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Dies ist das erste und einzige Buch, dass ausschließlich sich mit dem Ereignis am Breitscheidplatz in Berlin am 19. Dezember 2016 befasst, dass als der tödlichste Terroranschlag in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten bezeichnet wurde. In diesem Buch wertet der Autor das Material zu diesem Vorfall aus, das jedem öffentlich zugänglich war und noch ist (offizielle Verlautbarungen, Video-Aufnahmen des Tatortes, Zeitungsmeldungen), und überprüft dessen Stichhaltigkeit. Der Autor befasst sich seit 2002 mit dem Phänomen der psychologischen Kriegsführung und mit Terroranschlägen und hat zu diesem Thema bereits sechs Bücher veröffentlicht. In jedem Gerichtsprozess wird der Ablauf einer kriminellen Tat minutiös rekonstruiert. Nicht bei diesem Ereignis. Schon die Frage nach der genauen Uhrzeit können die Behörden nicht nennen oder sind dazu nicht willig. In den offiziellen Meldungen soll der LKW in eine Menschenmenge "gerast" sein. Laut dem GPS hatte der LKW vor seiner Einfahrt in den Weihnachtsmarkt bei einer roten Ampel gehalten und war danach mit 15 km/h in den Weihnachtsmarkt geschlichen. Davon berichteten fünf Journalisten der Wochenzeitung Die Zeit. Wie passt diese Darstellung zu der Behauptung, der LKW sei "gerast"? Ungeklärt bleibt auch, zu welcher Tageszeit, woran und an welchem Ort der polnische Fahrer Lukasz Urban starb. Ebenso verhält es sich mit den anderen 11 Toten, die dem behaupteten Terroranschlag zugeordnet wurden. Es gibt keine eindeutigen Beweise dafür, dass sie sich an diesem Abend auf dem Weihnachtsmarkt aufhielten. Die möglichen Zeugen - Verwandte, Arbeitskollegen - geben entweder keine oder nur vage Auskunft. Dies sind nur einige der Merkwürdigkeiten, Widersprüche und Ungereimtheiten, die im Buch sorgfältig und durch Quellenangaben angeführt werden.
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Seitenzahl: 224
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Elias Davidsson
Der GELBE BUS
WAS GESCHAH WIRKLICH
AM BREITSCHEIDPLATZ IN BERLIN?
Autor: Davidsson, Elias
Titel: Der gelbe Bus
Untertitel: Was geschah wirklich am Breitscheidplatz in Berlin?
Themen: 1. Terrorismus
2. Psychologische Kriegsführung
3. Staatskunde
© Elias Davidsson, 2020 All Rights Reserved
Tonar-og-steinar (Toost) Publishing (Reykjavik, Kirchen): www.juscogens.org
Layout von Fabio Biasio
Print-Fassung: ISBN 978 3 88975 274 1
Dieses Buch ist allen Menschen gewidmet,
die im Auftrag einer arroganten, korrupten Gesellschaftsklasse
erniedrigt, diskriminiert, terrorisiert,
belogen, verraten, verletzt und getötet werden.
Für meine Aufarbeitung dieser Studie bin ich den Aufklärungsbemühungen und Anregungen der ehrenamtlichen Forscherinnen und Forscher beim Internetforum geomatiko.eu, darunter dem Historiker Andreas Hauß, innigst verpflichtet und dankbar. Für die hier zusammengetragenen Befunde, Erklärungen und unvermeidbaren Irrtümer trage ich jedoch alleine die volle Verantwortung.
Es gibt immer noch manche Menschen, die an die Wahrheit der Protokolle der Weisen von Zion glauben. Andere beharren darauf, nachts auf der Wiese Marsbewohnern begegnet zu sein, und schließlich ließ sich eineMasse von Gutverdienern davon überzeugen, dass am 11. September 2001 Naturwunder stattfanden: Die Erde soll ein Passagierflugzeug geschluckt haben,{1} jemand verzauberte 1100 Menschen zu feinem Staub{2} und neunzehn unsichtbare Muslime konnten die US-Luftwaffe austricksen.{3} Unter Eingeweihten läuft diese Legende unter dem Titel „Ali Baba und seine 19 Jünglinge“. Der französische Autor Gustave Le Bon beschrieb bereits im Jahre 1911 die Verführbarkeit der Massen: „Für die Massen, die weder zur Überlegung noch zum logischen Denken fähig sind, gibt es nichts Unwahrscheinliches. Vielmehr, die unwahrscheinlichsten Dinge sind in der Regel die auffallendsten.“{4}
Ich liebe Kindermärchen, bevorzuge aber für meine gesellschaftliche Orientierung bodenständige Befunde und logisches Denken. Diese zwangen mich vor einigen Jahren, eine bittere Pille zu schlucken: Dass die Anschläge des 9/11 keine Zauberei waren, sondern ein Auftragswerk des US-Verteidigungsministeriums. Für diese Schandtat gab es brutale Gründe. Wer diese Gründe kennt, kann besser verstehen, was sich 2016 am Berliner Breitscheidplatz kurz vor Weihnachten abspielte.
