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Der Autor steht für einen unverwechselbaren Schreibstil. Er versteht es besonders plastisch spannende Revolverduelle zu schildern und den ewigen Kampf zwischen einem gesetzestreuen Sheriff und einem Outlaw zu gestalten. Er scheut sich nicht detailliert zu berichten, wenn das Blut fließt und die Fehde um Recht und Gesetz eskaliert. Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). Sie hatten nichts mehr zu verlieren: Frank und Bud, die beiden Revolvermänner. Denn es gab zwei andere Männer, die einen teuflischen Plan ausgebrütet hatten. Ihnen war es gelungen, Frank und Bud zu Werkzeugen ihrer hemmungslosen Geldgier zu machen. Ausgerechnet mit Frank und Bud war ihnen das gelungen, mit zwei Männern, die in ihrem bisherigen Leben weder Tod noch Teufel gefürchtet hatten! Frank und Bud konnten es anfangs selbst nicht begreifen. Der Revolverlauf bohrte sich hart gegen Frank Shiroccos Rücken. Heißer Atem traf seinen Nacken. »Keine falsche Bewegung!«, ertönte eine klirrende Stimme. Der Druck des Colts verstärkte sich. Zwei weitere Männer traten aus einer Seitengasse hervor, grinsten lässig und hielten Revolver in den Fäusten. »Was wollt ihr?«, fragte Frank Shirocco ruhig, während sich sein schlanker und großgewachsener Körper straffte. »Wenn ihr es auf Dollars abgesehen habt, muss ich euch leider enttäuschen. Meine letzten Greenbacks habe ich soeben dem Wirt in der Whiskytränke hingeblättert.« Der Mann in Franks Rücken zog ihm den Colt aus dem Holster, ehe er zurückwich und dann neben seine beiden Partner trat. »Mit deinen Dollars kannst du dir den Hintern abwischen«, sagte einer der Outlaws grinsend. »An denen sind wir nicht interessiert. Wir bringen dich zu unserem Boss.
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Seitenzahl: 128
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Sie hatten nichts mehr zu verlieren: Frank und Bud, die beiden Revolvermänner. Denn es gab zwei andere Männer, die einen teuflischen Plan ausgebrütet hatten. Ihnen war es gelungen, Frank und Bud zu Werkzeugen ihrer hemmungslosen Geldgier zu machen. Ausgerechnet mit Frank und Bud war ihnen das gelungen, mit zwei Männern, die in ihrem bisherigen Leben weder Tod noch Teufel gefürchtet hatten! Frank und Bud konnten es anfangs selbst nicht begreifen. Bis sie dann in die Hölle der Apacheria geschickt wurden …
Der Revolverlauf bohrte sich hart gegen Frank Shiroccos Rücken. Heißer Atem traf seinen Nacken.
»Keine falsche Bewegung!«, ertönte eine klirrende Stimme. Der Druck des Colts verstärkte sich.
Zwei weitere Männer traten aus einer Seitengasse hervor, grinsten lässig und hielten Revolver in den Fäusten.
»Was wollt ihr?«, fragte Frank Shirocco ruhig, während sich sein schlanker und großgewachsener Körper straffte. »Wenn ihr es auf Dollars abgesehen habt, muss ich euch leider enttäuschen. Meine letzten Greenbacks habe ich soeben dem Wirt in der Whiskytränke hingeblättert.«
Der Mann in Franks Rücken zog ihm den Colt aus dem Holster, ehe er zurückwich und dann neben seine beiden Partner trat.
»Mit deinen Dollars kannst du dir den Hintern abwischen«, sagte einer der Outlaws grinsend. »An denen sind wir nicht interessiert. Wir bringen dich zu unserem Boss. Er möchte einige Takte mit dir reden, Shirocco. Du solltest in deinem eigenen Interesse friedlich bleiben, sonst wirds verdammt hart für dich. Ist das in deinen Schädel hineingegangen?«
Frank Shirocco nickte.
»Vielleicht solltet ihr mir den Namen eures Bosses verraten«, antwortete er noch immer gelassen. »Das würde alles vereinfachen.«
»Später, Shirocco, später. Jetzt solltest du aufsitzen, damit wir endlich losreiten können. Vorwärts!«
Frank schwang sich auf den Rücken eines prächtigen Rapphengstes, der leise wieherte und mit den Vorderhufen scharrte. Im Saloon verlöschten die Lichter.
