Der Jungbrunnen-Effekt - P. A. Straubinger - E-Book

Der Jungbrunnen-Effekt E-Book

P. A. Straubinger

0,0

Beschreibung

Seit Jahrtausenden sucht die Menschheit nach dem Jungbrunnen, nach dem Geheimnis eines gesünderen, glücklicheren, kraftvolleren und vitaleren Lebens. Und dann ist die Antwort so einfach. Über einige Stunden einfach nichts zu essen, fördert nachweislich die Zellverjüngung: Die sogenannte Autophagie sorgt dann für die Selbstreinigung und Regeneration der Zellen – die Forschungen dazu wurden 2016 sogar mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. Das 16:8-Intervallfasten basiert auf dieser Erkenntnis und ist ganz einfach in den Alltag zu integrieren. Dieses Buch zeigt Ihnen auch, wie Sie durch regelmäßige Meditation Stress und unnötige Essimpulse reduzieren und mit Mentaltechniken den ganzheitlichen Jungbrunnen-Effekt nachhaltig aktivieren. AUS DEM INHALT: • Raus aus der Diätfalle • Fastenphänomen Autophagie – Jungbrunnen und Supermedizin • Intervallfasten (Intermittierendes Fasten) • Typgerechte Ernährung und Detox-Techniken • Glücklich und gesund mit Achtsamkeit und Meditation • Mentaltechniken für leichtes Gelingen • Buchbonus mit Zugang zu Audio-Files und Arbeitsmaterialien

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 189

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS



© 2019 by Kneipp Verlag

in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG

Wien – Graz

Alle Rechte vorbehalten.

ISBN 978-3-9904-0512-3

Bücher des Kneipp Verlages gibt es

in jeder Buchhandlung und unter

www.kneippverlag.com

www.facebook.com/KneippVerlagWien

Fotos:

iStock by Getty Images: Cover Jasmina007, S. 9 Vorawich-Boonseng, 10 kieferpix, 11 kupicoo, 13 FredFroese, 16 Yuri Arcurs, 19 PhotoNT, 21 4X-image, 30-31 artisteer, 34 in-future, 36 unten Rawpixel, 40 PeopleImages, 41 Foxys_forest_manufacture, 43 monkeybusinessimages, 44-45 AlexRaths, 48 marilyna, 49 haoliang, 50 Pavlo_K, 51 wmaster890, 53 kabVisio, 54 oben RapidEye, 54 unten Floortje, 55 Magone, 58-59 KucherAV, 60 doble-d, 63 Xsandra, 64 tashka2000, 65 WillSelarep, 66 Fotografia Basica, 67 links AlexPro9500, 67 rechts JulijaDimitrijeva, 68 fcafotodigital, 72 gremlin, 73 Steve Debenport, 74-75 YanaVasileva, 76-77 foxys_forest_manufacture, 78-79 KarinaUrmantseva, 80 unpict, 81 links Tommy Lee Walker, 81 rechts koromelena, 82 rechts JoolsBerlin, 83 links Valentyna Gupalo, 83 rechts LordRunar, 84 Thorsten Grohse, 87 laflor, 87 mheim3011, 88 luamduan, 89 g-stockstudio, 92 Pamela Joe McFarlane, 93 Rocky 89, 96 wildpixel, 97 swissmediavision, 99 kirstypargeter, 101 Koldunov, 103 alexandrumagure, 104-105 mediamediaphotos, 109 alphaspirit, 111 milanvirijevic, 112-113 yul38885, 115 alexl, 118 GreenTana, Volhah, 119 MicoStudioHub, 121 wavebreakmedia, 122 delectus, 123 Anrey Popov, 125 Kerkez, 126 Nadtochiy, 129 monkeybusinessimages, 132 Braun, S 133 SolStock, 143 severija

Fotolia: Innenklappen Thaut Images, S. 56 unten Natika, 56 oben Azure-Dragon, 57 RedHelga, 71 womue, 82 links Superfood, 85 xiquence, 91 contrastwerkstatt, 116 NikLemesh