Die Produktion von Angst gehört seit jeher zum Arsenal der Machtausübung. Im Kalten Krieg wurden in verschiedenen Mitgliedstaaten der NATO verdeckte Methoden der Angststiftung eingesetzt – darunter die Inszenierung von blutigen Terrorattentaten. Der Historiker Daniele Ganser, der die „Strategie der Spannung“ gründlich untersuchte und in seinem Buch NATO-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terrorund verdeckte Kriegsführung beschrieb,{5} erklärte in einem Interview mit der jungen Welt am 31.1.2009:
„Da es genügend Beispiele von inszeniertem Terror gibt, bei denen auch Geheimdienste involviert waren, müssten wir uns eigentlich bei jedem Terroranschlag die Frage stellen, ob wir über dessen Sinn und Zweck getäuscht werden [...] Die Strategie der Spannung erzeugt Angst. Und Angst lähmt. Das ist Ziel dieser psychologischen Kriegsführung. In diesem Angstzustand ist man weder frei noch dynamisch. Deshalb gilt es, diese Strukturen aufzudecken, um sich von der Angst freizumachen."
Mit dem vorliegenden Buch untersuche ich jene Fragen, mit denen uns Dr. Ganser bereits im Jahr 2009 herausforderte. Das Berliner Ereignis{6} vom 19. Dezember 2016 gibt uns dazu eine gute Gelegenheit.
Zur Erinnerung fasse ich hier die offizielle Darstellung des Berliner Ereignisses zusammen, wie es deutsche Leitmedien beschrieben:
„Am Abend des 19. Dezember 2016 gegen 20.00 Uhr soll ein 40-Tonner Sattelschlepper Marke Scania R450 in die Menschenmenge des Weihnachtsmarkts am Breitscheidplatz in Berlin gerast sein. In der Folge sollen 12 Menschen gestorben und mehr als 50 Menschen verletzt worden sein. Das Ereignis wurde in den ersten Minuten als ein Unfall bezeichnet. Aber schon um 20.56 Uhr ging die Polizei von einem Terroranschlag aus.{7} Der Täter soll geflüchtet sein. Der polnische Fahrer des Lkw soll auf dem Beifahrersitz tot aufgefunden worden sein. Die Polizei verhaftete zuerst einen jungen Asylanten aus Pakistan, ließ ihn aber am nächsten Tag wieder frei. Am selben Tag sollen im Lkw persönliche Dokumente eines jungen Tunesiers namens Anis Amri entdeckt worden sein. Amri wurde daraufhin in ganz Europa gesucht und am 23. Dezember von der italienischen Polizei in einem Vorort von Mailand während einer Schießerei getötet.“
Als Autor von drei Büchern zum Thema des Terrorismus bin ich allmählich gegenüber den offiziellen Darstellungen von Terroranschlägen skeptisch geworden. Die Gründe für diese Skepsis habe ich ausgiebig in meinem Buch Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung (Zambon Verlag, 2017) dargelegt. Eine skeptische Haltung alleine reicht allerdings nicht aus, um diese Darstellungen als Lügen zu enttarnen, denn diese Haltung muss sich gegen einen gewaltigen medialen und politischen Propagandaapparat behaupten. Daher ist besondere Sorgfalt bei der Aufarbeitung der Fakten geboten. Die zahlreichen Widersprüche, Ungereimtheiten und Verdunkelungsindizien zum Berliner Ereignis waren für mich hinreichende Gründe, mich intensiver mit dem Fall zu befassen. Ich versuchte – so gründlich wie möglich – Fakten und Aussagen zu bewerten, vermute aber, dass mir noch wichtige Fakten entgangen sind und dass ich Einiges falsch interpretiert habe. Daher bin ich für Hinweise zu Irrtümern und Auslassungen sehr dankbar.
