Der Vampir sind wir - Rainer M.Köppl - E-Book

Der Vampir sind wir E-Book

Rainer M.Köppl

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Beschreibung

Er ist sexy. Er ist unsterblich. Er ist ein Medienstar. Der Vampir ist die ideale Verkörperung von Liebe und Tod, von Sehnsucht und Verlangen. Der Vampirologe Rainer M. Köppl zeigt, aufgrund welcher Mechanismen dieses uralte Spiel mit unseren Träumen und Albträumen, mit Angst und Lust, mit Verdammnis und Erlösung funktioniert, denn: Solange wir sterblich sind, ist der Vampir unsterblich. Eine faszinierende Zeitreise durch die Geschichte eines unsterblichen Mythos.

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Veröffentlichungsjahr: 2011

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Rainer M. Köppl

Der Vampir sind wir

Rainer M. Köppl

Der Vampirsind wir

Der unsterbliche Mythosvon Dracula biss Twilight

Residenz Verlag

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in derDeutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografischeDaten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

www.residenzverlag.at

© 2010 Residenz Verlag

im Niederösterreichischen Pressehaus

Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

St. Pölten – Salzburg

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.

Keine unerlaubte Vervielfältigung!

Covergestaltung: www.boutiquebrutal.com

Umschlagbild: plainpicture/Arcangel

ISBN ePub:

978-3-7017-4219-6

ISBN Printausgabe:

978-3-7017-3204-3

»Der eigene Tod ist ja auch unvorstellbar,und sooft wir den Versuch dazu machen,können wir bemerken, dass wir eigentlichals Zuschauer weiter dabeibleiben.«

Sigmund Freud, Zeitgemäßes über Krieg und Tod (1915)

»Das Hinstarren auf das Unheil hat etwas von Faszination.Damit aber vom geheimen Einverständnis.«

Max Horkheimer und Theodor W. Adorno,Dialektik der Aufklärung (1947)

»Just remember that death is not the end.«

Bob Dylan, Death is not the End (1988)

INHALT

Zu diesem Buchoder: Warum ich Vampirologe geworden bin

I Auf dem Friedhof ist die Hölle los

Das Lauffeuer des Vampirismus

01 Der Vampirjäger Ihrer Majestät

02 Vom Zombie zum Dandy

03 Sherlock Holmes trifft Dracula

II Der Vampir sind wir

Die Dramaturgie der Dämmerung

04 Türen ins Jenseits

05 Der Vampir auf der Couch

06 Herrgott, hilf!

07 Zeitreisen ins Zwielicht

08 Ein Held mit tausend Gesichtern

III Schatten an der Wand

Hollywood im Blutrausch

09 Vampire im Kino

10 Vampire in der Politik

11 Vampire in der Pubertät

Von der Wiege bis zur Bahre oder: Dracula forever!

Bibliographie

Dank

ZU DIESEM BUCHODER: WARUM ICH VAMPIROLOGE GEWORDEN BIN

There is a roadNo simple highwayBetween the dawnand the dark of night

And if you goNo one may followThat path is forYour steps alone

Ripple auf dem Album American Beauty von The Grateful Dead

(Die dankbaren Toten), veröffentlicht am 1. November 1970

»Was machen Sie beruflich?« – »Ich bin Vampirologe.« – »Vampirologe? So etwas gibt es doch gar nicht!« – »Doch! Ein Theologe beschäftigt sich mit Gott, ein Psychologe mit der Psyche, ein Vampirologe mit Vampiren.« – »Ja, ja. Aber was machen Sie beruflich? » – »Ich bin Professor an der Universität Wien.« »Aha. Was unterrichten Sie denn?« – »Vampirologie!«

Das ist nicht die ganze Wahrheit, aber spätestens jetzt sind meine Gesprächspartner ganz Ohr. Eben noch hatten sie mich für einen Hobby-Vampirologen gehalten, plötzlich stehen sie einem Vampir-Professor gegenüber. »Glauben Sie wirklich an Vampire?«, fragen sie entsetzt. Ich antworte: »Ich glaube nicht nur an Vampire, ich weiß mit Sicherheit, dass sie existieren.« Und schon bin ich bei meinem Lieblingsthema.

