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Begeistern Sie die Kunden mit Ihrem Hofladen. Ein gut geplanter Hofladen ist für Sie ein langfristig erfolgreicher Betriebszweig. Mit diesem Buch können Sie Ihre Vorstellung in die Tat umsetzen, es bietet Anleitungen, wie Sie den Planungsprozess für Ihren Hofladen optimal gestalten. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Hofladen-Sortiment mit Marketingstrategien sicher am Markt platzieren, gestalten Sie Ihr Sortiment und steigen Sie in die Direktvermarktung ein. Viele Beispiele und ein Überblick über die Rechtslage weisen Ihnen Ihren Weg zum modernen Hofladen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 234
Veröffentlichungsjahr: 2016
Matthias Gebhard-Rheinwald
Der Hofladen
Ulmer E-Books
Betrachtet man den Anteil der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte ab Hof, die derzeit 3 % beträgt, so könnte man die Situation auch mit den Worten von Asterix umschreiben: „Wir finden uns im Jahre 2016 n. Chr., ganz Deutschland ist von Supermärkten durchsetzt … Ganz Deutschland? Nein! Eine kleine Gruppe von wackeren Direktvermarktern hört nicht auf, den Lebensmittelgiganten Widerstand zu leisten und eigene Ideen zu entwickeln. Sie erfreut sich sogar steigender Beliebtheit, umso stärker, je enger die Märkte werden.“
Doch auch in der Direktvermarktung weht ein rauer Wind, Kreativität ist angesagt. Es ist schon lange nicht mehr damit getan, eine Kiste Äpfel vors Tor zu stellen und mit einem handgesägten Schild, auf dem „Äpfel zu verkaufen“ steht, Werbung zu machen. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss sich den veränderten Verbraucherwünschen anpassen und mehr bieten, z. B. neue Produkte wie Apfelsaft-in-der-Box, Apfelessig, Apfelprosecco, Apfelchips. Qualität, Werbung und Präsentation müssen stimmen, um dem Lebensmittel-Einzelhandel Paroli bieten zu können!
Ratgeber für Direktvermarkter wurden in den letzten Jahren viele verfasst. Die Bandbreite ist sehr vielfältig. Stammte der Verfasser des Werkes aus der Branche, war der kreative Horizont unter Umständen begrenzt. Kam der Autor jedoch aus der Wirtschaft/Industrie, so wurde manches Mal über das Ziel hinausgeschossen, denn Modelle, die dort sehr wohl funktionieren, können in der Regel nicht direkt auf die bäuerliche Direktvermarktung übertragen werden.
In dieses Vakuum ist Matthias Gebhard-Rheinwald mit seinem Ratgeber „Der Hofladen“ hineingestoßen, denn er ist in beiden Branchen zu Hause. Aufgrund seiner Ausbildung in Werbung und Marketing berät er seit vielen Jahren mittelständische Unternehmen. Als Betriebsleiter, Brenner und Direktvermarkter hat er das Metier der Direktvermarktung „von der Pike auf gelernt“. Und deshalb unterscheidet sich das Buch von den vielen anderen, denn aufgrund dieser Konstellation ist es spannend und lebendig. Denn hier werden die elementaren Grundsätze aus diesen beiden unterschiedlichen Bereichen mit großem Gewinn für den Leser zusammengefügt.
Das Buch wendet sich an Direktvermarkter und solche, die sich mit dem Gedanken tragen, demnächst einen Hofladen zu gründen.
Erfolgreiche Direktvermarkter sind innovativ, neuen Produkten und Ideen gegenüber sehr aufgeschlossen und ganz nah an Ihren Kunden. Jeder Hofladen hat seine individuelle Vermarktungsstrategie und seine Geheimnisse des Erfolges, seinen eigenen „Zaubertrank“. Es geht hier deshalb nicht darum, Ihr Vermarktungsprofil, das viel Zeit und Geld kostet, zu beschreiben. Vielmehr darum, die allgemeinen Erfahrungen als Hofladenbetreiber mit Kunden, Werbung, Beschwerden oder Wünschen bezüglich Vermarktungsempfehlungen zu erläutern und zu reflektieren.
