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In meiner Geschichte möchte ich über leidvolle Erfahrungen, vor allem meiner Frau, in unserer Gesellschaft berichten und auch etwas zum Nachdenken anregen Mit den Autobiographien meiner aus der ehemaligen DDR stammenden Frau und von mir selbst verbinde ich die Hoffnung, das innere Gleichgeicht zu finden und mit der Vergangenheit abzuschliessen
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Seitenzahl: 139
Veröffentlichungsjahr: 2015
www.tredition.de
Herbert von Bruck
Tage ohneTränen
www.tredition.de
© 2015 Herbert von Bruck
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7323-5888-5
Hardcover:
978-3-7323-5889-2
e-Book:
978-3-7323-5890-8
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Tage ohne Tränen
Es war einmal ein Vogel. Er war nicht besonders schön und hatte auch sonst keine herausragenden Eigenschaften. Aber er konnte die Gefahr spüren und wenn sie da war, dann stieg er auf und flog so hoch wie kein anderer Vogel.
Es waren einmal zwei Menschen, die aus dem Nichts kamen und wohl auch dorthin wieder zurückkehren werden. Beide wurden bereits nach der Geburt für tot erklärt, aber sie ließen sich nicht neutralisieren und kämpften sich durchs Leben.
Dies ist die Geschichte einer Frau, die in der DDR geboren wurde und einem Mann, der im Westen der Bundesrepuplik Deutschlands aufwuchs.
Kapitel 1
Tage ohne Tränen
Ich, mein Pseudonym hier ist Mike, hatte mal wieder eine Trennung hinter mir. Es sollte die zweite Ehe sein, die zerbrach. Nach der Trennung zog ich in eine kleine Wohnung in der Nähe von Frankfurt / Main.
Ich war zu der Zeit nicht unbedingt im Reinen mit mir selbst, da ich sehr große Hoffnungen in diese Ehe gesetzt hatte. Ich war auch nicht der Typ, der sofort heiratet. Ich kenne mich sehr gut und weiß, dass ich auch viele Ecken und Kanten habe und vor meinen Ehen schon so manche Beziehung an meinen sozialen Unzulänglichkeiten zerbrochen war. Doch bei Elke war ich mir absolut sicher und hielt nach etwa sechs Jahren „wilder Ehe“ um ihre Hand an. Ein paar Monate nach der Heirat fingen die Probleme an. Wir diskutierten uns halb zu Tode, ohne dass es irgendwas gebracht hätte. Aus meiner Sicht längst geklärte Probleme wurden von ihr wieder detailliert aufs Tableau gebracht. Sie fing auch damit an, alles irgendwie aufzurechnen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass gleichartige Leistungen unterschiedlich und zwar zu ihrem Vorteil gewichtet wurden. Als dann noch ihre neurotische Tochter, die mit uns zusammenlebte, massiv in das Geschehen zu meinen Ungunsten in die Ehe eingriff und Elke sich sehr beeinflussen ließ, zog ich die Reißleine und verschwand.
Aber den Kopf nach der Trennung hängen lassen war auch nicht so mein Ding. So versuchte ich über alles hinweg zu kommen, indem ich in der Freizeit möglichst viele Aktivitäten entwickelte.
Ich traf mich mit Freunden, war sportlich aktiv, fuhr mit meinem Motorrad durch die Gegend oder ließ mich ab und zu mal in einem der Saunaclubs verwöhnen.
In meiner Kindheit war ich ein begeisteter Angler gewesen, allerdings nicht unbedingt im legalen Bereich. Ich beschloss daher, den Angelschein zu machen und meldete mich bei der zuständigen Behörde für einen Kurs über zwei Wohenenden an. Zusätzlich machte ich mich über den umfangreichen Prüfungsstoff her und investierte relativ viel Zeit in diese Sache.
Eine weitere Aktivität fand im Internet statt. Warum nicht die Frauen auf diese Weise kennen lernen ? Die klassischen Möglichkeiten lehnte ich schon länger ab. Es war nicht mein Ding, sich ganze Abende in irgendwelchen Diskotheken oder sonstigen Lokalen rumzutreiben um eventuell mal was für die Kiste abzuschleppen. Ferner waren meine Tanzkünste arg begrenzt, sodass es sicher schwierig war, jemanden anzubaggern.
