Der Sohn des Schrotthändlers - Ralf Ströcker - E-Book

Der Sohn des Schrotthändlers E-Book

Ralf Ströcker

4,5

Beschreibung

Ein gutes Kunstwerk erkennt man daran, dass man es nicht vergisst. Tobias MEYER – Auktionator (Sotheby’s) Josef ist 1,83 Zentimetern lang, leicht depressiv – also antriebsarm, vielleicht einsam und tendenziell mit seinem Leben unzufrieden. Dies ist allerdings eine sehr freundliche Umschreibung seiner Lebenssituation. Bis diese Einladung in seinem Briefkasten liegt. Josef folgt der Abendeinladung einer Galerie zu einer Vernissage in einem der dunklen, vergessenen Wohnviertel der Stadt. Die Galerie hat geschlossen. Und das schon seit Jahren! Dafür taucht wie aus dem Nichts Martin Soras auf. Soras ist alt, pensionierter Oberlehrer, ein Fanatiker mit unklaren Motiven, vornehm und von barocker Gestalt mit einer wohltuenden Stimme. Eine schicksalhafte Begegnung durch die Josef in den Sog einer bizarren und surrealen Geschichte gerät: Kunsthandel in der Grauzone zwischen Betrug, Genie, Diebstahl und Wahnsinn. Ein Engel, der keiner ist. Und mitten drin ein Altenheim für mittellose Künstler, ein Hort der verlorenen Seelen: Gewalt und Tod, Vernichtung und Traumatisierung. Aber auch eine Geschichte vom Finden und Verlieren des Glücks – oder umgekehrt. Das ist wie immer Ansichtssache.

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Ralf Ströcker

Der Sohn des Schrotthändlers

Impressum

ISBN ePub 978-3-89739-757-6

© Ralf Ströcker und Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften Weimar, 2013

Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Einwilligung der Rechteinhaber in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme digitalisiert, verarbeitet oder verbreitet werden.

Die Angaben zum Text wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt und überprüft. Dennoch sind Fehler und Irrtümer nicht auszuschließen, für die Verlag und Autor keine Haftung übernehmen. Für den Fall, dass wir etwas übersehen haben, sind wir für Hinweise der Leser dankbar.

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Copyright

1. Kapitel - Ein Königskind?

2. Kapitel - Die Feudelgasse

3. Kapitel - Kulissenzauber

4. Kapitel - Zita und die Leiden des Alltags

5. Kapitel - Fortschritte

6. Kapitel - Im Altenheim der vergessenen Künstler

7. Kapitel - Vor einem Treffen ist nach einem Treffen oder der Elan von Bildern

8. Kapitel - Entschuldigungen und andere Formen der Wiedergutmachung

9. Kapitel - Die Rückkehr der analogen Fotografie

10. Kapitel - Verpackungskunst

11. Kapitel - Das Magazin im dritten Stock

12. Kapitel - Save the Goldwein

13. Kapitel - Die Amerikanische Versteigerung

14. Kapitel - Draußen vor dem Goldwein

15. Kapitel - Was macht eigentlich...

Personen der Handlung

Engel tragen keine Diamanten,

Engel sind Diamanten.

Ein gutes Kunstwerk erkennt man daran,

dass man es nicht vergisst.

Tobias MEYER – Auktionator bei Sotheby’s

Bevor du deine eigene Strategie im Kunstmarkt entwickelst,

lass zunächst einmal möglichst lange viele Ausstellungen und Kunstwerke nur auf dich wirken.

Auf die Frage: Wie werde ich Kunstsammler? lautet mein

Rat: Erst mal nur gucken, gucken, gucken.

Harald SZEEMANN - 1933-2005, Ausstellungsmacher

Ich bin nur ein Königskind, das andere ist mir fremd. Herbert Grönemeyer - Heimat

1.Kapitel Ein Königskind?

Ich bin kein Königskind, sondern ein Briefkastenjunkie. Immer sehe ich nach, ob ich Post habe. Selbst sonntags, wenn es keine Post gibt, sondern nur kiloweise Anzeigenblätter für die Altpapiertonne. Seit meiner Kindheit hat Post für mich etwas Magisches, Faszinierendes, bedeutete Weite und Welt, Leben und Lebendigkeit. Meistens werde ich enttäuscht, finde ein leeres Metallgefängnis vor, das gedacht war für große Fülle, für all die guten Botschaften aus der großen, bunten, weiten Welt, geschrieben von guten Menschen, die immer lachen und fröhlich sind.

An diesem Tag, einer der vielen Tage in meinem Leben, die schon am frühen Morgen drohten, ihr Gesicht zu verlieren, war es anders. Der Tag behielt sein Gesicht. Man sagt, eine einzige Minute kann das gesamte Leben verändern. Bei mir begann diese Minute am 10.August 2006 um 10:46Uhr, als ich den Briefkasten aufschloss und dort die Einladung zur Vernissage eines gewissen Jean Burredo vorfand. Ich hätte mehrfach die Chance gehabt, die Karte ins Altpapier zu schmeißen. Es wäre besser gewesen!

Doch wir Menschen haben ein natürliches Verlangen, unser Zuhause zu verlassen, Einladungen zu folgen, um außerhalb der eigenen vier Wände Zerstreuung zu suchen. Der moderne Mensch ist ein Nestflüchter, sein Verlangen nach Zerstreuung grenzenlos. Der Mensch kann nicht still in seinem Zimmer sitzen kann. Ich weiß, wovon ich rede.

Ich bekomme sehr selten richtige Post, also Post von Menschen aus Fleisch und Blut. Hin und wieder schreibt mir in letzter Zeit die Bundesanstalt für Arbeit. Ich habe zum 30.April meine Arbeitsstelle verloren. Ich hing nicht sehr an dieser Stelle. Schon vor einiger Zeit hatte mich dort alles verlassen, was man bei großzügiger Auslegung mit Leidenschaft hätte umschreiben können. Ich verstand nie den unerschöpflichen Elan meiner neuen, jungen Kollegen, Leute mit einem Universitätsabschluss frischer als sechs Monate und sehr guten Noten, die härter als jeder der angestellten Vollzeitbeschäftigten arbeiteten, aber als Praktikanten bezahlt wurden. Für mich ein Zustand, für den Ausbeutung ein sehr milder Euphemismus ist. Gegen diesen Skandal habe ich nicht protestiert, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und zu verändern, dieser ganze pseudorevolutionäre Unsinn der späten Siebziger, frühen Achtziger hatte nicht zu einem glücklichen Ende geführt. Das Kapital hatte damals gelächelt, sich in Geduld gefasst und auf seine Chance gewartet. Und diese Chance kam, wie wir heute alle wissen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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