Der unmittelbare Zweck dieses Buches besteht darin, ein wenig Licht auf das Ereignis zu werfen. Was geschah tatsächlich am Breitscheidplatz in Berlin? Ich hoffe, dass die hier veröffentlichen Informationen jene Menschen ermutigen werden, die bis heute über den Tatbestand geschwiegen haben. Ich wünschte, sie würden ihr Schweigen aufgeben und zur Aufklärung der Tatbestände beitragen. Darüber hinaus soll dieses Buch den noch verbliebenen Demokraten und Friedensliebenden in diesem schönen Lande Erkenntnisse liefern, die ihnen beim Widerstand gegen Kriege und die schleichende Errichtung eines Polizeistaats helfen könnten.
Zur Methodik
Im Gegensatz zur geläufigen Meinung kann jeder Bürger aus den Leitmedien und offiziellen Berichten sehr viel über die Struktur und Machenschaften der Herrschenden lernen, auch ohne Einsicht in geheime Akten. Oft verraten gerade Auslassungen eine bestimmte Absicht.
Die überwiegende Mehrheit der zu dieser Studie herangezogenen Quellen ist für jeden leicht zugänglich. Ich habe alle mir bekannten und zugänglichen Berichte der Behörden zum Berliner Ereignis durchforstet und bewertete zusätzlich dutzende von Zeugenaussagen, die in deutschen, französischen, britischen, nordischen, italienischen, spanischen, kanadischen und US-amerikanischen Medien erschienen sind. Allerdings haben sich während der Zeit meiner Recherche die Forschungsbedingungen verschlechtert. Die Firma Google, die ein Quasi-Monopol bei der Informationssuche im Internet besitzt, erklärte am 25. April 2017, sie ändere ihre Suchalgorithmen, um ihre Benutzer vor „Fake News“ zu bewahren, wie es so schön heißt, sprich ihnen Zugang zu Informationen oder Quellen zu erschweren, die laut der Firma von „niedriger Qualität“ sind oder sich mit sogenannten Verschwörungstheorien befassen.{8}
Als Teil meiner Recherche habe ich an zahlreiche Ämter, Amtsträgern, Zeugen, Angehörige von Opfern und Journalisten geschrieben und ihnen Fragen im Bezug auf das Berliner Ereignis gestellt. Keine der Fragen betraf ihren Privatbereich. Die große Mehrheit der Angeschriebenen wollte, wagte oder durfte meine Fragen nicht beantworten. In der Regel bekam ich nicht einmal eine Rückmeldung. Diese kollektive Verschwiegenheit ist das ausgeprägteste Kennzeichen des Berliner Ereignisses.
Zu den Abbildungen und Videos
Die Abbildungen, die aus verschiedenen Richtungen und zu verschiedenen Zeiten vom Tatort gemacht wurden, bieten einen handfesten Maßstab zur Bewertung von Zeugenaussagen. Die meisten Abbildungen geben keinen Anlass zum Verdacht, dass sie gefälscht oder manipuliert wurden. Eine Auswahl der Abbildungen befindet sich am Ende des Buches.
Es gibt auch einige Videoaufzeichnungen, die zusätzliche Anhaltspunkte zur Aufklärung bieten. Das sind in erster Linie (a) eine Videoaufzeichnung des Journalisten Jan Hollitzer von der Berliner Morgenpost;{9} (b) ein arabisch besprochenes Video {10} und (c) eine 2-stündige Aufzeichnung vom Sender RT.{11}
Eine Auswahl von Videos und Audioaufzeichnungen habe ich auf meiner Webseite gespeichert, um Lesern einen gesicherten Zugang zu diesen Quellen zu gewährleisten. Die Liste dieser Aufzeichnungen befindet sich an Ende des Buches.
Lesehilfe
1. An mehreren Stellen verweise ich auf mein Buch „Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung” (Zambon Verlag, Frankfurt a. M., 2017) mit dem Kürzel PK.
2. Hinter den meisten Anmerkungen befindet sich eine Zahl in der Form #nnn, =nnn oder Bnnn. Diese Zahl ermöglicht einen direkten Zugriff auf PDF-Kopien der Originalquellen, die zur Untermauerung dieser Recherche unentbehrlich sind:
- Für #nnn ist die Adresse des Zugriffs: www.aldeilis.net/fake/nnn.pdf
- Für =nnn ist die Adresse des Zugriffs: www.aldeilis.net/terror/nnn.pdf
- Für Bnnn ist die Adresse des Zugriffs: www.aldeilis.net/berlin/nnn.pdf
Der Ort des Ereignisses ist ein Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin bei der Gedächtniskirche. Entlang des Weihnachtsmarkts liegt die Budapester Straße.
