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Welcher Mann wäre nicht gern in der Lage, jede Frau, die ihm gefällt, locker anzusprechen und ein Date mit ihr zu verabreden. Dass es oft nicht klappt, liegt nicht an fehlender Attraktivität oder den falschen Anmachsprüchen, sondern an der inneren Einstellung, wie Michel Vincent am eigenen Leibe erfahren hat. Er selbst war jahrelang zu zurückhaltend, um von sich aus auf Frauen zuzugehen. Er zeigt, wie Mann an sich arbeiten kann, um auch ohne coole Masche selbstbewusster, attraktiver und dauerhaft erfolgreich beim weiblichen Geschlecht zu sein.
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Veröffentlichungsjahr: 2014
Mehr über unsere Autoren und Bücher:www.piper.deAll jenen gewidmet, die abenteuerlustig sind,Regeln brechen und Initiative ergreifen!Vollständige E-Book-Ausgabe der im Piper Verlagerschienenen Buchausgabe 1. Auflage 2014ISBN 978-3-492-96744-0© Piper Verlag GmbH, München 2014Covergestaltung: semper smile, MünchenCovermotiv: Daniel M. Nagy/shutterstockDatenkonvertierung: Uhl + Massopust, AalenAlle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.In diesem E-Book befinden sich Verlinkungen zu Webseiten Dritter. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich der Piper Verlag die Inhalte Dritter nicht zu eigen macht, für die Inhalte nicht verantwortlich ist und keine Haftung übernimmt.
»In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt!«
Johann Wolfgang von Goethe
EINLEITUNG
Du hältst dieses Buch in deinen Händen, weil du wissen möchtest, wie man schöne Frauen kennenlernt. Herzlichen Glückwunsch! Das wirst du in exakt einer Minute am eigenen Leib erfahren. Du wirst sogar mit ihnen reden, ihnen die Hand geben. Und sie werden dich anlächeln. Das verspreche ich dir. Vorher möchte ich dir aber eine Frage stellen: Was hat dich bisher davon abgehalten?
Denkst du vielleicht, du siehst nicht gut genug aus?
Glaubst du, du bist nicht reich oder cool genug?
Fühlst du dich nicht fit oder sexy genug?
Sind das die Gründe, warum du wenig Erfolg bei Frauen hast? Wir wissen beide, dass dem nicht so ist. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt eine Menge Frauen, die dich so lieben, wie du bist. Du musst nichts an dir ändern, du musst sie nur finden. In Wahrheit hast du Angst vor der Suche. Habe ich recht? Es ist diese lähmende Furcht vor Zurückweisung, die dich im entscheidenden Augenblick davon abhält, sie anzusprechen. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Die Angst, als Mann zu versagen, ist immens. Allein die Vorstellung, von einer hübschen Frau einen Korb zu bekommen und sich womöglich zu blamieren, gleicht einem Albtraum. Doch wie sieht die Lösung aus: Nichts tun, so wie bisher? Wie viele Frauen wirst du auf diese Weise wohl kennenlernen? Du hast es erfasst: Keine!
Deshalb unternehmen wir beide jetzt gemeinsam einen ersten kleinen Schritt, um diese Angst auf der Stelle abzubauen. Bist du bereit? Nein? Das dachte ich mir, aber das macht nichts. Ich helfe dir. Du musst lediglich tun, was ich dir sage. Du stehst vermutlich gerade in einer Buchhandlung, also: Schau dich um, und suche dir eine dieser Schönheiten aus, die man stets in Buchhandlungen trifft, und sprich sie an – JETZT!
Ab sofort zählen keine Ausreden mehr.
Falls du keine findest, die dir gefällt, wechsle das Stockwerk und sieh dich in anderen Abteilungen um. Und, hast du sie entdeckt? Sehr gut. Jetzt gehst du mit dem Buch in der Hand zu ihr rüber, lächelst sie freundlich an und sagst:
»Hi, Verzeihung, dass ich dich einfach so anspreche. Hier in diesem Buch steht, wenn man eine Frau sieht, die einem gefällt und die eine besondere Ausstrahlung hat, ist es immer besser, man riskiert etwas und spricht sie an, bevor man es nicht tut und es am Ende bereut. Wie denkst du darüber?«
In den meisten Fällen wird sie lächeln, wahrscheinlich wird sie sich auch geschmeichelt fühlen, eventuell kurz über deine Worte nachdenken und dir auf jeden Fall zustimmen. Du hast jetzt nichts weiter zu tun, als entspannt zurückzulächeln, ihr deine Hand entgegenzustrecken und dich vorzustellen: »Umso besser/Das trifft sich gut/Da habe ich ja Glück gehabt … ich bin der …«
Schon bist du mit ihr im Gespräch!
Vielleicht wird sie dir nicht glauben, dass hier wirklich geschrieben steht, du solltest sie ansprechen. Dann halte ihr einfach das aufgeschlagene Buch hin oder lies ihr die Zeilen vor. In den meisten Fällen wird sie lächeln. Wie auch immer sie reagiert – positiv oder negativ –, dein Ziel war es nicht, sie von irgendetwas zu überzeugen, sondern lediglich, deine Angst zu überwinden und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Und das hast du geschafft. Bravo!
Was bedeutet es eigentlich, selbstbewusst zu sein? Wie schafft man es, Attraktivität auszustrahlen, zu sich zu stehen, sich nicht verbiegen zu lassen und damit auch noch Erfolg bei Frauen zu haben? Und kann man diese natürliche, selbstsichere Art wirklich lernen, die sich Frauen von Männern so sehr wünschen?
Du hältst die Antwort in deinen Händen.