Bettina Höppel: S. 5, 6, 7, 32, 36, 39, 55, 94-95, 103, 114, 130, U4

University of Wisconsin-Madison/Allegro Film: S. 14

Dani Purer/P. A. Straubinger: S. 15

P. A. Straubinger: S. 22

Pollack Laboratory: S. 24

Nobel Media AB 2016/Ann-Mari Dumanski: S. 25

Nobel Media AB 2016/Alexander Mahmoud: S. 26

Oskar Kubinecz/Ilona Braune: S. 24, 69

Medizinische Universität Graz: Vordere Klappe, S. 27

Willy Puchner: S. 37

Olga Kretsch: S. 134

Covergestaltung: Emanuel Mauthe

Grafikdesign: Oskar Kubinecz

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2019

P. A. StraubingerMargit FenslNathalie Karré

Der Jungbrunnen-Effekt:

Wie 16 StundenFASTEN

Ihr Leben verändert

Wichtiger Hinweis

Die Inhalte dieses Buches wurden gewissenhaft und sorgfältig geprüft, die Vorschläge, Empfehlungen und Übungsanleitungen haben sich in der Praxis bewährt. Die vorgestellten Methoden, Ideen und Vorschläge ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt und sollen ausschließlich von gesunden Menschen angewendet werden. Schwangeren und stillenden Frauen, Kindern und Menschen mit Essstörungen raten wir von jeglicher Form des Fastens ab. Auch bei der Einnahme von Medikamenten und bei Krankheiten ist das Vorhaben mit einem Arzt zu besprechen. Suchen Sie im Zweifelsfall immer professionelle medizinische Beratung. Eine Haftung der AutorInnen beziehungsweise des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

VORWORTE

WIE IHNEN DIESES BUCH HILFT

JUNGBRUNNEN-FASTEN MIT GENUSS UND FREUDE

DIE „EPIDEMIE DER ÜBERERNÄHRUNG“ UND IHRE MENTALEN WURZELN

AUTOPHAGIE – SUPERMEDIZIN UND JUNGBRUNNEN FÜR DIE ZELLEN

INTERVALLFASTEN – THEORIE UND PRAXIS

GESUNDE UND TYPGERECHTE ERNÄHRUNG IN DEN ESSENSPHASEN

METHODEN ZUR ENTGIFTUNG DES KÖRPERS

FRUSTESSEN VERSUS BEWUSST GENIESSEN

NAHRUNG FÜR DIE SEELE: DER SCHLÜSSEL ZUM INTERVALLFASTEN-ERFOLG

SO GELINGT DER JUNGBRUNNEN-WEG MIT LEICHTIGKEIT

QUELLENVERZEICHNIS

P. A. STRAUBINGER

Meine eigene Fasten-Geschichte begann Mitte der 1990er-Jahre, als mir ein Buch über Heilfasten in die Hände fiel. Aus purer Neugier habe ich damals meinen ersten Selbstversuch gewagt. Würde es mir gelingen, eine ganze Woche nur mit Wasser und Tee auszukommen? Ich hatte ja kaum einen einzigen Tag ohne feste Nahrung verbracht. Am Ende meiner ersten Fastenwoche war ich verblüfft, wie leicht es körperlich und wie schwierig es psychisch gewesen war – wie viel physische Energie ich nach einer Woche ohne Essen hatte und wie viel psychische Energie ich hatte aufbringen müssen. Und ich war erstaunt, wie gut mir alles schmeckte: Nie schätzt man Essen mehr als nach dem Fasten.

Die von Fastenärzten wie Otto Buchinger schon seit den 1920er-Jahren beschriebenen positiven Wirkungen auf Körper und Geist waren damals von medizinischer Seite noch sehr umstritten. „Fasten bringt gar nichts“, habe ich noch in den 2000er-Jahren in Interviews mit Ernährungswissenschaftlern und Stoffwechselexperten gehört. Der medizinische Mainstream war fest davon überzeugt, dass Fasten entweder nutzlos oder sogar schädlich sei. Die molekularbiologischen Forschungen zum Thema „Autophagie“, die das Schlüsselelement zum Verständnis der positiven Auswirkungen des Fastens darstellen, steckten zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen.

