Der Schatzberg Band 3 - Radu Cinamar - E-Book

Der Schatzberg Band 3 E-Book

Radu Cinamar

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Beschreibung

In diesem dritten Band der Schatzberg-Reihe treffen wir Cezar wieder, den einige in Band 2 schmerzlich vermisst haben. Er und Radu gehen auf eine Reise, die in Rumänien startet und durch eine Art Hyperraum-Tunnel bis nach Ägypten führt. Entgegen einer normalen Heldenreise, die zu einem Höhepunkt führt und dann wieder eine Auslaufsequenz hat, geschieht hier, was in jedem dieser außergewöhnlichen Bücher passiert: Die Schwingung des Lesers, der sozusagen mit auf diese Reise geht, wird permanent angehoben und bleibt am Ende des Buches auf einem hohen Level, ohne wieder abzusinken. In Band II ging es bei der Anhebung der Schwingung um die Begegnung mit einer Göttin. In diesem Band geht es um einen Ort der Götter, um künstliche Berge (die Pyramiden), die einen besonderen Schatz bergen. Die Pyramiden in Gizeh sind Lichtbatterien. Je höher die Schwingung des Besuchers ist, desto mehr Licht wird er von dort mitnehmen können. Viel Freude auf dieser besonderen Reise, die dich zu deinem Licht führt.

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Seitenzahl: 301

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Der Schatzberg Band 3

TitelseiteRADU CINAMARVorwort von Patrizia PfisterKAPITEL 1: Eine außergewöhnliche ChanceKAPITEL 2: Der TunnelKAPITEL 3: U.S.A.P.KAPITEL 4: Die geheime KammerKAPITEL 5: Das Geheimnis wird enthülltImpressum

Der Schatzberg 3

Abenteuer in Ägypten -

der erste Tunnel

RADU CINAMAR

„Dieses Buch ist General Obadea gewidmet, der

inzwischen pensioniert ist und geholfen hat, dieses Abenteuer zu ermöglichen.“

Vorwort von Patrizia Pfister

Liebe Menschheitsfamilie

Ich war bis zu Seite 30 dieses Buches gekommen, als ich in Tränen ausbrach, weil dort eine Erklärung für die vielen, vielen Synchronizitäten meines Lebens stand, nämlich „die Anwesenheit Gottes“. Die Tränen hatten aber noch einen anderen Grund, denn ich wurde mit einer Welle von Liebe überschwemmt, die ihresgleichen sucht, und ich hatte eine sehr persönliche Unterredung mit der höchsten Wesenheit. Ich weiß, dass ich Kontakt mit ihr aufnehmen kann, wenn ich das wünsche, aber ich tue es nicht von mir aus. Ich führe aus, wofür ich hergekommen bin, in der Gewissheit dieser Gegenwart. Ich muss mich ihrer nicht ständig versichern, aber hin und wieder kommt sie aus dem Hintergrund für einen kurzen Moment in den Vordergrund und berührt mich in der Tiefe meiner Seele. Nie für lange, weil die hohe Energie für einen menschlichen Körper sehr anstrengend ist. Prompt „musste“ ich hinterher „schrecklicherweise“ (schrecklich für meine Figur) Plätzchen essen, um die Energie wieder zu senken.

Während dieses Erlebnisses war die Meldung herein­geschneit, dass der Messenger Telegram ausgeschaltet sei, doch erstaunlicherweise habe ich weder von den YouTube-Ausfällen noch diesen Ausschaltungen etwas erlebt. Lebt jeder in seiner persönlichen Realität? Ja, das tut er. Und in meiner waren diese Dienste noch verfügbar. Faszinierend, oder?

In spirituellen Kreisen macht sich immer mehr die Ansicht breit, dass sich die Realitäten hier auf unserer Welt in „Erde 1“ und „Erde 2“ trennen werden, wobei die Zwei hier für eine lichtvolle Zukunft steht und die Eins eigentlich die dunkle Vergangenheit darstellt, die jedoch noch gegenwärtig ist. Wer nicht loslassen kann, wird auf „Erde 1“ verharren, das heißt, für ihn wird sich die Realität sehr düster gestalten. Doch wer den Ballast abwirft, wird sich im Licht wiederfinden. Das scheint einander zu widersprechen und so glauben viele, dass es zu einer Art physischer Trennung dieser Welten kommt.

Ich sehe das nicht so. Jeder befindet sich doch schon in der Welt seiner persönlichen Erfahrungen, umgeben von den eigenen Illusionsschleiern, durchsetzt von den eigenen Verhaltens- und Glaubensmustern. Bei vielen werden sich solche Schleier heben, Muster auflösen und Hindernisse verschwinden und so können sie das Licht dahinter sehen. Bei anderen wird dies nicht der Fall sein, obwohl beide „Seiten“ noch auf der gleichen Welt sozusagen nebeneinander leben. Wenn jedoch jene, die unter ihren Schleiern und dem Ballast sehen, dass es den anderen besser geht, werden sie versuchen herauszu­finden, warum das so ist und nicht gleich glauben können, dass es eigentlich ganz einfach ist. Durch das Beispiel von jenen im Licht werden sie ermutigt werden, ihr eigenes Licht zu suchen und zu finden. Auf diese Weise werden immer mehr Menschen von „Erde 1“ zu „Erde 2“ wechseln, bis sich „Erde 1“ tatsächlich ganz auflöst. Dies ist ein Prozess, der Jahre dauert und erfordert daher Geduld und noch einmal Geduld. Dennoch hat Corona dafür gesorgt, dass dieser langwierige Prozess extrem beschleunigt wird. Wie viel haben die Menschen hier z.B. über Virologie, Gesundheit und Regierungssysteme gelernt? Wie viel über sich selbst? Wie viele mussten im Spiegel ein nicht gerade angenehmes Wesen entdecken? Und wie viele haben in der Not zu ihrer wahren Bestimmung, z.B. für das Recht einzustehen, gefunden?

Die Evolution des Geistes wurde enorm beschleunigt und das ist auch nötig, denn der Ballast, der auf der ganzen Erde wie ein dicker, nasser und damit schwerer Teppich liegt, wurde für diese Welt und alle Wesen darauf viel zu schwer, um sich darunter/darin noch zu bewegen. Bücher wie dieses durchlichten die eigene Schwere, die zu dem Ganzen beiträgt und hebt diese an. Wenn wir wieder leichter werden, tragen wir zur Erleichterung aller bei. Je mehr dies tun, desto stärker wird die Wirkung werden. Die Geschichte um Cezar und alle anderen mag wahr oder erfunden sein. Letztlich spielt das keine Rolle, weil die Wirkung der Worte der erzählten Geschichte und die Entwicklung der Protagonisten das ist, was zählt. Und diese tragen zu deiner Erhebung aus dem Sumpf des Leidens bei. Leiden zwingt dazu, sich in Bewegung zu setzen, sagt Cezar. Wenn wir beginnen uns zu bewegen, bemerken wir den Sumpf, der an unseren Schuhen klebt, durch seine Schwere, was das Bewegen noch schwerer macht. Für Bewegung ist Kraft nötig.