Eines vorweg: In diesem Buch geht es nicht um Sex. Keine Panik! Du wirst, wenn du es zu Ende gelesen hast, jede Menge davon haben, und zwar mit den schönsten Frauen. Aber in Wahrheit geht es um etwas viel Größeres: um dich, das Gefühl von tiefster Zufriedenheit und die Verwirklichung deiner Träume.
Es geht um DEINLEBEN!
Dieses Buch ist eine Anleitung zur Überwindung von Selbstzweifeln und Schüchternheit. Ich weiß, wovon ich rede, denn bis vor wenigen Jahren war ich selbst noch einer von denen. Du weißt schon, ein Durchschnittstyp mit einem Durchschnittsleben, bei dem das Glück irgendwie auf der Strecke blieb. Ich hatte einen mittelmäßigen Job, kaum Freunde, keine Freundin und – oh Wunder – keinen Sex. Wirklich Spaß hatten immer die anderen. Glaub mir, so schwierig dein Umgang mit Frauen zurzeit auch sein mag, meine Situation war um Längen schlimmer. Zum Glück liegt das alles in einer fernen Vergangenheit. Wenn ich zurückblicke, dann sehe ich nicht mich, sondern eine mir völlig fremde Person. Schon verrückt, wie ich so lange so blind sein konnte. Heute scheint in meinem Leben die Sonne. Ich habe den besten Job der Welt, wunderbare Freunde, die meine Lebenseinstellung teilen; derzeit date ich ein Fashion-Model, und wenn ich abends ausgehe, sitzen die hübschesten Frauen an meinem Tisch. Mein Sexleben? In einem Wort: Gigantisch!
»Diese Leichtigkeit, mit der du die Frauen um deinen Finger wickelst. Wie machst du das? Wo zauberst du diese Magie her?« Solche Fragen höre ich in meinen Seminaren immer wieder. Meine Antwort ist immer die gleiche: »Mit Zauberei hat das nichts zu tun. Auch du besitzt diese Magie. Alles, was du wissen musst, um Erfolg bei Frauen zu haben, trägst du bereits in dir. Du kommst an dieses Wissen jedoch nicht heran, weil die Stimme in deinem Kopf so viel Lärm macht. Sie hindert dich daran, du selbst zu sein.«
Nur die Ruhe! Das wird sich bald ändern. Es ist nämlich so: Die einzige Person, die dich daran hindert, deine Träume zu leben, bist du. Die einzige Person, die dich daran hindert, die wunderbarsten Frauen dieser Welt anzusprechen, bist du. Die einzige Person, die dich daran hindert, mit ihnen ins Bett zu gehen, bist du. Und ich verrate dir noch etwas: Es sind nicht die Frauen, die dich abblitzen lassen. Es ist deine eigene Unsicherheit. Woher ich das weiß? Ich habe es selbst erlebt! Doch damit ist jetzt Schluss! Den ersten Schritt haben wir bereits getan.
In den letzten zehn Jahren habe ich mit vielen tausend Frauen gesprochen, in Supermärkten, Clubs, Bars, Flugzeugen, Einkaufszentren, Hotels, Aufzügen, Schwimmbädern, auf der Straße, in meinem Bett, habe ihnen zugehört (wirklich zugehört) und von ihnen gelernt. Die Essenz aus diesen Gesprächen steht in diesem Buch. Ich bin kein Professor, kein Sexualforscher, kein Evolutionsbiologe, deswegen werde ich dich auch nicht mit pseudowissenschaftlichen Theorien über das weibliche Geschlecht langweilen. Dieses Feld überlasse ich anderen. Ich bin ein Mann der Praxis. Ich bevorzuge es, mit Frauen zu schlafen, anstatt Statistiken über sie zu führen.
Betrachte dieses Buch als Dialog. Nur du und ich.
Im Spiel der Verführung gibt es kein Schwarz oder Weiß, kein Richtig oder Falsch. Es gibt keine Gesetze, keine Strategien, keine auswendig gelernten Sprüche, die bei jeder Frau gleichermaßen funktionieren. Wer das behauptet, ist ein Märchenerzähler. Jede Frau ist einzigartig und muss als solche individuell betrachtet werden. Auch von dir! Aus diesem Grund richtet sich unser Hauptaugenmerk auch nicht auf die vielen wunderschönen Mädels, die nur darauf warten, meisterhaft von dir erobert zu werden, sondern wir konzentrieren uns ganz auf dich. Ja genau, du hast richtig gehört: Du spielst die Hauptrolle in diesem Film. Du bist der Star!
Bist du bereit für das Abenteuer deines Lebens?
DIE TRAUMFRAU VON DER AUTOBAHN
Vor einigen Jahren wurde ich vom Playboy nach Kitzbühel eingeladen, um Weihnachten nach »Art des Hauses« zu feiern. Mein Freund Michael und ich waren in einem superschönen Wellness-Hotel untergebracht, konnten tagsüber relaxen und abends mit den Bunnys die Hütte abbrennen. Na ja, was soll ich sagen? Wir feierten die wildeste Party des Jahres (ja, es war genauso, wie du es dir gerade vorstellst – sogar noch besser). Drei Tage später machten wir uns völlig zerstört wieder auf den Rückweg.
Auf der Party waren auch vier Typen gewesen, die jeden Abend an der Bar herumstanden, sich keinen Meter bewegten, auf supercool machten und den Bunnys sabbernd beim Tanzen zuguckten, während wir mit den Mädels den Spaß unseres Lebens hatten. Normalerweise hätte ich diese Situation bis ins Detail analysiert, was diese Jungs alles falsch machten und warum sie Abend für Abend alleine ins Bett gingen, aber mein Kater ließ keinen einzigen vernünftigen Gedanken zu. Ich hing völlig fertig auf dem Beifahrersitz, den Kopf an die Fensterscheibe gelehnt, die Sonnenbrille tief im Gesicht. Michi hatte einen österreichischen Radiosender eingestellt, der sinnbefreite Volksmusik spielte. Der perfekte Soundtrack, um wieder einzuschlafen. Nach einer Weile wurde ich ziemlich unsanft geweckt. Michi ließ den Motor seines Sportwagens aufheulen wie einen hungrigen Wolf, der Jagd auf seine Schäfchen machte. Er beschleunigte, kicherte dabei vor sich hin und ging wieder vom Gas. Mein Kopf, der permanent nach vorne und wieder zurück knallte, bedankte sich mit stechenden Schmerzen.