Laut der offiziellen Darstellung soll ein 40-Tonner Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz hereingerast und nach etwa 50 Metern wieder herausgefahren sein. Bei seiner Durchfahrt soll der Lkw zahlreiche Menschen verletzt haben, darunter elf tödlich. Es bestehen Zweifel an dieser Darstellung. Um diese Zweifel zu verstehen, ist es empfehlenswert, sich mit der Lage des Ortes vertraut zu machen (siehe Abb. 1 und Abb. 2a).
Abb. Nr. 2a stammt wahrscheinlich vom frühen Morgen des 20. Dezember. Diese Abbildung vermittelt einen guten Gesamtüberblick über den Abschnitt des Weihnachtsmarkts, der mutmaßlich vom Lkw befahren wurde. Die abgebildete Straße ist die Budapester Straße. Der Lkw und ein gelber Bus stehen am Ort. Die Abbildung ermöglicht die Einschätzung der Größenordnungen, darunter die Breite des Eingangs zum Weihnachtsmarkt (links) und die Breite der Ausfahrtsstelle des Lkw. Das große Gebäude rechts ist die neue Gedächtniskirche. Hinter diesem Gebäude steht die alte Gedächtniskirche, die auf dieser Abbildung größtenteils nicht sichtbar ist. Die Abbildung ermöglicht es, die Buden zu zählen, deren Betreiber das Ereignis erlebt haben sollen. Man bemerke, dass der Lkw weder den Tannenbaum noch die Wände der Bude Nr. 1 getroffen hat. Für die Beschädigung des Budendachs habe ich keine Erklärung. Man merke ferner, dass die Wände des hellblauen Hauses bei der Ausfahrtsstelle des Lkw auch nicht beschädigt wurden, nur dessen Dach. Wie dieser Schaden entstanden ist, bleibt ein Rätsel.
Abb. Nr. 1 zeigt die Straßenlage. Die Kantstraße und die Hardenbergstraße führen zur Budapester Straße. Aus diesem Diagramm ergibt sich folgendes: Wenn der Lkw aus der Kantstraße angefahren ist, hätte er eine steile Kurve fahren müssen, um in den Weihnachtsmarkt hineinzufahren. Diese Kurve hätte ein 40-Tonner nur langsam ausführen können.
Man hätte erwartet, dass die Feststellung der genauen Zeit der Lkw-Fahrt durch den Weihnachtsmarkt kein Geheimnis ist. In der Tat traut sich keine Behörde, weder die Berliner Polizei noch die Staatsanwaltschaft, die genaue Zeit des Ereignisses preiszugeben, geschweige denn diese durch konkrete Beweise zu untermauern. Auch die Beweggründe für diese Geheimhaltung bleiben rätselhaft.
In einem ihrer frühen Berichte meldete die Deutsche Presseagentur (dpa), dass ein Lkw genau um 20.14 Uhr in den Weihnachtsmarkt hineinfuhr. Man darf wohl davon ausgehen, dass dpa diese Zeitangabe nicht erfunden, sondern aus Polizeiquellen erhalten hatte. Die Zeitangabe wurde von der BBC{12} und anderen Medien weltweit zitiert,{13} auch in einzelnen deutschen Zeitungen, z.B. bei DieZeit{14} und der Berliner Zeitung.{15} War hier ein Irrtum im Spiel? Vielleicht. Festzustellen ist jedoch, dass weder dpa noch die betreffenden Medien diese Zeitangabe nachträglich korrigierten. BBC wiederholte diese Zeitangabe sogar noch am 24. Dezember 2016.{16} Von wem stammte diese Zeitangabe? Wenn sie falsch war, warum wurde sie nicht korrigiert? Wenn sie richtig war, warum wird sie nicht weiter erwähnt?
