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Der Autor steht für einen unverwechselbaren Schreibstil. Er versteht es besonders plastisch spannende Revolverduelle zu schildern und den ewigen Kampf zwischen einem gesetzestreuen Sheriff und einem Outlaw zu gestalten. Er scheut sich nicht detailliert zu berichten, wenn das Blut fließt und die Fehde um Recht und Gesetz eskaliert. Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). Steve Cammeron besaß keinen einzigen Dollar mehr, nachdem die berüchtigten Stagecoach-Banditen wieder einmal zugeschlagen hatten. Steve Cammeron hatte nichts mehr zu verlieren – und aus diesem Grunde nahm er auch den Job bei WELLS FARGO an. Einen Todesjob! Der für ihn gleichbedeutend mit der Chance war, noch eine Weile am Leben zu bleiben. Die Schüsse übertönten das Rumpeln der Postkutsche und das Tacken der Hufe des Sechsergespanns. Die Pferde wieherten schrill, als der Kutscher hart in die Zügel griff und den Bremshebel hochriss. Die sechs Passagiere wurden durchgeschüttelt und fluchten dabei um die Wette. Einer der Passagiere wollte den Colt ziehen, doch ein älterer Mitreisender griff ihm in den Arm. »Willst du uns alle umbringen, zum Henker?«, knurrte er. »Steck bloß dein Eisen schnell wieder weg. Wenn du auch nur einen Schuss abfeuerst, dann machen die Outlaws ein Sieb aus der Kutsche. Wir sind dann aber tot und bleiben als Fressen für die Geier zurück!« Die vier übrigen Passagiere nickten. »Es sind fünf Banditen, die langsam heranreiten«, sagte einer, der kurz zuvor zum Fenster hinausgeblickt hatte. »Und bestimmt liegen noch zwei der Höllenhunde in guter Deckung und heizen uns tüchtig ein, wenn wir uns zur Wehr setzen.« Steve Cammeron schob den Revolver ins Leder zurück und zuckte hilflos mit den Schultern. »Schade«, sagte der blauäugige und blond gelockte, fünfundzwanzigjährige Mann.
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Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Steve Cammeron besaß keinen einzigen Dollar mehr, nachdem die berüchtigten Stagecoach-Banditen wieder einmal zugeschlagen hatten. Steve Cammeron hatte nichts mehr zu verlieren – und aus diesem Grunde nahm er auch den Job bei WELLS FARGO an. Einen Todesjob! Der für ihn gleichbedeutend mit der Chance war, noch eine Weile am Leben zu bleiben. Und gleichzeitig lernte er jenen Freund kennen, einen geheimnisvollen Mann, ohne dessen Hilfe er wohl verloren gewesen wäre …
Die Schüsse übertönten das Rumpeln der Postkutsche und das Tacken der Hufe des Sechsergespanns.
Die Pferde wieherten schrill, als der Kutscher hart in die Zügel griff und den Bremshebel hochriss.
Die sechs Passagiere wurden durchgeschüttelt und fluchten dabei um die Wette. Einer der Passagiere wollte den Colt ziehen, doch ein älterer Mitreisender griff ihm in den Arm. »Willst du uns alle umbringen, zum Henker?«, knurrte er. »Steck bloß dein Eisen schnell wieder weg. Wenn du auch nur einen Schuss abfeuerst, dann machen die Outlaws ein Sieb aus der Kutsche. Wir sind dann aber tot und bleiben als Fressen für die Geier zurück!«
Die vier übrigen Passagiere nickten.
»Es sind fünf Banditen, die langsam heranreiten«, sagte einer, der kurz zuvor zum Fenster hinausgeblickt hatte. »Und bestimmt liegen noch zwei der Höllenhunde in guter Deckung und heizen uns tüchtig ein, wenn wir uns zur Wehr setzen.«
Steve Cammeron schob den Revolver ins Leder zurück und zuckte hilflos mit den Schultern.