Eine friedliche Stille lag über der kleinen Stadt Upper Crossing am San Pedro River. Nur ein Hund heulte die silberne Scheibe des Mondes an.
Frank Shirocco war der letzte Gast in der Schenke gewesen und hatte sich dort lange mit Pat Baxter, dem Salooner, unterhalten.
Die drei Männer kletterten ebenfalls in die Sättel und ließen dabei ihren Gefangenen keine Sekunde aus den Augen. Nach wie vor bedrohten sie ihn mit ihren Revolvern. Und nach den hartfunkelnden Augen zu schließen, würden sie, ohne zu zögern abdrücken.
»Immer der Nase nach, Shirocco«, sagte einer der Kerle. Frank trieb den Rapphengst an. Sekunden später wurde er von zwei der Gegner flankiert. Der Dritte setzte sich hinter ihn.
Bald lag die Ortschaft hinter den vier Reitern. Frank Shirocco saß leicht zusammengekrümmt im Sattel und lauerte auf eine Chance, um es den drei Burschen so richtig zu besorgen.
Vorerst sah es aber nicht nach einer Möglichkeit aus, um das Blatt zu wenden. Frank ließ sich nicht entmutigen. Mehr als einmal in seinem Leben hatte er bis zum Kragenknopf in der Klemme gesteckt und sich stets aus eigener Kraft herauspauken können.
Der Ritt führte in Richtung Tombstone. Linker Hand reckten sich die Gipfel der Dragoon Mountains gegen das sternenübersäte Firmament. Rechts von der alten Poststraße schäumten die Wassermassen des Flusses.
Eine halbe Stunde später ritten die drei Männer einen schmalen Pfad entlang, der sich durch das unwegsame Gelände schlängelte. Er wurde von Kakteen, Dornenbüschen und riesigen Felsbrocken gesäumt.
Es gab nur die Möglichkeit, hintereinander zu reiten. Frank Shirocco führte den Trupp an, dicht gefolgt von den drei Halunken, die ihn überfallen hatten.
Als Frank sah, dass der Pfad nach rechts abbog, trieb er den Rappen an. Er überraschte die Gegner mit seiner blitzschnellen Attacke und war bereits hinter den Felsen verschwunden, ehe die Burschen reagierten.
Sie jagten hinter ihm her, doch Frank Shirocco sprang hinter der Wegkrümmung aus dem Sattel, während der Hengst weitertrabte.
Sekunden später waren die Verfolger heran.
Frank erwischte den Fuß des vordersten Reiters und riss den Mann aus dem Sattel. Die beiden anderen Vierbeiner scheuten und steilten. Einer der Banditen stürzte vom Pferderücken.
Und den anderen sprang Shirocco wie ein Panther an, packte den aufschreienden Outlaw und zog ihn vom Rücken des Fuchswallachs.
Er schlug dem Halunken eine gestochene Gerade gegen das Kinn und setzte ihn danach mit einem Aufwärtshaken außer Gefecht.
Der zweite Bandit hockte benommen auf der hartgebackenen Erde, wackelte bedenklich mit dem Kopf und schien seine Knochen zu sortieren. Der dritte Outlaw hatte den ersten Schrecken überwunden und war aufgesprungen. Beim Sturz war ihm der Revolver aus der Hand gefallen. Er wollte sich nach der Waffe bücken, doch Frank war schneller. Ehe sich der Halunke versah, blickte er in die Mündung des eigenen Colts.
»Hände hoch!«, herrschte Frank den Gegner an, der schaurig zu fluchen begann, dann aber den Befehl ausführte. Die beiden anderen Halunken quälten sich auf die Beine und blieben schwankend stehen.
»Das wär’s wohl gewesen, Jungs«, sagte Frank Shirocco. »Wir reiten jetzt zurück nach Upper Crossing. Dort übergebe ich euch dem Sheriff. Er wird dafür sorgen, dass ihr in den nächsten Monaten gesiebte Luft atmen werdet!«
Einer der Banditen schüttelte den Kopf.