Durch diese besondere Zeit werden wir alle ge­­zwungen, uns auf alten Wegen neue Pfade zu suchen, zu finden und dann auch zu benutzen, um dann an einen unbekannten Ort zu gelangen.

Im Prinzip befinden wir uns alle auf einer ähnlichen Reise wie die Helden dieser Geschichte und durchqueren einen Transformationstunnel. Der Autor verwendet einiges an Zeit, um den Bewusstseinszustand, den man bei der Reise durch den Tunnel nach Ägypten erlebt, zu schildern. Es geht um die Zeit zwischen Wachen und Schlafen, wenn sich die Wellen der Gehirntätigkeit verändern. In diesem Zustand kann man Dinge erleben und fühlen, die man im Wach- oder Schlafbewusstsein nicht wahrnimmt. In meinem Fall ist das meist morgens während der Aufwachzeit der Fall, weil mein Körper dann oft eine Yogahaltung einnimmt, ohne dass mein bewusster Geist dies steuert, währenddessen Körperteile und/oder Chakren extrem energetisiert und aktiv sind, und zwar immer analog zu dem, was am Vortag bzw. in der Zeit zuvor geschehen ist. Meist kommen dann auch ergänzende Informationen, die ich dann für meine Arbeit verwenden kann. Diese Übergangszeit zwischen Schlafen und Wachen ist eine Art Ausnahmezustand, der jedoch den weiteren Ablauf zukünftiger Ereignisse bestimmt und auch rückwärts gerichtet in die Vergangenheit einwirkt, weil man sich dann in einem zeitlosen Raum befindet. In solchen Zuständen befinde ich mich auch, wenn ich channele. Eine der Informationen, die eine Wesenheit namens Brenda im November 2018 preisgab, war, dass ein karmischer Sturm heraufzieht. Kryon gab mir die Information, dass sich das Karma-Rad rückwärts drehen würde. Beide Informationen bestätigen Cezars Aussage während der Fahrt im Tunnel, dass die Menschheit zu viel Karma angehäuft hätte und es dringend zu einem Ausgleich kommen müsse. Dies wurde vor 2020 gesagt. Wir haben nun erlebt, was das bedeutet und sind noch immer mittendrin. Er spricht auch von Kataklysmen, die die Erde erleben würde, doch „Kataklysmus“ heißt nicht „Katastrophe“, sondern Offenbarung. Wir alle erleben Offenlegungen von Wahrheiten, die zum Teil seit Jahr­tausenden geheim gehalten wurden. Es muss also nicht zu umwälzenden Ereignissen in der Natur kommen.

Ich muss Cezar auch in der Hinsicht widersprechen, dass manche Menschen in genau dem gleichen Zustand die Erde (wieder) verlassen, in welchem sie sie betreten haben. Mir wurde beigebracht, dass die Heilung einer jeden Seele mit dem ersten Herzschlag beginnt. Doch wenn eine riesige Last auf der Seele liegt, ist am Ende des Lebens vielleicht nur wenig davon abgetragen, bzw. die Verringerung einfach noch nicht sichtbar/wahrnehmbar. Aber sie ist vorhanden und wird mit dem nächsten Leben weitergehen.

Haben die Freimaurer wirklich die Macht, die ihnen in dieser Buchreihe eingeräumt wird? Ich glaube nicht. Der Begriff „Freimaurer“ steht in meinen Augen für eine tatsächlich existierende Gruppe, die auch energetisch arbeitet, weil sie sehr wohl weiß, worin die eigentliche Macht liegt.

In einem Kampf von Gut gegen Böse gewinnt nicht automatisch das Gute, sondern derjenige, der genügend Kraft für den Kampf gesammelt hat, so sagt Cezar, und damit hat er völlig Recht. Darum versucht diese Gruppe auch, die gesamte Menschheit kleinzuhalten. Wenn genügend Menschen Kraft angesammelt haben, wird diese Gruppe hinweggefegt. Dazu braucht es keine Masse an Menschen. Die Kraft derer, die Licht in sich ansammeln, muss „einfach nur“ irgendwann stärker sein als diejenige der dunklen Gruppe. Mit Büchern wie diesem kannst du weiter Kraft ansammeln, um dich gegen die eigene Dunkelheit zu stemmen und damit auch gegen jene, die diese Welt (noch) gefangen halten. Nur mit Lichtkraft kann die Dunkelheit aufgelöst werden.

Von dieser Kraft scheint einiges in diesem Buch zu stecken, denn während ich die Endkorrektur vornahm, hatte mein Computer schwer zu kämpfen und ich musste öfter unterbrechen, als mir lieb war.

Dann erlitt ich auch noch einen positiven Schock, als die Helden in der Kammer in Ägypten ankamen. Ich hatte dieses Buch vor der Endkorrektur noch gar nicht gelesen. Dort steht tatsächlich ein Kristall, der genau die Farb­schwingung des Orim-Lichtkörpers hat. Außerdem hat er auch noch die Form des „Motors der Liebe“. Nun war mir klar, warum ich diese Bücher von Radu Cinamar unbedingt in unseren kleinen Verlag holen musste, denn seine Geschichte hat mit uns und dem ManaVeda, wie ich unser Aufstiegs-/Aufwach-/Befreiungs- und Entwicklungs­kon­zept nenne, zu tun. Diese Verbindung wurde zwar schon früher deutlich, aber in diesem dritten Band nun ganz offengelegt.

Viel Freude an diesem weiteren Transformationsschritt, hin zu mehr Kraft und Macht der Liebe.

Patrizia Pfister,

Schwärzelbach, 17. Dezember 2020

Pater Arsenie Boca1

Quelle: www.wikimedia.commons.com, Autor: etcu Mircea Rare

KAPITEL 1: Eine außergewöhnliche Chance

Ich habe mich in dieser sehr speziellen Phase meines Lebens oft und ernsthaft gefragt, ob das, was ich erlebte und sah, ein Traum oder real war. Ich habe schnell begriffen, dass die Abgrenzung zwischen diesen beiden Bewusstseinszuständen zumindest aus prinzipieller Sicht relativ ist. In einigen extrem intensiven Momenten scheint die Grenze zwischen einem Traum und der sogenannten physischen Realität zu verschwimmen. Meine Begegnung mit der Göttin Machandi in der Höhle von Tibet und besonders den Moment der Einweihung, den ich am Gugu-Gipfel im Retezat-Gebirge erhalten habe (beschrieben in Schatzberg 2), kann man sicher dieser Kategorie zuordnen. All dies eröffnete mir unerwartete Perspektiven in meinem täglichen Leben.