Begeistert beginne ich von den Ausgeburten unserer Phantasie zu erzählen. Von den Vampiren, die in unseren Büchern und auf Bildern auftauchen, im Kino und im Fernsehen, in unseren Träumen und Albträumen. Aber viele meiner Gesprächspartner wollen etwas über »wirkliche Vampire« wissen. Sie freuen sich, dass sie endlich jemanden getroffen haben, der Vampire wissenschaftlich untersucht.

Ja, es hat tatsächlich »Vampire« gegeben. Genauer gesagt: Vor noch nicht allzu langer Zeit hat es Menschen gegeben, die von ihren Mitmenschen für echte Vampire gehalten worden sind und deswegen aus ihren Gräbern geholt, gepfählt und meistens auch verbrannt worden sind. »Wirklichen Untoten« bin ich jedoch noch nie begegnet, und Sterbliche, die Blut trinken und sich wie Dracula schminken, finde ich sterbenslangweilig. Möchtegern-Vampire lassen mich kalt. Exzentriker, die in Särgen schlafen und das Sonnenlicht scheuen, können so viel Blut trinken wie sie wollen, sie werden sich nie in Fledermäuse verwandeln können.

ALLES VAMPIR!

Ich bin kein Fan. Weder von Vampirjägern noch von Vampiren. Trotzdem bin ich begeisterter Vampirologe, weil ich es so faszinierend finde, dass wir Menschen seit Anbeginn unserer Kultur von imaginierten Untoten besessen sind. Wir statten diese Kreaturen mit übermenschlichen Fähigkeiten und phantastischen Eigenschaften aus. Sie sind lichtscheu, wild und blutrünstig, sie können die Naturgesetze überwinden und sogar dem Tod ein Schnippchen schlagen. Interessanterweise haben wir gerade in unserem aufgeklärten Zeitalter das Bedürfnis, die Untoten, mögen sie nun Dracula, Carmilla oder Edward heißen, immer wieder aus ihren Gräbern hervorzurufen. Kaum sind sie aufgetaucht, treiben wir sie spektakulär, blutig und mit heiligem Zorn wieder in die Unterwelt zurück – um sie am nächsten Abend lustvoll wieder hervorzulocken. Dieses perpetuum mobile hat mich schon immer interessiert. Für die Kulturindustrie ist der Vampir ohnehin ein gefundenes Fressen: Wenn es keine Vampire gäbe, müsste man sie erfinden.

Die Frage lautet nicht: »Gibt es tatsächlich Vampire?«, sondern: »Warum lässt sich der Vampirmythos so gut für unser Vergnügen und für politische Zwecke ausschlachten?« Die Antwort, die dieses Buch darauf gibt, lautet: Der Vampir sind wir! Tiere glauben nicht an Vampire, denn sie wissen nicht, dass sie sterblich sind. Weil wir wissen, dass wir sterblich sind, sind die Vampire unsterblich, denn das Thema aller Vampirgeschichten ist die Liebe und »das schmerzliche Rätsel des Todes, gegen den bisher kein Kräutlein gefunden wurde«, wie Sigmund Freud in Die Zukunft einer Illusion schrieb. (GWF, Bd. 14, S. 337)