»Nein, Shirocco, das läuft nicht. Du wirst mit uns reiten. Freiwillig. Du hast überhaupt keine andere Wahl!«
*
»Das glaubst du doch wohl selbst nicht«, antwortete Frank grinsend. »Natürlich würde ich mir auch gern euren Boss zur Brust nehmen. Dazu müsstet ihr mir aber seinen Namen verraten.«
»Du wirst ihn in spätestens einer Stunde kennenlernen, Shirocco. Wir bringen dich zu ihm, wie ich bereits gesagt habe. Und du wirst uns friedlich wie ein Lamm folgen. Darauf verwette ich meinen letzten Dollar!«
Nun verdüsterte sich Franks Gesicht doch.
Der Bandit hatte das so selbstsicher gesagt, dass ihm ernste Zweifel kamen, den Kampf zu seinen Gunsten entschieden zu haben.
»Dann spuck’s schon aus!«, fuhr Frank Shirocco den untersetzten Mann an, der nur noch spöttischer grinste.
»Unser Boss hat einen wichtigen Gast auf seiner Ranch. Es ist deine Frau. Gut, sie wollte nicht so richtig freiwillig mitkommen, doch wir haben ein wenig nachgeholfen. Du wirst alles tun, was wir von dir verlangen, sonst geht es deinem Darling schlecht. Kapiert …?«
Frank Shiroccos Kinn wurde hart und kantig. Die blauen Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.
»Ihr blufft!«, ächzte er dann. »Virginia befindet sich auf meiner Pferderanch. Sie ist …«
Die drei Banditen schüttelten einträchtig den Kopf.
»Deine Frau befindet sich auf der Ranch unseres Bosses. Wir mussten ein Druckmittel gegen dich finden. Jeder weiß, wie gefährlich du bist. Das hast du in den letzten Minuten wieder einmal bewiesen. Unser Boss wollte auf Nummer sichergehen. Deinem Liebling ist nichts geschehen. Das wirst du sehen, sobald wir die Ranch erreicht haben. Und jetzt sollten wir weiterreiten.«
Frank Shirocco nagte an der Unterlippe, starrte unschlüssig auf den Revolver in der Hand und dann auf die drei jungen Kerle, die längst ihre Selbstsicherheit zurückgewonnen hatten.
»Ray Johnson?«, fragte Frank. »Sollt ihr mich zu ihm bringen? Los, antwortet, sonst lege ich erst so richtig los. Und dann würde euch eure eigene Mutter nicht wiedererkennen.«
»Richtig, Shirocco. Ray Johnson will dich dringend sprechen. Du sollst sein Gast sein. Es ist sehr wichtig, sonst hätte er nicht zu diesen Mitteln gegriffen. Er weiß nur zu gut, dass du ihn nicht riechen kannst und niemals eine Einladung angenommen hättest.«
Frank fühlte es heiß in sich aufsteigen, wenn er an den mächtigen Rancher dachte, der die größte Ranch im Umkreis von fünfzig Meilen sein eigen nannte. Der Big Boss war unduldsam und hatte alles in den Staub getreten, was sich seinen Plänen in den Weg stellte.
Frank Shiroccos kleine Pferderanch lag in der Nähe der Weidegrenzen des mächtigen Ranchers. Und Frank war dem Big Boss schon lange ein Dorn im Auge. Mehr als einmal hatte er versucht, das fruchtbare Tal zu erwerben, in dem es blühte und grünte. Ein Bach hauchte dem Valley den Atem des Lebens ein.
»Und was will Johnson von mir?«, fragte Frank, um Zeit zu gewinnen.
»Das sagt er dir selbst. Wir wissen nicht Bescheid, sollen dich nur an Ort und Stelle bringen. Lass uns reiten, und denke an deine Frau. Unserem Boss ist es verdammt ernst, wie du dir denken kannst.«
»Ich glaube euch nicht«, sagte Frank entschlossen. »Ihr wollt mich hereinlegen, nachdem ich euch ausgetrickst habe. Ich …«
»Lass mich mal in meine Satteltasche greifen«, sagte ein anderer der Johnson-Leute. »Ich habe da etwas für dich, das dich überzeugen wird.«
Frank Shirocco nickte, und der Bandit holte einen Schal aus der Satteltasche hervor, den er dem Pferderancher reichte.
»Na, erkennst du ihn?«
Franks Gesicht verlor einiges an Farbe. Es war unweigerlich Virginias Schal, den er ihr zum Geburtstag geschenkt hatte. Er spürte einen Gegenstand, der in das Seidentuch eingewickelt war.