Nach Angaben des Sprechers der Berliner Feuerwehr, Sven Gerling, gingen die ersten Notrufe vom Breitscheidplatz um 20.07 Uhr ein. Falls ein Lkw erst um 20.14 Uhr in das Gelände hineinfuhr, wie dpa es gemeldet hatte, stellt sich die Frage: Wieso gingen dann die Notrufe schon um 20.07 Uhr (Die Welt{17}, Frankfurter Allgemeine Zeitung,{18}Berliner Morgenpost{19}) oder sogar um 20.04 Uhr (DieZeit{20}, Tagesspiegel{21}) bei der Feuerwehr, der Polizei und der Berliner Notrufzentrale ein? Berlins Innensenator Andreas Geisel maßte sich sogar an, die Uhrzeit der ersten Notrufe auf 20.02 Uhr zurück zu „korrigieren“.{22} Die taz berichtete dagegen am 20. Dezember, dass die ersten Notrufe erst gegen 20.35 eingingen! Ist diese Nachricht vielleicht die einzig wahre? Fest steht, dass auf den vorliegenden Fotos bis ca. 20.55 keine Krankenwagen am Ort zu sehen sind (siehe Abb. 3).
In der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten der Berliner Polizei und dem Präsidenten des BKA am 20. Dezember, sprach der Generalbundesanwalt Dr. Peter Frank von einem „Geschehen“, das sich „gegen 20 Uhr“ ereignet hatte.{23} Die genaue Uhrzeit des Geschehens wollte er nicht angeben.
Armin Hölzl, einer der Zeugen, beharrte darauf, dass der Lkw schon um 19.58 Uhr auf den Weihnachtsmarkt fuhr. Er „habe sich umgedreht und gesehen, wie die Hütten umfallen wie Dominosteine“. Vier Minuten später, genau um 20.02 Uhr, so Hölzl, rief er seine Frau an und erzählte ihr, er habe gerade ein Attentat überlebt.{24} Die Frankfurter Rundschau meldete ihrerseits am 16. September 2017, dass das Ereignis am Breitscheidplatz „kurz vor 20 Uhr“ begann.{25}
Dass die Bundesbehörden die genaue Zeit des Ereignisses nicht verraten wollen, ergibt sich zusätzlich aus der unverbindlichen Aussage von Bundesanwalt Thomas Beck, Leiter der Abt. Terrorismus beim Generalbundesanwalt, die er vor dem Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Abgeordnetenhaus Berlin im Sommer 2017 machte. Obwohl seine Aussage sonst sehr detailliert war, wiederholte auch Beck die vage Zeitangabe „gegen 20 Uhr“.{26} In seiner Aussage behauptete er übrigens, der Lkw sei von der Kantstraße angefahren.
Während man über die Bedeutung dieser Widersprüche nur spekulieren kann, stehen folgende Tatsachen fest: Es ist völlig unrealistisch, dass die Bundesbehörden die genaue Zeit des Ereignisses nicht feststellen können. Daraus lässt sich ableiten, dass sie die genaue Zeit des Ereignisses in Berlin nicht verraten wollen; die Leitmedien verbreiten unbestätigte und widersprüchliche Zeitangaben zum Ereignis; und die Mitglieder des Bundestags wollen von all dem nichts wissen.
Die offizielle Darstellung des Berliner Ereignisses beruht auf der Behauptung, dass ein Sattelschlepper vorsätzlich auf Menschen zugefahren und daher als Tatwaffe ihrer Ermordung verwendet worden ist. Zwei andere Fahrzeuge können mit dem Ereignis in Zusammenhang stehen. Der polnische Lkw-Fahrer, Łukasz Urban, wurde mutmaßlich mit einem Messer verletzt und mit einer Pistole erschossen. Das vorliegende Kapitel konzentriert sich ausschließlich auf die Fahrzeuge.
Auf den Bildern vom Tatort in Berlin können wir den Lkw sehen. Es handelt sich um einen 40-Tonner Sattelschlepper Marke Scania R 450. Der Auflieger des LKW ist vom Typus Schwarzmüller (in einigen Berichte wird von einem 25- oder 32-Tonner gesprochen).
