Der Polizeisender - Herbert von Bruck - E-Book

Der Polizeisender E-Book

Herbert von Bruck

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Beschreibung

Mit einer Mischung aus Fakten und Fiktion erzähle ich eine Abenteuergeschichte aus dem vergangenen Jahrhundert. Dabei versuche ich einen oberflächlichen Einblick in die politische und soziale Entwicklung zu skizzieren und auf mögliche Gefahren im Umgang mit gefährlichen Ideologien hinzuweisen.

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Seitenzahl: 194

Veröffentlichungsjahr: 2021

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HERBERT VON BRUCK

***

DER POLIZEISENDER

© 2021 Herbert von Bruck

Verlag und Druck:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-39300-4

Hardcover:

978-3-347-39301-1

e-Book:

978-3-347-39302-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Herbert von Bruck

Kapitel - 1

Der Polizeidirektor

Die Wolken hingen grau und schwer vom Schnee über München, Hauptstadt der von Prinz Luitpold regierten konstitutionellen Monarchie Bayerns.

Es war der 18. Februar 1910, als wie gewohnt Julius Freiherr von der Heydte sein am Englischen Garten gelegenes Haus verließ, die Tageszeitung aus dem Briefkasten entnahm und zur nahegelegenen Trambahn-Haltestation ging.

Die Nacht war sehr kalt gewesen und die Temperatur lag wohl im zweistelligen Minusbereich. Jetzt um etwa Neun Uhr war es nicht mehr ganz so kalt, der Schnee knirschte unter seinen Füssen und die zweihundert Meter bis zur Haltestation empfand Freiherr von der Heydte eher als unangenehm.

An der Station angekommen, dauerte es nicht lange, bis die Trambahn bimmelnd ankam. Der Schaffner stieg aus und wartete, bis alle Passagiere eingestiegen und Platz genommen hatten. Die Trambahn bot zwar nicht den allerhöchsten Komfort, aber es war trocken und durch die volle Besetzung entstand auch etwas Wärme.

Der Schaffner wies einen Passagier an, den Sitzplatz für von der Heydte frei zu machen, dann beugte er sich tief nach unten und sagte: Guten Morgen Herr Polizeidirektor. Andere Fahrgäste nahmen respektvoll ihre Hüte ab und grüßten ebenfalls.

Freiherr von der Heydte war seit 1906 Polizeidirektor der Polizeidirektion München. Heydte war schon immer ein sehr ehrgeiziger und zielorientierter Mensch gewesen.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und dem ersten Staatsexamen folgten Vorbereitungspraxen in Amts- und Landgerichten, dem Bezirksamt und einer Anwaltskanzlei.

Drei Jahre nach dem ersten Staatsexamen bestand er die Assessor Prüfung und war anschließend als Praktikant in den Bezirksämtern München bzw. Günzburg und der Regierung von Oberbayern beschäftigt .

Danach wurde er sofort ins Staatsministerium des Innern übernommen und mit der Karriere ging es unaufhaltsam weiter nach oben.

Nach seiner Zeit als Bezirksamtmann von Berchtesgaden kam zunächst die Beförderung zum Regierungsrat, wiederum drei Jahre später zum Oberregierungsrat und schließlich im beinahe gewohnten Drei-Jahres-Rhythmus die Ernennung zum Polizeidirektor.

Diese Position passte exakt zu seinem Naturell. Von der Heydte war ein ausgeprägter Gerechtigkeitsfanatiker mit analytischem Denkvermögen.

Die einzelnen Kriminalfälle seiner Zeit ließ er mit großer Energie verfolgen und hatte stets die Aufklärung der Fälle zum Ziel.

Zudem hatte sein Wort auch in der Öffentlichkeit großes Gewicht.

Von der Heydte war an diesem Tag ungewöhnlich nervös für seine Verhältnisse und konnte daher die Tageszeitung nicht wie sonst bis zur Ankunft lesen.

Er konzentrierte sich nur auf die Leitartikel dieses Tages.

„Seefalke wieder zurück in der Heimat„ und „Die Welt ein Kriegsarsenal“ waren die aktuellen Themen. Der erste Artikel bezog sich auf das zwischen verschiedenen europäischen Staaten geschlossene Regelwerk zum Internationalen Seerecht. Die Seefalke war ein deutscher Schlepper und hatte an einer Übung teilgenommen.