»Schade«, sagte der blauäugige und blond gelockte, fünfundzwanzigjährige Mann. »Gemeinsam hätten wir den Hundesöhnen einen heißen Kampf liefern können. Mir hat noch niemals im Leben einer auch nur einen Hosenknopf ungestraft wegnehmen dürfen, Leute!«
»Dann wundert’s mich aber ganz gewaltig, dass du noch lebst«, brummte ein Oldtimer. »Du musst vernünftig sein, Mister. Diese Kerle kennen keine Gnade und gehen über Leichen. Den Mistkerlen ist es doch völlig egal, was mit uns geschieht. Ausplündern werden sie uns auf jeden Fall.«
»Runter vom Kutschbock!«, befahl eine klirrende Stimme. Der Befehl galt den beiden Drivern, die mit erhobenen Händen in luftiger Höhe hockten und aus zusammengekniffenen Augen in die Revolvermündungen der fünf Banditen starrten.
»Schon gut«, brummelte Charly Trinidad, der die Postkutsche befahren hatte. »Wir wollen keinen Ärger und unsere Passagiere auch nicht.«
Danach sprang der Oldtimer vom Kutschbock und landete ächzend auf der Erde. Sein Begleitmann kletterte ebenfalls in die Tiefe und blieb neben Charly mit erhobenen Händen stehen.
»Dann kommt mal alle schön raus aus der Kutsche!«, fuhr der Anführer der Outlaws fort. »Vorher werft ihr eure Waffen ins Freie, und danach versucht ihr, den Himmel zu stützen. Wenn einer von euch durchdreht, geben wir ihm so viel Blei zu schlucken, dass es ihm wieder zu den Ohren herausläuft.«
Die vier anderen Halunken, die sich um die Postkutsche verteilt hatten, stimmten ein raues Gelächter an. Alle fünf Banditen trugen lange, beigefarbene Staubmäntel und hatten die Halstücher hoch bis über die Nasen gezogen, damit später niemand ihre Gesichter erkennen konnte.
Die sechs Reisenden warfen ihre Peacemaker zum Fenster hinaus, ehe sie nacheinander die Postkutsche verließen.
»Prächtig, prächtig, Jungs!«, spottete der Anführer der rauen Horde. »Das schmeckt mir. Wenn ihr auch weiterhin so gut mitspielt, kommt ihr mit einem blauen Auge davon.«
Steve Cammerons schlanker Körper spannte sich, und der über sechs Fuß große Mann hatte große Mühe, sich unter Kontrolle zu halten. Das schmale Gesicht hatte die Farbe von grauer Holzasche angenommen.
»Dann leert mal schön eure Taschen, Männer«, fuhr der maskierte Outlaw fort. »Ihr solltet aber nichts zurückbehalten, denn einer meiner Leute wird anschließend gründlich nachsehen, ob ihr auch nicht gemogelt habt. Und das würde keinem von euch gut bekommen. Ich hoffe doch, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe. Also, vorwärts. Fangt an!«
Kurze Zeit später lagen Geldbeutel, Brieftaschen und auch ein Geldgürtel auf dem Boden.
Einer der Banditen trat näher und durchsuchte die sechs Männer flüchtig.
Als er Steve Cammeron erreichte, nickte er dem jungen Mann zu.
»Gib mir den Siegelring, Mister, der sich an der rechten Hand befindet. Er gefällt mir besonders gut.«
Steve wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Seine erhobenen Hände ballten sich zu Fäusten.
»Na, komm schon!«, knurrte der Outlaw und presste Cammeron den Revolverlauf gegen die Rippen. »Stell dich nicht so an, denn ich kann den Ring auch an mich nehmen, wenn du tot auf der Erde liegst. Ich brauche nur abzudrücken, dann ist es aus und vorbei mit dir, und du trittst den langen Trail ohne Wiederkehr an. Also, was ist …«
Steve Cammeron nickte nur, zwängte den Ring vom Finger und dachte daran, dass er ihn von seinem Vater auf dessen Totenbett erhalten hatte.
Der Bandit grinste breit und schob den Siegelring in eine Tasche des langen Staubmantels.
»Ihr solltet wieder in die Postkutsche klettern!«, rief der Boss der Halunkenbande. »Wir sammeln unsere Beute ein und reiten dann davon. Wenn wir hinter dem Hügel verschwunden sind, könnt ihr eure Fahrt fortsetzen.«
Die letzten Worte galten Charly Trinidad und seinem Begleitmann, die verdrossen nickten und wohl am liebsten losgeflucht hätten.
Steve Cammeron und seine fünf Leidensgefährten stiegen in die Postkutsche und sahen mit düsteren Mienen zu, wie die Banditen das Geld und die Wertsachen einkassierten und dann davonritten.