Dieses für mich in dieser Beziehung neue Medium Internet bot scheinbar ungeahnte Möglichkeiten. Man schrieb mal schnell ein paar belanglose Sätze an irgendwelche Frauen und konnte so eventuell einen Kontakt knüpfen. Dies war auch umgekehrt der Fall, sodass ich innerhalb kürzester Zeit so was wie ein kleines Netzwerk aufgebaut hatte. Bei gegenseitiger Sympathie schlug ich ein Treffen vor und tauschte meist auch die Telefonnummern aus. Dies klappte erstaunlich gut und so wollte ich auch mein Leben entsprechend ausrichten. Nur lockere Verbindungen ohne Verpflichtung und das zu möglichst mehreren Frauen.
Die Erfahrungen, die man im Internet mit der Partnersuche macht, sind allerdings nicht immer positiv.
Ich hatte da eine Frau aus dem Süden von Frankfurt kennengelernt und es lief erst mal sehr angenehm bis sie aus welchen Gründen auch immer einen Treuetest durchführte, den ich natürlich nicht bestand.
Ich fühlte mich über den Tisch gezogen und beschloss, das Internetgeschäft aufzugeben. Ich hatte ja eh diverse Telefonnummern bereits abgeschöpft und war aktuell nicht unbedingt darauf angewiesen. Daher löschte ich den Account.
Die Bekannte, die hierfür verantwortlich war, meldete sich wieder telefonisch bei mir und entschuldigte sich für ihr Verhalten. Wir diskutierten einige Zeit miteinander und sie überredete mich, den Account wieder anzumelden.
Da ich von der Sache nur noch halbwegs überzeugt war, waren die Informationen über mich relativ dürftig, die ich bei dem neuen Versuch in mein Profil einstellte. Ich lud allerdings mein Foto wieder hoch und durch die neue Anmeldung erschien mein Foto auf der Mainsite der PV.
Kurz darauf war mal wieder ein Gästebucheintrag in meinem Account. Eine Nancy aus Magdeburg. Der Eintrag war sehr liebevoll gemacht.
Sie hatte mein Foto auf der Mainsite gesehen und fand mich interessant. Doch ich war in diesem Moment noch nicht so überzeugt von diesem Medium und reagierte einfach nicht darauf.
Ferner hatte ich mich bei ihr im Account umgesehen und war nicht so sehr angetan, zumal sie fünf Jahre älter war und ich mir einfach jüngere Frauen wünschte.
Doch nach 2 Tagen war schon wieder ein Eintrag da. Wieder sehr schön und liebevoll gemacht. Die ist aber hartnäckig dachte ich mir.
Denn bei unserer oberflächlichen Gesellschaft lässt es sich keiner so recht gefallen, wenn man auf eine Zuschrift einfach keine Antwort erhält. Nicht so Nancy.
Sie ließ einfach nicht locker und so verwunderte es mich nicht, dass nach meiner Antwort ( ich danke für den schönen Eintrag und blablabla. ) sofort wieder eine Nachricht kam. Sie fragte nach, warum so wenig Informationen über mich eingetragen sind und forderte mich einfach auf, mehr über mich zu erzählen. Ich rückte mit den für meine Person üblichen Dingen heraus. Naja zwei Kinder aus der ersten Ehe; die Trennung von der zweiten Ehefrau läuft und so weiter.
Nichts was mehr als 2 Millimeter unter der Oberfläche wäre. Warum auch ? Ich brauche sowieso lange, um ein wenig Vertrauen aufzubauen. Außerdem war ich aktuell gar nicht an feste Beziehungen interessiert.
Es lief wie automatisiert ab.
Zuerst Kontakt über GB-Eintrag herstellen, dann wird immer heftiger gechattet und plötzlich will man auch die Stimme kennenlernen und man tauscht die Telefonnummern aus.