Im zweiten Artikel ging es um die enorme militärische Aufrüstung verschiedener europäischer Länder, darunter auch des Deutschen Kaiserreichs und die ehrgeizigen Pläne Kaiser Wilhelms, eine starke deutsche Kriegsmarine aufzubauen, die der englischen Kriegsmarine ebenbürtig sein sollte.

Auch wurde in diesem Artikel unterschwellig hinterfragt, wo diese gewaltige Aufrüstung hinführen könnte. Dies alles war aber von der Heydte nicht so wichtig. Seine Gedanken befanden sich in einer ganz anderen Welt.

Neben seinem Engagement im Ministerium hatte er größtes Interesse in Bezug auf moderne Technologien. Speziell ging es um die von Guglielmo Marconi entwickelte drahtlose Funktechnologie, die den drahtlosen Austausch von Nachrichten über große Distanzen ermöglichte.

Als vier Jahre zuvor vom Reichskanzleramt eine Studie in Auftrag gegeben wurde, die den zivilen Aufbau von einem Funknetz im Deutschen Reich zum Inhalt hatte, war von der Heydte sofort mit allergrößtem Einsatz dabei.

Es ging ihm nicht allein um die neue Technologie. Bayern war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ein reines Agrarland. Sah man von wenigen Industrieunternehmen wie z.B. Siemens ab, gab es überwiegend Landwirtschaft und Bayern lief damit Gefahr, im Reich abgehängt zu werden.

Politisch gesehen hatte sich schon während der Regentschaft König Ludwigs II wenig getan. Der Märchenkönig hinterließ seinen Bürgern zwar kunstvolle Traumschlösser. Nebenbei wurde aber ein tiefes Loch in die Staatskasse gerissen und ferner wichtige politische Entwicklungen verpasst.

Sein Nachfolger, Prinz Luitpold samt seiner Entourage, war politisch ebenso schwerfällig bis desinteressiert. So blieb Bayern im Vergleich zum übrigen Reich rückständig und dies galt es zu ändern.

Im Deutschen Reich waren bereits fünf Funkstellen gebaut worden und weitere drei in der Planung. Von der Heydte wollte unbedingt erreichen, dass sein Heimatland wieder Anschluss an die moderne Zeit bekommt. Er wurde dabei von einer Reihe von Ministern und Staatssekretären unterstützt.

Allerdings gab es auch massiven Widerstand im Parlament und vor allem von dem rückwärtsgewandten Prinzregenten. Dieser verabscheute alles was neu war und wollte stattdessen lieber den Bauernstaat weiter fördern.

Nach einer Reihe von Sitzungen, die mit sehr viel Pathos geführt worden waren, sollte am heutigen Tag, dem 18.02.1910, eine Entscheidung getroffen werden.

Von der Heydte hatte im Vorfeld verschiedene Studien zur technologischen und wirtschaftlichen Machbarkeit akribisch ausgearbeitet und in glühenden Reden auch versucht, die Zukunft Bayerns im Reich zu skizzieren.

Mit seiner kompetenten Art war es ihm dabei gelungen, den Kreis der Befürworter zu erweitern. Die ewig Gestrigen konnte er jedoch nicht erreichen und so lag alles in der Hand derjenigen, die bis dato noch unentschlossen waren.

Daher führte ihn der heutige Weg nicht in sein Büro ins Polizeipräsidium in der Ettstraße, einem ehemaligen Augustinerkloster in der Münchner Altstadt, sondern in das bayerische Parlament in der Prannerstrasse.

Dort sollte der hierfür akkreditierte Ausschuss unter Leitung des Prinzregenten über die Zukunft des Projektes abstimmen.

Die Fahrt zog sich hin, denn aufgrund des nächtlichen Schneefalls musste die Trambahn immer wieder anhalten, damit das Personal den Schienenstrang von Schneehaufen befreien konnte.

Letztlich kam er dann doch kurz vor Beginn der Sitzung an und wurde im Foyer des Parlaments bereits von mehreren Mitstreitern erwartet, darunter Major Karl Brose aus Berlin mit zwei Begleitern seiner Abteilung.

Diese trugen eine etwa ein Quadratmeter große Holzkiste und ferner einen etwa zweimeterlangen Zylinder ebenfalls aus Holz herein.