Wer von der Lektüre dieses umfassenden und lebendigen Nachschlagewerkes ein Patentrezept erwartet, liegt falsch, denn das gibt es nicht! Dafür gibt es aber reichlich Ideen und Anregungen für die Komposition eines „betriebseigenen Zaubertrankes“! Viel Spaß beim Zubereiten!
Werner Ollig
Dienstleistungszentrum (DLR) – Rheinpfalz
Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente sind die Grundnährstoffe, die unser „Kraftwerk“ Körper täglich mit den wichtigsten Grundnährstoffen versorgen. Das Bewusstsein der Verbraucher für diese essenziellen Nährstoffe fokussiert sich daher immer mehr auf qualitativ hochwertige Lebensmittel. Gesunde Lebensmittel sind deshalb unser wichtigstes Gut, denn durch die Nahrungsaufnahme führen wir unserem Körper ständig Stoffe zur Stärkung der Abwehrkräfte, Senkung des Blutdrucks und Vermeidung vieler alltäglicher Mangelerkrankungen in unseren Körper zu.
Hofläden sind längst nicht mehr nur Nischenmärkte. Sie bekommen in unserer Gesellschaft eben wegen des Bewusstseins um die eigene Gesundheit einen immer höheren Stellenwert.
Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung liegen in der Hand des Erzeugers. Wenn er alle Schritte der Wertschöpfungskette sorgfältig plant und ausführt, liefert er dem Kunden ein Produkt, dass durch Qualität und Frische kaum überboten werden kann.
Was motiviert Erzeuger, ihre Produkte selbst zu vertreiben? Betrachtet man die Preise, die heute beim Großhandel gezahlt werden, oder die Preise, die Genossenschaften ihren Mitgliedern zahlen, dann wundert man sich nicht, wenn man in den Gesichtern der Erzeuger nur Unmut erkennt. Betrachtet man den eigenen Betrieb, so wird die Traktorreparatur bei gleicher Leistung von Jahr zu Jahr teurer, eine landwirtschaftliche Leistung aber immer schlechter bezahlt. Diese Kosten muss ein Betrieb decken können. Die Erzeugerpreise stehen heute in keiner Relation mehr zu den Produktionskosten, selbst wenn die Erzeugung der Produkte ausnahmsweise ganz ohne Wetterschäden verläuft. Kommt das Erfrieren der Blüten, das Übernässen der Felder, ein Hagelschaden oder lange Trockenheit im Sommer dazu, schwindet der Gewinn rasch.
Die Landwirtschaft benötigt neue Vertriebswege, um ihre Produkte zu vermarkten. Direktvermarktung bedeutet Direkteinstieg in den Handelsmarkt mit allen Konsequenzen, aber auch allen Vorteilen. Als Direktvermarkter haben Sie die große Chance, nicht nur Ihre Waren, sondern auch Ihre Fachkompetenz direkt an den Mann zu bringen.
Direktvermarktung bedeutet, dass Sie Ihre Produkte im persönlichen Kontakt direkt an die Endverbraucher verkaufen können. Sie können eigene Märkte und Vertriebswege schaffen und dabei Ihr Angebot individuell prägen.
Zudem trägt der Hofladen volkswirtschaftlich dazu bei, dass das Geld in der Region bleibt und nicht durch Verflechtungen der Handelsketten in andere Gebiete transferiert wird.
Bei erfolgreicher Vermarktung können Sie sogar Arbeitsplätze schaffen. Das wird auch von den Kunden honoriert, die mit ihrem Einkauf im Hofladen unter anderem die Region unterstützen und fördern möchten.
In jeder landwirtschaftlichen Ausbildung wird sie erwähnt: die Liebig’sche Tonne mit den Fassdauben. Hier gilt sie nicht für die Nährstoffe zum Pflanzenwachstum, sondern für die Aufgaben der Direktvermarktung. Lernen Sie, mit diesen Werkzeugen umzugehen, denn Sie müssen Ihre Vermarktung aus einem geschickten Mix verschiedener Faktoren wie Werbung, Hoffeste, Probiertage und vielen anderen Marketingmethoden gestalten, um erfolgreich zu sein.