Ich rief zum verabredeten Zeitpunkt an und war erst mal etwas konsterniert. Am anderen Ende des Rohrs meldete sich eine Frau mit einer ziemlich tiefen Stimme. Ich sagte meinen Namen und war erst mal ruhig. Sie fragte mich, warum ich nichts mehr sagte und ehrlich wie ich mal bin, erklärte ich meine Verwunderung bezüglich ihrer Stimme. Sie fragte sofort, ob ich damit ein Problem hätte und ich verneinte dies. Damit war sehr schnell das Eis gebrochen und wir telefonierten täglich und immer länger. In einen dieser Telefonate sprach ich dieses Wochenende im Mai 2008 an, wo ich mit dem Feiertag ( Christi Himmelfahrt ) samt Brückentag vier Tage am Stück frei hatte.
Als ich meinte, dass es ziemlich langweilig werden könnte, sagte Nancy einfach, dass sie mich besuchen würde.
Zuerst glaubte ich, verarscht zu werden. Denn wer fährt schon durch die halbe Republik nur für einen Date ? Doch sie versicherte mir die Ernsthaftigkeit und so planten wir unser Treffen. Ich klärte sie auch über meine Wohnverhältnisse auf und machte sie darauf aufmerksam, dass es in dieser kleinen Butze auch nur ein Bett gab.
Sie meinte nur, dass sie sich im Bedarfsfall auch wehren könnte aber im übrigen sich nach all den Gesprächen nicht vorstellen konnte, dass ich ein Spinner oder gar Verbrecher wäre. Das hat mich dann doch sehr beindruckt und so machte ich auch einen Plan in Bezug auf die Aktivitäten am Wochenende. Am Anreisetag wollte ich sie nicht so sehr beanspruchen, da die Zugfahrt doch einige Stunden dauern sollte und es zu der Zeit auch sehr heiß war. Am zweiten Tag war ein Ausflug in die Mainmetropole mit einer Schifffahrt geplant.
Dies war bei den diversen Besuchen in der Vergangenheit immer gut angekommen. Den dritten Tag wollte ich mit einer kleinen Motorradtour ausfüllen und fragte sie, ob Interesse besteht. Sie sagte sofort begeistert zu.
Ein paar Tage später war es dann so weit. Ich besorgte Lebensmittel und am Anreisetag schrubbte ich meine Bude. Zwischendurch simsten wir miteinander. Die Spannung stieg und dann musste ich schon aufbrechen zum Frankfurter Hauptbahnhof, um Nancy abzuholen. Da ich zu der Zeit kein Auto besaß ( ich war gerade auf einem exzessiven Ökotrip ), fuhr ich mit der U-Bahn in Richtung Hauptbahnhof.
Ich fuhr jeden Tag mit diesem Gerät zur Arbeit und schwöre, dass die Bahn in den letzten Wochen vor diesem Tag immer pünktlich kam.
Nur jetzt, wo es auf Pünktlichkeit ankam, weil ich ja noch umsteigen musste, war von dem Zug nichts zu sehen.
Ist es Einbildung oder Realität, dass exakt dann wenn man unter Termindruck steht, die öffentlichen Verkehrsmittel versagen ?
Ich verfluchte den Tag, an dem ich beschloss proaktiv für das Klima tätig zu werden und daher das Auto verkaufte. Ich will es kurz machen. Die Bahn kam dann doch noch und ich war fünf Minuten vor der Ankunft des Zuges aus der ehemaligen DDR am entsprechenden Gleis. Ich wusste, dass sie nicht soviel Glück gehabt hatte wie ich und nach der Wende wie viele andere auch die Arbeit verloren hatte und nun von der Unterstützung des Arbeitsamtes lebte.
Ich erwartete daher ehrlich gesagt nichts besonderes und kleidete mich auch sehr einfach, um sie nicht zu verunsichern.
Es liefen etliche Leute an mir vorbei, bis ich sie endlich sah und ich war sofort elektrisiert. Entgegen meiner Vorstellung war Nancy sehr gut gekleidet und lächelte mich an.
Ich war erst mal sprachlos, fing mich aber wieder und nahm ihr den Koffer ab. Es war sofort eine Spannung in der Luft, wie ich es bisher selten erlebt hatte.