Das vorliegende Buch ist keine literatur- oder medienhistorische Spurensuche. Im Gegenteil, ich will von den Details absehen und das faszinierende Räderwerk des Vampirmythos aus einer Vogelperspektive betrachten, um zu verstehen, aufgrund welcher Mechanismen dieses uralte Spiel mit unseren Träumen und Albträumen, mit Angst und Lust, mit Spannung und Erlösung funktioniert. Wenn wir Menschen vernünftige Wesen wären, wenn unser »Ich«, wie Freud sagte, »Herr im eigenen Haus« wäre, dann müssten die Vampire nach dem Zeitalter der Aufklärung und der Erfindung des elektrischen Lichts schon längst ausgestorben sein. Tatsächlich sind sie lebendiger und erfolgreicher denn je. Vampire sind »immer und überall«. Das Interesse an ihnen flammt bei jeder Filmpremiere neu auf. Wenn wieder einmal »ein echter Vampir« ausgegraben wird, geht die Meldung um die Welt und die TV-Teams brechen zur Vampirjagd auf. Im Rahmen einer Art »CSI Vampir«-Produktion für den ORF habe ich selbst das gepfählte Brustbein eines uralten historischen Vampirs in den Händen gehalten – und mir ist ein kaltes Gruseln über den Rücken gelaufen.

Als Medienwissenschaftler interessiere ich mich aus zahlreichen Gründen für den Vampirmythos. Vampire sind höchst komplexe Figuren, die zugleich einen hohen Wiedererkennungswert haben und deshalb eine ideale Projektionsfläche für individuelle und gesellschaftliche Ängste und Wünsche bilden. Sie sind Archetypen, die in einem dramaturgischen System, das ich »die Dramaturgie der Dämmerung« nenne, unheimlich attraktiv und extrem dynamisch agieren können. Vampire sind auch ein popkulturelles Label geworden, das man seinen Feinden und den Objekten seiner Begierde aufkleben kann. Seit den Bestsellern und Filmhits Twilight und True Blood ist der amerikanische Alltag völlig vampirisiert. Wenn man vor ein paar Jahren ein Vampirbuch kaufen wollte, musste man in der Buchhandlung fragen, in welchem Regal die Vampirbücher sind. Heute ist es umgekehrt: Man fragt sich, ob es überhaupt noch Bücher gibt, in denen keine Vampire vorkommen. »Alles Vampir!« – wie man auf dem Wiener Opernball sagen würde.

EIN ROTES SOFA UND EIN STINKENDER TALISMAN

Jeder Hobby-Psychologe wird vermuten, dass meine Leidenschaft für Vampire eine tiefere Ursache hat, etwa, dass verdrängte Kindheitserlebnisse hinter meiner Liebe zur Vampirologie stecken. Sonst müsste ja jeder Medienwissenschaftler ein Vampirologe sein. Arbeite ich mit diesem Buch meine persönlichen Ängste und Sehnsüchte auf? Ja, sicher! Ich glaube zwar nicht, dass mein Unbewusstes mich dazu treibt, um Mitternacht durch die Häuserschluchten Wiens zu streifen, um schöne Frauen in den Hals zu beißen, aber vielleicht hindert mich doch nur der Mantel der Zivilisation daran, verdrängte Wünsche auszuleben.

Wie nicht anders zu erwarten, sind mir beim Schreiben dieses Buches nach und nach Erlebnisse aus meiner Kindheit wieder bewusst geworden, die mein Interesse für Dracula & Co. erklären könnten.

Meine Mutter (Dr. Freud wäre über so einen Beginn entzückt) hat mich in unserem Wohnzimmer in Attnang-Puchheim auf einem roten Sofa zur Welt gebracht. Ich kam mehr als zwei Monate zu früh zur Welt, winzig, halb tot und halb blind. Der Arzt wollte mich mit Blaulicht ins Krankenhaus bringen lassen, aber meine Mutter wollte mich nicht der Apparatemedizin anheimgeben. So habe ich überlebt.

Ein paar Jahre nach meiner Geburt sind wir von Attnang-Puchheim nach Rittham gezogen, in die Nähe von Ohlsdorf, das einen Fixplatz auf der literarischen Landkarte hat, weil der ehemalige Bürgerschreck Thomas Bernhard dort auf einem Bauernhof seine Österreichbeschimpfungen in lange Schachtelsätze verpackt hat. Meine Eltern hatten in Rittham auf alten Fundamenten ein kleines Haus gebaut, das mir von Anfang an unheimlich war, weil es allein am Waldrand stand: romantisch an einem sonnigen Tag, gruselig in der Dämmerung, furchterregend in der Nacht.