Meine Ziele haben sich weitgehend geändert und meine Bestrebungen intensiv auf das weiterführende Studium von Esoterik und Spiritualität ausgerichtet. Insgeheim pflegte ich dank der erstaunlichen Informationen, die ich von Elinor (der Alchimist in Schatzberg 2) erhalten hatte, den brennenden Wunsch, in die Geheimnisse der echten Alchemie eingeweiht zu werden. Ich hatte angefangen zu verstehen, dass in unserem Leben fast nichts zufällig passiert. Auch, dass Beziehungen und Begegnungen mit bestimmten Menschen, die uns mental und emotional tief beeindrucken, tatsächlich das Ergebnis mysteriöser und nur scheinbar zufälliger Ursachen sind, die einem ganz bestimmten Zweck dienen.

Im geheimen Labor

Während der kurzen Zeit, die ich mit Elinor verbracht hatte, stellte sich heraus, dass dies genau zutraf, denn kurz nachdem wir von den Retezat-Bergen zurückgekehrt waren, teilte er mir mit, dass er das Land auf unbestimmte Zeit verlassen müsse. Er erklärte mir das bei einem Telefongespräch und ich erinnere mich an die vieldeutige Pause, die Elinor machte, nachdem er mich über seine Abreise informiert hatte. Dann erzählte er mir, dass Dr. Xien ihm geraten habe, seine Villa während seiner Abwesenheit in meiner Obhut zu lassen. Die beiden haben wahrscheinlich noch ausführlicher darüber gesprochen, aber Elinor teilte mir nur dieses völlig unerwartete Angebot mit. Die Diskussion fand im Februar 2005 statt, und ich nahm seinen Vorschlag, ziemlich aufgeregt und überrascht, gerne an. Elinors Villa war nicht nur ein sehr angenehmer und moderner Ort zum Wohnen, sondern auch die riesige faszinierende Bibliothek zog mich sehr an. Sie beanspruchte zwei der großen Räume im Obergeschoss, die speziell zum Studium entworfen worden waren. Bei einem der Besuche, die ich nach meiner Rückkehr bei Elinor machte, zeigte er mir die gesamte Villa und ihre Nebengebäude und gab mir ausführliche Informationen, insbesondere über seine Bibliothek. Ich starrte erstaunt auf die fast 7.000 Bücher (von denen einige sehr selten waren, wie er mir selbst mitteilte), die schön und ordentlich in speziellen Holzregalen einsortiert waren.

Rückblickend bin ich sicher, dass sein Wunsch, mir sein Zuhause zu zeigen, eine verborgene Bedeutung hatte. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass er und Dr. Xien bereits die Entscheidung getroffen hatten, mir sein Haus zu überlassen und mir dann nur noch diese Aufgabe übertrugen. Natürlich konnte ich meine Freude kaum verbergen, als ich verstand, worum es ging. Nach einer kurzen Pause, in der ich seine Freude spürte, dass ich seinen Vorschlag angenommen hatte, sprach er mit ernstem Ton zu mir:„Es gibt noch etwas, über das ich mit dir sprechen möchte, aber dafür müssen wir uns treffen.“

Ich vermutete, dass es etwas Wichtiges war und entschied mich, ihn am nächsten Tag am Abend zu treffen. Ich war pünktlich und wollte unbedingt herausfinden, warum Elinor mich zu sich eingeladen hatte.

„Zunächst muss ich dir sagen, dass ich morgen Rumänien verlassen werde“,teilte er mir sofort als wichtige Information mit. Obwohl ich erstaunt war, wie schnell die Dinge abliefen, hatte ich inzwischen gelernt, mich dem anzupassen und den Fluss der Gedanken und naheliegenden Fragen, die mir in den Sinn kamen, zu kontrollieren und sie nach Prioritäten zu ordnen.

Elinor gab mir dann einige technische und organisatorische Details zur Instandhaltung der Villa und lud mich ein, ihm in den Keller zu folgen, wo ich vorher noch nie gewesen war. Ich ging eine elegante Treppe aus weißem Marmor hinunter und gelangte in eine Art rundes Wohnzimmer mit einem Durchmesser von etwa fünf Metern. Die gebogene Wand war in einer prächtigen, blauen und beruhigenden Farbe gestrichen. Auf dem Marmorboden befand sich ein Mosaik, das zweifellos ein Symbol von tiefer esoterischer Bedeutung darstellte. Es war ein Dreieck mit der Basis zur Treppe, auf der ich herabkam und mit der Spitze zur einzigen Tür im Keller ausgerichtet. Das Dreieck war ockerfarben, und darin befanden sich mehrere komplizierte Zeichen, unter denen ich das bekannte Symbol von Merkurs Caduceus1bemerkte. Diese Zeichen bestanden aus weißem und dunkelrotem Marmor.

Ich ging die letzte Stufe hinunter und fühlte einen Schauder von Kopf bis Fuß, als ich Elinor zu einer Tür aus massivem Holz und Metall folgte. In der Mitte der Tür war ein Symbol aus einer Kupferlegierung in das Holz eingelegt. Es stellte einen großen Kreis dar, der von einer Schlange gebildet wurde, die sich in ihren eigenen Schwanz beißt2.

Neben der Tür bemerkte ich ein digitales Alarmsystem, das von Elinor durch die Eingabe eines bestimmten Codes deaktiviert wurde. Unmittelbar nachdem ich das spezifische Klicken gehört hatte, das die Öffnung signalisierte, drückte Elinor auf den Türknauf und ich sah einen sehr großen Raum, der viele Geräte und Installationen enthielt, einige davon aus Glas.