Länge des Sattels (Standard): 13600 mm
Sattelhöhe (Standard): ca. 4000 mm
Länge des Führerhauses: 2260 mm{27}
Breite (Standard): 2550 mm{28}
Höhe Kabinendach: 3860 mm{29}
Laut Medienberichten soll in den Lkw eine automatische Notbremsanlage eingebaut worden sein. Die Polizei geht davon aus, dass diese Technologie die Fahrt des Lkw vorzeitig abgebremst hat. Dieses Notbremsesystem ist in Europa seit November 2015 für jeden neu zugelassenen Lastwagen über 16 Tonnen Gewicht vorgeschrieben. Diese Einrichtung warnt den Fahrer akustisch vor einer drohenden Kollision. Falls der Fahrer nicht reagiert, löst die Einrichtung eine automatische Notbremsung aus.{30}
Die Bundesanwaltschaft berichtete in ihrer Erklärung vom 29. Dezember 2016, nach dem „derzeitigen Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der Lkw aufgrund seines automatischen Bremssystems zum Stehen kam.“{31} Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), äußerte gegenüber der Redaktion der Berliner Morgenpostdazu seine Zweifel: „Ich habe mir die Luftaufnahmen vom Tatort angesehen. Dass allein das Bremssystem den Lkw stoppte, halte ich nicht für plausibel. Es spricht vieles dafür, dass der Motor des Fahrzeugs abgewürgt worden ist."“{32}Laut einer Sprecherin der Firma Scania sei es sogar theoretisch möglich, einen Lkw ferngesteuert zu stoppen. „Trotzdem ist es sehr kompliziert, einen ferngesteuerten Stopp auszuführen, sowohl vom technischen Aspekt als auch vom Sicherheitsaspekt her“, sagte sie der FAZ.{33}
Im Gegensatz zur Erklärung von Scania behaupten Informatiker der University of California, San Diego, und der University of Washington in einem Bericht, dass mit einem bescheidenen Fachwissen Computer-Hacker Fernzugriff auf ein Fahrzeug erhalten und die Grundfunktionen des Fahrzeugs übernehmen können, einschließlich der Steuerung des Motors.{34}
Experten sind sich also nicht einig, ob der Lkw durch dieser Bremseinrichtung zum Stillstand kam.
Herr Wasik von der polnischen Speditionsfirma des Lkw soll gegenüber der polnischen Webseite WP Money erklärt haben: „Es sieht so aus, als würde jemand [in Berlin] zu lernen versuchen, wie man den Lkw fährt.“ Laut GPS-Lesungen soll jemand um 15.19 Uhr und wieder um 15.44 Uhr vergeblich versucht haben, den Motor zu starten. Vor 17 Uhr soll der Lkw kurz in Richtung des Weihnachtsmarkts gefahren sein und dann wieder nach 17.30 Uhr. Während dieser kurzen Strecken zeigte das GPS, dass der Motor zu „ersticken“ schien. Ariel Żurawski, Besitzer der Firma, deutete die ungewöhnlichen Bewegungen, die das GPS aufzeichnete, als Hinweis darauf, dass Łukasz Urban nicht den Lkw kontrollierte. Ferner sagte er: „Das Fahrzeug wurde gestartet, abgestellt, vorwärts gefahren, dann rückwärts. Als ob jemand im Laster lernen würde, wie man fährt.“{35}
Daher versuchte das Unternehmen, Łukasz Urban zu kontaktieren, um herauszufinden, was los war. Aber niemand antwortete auf die Anrufe.
Die Medien deuteten die Aussagen von Herrn Wasik als Beweis, dass Anis Amri den Lkw zwischen 15.00 und 16.00 Uhr gekapert und dann versucht hatte, die Handhabung des Lasters zu meistern. Wie im Kapitel 3 berichtet, soll Amris „Schnüffelhandy“ nachgewiesen haben, dass er und zwei seiner Freunde sich zwischen 15.30 und 16.30 Uhr in einem Imbiss an der Buttmannstraße gegenüber der Masjid-Al-Umah-Moschee aufhielten, also etwa 3 km vom Lkw entfernt, der am Friedrich-Krause-Ufer gegenüber der Firma Thyssen-Krupp abgestellt war. Es müsste daher jemand anderes als Amri versucht haben, den Lkw zwischen 15.00 und 16.00 Uhr zu starten und zu fahren.
Zunächst wurde weitgehend berichtet, der Lkw sei aus der Kantstraße zum Breitscheidplatz angefahren.{36} Das ZDF versuchte, durch eine Animation nachzuweisen, dass der Lkw ganz gerade in den Markt hineinfuhr und bei der Ausfahrt zwei Buden zerstörte.{37} Die Welt/N24 publizierte eine ähnlich irreführende Animation, auf welcher ein Lkw aus der Kantstraße ganz gerade in den Weihnachtsmarkt hineinfährt,{38} was unmöglich war (siehe Abb. 2a). DerSpiegel (Abb. 16), die FAZ (Abb. 15) und stern (Abb.17) publizierten Diagramme, die die Anfahrt des Lkw aus der Kantstraße zeigen. Damit sollte die Legende der rasenden Fahrt glaubhaft gemacht werden. Bereits am 21. Dezember erklärte Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), dass gemäß der GPS-Daten des Lkw dieser den Breitscheidplatz zunächst umrundete.{39} Für die Behörden sollte daher kein Zweifel bestanden haben, aus welcher Richtung der Lkw zum Breitscheidplatz ankam.