Die wissenschaftliche Recherchearbeit für meine Dokumentation „Am Anfang war das Licht“ hat mich glücklicherweise sehr früh mit den Arbeiten zur Autophagie in Kontakt gebracht und ich habe privat mit dem Intervallfasten begonnen, bevor ich dafür einen Namen hatte. Die Erkenntnis, dass offensichtlich schon zwölf bis 14 Stunden strikte Nahrungskarenz die positiven Aspekte des Fastens aktivierten und ich mich trotzdem täglich mit Essen belohnen durfte, war höchst motivierend. Denn im Gegensatz zum Heilfasten, das ich aufgrund der psychischen Herausforderungen immer nur im Urlaub geschafft habe, ist Intervallfasten auch in einen herausfordernden Alltag leicht zu integrieren.

Die 2008 veröffentlichten Langzeitversuche an Affen haben auch bei höheren Lebewesen gezeigt, dass „Calorie Restriction“, eine kalorienreduzierte Ernährung mit großen Essenspausen, die einfachste und effektivste Möglichkeit ist, den Körper jung und gesund zu erhalten. Spätestens seit der Verleihung des Medizin-Nobelpreises 2016 für die Erforschung der „Autophagie“ sind nun auch die letzten „Fasten-Basher“ verstummt. Es finden sich immer mehr Ärzte und Wissenschaftler, die Intervallfasten als wirkungsvollen Jungbrunnen propagieren.

Dass wir in der westlich orientierten Welt zu viel, zu oft und zu ungesund essen, ist ein Faktum. Wir tun das allerdings nicht, um unseren physischen Körper zu nähren (der ja – im Gegenteil – durch diese Überernährung krank wird), sondern weil wir unsere Psyche, unseren „Emotionalkörper“ beruhigen wollen. In diesem Buch gehen wir deshalb auch ausgiebig auf ein Thema ein, mit dem ich mich persönlich schon fast so lange beschäftige wie mit dem Fasten: Meditation und Achtsamkeit. Das tägliche Meditieren macht mich glücklicher, zufriedener und ausgeglichener und lässt mich Süchte leichter loslassen. Ich war nicht nur Raucher, sondern bin auch bekennender „Zucker-Junkie“ – weiß also um die Tücken der Sucht und des „Frustessens“. Ich kenne die Stärke des inneren Schweinehundes und habe gelernt, ihn zu bändigen und mir „zum Freund zu machen“. Hier möchte ich meine Erfahrungen weitergeben und Ihnen zeigen, wie leicht es sein kann, durch Intervallfasten und Meditation „jünger“, gesünder und glücklicher zu werden.

MARGIT FENSL

Das Thema „Gesunde Ernährung und ihre Wirkung auf den Körper“ fasziniert mich seit meiner Jugend. Es war immer mein Ziel, Menschen mit der richtigen Ernährung gesund zu machen. „Lass Nahrung deine Medizin und Medizin deine Nahrung sein“ von Hippokrates ist zu meinem erfüllenden Lebensmotto geworden.

Aufbauend auf meinem ernährungswissenschaftlichen Studium lernte ich durch Fortbildungen zu den Themen TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), Heilkräuter, akademische Kinesiolgie, Stoffwechseltypen, Homöopathie und NLP (Neurolinguistisches Programmieren), die ganzheitlichen Zusammenhänge zu verstehen. Jeder Mensch ist einzigartig und benötigt auch eine individuelle Ernährung, um sein ganzes Potential entfalten zu können.

So therapiere ich meine Klienten seit über zehn Jahren mit ganzheitlichen und individuellen Ernährungsmethoden, kombiniere die Ernährung nach TCM mit dem persönlichen Stoffwechseltyp und teste Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus. Die Erfolge meiner Klienten bestätigen mir, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Zusätzlich biete ich Detox-Seminare an, die sich als wahrer Jungbrunnen erwiesen haben: Eine Woche lang werden dabei glutenfreie und typgerechte Fastenspeisen verzehrt, die ich mit verschiedenen Entgiftungsmethoden kombiniere.

Die neuen Erkenntnisse zum Intervallfasten haben sich als weiteres wirksames Puzzlestück in der Therapie erwiesen. Unwohlsein und Kopfschmerzen sind dadurch während der Detox-Wochen kein Thema mehr, Ernährungsumstellungen gelingen ganz leicht und Abnehmziele lassen sich wirklich erreichen.