»Das ist der Ehering deiner Frau, nicht wahr …?«, sagte einer der Kerle, nachdem Frank auf den goldenen Reif starrte.
Frank Shiroccos Herz hämmerte plötzlich schneller gegen die Rippen. Er spürte feine Schweißperlen auf der Stirn.
»Na gut«, murmelte er. »Ich reite zur Ranch. Euch Pfeifen lasse ich hier zurück und nehme eure Pferde mit. Ein Fußmarsch wird euch guttun. Und mir wird schon etwas einfallen, um meine Frau zu befreien. Danach rechne ich mit Ray Johnson ab. Das ist schon längst fällig. Es wird Zeit, dass ich diesen größenwahnsinnigen Höllenhund in die Schranken verweise.«
Die drei Johnson-Leute protestierten, doch Frank Shirocco gab nicht nach. Kurze Zeit später ritt er los und scheuchte die Vierbeiner der Banditen vor sich her. Die Flüche der Outlaws waren noch lange zu hören.
Eine Stunde später näherte sich Frank Shirocco den Ranchgebäuden. Die Pferde hatte er schon vor einer halben Stunde freigelassen. Er sprang hinter einem Gebüsch aus dem Sattel.
Das Hauptgebäude der Johnson-Ranch wirkte wuchtig und massiv. Es war von Ställen, Schuppen und Scheunen umgeben. Das Mannschaftsgebäude bot bestimmt Platz für mehr als dreißig Cowboys. In einem Korral weideten über zwei Dutzend Pferde.
Im Ranchgebäude brannte Licht. Auf dem Hof war kein Mensch zu sehen.
Ich muss Virginia befreien, dachte Frank. Verdammt, was hat sich Johnson nur dabei gedacht, meine Frau entführen zu lassen? Der Big Boss muss jetzt wirklich verrückt geworden sein!
Frank Shirocco schlich langsam auf das Ranchhaus zu und hielt sich stets in guter Deckung. Noch immer blieb alles ruhig. Er konnte keine Wachtposten entdecken.
Hölle, dachte Frank. Wohin mag Johnson meine Frau gebracht haben? Ob sie sich im Hauptgebäude befindet?
Er schlich noch näher heran.
Plötzlich tauchten drei Männer vor ihm auf, die Revolver auf ihn richteten. Auch rechts und links sah er einige dunkle Gestalten, die hinter einigen Büschen hervortraten.
»Du steckst in der Falle, Shirocco!«, erklang hinter Frank eine harte Stimme, die unverkennbar Ray Johnson gehörte. »Gib auf! Du hast keine Chance. Ich habe dich erwartet. Irgendwie war mir klar, dass du mit meinen drei Leuten fertig werden würdest!«
*
Frank Shirocco wusste stets, wann er eine Chance hatte, um sich seiner Haut zu wehren, und wann er aufgeben musste.
So schob er den Colt ins Leder und blieb regungslos stehen.
»Bringt ihn in mein Arbeitszimmer«, befahl der Ranchboss. »Vorher nehmt ihr ihm aber den Revolver weg. Shirocco ist so gefährlich wie ein Pulverfass, an dem bereits die Lunte brennt. Passt nur gut auf, Jungs!«
Frank ließ sich widerstandslos abführen. Dann stand er Ray Johnson gegenüber, der lässig grinste und auf einen Sessel deutete.
»Setz dich, Shirocco«, sagte er. »Willst du einen Drink? Ich schätze, dass du ihn gut gebrauchen kannst!«
Frank musterte den Big Boss. Johnson war um die fünfzig Jahre alt. Kein Gramm Fett befand sich an seinem schlanken Körper. Angegraute Haare quollen unter dem Stetson hervor. Rauchgraue Augen erwiderten gelassen den zornigen Blick des Pferderanchers.
»Wo ist meine Frau? Wie konntest du es wagen, Virginia zu entführen? Ist dir denn überhaupt nichts mehr heilig?«
»Deiner Frau geht es gut. Tut mir leid, Shirocco, doch ich habe keine andere Möglichkeit gesehen, um an dich heranzukommen. Ich musste dich unter Druck setzen. Du wirst es gleich verstehen.«
Ray Johnson nickte einem der drei Männer zu, die rechts von ihm standen und Frank mit ihren Revolvern bedrohten.