»Alter, was machst du da? Willst du mich umbringen?«
»Da sind ’n paar lustige Mädels neben uns«, lachte er. »Die wollen ein Rennen fahren.«
Ich beugte mich nach vorne, nahm meine Sonnenbrille ab, schaute an Michi vorbei und erkannte drei gut gelaunte Frauen in einem roten Fiat Panda. Eine von ihnen winkte zu uns rüber. Ich schob mit dem Zeigefinger die Sonnenbrille wieder auf ihren Platz zurück und sagte leicht genervt: »Bin zu müde. Lass das Fenster runter, flirte, mach irgendwas, ich leg mich wieder hin.«
Wir fuhren ein paar Minuten nebeneinanderher, nicht schnell, vielleicht 100 km/h, und Michi kommentierte für mich, was gerade passierte. Ich döste wieder ein. Plötzlich tippte Michi mich an.
»Ey, wach mal auf. Ich glaube, die wollen irgendwas von dir.«
»Häh, was? Wieso von mir?«, murmelte ich.
»Die Blonde vom Beifahrersitz macht schon die ganze Zeit Handzeichen, dass ich dich mal antippen soll.«
Ich setzte mich aufrecht hin und schaute zu ihr rüber. Meine Gedanken: Nie wieder Alkohol! Sie winkte mir zu und lächelte. Ich erkannte nicht viel. Sie hatte lange blonde Haare, trug eine große schwarze Sonnenbrille, dazu ein weißes T-Shirt und fuchtelte mit ihren Armen herum. Wir ließen die Fenster runter und versuchten, ein Gespräch anzufangen, was sich schnell als unmöglich herausstellte. Wir lachten uns gegenseitig an, dann holte ich einfach mein Handy aus der Hosentasche, winkte damit, zeigte mit dem Finger auf sie und hielt es mir ans Ohr. Sie begriff, was ich wollte, und begann, mit den Fingern ihre Nummer in die Luft zu schreiben. Ich sprach irgendwelche Zahlen laut vor mich her, konnte mich aber kaum konzentrieren.
Michi fiel vom Glauben ab.
»Wenn du jetzt mitten auf der Autobahn die Telefonnummer dieser Braut klarmachst, dann gehe ich sterben oder ins Kloster!«
Ich grinste, und das Mädel aus dem roten Fiat begann zu deuten: 0 – 1 – 7 – 2 … Anscheinend kannte sie aber ihre eigene Nummer nicht auswendig, überlegte immer wieder, wischte mit einer Handbewegung alles weg und fing von vorne an, was natürlich zu keinem Ergebnis führte. Wir schafften es nicht, unsere Nummern auszutauschen, und wegen des Verkehrs, der immer dichter wurde, verloren wir uns irgendwann aus den Augen. Michi atmete erleichtert auf: »Na, du großer Aufreißer, war wohl nichts, was? Gib’s zu, das hättest du jetzt gerne gehabt!«
»Man kann nicht immer gewinnen«, grinste ich und machte es mir wieder in meinem Sitz gemütlich.
Eine Viertelstunde später hatte der Stau uns endgültig erwischt. Michi stellte den Motor ab und fluchte leise vor sich hin. Ich schnallte mich ab, um bequemer liegen zu können, als plötzlich meine Tür aufging.
»Ach, du heilige …«, rief ich völlig überrascht und lag schon halb auf der Straße. Mein Herz pumpte wie verrückt. Wer rechnet schon damit, dass mitten auf der Autobahn jemand von außen deine Tür aufmacht? Ich hob meinen Kopf, stützte mich mit einer Hand auf der Fahrbahn ab und sah den Umriss einer Frau, die mir einen Zettel zusteckte.
»Da, ruf mich an!«
Die Sonne blendete mich. Alles, was ich sah, war die Rückseite eines Mädels mit langen, blonden, geflochtenen Haaren, lange Beine, die in einer knallengen Jeans steckten, und ein verdammt geiler Hintern. Das Wichtigste jedoch, ihr Gesicht, erkannte ich nicht. Ich lag immer noch völlig verdattert halb auf der Fahrbahn und musste mich erst mal sammeln. War das gerade wirklich passiert, oder lag es am Restalkohol der vergangenen Nacht? Als ich wieder vollständig im Auto saß, sah mich Michi fassungslos an.
»Das ist jetzt nicht passiert!«
Er drehte sich um, sah dem Mädel hinterher und flippte völlig aus.
»Das kann doch nicht die Wahrheit sein! Auf der Autobahn. Der Wahnsinn!!«
Als der Stau sich wenig später allmählich auflöste und wir gemächlich weiterfuhren, dachte ich mir: »Michel, warte nicht, sondern ruf sie direkt an.«
Ich wählte die Nummer, die auf dem Zettel stand.
Nach nur einem Klingeln nahm sie ab.
»Na, fremder Mann«, begrüßte sie mich mit einer süßen, heiteren Stimme. »Das hättest du nicht gedacht, was?«
»Nee, echt nicht.«
»Ich hoffe, du hast dir nicht weh getan, als du aus dem Auto gefallen bist.«
»Ich habe schon schlimmere Stürze überlebt«, lachte ich.
