug nennt.

Auf langen Kaffeefahrten

Wenn, auf langen Kaffeefahrten,

wir auf unsern Kaffee warten

und wir uns auf unsern treuen

Hund und unsern Garten freuen,

dann reift in uns die Erkenntnis:

schön, wenn so `ne Fahrt zu End‘ ist.

Der Dackel in Daglfing

Neulich war‘s in Daglfing,

dass man einen Dackel fing.

der hieß Waldi, oder so,

weil er aus dem Aldi floh.

Als man ihn nach Haus gebracht

hat er auf‘s Parkett gemacht.

Daraus kann man noch nicht schließen,

Dackel machten nie auf Fliesen.

Ein Dackel aus Wanne-Eickel

Ein Dackel aus Wanne-Eickel

war mit seinen Ohren recht heikel;

sie hingen herab,

im ganzen recht schlapp,

er hieß Michael oder „Meikel“.

Die Kirche San Lorenzo

In der Kirche San Lorenzo

Dachte ich bei mir: „hier brennt‘s wo!“

Doch dann sagte ich mir schlicht:

„Das ist nur das ewige Licht!“

Auf einen Pappdeckel geschrieben

Auf einen Deckel von Pappe

Leg‘ ich eine Mark, eine schlappe;

und wunder mich dann,

wenn ich doch zahlen kann,

weil die Mark war nur `ne Attrappe. (18.6.2000)

Casino

Wie sie in die Tiefe

ihrer aller leeren Gläser schauen,

an geplanten, und verpatzten,

an geträumten Chancen bauen.

Wie sie Plastikmarken dann

ein um andre vor sich werfen,

die gehofften, die verpfuschten

Chancen hinterher.

Im Nebel schleichen

Ganz gewohnt im Nebel schleichen,

mit Bewusstsein Geister sehn,

in vertrockneten Gedanken

und verstaubten Kleidern gehn.

Ich schau Bilder, die sich gleichen

und doch wanken und verwehn.

Bei schönen Feen

Wenn, bei einer schönen Fee,

ich an Finger oder Zeh‘

einen Ring der Ehe seh‘,

kann‘s geschehen, ich gesteh‘,

dass ich rasch von dannen geh‘. (19.8.2000)

Fisches Lippen

Oh, wie goldig war die Eine,

mit den Lippen eines Fischs,

mit den Augen von Asiaten

und dem ratlos lieben Blick.

Leichtlebiger hätt‘ ich sein gewollt

- ich war‘s nicht.

Vielleicht hat‘s nicht sein gesollt

- ich weiß nicht.

Leicht gewesen wäre es,

sie verliebt zu machen,

dabei wäre leichter noch

irgendwas zerbrochen.

Oh, wie bin ich nun erleichtert,

dass sie weg ist, wie enttäuscht

- ich frage, wo mein Herz

und wo der Zweck ist.

Pizza in der Mittagshitze

Willst du in der Mittagshitze

in die heiße Pizza beißen

oder lieber coole Witze

über die Stadt Nizza reißen?

Oder willst du doch vielmehr

baden in dem blauen Meer,

welches Côte d‘Azur genannt,

bzw. dessen Strand?

Wenn das so ist, rat ich dir:

Trink vorm Baden weder Bier,

Schampus, Schnaps noch Limonade,

denn es wär‘ doch wirklich schade,

wenn du grad so blau wie‘s Meer

schaukelst in den Well‘n umher

und am End‘, wir wolln‘s nicht hoffen,

bist im Mittelmeer ersoffen.

Drum iss lieber deine Pizza,

an der Côte d‘Azur, in Nizza,

reiß auch besser keine Witze:

Wer lacht schon gern zur Mittagshitze?