Wir gingen zur U-Bahn und redeten miteinander über eher belanglose Dinge. Heute kann ich gar nicht mehr sagen, ob ich wirklich zugehört habe. Ich war einfach sehr angetan von ihr und umgekehrt war es wohl nicht viel anders. Ich glaube wirklich nicht an die Liebe auf den ersten Blick. Aber was war denn das sonst ? Und wen wundert es, dass wir noch nicht mal eine Stunde nach dem Eintreffen in meiner Wohnung im Bett lagen und den restlichen Tag und einen ziemlichen Teil der Nacht uns stürmisch liebten.
Uns hatte ein Blitz getroffen und so konnten wir die nächsten Tage gar nicht genug voneinander kriegen.
Wir zogen zwar meine geplanten Aktivitäten durch, waren aber jedes mal froh wieder in der Wohnung zu sein um wie wahnsinnig übereinander her zu fallen.
Ein irres Wochenende, wie ich es nie vermutet hätte. Auch macht die Liebe nicht vor dem Alter halt. Wenn mir in jungen Jahren jemand erzählt hätte, dass man auch in einem etwas höheren Alter sexuell sehr aktiv sein kann, dann hätte ich diesen für absolut verrückt erklärt. Aber das Feuer brannte nun mal und bei der Abreise war klar, dass wir uns wieder sehen würden.
Tage ohne Tränen.
Kapitel 2
Wiedervereinigung auf privater Ebene
In den kommenden Tagen telefonierten wir immer länger und bereits nach einer Woche war sie wieder bei mir. Wir probten dann schon für die Zukunft könnte man sagen. Ich ging in die Arbeit und sie kümmerte sich um die Wohnung und bereitete jeden Abend ein herrliches Essen zu.
Es stellte sich heraus, dass Nancy sehr unglücklich war. Die Arbeitslosigkeit und auch die Tatsache, dass sie bei ihrem Job in der Gastronomie nur drei Euro die Stunde verdiente, war schon heftig genug. Dazu kam aber noch, dass ihr Sohn, der bei ihr lebte, ein völliger Versager war. Von Arbeitsverweigerung über Lügen, Diebstahl und Drogen hatte dieser Zeitgenosse alles drauf. Nur was die positiven Werte betraf, war dieser Mensch mit seinen 24 Jahren absolut resistent. Diesen Zustand machte Nancy bereits seit Jahren durch und wie es sich später herausstellte, war der Nachkomme so etwas wie ein Klon seines Vaters. Das heißt, dass vor dem sozialen Abstieg des Sohnes ( bis zum Schulabschluss lief es einigermaßen vernünftig ab ) eine längere nervenaufreibende Ehe mit einem anderen Versager lief.
Nancy hatte die Schnauze voll und wollte einfach nur weg. Ihr Plan war es, in Frankfurt einen Job zu finden und das alte Leben zu beenden. Ich sagte ihr meine Unterstützung zu und da wir beide keine feste Beziehung suchten, wollte sie sich nach kurzer Zeit eine eigene Wohnung suchen, falls es mit dem Job klappen sollte. Bis dahin wollten wir in meiner Dreiunddreißig Quadrat Meterschachtel leben.
Die Woche war sehr schnell vorbei und ich begleitete sie schon wieder zum Bahnhof. Der Abschied fiel uns beiden nicht leicht, aber es musste sein.
So weit ich mich erinnern kann dauerte es keine vierzehn Tage und sie kam abermals.
Anlass war eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungstermin bei einer Zeitarbeitsfirma in Offenbach. Sie fuhr an diesem Tag direkt von Magdeburg nach Offenbach zu dieser Firma und kam erst am späten Nachmittag zu mir. Als sie dann mit breitem Grinsen in der Türe stand, wusste ich sofort – sie hatte den Job.