Ich wurde hineingebeten, und als ich diesen Ort betrat, der mir wie ein echtes Heiligtum erschien, wurde mir klar, dass es sich um ein hochmodernes Labor für Alchemie handelte. Anschließend hatte ich die Gelegenheit, einige Fotos und Skizzen zu sehen, die Momente von Alchemisten des Mittelalters bei der Arbeit darstellten. Was ich dort im Keller von Elinors Villa sah, übertraf in seiner Komplexität jedoch bei Weitem die alten, brüchigen Gemälde der Renaissance, welche Laboratorien darstellten. Sein Reagenzglas-System war sehr kompliziert, einige davon führten in Bögen über unsere Köpfe quer durch den Raum, verzweigten sich und führten dann zu einigen Glasbehältern hinunter. Einige davon waren größer, einige kleiner, sie waren unterschiedlich geformt, auch kegel- oder kugelförmig. Es gab sogar eine Sanduhr. Ich sah außerdem zwei moderne Zentrifugen mit mehreren Reagenzgläsern, eine seltsame Metallinstallation, die mit etwas wie einem Ofen verbunden war. Und ich bemerkte einen Computer.

An einer Wand des Raumes befand sich ein sehr großer Schrank mit vielen Fächern, in denen sich verschiedene Glasgefäße mit farbigen Substanzen befanden, jedes mit einem eigenen Etikett versehen. Indem ich näher heranging, konnte ich zufällig das Etikett auf einem perfekt verschlossenen Glas mit einem speziellen Deckel erkennen. Ich las: Natriumthiosulfat.

Alles war perfekt angeordnet und offensichtlich in einer bestimmten Reihenfolge auf maximale Effizienz ausgerichtet. Aber ungefähr ein Drittel des Schranks war anders eingerichtet, denn dort konnte ich viele Bücher und sogar Manuskripte sehen, die sehr alt zu sein schienen. Zweifellos waren sie Teil der spezifischen Dokumentation über die mysteriösen, alchemistischen Prozesse.

Ich wandte mich zu Elinor, der gerade geschäftig etwas an dem Metallgerät auf dem Marmortisch, wo sich die Zylinder und Glasgefäße befanden, feiner anpasste. Dann bemerkte ich an der Wand hinter ihm zwei große, vollautomatische Lüftungssysteme, welche die Raumluft auf bestimmte Richtwerte einstellten und aufrechterhielten. An der Decke bemerkte ich vier Feuerlöscher, und vor dem modernen Ofen sah ich, dass ein ziemlich schmales Ledersofa für zwei Personen platziert war. Ich näherte mich dieser Stelle, weil der Ofen eine besondere Form hatte, die einem Haus mit einem steilen Dach ähnelte.

„Leider bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieser moderne Ofen, egal wie effizient und genau er ist, nicht mit einem klassischen Kaminofen mit offener Flamme mithalten kann“, erklärte mir Elinor.„Eine gewisse subtile Komponente fehlt dabei, ich meditiere immer noch über diesen Aspekt.“

Nach einer kurzen Pause sagte er lächelnd:„Ich muss dir sagen, dass niemand mehr diesen Raum betreten hat, seit ich hier alles installiert habe.In deinem Fall habe ich jedoch das Gefühl, dass du anders bist und deshalb wollte ich dir diesen geheimen Teil des Hauses zeigen. Angesichts deines Wissenstandes, den du jetzt hast, ist es jedoch zu früh, auf technische Details einzugehen und die alchemistischen Prozesse zu erklären, an denen ich arbeite.“

Tatsächlich beschäftigen mich diese Prozesse, die mir viele Rätsel aufgaben. Ich stellte dann die Frage, die mir auf der Zunge lag:„Aber hast du den Stein der Weisen denn noch nicht gefunden?“

Elinor lachte und entspannte sich.„Mein Lieber, alle Alchemisten haben dieses Ziel; es ist der grundlegende Zweck ihrer Tätigkeit. Wenn ich es bereits geschafft hätte, den Stein der Weisen zu finden, hätte ich dieses Labor kaum mehr betreten müssen. Ich habe jedoch einige Zwischenergebnisse erzielt.“

Und als er dies sagte, wandte er sich zu einem Bereich des großen Schranks und nahm ein kleines Gefäß mit einer gelb-kupfernen Flüssigkeit aus einem Regal. Elinor ließ genau zwei Tropfen in einen eleganten, silbernen Teelöffel fallen und lud mich dann ein, diese Flüssigkeit zu schlucken. Etwas aufgeregt und unsicher nahm ich den Teelöffel und schluckte schnell den Inhalt. Tatsächlich fühlte ich aufgrund der sehr geringen Menge dieser Substanz in meinem Mund fast nicht. Zuerst bemerkte ich nichts Ungewöhnliches, aber nach ungefähr einer halben Minute schwankte ich; eine plötzliche Übelkeit schien meinen Hals zu blockieren, der sich enorm angeschwollen anfühlte, weil ich nicht mehr schlucken konnte. Ich begann plötzlich zu schwitzen und setzte mich in Panik auf die Couch vor dem Ofen.

Währenddessen las Elinor ruhig in einem Buch, das er aus dem Regal genommen hatte. Eine unerwartete Hitze stieg von meinen Füssen her aufwärts bis zu meinem Kopf. Mein Herz pochte und ich schwitzte. Als dieses Gefühl intensiver Hitze meinen Hals erreichte, spürte ich eine starke Energiefreisetzung um mich herum, wie eine Kugel. Diese umhüllte meinen Kopf und es fühlte sich an wie Tausende von Nadelstichen. Ich denke, dass ich dann für einige Momente das Bewusstsein verloren hatte, aber ich schaffte es, dieser sehr intensiven Empfindung zu widerstehen. Allmählich bemerkte ich, wie sich die Wärme auflöste und Raum für einen äußerst angenehmen und sehr reinen Zustand ließ. Ich hatte tatsächlich das Gefühl völliger Reinheit, als wäre ich gerade geboren worden. Meine Seele wurde von großer Freude überflutet und meine Kraft kehrte plötzlich, aber sehr verstärkt zurück.

Ich sprang von dem Sofa auf, auf dem ich gerade noch mit Schmerzen gelegen hatte und rief Elinor zu, dass ich mehr von dieser Flüssigkeit trinken möchte, ohne zu bemerken, wie laut meine Stimme wegen der Freude und Aufregung, die ich fühlte, geworden war.