Der Mann nickte, lief zu einem Wandschrank und entnahm ihm zwei Gläser und eine Flasche mit goldgelb funkelndem Whisky. Er schenkte ein und reichte erst seinem Boss und dann dem Gefangenen ein Glas.
Frank stellte es achtlos auf den Tisch und setzte sich in einen der Ledersessel. Nachdem er die Beine übereinandergeschlagen hatte, blickte er Ray Johnson herausfordernd an.
»Spuck es schon aus, was du von mir willst, Johnson!«, stieß er wütend hervor. »Verdammt, das hast du nicht umsonst gemacht!«
Der Ranchboss setzte sich Frank gegenüber, prostete ihm zu und nahm einen Schluck. Das arrogante Lächeln des Big Bosses schmeckte Frank überhaupt nicht. Er musste an sich halten, um sich nicht auf Ray Johnson zu stürzen.
»Es ist eigentlich ganz einfach, Shirocco. Ich biete dir einen Zehntausend-Dollar-Job an. Das ist schon alles. Wie ich erfahren habe, kannst du jeden lausigen Dollar gut gebrauchen, denn mit deiner Pferdezucht steht es nicht gerade zum Besten. Da sind in den nächsten Wochen ein Kredit und die Zinsen für die Rückzahlung fällig. Daran wirst du dir die Zähne ausbeißen, wenn nicht ein Wunder geschieht. Schluck mal deinen Ärger hinunter. Du solltest das alles nicht so eng sehen. Ich hoffe, dass du meinen guten Willen erkennst?«
»Ehe wir weiterreden, möchte ich Virginia sehen!«, forderte Frank Shirocco. »Danach können wir uns weiter unterhalten.«
»Einverstanden!«, antwortete Ray Johnson und hob lässig eine Hand. Einer der drei Revolvermänner verließ das Zimmer und kehrte schon bald mit einer blondhaarigen Frau zurück, die einen Freudenschrei ausstieß, als sie ihren Mann erkannte.
Frank sprang auf und umarmte Virginia. Sie barg ihren Kopf an seiner Brust und zitterte am ganzen Körper.
Er griff ihr unters Kinn und hob den Kopf sachte an.
»Sind die Strolche gut zu dir gewesen, Liebling?«, fragte Frank mit vibrierender Stimme und hauchte seiner Frau einen zärtlichen Kuss auf die Lippen. Er las Angst in Virginias schönen Augen und wusste, dass sie sich mehr um ihn als um sich selbst sorgte.
»Sie haben mich gut behandelt«, flüsterte die junge Frau. »Was hat das alles zu bedeuten? Ich verstehe es nicht.«
»Du wirst es bald erfahren, Sweetheart«, sagte Frank beruhigend. »Ich komme schon mit Johnson klar. Er hat mir einen Job angeboten. Ich glaube aber nicht, dass wir uns einigen können.«
Virginia klammerte sich fest gegen Frank, als der Revolvermann näher trat und nach ihr greifen wollte.
»Ihr könnt euch später sehen«, rief Ray Johnson. »Zuvor sollten wir aber den geschäftlichen Teil hinter uns bringen, Shirocco. Und ich bin sicher, dass du den Zehntausend-Dollar-Job nicht ausschlagen wirst. Dazu steht dir das Wasser bereits zu sehr an der Kehle.«
»Geh mit ihm«, bat Frank seine Frau. »Sorge dich nicht zu sehr. Ich bringe das alles wieder ins rechte Lot.« Frank nahm wieder Platz, nachdem seine Frau mit dem Gunslinger das Zimmer verlassen hatte. Er griff nach dem Whiskyglas, leerte es mit einem Zug und stellte es klirrend auf die Tischplatte zurück.
»Ich höre, Johnson«, sagte Frank dann ruhig, während sein Blick die beiden Gunner streifte, die hinter dem Big Boss standen. Nach wie vor gab es keine Chance, um das Blatt zu wenden.
»Das hört sich schon vernünftiger an, Shirocco«, sagte der Ranchboss selbstgefällig. »Bestimmt werden wir uns einigen können. Zehntausend Greenbacks sind für dich ein Vermögen. Damit wärst du alle Schulden los, könntest groß einsteigen und alle deine geheimen Wünsche und Träume verwirklichen.«