Der Wald direkt hinter unserem Haus heißt auf alten Karten das »Kreuz-G’stauderert« (von Staude, Gebüsch). »Wo euer Haus jetzt steht, da ist früher einmal ein Galgen g’standen«, versicherten uns die Nachbarn grinsend. »An dieser Wegkreuzung wurden die Verbrecher aufgehängt.« In Attnang-Puchheim hatte ich nie eine Leiche gesehen, hier »am Land« wurden die Verstorbenen zur Schau gestellt und Nachbarn und Verwandte sind zusammengekommen, um gemeinsam Totenwache zu halten. Offenbar musste man mit den Verstorbenen wach bleiben und sie wie feindliche Gefangene rund um die Uhr bewachen, damit sie sich nicht aus dem Staub machen, bevor sie zu Staub zerfallen.

Wir haben in der »Einschicht« gewohnt, wie die Bauern gesagt haben, ein paar hundert Meter außerhalb des Dorfes. Wenn ich mit meinen Freunden Matthias und Franzl, den Söhnen des Großbauern, im Dorf spielen wollte, musste ich durch eine lange Allee mit alten Birn- und Apfelbäumen ins Dorf hinübergehen. Da ich noch zu klein war, um allein fortzugehen, musste mich meine zwei Jahre ältere Schwester begleiten. »Kinder, kommt heim, bevor es finster wird!«, hat meine Mutter jeden Tag gesagt. Jeden Tag derselbe Konflikt: Ich wollte so lange wie möglich spielen, weil es so lustig war, meine Schwester wollte schon nach Hause gehen, weil es doch bald finster werden würde. Der Heimweg in der Dämmerung wurde zum Wettlauf gegen die Zeit und gegen meine Schwester, die mir immer kichernd davongelaufen ist. Oft habe ich im Eifer des Gefechts mit meinen Spielkameraden die Angst vor dem Heimweg völlig verdrängt und bin allein bis nach Sonnenuntergang im Dorf geblieben, während meine Schwester schon zu Hause war und beobachtet hat, wie ich tollpatschig, pummelig und mit einer Phantasie gestraft, die hinter jedem knorrigen Obstbaum ein Monster sah, nach Hause gehastet bin. Mir ist der Weg unendlich lange vorgekommen. Die Erzählungen der Erwachsenen von der »Wilden Jagd«, dem Geisterheer, das in den Raunächten auf Höllenpferden über den Himmel fegt, haben meine Phantasie noch zusätzlich befeuert.

Die Angst davor, in der Nacht allein durch den Wald gehen zu müssen, hat mich auch noch verfolgt, als ich schon in die erste Klasse des Gymnasiums gegangen bin und ein »vernünftiger Bub« war. Ich war ins Internat in die Bundeserziehungsanstalt Saalfelden geschickt worden und konnte nur alle heiligen Zeiten, zu den Raunächten eben, nach Hause fahren. Das war um 1968, als der »narrische Dichter«, wie die Bauern Thomas Bernhard nannten, einen österreichischen Literaturpreis bekam. »Und was hat er g’sagt?«, erregten sich die Leute noch Jahre später beim Frühschoppen nach der Sonntagsmesse. »›Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt!‹, hat er gesagt. So eine Frechheit! Aber angeblich ist ihm der Minister ordentlich übers Maul gefahren und hat geantwortet: ›Ich bin trotzdem stolz, ein Österreicher zu sein!‹«