Brose ging auf den Polizeidirektor zu und begrüßte ihn beinahe überschwänglich. Na lieber Heydte wie geht es Ihnen ? Haben Sie gut geschlafen ? Wir werden das Kind schon schaukeln oder ?

Sie unterhielten sich kurz über die beschwerliche Anreise aus Berlin mit dem Zug, da über Deutschland eine dichte Schneedecke lag und der Zug immer wieder anhalten musste. Brose war seit vorgestern in der Hauptstadt und logierte im Bayerischen Hof am Promenadeplatz.

Brose kam als offizieller Gesandter der Reichskanzlei und durfte mit Erlaubnis des Prinzregenten ein Referat zum Thema halten.

Von der Heydte kannte ihn schon etwas länger. Seit einem Jahr hatten sie regelmäßigen Kontakt und so wie er selbst war Brose technikaffin und schwadronierte gern mit höchster Begeisterung zu dem Thema.

Heydte wusste ansonsten nicht sehr viel über ihn. Major Brose leitete die Abteilung III b im Kanzleramt und berichtete direkt dem Kaiser.

Darin sah Heydte eine große Chance, zumal ihm Brose versichert hatte, dass der Kaiser selbst den Bau der Anlage befürwortete.

Mit dieser Unterstützung stiegen die Hoffnungen auf eine positive Entscheidung.

Über seine Verbindungen in Berlin wusste von der Heydte, dass diese ominöse Abteilung III b eine Art Geheimdienst nach britischen Vorbild und der Leiter tatsächlich dem Kaiser direkt unterstellt war. Von der Heydte maß diesen Dingen keine besondere Bedeutung bei.

Er sah lediglich den praktischen Nutzen seiner Berliner Verbindung und war schon sehr gespannt auf den Vortrag des Majors.

Merkwürdig fand er nur die zivile Kleidung des ranghohen Offiziers. Sonst war Brose bei den in Berlin oder München stattgefundenen Treffen immer in seiner preußischen Uniform gekleidet und verhielt sich auch wie ein zackiger Offizier.

Vielleicht war es Taktik oder dem Umstand geschuldet, dass auch der Prinzregent an der Sitzung teilnehmen würde und ein Preuße in Uniform die Stimmung negativ beeinflussen könnte.

Seis drum, wichtig war allein die Erreichung des Ziels.

Ein Adjudant des Prinzregenten kam die Treppe herunter und bat die im Foyer stehenden Männer in den Sitzungssaal.

Kapitel - 2

Die Entscheidung

Der Sitzungssaal war einer der größten Räume im Gebäude.

Die Wände waren mit edlem Holz vertäfelt und die in etwa drei Metern Höhe befindliche Decke war reichlich mit Stuck verziert. An der Ostseite befanden sich große Fenster, sodass die Lichtverhältnisse optimal waren.

Die Tische waren in U-Form aufgestellt und an der Stirnseite stand ein schwerer Eichentisch, der dem Prinzregenten und seinen Beratern vorbehalten war.

Als Heydte und seine Begleiter den Raum betraten, waren schon einige Minister, Staatssekretäre und hohe Beamte anwesend.

Auf den Tischen waren Namenskärtchen platziert und so nahm die ganze Gesellschaft Platz.

Ein Diener in Livree gekleidet stand an der doppelflügeligen Türe aus massiver Eiche und läutete eine kleine Glocke. Dies war das Zeichen, dass nun der Prinzregent samt Gefolge in den Saal kam.

Die anwesenden Herren erhoben und verbeugten sich ehrfürchtig, als der Prinzregent den Saal betrat und majestätisch zu seinem Platz ging und sich setzte.

Erst danach nahmen auch alle anderen ihren Platz ein und für einen Moment war es totenstill.

Nach einer kurzen Ansprache wurde von der Heydte das Wort erteilt.

So wie es seiner Persönlichkeit entsprach, hatte sich der Polizeipräsident akribisch auf diesen Moment vorbereitet. Für ihn ging es nicht nur um die Bewilligung eines Bauwerks, sondern auch um die Gestaltung der Zukunft seines geliebten Landes.

Er spannte einen weiten Bogen von der neuen Technik mit all seinen Möglichkeiten bis zum für das Land wichtigen Fortschritt.