*
»Croton Spring, Gentlemen. Alles aussteigen!«, ertönte Charly Trinidads raue Stimme vom Kutschbock. »Die Stage Coaches nach Tombstone und Tucson fahren erst heute Abend ab. Alles Nähere könnt ihr im Wells Fargo Office erfahren. Das wär’s wohl gewesen, Männer!«
Die sechs Reisenden verließen die Postkutsche und dehnten und reckten sich, denn die Fahrt war allen ganz schön in die Knochen gefahren.
Charly Trinidad und sein Begleitmann kletterten vom Kutschbock, während einige mexikanische Helfer heraneilten, die erschöpften Pferde aus dem Geschirr nahmen und sie in den Stall führten.
Steve Cammeron blieb stehen und sah sich um.
Die Ankunft in der kleinen Town hatte er sich anders vorgestellt. Er sah, dass seine fünf Begleiter die Main Street entlangschlenderten und auf die Bank zuhielten. Bestimmt wollten sie sich dort mit Dollars eindecken.
Die Männer stammten alle aus Croton Spring oder der näheren Umgebung und hatten schon in der Kutsche davon gesprochen, dass sie die Greenbacks verschmerzen konnten.
Das konnte Steve Cammeron aber nicht.
Er war pleite und besaß keinen lausigen Cent mehr. Und auf der Bank würden sie ihn nur auslachen und nicht einen einzigen Buck herausrücken. Das war so sicher wie die Predigt des Reverend in der Sonntagsschule.
»Mann, du schaust aber verdammt düster aus der Wäsche«, sagte Charly Trinidad und blieb vor Steve stehen. Der Oldtimer strich durch das graue Bartgestrüpp, das Kinn und Wangen bedeckte, und musterte den jungen Mann forschend.
»Diese Höllenhunde haben mir meine letzten fünfzig Dollar abgenommen und dazu auch noch den Siegelring meines Vaters. Ich bin pleite, Oldman. Wie sieht’s denn mit Schadenersatz aus? Muss die Wells Fargo Company nicht für den entstandenen Schaden aufkommen?«
Charly Trinidad grinste und schüttelte den Kopf.
»Nicht die Bohne, mein Junge. Ein Banditenüberfall ist so etwas Ähnliches wie höhere Gewalt. Da kommt niemand dafür auf, denn dann müsste die Gesellschaft schon bald dichtmachen. Nein, da läuft nichts, so leid es mir tut. Wenn du willst, dann spendiere ich dir ’nen Drink im Saloon und zahle dir auch ein Abendessen. Aus meiner eigenen Tasche, damit wir uns nicht falsch verstehen. Geh schon rüber in die Whiskytränke und warte auf mich. Ich muss erst mal meinem Boss berichten, was geschehen ist. Und danach will ich den Sheriff verständigen, obwohl er die Kerle bestimmt nicht mehr erwischt, denn die sind längst über alle Berge.«
Der Oldtimer seufzte.
Nach seinem Geschmack war das eine viel zu lange Rede gewesen. Er nickte Steve Cammeron zu und stiefelte auf das Office der Wells Fargo Company zu, in dem sein Begleitmann längst verschwunden war.
Steve blickte dem alten Knaben unschlüssig hinterher, spuckte aus und rückte den Revolvergurt zurecht. Der tiefgeschnallte Colt deutete darauf hin, dass Cammeron wohl sehr schnell mit dem Eisen war, denn wie ein Bluffer sah der junge Mann nun einmal nicht aus.
Dann richtete Steve den großgewachsenen Körper kerzengerade auf und lief auf den Saloon zu. Es roch in der Schenke nach abgestandenem Bier, nach Nikotin und Pferdeschweiß.
Viel war zu dieser Stunde noch nicht los. Drei Männer saßen an einem Tisch, während zwei am Tresen standen, hinter dem ein dicker Mann ein Glas spülte und dem neuen Gast neugierig entgegenblickte.
»Whisky?«, fragte der Keeper.
»Vielleicht später«, erwiderte Steve Cammeron. »Jetzt würde mir ein kühles Bier am besten schmecken. Ich möchte aber gleich klarstellen, dass ich von Charly Trinidad eingeladen wurde. Er zahlt die Zeche. Ich hoffe, dass es da keine Schwierigkeiten gibt.«
Der dicke Salooner zögerte.