Die Aufgaben eines Direktvermarkters:
Koordination von Produktion und Verkauf,
Gewährleistung gleichbleibender Qualität auch bei Lagerung,
Kundenakquisition und Marketing,
Dekorations- und Verkaufsförderungsmaßnahmen,
Organisation von Veranstaltungen (z. B. Hoffeste, Briefaktionen, Probiertage),
Pressearbeit und Werbung.
Die Liebig’sche Tonne gilt auch für das Führen eines Hofladens. © Siegfried Lokau
Nicht jeder Hofladen ist gleich. Angebot und Nachfrage werden durch viele Faktoren bedingt, die sich teilweise auch gegenseitig beeinflussen. So wirkt sich zum Beispiel ein ungünstiger Standort mit geringer Kundenfrequentierung auf die Frische der Produkte aus.
Diese Faktoren beeinflussen die Direktvermarktung:
Der Erzeugerbetrieb: Charakteristik des Betriebes, Betriebsgröße, Vielfalt, landwirtschaftliche Erzeugungsbreite.
Die Produktpalette: landwirtschaftliche Urprodukte aus eigener Produktion als auch Produkte der 1. bzw. der 2. Veredlungsstufe. Weiterhin Handelsprodukte anderer Betriebe oder Zusatzprodukte, die die eigene Produktlinie vertiefen:
eigene Erzeugnisse,
Handelswaren,
Markteinschätzung,
Wettbewerbsanalyse.
Betriebslage: Bei einer Lage innerhalb des Ortes mit wenig unmittelbar vorhandenen Parkmöglichkeiten (Möglichkeit des Parkens auf einem angrenzenden Parkplatz).
Bei einer Lage des Betriebes als Aussiedlung meist ein gutes Platzangebot vorhanden.
Kundennähe: Manche Kunden haben einen kurzen Anfahrtsweg zu Ihnen. Sie kommen tendenziell öfter und kaufen pro Besuch weniger ein.
Ein Teil Ihrer Kunden hat einen längeren Anfahrtsweg. Diese Personen besuchen Ihren Hofladen seltener und kaufen pro Besuch mehr ein.
Wichtige Kriterien sind:
Wettbewerb,
Standort,
Verkehrsanbindungen,
Verkehrswege,
Arbeitskräfte,
behördliche Auflagen,
Zukunftsaussichten.
Sie möchten bewusst essen und genießen und sind bereit, dafür zu zahlen. Die Stärke eines Hofladens liegt in der hohen Qualität der Produkte. Ausgereiftes Obst und Gemüse enthalten wertvolle Nährstoffe und überzeugt mit einzigartigem Geschmack. Kurze Transportwege und eine persönliche Beratung durch kompetentes Fachpersonal runden das Einkaufserlebnis ab. Kunden schätzen genau diese Eigenschaften. Zudem bewerten sie positiv, dass Hofläden oft Teile regionalen Wertschöpfungsketten sind.
Hofläden geben dem Kunden die Gewährleistung,
dass er äußerst frische und schmackhafte Nahrungsmittel einkaufen kann,
dass ihm kompetentes Personal zur Seite steht,
dass er freundlich bedient wird,
dass er verstanden wird,
dass er persönlich wahrgenommen wird.
Bei Produkten aus dem Hofladen dominiert vor allem die Qualität, die dem Kunden immer wichtiger wird als die niedrigen Preise, mit denen viele Handelsketten locken. Dass die Kunden hochwertige, frische Produkte wieder zu schätzen wissen, ist der erfolgreichen Aufklärung der letzten Jahre zu verdanken. Man hat durch gezielte Werbekampagnen das Image der Erzeuger und ihrer Produkte verbessert. Und dieses hohe Image ist die Welle, die Direktvermarkter trägt.
Landwirte und Kunden möchten von der Direktvermarktung profitieren. © Siegfried Lokau
Es ist wichtig, den eigenen Betrieb und das Image der Hofläden ständig zu fördern und zu verbessern.
Der Einkauf im Hofladen bedeutet für Kunden:
nachvollziehbare Herkunft der Produkte,
direkte Informationen aus erster Hand,
Tipps zur Lagerung und Weiterverarbeitung,
persönlicher Kontakt zum Erzeuger
besonderes, naturnahes Einkaufen,
Unterstützung und Förderung der Region.