Er schloss das Buch und sah mich amüsiert an.„Natürlich",sagte er zu mir,„aber nur, wenn du diese Welt verlassen willst. Dieses Elixier ist so stark, dass es dein Körper in dem Zustand und deiner psychischen Verfassung, in der du dich gerade befindest, mit ziemlicher Sicherheit nicht aushalten würde. Vergiss nicht, dass eine der wesentlichen Regeln in der Alchemie darin besteht, das Gleichgewicht der Harmonie aufrechtzuerhalten. Mit der Zeit wird es den Menschen in einen immer höheren physischen, mentalen und spirituellen Zustand bringen. Diese Person wird die Dinge auf eine ganz andere Weise verstehen, aus einer höheren Perspektive heraus.“

Es fiel mir schwer, ihm nicht zu widersprechen, erkannte jedoch, dass er die Wahrheit sagte. Danach verließen wir beide den Raum. Nachdem Elinor den Eingang gesichert hatte, führte er mich in das Wohnzimmer im Erdgeschoss, wo er mir weitere organisatorische Details gab, die ich in seiner Abwesenheit beachten musste. Er sagte mir, dass er volles Vertrauen in mich habe und dass eine Zeit kommen werde, in der er mir einige spezifische Aspekte von Abläufen in der Alchemie besser erklären könne. Er betonte jedoch, dass es anfangs notwendig sei, sehr viel zu lernen, um dieses Level zu erreichen. Ich verstand sofort die Anspielung auf die riesige Bibliothek, die mir zur Verfügung stand und dankte ihm aufrichtig für das Vertrauen, das er mir entgegenbrachte.

Am nächsten Tag enthüllte er mir sein Ziel, bevor er Rumänien verließ, sowie andere spezifische Aspekte in Bezug auf seine Abreise und bat mich, diese Details niemandem gegenüber zu erwähnen. Da ich seine Lebensgeschichte im Groben kannte, verstand ich sofort seine Beweggründe. Er stieg in sein sehr elegantes Auto, in dem er von einem älteren Mann begleitet wurde, den ich nicht kannte. Ich war beeindruckt von der Tatsache, dass er nur mit einer kleinen Reisetasche abreiste, die vermutlich das rätselhafte Gerät enthielt, von dem er sich praktisch nie trennte. Er sagte mir, dass er in diesem Moment nicht genau wissen könne, wann wir uns wiedersehen würden, aber dass dies in nicht allzu ferner Zukunft sei. Er gab mir alle Schlüssel für das Haus, ohne den Code des alchemistischen Labors im Keller preiszugeben. Er bat mich zu verstehen, dass seine Entscheidung eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme war, sowohl für mich als auch für ihn. Ich fühlte darüber großes Bedauern. Elinor bemerkte meine Enttäuschung und sagte mir, dass es sich nur um eine vorübergehende Situation handele und ich mir darüber keine Sorgen machen müsse.

„Bald wirst du verstehen, dass alles, was passiert, seine eigene Zeit hat. Alles kommt in einer festgelegten Reihenfolge und wird von einer bestimmten, räumlich-zeitlichen Notwendigkeit diktiert, die wir nur in seltenen Ausnahmefällen aufheben dürfen. Diese Dinge werden verständlicher, wenn sich dein Wissen vertieft hat. Manchmal kann dieser Erkenntnissprung dich überraschen und ganz unerwartet auftreten.“

Wir verabschiedeten uns und verließen einander in der Hoffnung, dass das was hier begann, aufgrund der Kraft der Evolution, irgendwie weitergehen würde. Ich hatte keine Ahnung, wie richtig sich Elinors Worte erwiesen, als er mir von den Momenten im Leben erzählte, in denen uns der Zufall manchmal erstaunliche Möglichkeiten bescherte.

Das Wiedersehen

Ich stellte bald fest, dass die Bibliothek in Elinors Villa bemerkenswerte Werke enthielt, von denen viele von unschätzbarem Wert waren; also machte ich es mir zur Gewohnheit, immer öfter dorthin zu gehen und manchmal stundenlang zu bleiben, um die sorgfältig ausgewählten Bücher zu lesen und zusammenzufassen. Ich sehnte mich manchmal nach Cezars Anwesenheit, um einige Aspekte zu klären, die in diesen esoterischen Texten erwähnt wurden, deren Bedeutung ich jedoch nicht vollständig verstehen konnte. Ich wusste, dass er mir in dieser Hinsicht sehr schnell Klarheit verschafft hätte, wie er es schon so oft getan hatte. Ich sehnte mich nach seiner ruhigen, freundlichen Stimme, die niemals ironisch oder verärgert über meine Unwissenheit klang. Seine bloße Anwesenheit und Nähe vermittelten mir Sicherheit, eine Klarheit im Denken und öffnete meinen Geist.

In der Zeit, die ich nach Elinors Abreise verbrachte, war ich meistens ganz allein und zog es vor, so tief wie möglich über die Menschen zu meditieren, die ich getroffen hatte und über die Ereignisse, mit denen ich in den letzten Jahren konfrontiert gewesen war. Ich verstand allmählich, dass die Art und Weise, wie sich unser Leben entwickelt, eine tiefe Bedeutung hat und dass alles, was uns passiert, in einem direkten kausalen Zusammenhang mit anderen Handlungen steht, die wir zuvor begangen haben. Meine klare Schlussfolgerung war jedoch eher intuitiv, da ich diese Ursachen meiner früheren Taten noch nicht erkennen konnte, die zu den außergewöhnlichen Umständen geführt hatten, an denen ich beteiligt war. Vielmehr hatte ich das Gefühl eines Leitfadens, der mich Schritt für Schritt aus dem Unbekannten führt und den ich intuitiv in meinem Herzen und meiner Seele fühlen konnte. Ausgehend von dieser Idee fragte ich mich, was oder wer mich auf diese Weise führt. Ich hatte mich vor langer Zeit entschlossen, ungeachtet der Risiken, auf altruistische Weise und entsprechend meiner Möglichkeiten dem Guten zu dienen. Tatsächlich wurden mir die wichtigsten Wege, auf denen ich zu mehr Wissen gelangte, von den Menschen aufgezeigt, denen ich im Hinblick auf meine geistige Reife praktisch alles verdanke. Hier beziehe ich mich vor allem auf Cezar Brad, dann auf Dr. Xien, auf Elinor und ganz besonders auf die Göttin Machandi.

Ich habe erfahren, dass viele Leser der beiden vorhergehenden Bände, die ich geschrieben habe, ungeduldig oder verwundert darüber waren, dass Band 3 der Reihe nicht früher auf den Markt kam. Ich gestehe aufrichtig, dass ich keinen Sinn darin gesehen habe, einen Band zu schreiben, in dem ich praktisch nichts zu erzählen hatte, außer über meine geistige „Alchemie" und mein besseres Verständnis einiger grundlegender Lehren. Wie Dr. Xien mir gesagt hatte, war dies nicht der richtige Zeitpunkt, um die spirituellen Techniken zu enthüllen, die aus dem Text des Pergaments übersetzt worden waren, das in der Höhle in Tibet versteckt war, in der ich Machandi traf.