»Gib ihm schon das Bier«, sagte einer der beiden Männer am Tresen. »Der Mister ist mit der Postkutsche gekommen, die wieder einmal von dieser verdammten Halunkenbrut ausgeraubt wurde. Aus diesem Grund kann er den Drink nicht bezahlen. Old Trinidad macht das schon. Und sollte er kneifen, was ganz und gar nicht seine Art ist, dann übernehme ich das Bier und den Whisky.«
Steve Cammeron verzog das Gesicht.
Das schmeckte ihm alles überhaupt nicht.
Die beiden Männer sahen es ihm an, während der Dicke ein Glas mit schäumendem Gerstensaft vollschenkte.
»Nimm’s nicht so tragisch, Mister«, sagte der andere Mann am Tresen. »Das kann jedem passieren. Du fällst schon wieder auf die Füße. Wenn ich dir ’nen Tipp geben darf und du dir ein paar Dollars verdienen willst, dann wende dich an George Buster. Ihm gehört eine Goldmine, nur wenige Meilen von hier entfernt. Buster sucht immer ein paar harte Jungs.«
»Danke für den Tipp«, antwortete Steve Cammeron, griff nach dem Glas und nahm einen langen Schluck. Danach wischte er sich den Schaum mit dem Handrücken von den Lippen und seufzte zufrieden.
Die Pendeltüren wichen knarrend und quietschend zurück und spuckten Charly Trinidad aus, der grinsend heranstiefelte und dem Wirt kurz zunickte, der einen doppelten Whisky einschenkte.
Charly Trinidad jagte den Drink durch die Kehle, atmete tief durch und schob das geleerte Glas mit Schwung über die Theke. Der dicke Keeper konnte es gerade noch schnappen, sonst wäre es auf den Boden gefallen.
»Lass noch mal die Luft raus, Fatty«, krächzte der Oldtimer und nickte dann erst Steve Cammeron und dann den beiden anderen Männern zu.
»Hallo, Jungs«, sagte er und griff nach dem vollen Whiskyglas, das der Keeper mit nicht weniger Schwung über den blank polierten Tresen schob, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten.
Charly Trinidads Lächeln wurde noch breiter, dann kippte er auch diesen Drink in die Kehle.
Er wandte sich Steve zu.
»Du bist mein Gast, wie bereits gesagt. Also zier dich nicht, und bestell dir etwas zu essen und noch ein Bier.«
Steve Cammeron wollte nicken, doch in diesem Moment wichen die Pendeltüren erneut zurück. Zwei verwegen und hart aussehende Männer traten ein, deren Revolver tief an der Seite baumelten.
Die beiden neuen Gäste sahen sich kurz um und wirkten dabei wachsam wie Wölfe, die eine Falle witterten. Dann aber verlor sich der angespannte Ausdruck aus ihren Gesichtern, und sie stiefelten zum Tresen.
»Whisky«, sagte einer der beiden lässig.
»’nen Doppelten«, meinte der andere und klatschte mit der flachen Hand auf die Theke.
Steve Cammerons Augen wurden schmal, und er spürte sein Herz schneller gegen die Rippen pochen.
Er erkannte an der Hand des Fremden den Siegelring, den ihm vor einigen Stunden einer der Banditen abgenommen hatte.
*
»Was ist …?«, fragte Charly Trinidad und starrte Steve forschend an, dessen Gesicht maskenstarr geworden war. »Willst du schon wieder Ärger machen, mein Junge«, fügte er leise hinzu.
Steve Cammeron lächelte salzig.
»Ärger? So kannst du’s auch nennen, Oldman. Die beiden Kerle gehören zu den Outlaws, die deine Kutsche überfallen haben.«
»Unsinn«, wisperte Charly Trinidad. »Woher willst du das denn wissen? Die Hundesöhne waren maskiert und …«
Erst jetzt sah auch der Oldtimer den Siegelring an der Hand des neuen Gastes.
Und das eingeritzte C war deutlich zu erkennen.
»Heiliger Jason«, flüsterte Charly Trinidad. »Mach bloß keinen Ärger. Ich hole den Sternschlepper. Er soll sich mit den Kerlen herumärgern. Du hättest nicht den Hauch einer Chance gegen die beiden Schießer.«
Steve schüttelte den Kopf.
»Das erledige ich selbst. Du solltest dich auf jeden Fall heraushalten, denn das ist meine ureigene Sache.«
Charly Trinidad griff nach Steves Arm, doch der junge Mann ließ sich nicht beirren und lief auf die beiden Banditen zu, denen es langsam zu dämmern begann, dass da etwas nicht stimmen konnte.