Es stellte sich heraus, dass sie Sina hieß, aus Rosenheim kam und mit ihren Mädels zu Ikea wollte. Und dass sie Single war. Leider war ihr Akku fast leer, jedenfalls behauptete sie das, aber sie versprach, mich abends zurückzurufen.
Am Abend rief mich Sina tatsächlich an. Sie wollte mich unbedingt wiedersehen. Ich fand ihre forsche Art, die Gesprächsführung zu übernehmen, ziemlich sexy. Ich hatte so etwas noch nie erlebt und fühlte mich ein bisschen wie in einem kitschigen Hollywoodfilm. Es imponierte mir einfach, wie viel Mühe sie sich gab und wie selbstsicher sie dabei wirkte. Keine Spielchen, sondern ehrlich und direkt! Das war außergewöhnlich und, um ehrlich zu sein, außergewöhnlich gut!
Ich wollte unbedingt herausfinden, was sie letztlich dazu bewegt hatte, den Schritt zu wagen, aus dem Auto auszusteigen und mir einfach so ihre Nummer zuzustecken.
Mir gingen diese Gedanken nicht mehr aus dem Kopf. Ich musste es wissen. Um zu lernen.
Wir verabredeten uns für das kommende Wochenende. Da sie kein Auto besaß, schlug ich vor, am Freitagabend zu ihr nach Rosenheim zu kommen. Zuerst war ich etwas überrascht, dass sie sofort einwilligte und mir ihre private Adresse nannte, aber dann auch wieder nicht, denn irgendwie passte das zu ihr. Sie war anders als die Frauen, die ich bis dahin kennengelernt hatte – völlig furchtlos.
Ich klingelte.
Sie öffnete die Tür.
Endlich sah ich ihr Gesicht. Große blaue Augen, ein noch größerer roter Schmollmund, lange blonde Haare, offen, leicht gewellt, super Brüste, 1,75 Meter groß – ein Traum von einer Frau. Sie trug eine sehr kurze, abgeschnittene, enge Jeans. Ihr Top war, wie schon auf der Autobahn, leicht bauchfrei. Mein Blick wanderte immer weiter nach unten, und als ich bei den Füßen angelangt war, bekam ich fast einen Lachanfall. Vor mir stand eine Traumfrau in einem supersexy Outfit und … Pumuckl-Plüschhausschuhen. Unglaublich. Jede andere Frau hätte sich vermutlich schnell richtige Schuhe angezogen. Sie nicht. Mit einer Selbstverständlichkeit stand sie da, als sei es das Normalste der Welt. Ich drehte mich nach allen Seiten um, weil ich für einen kurzen Moment ernsthaft dachte, dass mir vielleicht jemand einen Streich spielte und irgendwo die versteckte Kamera auf mich wartete.
Wir setzten uns in ihre Küche und fingen an zu reden. Sina öffnete eine Flasche Wein und begann, aus ihrem Leben zu erzählen. Der Abend lief perfekt, keine Haken, keine Sätze, die mit »Du, ich muss dir noch was sagen« begannen. Ich war überrascht, wie ehrlich sie war. Unter anderem erzählte sie mir von einem sehr reichen Mann, den sie ein halbes Jahr vorher kennengelernt hatte, der prominenten Umgang pflegte und sie jede Woche an die exklusivsten Orte einlud: Ibiza, Saint Tropez, Malediven. Sie fühlte sich aber in der Jetset-Gesellschaft unwohl und bemerkte schnell, dass das nicht ihre Welt war. Sie wollte nicht das hübsche Anhängsel sein, das sich von einem Millionär aushalten ließ. Sie arbeitete als Arzthelferin in einer kleinen Praxis und fühlte sich wohl damit. Sie wollte keines dieser bezahlten Partygirls sein, das auf Luxusjachten mit Champagner spritzte. Sie war ein normales Mädchen, und entsprechend wollte sie auch leben.
»Auf Dauer konnte ich da einfach nicht mithalten«, erklärte sie. »Mir ist es nicht wichtig, wie viel Geld jemand besitzt. Mir ist wichtig, was für ein Gefühl ich bei einer Person habe. Nur darauf kommt es an.«
»Das würde ich schon gerne mal wissen«, begann ich meine Frage, die mir seit unserer ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf ging. »Welches Gefühl hattest du bei mir? Du magst mich, sonst hättest du mich nicht eingeladen, schon klar, aber das konntest du doch aus dem Auto heraus gar nicht wissen. Ich hätte auch ein Arschloch sein können.«
»Natürlich konnte ich das nicht wissen«, lächelte sie und goss uns Wein nach, »aber ich erkläre dir jetzt mal was.«
Sie atmete ruhig und gleichmäßig, trank einen Schluck Wein und schien völlig mit sich im Reinen zu sein. Ihre Aura war unfassbar, als ob sie nichts, aber auch gar nichts aus der Ruhe bringen konnte.
»Ich bin dreiundzwanzig Jahre alt«, erzählte sie weiter. »So wie ich jetzt aussehe, sah ich nicht immer aus. Ich hatte Krebs. Mit neunzehn wurde ich operiert, bekam Chemotherapie, lag ein Jahr im Krankenhaus. Meine Haare, na ja, du kannst es dir vorstellen.« Konnte ich nicht. Sie war zu schön, um wahr zu sein. »Ich habe mich durch meine Krankheit gekämpft und sie besiegt. Weißt du, was ich während dieser Zeit gelernt habe?«
Sie saß vor mir und redete wie ein Engel. Es fiel mir schwer, ihren Worten zu folgen, weil sie von Sekunde zu Sekunde immer hübscher wurde. Von ihr ging ein Zauber aus, der mit nichts zu vergleichen war.