„Wer nicht lächeln mag, soll keine Geschäfte machen!“ – Ein Hofladen lebt auch vom Kontakt mit dem Kunden.
Fragt man Stadtmenschen nach dem Leben auf dem Land, kommen ihnen häufig Begriffe wie Idylle, Romantik, Natur pur, Familie, frische Luft, Freiheit und Ähnliches in den Sinn. Sie sehen den Bauern, der gemütlich seine Obstbäume schneidet oder ein Glas Wein genießt, während gestresste Manager von einem Meeting zum nächsten hetzen. Mit diesen Vorstellungen fahren sie auch zum Einkaufen aufs Land. Dem Alltagsstress entflohen, möchten sie in eine „heile Welt“ eintauchen.
Mancher Landwirt möchte jetzt laut aufschreien und den romantischen Vorstellungen ein Ende bereiten. Aber betrachten wir die Situation von einer anderen Seite: Wie die Arbeit auf dem Land tatsächlich aussieht und wie sie von anderen gesehen wird, ist zweierlei. Warum soll man dieses Bild des Kunden zerstören. Geben Sie dem Kunden das, was er anderswo nicht findet.
Ein wichtiger Grundsatz lautet: Kunden kaufen nicht nur Waren in Ihrem Hofladen. Sie möchten auch den kleinen Plausch, den Balsam für ihre Seele. Sie kaufen ein Stück Persönlichkeit und Vertrautheit durch menschliche Kommunikation. Ob Sie es glauben oder nicht – die menschliche Kommunikation ist der beste Verkäufer! Binden Sie Ihre Kunden, indem Sie sie freundlich bedienen und individuell auf ihre Wünsche eingehen. Am wohlsten fühlen sich Ihre Kunden, wenn sie sich von Ihnen verstanden fühlen.
Für das erfolgreiche Bestehen auf dem Markt ist eine entsprechende Planung notwendig. Um mit dem Hofladen für Kunden aktuell zu bleiben, ist es wichtig, eine Planung in kurz-, mittel- und langfristige Zeiträume einzuteilen.
Das ist sinnvoll, da die kurzlebigen Markttrends ebenso am Umsatz beteiligt sind wie die langfristigen Kernprodukte des Betriebes.
Für die Planung sollten Sie daher einerseits betrachten, was Ihre Kunden kurzfristig verlangen, andererseits aber unbedingt auch Trends beobachten und zukünftige Entwicklungen abschätzen. Sie sollten ihre Vorstellung vom jährlichen Umsatz beachten und festlegen, wo Sie sich in den nächsten Jahren als erfolgreicher Direktvermarkter sehen. Für diese strukturierte Gesamtplanung ist daher eine langfristige, mittelfristige und kurzfristige Planung des Hofladens unerlässlich. Notieren Sie sich Ihre Ziele als schriftlich in ihren Geschäftsplan. sie sind der wichtigste Teil in diesem. Ihre Gedanken können Sie mit einem freien Brainstorming zum Fließen bringen und dann in einer strukturierten Auflistung festhalten. Der Entschluss, Produkte direkt zu vermarkten, ist mit hohen Anforderungen an Koordination und Planungsaktivitäten verbunden.
Die langfristige Planung orientiert sich an den Kernkompetenzen und den Hauptprodukten Ihres Betriebes. Sie sollen festhalten, wie diese Produktlinien ausgebaut, beibehalten oder verändert werden können. Finden Sie dazu Antworten auf folgende Fragen:
Wie entwickelt sich Ihr Betrieb in den nächsten Jahren (Stallungen, Obstplantagen)?
Mit welchen Gesetzen und Verordnungen ist zu rechnen?
Gibt es eine Übernahme des Betriebes durch nachfolgende Generationen?
Gibt es Planungen für neue Verkehrsanbindungen?
Mittelfristige Planungen orientieren sich an Markttrends. Diese Planungen sollten für Hoffeste, Zusammenarbeit mit Gastronomen oder anderen Geschäftspartnern erstellt werden. Ihre Partner erwarten einen modernen Auftritt. Erfolgreiche Konzepte können Sie dann später in die langfristige Planung einbeziehen.
Werden noch weitere Verkaufsstellen akquiriert?
Wie ist die wirtschaftliche Situation, Preispolitik im Hofladen?