Obwohl ich anscheinend einen Teil dieser Zeit auf unscheinbare Weise verbracht habe, war es für mich jedoch die bis dahin mit Abstand intensivste und lebendigste Phase innerer Transformation, die ich je erlebt habe. Aufgrund meiner festen Entschlossenheit, so viel wie möglich von den Geheimnissen des Lebens und meiner umgebenden Realität zu verstehen, verordnete ich mir ein strenges Studier- und Meditationsprogramm, während ich gleichzeitig täglich die fünf geheimen tibetischen Techniken aus dem tibetischen Pergament praktizierte. Ich hatte schon lange das Gefühl, dass meine innere Transformation hauptsächlich auf den Begegnungen mit Cezar, den Gesprächen mit ihm und dem ganz besonderen Bewusstseinszustand beruhte, in den ich von der erstaunlichen Göttin Machandi versetzt und der von ihr mehrere Stunden lang aufrechterhalten worden war. All dies spielte eine katalysierende Rolle bei meinen späteren Entscheidungen. Dies wurde durch Elinors Vorschlag bestärkt, der mir die Möglichkeit gab, einen Ozean an Büchern zu studieren, die mein Wissen auf dem Gebiet der Esoterik vertieften.

Ich habe fleißig die wichtigsten Arbeiten zur orientalischen Philosophie studiert und ein Verständnis über die Grundprinzipien der hinduistischen Spiritualität entwickelt sowie einige ihrer Übungen verstanden. Ich habe auch die wesentlichen Begriffe des praktischen Okkultismus und der esoterischen Symbolik studiert und einige Grundideen der Hauptreligionen der Menschheit verstanden, die einen sinnvollen Zusammenhang ergeben.

Aber ich hatte das Gefühl, nur an der Oberfläche der Unwissenheit gekratzt zu haben, anstatt trotz meiner Bemühungen in die Tiefen des wahren Wissens einzudringen. Bei all den Informationen, die ich in der Fachliteratur gefunden hatte, brauchte ich zum Beispiel doch noch einige differenziertere Erklärungen, die mein Verständnis der verschiedenen Aspekte der Schöpfung verdeutlicht hätten. Ich wusste, dass ich sie nur von Cezar bekommen konnte. Deshalb dachte ich oft wehmütig an ihn und erinnerte mich an die kostbaren Momente, die wir zusammen verbracht haben, die für mich wahre Momente der spirituellen Einweihung waren.

Diese Zeit intensiver spiritueller Praxis und der Studien dauerte mehrere Monate, nachdem mir Elinor die Verantwortung für seine Villa übergeben hatte. Wie Cezar mir bei unserem letzten Treffen im Winter 2005 riet und kurz bevor ich Elinors Vorschlag erhielt, sollte ich nur die wirklich wesentlichen Aspekte der komplexen Menschheitsgeschichte beschreiben. Diese Informationen mussten sich auf einige außergewöhnliche Realitätsbereiche beziehen, mit denen ich konfrontiert war, sowie auf einige Grundbegriffe, welche die menschliche Existenz bezeichnend markieren.

Ich hatte gerade angefangen, mich an mein relativ ruhiges Leben zu gewöhnen, das es mir ermöglichte, immer mehr spirituelle und esoterische Informationen zu sammeln, als ein unerwartetes Ereignis den Fluss meines Lebens erneut unterbrach. Sowohl die Geschwindigkeit, mit der die Dinge geschahen, als auch die Auswirkungen, die dadurch hervorgerufen wurden, führten bei mir zu einem aufgeputschten und dynamischen Zustand, der mir half, die Situationen mutig und wohlüberlegt anzugehen. Ich hatte bereits erstaunliche, emotional intensive Ereignisse erlebt und verfügte schon über ein akzeptables Wissen, das mir helfen würde, mein geistiges und körperliches Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Ich gebe jedoch zu, dass ich oft meine ganze Kraft und Selbstbeherrschung einsetzen musste, um einige schwierige Situationen zu überwinden, die ich im letzten Jahr erlebt habe.

Ich bin mir auch bewusst, dass die Gelegenheit, die mir gegeben wurde, viel für mich bedeutet hat. Ich wage zu glauben, dass die subtile Choreografie, die dies ermöglicht hat, Dimensionen des Bewusstseins beinhaltet, zu denen nicht viele Menschen Zugang haben. Ich werde daher versuchen, die Ereignisse so genau wie möglich darzustellen und einige wichtige Aspekte der Ratschläge und Erklärungen, die Cezar mir gegeben hat, festzuhalten. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich ohne seine Hilfe nicht die außergewöhnliche Gelegenheit gehabt hätte, an diesen Ereignissen teilzuhaben und noch weniger deren erstaunliche Details und Bedeutungen zu erkennen.

Eines Tages, im September 2005, war ich wieder zu Hause, nachdem ich von einer kurzen Reise in die Provinz nach Bukarest zurückgekehrt war. Es war Abend und ich war gerade dabei, mehrere Bücher sorgfältig in einer Tasche unterzubringen, um sie in die Bibliothek in Elinors Villa zurückzubringen. Wenn ich nicht über Nacht dortblieb, hatte ich mir angewöhnt, ein oder mehrere Werke, die mich interessierten, mitzunehmen, um sie zu Hause zu studieren. Auf diese Weise habe ich eine gewisse Kontinuität bei meiner Dokumentation sichergestellt.

Ich blätterte gerade durch die Seiten einer seltenen Übersetzung der Bhagavad-Gita, die vom weisen Janakar kommentiert wurde. Bevor ich mich entschied, sie bei mir zu behalten oder mit den anderen mitzunehmen, dachte ich über einige besondere Deutungen des spirituellen Meisters nach, die der Kommentator auf sehr tiefgreifende Weise dargelegt hatte. Ich war plötzlich so bewegt und beeindruckt von dem, was ich las, dass ich mir von ganzem Herzen wünschte, Cezar wiederzusehen, um meine vielen Fragen zu klären und um ihn mit seiner liebevollen Präsenz, zu genießen. Ich starrte in die Leere und meditierte traurig darüber, dass ich für längere Zeit nicht mehr mit ihm zusammen sein konnte, als plötzlich mein Handy klingelte.