Um dieses Wissen mit der bereichernden Wirkung der Meditation zu verbinden, entstand gemeinsam mit P. A. Straubinger die Idee, ein Workshop-Format aus Intervallfasten und typgerechter Ernährung, in Kombination mit heilsamer Meditation, zu entwickeln. „Intervallfasten und Meditation – Jungbrunnen, Wundermedizin und Glücksspender“ war geboren.

In diesem Buch möchte ich Ihnen faszinierendes Wissen aus der Welt der Ernährung und des Fastens näherbringen und zeigen, wie einzigartig jeder Mensch ist. Es soll Sie auf Ihrem persönlichen Weg in ein freudvolles, erfülltes Leben begleiten.

NATHALIE KARRÉ

Seit über 20 Jahren begleite ich Menschen dabei, ihr Leben – beruflich wie privat – erfolgreicher und glücklicher zu gestalten. Immer wieder werde ich gefragt, was meine Conclusio aus den vielen Lebensgeschichten und Entwicklungsreisen ist – wie das Erfolgsrezept derjenigen heißt, die erfolgreicher, schlanker und gesünder sind und ein freudvolles und erfülltes Leben führen.

Bei all der Unterschiedlichkeit dieser geglückten Lebenswege sehe ich eine große Gemeinsamkeit: Erfolgreiche Menschen tragen täglich zur Verwirklichung ihrer persönlichen Wünsche, Ziele und Visionen bei. Es macht einen großen Unterschied, ob man davon spricht, was einem wichtig ist, oder ob man tatsächlich Tag für Tag jene Schritte setzt, die letztendlich zum Ziel führen.

Am leichtesten gelingt dieser Weg, wenn die zielorientierten Verhaltensweisen automatisiert als Alltagsroutinen ablaufen und wie von selbst jeden Tag zu einem erfüllten Leben beitragen. Eine erfolgreiche Anwendung von Intervallfasten und Meditation funktioniert genau nach diesem Prinzip: Sobald sie zur täglichen Gewohnheit geworden sind, tragen sie wie von selbst zur Steigerung der individuellen Lebensqualität bei.

Ich freue mich, Ihnen in diesem Buch zeigen zu können, wie einfach und freudvoll es möglich ist, gesundheitsfördernde und glücklich machende Routinen im Leben zu verankern. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur bestätigen: Egal ob Sport und Bewegung in der freien Natur, gesunde und bewusste Ernährung oder Fasten und Meditation als Grundlage eines kraftvoll-ausgeglichen Lebens – der tägliche Beitrag macht den Unterschied, der den Unterschied macht.

WIE IHNEN DIESES BUCH HILFT

Ziel dieses Buches ist es, dass Sie die wissenschaftlich fundierten Empfehlungen zum Intervallfasten mit Leichtigkeit in Ihren Alltag integrieren können, um nachhaltig von einem gesundheitsfördernden Lebensstil zu profitieren.

Zu Häufigkeit und Menge der täglich notwendigen Kalorienaufnahme gibt es einige veraltete Glaubenssätze, die allerdings noch immer sehr verbreitet sind und mitunter mentale Vorbehalte bezüglich des Intervallfastens erzeugen. Deshalb beschäftigen wir uns zu Beginn mit einigen, für Sie vielleicht neuen Fakten: Sie sollen Ihren „Kopf freimachen“, sodass Sie sich in der Folge ganz unbeschwert auf die positiven Wirkungen und die einfache Umsetzung des Intervallfastens fokussieren können.

Da Intervallfasten naturgemäß aus Fasten- und Essensintervallen besteht, haben wir die Ausführungen zu den eigentlichen Fastentechniken um einen Ernährungsteil ergänzt: Denn was wir essen, hat einen individuellen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Damit Sie den Prozess der Selbstreinigung des Körpers noch zusätzlich unterstützen können, zeigen wir Ihnen zudem weitere Methoden, die Sie bei der Entgiftung fördernd begleiten.

Neben Geist und Körper widmen wir uns in einem weiteren Kapitel auch den seelischen und emotionalen Anteilen des ganzheitlichen Jungbrunnen-Lebensstils. Hier erfahren Sie etwa, wie Sie Ihren „Emotionalkörper“ nähren können, um dem physischen Körper unnötige „Frustkalorien“ zu ersparen. Die Technik der Meditation kann Ihnen beispielsweise nicht nur das Loslassen des suchthaften Essverhaltens erleichtern – sie erzeugt auch einen eigenständigen Jungbrunnen-Effekt für Ihre Körperzellen und verstärkt so die Anti-Aging-Effekte des Intervallfallfastens.