Sind Veranstaltungen in der nächsten Zeit geplant? Hoffeste?
Kurzfristige Planungen sind Aktionen, die innerhalb von zwei bis 6 Monaten umgesetzt werden können, keine hohen Investitionen benötigen und ggf. nach einer entsprechenden Zeit wieder vom Markt genommen werden können. Aus diesen kurzfristigen Planungen können sich später Marktbereiche ergeben, die als generelles Konzept in weitere Planungen übernommen werden können:
Welche aktuellen Trendprodukte sollen ins Angebot genommen werden?
Welche Saisonprodukte gibt es zurzeit?
Gibt es kurzfristige Aktionen (Märkte, Veranstaltungen), an denen Sie teilnehmen können?
Die Planung und das Einrichten des Verkaufsraumes sind wichtige Schritte bei der Gründung eines Hofladens. Für ein erfolgreiches Bestehen und gesundes Wachstum ist es wichtig, die Attraktivität des Hofladens zu halten und zu steigern. So sollten Sie in Ihrem Angebot immer einen entsprechenden Wiedererkennungswert für Ihre Kunden und eine Linientreue präsentieren. Sie sollten ein langfristiges Konzept aufstellen. Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Trends, Angebote und Vermarktungsstrategien. Halten Sie sich unbedingt über bestehende und zukünftige Regelungen und Verordnungen auf dem Laufenden. Beobachten Sie außerdem andere Hofläden. Das bringt Ihnen ein klares Bild über Ihre Mitbewerber, und Sie finden schneller Lösungsansätze für Ihre persönliche Vermarktungsstrategie.
Das Angebot Ihres Hofladens hinterlässt bei Ihren Kunden einen ersten und bleibenden Eindruck. Abhängig von diesem ersten Eindruck wird der Kunde entscheiden, ob er sie als „seinen Hofladen“ akzeptiert. Arbeiten Sie deshalb vom ersten Tag an mit Ihrem Angebot an Ihrem langfristigen Erfolg. Gute Adressen verbreiten sich durch Mundpropaganda sehr schnell, schlechte allerdings auch – nur schneller.
Erstellen Sie sich eine Übersicht über Ihre Möglichkeiten, Ihren Hofladen auf- und auszubauen. Sie legen damit nicht nur eine Ist-Diagnose und die Ziele Ihres Hofladens fest, sondern erkennen auch neue Möglichkeiten und Chancen am Markt, die Sie persönlich nutzen können. Beantworten Sie sich dazu einige Fragen:
Welche Produkte erzeuge ich zurzeit in meinem Betrieb?
Welche dieser Produkte kann ich direkt vermarkten?
Welche Produkte kann ich selbst noch weiter veredeln?
Kann ich meinen Hofladen direkt in meinem Hof einrichten?
Kann ich zusätzliche Dienstleistungen anbieten?
Kann ich Seminare über meine Produkte anbieten?
Wie entwickeln sich die Preise?
Welche Vertriebswege sind möglich?
Wie verändert sich der Markt (Wachstum, Stagnation, Schrumpfung)?
Wie ist die Einstellung der Käufer zu den Produkten?
Welche Zulassungen, Voraussetzungen und gesetzliche Bestimmungen gibt es?
Vielleicht werden Sie nicht alle Fragen beantworten können, aber Sie sollten sich über Ihre Ausgangssituation und Ihre Ziele im Klaren sein, bevor Sie mit dem Aufbau des Hofladens starten.
Nutzen Sie die Möglichkeit, eine komplette Hofladenplanung zu machen. Halten Sie dazu alles in einem Geschäftsplan fest. Viele von Ihnen führen bereits Buch über die tägliche Arbeit im Betrieb. Damit schaffen Sie sich einen Überblick und sammeln Erfahrungen, die Sie für den Erfolg Ihres Unternehmens benötigen. Wenden Sie dieses System auch in einem Geschäftsplan für Ihren Hofladen an. Er enthält alle wichtigen Details, die für den erfolgreichen Auf- und Ausbau des Hofladens wichtig sind. Wer sich heute ohne genaue Vorstellungen für die Selbstvermarktung entscheidet, beschreitet einen steinigen Weg. Je genauer Sie Ihre Planung machen, desto leichter wird Ihnen die Umsetzung fallen. Machen Sie sich ein eigenes Konzept, das Sie schrittweise umsetzen. Bewerben Sie Ihren Hofladen richtig und bauen Sie sich ein Kundenpotenzial auf, bevor Sie unnötig viel Geld in einen tollen Laden stecken, der von keinem Kunden besucht wird. Sie stellen Ihr Licht ja auch nicht unter den Scheffel. (→ Checkliste Geschäftsplan).