Die britische Mail Online meldete am 21. Dezember, dass der Lkw „mehrere Male“ um den Breitscheidplatz „herumfuhr”, bevor er mit 40 mph (65 km/h) in den Weihnachtsmarkt hineinraste.{40} Eine Woche später meldete die Zeitschrift FOCUS, dass gemäß untersuchten GPS-Daten, der Lkwdreimal den Breitscheidplatz umrundete, „um sich mit dem Lkw vertraut zu machen“.{41}
Irgendjemand entdeckte, dass die Behauptung über die Ankunft eines rasenden Lkw aus der Kantstraße nicht stimmen konnte, weil ein Fahrzeug – geschweige denn ein 40-Tonner – die steile Kurve aus der Kantstraße zur Einfahrt des Weihnachtsmarkts nur sehr langsam schaffen könnte. Eine alternative Geschichte war vonnöten, um die Legende eines rasenden Lkw aufrechtzuerhalten.
Am 21. Dezember 2016 änderte sich also die Berichterstattung: Die Berliner Zeitung publizierte eine Infografik, auf welcher der Lkw aus der Hardenbergstraße ankommt. Diese Information wurde zwei Tage später von einem sogenannten Dashcam-Video „untermauert“. Das Video soll die Nachrichtenagentur Reuters von einem anonymen Taxifahrer erhalten haben, der zufällig am Ort gewesen war. Das Video, von der Dashcam seines Fahrzeugs aufgezeichnet, soll den Lkw bei einer rasenden Anfahrt aus der Hardenbergstraße zeigen.{42} Das Video wurde weitgehend von Leitmedien als Beweis verbreitet, dass der Lkw in den Weihnachtsmarkt hineingerast sei. Mit bestem Willen kann der Zuschauer des Videos nicht eindeutig feststellen, ob der Lkw tatsächlich in den Weihnachtsmarkt oder weiter auf die Budapester Straße fährt. Darüber hinaus besteht ein Zweifel über die Echtheit dieses Videos: Seine Quelle ist unbekannt; das Video ist von sehr schlechter Qualität; es fehlt ein Teil der Aufzeichnung; Indizien deuten auf eine Manipulation hin. Da der Lkw auf keinen Fall mit der gefilmten Geschwindigkeit in den Weihnachtsmarkt hineinfahren konnte, gibt es für das Dashcam-Video zwei Erklärungsmöglichkeiten: (1) das Video ist eine vollkommene Fälschung; (2) der erste Teil des Videos könnte den Lkw zeigen, als er noch eine Rundfahrt um den Weihnachtsmarkt machte. Solche Rundfahrten wurden bereits erwähnt. In diesem Fall müssten die wegrennenden Personen, die auf diesem Abschnitt des Videos erscheinen, im Nachhinein eingefügt worden sein.
Am 4. Januar 2017 gab es eine neue Fassung zur Ankunft des Lkw. Die Generalbundesanwaltschaft erklärte:
„Anhand der GPS-Daten des Lkw konnte die Route vom Friedrich-Krause-Ufer zum Anschlagsort nachverfolgt werden. Sie führte über die Budapester Straße, die Hardenbergstraße und den Ernst-Reuter-Platz zurück über die Hardenbergstraße zum Breitscheidplatz.“{43}
Später – im Juli 2017 – behauptete ein Staatsanwalt wieder, dass der Lkw aus der Kantstraße ankam.{44} Dieses Hin und Her deutet darauf hin, dass es den Behörden schwer fällt, die Fakten mit der gewünschten Politik zu vereinbaren. Das erklärt auch, warum die Daten aus dem GPS des Lkw – die diese Fragen längst geklärt hätten – nicht veröffentlicht werden.
Die ersten Daten aus dem GPS des Lkw wurden von der Generalbundesanwaltschaft (GBA) in ihrer Erklärung vom 4. Januar 2017 veröffentlicht: „Anhand der GPS-Daten des Lkw konnte die Route vom Friedrich-Krause-Ufer zum Anschlagsort nachverfolgt werden.“ Aus den GPS-Daten kann auch die jeweilige Geschwindigkeit des Lkw errechnet werden. Das wurde mir in einem Brief des Bundeskriminalamts vom 13. Mai 2017 bestätigt. Der Grund für die Verheimlichung dieser Daten wird dem Leser im Laufe dieses Abschnittes einleuchten.