Am Ende des Vortrages bedankte er sich unterwürfig für die wohlwollende Zustimmung des Landesherren, dieses Projekt im Plenum vorstellen zu dürfen und für die Aufmerksamkeit der übrigen Minister und Staatssekretäre.

Heydte nahm wieder Platz und registrierte einen eher mäßigen Applaus. Danach durfte Brose referieren.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger schritt Brose in die Mitte des Saales und stellte sich in unmittelbarer Nähe zu dem auf einem Tisch abgestellten Holzkasten.

In beinahe völlig überzogenem Pathos bedankte er sich zunächst im Namen des Kaisers für die Einladung und die Möglichkeit, zu dieser Angelegenheit einen Vortrag halten zu dürfen. Es entging von der Heydte nicht, dass einige der Anwesenden sichtlich beeindruckt waren vom Auftritt des kaiserlichen Gesandten.

Brose tat so, als ob er dies nicht bemerkte und fuhr fort. Auch er verwies auf die eminente Bedeutung des Projektes und als er nach wenigen Sätzen zur Technik der Anlage referieren wollte, gab er seinen Mitarbeitern ein kleines Zeichen.

Diese eilten herbei und entfernten den Holzdeckel des auf dem Tisch platzierten Kastens und klappten anschließend die Seitenteile herunter.

Zum Vorschein kam ein detailgetreues Modell der geplanten Funkanlage mit allen Gebäuden und natürlich den beiden Funktürmen.

Ein Raunen ging durch den Saal und Brose wusste sofort, dass es allein in seiner Hand lag, die Anwesenden zu überzeugen.

Zunächst deutete er auf ein dreigeschossiges Haus in gelber Farbe.

Hier meine Herren werden die Polizeifunker samt ihren Familien untergebracht. Die Wohnungen sind sehr geräumig und nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. So befindet sich etwa in der Mitte der Räumlichkeiten ein großer Kachelofen, der so ausgelegt ist, dass damit die ganze Wohnung beheizt werden kann.

Das Bad und die Toilette sind natürlich getrennt und im Bad befindet sich ein kleiner beheizbarer Wasserboiler und selbstverständlich eine Badewanne. Die Herren lachten und so lockerte sich etwas die Stimmung.

Die Doppelfenster garantieren auch bei größerer Kälte die erforderliche Wärmedämmung und zu jeder Wohnung gehört eine kleine Parzelle für den Anbau von Gemüse für den Eigenbedarf.

Brose deutete mit seinem rechten Zeigefinger auf einen kleinen Garten direkt vor dem Haus, der mit einem kleinen Holzzaun, der auf einen Betonsockel montiert war, umgeben war.

Auf der anderen Seite war ein eingeschossiger Anbau im Karree, sodass sich in der Mitte ein kleiner Innenhof befand.

Hier war sogar ein kleiner Fahnenmast mit der bayrischen Flagge in das Modell eingebaut.

In diesen Räumen meine Herren wird die ganze Funktechnik untergebracht. Dies ist sozusagen der Arbeitsplatz der Funker. Vor dem Haus und in der Nähe eines Funkturmes werden jeweils ein Bunker gebaut.

In diesen unsicheren Zeiten halten wir es für geboten, den Schutz unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Brose streckte seinen rechten Zeigefinger nach oben und deutete damit die Gefahr möglicher Luftangriffe an.

Dann kam er zum wesentlichen Teil seiner Rede - die beiden Funktürme. Einer sollte etwa 80 Meter hoch und etwa 50 Meter vom Haus entfernt positioniert werden.

Der andere war mehrere Hundert Meter entfernt und ragte etwa 110 Meter in die Höhe. Das Fundament der Türme bildeten jeweils vier mächtige Betonklötze mit einer Kantenlänge von knapp 4 Metern und einer Höhe von etwa 3 Metern.

Auf technische Details ging Brose bewusst nicht ein. Einerseits traute er den Anwesenden in dieser Hinsicht wenig Sachwissen zu und andrerseits wollte er keine Angriffsflächen für die Befürworter des Agrarstaates liefern.

Daher machte er einen Schwenk zu einem bisher nicht bedachten beziehungsweise erwarteten Thema. Nämlich dem Standort der gesamten Anlage betreffend. Nun gab er wieder ein kleines Zeichen an einen seiner Mitarbeiter.