Für die Ausarbeitung des Geschäftsplans sind folgende Vorbereitungen zu treffen:
Eine Übersicht über die bestehende betriebliche Situation.
Beachtung der baulichen Maßnahmen, die für den Hofladen notwendig sind.
Eine Übersicht über die eigenen Erzeugnisse und das Zusatzangebot.
Verkehrsanbindung (Straßennähe, Erreichbarkeit des Hofladens).
Persönliche Stärken und Schwächen im Umgang mit schwierigen Kunden.
Erweiterungsmöglichkeiten des Hofladens.
Erstellen Sie den Geschäftsplan so detailliert wie möglich. Notieren Sie keine Wunschträume, sondern realisierbare Konzepte. Der Geschäftsplan ist nichts anderes als eine Zusammenstellung von Faktoren, die Ihre Person, Ihren Betrieb, Ihren Hofladen und Ihre Kunden betreffen. Sehen Sie diese Zusammenhänge nicht einzeln, sondern im Verbund. Ändert sich Ihr Angebot, werden sich auch die Kundenwünsche ändern. Haben Sie eine freundliche Ausstrahlung, wird sich das auch im Umsatz bemerkbar machen. Ändern Sie einen dieser Faktoren, dann wird sich auch der Betrieb ändern. Halten Sie sich diese Tatsache vor Augen, allzu oft herrscht noch das Vorurteil, dass der Betrieb die einzige Größe in diesem System ist. Planen Sie deshalb Ihren Hofladen von Anfang an, und Sie werden staunen, welche Talente und Fähigkeiten währenddessen zum Vorschein kommen.
Ein guter Geschäftsplan sollte Folgendes beinhalten:
Klare Analyse Ihrer Situation
Alle Informationen sollen im Geschäftsplan sorgfältig zusammengetragen und kurz beschrieben sein. Je klarer die Aussagen sind, desto hilfreicher ist es für Ihre Planung.
Aussagekräftige kurze Sätze und Definitionen
Vermeiden Sie im Geschäftsplan die Worte wie „vielleicht“, „aber“ oder „eigentlich“. Diese verleiten Sie schon während der Planung zu einer gewissen Schwammigkeit, die die Grundlage jeden Scheiterns ist.
Klare Strukturen
Auch wenn es manchmal schwer fällt, greifbare Informationen zu beschaffen: Gerade diese Punkte sind es, die Ihnen bei der Umsetzung durch ungenügende Planung Schwierigkeiten bereiten können. Daher sollen alle wichtigen Schritte in der Planung, als auch Plan B im Geschäftsplan klar besetzt sein, um eine möglichst vollständige Einschätzung der auftretenden Risiken zu bekommen.
Hilfe in Anspruch nehmen
Suchen Sie sich für die Ausarbeitung Unterstützung, die Ihnen bei der Planung hilft und auch kritische Fragen stellt. Das ist deshalb so wichtig, weil das eigene Vorhaben meist durch die rosarote Brille betrachtet wird und dadurch die Realität verzerrt werden kann. Damit schaffen Sie sich keine Hilfe. Lassen Sie andere mitplanen: Außenstehende können die Situation neutral bewerten.
Punkt für Punkt auf Machbarkeit und „Plan B“ checken
Jeder Bereich sollte durch den Geschäftsplan abgedeckt sein. Zum einen durch eine entsprechende Planung und wenn möglich auch durch einen „Plan B“. Das erleichtert bei Schwierigkeiten unnötige Verzögerungen im Projektplan. Zudem verschafft es Ihnen bei der Umsetzung einen Mehrwert durch zusätzliche Optionen.
Adressen, Ansprechpartner, Akteure nennen
Welche Ansprechpartner haben Sie für die Kreditvergabe, die Planung des Verkaufsraums, die Zulieferer, die Mitarbeiter, die Hofladenausstattung?