Ich habe mir in meiner Unwissenheit oft gesagt, dass die erstaunlichsten Ereignisse, die ich erlebt habe, das Resultat von purem Zufall sind. Selbst wenn sie sich praktisch jeder Logik widersetzten und es keine wissenschaftliche Erklärung dafür gab, ignorierte ich wie viele andere hartnäckig all diese erstaunlichen Aspekte und ordnete sie der Kategorie „Zufälle" zu. Obwohl ich jetzt zumindest theoretisch viel besser über die subtilen Zusammenhänge Bescheid weiß, die weit über die gewöhnliche menschliche Wahrnehmung hinausgehen, fiel es mir dennoch schwer, diese außergewöhnlichen Phänomene der zeitlichen Korrelation oder, wie Jung sie definiert, der sogenannten Synchronizitäten, die in unserem Leben geschehen, wirklich zu verstehen. Natürlich unterscheiden sich diese sogenannten „Zufälle", die nur scheinbar zufälliger Natur sind, von Person zu Person und können praktisch den gesamten Bereich unserer täglichen Aktivitäten abdecken. Was jedoch sehr wichtig ist, ist nicht die Synchronizität selbst, die uns zweifellos und oft in Erstaunen versetzt, sondern besonders die tiefe Bedeutung, die sie dann auf subtile Weise auszeichnet. Denn, was auch immer gesagt wird, ein Beweis dafür, dass diese Synchronizitäten überhaupt nicht zufällig sind, sind ihre verborgenen Bedeutungen, die wir aufdecken können und sollen. Und jedes Mal, wenn wir passiv und oberflächlich über solch bedeutende „Zufälle" hinweggehen, verpassen wir erneut eine gute Gelegenheit, uns und andere besser kennenzulernen. In gewisser Weise sind sie wie der Wind: Wir sehen ihn nicht, aber wir spüren seinen Einfluss und können seine Auswirkungen beobachten.

Ein solcher „Zufall", scheinbar ein ganz gewöhnlicher, ist mir in jenem Moment passiert. Aber er rief großes Erstaunen und eine überschäumende Freude in mir hervor. Ich ging ans Telefon und war überrascht, als ich Cezars Stimme hörte, der mich begrüßte und fragte, ob ich zu Hause sei, weil er mich besuchen wolle. Wegen meiner Begeisterung konnte ich kaum sprechen. Ich antwortete, dass dies gerade außergewöhnlich sei, weil ich in diesem Moment intensiv an ihn gedacht hatte und mich danach sehnte, ihn zu treffen. Indem gerade das Telefon klingelte, sei geradezu magisch mein Wunsch erfüllt worden. Ich fragte ihn, wie so etwas möglich sei und was die Erklärung dafür sein könnte.

Cezar lachte herzlich und antwortete, dass er in ein paar Minuten ankommen würde und fragte mich, ob ich an diesem Abend frei sei, weil er mir einige wichtige Dinge erzählen wolle und wir dafür Zeit bräuchten. Ich antwortete, dass ich der freieste Mann der Welt sei und ich ungeduldig seine Ankunft erwarte.

Tatsächlich, nach weniger als zehn Minuten, hörte ich die Türglocke. Ich öffnete sofort die Tür und sah ihn dort: groß, ruhig, in perfekter Balance und lächelnd schaute er mich mit großer Freundlichkeit an. Wir umarmten uns wie zwei sehr gute Freunde, aber ich fühlte bereits tief in meinem Herz, dass er für mich ein wahrer Meister geworden war, der mich in die Geheimnisse des Unbekannten eingeweiht hatte. Ich fühlte bei ihm auf unerklärliche Weise eine außergewöhnliche Kraft und Entschlossenheit, wie ich sie noch nie zuvor bei jemand anderem bemerkt hatte. Seine Kraft schien so stark zu sein, dass ich jedes Mal, wenn wir uns trafen, innerhalb von Sekunden ein tiefes Gefühl des Wohlbefindens und eine unerklärliche Sehnsucht für das Unbekannte verspürte, was jenseits dieser komplizierten Welt liegt. Mein ganzes Wesen wurde dann entspannter und mein Geist klarer. Ich fühlte in meinem Kopf eine Art „Schauder", der so angenehm war, dass ich oft zu Tränen gerührt war, wie wenn man jemand Lieben nach langer Zeit wiedersieht.

Ich konnte meine Euphorie fast nicht zurückhalten und lud Cezar ins Haus ein. Ausgehend von dem, was gerade passiert war, war ich gespannt, wie er die verschiedenen Voraussetzungen für Synchronizitäten erklären würde. Wir setzten uns beide in Sessel und nachdem wir ein paar Eindrücke aus der langen Zeit, die wir getrennt waren, ausgetauscht hatten, fragte ich ihn noch einmal, was er von dem unglaublichen Zusammenspiel der Ereignisse halte, die gerade stattgefunden hatten. Ich wünschte mir sehnlichst einen dieser kostbaren Momente, wenn ich etwas über die Rätsel des Lebens erfahren würde. Diese Treffen waren für mich wie das Wasser für den Durstigen in einer sengenden Wüste. Cezars Worte und Erklärungen hatten eine starke Wirkung. Jeder mit minimaler Sensibilität hätte seine Bescheidenheit und Kompetenz bemerken können. In meinem Fall hatten sie auch eine tiefe spirituelle Dimension und waren Ausdruck einer Initiation für mein physisches und feinstoffliches Leben.

Eine feinstoffliche Demonstration

Lächelnd sagte Cezar:„In der Tat scheint der ‚Zufall‘ unglaublich, aber dennoch geschah es, es war real und konkret. In Zusammenhang mit solchen ‚Zufällen‘ scheint es relativ unbedeutend zu sein, aber wenn du aufmerksam bist, wirst du immer mehr solch scheinbar seltsamer Übereinstimmungen oder Überschneidungen von Ereignissen unterschiedlicher Art bemerken, die dennoch eine gemeinsame Ursache haben. Je wachsamer du bist, desto mehr solcher ‚Zufälle‘ wirst du feststellen und sogar bemerken, wie sie bei anderen Menschen passieren. Wie auch immer, was du nur mit großem Einsatz erkennen kannst, ist deren Bedeutung, weil sie in erster Linie subjektiv ist. Sie ist mit der Person, die sie erlebt und mit den Besonderheiten von deren Schicksal verbunden, sowie mit deren mentalen und emotionalen Eigenschaften.“

„Okay, aber was muss ich verstehen, wenn ich ein solches Ereignis erlebe?“, fragte ich ihn.„Zweifellos erscheint es nicht aus dem Nichts und ist außerdem sehr bedeutsam. Es ist kein blinder Zufall, sondern hat eine wichtige Bedeutung. Dies ist in der Tat die Frage, nach der ich suche: Woher kommt diese Bedeutung und wer bestimmt sie?“

Cezar sah mich einen Moment nachdenklich an.„Es ist wichtig, dich zuerst zu fragen, was diese verborgene Bedeutung ist, die dir diese Synchronizität offenbart. Nur dann kannst du anfangen, über die Ursache oder Quelle zu meditieren, die sie erzeugt hat. Da du mich jedoch gefragt hast, werde ich dir diese Frage kurz beantworten, damit du einen Ausgangspunkt für deine weitere Analyse hast.