»Ich habe gelernt, keinen Tag mehr zu verschenken! Ich bin so froh, dass ich das überlebt habe. Jeden Morgen schicke ich ein Gebet zum Himmel und bin dankbar dafür, einfach am Leben zu sein. Heute sehe ich die Welt mit anderen Augen. Wenn ich heute etwas sehe, das mir gefällt oder mich interessiert, dann zögere ich nicht mehr. Weißt du, das Leben findet immer in diesem Moment statt, im Jetzt, und kann schon morgen vorbei sein, deswegen habe ich mir geschworen, nichts Wichtiges mehr aufzuschieben.« Sie legte ihre Hand auf meine und streichelte sie sanft. Ich saß regungslos an ihrem kleinen Küchentisch und brauchte ein paar Sekunden, um ihre Worte zu verarbeiten. »So, wie du in dem Auto saßt, mit deiner Sonnenbrille und so, das sah einfach süß aus. Deswegen habe ich deinem Freund signalisiert, dass er dich antippen soll. Ich wollte deine Augen sehen. Dann hast du deine Sonnenbrille abgenommen und mich angesehen. Ich fand dich hübsch und wollte dich kennenlernen. Mir blieb eben keine andere Wahl, als aus dem Auto auszusteigen und dir den Zettel zuzustecken. Nur so konnte ich mit dir in Kontakt treten.«
Ich suchte nach passenden Worten, aber nichts hätte auch nur ansatzweise das widerspiegeln können, was mir durch den Kopf ging. Was für ein unglaubliches Mädchen! Sie erzählte mir von ihrer Krankheit, der Zeit im Krankenhaus, von Freunden und ihrer Familie, dass sie heute wieder völlig gesund sei und wie wichtig es sei, keine Chancen im Leben ungenutzt zu lassen.
»Das kann ich gut nachvollziehen«, lächelte ich und zog sie an mich heran. »Ich will auch keine Chance ungenutzt lassen.«
Dann küsste ich sie, sie küsste mich zurück, und es folgte eine der leidenschaftlichsten Nächte, die ich jemals erlebt habe.
Ich erzähle dir diese Geschichte nicht, um zu demonstrieren, was für ein toller Hecht ich bin. Nichts liegt mir ferner. Mich hat dieses Mädchen schlicht durch ihren Mut und ihr spontanes Handeln beeindruckt. Für eine Frau ist solch ein Verhalten ziemlich außergewöhnlich und mutig. Sie ist ein hohes Risiko eingegangen. Gleichzeitig hat sie mir damit ein unfassbar schönes Kompliment gemacht: Sie wollte mich kennenlernen und war bereit, in diesem Augenblick alles dafür zu tun. Genau darum geht es im Leben! Um dein Leben aufregend zu gestalten, musst du bereit sein, Risiken einzugehen. Die schönen Dinge gibt es nicht umsonst. Du musst etwas dafür tun. Ich weiß, die Angst vor einer Abfuhr ist groß. Wir alle fürchten uns davor, nicht gut genug zu sein oder nicht dazuzugehören. Wenn du aber bereit bist, anders zu sein; wenn du bereit bist, deine Komfortzone zu verlassen, werden dich deine Mitmenschen dafür bewundern. Aus genau diesem Grund war ich so von Sina beeindruckt. Es war ihre außergewöhnliche Persönlichkeit, die mich so in ihren Bann zog. Und hätte sie sich nicht getraut, diesen einen Schritt zu gehen, hätten wir uns vermutlich nie wiedergesehen.
Wenn du also das nächste Mal glaubst, eine Frau sei zu attraktiv für dich oder unerreichbar, denk daran: Es wird immer nur derjenige belohnt, der sich traut, über seinen Schatten zu springen. Wenn du nichts unternimmst, wirst du sie nie kennenlernen. So einfach ist das. Wenn du aber nur ein bisschen Mut beweist und für dich einstehst, stehen dir alle Türen offen. So wie Sina bei mir, oder ich bei all jenen Frauen, die ich für unerreichbar hielt.
Das Geheimnis liegt in deiner Einstellung zum Leben. Es sind deine Gedanken, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Erst wenn du bereit bist, Risiken einzugehen, und du hundertprozentig davon überzeugt bist; wenn du es sehen kannst, dass die schönsten Frauen der Welt mit dir zusammen sein wollen, wird genau das eintreten. Es ist ein Naturgesetz. Wenn du nach den Regeln handelst, die du in diesem Buch lesen wirst, wirst du Erfolg haben. Und weil ich früher selbst unsicher war und nicht wusste, was zu tun ist, werde ich dir auch alle Fragen, die in deinem Kopf umherschwirren, beantworten und deine Zweifel ausräumen. Denn wenn es bei mir funktioniert, funktioniert es auch bei dir.
Der Hauptgrund, warum die meisten Männer Probleme haben, Frauen kennenzulernen, ist der, dass sie all die Möglichkeiten, die sie jeden Tag haben, einfach an sich vorbeiziehen lassen: Das hübsche Mädchen an der Ampel, im Café, in der Bäckerei. Sie stehen wie versteinert da und denken sich: »Was soll ich zu ihr sagen? Ich kann sie doch nicht ansprechen, einfach so. Und wie ich gerade aussehe! Ach, und außerdem: Sie ist so schön, dass sie garantiert schon einen Freund hat. Nee, das ist gerade der falsche Moment, um sie anzusprechen.«
Kennst du das? Kommen dir diese Gedanken und Ausreden bekannt vor? Willkommen im Hamsterrad! Du verschiebst dein Vorhaben, es endlich zu tun, dich zu trauen, deine Ängste zu überwinden, ständig in die Zukunft, wenn dir der Moment passender erscheint, und merkst dabei gar nicht, wie das Leben Tag für Tag an dir vorüberzieht. Wenn du aber begreifst, dass jeder Tag einzigartig ist und, lässt du ihn verstreichen, für immer verloren, wirst du erkennen, was du in den letzten Jahren alles versäumt hast. An jedem Tag geschehen Wunder, aber du siehst sie nicht, weil du in Gedanken überall bist, nur nicht in der Gegenwart, dort, wo dein Leben gerade stattfindet.