Sie wandten sich Steve Cammeron zu und musterten ihn forschend.
Steve entging nicht, dass der Bursche mit dem Siegelring am Finger leicht zusammenzuckte und sofort wusste, was die Stunde geschlagen hatte. Sein Körper versteifte sich von einer Sekunde zur anderen.
Steve Cammeron blieb vor den beiden Outlaws stehen.
»Wollen wir erst große Worte wechseln, oder tragen wir es aus?«, fragte er ruhig. »Der Ring hat dich verraten, Bandit. Es ist ein Fehler gewesen, die Beute aus dem Postkutschenüberfall zu tragen.«
Die drei Männer, die an einem Tisch hinter Steve saßen, standen schnell auf und verließen den Saloon. Charly Trinidad fluchte leise und trat mit den beiden anderen Gästen zur Seite.
Der dicke Salooner brachte schnell einige Flaschen in Sicherheit und bekreuzigte sich, ehe er in einem Nebenraum verschwand.
»Verschwinde, Kleiner!«, knurrte der Bandit, den Steve angesprochen hatte. »Los, hau schon ab, dann will ich dir deine Worte nicht übel nehmen. Dir ist doch klar, dass du gegen uns beide nicht den Hauch einer Chance hast!«
»Das wird sich schnell herausstellen«, erwiderte Steve Cammeron noch immer ruhig. »Ihr könnt euch aber auch ergeben, dann bringe ich euch zum Sheriff, der alles Weitere regeln wird!«
Die beiden Banditen grinsten um die Wette, stießen sich vom Tresen ab und blieben leicht breitbeinig stehen. Ihre Hände senkten sich über die Griffschalen der tiefgeschnallten Revolver.
Dann verwischte das spöttische Grinsen innerhalb von Sekundenbruchteilen aus ihren Gesichtern.
Die Gesetzlosen würden ziehen.
Jetzt und in dieser Sekunde.
Das wurde Steve Cammeron klar. Dann ging es auch schon los.
Die beiden Banditen zogen. Und sie waren schnell. Verdammt schnell sogar, sodass niemand auf Steve auch nur einen rostigen Cent gewettet hätte.
Und doch war Steve Cammeron schneller!
Sein Colt schien ihm geradezu in die Hand zu springen. Der Sixshooter brüllte bereits auf, noch ehe die beiden Gegner die Revolverläufe nach vorn gestoßen und wie verlängerte Zeigefinger auf Steve gerichtet hatten.
Die Halunken schossen zwar, doch zuvor wurden sie von Steves Kugeln getroffen. Dadurch verrissen sie die Revolverläufe, und die Geschosse fuhren in die Wand in Cammerons Rücken.
Dann taumelten die Getroffenen zurück und prallten hart gegen den Tresen. Einer der Banditen drehte sich dann halb um die eigene Achse, ehe er wie ein gefällter Baum zu Boden schlug.
Der andere Gesetzlose fiel erst auf die Knie und stöhnte dabei, ehe er aufs Gesicht stürzte und sich nicht mehr rührte.
Steve Cammeron stand lange Sekunden regungslos da, den noch rauchenden Colt in der Faust. Pulverdampf stieg ihm in die Kehle und ließ ihn husten. Der junge Mann ersetzte die verschossenen Patronen und schob den Sixshooter mit einem Ruck ins Leder. Charly Trinidad trippelte heran und beugte sich nacheinander über die beiden Banditen.
»Sie sind tot!«, ächzte er fassungslos und starrte Steve an, als wäre diesem eine zweite Nase gewachsen.
»Mann, o Mann«, murmelte der Oldtimer dann. »Das ist ja ein Ding. Kannst du zaubern, oder hast du einen Kriegsnamen? Ich habe noch niemals einen Mann, so schnell ziehen und so präzise schießen sehen. Es ist nicht zu fassen. Das gibts doch gar nicht!«
Steve ging neben dem einen Outlaw in die Hocke und zog ihm den Siegelring vom Finger, den er sich dann ansteckte.
»Ich hatte keine andere Wahl, als den Kerlen mitten ins Leben zu schießen«, sagte er, und es klang wie eine Entschuldigung. »Du sollst mich nicht für einen Killer halten, Oldman.«