Aus esoterischer Sicht offenbart das, was viele Menschen Zufall oder Synchronizität nennen, in höchstem Maße die Gegenwart Gottes, denn in seiner Abwesenheit könnten alle unglaublichen Situationen der Gleichzeitigkeit, die in unserem Leben auftreten, nicht geschehen. Die Tatsache, dass sie auftreten, zeigt jedoch, dass es jemanden gibt, der sie organisieren, abgleichen und manifestieren kann. Es ist jedoch sehr wichtig zu verstehen, dass diese Realität der Synchronizität, selbst bei kleineren täglichen Ereignissen, wie der synchronen Situation des Telefonanrufs, den du empfangen hast, dies uns ermöglichen kann, direkt weiterzugehen in das, was jenseits all dessen ist und du dich so von der Existenz einer Realität überzeugen kannst, die derjenigen, in der du hier lebst, weit überlegen ist. Ich meine damit, dass diese ‚Zufälle‘ wie ein Tor sind, das darauf wartet, geöffnet zu werden, um in eine Realität zu gelangen, die wir nie erwartet hätten, die aber wesentlich für unser Glücklichsein ist.“

Ich war etwas überrascht. Es war das erste Mal, dass Cezar das Thema der Existenz Gottes ansprach und mir erklärte, dass Er unmittelbar wahrgenommen werden kann, wenn ich bereit bin, die Phänomene um mich herum zu verstehen. Ich gebe zu, dass mich dieses Thema sehr beschäftigt hat und ich habe versucht, viele der Fragen zu klären, die ich hatte. Es ist mir größtenteils gelungen, dank der sorgfältigen Untersuchung der allgemeinen Prinzipien, die den wichtigsten philosophischen und praktischen Systemen im Osten und insbesondere in Indien zugrunde liegen. Es ist jedoch ein großer Schritt von der Theorie zur Praxis, aber ich wollte ihn so schnell wie möglich machen. Gleichzeitig wusste ich, dass das Thema relativ heikel war. Manche Leute minimieren dessen Bedeutung und einige ignorieren es völlig. Aber ich habe immer in meinem Herzen gefühlt, dass etwas existiert und dass das Leben viel mehr ist als eine mechanische Abwicklung von Ereignissen. Einige Male wollte ich das Thema mit bestimmten Leuten besprechen, denen ich genug vertraute und die ich respektierte. Zu meiner Überraschung und Enttäuschung musste ich feststellen, dass die Vorstellung von Gott bei den meisten Menschen entweder falsch oder nicht existent war. Leider habe ich bei einigen Personen sogar eine Art unbewussten Trotz bemerkt, und bei anderen habe ich erkannt, dass sie es vorziehen, dem dunklen Pfad des Bösen zu folgen. Wie kann man unter diesen Umständen über Gott argumentieren, wenn sie von Anfang an eine Diskussion zu diesem Thema ablehnen? Ihre dunkle Energie und oft teuflische Intelligenz vermitteln ihnen unbewusst ein falsches Gefühl von Macht und Kontrolle, was sie schließlich zu einem gewaltigen Niedergang führen wird.

Von diesen Misserfolgen etwas entmutigt, hatte ich mehrmals vorgehabt, Cezars Rat zu diesem Thema einzuholen, und das schien mir jetzt eine günstige Gelegenheit zu sein, denn er selbst hatte es angesprochen. Darüber hinaus gibt es sicherlich noch mehr Menschen, die einen aufrichtigen Glauben an Gott in ihrem Herzen haben, auch wenn einige von ihnen oft nicht gegen die ablehnende Haltung der Gesellschaft ankommen und versuchen, sich selbst davon zu überzeugen, dass sie sich irren könnten oder Gott einfach eine „übernatürliche Kraft" sei, die unbestimmbar und den Menschen nicht zugänglich ist. Deshalb habe ich mich entschlossen, dieses schwierige Thema zu ergründen und Cezar zu bitten, mir die mit diesem Thema verbundenen Aspekte so klar wie möglich zu erklären, sodass ich sie ihrerseits anderen erläutern kann und somit Interessierte ihre Unwissenheit leichter überwinden können.

„Wenn Gott derjenige ist, der die Synchronizitäten zusammensetzt, der sie ermöglicht, dann bedeutet dies, dass Er immer in uns ist, wie die östliche Tradition besagt“,äußerte ich mich.„Denn wenn Er außerhalb von uns wäre, sehe ich nicht, wie er alle Synchronizitäten und das Gewebe von Fakten und Realitäten, die uns umgeben, arrangieren könnte. Tatsächlich stimmt es vollständig mit der hinduistischen Philosophie überein, die vom Atman spricht, das heißt von der geistigen Essenz, dem unsterblichen Selbst in jedem von uns. Nur gibt es hier ein großes Problem, das von vielen Menschen angesprochen wird. Ich beziehe mich auf die Tatsache, dass die christliche Religion, wie du weißt, dies aufgrund ihrer übersteigerten Autorität in keiner Weise anerkennt, sondern sogar als Ketzerei betrachtet. Ich kann dir sagen, dass ich die Gelegenheit hatte, vielen Menschen zu begegnen, die von dieser Tatsache verwirrt waren. Einige erlebten sogar fast eine innere Krise, weil die reine Empfindung, die sie in ihren Herzen hatten, die ihnen eine Ahnung, von der Präsenz ihres Selbstes und damit von Gott gab und mit dem christlichen Dogmatismus in Konflikt standen, dem sie anhafteten.“

Cezar hörte mir aufmerksam zu und dachte einen Moment nach.„Es ist wahr, dass die christliche Tradition leugnet, dass Gott im Menschen gegenwärtig ist“,antwortete er schließlich.„Wie du vorhergesagt hast, zeigen uns östliche spirituelle Traditionen und sogar der spirituelle gesunde Menschenverstand, dass Gott tatsächlich in jedem Moment in uns gegenwärtig ist, selbst wenn der Mensch zurückgeblieben ist, selbst wenn er selbstsüchtig oder wütend ist. Für die Menschheit ist es daher sehr wichtig zu erkennen und dann zu verstehen, dass Gott jederzeit und in allen Situationen in ihm gegenwärtig ist.“

„Du beziehst dich auf unser wahres Selbst?“,unterbrach ichihn, um jeden Zweifel zu beseitigen.