Ich sehe diese Wunder. Sie tauchen auf wie aus dem Nichts und zaubern mir augenblicklich ein Lächeln ins Gesicht. Sie kreuzen meinen Weg, und es liegt an mir, sie entweder vorbeiziehen oder ein Teil meines Lebens werden zu lassen. Diese Wunder haben Namen: Susanne, Sandra, Laura, Nathalie, Julia, Nicole, Sarah, Verena, … Die perfekten Bedingungen, nach denen du suchst, um diese blonden, brünetten und schwarzhaarigen Wunder anzusprechen, gibt es nicht. Du wirst immer Ausreden finden, es nicht zu tun – immer! Die Kunst besteht darin, dir bewusst zu machen, dass es einen Grund dafür gibt, hier auf der Erde zu sein, und diesen Grund solltest du in Ehren halten. Jeder Tag ist perfekt. Jeder Augenblick ist perfekt. Wenn die hübsche Rothaarige jetzt neben dir am Postschalter steht, dann sollte es so sein. Sprich sie an! Du hast nur diese eine Möglichkeit.
Ich kann deine Gedanken hören: »Aber was soll ich denn sagen?« Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Es ist egal, was du sagst. Wichtig ist vor allem, dass du etwas sagst!
Wenn du nicht fragst, heißt die Antwort immer Nein.
Heute Morgen war ich mit meinem Kumpel, dem Schriftsteller Lars Amend – mit dem zusammen ich dieses Buch geschrieben habe –, und seiner Freundin in einem Coffeeshop in Berlin verabredet. Die beiden saßen am Fenster und hatten einen Hocker für mich reserviert. In dem Café war es ziemlich voll. Da man sich seine Getränke selbst holen musste, begrüßte ich sie kurz und stellte mich an. Die Schlange vor dem Tresen reichte um die Ecke bis zu den ersten Tischen. Das Mädel, das dort saß, war ziemlich süß, kein Supermodel, aber auf ihre Art sexy. Neben ihr war ein freier Platz. Als sie ihr Handy weglegte und gelangweilt in die Luft schaute, bat ich die ältere Dame vor mir in der Schlange, kurz auf meinen Platz aufzupassen. Ich machte einen großen Schritt auf das süße Mädel zu und setzte mich neben sie.
»Bin gleich wieder weg«, sagte ich lächelnd. »Muss mich nur kurz ausruhen. Sag mal, ist das normal bei euch in Berlin?«
Sie lächelte zurück und fragte: »Was denn?«
»Na, dass man sich für einen normalen Milchkaffee einen halben Tag freinehmen muss. In München gibt’s das nur beim Oktoberfest.«
»Kommst du aus München?«
Ich antwortete: »Die beste Stadt der Welt, wir gewinnen immer beim Fußball und haben das Oktoberfest erfunden.
Sie lachte und entgegnete: »Ja, das Oktoberfest hat was für sich, das stimmt. Ich war mal da vor zwei Jahren, und das war wirklich lustig.«
Ermutigt durch ihre positive Reaktion, fuhr ich fort: »Das ist ja klasse! Aber sag mir bitte, dass du im Dirndl da warst!«
Sie grinste: »Ja klar, extra gekauft. Wenn, dann schon richtig!«
Ich hob die Hand: »High five, dann bist du eine von uns!«
Sie lachte und schlug ein. Als wir die Hände wieder nach unten nahmen, hielt ich einfach dreist ihre Hand weiter und fragte sie nach ihrem Namen. Sie amüsierte sich und entgegnete mir: »Laura, und du?«
»Freut mich, Laura, ich bin der Michel.« Ich hielt immer noch ihre Hand, als sie sagte: »Passiert einem ja nicht so oft, so direkt angesprochen zu werden, finde ich gut.«
Und wieder ein Treffer. Laura war 23 und stellte sich beim Aufstehen als ziemlich gut aussehende große Sportlerin mit aufregenden Beinen heraus. Wir tauschten Nummern und verabredeten uns noch für denselben Abend.
Glückseligkeit pur, I just love my life!
Und um dieses Lebensgefühl dreht sich mein Buch. Es geht nicht darum, mit jeder Frau, die man trifft, ins Bett zu springen – das wäre vollkommen utopisch. Es geht darum, Freude am Leben zu haben. Freude über den eigenen Mut und die daraus resultierenden Erfolge.
Wenn sich dir eine Gelegenheit bietet, go for it! Wir alle werden eines Tages das Zeitliche segnen, worauf also warten? Auf einen besseren Job, eine bessere Figur, bessere Umstände? Sei kein Hamster, der sich immer nur im Kreis dreht. Am Ende des Tages geht alles auf die eine Erkenntnis zurück: Akzeptiere, wer du bist! Das ist der einzige Ratschlag, der dich wirklich nach vorne bringt, weil er eine ganze Kette von Ereignissen in Gang setzt, die dein Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Bevor du dein wahres Ich nicht akzeptierst, kann es auch kein anderer tun. Der Schlüssel zum Glück liegt direkt vor deiner Nase, du musst nur zugreifen. Es kommt nicht darauf an, wie berühmt oder erfolgreich du bist, wie viel Geld du verdienst oder welchen gesellschaftlichen Status du besitzt, sondern darauf, dass du begreifst, wie einzigartig du bist. Es gibt acht Milliarden Menschen auf der Welt, aber niemanden, der so ist wie du. Du bist ein Rohdiamant. Was dir fehlt, ist lediglich der Feinschliff.