Dieser eilte mit einem Stativ und dem mitgebrachten Holzzylinder an die offene Seite der Tischformation. Nachdem er das Stativ mit wenigen Handgriffen aufgestellt hatte, zog er eine große Landkarte aus dem Zylinder und hängte diese auf.

Dann zog er noch einen Holzstab aus dem Zylinder und übergab diesen Brose.

Nun begann der beinahe geniale Schachzug des preußischen Majors. Wie er an die Informationen gekommen war, blieb sein Geheimnis.

Er wusste aber, dass die Standortfrage selbst bei den Gegnern des Projektes nie ausreichend bedacht worden war, für die Entscheidung allerdings sehr wichtig sein konnte.

Nun meine Herren fuhr Brose fort. Wir haben lange überlegt, wo diese Anlage gebaut werden soll und haben nur etwa 30 Kilometer vom Stadtkern entfernt, südwestlich von München, einen idealen Standort entdeckt. Wie Sie auf der Karte sehen, verläuft nördlich der Anlage ein kleiner Fluss, die Amper.

Dieser Fluss ist an den Ufern stark bewachsen und hat eine hohe Fließgeschwindigkeit. Daraus ergibt sich ein natürlicher Schutz vor Neugierigen.

Ferner liegt dieser Standort weit weg von den nächsten Ortschaften und da das Gebiet ziemlich bewaldet und schwer zugänglich ist, sollten Unbefugte ferngehalten werden.

Dies war entscheidend dafür, dass die Wohnungen der Angestellten mit höchstmöglichen Komfort gebaut werden, damit sich die Menschen auch wohl fühlen.

Die Versorgung der Funkerfamilien wird mit einem monatlichen Gütertransport aus München sichergestellt.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Zu jeder Wohnung gehört eine kleine Laube für die Entspannung oder wahlweise gemeinsame Abende mit den Kollegen.

Dieser Standort hat noch einen weiteren Vorteil.

Da er sehr abgelegen ist und man von außen wenig erkennen kann, dürften die umliegenden Bewohner nicht den Zweck der Anlage erkennen und so können beunruhigende Gerüchte vermieden und für das Land Bayern kann ungehindert geforscht und entwickelt werden.

Das hatte gesessen. Ein Raunen ging durch den Saal und Brose spielte wieder den Unterwürfigen. Er wandte sich dem Prinzregenten zu und machte wohl den tiefsten Diener seines Lebens.

Eure Majestät, ich versichere Ihnen, dass im Falle einer positiven Entscheidung eine Signalwirkung für das ganze Königreich Bayern entsteht und der technische Fortschritt ungeahnte wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen zum Wohle des Landes bringen wird.

Ich möchte ferner nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass der Kaiser höchstpersönlich dieses Projekt unterstützt und daher von Berlin die Hälfte der gesamten Kosten übernommen werden.

Er machte noch eine leichte Verbeugung in Richtung der übrigen Anwesenden, bedankte sich für die Aufmerksamkeit und ging zu seinem Platz zurück.

Nicht nur von der Heydte sondern auch alle Übrigen waren sichtlich von Broses Auftritt beeindruckt und so konnte bereits der Verzicht des Landwirtschafts-ministers auf seine Rede als gutes Omen gewertet werden.

Die Gesellschaft samt Prinzregenten zog sich nun zu Beratungen in diverse Nebenräume zurück. Nur Heydte und Brose blieben auf ihren Plätzen.

Als alle draußen waren drehte Brose sich zu seinem Nebenmann und sagte mit einem breiten Grinsen: Na Heydte, ich sagte doch bereits, wir werden det Kind schon schaukeln.

Heydte war immer noch stark beeindruckt, nickte leicht mit seinem Kopf und starrte wie gebannt auf das Modell der Anlage.

Brose stand auf und ging in Richtung Ausgang. Ick brauch mal frische Luft und dann zog er grinsend eine Zigarre aus der Innentasche seines Jacketts.

Nach einer halben Stunde kam er zurück und wenige Minuten danach füllte sich wieder der Saal.