Zum Schluss möchte Ihnen dieses Buch auch jene mentalen Werkzeuge in die Hand geben, mit denen die neuen Techniken leichter zur Routine werden: Denn erst, wenn Sie Intervallfasten, Meditieren etc. in Ihren „gewöhnlichen“ Alltag integriert haben, haben Sie auch die Basis für einen nachhaltigen Jungbrunnen-Erfolg geschaffen.

JUNGBRUNNEN-FASTEN MIT GENUSS UND FREUDE

Was bringt ein langes Leben, wenn wir es ohne Genuss leben müssen? Was nützen ein paar Falten oder Kilos weniger, wenn uns dadurch die Freude am Leben verloren geht? Wir versprechen an dieser Stelle, dass es in „Der Jungbrunnen-Effekt“ nicht darum geht, Verzicht zu predigen, um irgendwelchen äußeren Schönheitsidealen hinterherzujagen. Unser erklärtes Ziel heißt: Sie sollen nach dem Lesen dieses Buches über Techniken verfügen, die Ihnen mehr Lebenskraft und Lebensfreude verschaffen. Der innere Jungbrunnen wird dann zweifellos nach außen strahlen. Wir wollen, dass es Ihnen leicht fällt, diesen Jungbrunnen anzuzapfen, und dass es Ihnen Freude bereitet. Dabei verfolgen wir einen Ansatz, der Körper, Geist und Seele anspricht – einen Weg, der im Kopf beginnt, weil wir Menschen uns zuerst einmal von jenen kulturellen und intellektuellen Blockaden befreien dürfen, die uns am genussvollen Fasten mitunter am meisten hindern.

Mittlerweile ist es ja eine Binsenweisheit, dass wir in der westlichen und westlich orientierten Welt zu viel und zu viele falsche Nahrungsmittel essen. Dass wir offensichtlich auch zu oft essen, ist dabei eine relativ neue wissenschaftliche Erkenntnis. Bislang hieß die Empfehlung der Ernährungsexperten nämlich: mehrmals täglich „kleinere“ Mahlzeiten zu sich nehmen. Im Licht der nobelpreisgekrönten Forschungen zur Autophagie, des Fastenzustandes der Körperzellen, erweist sich das allerdings als kontraproduktiv. Stattdessen verweisen immer mehr Ärzte und Wissenschaftler darauf, dass leichtes Hungern äußert positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und den Alterungsprozess haben kann.

Spätestens beim Wort „Hungern“ regt sich bei vielen aber innerer Widerstand und hagelt es Proteste. Selbstverständlich, das dürfen wir vorausschicken, stellt eine ausreichende, vollwertige Versorgung mit Nährstoffen die Basis einer guten Gesundheit dar. Den Essenspausen, das heißt, einer ausreichenden Nahrungskarenz zwischen den Mahlzeiten mit ihrer heilsamen Wirkung, wurde bislang jedoch zu wenig Bedeutung beigemessen. Über Jahrtausende zählten Hunger und Unterernährung zu den größten Schrecken der Menschheit, über Jahrmillionen wohl auch unserer „tierischen“ Vorfahren. Die Natur sorgte ganz automatisch für ausreichende Nahrungspausen – oft sogar für viel zu lange. Unsere Körper verfügen deshalb über wunderbare Mechanismen, um mit Hungerperioden umgehen zu können, aber über praktisch keine Strategien, um mit einem permanenten und äußerst verführerischen Nahrungsüberangebot fertig zu werden.

Die Wissenschaft bringt uns immer mehr Evidenz dafür, dass wir uns im Sinne unserer Gesundheit und Vitalität diese Nahrungspausen wieder ganz bewusst gönnen sollten. Das ist für viele von uns schwierig, da Essen in unserer Kultur einen sehr hohen Stellenwert einnimmt und mit sehr vielen Glaubenssätzen verbunden ist. Im ersten Teil dieses Buches wollen wir zuerst einmal einige Fakten auf den Tisch legen und einige dieser Glaubenssätze hinterfragen, um die Liebe zum Essen zumindest zeitweilig loslassen zu können und durch die Freude am (Intervall-)Fasten zu ersetzen. Wenn wir nämlich diese Art des Fastens und seine Vorteile entdecken, wird aus dem vermeintlichen „Hungern“ ein Genuss. Zuerst also gilt es, einige intellektuelle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um nicht nur dem regelmäßigen Essen, sondern auch dem regelmäßigen Fasten zu seinem Recht zu verhelfen.

