Der Mann in der Mauer. Eine Kriminalgeschichte - Herbert Dutzler - E-Book
Beschreibung

Das Geheimnis in der Staumauer Fast vierzig Jahre ist es her, dass er mit dem Jakob hier gestanden hat, oben auf der Staumauer. Und passiert ist das mit dem Jakob nur wegen der Kathi, die so schöne braune Augen gehabt hat. Damals beim Tanzen hat sie mit dem Jakob geschmust. Da war ihm klar: Drei sind einer zu viel … Mörderisch gut: Kurzgeschichten von Herbert Dutzler Gäbe es ein Rezept für den perfekten Alpenkrimi - Herbert Dutzler hätte es erfunden! Schon in der Bestseller-Serie um Lieblingsermittler Franz Gasperlmaier hat Dutzler überaus erfolgreich bewiesen, wie genau er seine Heimat kennt und wie authentisch er sie darstellen kann. Wie bei einem heimlichen Blick durch ein ländliches Fenster entdeckt man in seinen Kriminalgeschichten Vergnügliches, Aufregendes - und Abgründiges: ein Muss für alle Dutzler-Fans! *********************************************************** >>Herbert Dutzler ist für mich mit Abstand der derzeit beste österreichische Krimiautor. Seine Romane um Franz Gasperlmaier sind längst Kult, und auch seine Krimikurzgeschichten haben Suchtpotential!<< ********************************************************* Preisgekrönte Krimis: 2014 vergab der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels 3 GOLDENE BÜCHER für die Krimi-Bestseller von Herbert Dutzler. ********************************************************* Kriminalgeschichten von Herbert Dutzler: Marillenmarmelade für Mamá Modell: Moussy Lace, Farbe: Passion Red Pisser Dienstschluss Die Liebe des Tanzschülers Heute kommt Erwin Rosen pflanzen Blau blüht nicht nur der Enzian Der Mann in der Mauer Das mit dem Ferdi Tatjana tanzt Bär im Bierkrug, Gott und Teufel Frozen Joseph oder: Collateral Damage Aus für Santa Claus

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Seitenzahl:28

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Herbert Dutzler

Der Mann in der Mauer

Eine Kriminalgeschichte

Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Der Mann in der Mauer
Herbert Dutzler
Zum Autor
Impressum

Der Mann in der Mauer

Er blickte über das milchige Wasser des Sees zur Staumauer hinüber. Sie ragte hoch über die Wasseroberfläche hinaus. Auf der dem See zugewandten Seite war bereits ein kleiner, ovaler Fleck von der Mittagssonne beschienen. Vorsichtig lehnte er sich auf die kalte Steinbrüstung vor ihm, die noch im Schatten lag. Fast vierzig Jahre war es jetzt her, dass er selbst dort gestanden war, auf der Krone der Mauer, und mit hunderten anderen dafür gesorgt hatte, dass der Beton reichlich und schnell immer an die richtige Stelle floss. Vierzig Jahre.

Drei Jahre lang hatte er hier heroben noch gearbeitet, nach dem Bau. In der Staumauer. Manchmal hatte er auf den täglichen Kontrollgängen durch die Tunnels das Gefühl gehabt, der Jakob läge direkt über ihm, oder neben ihm, in der Mauer.

Später war er fast jedes Jahr einmal hier heraufgekommen. Aber diesmal, das hatte er sich fest vorgenommen, würde es das letzte Mal sein. „Photo?“ Eine Japanerin hielt ihm ihre Kamera hin. Es konnte auch eine Chinesin sein. Er schüttelte den Kopf. „Kaun i net!“, antwortete er. Die Japanerin warf ihren beiden Freundinnen fast verzweifelte Blicke zu. Die hatten sich schon kichernd an der Mauer postiert, die die Gedenkstätte für die beim Bau der Kölnbreinsperre verunglückten Arbeiter umgab.

Jakob Unterlugegger. Der siebzehnte Name auf der Tafel. Er setzte sich auf eine Bank und starrte auf die Felswand, die die Namen der 24 Unglücklichen trug, die nie mehr ins Tal zurückgekehrt waren. Er seufzte. Es war ja alles nur wegen der Kathi passiert. Die mit den dunklen, langen Haaren, die so von der Seite her lächeln konnte und so wunderschöne, große braune Augen hatte. Nur wegen der Kathi waren sie in Streit geraten, sonst wäre das alles nicht passiert, damals.

Tanzen waren sie gewesen. Damals hatten die Jungen noch getanzt. Der Jakob und die Kathi und er, sie waren wieder einmal zu dritt gewesen. Keine gute Zahl, drei, wenn man tanzen geht. „Tanz mit mir!“, hat er sie vom Sessel gezogen, ein wenig grob vielleicht. Aber sie hat sich nicht gewehrt. Nur irgendwie hat er es gespürt, an der Art, wie sie den Arm auf seine Schulter legte und wie sie, nur ein klein wenig, zurückwich, wenn er sie an sich drückte. Da hat er es gespürt, dass er vielleicht der von den dreien war, der hier einer zu viel war. Aber gesagt hat sie nichts, die Kathi.