Welche konkreten Ansprechpartner sind bis zur Eröffnung des Hofladens zu kontaktieren: Behörden, Banken, Werbepartner, Planer, Baufirmen, Zulieferer für Ausstattung und Produkte?
Führen Sie Buch über Planungen und ausgeführte Arbeiten
Viele von Ihnen führen bereits Buch über die tägliche Arbeit. Führen Sie auch Buch über die Arbeiten in Ihrem Hofladen-Projekt. Damit schaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Arbeitsauslastung und die Ihrer Mitarbeiter. Das sind wichtige Erfahrungswerte, die Sie für die Einhaltung des Planungszeitraums Ihres Hofladens benötigen.
Detailplanung beachten
Je genauer Sie planen, desto leichter fällt die Umsetzung. Je detaillierter Sie Ihr Konzept erstellen, desto besser können Sie es Schritt für Schritt umsetzen. Viele Betriebe lassen sich von der „scheinbar problemlosen„ Vermarktung der eigenen Erzeugnisse blenden, ohne Fallstricke und Schwierigkeiten zu kennen.
Beispiele für konkrete Angaben im Geschäftsplan:
Angebot zur Teilnahme am Wochenmarkt, donnerstags von 8.00 bis 12.00 Uhr in Neustadt.
Zwei bis drei Arbeitskräfte, die montags bis samstags zur Verfügung stehen.
Kartoffeln in 25 kg-, 12 kg- und 5 kg-Beuteln.
Zwiebeln lose und in 12,5 kg-, 5 kg-, 2,5 kg- und 1 kg-Beuteln.
Werbeanzeige 45 mm × 9 mm monatlich im Amtsblatt schalten.
Verkaufsraum 90 m2 mit Seitenraum 20 m2.
Hoffest am 22./23. September im eigenen Hof.
Konzentrieren Sie sich auf kontinuierlich hohe Qualität Ihrer Produkte:
Qualitativ hochwertige Produkte zeichnen sich durch Geschmack, Konsistenz und Farbe aus. Oft sehen die Kunden diese Qualität in vollem Umfang nicht sofort. Informieren Sie Ihre Kundschaft über die wichtigen Qualitätsparameter Ihrer Produkte. Sie werden sehen: Viele Kunden wissen nur einen Bruchteil der interessanten Fakten über ihre täglichen Lebensmittel. Sie erwarten Aufklärung und das zeichnet Sie als Hofladenbesitzer aus.
Qualität vor Quantität!
Es hat keinen Sinn, von Anfang an einen Tante-Emma-Laden zu etablieren. Wenn Ihre Produktion sich auf Obst beschränkt, sollten Sie dieses Produkt sowie die daraus veredelten Produktlinien in den Vordergrund stellen. Ihr Angebot können Sie nach und nach erweitern.
Überprüfen Sie selbst streng die Qualität ihrer gesamten Handelsware!
Überprüfen Sie zugelieferte Waren bei der Anlieferung. Für die Kunden stehen Sie für Ihr gesamtes Sortiment in der Verantwortung. Bei Qualitätsmängeln ist eine Schuldzuweisung an Dritte nur in den wenigsten Fällen akzeptabel.
Wie ist Ihre betriebliche Situation? © Siegfried Lokau
Wenn Sie Ihre Erzugnisse im eigenen Hofladen verkaufen möchten, müssen Sie an Ihre Produktion hohe Anforderungen stellen und diese auch erfüllen. Sobald die Qualität Ihrer Produkte nachlässt, wird der Kunde das sehr schnell merken und zur Konkurrenz abwandern. Neben der Qualität als Hauptkriterium ist es wichtig, dass Ihre Produktions- und Wertschöpfungskette reibungslos funktioniert und Sie kritische Abläufe im Blick haben.
Je besser Sie mit den Instrumenten des Hofladens-Managements umgehen können, desto erfolgreicher werden Sie sein. Erstellen Sie sich daher eine Übersicht über potenzielle Vermarktungsmöglichkeiten, Marketingstrategien und Strategien zur Qualitätssicherung Ihrer Produkte. Schulen Sie auch Ihr Personal in diesen Bereichen. Kompetentes Personal zeichnet Sie und Ihren Hofladen aus.