MEINE GESCHICHTE – WIE ALLES BEGANN
Mein früheres Leben ist in einem Satz erklärt: Ich war Anfang zwanzig, hatte einen Job in der Versicherungsbranche, ging einmal im Monat ins Kino, bestellte mir Pizza beim Lieferservice und traf mich an den Wochenenden mit meinen Kumpels zum Fußball gucken. Viel mehr war nicht los. Wenn ich attraktive Frauen traf, was selten genug der Fall war, kam es mir so vor, als gehörten sie einer fremden Spezies an. Wir gingen uns aus dem Weg. Nicht absichtlich. Es gab einfach keine Berührungspunkte. Eine fremde Frau ansprechen? Niemals! Diese Möglichkeit existierte in meinem Bewusstsein nicht. Und selbst wenn, was hätte ich denn sagen sollen?
So ergeht es den meisten Männern, ob siebzehn, siebenundzwanzig oder siebenunddreißig. Man sieht eine Frau, die einem gefällt, und wartet, dass etwas passiert. Es passiert aber nichts. Und weil nichts passiert, geht man wieder nach Hause. Alleine. Frustriert. Voller Sehnsucht.
Dann kam Claudia. Sie war Flugbegleiterin bei der Lufthansa. Wir hatten uns über gemeinsame Freunde beim Feiern in einem Club kennengelernt. Ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen, auf sie zuzugehen. Sie entsprach dem typischen Klischee einer Stewardess: jung, tough, sexy. Dass wir unsere Telefonnummern tauschten und wenig später ein Paar wurden, war bezeichnenderweise auch ihre Entscheidung. Sie übernahm vollständig die Kontrolle, und ich ließ mich darauf ein. Warum sollte ich mich darüber beschweren? Ich war ziemlich froh, dass eine Schönheit wie sie mich als Freund wollte. Dafür hätte ich alles getan.
Sie flog durch die Weltgeschichte und war oft lange unterwegs, was dazu führte, dass ich an den Wochenenden meistens alleine war und ohne sie weggehen musste. Da ich, wie jeder Durchschnittskerl, völlig ahnungslos war, wunderte ich mich irgendwann, warum ich als Nichtraucher so oft von Frauen nach Zigaretten gefragt wurde. Als Claudia und ich eines Abends gemütlich auf der Couch lagen, wollte ich es genauer wissen.
»Du sag mal, wie ist das eigentlich bei euch Rauchern?«
»Wie meinst du das?«, fragte sie.
»Woran erkennt ihr eigentlich, ob jemand ein Raucher ist oder nicht?«
Sie sah mich verwundert an und sagte: »Na, wenn er raucht.«
»Komisch«, überlegte ich laut vor mich hin. »Ich werde ständig von irgendwelchen Mädels angequatscht, ob ich eine Kippe oder Feuer hätte. Keine Ahnung, wie die auf die Idee kommen, dass ich rauchen würde.«
Meine Freundin fing an zu lachen, gab mir einen Kuss und nahm mich in den Arm.
»Wie gut, dass du keine Ahnung von Frauen hast.«
Ich entgegnete: »Wie meinst du das denn bitte?«
Sie sah mir in die Augen, lächelte dabei zögernd.
»Was ich dir jetzt verrate, werde ich vermutlich eines Tages bereuen, aber wenn wir Frauen einen Mann gut finden, gehen wir nicht einfach zu ihm hin und sagen: Hey du, ich find dich gut. Wir schleichen um ihn herum, blicken ihm vielleicht in die Augen oder lächeln ihn an. Wir suchen uns einen simplen Vorwand, um ihm die Möglichkeit zu geben, uns kennenzulernen. Wenn dich also Mädchen unter einem Vorwand ansprechen, dann liegt das wohl daran, dass sie dich gut finden. Nicht immer, aber öfter, als du denkst.«
»So geht das ab?«, fragte ich.
»So geht das ab!«, grinste sie.
Ich hatte ja keine Ahnung. Ich lebte mit meiner Traumfrau zusammen und musste mir darüber zum Glück auch nicht den Kopf zerbrechen. Jedenfalls dachte ich das. Bis sie mich nach vier Jahren verließ und meine schöne heile Welt völlig aus den Fugen geriet. Ich wurde depressiv und rutschte in eine tiefe Krise hinein. Eineinhalb Jahre habe ich krampfhaft versucht, sie zurückzugewinnen, habe ihr Rosen geschickt und Briefe geschrieben – das klassische Programm, was natürlich zu nichts geführt hat. Im Gegenteil. Je mehr ich jammerte und in Selbstmitleid versank, desto weiter entfernte sie sich von mir. Dazu kam, dass meine Haare immer lichter wurden. Während meiner Beziehung war mir der schleichende Prozess des Haarausfalls nicht aufgefallen. Ich hatte ja eine Freundin, war weg vom Markt, warum sich Gedanken machen? Ich war beziehungsblind. Doch als frisch gebackener Single sah ich plötzlich der bitteren Wahrheit ins Gesicht, bekam zum ersten Mal in meinem Leben wegen meines Aussehens Komplexe und traute mich kaum noch aus dem Haus. Der Mann im Spiegel war mir fremd geworden. Ich war in meiner persönlichen Hölle gelandet und glaubte ernsthaft, nie wieder mit so einer schönen Frau zusammenzukommen. Ein furchtbarer Gedanke.