Der Prinzregent ergriff das Wort. Meine Herren ich will es kurz machen. Wir haben bereits im Vorfeld in langen Debatten das Für und Wider erläutert und abgewogen. Ich gebe zu, dass eine gewisse Skepsis nie gänzlich zerstreut werden konnte.

Aber der heutige Vortrag des jungen Gesandten unseres Kaisers war so beeindruckend für mich, dass ich mir durchaus ein Gelingen dieses Projektes vorstellen kann.

Ich möchte die Minister und Staatssekretäre daher bitten, mir ihre Loyalität dem Königshaus und vor allem dem Königreich gegenüber zu zeigen und meinem Beispiel zu folgen.

Im Saal brach Jubel aus und man applaudierte dem Monarchen. In diesem Fall, sagte der Prinzregent, ist wohl eine Abstimmung unnötig geworden und wandte sich anschließend mit strengem Blick Brose zu.

Junger Mann, Sie haben es geschafft, mich zu überzeugen. Aber ich warne Sie, enttäuschen Sie mich nicht. Denn dann werde ich sie persönlich zur Verantwortung ziehen.

Brose schoss direkt aus seinem Stuhl hoch und verbeugte sich abermals so tief er konnte. Eure Majestät. Ich versichere Ihnen, dass ich alles in meiner Macht stehende unternehmen werde, damit das Projekt gelingt. Ich danke Ihnen von ganzen Herzen.

Der Prinzregent verließ nun den Saal und es bildeten sich kleine diskutierende Gruppen. Die meisten versammelten sich um das Modell und die Landkarte.

Es war bereits später Nachmittag und langsam wurde es dunkel. Brose gesellte sich zu dem Polizeipräsidenten. Heydte wissen Sie was, jetzt wird gefeiert. Ich habe bereits im Bayrischen Hof ein Dinner arrangiert und möchte Sie herzlich dazu einladen.

Heydte war überrascht und angetan von dieser Herzlichkeit. Er hatte aber andere Pläne für diesen Abend und sagte mit großem Bedauern ab. Macht nichts sagte Brose, wir finden bestimmt einen anderen Termin.

Aber jefeiert wird auf alle Fälle oder ? Heydte nickte und lächelte. Ja lieber Brose, das lassen wir uns nicht entgehen. Ehrenwort!

Er ging zur Garderobe und holte seinen Mantel und den Hut. Dann lief er die Treppe hinunter und rannte auf die Straße. Er hätte in diesem Moment vor Stolz und Freude platzen können.

So viel Arbeit und immer gegen den Widerstand der ewig Gestrigen. Nun war es geschafft und er konnte sich in der kommenden Zeit der Realisation des Projektes widmen. Er hätte am liebsten die ganze Welt umarmt oder wenigstens München.

Die Luft war klar und aufgrund der Minustemperaturen knirschte der Schnee unter seinen Füssen.

Es schneite wieder, aber nur leicht und im mageren Schein der Straßenlaternen ging er die Prannerstrasse etwa 500 Meter stadtauswärts und bog dann in eine kleine Nebenstraße ein.

Er kannte den Weg. Die Gegend war ihm vertraut. Wieder bog er ab und je näher er seinem Ziel kam, desto nervöser wurde er.

Heydte schaute sich mehrfach um, als wenn er Angst vor einer Verfolgung hatte.

Dann stand er plötzlich vor der Haustüre eines typischen Arbeiterwohnblocks und öffnete die unverschlossene Haustüre.

Er konnte kaum etwas erkennen, aber er wusste, wie er an sein Ziel kam.

Die Wohnung lag in der zweiten Etage und Heydte öffnete mit einem mitgebrachten Schlüssel die Wohnungstür und trat ein.

Kapitel - 3

Clara

Der schmale Flur vor ihm war nur schwach mit ein paar Kerzen beleuchtet. Am Ende des Flurs drang aus einem Zimmer ebenfalls schwaches Kerzenlicht. Dann kam sie heraus, besser gesagt stürzte sie aus dem Zimmer und fiel ihm stürmisch um den Hals.

Sie trug lediglich ein durchsichtiges Negligés. So konnte man den wunderschönen Körper und die kleinen wohlgeformten Brüste gut erkennen. Während sie ihn leidenschaftlich küsste und dabei ihre Zunge ganz tief in seinen Mund schob, fing sie an, ihm die Kleidungsstücke auszuziehen.