So ist die Geschichte beim Bahnhofswirt damals erzählt worden. Ich war nicht stolz und konnte dem Gedanken, dass alles lächerlich sei, wenn man an den Tod denkt, nichts abgewinnen. Denn ich musste mit dem Zug von Saalfelden nach Hause fahren und schleppte einen riesigen Koffer mit Wäsche und Büchern mit. In Attnang-Puchheim bin ich in die Salzkammergutbahn nach Aurachkirchen umgestiegen, wo ich erst nach Sonnenuntergang ankam. Vom Bahnhof Aurachkirchen musste ich den schweren Koffer in der Dunkelheit einen langen Hohlweg bergauf durch einen stock-finsteren Wald schleppen. Mehr als einmal wollte ich den Koffer stehen lassen und schreiend vor den Vampiren davonlaufen, bis mir wieder einfiel, dass mir ohnehin nichts passieren konnte, weil mir meine Mutter gleich nach unserer Übersiedlung nach Rittham eine Knoblauchzehe an einem Zwirnsfaden um den Hals gebunden hatte. Tag und Nacht habe ich diesen stinkenden Talisman tragen müssen. Ich kann mich bis heute an den Fleck erinnern, den der Knoblauchsaft auf meinen Unterhemden und Pyjamas hinterlassen hat.

Mein Körper hat den Knoblauch jahrelang absorbiert, deswegen habe ich bis heute das Gefühl, dass Vampire mir nichts anhaben können. Aber ganz sicher bin ich mir nicht.

Die Wahrheit über Vampire werden wir – wenn überhaupt – erst dann erfahren, wenn wir gestorben sind. »Das Leben ist eine große Überraschung«, sagte der russische Schriftsteller Vladimir Nabokov. »Warum sollte der Tod nicht eine noch größere sein?«

I

AUF DEM FRIEDHOFIST DIE HÖLLE LOS

Das Lauffeuer des Vampirismus

01DER VAMPIRJÄGER IHRER MAJESTÄT

When the cities are on fireWith the burning flesh of menJust remember that death is not the end

Bob Dylan, Death is not the End (1988)

Kann man – als vernünftiger Mensch – an Vampire glauben? Anders gefragt: Gibt es intelligente Menschen, die davon überzeugt sind, dass Verstorbene sich in Untote verwandeln können? Wahrscheinlich gibt es solche Menschen noch immer. Sicher ist, dass es sie vor noch nicht allzu langer Zeit en masse gegeben hat. Bis ins späte 18. Jahrhundert waren viele Menschen davon überzeugt, dass es Untote gibt, die unerlöst aus ihren Gräbern aufstehen und Unheil verbreiten. Wir wissen das, weil einige dieser Fälle dokumentiert sind. Vampirologen der Gegenwart haben die alten Dokumente gesammelt, neu herausgegeben, kommentiert und analysiert. Wenn man zum Beispiel Klaus Hambergers Dokumentation zum Vampirismus 1689–1791 durchblättert, könnte einem noch heute das Grausen kommen. Nicht vor den angeblichen Vampiren, sondern vor den Vampirjägern und den aufgebrachten Massen auf der Suche nach Sündenböcken. Obwohl »weiche« und »harte« Theorien, psychoanalytisch inspirierte Ansätze ebenso wie kultur-, literatur- und medizingeschichtliche Forschungen zahlreiche Erklärungsmodelle für den damaligen Vampirglauben anbieten, haben sich die historischen Vorfälle offenbar eine derart irritierende Unfassbarkeit bewahrt, dass die alten Dokumente immer wieder in Konferenzen neu aufgerollt und interpretiert werden. So fand zum Beispiel im Jahre 2009 in Wien eine wissenschaftliche Tagung zum Thema »Vampirismus und Magia posthuma im Diskurs der Habsburgermonarchie im 18. und 19. Jahrhundert« statt, die vom Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien und von »kakanien revisited«, einer Online-Plattform für interdisziplinäre Forschung und Vernetzung im Bereich Mittelost- bzw. Zentral- und Südosteuropa, veranstaltet wurde. Bei dieser Konferenz haben universitäre Vampirologen wie Clemens Ruthner referiert, der derzeit an Bram Stokers Trinity College in Dublin lehrt und dessen Forschungsschwerpunkt die Literaturgeschichte des Vampirs ist. Aber auch der Wiener Gerichtsmediziner und Vampirexperte Dr. Christian Reiter, der den Untoten wie ein CSI-Forensiker auf den Leib rückt und auf dessen Theorien ich noch eingehen werde.

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