DIE „EPIDEMIE DER ÜBERERNÄHRUNG“ UND IHRE MENTALEN WURZELN

Es ist der Verdienst der Naturwissenschaften, im speziellen der modernen Agrarwissenschaft, dass wir Nahrungsmittel für die gesamte Menschheit im Überfluss produzieren können. Dass trotzdem täglich noch immer tausende Menschen verhungern, ist ein ebenso skandalöses wie trauriges Faktum, auch wenn sich die Zahl der Hungernden in den letzten Jahrzehnten sukzessive verringert hat.

In diesem Zusammenhang scheint die Tatsache, dass gleichzeitig die Überversorgung mit Kalorien zu einem riesigen Gesundheitsproblem geworden ist, noch absurder. Den rund 800 Millionen Hungernden stehen 2,2 Milliarden übergewichtige und fettleibige Menschen gegenüber, die unter ihrer Überernährung gesundheitlich leiden und teilweise sogar daran sterben. Laut einer Studie des „New England Journal of Medicine“ hat sich die Zahl der Übergewichtigen zwischen 1980 und 2015 in mehr als 70 Ländern verdoppelt, was in diesen Ländern für massive gesundheitspolitische Probleme sorgt. Rund ein Drittel der US-Amerikaner leidet an Übergewicht – das verursacht Kosten von rund 200 Milliarden Dollar jährlich für das Gesundheitssystem. In Europa ist die Situation leider nur geringfügig besser. „Übermäßiges Körpergewicht ist eines der schwerwiegendsten Gesundheitsprobleme der Gegenwart und betrifft fast jeden dritten Menschen“, bestätigt Ashkan Afshin, Professor am Department for Global Health an der Universität Washington.

Umfangreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Lebenserwartung mit zunehmendem Körpergewicht abnimmt, da Übergewicht als Ursache bzw. fördernder Faktor einer ganzen Reihe von Krankheiten gilt. Millionen von Todesfällen lassen sich jedes Jahr eindeutig auf die Folgen von Übergewicht zurückführen, wobei bereits ein leicht erhöhter Body-Mass-Index (BMI) die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes drastisch erhöht. Während man früher glaubte, leichtes Übergewicht wäre normal, unschädlich oder sogar gesund, zeigte eine Metastudie aus 239 wissenschaftlichen Arbeiten, dass bereits ein paar Kilos zu viel auf der Waage zu signifikanten gesundheitlichen Nachteilen führen. Falsch- und Überernährung führen also in den meisten Ländern dieser Erde zu echten Epidemien – das heißt, vor allem die große Menge an leicht verfügbaren, hochkonzentrierten Kalorien in Form von süßem und fettem Essen ist dafür verantwortlich.

INFOBOXWeniger essen, länger leben – Kalorienrestriktion im Tierversuch

Bereits 1935 zeigte der amerikanische Biochemiker und Gerontologe Clive McCay an der Cornell University in Ithaca, New York, dass bei Versuchsratten die Halbierung der täglichen Kalorienmenge in der Nahrung fast zu einer Verdoppelung der Lebensdauer führte. Seine Studienergebnisse blieben ein halbes Jahrhundert unbeachtet, erst Mitte der 1980er-Jahre wurde das Thema Kalorienrestriktion wieder aufgegriffen. In Versuchen stellte man fest, dass Ratten durch geringere Futtergaben nicht nur länger lebten, sondern auch um 50 Prozent seltener an Krebs erkrankten. Mittlerweile sind die positiven gesundheitlichen Effekte einer geringeren Kalorienzufuhr bei unterschiedlichsten Organismen, zum Beispiel Würmern, Fliegen oder Nagetieren, gut erforscht. Besonderes Aufsehen erregte 2009 die Veröffentlichung von Langzeitstudien der University of Wisconsin-Madison. An Rhesusaffen, deren Alterungsverhalten dem der Menschen sehr ähnlich ist, konnte gezeigt werden, dass sich durch eine Kalorienreduzierung nicht nur die Lebensspanne, sondern auch die Lebensqualität verbesserte. Gewisse Alterungserscheinungen, wie Haarausfall, Muskelschwund, Diabetes, Arthritis oder Lethargie, wurden durch die kalorienreduzierte Diät verhindert. Man stellte zudem fest, dass es nicht nur auf die Zahl der Kalorien ankommt, sondern vor allem auch auf die Art und Weise der Einnahme dieser Kalorien – und auf deren „Zusammensetzung“. Die Qualität des Futters, aber auch die Fütterungsintervalle haben also einen großen Einfluss auf die gesundheitlichen Effekte der Nahrung.