Zunächst war ich von den Bedingungen dieser Zeitarbeitsfirma nicht so begeistert. Wie soll einer, der 7,00 EUR brutto in der Stunde verdient, würdevoll über die Runden kommen ? Wie konnte es überhaupt soweit kommen, dass in diesem Land viele arbeitswillige Menschen in die Zeitarbeit zu derart beschissenen Konditionen gedrängt worden sind. Wieder mal ein Beispiel dafür, dass die Politik jämmerlich versagt hat und solche Entwicklungen nicht bremst oder beseitigt, sondern auch noch fördert. Manchmal wünsche ich mir, dass unsere hochqualifizierten Politiker mal unter diesen Bedingungen leben sollten, um wieder den Bezug zur Basis finden zu können.
Sei es drum, es sollte nur ein Einstieg in eine bessere Zukunft sein und zwei Wochen danach kam Nancy ein letztes Mal am Hauptbahnhof an und weil sie sich schon etwas auskannte, fuhr sie selbständig zu meiner Wohnung.
In den kommenden Wochen vertieften wir unsere Gefühle und von daher war es nur ein logischer Schritt, dass wir beschlossen, es gemeinsam zu versuchen.
Von daher gingen wir nun auf Wohnungssuche und schauten uns verschiedene Objekte an. Da ich nur ein Motorrad besaß und wir ohne Sicherheitskleidung keinen Meter fuhren, war unser Outfit nicht unbedingt ansprechend. Bei diversen Terminen hatte ich jedenfalls den Eindruck, dass wir etwas gemustert wurden.
Ich will ja nicht lästern, aber das Hessenvolk ist schon etwas gewöhnungsbedürftig und in den ganzen Jahren, die ich in Hessen gelebt habe, ist es mir bis auf eine Ausnahme nicht gelungen, Kontakte aufzubauen. Diese Erfahrungen haben allerdings auch andere „Immigranten“, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe, gemacht. Es war daher nicht verwunderlich, dass es ein Ausländer mit deutscher Staatsbürgerschaft war, mit dem wir uns auf Anhieb verstanden und dessen Wohnung auch vollkommen unseren Vorstellungen entsprach.
Diese befand sich im Hochtaunus direkt am Südhang mit einem kleinen Garten und einer großen überdachten Terrasse. Hinter uns lag der Hochtaunus mit unendlich viel Wald. In südlicher Richtung konnten wir sogar die Skyline von Frankfurt sehen. Einfach genial.
Wir unterschrieben sofort den Mietvertrag und etwa sechs Wochen danach zogen wir ein. In der Zwischenzeit bestellten wir uns Möbel und die vielen kleinen Utensilien, die man in einem Haushalt braucht. Wir hatten ja nichts und es stellte sich schnell heraus, dass Nancy einen sehr guten Geschmack hatte und auch wusste, was wir wirklich brauchten. So überließ ich es ihr, die neue Wohnung einzurichten und kümmerte mich lediglich um die Finanzierung, was mir als gelernten Kaufmann keinerlei Probleme bereitete. Mit dem Vormieter hatte ich mich auf eine kürzere Kündigungsfrist einigen können, weil dieser seine Wohnung verkauft hatte und der neue Eigentümer möglichst kurzfristig über sein Eigentum verfügen wollte.
Das Möbelgeschäft lieferte termingerecht das Schlafzimmer und eine Essgarnitur an und so konnten wir sofort unsere neue Wohnung in Gebrauch nehmen, zumal eine Küche bereits vorhanden war.
Nur die Wohnzimmermöbel waren noch nicht da und so bekamen wir Ersatzmöbel bis zur Lieferung der bestellten Teile.
Schon damals fiel mir auf, wie sehr Nancy darauf bedacht war, eine absolute Wohlfühloase zu schaffen.
Die Wohnung sollte nicht nur als Schlaf- und Aufenthaltsraum dienen. Sie legte allergrößten Wert auf Behaglichkeit und achtete streng darauf, dass alles nicht nur funktional war sondern auch optisch zusammenpasste. Dies zeigte sich besonders in der Gestaltung des Gesamten mithilfe von diversen Accessoires. Nebenbei stürzte sie sich in den verwilderten Garten und schuf im Laufe der Zeit ein kleines Refugium.
Ich hatte beruflich ein schweres Jahr hinter mir mit viel Arbeit, wenig Urlaub und viel Stress. Und dann der Umzug. Meine Akkus waren leer und so beschlossen wir, ein