Von der Heydte ließ alles mit sich geschehen und war wie paralysiert.

Nachdem die Oberbekleidung am Boden verstreut war, sank Clara auf ihre Knie und fing an, die Schuhe und auch den Rest der Kleidung auszuziehen. Dabei streichelte sie mit einer Hand über sein Glied und nachdem die komplette Kleidung auch im Flur verteilt worden war, nahm sie es in ihren Mund und ließ ihre Zunge nun darüber gleiten.

Von der Heydte bekam sofort weiche Knie und sank mit seinem Oberkörper gegen die Wand. Für einen Moment hatte er das Gefühl zu schweben. Clara rieb nun heftiger sein Glied mit ihrer linken Hand und ihre Zunge kreiste wie wild in ihrem Mund. Nebenbei glitt ihre rechte Hand zwischen ihre Schenkel und sie begann ihre Klitoris zu streicheln.

Von der Heydte spürte bald, wie sich alles in seiner Lendengegend zusammenzog und da er nicht wollte, dass nach kurzer Zeit schon alles vorbei sein sollte, nahm er zärtlich Claras Oberarme und zog sie sanft hoch.

Clara legte beide Arme um seinen Hals und während sie sich etwas hochzog, umschlang sie mit ihren Beinen seine Hüfte.

Dabei drang er in ihr ein und Clara warf ihren Kopf zurück, schloss die Augen und stöhnte. Er trug sie in das Schlafzimmer und beide fielen auf das Bett.

In den wenigen Augenblicken, seit er sich in der Wohnung befand, hatte sie seine vollste Leidenschaft geweckt. Der eher biedere Amtsmann war zum Wolf mutiert und mit festen Stößen brachte er nun Clara zum Kochen.

Sie lagen engumschlungen auf dem Bett, küssten sich leidenschaftlich und fast wirkte es so, als ob aus zwei menschlichen Zellen eine werden sollte.

Es war noch keine Minute vergangen, als er in ihrer Vagina eine starke Kontraktion spürte. Clara riss den Kopf nach hinten und schrie mit weit geöffneten Augen ihren Orgasmus in die Stille des Raumes.

Die feste Umklammerung löste sich ein wenig und von der Heydte verlangsamte etwas das Tempo, damit sie wieder zu Atem kam.

Während er ihre Brüste, den Hals und ihren Mund küsste, griff er mit seiner rechten Hand unter ihr Gesäß und drückte es fester gegen seinen Körper.

Clara war wie in Trance. Sie zog etwas die Beine an sich heran und presste ihn mit beiden Händen gegen ihr Becken.

An ihren Augen konnte er erkennen, was nun bald wieder passieren würde.

Diesmal war der Orgasmus wesentlich heftiger als zuvor. Clara schrie so laut sie konnte und als sich wieder ihre Vagina zusammenzog, verließ ein heftiger Strahl ihren Körper, der die gesamte Bauchdecke von Heydte übergoss.

Er konnte nun auch nichts mehr zurückhalten. Eine große Menge warme milchige Flüssigkeit ergoss sich in ihr und danach fielen die zuckenden Körper auseinander.

Obwohl das Liebesspiel nicht lange gedauert hatte, waren beide fast ohnmächtig und sanken in einen leichten Schlaf.

Da sie sehr intensiv miteinander beschäftigt gewesen waren, hatten sie nicht bemerkt, dass die Wohnungstüre geöffnet worden war und eine fremde Person bis zum Schlafzimmer gegangen und ein wenig die Szene beobachtet hatte. Anschließend hatte der Fremde die Wohnung wieder auf Zehenspitzen verlassen.

Nachdem beide aus dem komaähnlichen Zustand erwachten, begann das Feuer der Leidenschaft erneut zu lodern und nach mehreren Stunden in Amors Himmel ließen sie endlich voneinander ab und betraten das Reich der Träume.

Mitten in der Nacht wachte von der Heydte auf und ging in die Küche, um etwas zu trinken. Als er wieder im Bett war, konnte er nicht mehr einschlafen. Neben ihm lag Clara zusammengerollt wie ein Kleinkind und schlief tief und fest.

Er sah sich ihren wunderschönen Körper an, die sinnlichen Lippen unter den rehbraunen Augen, umwoben von langem pechschwarzen Haaren.