Meine Sorge war, objektiv betrachtet, natürlich vollkommen unberechtigt. Vin Diesel eroberte gerade Hollywood. Vor ihm gab es schon Stars wie Bruce Willis, die eine Glatze hatten und damit megacool aussahen. Heute fahren die Frauen voll auf Typen wie Jason Statham ab. Selbst Pep Guardiola ist ein absoluter Frauenliebling. Männer mit rasiertem Kopf werden sogar oft als männlicher, dominanter und als besserer Anführer gesehen. Frauen assoziieren mit diesem Look ultrastarke Supermänner, Elitesoldaten, Profisportler oder eben Action-Darsteller wie Bruce Willis und Jason Statham. Diese Draufgänger-Figuren transportieren das Gefühl von Rebellentum und Abenteuern. Die Sache ist nur die: Man kann sich nur schwer auf objektive Fakten besinnen, wenn man am Boden liegt und verzweifelt nach seinen Eiern sucht. Der einzige Grund, warum ich damals ständig auf meine Glatze angesprochen wurde, war der, dass es für mich selbst so ein Riesenthema war. Ich fokussierte so stark auf meine vermeintliche Schwäche, dass sich meine Unzufriedenheit automatisch auf meine Umwelt übertrug. Den Frauen blieb gar keine andere Wahl, als mich unattraktiv zu finden, weil ich mich selbst unattraktiv fand.
Ich hatte fast zwei Jahre meines Lebens vergeudet und mich bis zum Abwinken in Selbstmitleid gesuhlt. Es konnte doch nicht die Erfüllung sein, die Wochenenden alleine vor dem Fernseher zu verbringen und Fußall-Bundesliga anzuschauen. Ich hatte die Schnauze voll von dieser Einsamkeit. Ich wollte wieder geliebt werden. Ich musste herausfinden, wie ich die Frauen dazu bringen konnte, mich wieder gut zu finden. Nicht um ein Super-Casanova zu werden, sondern um neue Freunde zu gewinnen und wieder Lebensfreude zu empfinden. Da alle meine Freunde in Beziehungen steckten und so kaum mit mir ausgingen, war ich alleine. Und weil ich keine bessere Idee hatte, wie ich mich aus meiner Depression befreien sollte, begann ich, abends alleine auszugehen. Ich traf den Entschluss, mein Leben zu ändern. Dass ich es wirklich wollte, war dabei ein entscheidender Faktor.
Denke immer daran: Sich in seinem Fuchsbau zu verkriechen, ist keine Lösung. Der Mensch ist nicht zum Alleinsein geschaffen. Falls du dich in einer ähnlichen Situation befindest, misch dich unter die Leute, geh aus, in Bars, Clubs, melde dich im Sportverein an, und nimm wieder am Leben teil. Niemand wird bemerken, was für ein großartiger Typ du bist, wenn du alleine auf deinem Sofa liegst und sinnlos in die Glotze starrst. Wenn du dich einsam fühlst, vergessen von der Welt, und nichts lieber tätest, als für alle Zeiten unter deiner Bettdecke zu verschwinden, musst du dagegen ankämpfen. Einsamkeit führt immer zu noch mehr Einsamkeit. Du musst diesen Kreislauf durchbrechen und deinen Arsch in Bewegung setzen. Das Schöne dabei ist, sobald du wieder Kontakte knüpfst, spürst du sehr schnell, wie deine Hemmungen weniger werden, wie gut es dir tut, mit Menschen zusammen zu sein. Der Mensch ist nun mal ein Herdentier und nicht dafür gemacht, alleine zu sein.
Erster Schritt: Haare ab! Eines Morgens stand ich vor dem Spiegel, habe kurzen Prozess gemacht und alles abrasiert. Nach drei Minuten war alles vorbei! Was früher mein schlimmster Albtraum war, ist heute mein größtes Markenzeichen. Heute weiß ich, dass ich mit Glatze gut aussehe. Ob es tatsächlich so ist oder nicht, ist völlig unwichtig. Ich fühle mich so und strahle das aus, und nur darauf kommt es an. Eines wurde mir nach dieser Aktion bewusst: So, wie ich mich sehe, sieht mich die Welt. Und meine Welt änderte sich drastisch.
Zweiter Schritt: Den inneren Schweinehund überwinden und Anschluss finden! Die wenigen Kumpels, die mir nach meiner depressiven Phase geblieben waren, steckten allesamt in Beziehungen fest, also musste ich an den Wochenenden alleine losziehen. Ja, ich musste mich zwingen, meine eigenen vier Wände zu verlassen. Augen zu und durch! Es fühlte sich an, wie das Laufen neu zu lernen: hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen …
Am Anfang habe ich noch den Fehler gemacht, dass ich meine alte Beziehung ersetzen wollte. Ich war auf der Suche nach jemandem, der diese Lücke füllen konnte. Aber zunächst passierte gar nichts! Für die hübschen Mädels war ich wie Kryptonit. Die ersten drei Frauen, mit denen ich dann etwas anfing, waren weder hübsch noch besonders charmant oder irgendwie anziehend. Sie waren einfach genauso verzweifelt und alleine und einsam wie ich. Meine Exfreundin war so hübsch, so sexy, so wunderbar, so phantastisch, so Champions League. Und diese Mädels aus der Dorfdisko katapultierten mich direkt in die Kreisliga zurück. Dennoch, ich war aktiv und ließ den Kopf nicht hängen. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Ich sprach mir selbst Mut zu. Dann fiel mir Die perfekte Masche von Neil Strauss in die Hände, das legendäre Buch über die Kunst der Verführung. Ich begann, alles, was ich dort las, sofort auszuprobieren, doch die ersten Versuche waren ein Desaster. In einer Bar traute ich mich einmal, auf eine Superbraut zuzugehen, aber noch bevor ich den Mund aufmachen konnte, hob sie schon abwehrend ihren Arm und sagte: »Kein Interesse!« Während ich mich umdrehte, um meiner Schmach zu entfliehen, hörte ich, wie sie ihrer Freundin zuflüsterte: »Scheiße, Tina, jetzt werde ich schon von so einem angebaggert!«
Was hatte ich Holzkopf erwartet? Ich hatte ein paar Sprüche aus dem Buch auswendig gelernt und tatsächlich geglaubt, damit Erfolg zu haben. Es konnte nur in die Hose gehen.