Wir fressen uns zu Tode

Generell scheint die Kalorie ein mangelhafter Gradmesser für den Nährwert des Essens zu sein. Der Kalorienbedarf des Menschen unterliegt zudem einer großen Schwankungsbreite. Obwohl sie nachweislich falsch sei, herrsche die Kalorientheorie der ausgewogenen Ernährung als solche weiter, quäle die Menschen und verkürze ihr Leben, schreibt die russische Ärztin Galina Schatalova (1916–2011) in ihrem Buch „Wir fressen uns zu Tode“. Und tatsächlich wird Schatalovas Befund durch wissenschaftliche Forschungen unterstützt: Die klassische Kalorientheorie entpuppt sich zunehmend, wenn schon nicht als falsch, dann doch als bei Weitem unvollständiger, „löchriger“ und „dehnbarer“, als die Wissenschaftler in der Vergangenheit glaubten.

Nach ihrem Medizinstudium arbeitete Schalatova an der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften als Neurochirurgin und wurde in Folge zur ersten Leiterin der medizinischen Auswahlkommission für sowjetische Kosmonauten ans Institut für Weltraumforschung berufen. Später führte sie viele wissenschaftliche Experimente durch, einige davon im Auftrag der Geologischen Gesellschaft, der Sibirischen Akademie der Wissenschaften und des Wissenschaftlichen Instituts für Körperkultur in der damaligen UdSSR.

Durch ihre praktischen und theoretischen Arbeiten als Ärztin kam sie zu dem Schluss, dass ein gesunder Erwachsener im Ruhezustand täglich nicht mehr als 250 bis 400 Kilokalorien brauche und auch bei extremen Anstrengungen maximal 1.000 bis 1.200 Kilokalorien pro Tag notwendig seien. Die in unserer Kultur verbreitete Form der hochkalorischen Ernährung sei nicht nur Verschwendung, sondern erzeuge zahlreiche Krankheiten und sorge für eine vorschnelle Alterung.

Schatalova untermauerte ihre Behauptungen durch zahlreiche Leistungsexperimente, in denen sie Athleten mit kalorienreduzierter Ernährung gegen Kontrollgruppen antreten ließ, die nach den klassischen Ernährungstabellen verpflegt wurden. 1983 experimentierte sie mit Supermarathonläufern, die mit maximal 1.200 Kilokalorien ernährt wurden. Die Athleten der Kontrollgruppe erhielten rund 6.000 Kilokalorien, wie sie klassischerweise bei dieser extremen Form der Belastung verlangt werden. Nach Absolvierung des 500 Kilometer langen Laufes stellte sich heraus, dass die kalorienreduziert ernährten Athleten nicht nur leistungsfähiger waren als die Kontrollgruppe, sondern sogar noch an Körpermasse zugelegt hatten. Ende der 1980er-Jahre untersuchte Schatalova auch Teilnehmer von Wüstendurchquerungen. Die Mitglieder der Versuchsgruppe erhielten eine maximale Tagesration von 600 Kilokalorien – letztendlich waren sie deutlich leistungsfähiger, ausdauernder und gesünder als die Athleten der Kontrollgruppe mit „normaler“ Kalorienzufuhr.