Laut Polizeisprecher Winfried Wenzel soll der Lastwagen sich „zwischen den Ständen mit hoher Geschwindigkeit bewegt“ haben.{45} Ungenannte Experten sprachen von 50 bis 60 km/h.{46} Bei der Bild-Zeitung hieß es, der Lkw wäre „[m]it hoher Geschwindigkeit [...] etwa 60 bis 70 Stundenkilometer“ auf den Weihnachtsmarkt gerast.{47} Zwei ausländische Zeugen, Emma Rushton{48} und Mike Fox{49}, behaupteten, der Lkw wäre mit genau 40 mph (65 km/h) durch das Gelände gefahren. Sie sagten, sie hätten keine Anzeichen einer Verlangsamung beobachtet. Eine andere Zeugin, Lana Sefovac, behauptete, dass der Lkw sogar mit 80 km/h gefahren sei.{50} Eine ähnliche Äußerung machte ein anderer Zeuge, Lucas Vandenberg, in einem privaten Gespräch mit mir. Keiner der in diesem Buch angeführten Zeugen erwähnte, eine Verlangsamung des Lkw wahrgenommen zu haben. Ein 40-Tonner braucht laut Bremstabellen mindestens 60 Meter, um aus 65 km/h zum vollkommenen Stillstand zu gelangen. Wäre der Lkw mit mehr als 60 km/h ins Gelände hineingefahren, wäre seine Verlangsamung für jeden Zeugen wahrnehmbar, denn er kam nach etwa 50 Metern zum Stehen. Nur bei einer langsamen Fahrt wäre seine Verlangsamung kaum wahrnehmbar gewesen. Aber in diesem Fall hätte kein Erlebniszeuge behaupten können, der Lkw wäre gerast.
Die Frage bezüglich der Geschwindigkeit des Lkw spielt eine zentrale Rolle bei der Aufklärung des Ereignisses, weil nur ein rasender Lkw die hohe Zahl der Toten und Verletzten erklären kann. Aus diesen Gründen hätte man erwartet, dass die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender professionelle Lastwagenfahrer zu einer Gesprächsrunde eingeladen hätten, um zu klären, ob ein 40-Tonner unter den gegebenen Umständen mit mehr als 60 km/h die erforderlichen Manöver am Breitscheidplatz zuwege bringen konnte. Den Sendern fiel diese Idee anscheinend nicht ein, oder die Verantwortlichen bangten um ihre Karriere.
Und dann kam der 5. April 2017.
An diesem Tag publizierte die Wochenzeitung Die Zeiteinen mehr als 6500 Wörter langen Artikel über Anis Amri und das Berliner Ereignis mit der Überschrift „Ein Anschlag ist zu erwarten.”{51} Nicht weniger als fünf Journalisten waren an der Recherche zu diesem Artikel beteiligt. Der Artikel enthielt Informationen, die die offizielle Darstellung des Berliner Ereignisses hätten erschüttern müssen. Sie sind im folgenden Abschnitt, im hinteren Teil des Beitrags, enthalten:
„Laut den GPS-Daten des Wagens fährt Amri den Laster durch den Tiergartentunnel, unter dem Regierungsviertel hindurch, am Potsdamer Platz entlang, vorbei an der Neuen Nationalgalerie. Er fährt nicht schneller als 50 km/h, die meiste Zeit langsamer. Dann erreicht er den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Er fährt daran vorbei, die Hardenbergstraße entlang, um den Kreisverkehr am Ernst- Reuter-Platz und dann wieder zurück. Um kurz nach 20 Uhr hält [der Lkw] an einer roten Ampel. Als die Ampel auf Grün springt, fährt Amri an. Es ist 20.02 Uhr. Mit rund 15 km/h schiebt sich der Lkw auf den Weihnachtsmarkt. [...]
Amri schafft es nicht, den Wagen stärker zu beschleunigen. Laut einem Ermittler wickelt sich die Lichterkette eines Weihnachtsbaums um die Achse und blockiert das Rad. Der Lkw wird langsamer, zieht nach links durch das Spalier der Buden und kommt auf der Budapester Straße zum Stehen.“
Dieser Abschnitt wurde in keiner Weise hervorgehoben. Explosiv waren diese Informationen nur für Leser, die den ganzen Artikel lasen und sich der Brisanz dieser Informationen bewusst waren. Die Redakteure waren sich über die Brisanz des Abschnitts jedenfalls im Klaren, denn sie schrieben:
