Ha ? Wos ? Naa ! - Herbert von Bruck - E-Book

Ha ? Wos ? Naa ! E-Book

Herbert von Bruck

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Beschreibung

Wir leben in einer Welt, die zunehmend von Hass, Neid und unendlicher Gier geprägt ist und insgesamt daher eine schlechte Entwicklung nimmt.
Mit meiner Sammlung aus zum Teil eigenen Erlebnissen und zum anderen aus rein erfundenen Geschichten möchte ich die Leser für einen kurzen Moment in eine andere Welt entführen und hoffentlich zum Lachen bringen.
Humor ist aber bekanntlich reine Geschmackssache. Aber meine Hoffnung ist, dass ich viele Menschen mit diesem Buch erreichen werde.

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Veröffentlichungsjahr: 2018

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Herbert von Bruck

Ha ? Wos ? Naa !

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Kapitel 1 -Urlaub in Italien

 

 

 

Anfang des Jahres 1983 nahm das Unglück seinen Lauf. Mein Kumpel Herbie sagte zu mir, dass wir unbedingt nach Italien fahren müssten. Dort gäbe es eine sagenhaft schöne und einmalige Unterwasserwelt, die mich als Tauchanfänger faszinieren würde.

An einem verlängerten Wochenende packten wir unsere Ausrüstung in die Autos und fuhren samt Freundinnen in Richtung Genua.

Der erste größere Stress traf uns an der ersten Mautstelle in Italien. Wir hatten keine Lire (damalige Währung vor Einführung des Euros) dabei, da laut Herbie der Umtausch in Italien angeblich günstiger sein würde. So waren wir gezwungen, in DM zu bezahlen.

Der Mautmensch legte einen willkürlichen Kurs fest, den ich nicht akzeptieren wollte. Ich stellte mein Fahrzeug ab und begann eine zunächst sachliche Diskussion, die allerdings in kürzester Zeit eskalierte.

Jedenfalls spürte ich plötzlich das dringende Bedürfnis, den Mautmenschen zu watschen. Zu diesem Zweck griff ich durch eine kleine Öffnung nach dem Menschen, um diesen herauszuziehen. Technisch war dies allerdings unmöglich, weil die Öffnung viel zu klein war und die Figur dieses Typen eher einem Kartoffelsack glich.

In meiner Wut habe ich dies jedoch nicht bemerkt. Als ich den Kerl gerade am Hemd gepackt hatte, hörte ich hinter mir ein metallisches Geräusch, so, als ob eine Waffe durchgeladen wurde.

Ich drehte mich um und sah zwei Carabinieri. Der Jüngere von beiden zielte mit einer Maschinenpistole auf mich und der Ältere sagte irgendetwas auf italienisch zu mir, was ich nicht verstand.

Aufgrund der etwas bedrohlichen Situation ließ ich den Mautmenschen los, zahlte und fuhr mit meinen Freunden weiter in südliche Richtung.

Die Idee, mit Überlandfahrten die Mautgebühren zu sparen, erwies sich als ziemlich idiotisch. Nach etwa dreizehn Stunden fast ununterbrochener Fahrt erreichten wir endlich Genua.

Als nächstes sah Herbie`s Plan vor, einen Campingplatz in Genua ausfindig zu machen. Obwohl wir uns noch in der Vorsaison befanden, wurden wir an mehreren Plätzen mit der Begründung abgewiesen, dass angeblich alles ausgebucht sei.

Beim vierten oder fünften Versuch kamen wir nicht einmal dazu, aus unseren Fahrzeugen auszusteigen, als ein alter, etwa siebzigjähriger Italiener aus dem Areal herauslief.

Er schrie aus Leibeskräften: NIX ALLEMANIA – NIX ALLEMANIA, spuckte dabei immer wieder auf den Boden und sprang danach jeweils auf seinen eigenen Auswurf drauf.                  

Nach diesem Vorfall beschlossen wir, unser Glück außerhalb von Genua zu versuchen.

Die Fahrt durch Genua in westlicher Richtung legte endgültig unsere Nerven blank. Das überaus hektische Chaos mit ständig hupenden und wild gestikulierenden Autofahrern ist für einen an Disziplin und Ordnung gewöhnten Menschen nicht zu ertragen. Jedenfalls brach über uns große Erleichterung herein, als wir diese Stadt verlassen konnten.

Als am Straßenrand ein Ristorante auftauchte, legten wir eine kleine Pause fest und stellten unsere Fahrzeuge auf der gegenüberliegenden Seite ab.

Nach etwa einer halben Stunde kamen wir zurück und stellten voller Entsetzen fest, dass das Auto meines Kumpels aufgebrochen und sämtliche Papiere, das Geld und die Kamera verschwunden waren.

Dies war der erste Moment, als ich ernsthaft an eine sofortige Rückfahrt dachte.

Wir setzten nach dem ersten Ärger dennoch unsere Reise fort und fanden gegen Abend eine traumhafte Bucht am Meer, wo wir unsere Zelte aufbauten.

Nach all den Aufregungen waren wir zur Aufnahme fester Nahrung nicht mehr fähig. Wir besorgten uns daher in einem nahe gelegenen Supermarkt mehrere Flaschen billigen Rotweins und schütteten uns ebenso zielstrebig wie sinnlos die Birne voll.

Am nächsten Tag wurde ich von einem höllischen Geschrei geweckt. Ich kroch aus dem Zelt heraus und sah nach oben zur Uferstraße. Dort befanden sich ca. 30 Italiener, die wild gestikulierend und laut schreiend immer wieder auf eine bestimmte Stelle am Strand zeigten.

Was war passiert??

Die Freundin meines Kumpels hatte in der Nacht im Vollrausch mitten auf den Strand geschissen.

Meine Gedanken in dieser Situation waren ebenso einfach wie grausam. Ich dachte mir, dass ich den ersten Italiener, der mir zu nahe kommen sollte, mit einem mitgebrachten Klappspaten totschlagen sollte.

Danach müsse man abwarten, wie sich der Rest verhalten würde. Glücklicherweise kam es zu keiner Konfrontation. Es entwickelte sich sogar so ne Art friedliche Koexistenz. Wir und die Einheimischen waren cirka 20 Meter entfernt und durch diesen besagten Haufen getrennt gemeinsam in der kleinen Bucht.

Uns wurden allenfalls ein paar böse Blicke zugeworfen, die ich entsprechend zu erwidern wusste.

Später wurde der Frieden durch Begräbnis des Haufens wieder vollständig hergestellt.

Mein Kumpel und seine Freundin fuhren nun zur deutschen Botschaft zwecks Beschaffung von Ersatzpapieren und Geld. Ich und meine Freundin versuchten mittels spezieller Übungen uns Vergnügen und Entspannung zu verschaffen; frei nach dem Motto: Wenn das Zelt wackelt, muss es nicht immer der Wind sein.

Am Nachmittag kamen unsere Freunde freudestrahlend zurück und berichteten, dass alles gut gelaufen sei. Ich fragte meinen Kumpel Herbie, was wir nun tun könnten.

Er meinte, wir sollten unseren ersten Tauchgang absolvieren und holte aus seinem Auto, ein Kleinwagen schwedischen Fabrikats, die Ausrüstung heraus.

Wir zogen uns an und schwammen etwa 200 Meter ins offene Meer, um dann bis auf 25 Meter abzutauchen.

Von der wunderbaren Unterwasserwelt war absolut nichts zu sehen. Es gab weder Pflanzen, noch Tiere. Das einzige Lebewesen, das ich sah, war ein toter Fisch. Als sich dann noch das Wasser verdunkelte und wir vor lauter Dreck nicht einmal unsere Hand vor Augen erkennen konnten, gab ich das Zeichen zum Auftauchen und wir schwammen ans Ufer zurück.

Nachdem wir wieder entkleidet waren, fragte ich meinen Kumpel Herbie, was wir nun tun könnten.

Er sagte zu mir, dass wir mit dem Schlauchboot aufs Meer fahren könnten und zog aus seinem Kleinwagen ein Fünfmanngummischlauchboot heraus. Mir ist es bis heute ein Rätsel, wie dieses gewaltige Teil in das wirklich kleine Auto reingepasst hat.

Dazu hatte er eine mickrige Luftpumpe mitgebracht und der nun folgende Kraftakt, um das Boot aufzupumpen, nötigte uns sehr viel Schweiß und Zeit ab. Wir packten nun das Boot und rannten zum Meer. Als wir endlich losschippern wollten, sagte plötzlich die Freundin meines Kumpels, dass sie auch mitwolle.

Dies wäre unter normalen Umständen nicht erwähnenswert; jedoch war die Frau bei einer Körpergröße von 1,60 m etwa 150 kg schwer. Wir hievten die Frau gemeinsam ins Heck des Bootes. Danach ragte der Bug aus dem Wasser heraus. Wir kletterten anschließend auf den selbigen, um das Boot wieder auszutarieren.

Dann ruderten wir unter größter Anstrengung aufs offene Meer hinaus. Nach etwa 50 m hörte ich hinter mir seltsame Stöhngeräusche. Ich drehte mich um und erkannte sofort, dass die Frau schwer seekrank geworden war.

Sie lag zusammengekauert am Boden, japste nach Luft und war so grün im Gesicht wie ein Frosch.

Wir ruderten so schnell es ging ans Ufer zurück und hievten die Frau wieder aus dem Boot heraus, die noch halbtot und grün im Gesicht der christlichen Seefahrt abschwor.

Mein Bedarf an Aktivitäten welcher Art auch immer war nun gedeckt und ich sagte zu Herbie, dass ich nicht mehr tauchen und auch nicht mehr Schlauchboot fahren wolle.

Ich möchte nur noch eines, nämlich nach Hause fahren.

Dies hat mir mein Kumpel sehr übel genommen, denn nach unserer Rückkehr hat er lange mit mir nicht mehr gesprochen.

Wir verbrachten dennoch ein paar schöne Tage in diesem Land und fuhren eigentlich gutgelaunt wieder in Richtung Heimat zurück.

Der grausame Zufall wollte allerdings, dass uns kurz vor der österreichischen Grenze der Sprit ausging.

Ich bog in eine Autobahntankstelle ein, mit dem Ziel, für maximal 5 DM zu tanken. Nach der Grenze wollte ich dann in Österreich zu deutlich besseren Konditionen den Tank voll machen.

Meine Freundin ging mit einem Fünfzigmarkschein in das Kassenhaus und kam mit gefalteten Händen wieder heraus, öffnete die Beifahrertür und setzte sich ins Auto. Ich fragte nach dem Inhalt ihrer Hände und sie meinte nur, dass dies das Wechselgeld sei. Das Rückgeld bestand ausschließlich aus kleinen Münzen.

Ich spürte deutlich das aufsteigende Adrenalin, riss die Fahrertür mit der Absicht auf, den Tankwart physisch zu disziplinieren.

Meine Freundin schaffte es jedoch, mich zu beruhigen. Dennoch fasste ich einen Entschluss:

 

                   NIE MEHR WIEDER ITALIEN !!!!