In Ihrem Geschäftsplan sollten Sie alle Faktoren beachten, die ihren Erfolg beeinflussen. © Siegfried Lokau
Was möchten Sie genau verkaufen?
Zusammenfassung einer besonderen Idee zur Vermarktung.
Wie groß ist Ihr Betrieb?
Wie viel Anbaufläche können Sie für den Anbau von Produkten für die Direktvermarktung nutzen?
Wie viel Arbeitskräfte stehen zur Verfügung?
Welche Räumlichkeiten können Sie nutzen?
Welche Erfahrungen und Fachkenntnisse haben Sie?
Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
Wie können Sie Ihre Stärken einsetzen?
Wie können Sie Schwächen überbrücken?
Wie viel Zeit können Sie in den Aufbau des Hofladens investieren?
Welche Produkte können Sie selbst produzieren?
Welche Produkte müssen Sie zukaufen?
Welche Produkte können Sie noch veredeln?
Was sind Ihre Nischenprodukte?
Welche Produkte passen noch in Ihr Sortiment?
Charakterisieren Sie die Kunden, die zu Ihnen kommen.
Charakterisieren Sie die Kunden, von denen Sie möchten, dass Sie zu Ihnen kommen.
Für welche Kunden sind Ihre Produkte gedacht?
Aus welchem Umkreis kommen Ihre Kunden?
Wie kommen Ihre Kunden zu Ihnen?
Wie oft kommen die Kunden?
Welchen Service bieten Sie Ihren Kunden?
Welche Vorteile haben die Kunden bei Ihnen?
Welche Dienstleistungen bieten Sie an?
Welche Vertriebswege nutzen Sie?
Welche Vertriebswege können Sie noch nutzen?
In welcher Form können die Kunden bezahlen (Barzahlung, Kartenzahlung)?
Gibt es Rabattsysteme, Vergünstigungen, clevere Verkaufsmöglichkeiten?
Können Sie überregional vermarkten?
Welche Werbemedien gibt es in Ihrer Umgebung (z. B. Amtsblatt, Tageszeitung)?
Wie sieht Ihre Werbevorplanung aus?
Wo können Sie potenzielle Kunden erreichen?
Wie machen Hofläden ihre Werbung, die ähnliche Produkte verkaufen?
Gibt es eine clevere Werbeidee für Ihre Produkte?
Wer sind Ihre direkten Wettbewerber?
Welche weiteren Wettbewerber gibt es?
In welchem Umkreis befinden sich Ihre Wettbewerber?
Welche Produkte bieten sie an?
Welche Kunden haben sie?
Wie innovativ sind Ihre Wettbewerber?
Mit wem können Sie kooperieren?
Preise?
Qualität?
Service?
Lage?
Freundlichkeit?
Sortiment?
Welche Kosten entstehen im Hofladen (fix/variabel)?
Gibt es Miet- oder Pachtkosten?
Wie sieht es mit der Kapitalbeschaffung aus?
Müssen Sie zusätzlich Personal bezahlen?
Mit welchen Umsätzen rechnen Sie?
Wie sieht Ihre Umsatzplanung für die nächsten Monate aus?
Wie sieht Ihre Planung für die nächsten drei Jahre aus?
Wer einen Hofladen außerhalb seines Betriebes plant, sollte eine Standortanalyse machen. Hier fließen viele Daten ein, die letztendlich dafür ausschlaggebend sind, ob sich der Standort rechnet oder nicht.
Wie gut sind Sie für Ihre Kunden erreichbar?
Müssen Ihre Kunden mit dem Wagen anfahren oder kann man Sie auch zu Fuß erreichen?
Liegt Ihr Betrieb an einer stark befahrenen Straße oder in einer verkehrsberuhigten Zone?
Sind Sie in einem Wohnviertel angesiedelt oder in einem Kurviertel?
Gibt es noch andere Betriebe in Ihrer Nähe?
Gibt es in Ihrer Nähe auch andere Geschäfte, die für Sie potenzielle Kunden bieten?
Können die Kunden vor Ihrem Haus parken?
Sind Parkplätze im Hof vorhanden?