In ihrem Buch zeigt Galina Schatalova auch an Beispielen aus der Tierwelt, dass die „Heizkesseltheorie“ der „Kaloretiker“ der Überprüfung in der Praxis nicht standhält und gewaltigen Schaden an der Volksgesundheit anrichtet. Schatalova legte großen Wert auf die Feststellung, dass es nicht auf die Zahl der Kalorien ankomme – den Nährwert der Nahrung mache vielmehr ihre Naturbelassenheit aus. Sie plädierte für eine frische, pflanzenbasierte Rohkost in Verbindung mit viel Bewegung in der Natur und Atemübungen. Galina Schatalova wurde für ihre Behauptungen zu Lebzeiten massiv angegriffen. Durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf die Vorteile des Intervallfastens und der Autophagie sowie der Langzeitstudien zu „Calorie Restriction“ werden Schatalovas Behauptungen nun zumindest teilweise vom wissenschaftlichen Mainstream bestätigt.

Der Kalorienmythos

Wahrscheinlich kennen viele das Phänomen, dass die gleiche Menge Essen beim einen „anschlägt“, beim anderen nicht. Manche Menschen können Unmengen an Kalorien zu sich nehmen und halten ihr Idealgewicht, während weniger Gesegnete „das Essen nur anschauen müssen, um zuzunehmen“. Gar viele Gründe werden genannt, um diese Unterschiede zu erklären, das Kalorienzählen wird allerdings selten in Frage gestellt.

Es ist ein Ausdruck der Unwissenheit bezüglich der Wirkmechanismen der Nahrung in unserem Körper, dass das „Kaloriensystem“ nach wie vor am geläufigsten ist, wenn es darum geht, den Nährwert des Essens zu bestimmen. Hätten wir in anderen Bereichen unserer modernen Gesellschaft derart ungenaue und fehlerhafte Messwerkzeuge, würde das Chaos ausbrechen, weil wir nicht in der Lage wären, auch nur irgendetwas exakt zu quantifizieren bzw. zu qualifizieren.

Stellen wir uns eine Waage vor, die uns Folgendes mitteilt: „Wie viel Sie wiegen, kann ich leider nicht sagen, aber andere Personen in Ihrem Alter und mit Ihrer Größe wiegen 72 Kilogramm.“ Das ist in etwa die wissenschaftliche Aussagekraft der Kalorienbilanz: Um die Auswirkungen der aufgenommenen Kalorien auf Leistungsfähigkeit und Körpergewicht einer bestimmten Person messen zu können, hilft sie uns nicht wirklich weiter. Während man bei einer Maschine sehr genau vorhersagen kann, wie sich eine bestimmte Menge an Treibstoff auswirkt, verhält es sich mit organischer Nahrung und Lebewesen ganz anders. Der Grund für die mangelnde Aussagekraft der Energiebilanztheorie (sie geht zurück auf das 17. und 18. Jahrhundert) mit ihren Kalorien beruht auf ebendieser Gleichsetzung von Verbrennungsvorgängen in Maschinen mit den Stoffwechselvorgängen in lebenden Organismen. René Descartes (1595–1650), einer der verdienstvollen Väter der Aufklärung, sah Lebewesen, ganz im Sinne des damals aufkommenden mechanistischen Weltbildes, als reduktive Automaten, die ganz ähnlich erklärbar seien wie Maschinen.

,Die Konstruktion der berühmten „mechanischen Ente“ durch Jacques de Vaucanson (1738), die vermeintlich Körner verdauen und in Kot verwandeln konnte, ist ein Bild jenes Verständnisses von Lebewesen, welches das Zeitalter der Aufklärung geprägt hat. Die Ente hat natürlich nie wirklich funktioniert.

Die mechanische Ente (1738)

Antoine Lavoisier (1743–1794), einer der Pioniere der modernen Chemie, glaubte Ende des 18. Jahrhunderts, die Antwort auf die Fragen der Lebensenergie und der menschlichen Energiebilanz gefunden zu haben. Er entdeckte die entscheidende Rolle des Sauerstoffs in Verbrennungsvorgängen und veröffentliche 1777 seine Kalorientheorie. Lavoisier war der Ansicht, dass die Stoffwechselvorgänge in Lebewesen im Prinzip gleich funktionieren würden wie die Verbrennungsvorgänge in Maschinen – beide benötigen Treibstoff und Sauerstoff, erzeugen Wärme und Abfallstoffe. Und er war der Ansicht, dass die Natur dieser kalorischen Prozesse in lebendiger und toter Materie gleich wäre und man sie deshalb in Maschinen wie in Lebewesen gleich messen und quantifizieren könne.